Bauer Willi
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Nüchtern betrachtet…

Nüchtern ist man dann, wenn man vorher nichts gegessen hat. „Kommen Sie zur Blutabnahme bitte nüchtern“ heißt es beim Arzt. Nüchtern ist man auch, wenn man keinen Alkohol trinkt.

Nüchtern zu sein ist für uns also eine bewusste Entscheidung. Für uns! Nicht für alle Menschen, denn rund 800 Mio. Menschen weltweit sind unterernährt. Doch die Zahl ist ständig weniger geworden, trotz wachsender Weltbevölkerung. Mehr als die doppelte Zahl, nämlich rund 2 Milliarden (mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung!) sind übergewichtig.

Wie werden in Zukunft alle satt?

Eine Überschrift und eine Frage, die wir oft in den Medien finden. Es gibt unzählige Beiträge, Analysen, Dokumentationen und Meinungen zu diesem Thema. Dabei ist die Frage eigentlich falsch gestellt: Warum werden heute nicht alle satt? Denn bevor wir uns Gedanken darüber machen, was passiert, wenn 10 Mrd. den Planeten bevölkern, sollten wir doch dafür sorgen, dass heute alle satt werden. Nüchtern betrachtet ist das ganz einfach: das, was die einen zu viel essen, sollten die bekommen, die zu wenig haben. Damit würde die Zahl der Unterernährten und der Übergewichtigen sinken. Und damit wäre doch beiden geholfen. Es müssten auch nicht mehr Nahrungsmittel produziert werden. Einfach nur umverteilen.

So einfach ist das nicht

Stimmt, denn wenn es einfach wäre, hätten wir die Probleme nicht. Dabei wird ja heute schon umverteilt. Amerikanischer Mais, brasilianisches Soja und europäischer Weizen wird in alle Welt exportiert. Schweinefleisch geht nach China und Hühnerfleisch nach Afrika. Was? Hühnerfleisch nach Afrika? Sauerei! Katrin Göring-Eckhardt meinte neulich, „dass der somalische Hühnerbauer nach Europa kommt, wenn wir durch unseren Export seine Märkte kaputt machen“ (Deutschland hat 2016 rund 8 t Hühnerfleisch (keine Reste!)  im Wert von 14.000 € nach Somalia exportiert. Von 2010 bis 2015 nichts) Es lohnt sich also, die Fakten zu kennen, bevor man eine Aussage macht. Hier nachzulesen:

https://www.stimmtdas.org/2017/10/23/fluchtursache-fleischexporte-nach-somalia/

Aber das ist nur eine Randnotiz. Wo hungern die Menschen? Sieht man sich dazu die Weltkarte an, so finden sich die Brennpunkte alle in Afrika, den Jemen ausgenommen. http://www.globalhungerindex.org/de/results-2017/

Die Namen dieser Länder sind bekannt, die Gründe auch. Es sind meist kriegerische Auseinandersetzungen, Vetternwirtschaft, Korruption u.a. , die dazu führen, dass die Massen hungern, während es den Eliten gut geht. Nüchtern betrachtet müsste die Weltgemeinschaft nur dafür sorgen, dass die Kriege beendet werden. Macht aber keiner.

Artensterben und Bevölkerungswachstum

Nüchtern betrachtet ist die Sache ganz einfach: Wenn eine Spezies sich stark vermehrt, geht das immer zu Lasten einer anderen Spezies. Bis die dann ausstirbt. Und genau das macht die Spezies Mensch seit mehreren zehntausend Jahren. Die ersten Hominiden, die von Afrika nach Europa oder Asien wanderten, waren vielleicht eine Truppe von ein paar Hundert Leuten. Die fielen überhaupt nicht auf und als Jäger und Sammler haben sie vom Überfluss genommen. Als es dann immer mehr wurden haben die Menschen die Landwirtschaft „erfunden“ und wurden sesshaft. Jetzt gab es mehr zu essen und es konnten Vorräte angelegt werden. Wenn es genug zu essen (fressen) gibt, vermehrt sich eine Population. Das ist so beim Menschen, bei Tieren und selbst bei Pflanzen, die gut ernährt werden. Die verdrängen dann aber andere. Kann man auf einer Wiese sehen. Viel Gras, wenig Kräuter.

Nüchtern betrachtet ist also die Erfindung von Ackerbau und Viehzucht der Grund für das Artensterben. Auch wenn das keiner gerne hört: Landwirtschaft war und ist ein ständiger Kampf des Menschen gegen die Natur. Auch der Bio-Bauer macht das, zwar mit anderen Mittel (Hackmaschine oder Abflammen) aber auch er will kein Unkraut zwischen seinem Gemüse. Und er erntet weniger, muss also mehr Fläche kultivieren, um die gleiche Anzahl  Menschen sattzukriegen. Und weil die Landwirtschaft so erfolgreich war (und ist) konnte und kann die Weltbevölkerung immer weiter wachsen. Und Fleisch essen.

Wir sollten alle kein (weniger) Fleisch essen, dann reicht es für alle

Nüchtern betrachtet ist diese Aussage so falsch nicht. Warum sie aber nicht richtig ist, sei kurz erläutert: Menschen sind keine Wiederkäuer. Sie können Gras oder Blätter von Bäumen und Sträucher nicht verwerten. Wiederkäuer können das und so für uns nicht nutzbares pflanzliches Eiweiß in tierisches Eiweiß umwandeln. Und Tiere können wir essen und über diesen „Umweg“ das pflanzliche Eiweiß für uns nutzen. Ausserdem „kacken“ Tiere und diesen organischen Dünger brauchen wir, um diejenigen Pflanzen zu düngen, die wir Menschen verwerten können. Deshalb geht es ohne Tiere nicht. Auch die afrikanische Savanne, der brasilianische Cerrado oder die mongolische Steppe sähen anders aus, wenn es dort keine Tiere gäbe. Vom Allgäu und den Almen ganz zu schweigen. Alois wird mir (hoffentlich) zustimmen.

Warum an der Aussage doch was dran ist: das, was heute an Futtermittel speziell  für die Tierhaltung auf  Äckern angebaut wird, könnte auch der menschlichen Verwertung zugeführt werden. Das stimmt. Wir müssten also nur unseren asiatischen und afrikanischen Mitbürgern klar machen, dass Fleischesser den Planeten belasten. Wir hätten das erkannt, und sie sollten es doch bitte gleich sein lassen. Warum das mit dem CO2 aus Fabriken und Auspuffrohren nicht so schlimm ist, sollten wir ihnen auch gleich mit erklären. Damit sie nicht die gleichen Fehler wie wir machen. Wer fängt damit an?

Wir wollen eine ursprüngliche Natur zurück

Ja, das geht. Eine weitgehend ungestörte Natur würde wahrscheinlich (ausgerechnet habe ich es nicht) so um die 75 Mio. Menschen ernähren. Weltweit! Das ist ein Promille der Weltbevölkerung. Ein Promille! Für Deutschland bedeutet das 80.000 Menschen. (Ziehen wir meine Gemeinde mit 13.000 davon ab, bleiben für das restliche Deutschland nur noch 67.000 🙂 )

Nüchtern betrachtet sind wir heute also rund 7,5 Mrd. Menschen zu viel. Wohin damit? Der Artenvielfalt, der Natur, unserem Planeten würde es gut tun…

Wer hat die Lösung?

fragt sich

Euer Bauer Willi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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118 Kommentare

  1. Heinrich Steggemann sagt

    Vielleicht sollten wir mal folgenden Gedanken mit Leben füllen. Die Bevölkerung Deutschlands einigt sich darauf den Import und Export von Gütern innerhalb einer Generation um 95% zu senken. Die Industrieproduktion würde drastisch zurückgehen, weil die Rohstoffe fehlen und die Exportmöglichkeit nicht mehr da ist. Die Natur würde die Industriebrachen zurückerobern, ebenso einen Teil des Strassennetzes. Das Leben würde wieder regionaler. Großstädte würden nicht mehr so stark wachsen, vielleicht sogar schrumpfen. Die Menschen würden in dünn besiedelten Gebieten bleiben, bzw. wieder dort hin ziehen, da dort die Konkurrenz um die knappen Resourcen nicht so gross ist. Der Viehbestand würde sich wieder stärker auf ganz Deutschland verteilen. Die menschlichen Ausscheidungen würden getrennt von sonstigen Abwässern gesammelt und als Ersatz für den fehlenden Mineraldünger eingesetzt. Das Landschaftsbild wird vielfältiger, da viele mangels Einkommensalternativen wieder zu Selbstversorgern oder teilweisen Selbstversorgern werden usw. .

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    • bauerhans sagt

      „Die Bevölkerung Deutschlands einigt sich…..“

      selbst „jamaika“ hat grosse probleme,sich zu eingen,wie soll sich da die bevölkerung zusammen finden.

