Alois
Kommentare 21

Online und regional

Wir Bauern wollen ja von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Positiv! Versteht sich. Darum machen auch immer mehr Landwirte eine Homepage oder eine Facebookseite. (Es könnten aber noch viel mehr sein). Für Direktvermarkter ist das wohl schon obligatorisch.

Ein Inserat oder eine Homepage erstellen ist einfach. Doch das Entscheidende ist, ob man von dem gefunden wird, der genau das sucht, was im Inserat und in der Homepage angeboten wird.

Das große Problem hierbei: Ein sehr zersplittertes Angebot von Tausenden alleinstehenden Homepages. Ein suchender Verbraucher muss sich der Suchmaschinen bedienen. Wenn man dann nicht auf den ersten Seite das Gesuchte findet , klickt man weg – und geht halt wieder in den Supermarkt.

Dieses Problem haben die Gründer von „mein-bauernhof.de“ erkannt. Und eine intelligente Lösung dazu entwickelt: Mittels eigenem Suchalgorithmus (ähnlich wie Google) scannen sie das Web und bauen mit den Daten eine umfassende Datenbank auf. Jeder erfasste Direktvermarkter/Bauernhof/Dienstleister kann (wenn er will) seine eigenen Daten anschließend selbst verfeinern und aktuell halten. Tipp: Einfach mal auf mein-bauernhof.de nachschauen. Zum selbst Daten eintragen und pflegen, muss man sich registrieren. (Kostenlos)

Datenpool für regionale Produkte und Dienstleistungen

Diesen „Datenpool  halte ich für längst überfällig und notwendig. Weil ich das so genial finde, haben wir auch unser eigenes REGIODAY-Verzeichnis aufgegeben und in den Datenpool vom mein-bauernhof.de integriert.

Dazu haben wir den Machern von mein-bauernhof.de ein paar Fragen gestellt:

Wie viele Adressen hat eure Datenbank?

Unsere Datenbank umfasst derzeit rund 12.000 Verkaufsstellen und zusätzlich mehr als 2.500 Wochenmärkte. Das ist jedoch erst der Anfang, da sich nun hoffentlich noch ein paar Direktvermarkter selber eintragen werden und wir nebenher noch weitere Daten ergänzen möchten.

Doch der Zuwachs ist für uns derzeit nicht das primäre Ziel. Viel wichtiger ist, dass Besitzer bereits vorhandener Verkaufsstellen den Weg zu uns finden und ihre Daten aktualisieren und somit insgesamt eine bessere Datenqualität erreicht wird. Dies gelingt uns, indem wir z.B. eigene Verzeichnisse für Bio-Siegel anbieten und damit auf die Verantwortlichen zugehen können. Der Nutzer möchte nicht nur eine Adresse finden, sondern auch eine nette Beschreibung lesen, sich Fotos angucken, aktuelle Öffnungszeiten finden und auch die Saisonalität der angebotenen Produkte sollte erkennbar sein. Daher ist es wichtig, dass Landwirte ihre Daten bei uns regelmäßig auf dem aktuellen Stand halten, damit ein Kunde z.B. im Winterurlaub nicht auf einmal vor verschlossener Tür steht.

 

Warum ist eure Datenbank so innovativ?

Wir sind unabhängig von anderen Interessensgruppen und zeichnen uns neben der größeren Datenvielfalt im Vergleich zu anderen Plattform vor allem durch unseren intelligenten Suchalgorithmus aus. Andere Verzeichnisse sind oft recht eingeschränkt in ihrer Bedienbarkeit. Darüber hinaus bieten wir umfangreiche Filter-Funktionen an, damit ein Kunde stets den für ihn passenden Anbieter besser findet. Direktvermarkter können ihre Einträge zudem schnell und einfach aktualisieren und Kunden die Angebote bewerten. Die Portalbesucher können darüber hinaus nicht nur nach Lebensmittel suchen, sondern auch nach landwirtschaftlichen Dienstleistungen. Es sind nämlich zunehmend Anbieter von Hofcafés, Camping, Reiten oder Kindergeburtstagen auf dem Bauernhof vertreten.