      1+

  2. „Und Tiere können wir essen und über diesen „Umweg“ das pflanzliche Eiweiß für uns nutzen. Ausserdem „kacken“ Tiere und diesen organischen Dünger brauchen wir, um diejenigen Pflanzen zu düngen, die wir Menschen verwerten können. Deshalb geht es ohne Tiere nicht.“

    Auch falsch (s. schon meine Kommentare unten).

    1. Gülle ist nicht unbedingt zur Düngung erforderlich, auch nicht zur Humusbildung.

    2. Das zu 1. Gesagte wäre ja noch schöner. Denn es sind nicht nur „diejenigen Pflanzen zu düngen, die wir Menschen verwerten können“, sondern auch die Flächen, aus deren Böden Nährstoffe zur Fütterung abgeführt wurden. Das gilt auch für Weiden.

    3. Da Tiermast mit Konversionsverlusten pflanzlicher Kalorien verbunden ist, bedarf eine Nahrungsmittelproduktion mit Tierproduktion mehr landwirtschaftlicher Fläche als eine ohne, damit unterm Strich auch mehr Nährstoffrückführung durch synthetische Dünger.

    4. In Gülle sind nicht nur weniger Nährstoffe enthalten, als über die Pflanzen aus den Böden abgeführt und den Tieren zugeführt wurden. Die in Gülle enthaltenen pflanzenverfügbaren Stickstoffverbindungen verflüchtigen sich bei Lagerung und Ausbringung stärker und werden in größerem Umfang aus den Böden ausgewaschen als diejenigen in synthetischem Stickstoffdünger. Was zur unerwünschten Stickstoffdeposition an Magerstandorten, in Wäldern und Gewässern führt (Eutrophierung; Verdrängung spezialisierter Arten durch stickstoffliebende Allerweltspflanzen wie Gräser und Brennesseln; geringere Stabilität von Bäumen, sog. neuartige Waldschäden).

    5. Die Aussage, ohne Tiere gehe es nicht, ist naturwissenschaftlich so valide wie die Annahme, ein Baron könne sich an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen. Dies sind Feststellungen und keine Verbotsforderungen, insbesondere nicht an „unsere asiatischen und afrikanischen Mitbürger“, die als „Fleischesser den Planeten belasten“ – ausgerechnet die!

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    • Dorfmensch sagt

      Sehr geehrter AdT,

      einige Aussagen Ihres Kommentars sind aus (landwirtschaftlich)-wissenschaftlicher Sicht zu korrigieren:
      Zu 1. Gülle trägt in Verbindung mit dem notwendiger Weise vorhandenem Stroh (da nicht zum Einstreuen im Stall benötigt) zum Erhalt der Humusversorgung des Bodens bei; eine Erhöhung des Bodenhumusgehaltes ist nur bis zu einem standort- und bewirtschaftungsbezogenen Wert möglich. Bewirtschaftung heißt hier: Pflügen oder nicht pflügen oder tief oder flach pflügen. Quelle: Ergebnisse von deutschen und anderen europäischen Dauerdüngungsversuchen.
      Zu 4. Die Nutzung der N-Verbindungen in der Gülle hängt sehr stark von verschiedenen Faktoren ab: Lagermanagement, gedüngte Güllemengen, Gülleeausbringungstechnik, Güllemenge u. a. . Im Übrigen trägt jeder von uns zu den N-Einträgen in die Umwelt bei (z. B. durch den Anschluss an Kläranlagen, die nicht zu 100% den Stickstoff zurückhalten können und den Rest in die Oberflächengewässer entlassen oder durch Abgabe organischer Abfälle zur Kompostierung, die auch gasförmige N-Emissionen verursacht; es ist eben alles eine Frage der Menge). Natürlich ist die Ausnutzung des „bösen“ Mineraldüngerstickstoffs höher als die von Gülle.

      Zu 5: schon in den 1960er Jahren war wissenschaftlich bewiesen, dass zu einer hohen Bodenfruchtbarkeit im Sinne von Humusversorgung der Böden ein Tierbesatz von ca. 1 Großvieheinheit/ha als Rind gehört. Nachzulesen bei KURT RAUHE und Mitarbeitern. Man „muss“ hier ganz einfach Systeme betrachten!

      1+

    • Sehr geehrter Dorfmensch,

      vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Allerdings habe ich gar nicht gesagt, dass Gülle (mit Stroh) nicht zur Humusbildung beitrage, sondern nur, dass sie dazu nicht unbedingt erforderlich ist. Kern meiner Aussage ist, dass insbesondere ackerbaubasierte Tierwirtschaft (wie sie in OECD-Ländern üblich ist) eigens Ackerflächen bedarf. Der Dünge- (und Pflanzenschutz-)Bedarf ist damit um so höher, je größer der Anteil der Fleischproduktion ist. Damit ist bei unserer Form der Tierhaltung trotz Gülle auch der Einsatz des von Ihnen in Anführungsstrichen als „böse“ bezeichneten synthetischen Düngers entsprechend größer. Wenn Gülle anfällt, ist es betriebswirtschaftlich natürlich sinnvoll, sie auch als Dünger zu nutzen – sicherlich zudem ökologisch sinnvoll, insbesondere bei entsprechender Verteilung auch außerhalb der Tierhaltungshochburgen und Beachtung weiterer Gesichtspunkte, die Sie ja genannt haben. Nur: notwendige Voraussetzung für Pflanzenproduktion einschl. Humusbildung und -erhaltung ist Tierproduktion und -haltung nicht. Es gibt auch andere organische Ausgangsstoffe –
      Sie sprechen ja selbst von Stroh als strukturgebende Komponente; die unmittelbar pflanzenverfügbare Komponente kann durch Kompost gewonnen werden, soweit der Gülleanfall dafür nicht ausreichend ist. Deswegen, meine ich, sollte nicht so getan werden, dass wir Brot und Pasta etc. nur guten Gewissens essen dürften, wenn täglich auch Wurst und Schnitzel gereicht würden.

      Ergänzung zu meinem Beitrag:

      Vielleicht muss bei „Liebhaber-Tierhaltung“ auf Alpwiesen und Dauergrünland nicht besonders intensiv gedüngt werden. Was sagst Du, Alois, dazu? Oder bei sehr einfacher Acker- und Weidewirtschaft von Kleinbauern in Entwicklungsländern. Da steht ja das Mittel der Zugkraft (Tiere!, s.u.) symbolisch für das Maß der Produktivität und Bodenausbeute. Aber was glaubst Du, Willi, wie die landwirtschaftliche Produktivität in Regionen mit einer solch einfachen Bewirtschaftung gesteigert werden kann? Wohl nur durch Schaffung von Ackerflächen durch Waldrodung, Umbruch von Dauergrünland und Urbarmachung sonstiger Flächen, z.B. verschiedener Arten von Wüsten. So steht es auch in der von mir unten angeführten FAO-Studie zur feed/food-Problematik.

      Wenn dann aber der geschaffene Acker in größerem Umfang zum Futterbau verwendet würde, würde der Produktivitätsgewinn im Endeffekt wieder aufgefressen. Der hiesige Fleischkonsum kann nicht unbedingt zum Maßstab genommen werden, wenn man sich vor Augen führt, auf welchem Niveau sich da Entwicklungsländer derzeit befinden:

      Fleischverzehr nach „Agrar heute“/FAO, 2011:

      Australien: 121,2 Kilogramm pro Kopf
      USA: 117,6
      Österreich: 106,4
      Argentinien: 101,7
      Brasilien: 93,0
      Frankreich: 88,7
      Deutschland: 87,9
      Schweiz: 74,7
      Russische Föderation: 66,9
      Südkorea: 62,2
      China: 57,7
      Türkei: 33,4
      Kenia: 16,0
      Indonesien: 12,9
      Indien: 4,1
      Die EU und andere Regionen sowie die Welt insgesamt:

      Europäische Union: 82,6 kg/Kopf
      Afrika: 18,6
      Asien: 31,3
      Südamerika: 78,4
      Welt: 42,4.

      Vielleicht sollten wir aus Solidarität mit der Weltgemeinschaft, einem Gedanken der christlichen Soziallehre, eine Verringerung des Fleischkonsums hierzulande zumindest erst einmal andenken. Das ist ja derzeit ein Denkverbot bei vielen Landwirten und ihren Interessenvertretungen. Wir könnten vor allem selbst profitieren, ökologisch und gesundheitlich.

      1+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Erklären sie mal den Beschäftigten der Automobilhersteller, dass eine Verringerung der Automobile der Umwelt zu Gute käme.
        Das ist ja derzeit ein Denkverbot bei vielen Beschäftigten der Automobilhersteller, Zulieferer und ihren Interessenvertretungen. Wir alle könnten davon profitieren, ökologisch und gesundheitlich.

        3+

      • Mark Rössler sagt

        Vielleicht, dass man Möhrenkraut, Kartoffelschale und Pfirsichkerne nicht essen kann, diese also der energetischen Erzeugung zugeführt werden?
        Wegschmeißen ist in Deutschland ein viel missbrauchter Begriff.

        1+

  3. Friedrich sagt

    @Lieschen Müller. In Indien ist der Mindespreis für Weizen im Inland bei 26 Euro/dt.Zum Vergleich der EU-Preis 15 – 16 Euro/dt. Auch bei den Zuckerrüben ist das in der EU nicht gleich . In D, Fr., NL gibt es keine Flächenprmien für den Hektar Rüben , aber z. B. in Polen
    300 Euro/ha oder Finnland 400 Euro/ha. Auch in Kanada gibt es einen Mindestmilchpreis. Alle schotten sich ab , nur die EU hat den Markt mit wenig Subventionen. Deshalb hören hier ja soviele Bauern , speziell in Deutschland, auf.

    1+

    • Noch einmal: die EU hat die Agrarmarktordnung als sehr effektiven Außenschutz – auch bei Getreide. Ihre Interessenvertretung tut nur so, als könnte Ihr Abnehmer sich genau so gut oder billiger auf dem Weltmarkt eindecken. Das ist aber Fake. Ein Auszug aus der Seite des Zolls:

      Interventionspreis

      „Das Preissystem in der Europäischen Union ist […] an einem garantierten Mindestpreis – dem Interventionspreis – orientiert. Innerhalb der Europäischen Union garantieren die Interventionsstellen (in der Bundesrepublik Deutschland: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, BLE) den Erzeugern die Abnahme ihrer Produkte zu diesem Preis.

      Der Interventionspreis ist in der Regel höher als der erzielbare Weltmarktpreis und sichert so den Erzeugern angemessene Mindesteinkünfte. Gleichzeitig liegt er unter dem tatsächlich auf dem Binnenmarkt erzielbaren Marktpreis. Auf diese Weise bleibt der Anreiz für europäische Erzeuger, ihre Ware auf dem Binnenmarkt zu platzieren, bestehen.

      Einfuhrzölle

      Zum Schutz des Preisgefüges auf dem Binnenmarkt werden – neben der Begrenzung der Mengen aufgrund einer Einfuhrlizenzpflicht – weitere Maßnahmen in Form von Einfuhrzöllen (Agrarzöllen) getroffen. Ein unkontrollierter Zustrom drittländischen Getreides hätte einen Preisverfall unterhalb des Interventionspreises zur Folge. Getreide von europäischen Erzeugern wäre auf dem Binnenmarkt nicht länger absetzbar.

      Um eine Einfuhr aber nicht vollständig unterbinden zu müssen, stellen die Einführzölle sicher, dass eingeführtem Getreide lediglich der auf dem niedrigen Weltmarktpreis basierende Wettbewerbsvorteil genommen wird. Der jeweils anwendbare Einfuhrzoll ist dabei im Gemeinsamen Zolltarif (TARIC) festgelegt.“

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      • Die BLE nimmt vom 1. November 2017 bis zum 31. Mai 2018 Angebote für den Ankauf von Weichweizen zum Interventionspreis an, bis die Höchstmenge von 3.000.000 Tonnen zur Intervention EU-weit erreicht worden ist.

        Die Angebote für den Ankauf von Weichweizen zur Intervention können unter der Telefax-Nummer 0228 / 6845-3962 abgegeben werden.

        Ankaufspreis = Referenzschwellenwert: 101,31 €/t. Zu niedrig?

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  4. Friedrich sagt

    @ Lieschen Müller. Solange Leute wie Mugabe in Simbapwe usw. ihr Unwesen treiben wird sich nichts ändern. Ehem. Rhodesien war bis Mugabe kam ein Getreideexportland. Nur durch Einsatzwillen und Wissen haben vorher die weißen Vorbesitzer den Export hinbekommen . Siehe auch Rußland , in grauer Vorzeit ein Getreideimportland , heute einer der größten Weizenexporteure. Es liegt am System und der Ausbildung. Allein durch Außenschutz könnten die Hungerländer die Produktion in gang bringen. Zu Weltmarktpreisen kann kein Land der Erde produzieren. Das können wir hier in Deutschland und EU ja sehen. Alle Länder der Welt subventionieren die Nahrungsmittel. Sozusagen ein Subventionswettlauf nur um alles billig zu halten und Aufstände zu verhindern.

    4+

    • Lieschen Müller sagt

      Denkst du, auch die USA subventionieren? Ich dachte immer, da herrsche der reine Markt?

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Eine Studie der in Paris beheimateten Denkfabrik MOMAGRI (Mouvement pour une organisation mondiale de l’agriculture) kommt zu dem Schluss, dass die Landwirtschaft in den USA gemessen an der Bevölkerung fast dreimal so stark subventioniert wird wie in Europa. In absoluten Zahlen flossen demnach 2010 umgerechnet 137,7 Mrd. Euro (172 Mrd. Dollar) in die US-Landwirtschaft und 76 Mrd. Euro in die EU-Landwirtschaft. Pro Kopf waren es damit 422 Euro in den USA und 151 Euro in der EU. Der Abstand sei seit 2008 laufend gestiegen. – derstandard.at/1339638972133/Agrar-Foerderungen-USA-subventionieren-dreimal-hoeher-als-EU

        http://derstandard.at/1339638972133/Agrar-Foerderungen-USA-subventionieren-dreimal-hoeher-als-EU

        2+

      • Bauer Willi sagt

        Die Amerikaner „verstecken“ die Subventionen. Aber das ist eine lange Geschichte…
        Bauer Willi

        2+

        • Ja,
          für jeden Staat ist
          die Landwirtschaft
          der Grundpfeiler seiner Volkswirtschaft!

          Ich denke, deswegen wird sie von jedem Staat anders gefördert?

          2+

          • Aufklärer sagt

            Ganz genau. Und da kommen Sie auch der Frage nahe, die so viele umtreibt: Wieso sind und müssen die Lebensmittel so günstig sein? Wieso dieser Zwang nach „billigen“ Lebensmitteln?

            Das ist notwendig. Wenn die Nahrungsmittel zu teuer sind, die Grundnahrungsmittel können auch daraus produzierte Güter nicht mehr erschwinglich sein wie Fertignahrungsmittel.
            Die armen Bürger müssen! satt sein sonst wird es ungemütlich im Lande. UND: Der Masse der Bürger muss genug Geld bleiben, damit sie konsumieren können.
            Wem nutzt eine Wirtschaft, wenn keiner das Geld hat etwas zu kaufen? Also muss es eine Waage halten zwischen Lebenshaltungskosten und Einkommen.
            Es wäre aber der Tod einer Volkswirtschaft, wenn die Bürger 50-70% ihres Einkommens nur für Nahrung ausgeben müsten. Dann gibt es keinen Binnenmarkt, kein Geld mehr für den Frisör, Autos können nicht gekauft und unterhalten werden, Handymarkt gibt es keinen und Unterhaltungskonsum wäre ein Luxus, den sich der Bürger in der Masse nicht mehr leistet, weil er Hunger hat.

            Zumal Lebensmittel in Deutschland nicht besonders billig sind. Das ist Propaganda derer, die gerne höhere Preise erzielen wollen. Sorry an alle Landwirte, aber man muss die Fakten sehen. Die EU Preisindexe zeigen das Deutschland im Mittelfeld der Kosten für Lebensmittel liegt und nicht diese hier billiger wären als in allen anderen. Bei vielen Preisen muss man die Steueranteile auch noch berücksichtigen, vor allem Alkohol und Tabak werden so ja im Preis „gesteuert“ 😀

            Dazu müsste man eigentlich auch die Mindestlohnniveaus / Lohnniveaus vergleichen. Deutschland (China Europas) wird hier gern mal verschwiegen hat im Vergleich zur Lebenshaltung oft sehr niedrige Lohnniveaus. Das führt alleine schon dazu, das gar nicht so hohe Preise erbracht werden können wie in Frankreich oder Dänemark. Der Vergleich mit Schweiz ist wegen einer anderen Währungen noch weiter erschwert und dort sind die Lebenshaltungskosten sehr sehr hoch.

            So eine Liste gibt also nur einen vorsichtig zu genießenden Überblick aber zeigt auf, was manche Akteure gerne verschweigen: Die Preise sind in Deutschland nicht besonders niedrig. Nun sind sie auch nicht besonders hoch aber man vergleiche mal Fleischpreise in Polen und Deutschland, dann wird die Halbwahrheit besonders deutlich, mit der viele Interessenverbände hausieren gehen wenn sie behaupten das gerade Fleisch ach so billig sei in Deutschland.