Aber nochmal zu dem Thema Daten: Keine uns bekannte Plattform hat so ein flächendeckendes Angebot wie www.mein-bauernhof.de – wir sind inzwischen im gesamten deutschsprachigen Raum vertreten. Und bei uns kann man nicht nur nach Lebensmittel-Anbietern schauen, sondern auch nach Hofcafés, Camping, Reiten oder Kindergeburtstagen auf dem Bauernhof und vieles mehr. Außerdem haben wir für die Städter noch viele Wochenmärkte im Datenbestand ergänzt. Zukünftig wird es sogar möglich sein, dass sich ein Landwirt einem Wochenmarkt zuordnen kann, womit der Kunde sich auch über die Teilnehmer auf dem Wochenmarkt informieren kann.

 

Wer gehört zum Mein Bauernhof-Team?

Hinnerk: Die landwirtschaftliche Kompetenz. Mit allen Wassern gewaschen und kennt die Bedürfnisse der Landwirte.

Dennis: Der Zahlen&Fakten- Mensch, Netzwerker mit Verbindungen in die digitale und offline Medienlandschaft und ausgestattet mit viel Erfahrung im Bereich Unternehmensentwicklung

Jost: Die Alzweckwaffe im IT-Bereich und gleichzeitig Katzenliebhaber

Micha: Spezialist für digitales Marketing und hier auch in der Lebensmittelbranche fest verankert und umfassende Projektmanagmenterfahrung.

Das Team von links nach rechts: Hinnerk Denker, Michael Beyer, Dennis Rosenstock, Jost Baron.

 

Habt ihr eine Vision?

Die Vision ist: Der Verbraucher zückt sein Handy und kriegt automatisch alle Landwirte in seinem nächsten Umkreis angezeigt, die direkt Produkte verkaufen oder eine Dienstleistung anbieten. Der Kunde muss nicht 10 verschiedene Stellen angehen und mühsam suchen. Wenn man z.B. im Spreewald Urlaub macht, kann man im Nu einen Bauern finden, der die original Spree-Gurken anbaut und verkauft. Und natürlich kann er auch die Gurkenproduktion live erleben (spannende Betriebsbesichtigung)

 

Danke für das Gespräch und für eure engagierte Arbeit

Alois

(Aufrufe 451 gesamt, 1 heute)

21 Kommentare

  1. Astrid sagt

    Klasse wäre das, wenn da nur Bauern angezeigt würden, die Pflanzenwirtschaft betreiben.
    Dann fände ich das wirklich eine gute Idee. So wird leider die Tierausbeutung unterstützt.

    2+

    • Alois Wohlfahrt sagt

      dann schreib doch den Machern von „mein-bauernhof.de“. Letzlich ist das eine Selektion der Datensätze, genauso wie bei REGIODAY. Vielleicht erhören sie dich ja…

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    • Ich seh das so sagt

      Was stehen wir deklarierten „Freidenker“ doch plötzlich alle auf Zensur und Gesinnungszwang.

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    • Mark Rössler sagt

      Zur guten „Pflanzenwirtschaft“ gehören eben auch tierische Hinterlassenschaften.
      Die Ausbeutung tierischer Hinterlassenschaften als Nahrungsquelle für Pflanzen ist ein wichtiger Bestandteil des Kreislaufes.

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      • Falsch. Die Tiere müssen die Nährstoffe (Pflanzen), die sich ausscheiden, zunächst aufnehmen, ach nee. Tierfütterung bedingt Nährstoffabfuhr aus Böden bei begrenzter Rückführungsmöglichkeit, ach nee. Weniger Tierhaltung, weniger Nährstoffabfuhr, auch ach nee. 😉

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  2. Zenzi sagt

    Die Internetplattform ist 1A aufbereitet. Verschiedene Suchkriterien wie „Bio“ könnten auch eingegeben werden. Wenn die Anbieter dann auch ein persönliches Bild eingeben würden, wäre die Suche und der Zugriff auf DEN Hof unter evtl vielen, noch Augenscheinlicher. Sollte im Zeitalter von 1/0 eigentlich kein Problem sein.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Das Konzept und die Anlage der Plattform ist sehr gut. Die Frage ist aber, wie kriegt man Landwirte dazu Daten einzutragen und zu pflegen?