            Das den Produzenten von Fleischwaren oft nix bleibt, ist meistens einfach ein durch Betriebsumstände zu verortendes Problem oder allgemeinen Rahmenbedingungen des speziellen Marktes zuzuschreiben. Wer in der heutigen Zeit nicht industriell wirtschaften kann oder will oder durch Grenzen seines Betriebes auf (vergleichsweise) Kleinbetriebsgröße hängen bleibt, ist in einem durchindustrialisierten Produktionsmarkt leider nicht so konkurrenzfähig und hat darum Probleme Geld zu verdienen. Das liegt nicht unbedingt einfach NUR am Verbraucher, der nix zahlen will für Lebensmittel. Damit können ja eh nur die Verbraucher gemeint sein, die genug Einkommen erzielen um eine Wahl zu haben. Bei vielen Menschen ist Geiz nicht Geil sondern Überlebensstrategie. Anders kommen diese gar nicht über die Runden.

            http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/8072356/2-15062017-BP-DE.pdf/9dba36f9-e6ab-4ff0-bc07-18d2a5fac811

            1+

  5. Im Grunde liegt es am Überfluss.
    Wie gehen wir mit Nahrung um?
    Was ist uns unser Essen wert?
    Warum steht Quantität vor Qualität?
    Das sollte sich doch jeder mal fragen.
    Landwirte tragen keine Schuld. Es sind Menschen wie du und ich, es sind Familien.
    Unser Konsumverhalten ist „unter aller Sau“, weil wir keine Wertschätzung für Nahrung haben.

    1+

  6. Thomas Müller sagt

    „Wir müssten also nur unseren asiatischen und afrikanischen Mitbürgern klar machen, dass Fleischesser den Planeten belasten.“

    Genau, ausgerechnet denen sollten wir das sagen! Die essen uns die ganzen Hühnerbeine weg.

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  7. Friedrich sagt

    Sicherlich können wir auch die doppelte Menschenmenge ernähren. Die meisten Hungernden sind sicherlich in Afrika. Mit mehr Bildung , sprich Schulen, zugang zu Energie, z.B. PV- Anlagen für Licht , Radio und Fernsehen würde da schon viel helfen. Mit Strom könnte man Wasser aus der Erde pumpen usw. . Problem gibt es dort sicherlich mit den Stammesabhängigkeiten. Auch bedeuten viele Kinder Reichtum und Absicherung fürs Alter.
    Da ist soziale Absicherung gefragt und eben auch das Bewustsein zu weniger Kindern .Afrika ist ein reicher Kontinent und könnte sich problemlos selbst ernähren. Die Schlauen hauen dort wegen der Perspektivlosigkeit ab und landen hier als Wirtschaftsflüchtlinge , obwohl die dort stark gebraucht würden. Jeder Afrikaner der einmal im Internet gesehen hat was in anderen Teilen der Welt abläuft kann doch dort nur weglaufen. Statt mit kleinen Schritten den dortigen Ländern zu helfen , versucht der Westen doch denen nur Industrieprodukte und Waffen zu verkaufen. So hält man die Länder in Abhängigkeit und greift die Bodenschätze ab.- Nahrungsmittelhilfen von hier sind zwar in Notfällen zu begrüßen , aber nachhaltig müssen dort die Nahrungsmittel selbst erzeugt werden und dazu müssen die Menschen „schlau“ gemacht werden.–
    Dieses ewig gebrauchte Wort mit den Hühnerbeinen nach Afrika der Grünen klopft mal wieder bei den Gutmenschen an und soll sagen , daß die hiesigen Bauern alles vernichten.
    Diese Lügen sind Menschenverachtend und dürfte von einer Kirchenfürstin , wie K. Göring-Ekkart , niemals gesagt werden. So doll scheint es also mit dem Glauben und der Mitmenschlichkeit nicht zu sein. Hauptsache Wählerstimmen.

    5+

    • Lieschen Müller sagt

      Das Wasser in Afrika und Asien ist ein fossiler Rohstoff. Es ist bald nichts mehr da. Auch in den USA wird sehr verbittert über Wasserrechte gestritten.

      1+

    • Lieschen Müller sagt

      Kleine Schritte wären z.B. ein Austausch: Schulen könnten Lehramtsstudenten aus z.B. Ägypthen für ein Jahr hierher einladen und ihnen unsere Welt (mit unseren Problemen) zeigen. Vielleicht haben diese Studenten Vorschläge, wie es auf der Welt anders daher gehen könnte? Aber diese Austausche finden immer nur einseitig statt, da heißt es dann gleich: „die wollen doch sowieso alle hierbleiben.“ Da müssen dann Bürgschaften übernommen werden, Visa und Krankenversicherung unbezahlbar etc.

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      • bauerhans sagt

        die afrikaner,die wir hier im austausch hatten,wollten immer in den „supermarket“ und
        herausfinden,wie man ein fahrbereites schrottauto ins heimatland überführt.

        1+

  8. Lieschen Müller sagt

    Wenn der Papst wenigstens einmal sagen würde: „Liebe Christen, 2 Kinder pro Familie sind genug!“

    1+

    • sonnenblume sagt

      Ob der Papst da entsprechenden Einfluss hätte wage ich zu bezweifeln. Man darf die stark prägenden Kulturkreise nicht vergessen. Das ändert sich nur langsam und über viele Generationen.

      1+

      • Lieschen Müller sagt

        Nein, das glaube ich nicht. Das ändert sich nicht über viele Generationen, sondern über eine einzige, siehe Iran. Auf den Philipinen wurden schon so oft Programme zur Verhütung von der katholischen Kirche verhindert.
        Was sich dann natürlich langsam ändert, ist die Gesamtbevölkerung.

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      • Sabine sagt

        Hae? Weil China, Indien und Afrika ja so unglaublich an der traditionellen katholischen Lehre festhalten, oder was? Ob der Pabst da was sagt, oder nen Sack Reis in Rom umfaellt, kommt so ziemlich aufs gleiche raus, In China bestimmt die Partei, in Indien sind die Mullas und Gurus und in Afrika sind Evangelikale, Imams und Marabus. Papst brauchen die nicht.

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        • Lieschen Müller sagt

          China hatte Ein-Kind-Politik. Indien hatte und hat große Familienplanungsprogramme. Philipinen, katholisch, immer noch 4 Kinder pro Frau. Aber ja, da könnte der Papst was sagen und ja, ich denke schon noch, dass er eine Stimme in großen Teilen der Welt hat. Und in vielen Ländern Afrikas ist die katholische Kirche präsent, der Papst fährt da ja auch hin.

          3+

          • Sabine sagt

            Selbst im traditionell katholischen Rheinland hört kein Mensch auf den Bischof von Rom, selbst als die Kirche noch mitregierte, war Rom weit weg und Bischöfe oft besser woanders. Zudem sind wir von der Bevölkerungsdichte eigentlich die, die überbevölkert sind. Niederlande, ganz schlimm. Viel zu viele Leute. Blöd nur, dass auch unsere Sozialversicherungen darauf ausgelegt sind, dass es da eine nächste Generation gibt, die entweder unglaublich produktiv ist und unglaublich viel Geld scheffelt und die Kassen mit Steuern stützt oder halt mindestens so viele arbeitende Leute da sind, um die Alten und Kranken zu versorgen. Afrika und Asien haben kein Problem mit sowas. Wir sind die, die ihre Sozialsysteme umbauen und ihre Wirtschaft einer schrumpfenden Bevölkerung anpassen müsste. Die Leute in Köln haben da mehr Gewicht, als die Leute im Kongo.

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    • Ich seh das so sagt

      Machen sie es sich nicht ein wenig zu billig, wenn sie dem Papst oder den Religionen etwas in die Schuhe schieben ?
      Ich weiß, es sind gerne verbreitete und gepflegte Schnellschüsse.
      Schauen sie sich mal diesen Beitrag vom (kürzlich verstorbenen) Hans Roslin an: Religionen und Babies – https://www.youtube.com/watch?v=ezVk1ahRF78

      Hilft ein paar lieb gewonnene Vorurteile abzubauen.
      P.S Es gibt von Roslin übrigens auch ein paar sehenswerte Youtubes zum Thema Hunger in der Welt, Weltbevölkerung und immer eingebunden das Thema Scheinwelt und Wirklichkeit.

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      • Lieschen Müller sagt

        Ich denke nicht, dass eine Religion mehr Kinder hat als andere, so im Durchschnitt jedenfalls. Einer muss aber mal wieder anfangen, weniger Kinder zu fordern. Also falls wir uns einig sind, dass noch ein paar Tiere und ein bißchen Natur übrigbleiben soll.
        Wenn ich jetzt z.B. die Bilder von den Flüchtlingen aus Myanmar in Bangladesh sehe, komme ich schon ins Grübeln. Soviele Kinder!