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      • Zenzi sagt

        „Die Frage ist aber, wie kriegt man Landwirte dazu…“
        Eben so, wie ihr hier auftretet, Alois und Willi. Eure Werbung für den Regio-Day hat das auch gezeigt. Die Bauern die das Thema der Selbstvermarktung für wichtig erachten, suchen bestimmt im Netz nach Möglichkeiten. Wäre eben gut, wenn die alle zusammengefasst sind und nicht auf einzelne Mini-Flyer irgendwo nur aufliegen.
        Vielleicht sollten die Bauern manchmal mehr mit dem Kopf und Verstand der „Normalverbraucher“ und potentiellen Kunden versuchen zu denken. Auch wenn nur ein Bruchteil davon die Regionalität unterstützen möchte, fehlt es denen an der Info, wo sie das herbekommen können.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          In der Tat wäre ein zentraler Datenbestand bäuerlicher Produkte ein riesen Schritt hin zum Verbraucher. Dazu müssen die Daten richtig gut und aktuell sein. Doch bisher sehe ich nirgends eine Akzeptanz für so etwas. Jeder will sein eigenes Ding machen. Zersplitterte Höfläden- und Direktvermarkterportale werden chancenlos sein gegen den Online-Handel bei Lebensmitteln von LEH und Amazon. Dabei bieten die heutigen Cloud-Technologien alle Möglichkeiten zusammenzulegen. In Puncto Farming 4.0 aber läuft ein ganz anderer Trend der Digitalisierung jetzt so richtig an: BigData mit den vorgelagerten Bereichen zur Produktionsoptimierung. Zur Agritechnica stellen zahlreiche Anbieter ihre „Farming-4.0 Plattformen“ vor, wie z.B. Agravis http://www.netfarming.de/de/netfarming_de/index.html Da werden die Bauern scharenweise hingehen und auch bereit sein zu investieren. Aber den Wert von digitalen Kundenportalen wie „mein-bauernhof.de“ werden die Wenigsten erkennen.

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      • Aufklärer sagt

        Bauern verdienen nicht wenig. Sie erhalten als selbstständige Unternehmer ganz gutes Geld. Es ist nur schwerer geworden und die Rationalisierung eines Betriebes hat in der Landwirtschaft so manche Grenze, die oft auch vom Akteur selbst und äußeren Umständen abhängig ist, aber auch in weiten Teilen von persönlichen Entscheidungen getragen wird. Hinzu kommen Bildungsniveau der Landwirte, Fähigkeiten als Betriebswirte etc.

        Das Problem ist also, das ein Landwirt heute in Deutschland oft zu klein ist. Er kann deshalb nicht genug erwirtschaften um teure Arbeitskraft oder Maschinen zu finanzieren.
        Die größe der Betriebe ist auch relevant.

        Es gibt oft die Erwartungshaltung, das Arbeit entlohnt werden muss. Das gilt aber nicht für Unternehmer, auch nicht für Nebenerwerbsunternehmer. Wenns sich nicht lohnt, muss ein Unternehmer aufhören, wer das nicht tut, trägt dafür selbst die Verantwortung. Das ist natürlich für Landwirte, die oft persönlich eng mit Land, Betrieb und in ihrer Identität mit der Arbeit verbunden sind, nicht einfach. Aber Kumpels und Stahlkocher, mancher Bürojob und andere mehr der Technik unterworfene Arbeitsbereiche sind selbst ständigen Strukturwandeln und oft strukturellen Auflösungserscheinungen ausgesetzt. Ist das schön? Nein. Es ist nur nicht zu ändern.
        In der Natur kämpft jedes Tier um die Ressourcen fürs Überleben. Und Landwirte machen das auch, gegen andere Teilnehmer im Markt und jeder muss sehen das er über die Runden kommt.

        Der Durchschnittsverdienst der Landwirte sei relativ niedrig, schaut man in die STatistik. Dabei sind aber die ganzen Nebenerwerbsler und Hobbylandwirte mit drin. Die ziehen den Schnitt runter und die wirklichen beruflichen Vollprofis schaffen sicher viel mehr im Schnitt. Leider wird aber verallgemeinert und lieber mit dem relativen Durchschnitt Politik gemacht.

        über 200.000 Betriebe haben kaum mehr „Hobbygröße“, unter 100ha. Es ist kein Wunder das von diesen immer einige aufgeben und von leistungsortierteren großen und wachsenden Betrieben ersetzt werden, denn diese können Geld verdienen weil sie wirklich industrielle Landwirtschaft betreiben können und wollen. Aber möglich ist das auch nicht für jeden, nicht überall. Manche Flächen bräuchten vielleicht mehr Landschaftspfleger als Landwirte.