        3+

        • sonnenblume sagt

          Diese Strukturen sind über Jahrhunderte gewachsen und werden sich so schnell nicht verändern. In Europa hat es sich relativ schnell verändert, ja. Aber in Afrika und Asien wird sich das noch lange hinziehen. Gerade in den ländlichen Regionen, sieht man doch erst den Anfang einer Veränderung, wenn überhaupt. Spielt hier nicht die Rolle der Geschlechter innerhalb der Gesellschaft eine entscheidene Rolle? Das wäre ein Punkt, an dem man ansetzten könnte und müsste. Aber es wird sicher nicht einfach, dieses Rollenverständnis zu verändern. Das muss nicht nur von den Frauen verstanden werden, sondern vor allem von den Männern. Und das könnte dort, vor allem auf dem Land, zum Problem werden.

          0

          • Ich denke die Industrialisierung lässt den Kinderwunsch senken. Gerade wenn Frauen auch berufstätig werden!

            1+

            • sonnenblume sagt

              Ich bezweifle, dass die Frauen in den kinderreichen Regionen Afrikas und Asiens immer so viele Kinder haben wollen. Gerade auch dann, wenn sie ihre Familie eher schlecht als recht ernähren können. Familienplanung wäre ein wichtiges Thema. Aber man sollte dann beide Geschlechter einbeziehen und nicht nur die Frauen ansprechen. Das Rollenverständnis der Männer muss sich vor allem verändern.

              1+

            • Eva-Maria sagt

              @Inga
              Mir gefällt es nicht, wenn man durch hinterlistige, Menschen verachtende, Seelen zerstörende Maßnahmen den Frauen das Kinder kriegen „abluchst“. Sei es durch immerwährende Bildung, Berufstätigkeit oder Berufstätigkeit im Ausland, Zerstörung der Familie durch Erziehung zu falscher Selbstverwirklichung, freier Sexualität, Bindungsunfähigkeit und Spaßgesellschaft.
              Da wäre mir der ehrliche, direkte, friedliche, gerechte und vernünftige Weg lieber: Den Menschen weltweit die Wahrheit zu sagen, nämlich, dass die Bevölkerung nicht mehr weiter explodieren darf, weil die Erde uns nicht mehr ernähren kann und dann z.B. eine weltweite „Kinder-Obergrenze“ pro Frau oder eine Zwei-Kind-Politik für ein paar Generationen einzuführen.

              1+

            • Hallo Sonnenblume u. Eva Maria,

              ja, Familienplanung wäre ein wichtiges Thema, aber deren Gesellschaft und Religion lässt es eventuell nicht zu.

              Das war hier auch so, gerade bei den Katholiken. Erst die Industrialisierung hat den Frauen außerlandwirtschaftlich Arbeit gegeben, dadurch konnten sie sich selbst verwirklichen und ihr eigenes Geld verdienen. Auch hier wurden die Frauen weniger geachtet, sie durften ohne Erlaubnis des Mannes erst seit 1977 ihr eigenes Geld verdienen.

              Vorher hieß es, erst muß der Haushalt in Ordnung sein, und dann kannst du zur Arbeit gehen.

              Früher hatten die Frauen keinen Beruf erlernt, denn sie heirateten doch irgendwann und dann mußten sie ja zu Hause bleiben und dem Ehemann den Haushalt führen und Kinder kamen dann auch bald. Weil das der Frauen Pflicht war, wurden auch keine oder weniger Kindergärten hier in der alten BRD eingerichtet, die ja heute noch fehlen, gegenüber der ehemaligen DDR.

              Der Haushalt mit Haus und Garten, wo viele Gemüse- und Obstarten raus geholt und eingekocht wurden. Wenn da einer Zierrassen in den Grabgarten machte, das auch verpönt, wie die Pille zu nehmen. Vielleicht gab es vorher auch Zeiten wo man damit Geld sparte, weil man kein Gemüse kaufen brauchte. Fast jeder hatte das im Garten, bestimmt auch weil die Hungersnot hier bis 1955 anhielt, wie ich erlesen habe!

              Alles war Frauenarbeit und so mußten sie auch die kleine Landwirtschaft mit Kuh, Schwein und ein paar Hühner im Stall der Familie mitversorgen, denn der Mann hatte ja keine Zeit, der ging ja 8 Stunden am Tag auswärts arbeiten und verdiente das Geld, in der Industrie verdiente man ja viel mehr als in der Landwirtschaft, die können die Frauen mit den Eltern alleine machen. auch eine Art Unterdrückung der Frau, von Männern oder der Gesellschaft? Wie in den Entwicklungsländern.

              Nur, viele Ehemänner haben es eingesehen, dass es notwendig ist, wenn ihre Frauen auch ein Einkommen mit nach Hause bringen, denn davon können sie sich einen besseren Urlaub leisten oder gar ein Haus bauen. Und auch sonst mehr Luxus leisten. Es gab ja da dann viele Industrieprodukte zu kaufen, wie Fernsehen, Auto, Kühlschrank, Pille, zweites Auto,Farbfernseher, Stereoanlagen usw. alles kostete, wo soll das Geld denn herkommen, das konnte man sich nur leisten, wenn die Frau mit verdiente.

              Tochter durfte auch studieren und Pille nehmen, das kostete! Wo sol es denn herkommen, wenn nicht von Verdienst der Ehefrau.

              Tochter macht auch keinen Garten mehr, sie kann kaum Kochen und kauft alles. Die Möhren und anderes Gemüse müssen die Bauern auf dem Feld anbauen und mit riesengroßen Maschinen ernten. Das Einkochen die Konservenfabriken. Die Milch wird auch gekauft, denn wer will noch gesunde Milch aus der eigenen Kuh melken!?! Lieber entrahmte aus dem LEH. Die Verarbeitung und Lieferwege sind und urchsichtig. Das Fleisch und die Wurst kommt auch daher, denn wer will noch schlachten und die Wurst selbst herstellen? Und die Kinder brauchen auch nicht zu wissen wie das geht. Die können sich das dann mal aus dem LEH kaufen!?!

              Vorher hat sich die Frau um KKK gekümmert,

              Kinder Küche Kirche

              Kirche war Pillenpapst und andere Traditionen, ich weiß noch, als keine zugeben wollte, die Pille zu nehmen. Und als Ende der 70iger immer noch, wie in den 60igern Teenager schwanger wurden und die Mütter sich schämten, denn es war ein Skandal, ein gesellschaftlicher Druck und die Mütter waren Schuld, da gaben sie verzweifelt zu, das Kind konnte doch was sagen, im Küchenschrank lag doch die Pille.

              In der 3. Welt gibt es auch so einen gesellschaftlichen Druck! Wie wir vom Islam wissen!

              Habe ich denn gedacht, dass so fast 40ig jährige, anständige Frauen von Dorf die Pille nahmen? Das konnte ich mir nicht vorstellen.

              Und die Studentinnen an der Uni in der Zeit konnten sich nicht vorstellen, dass irgendjemand aus ihren Reihen die Pille nicht nahmen, besonders wenn man verlobt war.
              Denn man mußte sich verloben, nicht weil man schwanger war, wie in den 60igern so oft, sondern weil man sich mit seinem Verlobten eine Wohnung suchten wollte.

              Denn damals durfte man nur eine Wohnung gemeinsam beziehen, wenn man verheiratet war. Aber als Verlobungspaar konnte man sie schon mal suchen.

              Wenn man erst eingezogen war, dann konnte man sich ja mit dem Heiraten Zeit lassen und so entstanden die verpönten Wilden Ehen. Alles Gesellschaftlicher Druck, egal mit oder ohne Religion.

              Die Vermieter haben es dann nicht mehr so genau genommen, die Wilden Ehen und die Wohngemeinschaften entstanden.

              Haben wir wirklich unsere Kultur und gesunde Nahrungsmittelherstellung vergessen?
              Wie schlimm ist das?

              1+

          • Sabine sagt

            Klar, und das wo hormonelle Verhütungsmittel für den „westlichen Markt“ gerade daran scheitern, dass unsere so emanzipierten Männer sie nicht wegen der Nebenwirkungen nehmen wollen. Da kriegt man Pickel von, legt ein paar Kilo zu und bekommt Stimmungsschwankungen, sowas kann man selbst unseren Männern nicht zumuten, die ja im Großen und Ganzen einsehen, dass man das Gehirn einschalten muss, bevor man die Hose auszieht. Das Frauen seit Jahrzehnten mit einer erhöhten Gefahr von Schlaganfällen und Thrombosen leben, ist den meisten Männern scheinbar völlig egal.

            1+

            • bauerhans sagt

              „die ja im Großen und Ganzen einsehen, dass man das Gehirn einschalten muss, bevor man die Hose auszieht.“

              dann wird das nix!!
              man muss alle sinne beisammen haben,das gehirn stört da nur.

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            • Bauerhans,
              wenn das wirklich stimmt, dann seid Ihr Männer ja eine Beleidigung für uns Frauen, wir müssen alles machen, Eure Nebenerwerbslandwirtschaft, Eure Eltern und Kinder pflegen und auch noch Euer Geld zusammenhalten, dass Ihr verdient!
              Na ja und auch ausgeben!!! 😉
              Ist das eine gesunde Kultur?

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Jetzt mach mal halblang,

              meine Frau brauchte nicht mein Geld zusammenhalten,
              sie verdiente ihr eigenes. 😉

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      • Lieschen Müller sagt

        Außerdem will ich gar keine Religion! Ich bin Atheist, bleibe Atheist und hoffe, dass noch viel mehr Menschen ihre religiösen Wahnvorstellungen aufgeben.

        1+

        • Eva-Maria sagt

          @Lieschen Müller
          Ich bin Christin ohne Heiligenschein und ohne Wahnvorstellungen, habe genau so viele Kinder bekommen, wie wir haben wollten und keinen Papst dazu befragt. Zur Bevölkerungsexplosion habe ich nicht beigetragen.

          1+

          • Wir haben ja in unserer Kultur die Freiheit dazu und brauchen uns in der Beziehung nach niemanden zu richten, weder Staat noch Kirche!

            Deswegen gibt es bei uns in der Beziehung auch keinen gesellschaftlichen Druck mehr, wie eventuell in den Entwicklungsländern.

            Und so müssten die dann mal aufgeklärt werden; ich denke das geht nur mit der Industrialisierung her.
            Also dann gewinnt die gegen die religiösen und andere Rituale und Bräuche!

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    • Gephard sagt

      Mit 1,5 Kindern pro Frau, muss der Papst hierzulande zumindest nichts sagen. Außerdem müsste er dann Verhütung und Abtriebungen bewilligen.

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  9. „Wir müssten also nur unseren asiatischen und afrikanischen Mitbürgern klar machen, dass Fleischesser den Planeten belasten.“ Warum? Wir müssen uns um uns kümmern.

    Es gibt eine interessante junge Studie der FAO aus diesem Jahr: „Livestock: On our plates or eating at our tabel? A new analysis of the feed/food debate“. Vielleicht hattest Du diese Studie im Hinterkopf. Topagrar berichtete am 24.10.2017 darüber unter dem Titel „FAO-Studie: Tiere sind keine Nahrungsmittelkonkurrenz für Menschen“. Angeführt wurde, dass nach dieser Studie 86 % aller Futtermittel für die Tierhaltung, wie etwa Ernte-Reste und Nebenprodukte, nicht für den Menschen zum Verzehr geeignet sind. Ich habe mir die Studie näher angeschaut.

    Die Studie kritisiert genau das, was Du nun – wie viele andere auch – gemacht hast, nämlich bei dem Trog-Teller-Thema den geografischen Kontext nicht berücksichtigt. Bislang griffen NGOs und Medien meist undifferenziert auf Daten zur US-Landwirtschaft oder anderer OECD-Länder zurück. Die Studie soll nun Aussagen zum globalen Maßstab liefern, in welchem 87-93 % der Rindfleischproduktion eben nicht auf Mastanlagen-Tierhaltung (feedlots) entfällt, wie sie in OECD-Ländern verbreitet sind. Die feedlots machen laut der Studie 7-13 % der weltweiten Rindfleischproduktion aus. Und genau auf diesen Anteil bezieht sich die Aussage NICHT, wonach es keine Trog-Teller-Konkurrenz gebe. So wird von den „übrigen“ 87-93 % davon gesprochen, dass Tiere noch als Zugkraft (!) für Transport und Ackerbearbeitung sowie als Verwerter von Weidepflanzen und Nebenprodukten dienen, also die Produktivität der Armen erhöhen und helfen, dass diese weniger arm sind.

    Hierdurch wird deutlich, dass die Aussagen der Studie auf einer vollkommen anderen Struktur der Landwirtschaft, wie wir sie hier kennen, beruhen. Diese Strukturmerkmale gibt es in OECD-Ländern und besonders in D, USA, DK, NL nicht. Dort werden Weidetiere zu 1/2 bis 2/3 auf Ackerbasis gefüttert (Tiere insg. 72 % in OECD-Ländern lt. der Studie).

    Die Studie stellt die Unterschiede zwischen Nicht-OECD- und OECD-Ländern ausdrücklich heraus:

    „The three major feed materials were grass and leaves (46% or 2.7 million tonnes, Fig. 2 and Table SI 2 in Supplementary Information), followed by crop residues such as straws, stover or sugar-cane tops (19% or 1.1 billion tonnes DM). At global level, human-edible feed materials represented about 14% of the global livestock feed ration. Grains made up only 13% of the ration, but represented 32% of global grain production in 2010 (FAOSTAT, 2016). Oil seed cakes account for 5% (with about 300 million tonnes DM). In grazing and mixed systems, the intake of ruminants is mainly composed (about 90%) of roughage: leaves, grass, silage and crop residues (Table SI 3 in Supplementary Information). Roughage is less important in feedlot systems, where grains in the fattening phase account for 38% of total DM intake in non-OCED countries and 72% in OECD countries.“

    1+

    • Was den Export von Hähnchenteilen betrifft, hat man gut reden als EU-Europäer. Denn die EU-Landwirtschaft wird vor Billigkonkurrenz durch die EU-Agrarmarktordnung besonders geschützt. Die EU-Agrarmarktordnung besteht aus Einfuhrmengenbeschränkungen für Agrargüter aus Drittländern (zum Teil saisonabhängig, z.B. für Obst) und spezifischen dynamischen Agrarzöllen. Die Agrarzölle bestehen nicht etwa nur aus einem Prozentsatz auf den Zollwert plus Einfuhrumsatzsteuer, sondern es wird die Differenz zwischen Weltmarktpreis und EU-Preisniveau abgeschöpft. Das ist ein ganz entscheidender Punkt, den z.B. der DBV oder der Bauernverband Schleswig-Holstein geflissentlich aussparen. Die WHO-Regeln erlauben einen solchen Außenschutz für Agrarmärkte. Entwicklungsländern fehlt ein solcher, oder er funktioniert nicht wie so vieles auf staatlicher, behördlicher Ebene dort. Letztlich kann ich nicht beurteilen, ob die NICHT auf Gegenseitigkeit beruhenden Handelsbeziehungen zwischen der EU und z.B. Ghana gut sind. Mein Vertrauen, dass die ghanaische Regierung im Interesse ihres Volkes handelt und Tönnies sowie PHW ebenso darauf Rücksicht nehmen, ist aber ungebrochen.

      2+

      • sonnenblume sagt

        Gehen wir davon aus, dass wir in Deutschland ausschließlich Vegan leben würden, würde das die Mangelsituation in der Welt irgendwie beeinflussen?

        2+

        • Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung wird nicht nur die Produktivität der Nahrungsmittelherstellung weiter erhöht, sondern zugleich der westliche Ernährungsstil „schlanker“ werden, d.h. die konsumptive Seite wird ressourcensparender. Das wäre zumindest das Vernünftigste.

          1+

          • Aufklärer sagt

            Erstmal hören die „Reichen“ des Mittelstandes und Oberschichtler auf mit den Urlaubsflügen, großen Autos, Häusern und Bioetikettenfraß. Der Feinschmecker ist ein Ressourcengrab und Weinanbau sowie überflüssiges Gemüse mit Niedrigkalorien und 95%+ Wassergehalt muss dem Anbau sinnvoller Nahrungsmittel weichen.
            Ach? So war das nicht gemeint? Verzichten sollen immer diejenigen, die eh nix haben?

            Ja, glaub so hats Schmickler mal formuliert. Der Verzicht ist was für die, die nix haben. Die kennen es nicht anders.

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            • Das war jetzt eher als sehr optimistisches „credo“ an die Vernunft (= Freiheit) gemeint. Trotz Urlaubsflügen, großer Häuser, Autos und zum Teil ökologistischer Anwandlungen der better-off ist es ja so weit hergeholt nun nicht. Oder ist alles so unerträglich ungerecht?

              Wie auch immer, das Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG i.V.m. dem Sozialstaatsprinzip umfasst auch die Mittel für eine gesunde und schmackhafte Ernährung (Salat gehört dazu) sowie soziale Teilhabe. Unsere Beamtenschaft wird das schon einigermaßen gescheit für die Gesetzesvorlagen zur Regelsatzanpassung definieren. Das ist jetzt so ironisch nicht gemeint, mein Grundvertrauen in Beamte ist aus persönlichen Erfahrungen eines der höchsten.