        Überlegt man was ein Computer oder ein Auto kosten würde, wenn sie nicht industriell hergestellt würden, erkennt man das Problem: Da wäre jedes einzelne Produkt extrem teure Handarbeit. 100fach, 200fach teurer als normal. PKW für ne Million Euro? Klar, Ökokarre aus handgestreichelter Bioproduktion :-p

        So ist das in gewissem Sinne auch in der Landwirtschaft. Es braucht einfach entsprechende Größe für Rentabilität.
        Das gilt in allen Branchen, gerade dann wenn man in einem industrialisierten Land lebt, mit den damit verbundenen Kostenstrukturen.

        250.000 Betriebe bewirtschaften in Deutschland knapp 7 Mio ha. die restlichen 40.000 Betriebe 10.000 Mio ha.

        Man muss solche Daten mal sehen, dann wird eigentlich klar, wieso manche Landwirte wenig verdienen. Das hat einfach systembedingte Gründe. Das ist nicht schlecht, nicht gut, es ist halt so. Damit sich ein Betrieb lohnt, muss er Gewinn abwerfen.

        Es ist keine Lösung, Nahrungsmittel als „Apothekenprodukte“ zu verkaufen, wie das in Naturkost, Ökoläden oder Reformhäusern ja auf eine Art gemacht wird.

        2+

        • bauerhans sagt

          „Bauern verdienen nicht wenig.“

          wenn im familienbetrieb 120000€ gewinn gemacht wird,muss schon einiges bewegt werden und 4 unbezahlte familienangehörige sind arbeitsmäßig beteiligt.
          30000€ ist ein arbeitnehmereinkommen.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Unser jüngster Sohn hat nach der Ausbildung kurze Zeit im seinem Ausbildungsbetrieb als Werkzeugmechaniker gearbeitet. Nettolohn 3.000 Euro (mit Nachtschicht im Akkord) im Alter von 19 Jahren.
            Das entspricht 5.500 Bruttolohn im Monat.
            Gesamtaufwand Arbeitgeber 77.600 Euro.

            Dieser Betrag ist für ein vernünftiges Einkommen anzusetzen, keine 30.000 Euro Jahresverdienst.

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            • Aufklärer sagt

              Das ist ein Beispiel eines qualifizierten Arbeitnehmers unter bestimmten Bedingungen. Das hat anekdotischen Wert, ist aber kein Maßstab für qualifizierte Aussagen.

              Wenn man darüber diskutiert muss man schon die richtige Datenlage verwenden. Was verdient ein Kleinunternehmer sonst so? Wie viel Arbeit muss er leisten? Welche Risiken trägt er?
              Wie sind die allgemeinen Durchschnittsverdienste und kann man Branchenübergreifende Vergleiche überhaupt anwenden?

              Auf Ihre Anekdote bezogen: Als höchstwahrscheinliche Tatsache sehe ich, das der junge Mann deshalb soviel verdienen kann, weil er in einem funktionierenden Industriebetrieb mitsamt Gewerkschaftsschutz (IG Metall dürfte hier verantwortlich zeichnen) einen sehr lohnenden Lohn unter Höchstleistungsbedingungen erhält. Wahrscheinlich ist das Unternehmen global aktiv, hat sehr geringe Stückkosten und kann mit Made-In-Germany sehr ordentliche Produkte handeln.

              Genau das was in meinem Posting steht: Globaler Markt, konkurrenzfähig und das ergibt hohe Löhne. Gerade das ist die Leistung von industrieller Produktionsweise. Der Automatisierungs- und Investitionsgrad für solch einen Arbeitsplatz dürfte vergleichsweise enorm sein und die Fachqualifikation und Einsatzbereitschaft auch fordernd für den Arbeitnehmer.

              Hätten wir hier einen Manufaktur-Betrieb, der versucht mit Werkzeugmachern zu arbeiten und dabei Technik von vorgestern mit übertriebenem verschwenderischem Rohstoff- und Mitteleinsatz, wie es in Bio- Öko- und ggf. in Regionalmarkt realisiert werden soll, dann hätte der junge Mann garantiert nicht so einen hohen Lohn. Selbst dann wenn er selbst der Unternehmer wäre. Er wäre nämlich relativ schnell pleite… Er reduziert nämlich seinen Markt auf die wenigen Kunden, die ein Handgestreicheltes Werkzeug kaufen wollen.

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  3. Thea S sagt

    Ausgezeichnet! So etwas suchte ich in meiner Verteidigung von Amazon (man sucht etwas und bekommt viele verschiedene Anbieter).
    Danke für den Link.

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