              Aber Sie haben Recht, der Mensch lässt sich oft gehen, insoweit eine dicke Einschränkung meines geäußerten Optimismus‘. So vernachlässigen Menschen „mitten im Leben“, in Verfolgung ihrer Interessen allzu oft andere Menschen, die ihnen fern erscheinen: Strafgefangene, Behinderte, chronisch Kranke, Flüchtlinge (stark abgefallen), Langzeitarbeitslose, Kopftuchfrauen, morbid Adipöse, Paketboten; aber auch Tiere in den Ställen und Versuchslaboren. Daher sollte man sich immer wieder anhalten, über den eigenen Tellerrand zu schauen, umsichtig zu sein.

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  10. Dein Beitrag regt mal wieder sehr zum nachdenken an. Mir kommen dabei folgende Gedanken in den Kopf: Hier in Deutschland werden pro Sekunde 313 kg Lebensmittel weggeworfen (laut WWF), oder 83 kg pro Jahr und Nase. Und ein Großteil der Ernten werden wieder vernichtet, weil sie nicht „Normkonform“ sind. Müsste nicht viel eher ein radikales Umdenken passieren? Wenn ich nur mal die Zahlen aus dem relativ kleinen Deutschland betrachte und mir dann vorstelle, wieviel z.B. in den USA weggeworfen und vernichtet wird und in anderen 1.Welt-Ländern, dann wird mir schon ganz flau im Magen. Müssten wir nicht alle Lebensmittel mehr schätzen? Würde weniger weggeworfen, wäre die Landwirtschaft nicht gezwungen, so viel zu überproduzieren. Müsste nicht viel mehr der Einzelhandel (ich denke hier an die Discounter) umdenken und auch krumme Gurken verkaufen (jetzt „dürfen“ sie verkauft werden, will ja aber der Discounter nicht, weil mehr grade Gurken in eine Kiste passen … *kopfschüttel*) oder anderes Gemüse, das nicht wie gemalt aussieht? Würden wir Fleisch nicht mehr wertschätzen, wenn wir dafür richtig Geld auf den Tisch legen müssten? Ich denke, man müsste die Discounter viel mehr in die Verantwortung ziehen und eine Möglichkeit finden, Überproduktionen den Armen zur Verfügung zu stellen Vielleicht klingt das nach Samaritertum, aber ernsthaft – besser verschenken, oder gegen kleines Geld abgeben, als vernichten.

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    • bauerhans sagt

      „und eine Möglichkeit finden, Überproduktionen den Armen zur Verfügung zu stellen“

      das machen die TAFELN jetzt schon.

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  11. Natürlich darf man, bei allen guten ökologischen Absichten, unsere Hauptaufgabe , nämlich die Versorgung der Weltbevölkerung mit gesunden Nahrungsmitteln in ausreichender Quantität nicht aus den Augen verlieren.
    Meines Erachtens widerspricht das Eine dem Anderen nicht.
    Natürlich stellt die wachsende Weltbevölkerung, bei sich veringernder Agrarfläche, eine Herausvorderung dar.
    Um das aber sogleich zu relativieren, möchte ich den Pessimisten unter uns folgendes rein hypothetisches Rechenmodell an die Hand geben:
    Die derzeitige Weltbevölkerung von derzeit 7,56 Milliarden Menschen ließe sich auf der Fläche des US-Bundesstaates Texas (695.621 km²) unterbringen.
    Die Bevölkerungsdichte betrüge ca. 10867 Einwohner je km².
    Der Stadtstaat Monaco hat eine Bevölkerungsdichte von ca.18230 Einwohner/km².
    Der Rest der globalen Fläche stünde zur Nahrungsmittelproduktion und Naturschutz zur Verfügung.
    Dieses, zugegebenermaßen „schräge“ Gedankenmodell, soll verdeutlichen, daß nicht die Menge der Menschen das Problem darstellt, sondern ihr Umgang mit der Natur

    1+

    • Lieschen Müller sagt

      Aber du musst die Lebensmittel auf dem Rest anbauen, da ist längst nicht mehr alles für die Landwirtschaft geeignet. Heute stehen noch 2000 m² pro Mensch zur Verfügung. Für alles: Getreide, Weide, Baumwolle, Biosprit, Obst und Gemüse. Auf der diesjährigen IGA wurde das gezeigt.
      https://www.2000m2.eu/de/geschichte/
      Es nützt also nichts, wenn wir alle in Texas hocken, da müssen die Lebensmittel und vor allem das Wasser noch hin.

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    • Dann müsste man bei diesem „schrägen Modell“ aber nochmal ca. die gleiche Fläche reservieren für den Müll und Ausscheidungen dieser Menschenmassen und hinzurechnen müsste man auch noch Tiere, Wälder etc. weil ohne die ein Überleben gar nicht möglich wäre. Damit reduziert sich die restliche globale Fläche für Nahrungsmittelproduktion abzüglich weiterer Flächen, die eben für diese Produktion nicht geeignet sind… Wüsten z. B. usw. 🤔

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    • bauerhans sagt

      in texas ist es üblich,mit ner waffe rumzulaufen…..
      ein sehr schräges denkmodell,nina!

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  12. Nüchtern betrachtet, haben die Menschen mit der Landwirtschaft nicht angefangen, weil sie Hunger hatten. Sondern weil sie anfingen, Tempel zu bauen. Einen Tempel zu bauen, den auch noch mit Steinreliefen zu verzieren, war viel Arbeit, die von vielen über lange Zeiträume hinweg erledigt werden musste. Um die Tempelbauer zu ernähren, fing im Umfeld der Tempelanlage und der Transportwege der Ackerbau an. Die ältesten Tempelanlagen gingen der Agrarisierung direkt voraus.

    Das ist die Geschichte, die der Göbekli Tepe erzählt, eine Tempelanlage, die man dort gefunden hat, wo man das biblische Paradies vermutet. Und damit fing das Bevölkerungswachstum also an. Mit dem Glauben an Götter.

    1+

    • Mit glauben an Götter?
      Oder dem Sündenfall?

      Danach Nahrungsmittel selbst Anbauern und Unkraut jäten!
      (Vielleicht dann Sünden bereuen und Glauben an Götter?)

      Und was machen wir?
      Wir haben den Pflanzenschutz erfunden, aber die Probleme werden nicht weniger!

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  13. Es gibt friedliche und weniger friedliche Lösungen für dieses Problem. Nur wer entscheidet das und wie geht man damit um? Die antwort auf deine frage ist leider wieder nur eine Frage

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    • Ja, weil ich die Antwort auch nicht habe. Jede Lösung ist eine Einschränkung der individuellen Freiheit (z.B. 1-Kind-Politik in China) Wer will das schon? Deine Antwort auf meine Frage ist auch wieder eine Frage…

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      • Lieschen Müller sagt

        Doch ich z.B. will das schon. Mich hat ja auch keiner gefragt, ob ich im Kapitalismus leben will. Ich möchte das z.B. nicht und würde, da wir jetzt ja eine Art Demokratie haben, für Verbote stimmen.

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  14. Andreas Müller sagt

    Die höchste Artenvielfalt hat es nachweislich in Mitteleuropa mit einer extensiven Landwirtschaft gegeben und mit deutlich mehr als 80.000 Menschen gegeben. Wo kommt die seriöde Zahl her? Bitte Quellenangabe Bauer Willi….

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  15. Eva-Maria sagt

    Bravo, Bauer Willi, gut geschrieben!
    Es müsste für unsere Elite möglich sein, weltweit die sinnlosen Kriege und das Menschen morden endlich zu stoppen! Sämtliche Kriegsmaschinerie einzuschmelzen und statt dessen die Geburtenregelung in den Entwicklungsländern voran zu treiben.
    Erst vor Kurzem habe ich in den Medien gehört, dass ein Mensch 3000 m² für seine Ernährung benötigt, dass wir in Österreich aber nur mehr 1600 m² pro Person zur Verfügung haben. Keine Ahnung, ob das jetzt genau so stimmt, aber es hat mir zu denken gegeben. Die Verbauung von wertvollen landwirtschaftlichen Flächen gehört gestoppt, unendlich viele bürokratische Tätigkeiten könnten als Heimarbeit verrichtet werden und man könnte sich große Gebäudekomplexe und teure Straßennetze sparen. Die unzähligen Privatgärten könnten wieder der Selbstversorgung mit Obst und Gemüse dienen, sinnvolle körperliche Tätigkeit wäre verbunden mit gesunder, regionaler Ernährung, Erfolgserlebnis und gleichzeitig würden die Verkehrsnetze entlastet, und und und…..ich wüsste ja so genau, wie wir alle natürlicher leben könnten, aber mich fragt ja keiner!;-)

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    • bauerhans sagt

      „Die Verbauung von wertvollen landwirtschaftlichen Flächen gehört gestoppt“

      so argumentiert ein vorsitzender im bauernverband hier,nachdem seine familie jahrelang bestes ackerland als bauland verkauft hat.

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  16. sonnenblume sagt

    Die Politiker in Europa werden den Hunger in Afrika nicht eindämmen können, wenn sich die politischen Verhältnisse dort nicht grundlegend ändern. Da kann man soviel reden wie man will. Deshalb finde ich es auch nicht richtig die Landwirtschaft in Deutschland dafür zu kritisieren. Handelsabkommen werden von Politikern gestaltet und sind nicht nur für die LW, sondern insgesamt für den Handel abgeschlossen worden. Dann dürfte es gar keinen freien Warenverkehr nach Afrika geben, um die übrige Wirtschaft nicht auch zu belasten. Afrika ist reich an Bodenschätzen. Wo bleibt das Geld???? Auch Afrika verliert viele Arbeitsplätze z.B. an China, weil Chinesen billiger arbeiten. Bekleidungsindustrie geht nach China, Straßen werden von chinesischen Arbeitern gebaut. Welche Rolle spielt da ein deutscher Bauer?

    2+

  17. Heinrich Steggemann sagt

    Nicht nur Vieh produziert Dünger. Auch wir Menschen machen das. Beim Vieh muss die ackerbauliche Verwertung nachgewiesen werden und die Regelungen dazu werden immer detaillierter. Beim Menschen werden die Hinterlassenschaften stark verdünnt, mit anderen teils schadstoffhaltigen Abwässern vermischt und danach zum Grossteil weggeschmissen. Mit dem Klärschlamm gewinnen wir nur einen kleinen Teil der in den menschlichen Ausscheidungen enthaltenen Düngesalze zurück. Ausserdem sind im Klärschlamm Schadstoffe enthalten, die nicht vom Menschen ausgeschieden wurden. Langfristig müssen wir weg von der heutigen Form der Wasserspültoilette. Dadurch könnte in Deutschland ca. ein Viertel des heutigen Mineraldüngereinsatzes ersetzt werden.

    1+

    • “ Beim Menschen werden die Hinterlassenschaften stark verdünnt, mit anderen teils schadstoffhaltigen Abwässern vermischt und danach zum Grossteil weggeschmissen.“

      Das muss auch in Zukunft wegeschmissen werden, weil da ja auch Medikamentenrückstände drin sind!

      Oder ein schlauer Kopf muß da noch eine andere Lösung finden!

      Ohne die Medikamenteneinnehmer zu diskriminieren! 🙂

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wenn es nur die Medikamentenrückstände wären.
        Ich denke auch an Abwässer, die bei Produktions- und Verarbeitungsprozessen in der Industrie anfallen.

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      • Heinrich Steggemann sagt

        Dann sollten wir diesen Punkt bei Neuzulassungen von Medikamenten stärker berücksichtigen bzw. Wirkstoffe vom Markt nehmen die langfristig Schäden in der Umwelt anrichten.

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        • Gephard sagt

          Das Gesundheitswesen könnte ebenfalls reformiert werden. Es kann nicht sein, dass Medikamente sinnlos bzw. für den Profit verschrieben werden oder gar ohne Beratung verkauft werden dürfen. Ich stelle mal die kühne Behauptung auf, dass 80 % der Kopfschmerzmittel nicht eingenommen werden müssetn, weil die Schmerzen auch mit Ruhe und etwas Zeit zu behandeln sind. Ich bin jedenfalls überrascht, wie schnell sich vieler meiner Freunde und Bekannten Tabletten schmeißen. Viele tun das sogar, wenn sie selbst für die Probleme verantwortlich sind, zum Beispiel durch Saufen.

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  18. Nüchtern betrachtet wird es (für sehr sehr viele) höchste Zeit, den paranoiden Alarmissmus abzulegen und zur Realität zurückzukehren!

    7+

  19. Bauer Willi… Sehr gut geschriebener Artikel Er erinnert mich an meinen Opa, welcher auch Landwirt war, und welcher den 2. Weltkrieg miterleben musste… Er hat immer viele Geschichten erzählt und wir haben viel gesprochen über die Welt und die Natur. Ich erinnere mich, als er mal sagte „Wenn diese Welt mehr als 8 Milliarden Menschen beherbergt, wird es wieder Krieg geben… Und was soll man sagen… Wir sind doch mitten drin in Krieg und Krisen… Ich denke also, die Natur hat die gesuchte Lösung parat, weil der Mensch sich weitgehend selbst „reguliert“ aufgrund der eigenen Dummheit… Gruß aus dem Norden

    1+

    • Wir werden auch 10 Milliarden satt bekommen. Wir müssen uns nur darüber klar sein, dass das nicht folgenlos ist…. Und nicht die dafür verantwortlich machen, die die Menschen satt machen…

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      • Heidi Meier sagt

        und nach den 10 Mrd. kommen 12 Mrd., 15 Mrd., 30 Mrd., …. das ist doch nur eine Lösung auf Zeit.

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      • Die Logistik der Ernährung bestimmt die Anzahl der Individuen einer Population. Es gibt nicht die Landwirtschaft, weil sie 10 Milliarden ernähren muss. Sondern 10 Milliarden Menschen, weil sie von der Landwirtschaft ernährt werden (können). So herum wird ein Schuh draus.

        5+

        • Eva-Maria sagt

          @fingerphilosoph
          So lange sich Jene vermehren, die verhungern und Jene, die im Überfluss leben, keine Kinder bekommen, stimmt es nicht, dass das Nahrungsangebot die Geburtenrate erhöht! Bei Tieren ist es in der Regel so.
          Es wird völlig unmöglich sein, 10 Milliarden Menschen an unseren Lebensstandard anzugleichen. Unser langfristiges Ziel muss es sein, dass wir weniger werden und wieder einfacher leben, ich wünsche mir, dass dies auf friedliche, vernünftige Weise geschieht! Die Geburtenraten der westlichen Welt sollte man weltweit umsetzen…….

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          • fingerphilosoph sagt

            Die Menschen bekommen nicht wegen des uebermaessigen Nahrungsangebots keine Kinder mehr, sondern wegen der Technisierung. Sobald die Menschen in einer Technosphaere statt in einer natuerlichen Umgebung leben, verhueten sie, sind nicht mehr vom Kinderwunsch geplagt, halbiert sich die Spermienzahl. Die Menschen werden unfruchtbar. In einer Technosphaere ist Kinder kein Platz mehr.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              In früheren Zeiten hatten die jungen Kerle nur echten Sex im Schädel,
              heutzutage geht das alles über das Smarthone. 😉

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        • Thea S sagt

          Richtig, weil die Ernährung (und die vor allem auch die Gesundheitsversorgung!) sichergestellt war, haben wir uns vermehrt. Eigentlich ist unser (des Menschen) Problem, daß wir uns im wesentlichen noch immer so verhalten, wie es die Natur vorgibt. Wir (lokale Populationen) fressen so viel wie da ist, und vermehren uns fleißig und verändern dabei unseren Lebensraum. Andere menschliche Populationen sind Nahrungs- (Resource-) Konkurrenten, die man eigentlich bekämpfen muß (Krieg). Ökologisch gesehen sollten wir Populationen, die sich nicht selbst versorgen können, verhungern lassen, und verhindern, daß sie unsere Population einschränken. ABER, eigentlich sollten wir HUMAN handeln, und nicht einfach den tierischen Instinkten, wenn auch modern verbrämt, folgen. Als denkenden und kommunikationsfähige und vielleicht kompromißfähige Lebewesen sollten wir in der Lage sein, einen Weg zu finden, daß auch die künftige Zahl an Menschen versorgt werden kann. Das, Herr Philosoph, wird aber nur mit Technologie möglich sein. Ein „Zurück zur Natur“ geht nur mit viel weniger Menschen – und einem Kampf ums Überleben von lokalen Populationen (nicht nur Willi will sein Dorf erhalten).

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    • Bauer Willi… dann darf aber auch nicht mehr viel dazwischen kommen… Ernteausfälle durch Katastrophen z. B. Und gerade weil es nicht so „folgenlos“ sein würde, steigt die Gefahr solcher Katastrophen etc. noch weiter an. Ich sehe es faktisch so, daß ein Glas, was 3/4 voll ist, keinen halben Liter mehr aufnehmen kann… Das die euch dafür verantwortlich machen wollen, liegt doch nur daran, dass die ihre eigene Inkompetenz vertuschen wollen und nach außen einen auf allwissend machen… Jeder normal denkende Mensch durchschaut das…

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  20. Heinrich Steggemann sagt

    Was machen wir mit Getreide, das nach heutigen Standards nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist? Wie verwerten wir zukünftig die ganzen Nebenprodukte aus der Nahrungsmittelerzeugung? Beides dient aktuell als Viehfutter. Vielleicht senken wir zukünftig die Standards und sind innovativer beim direkten Verzehr der Nebenprodukte durch uns Menschen. Vielleicht gibt es da ja schon Rezeptideen bzw. Verarbeitungsverfahren.

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    • Gephard sagt

      Was ist das den für Weizen und was macht ihn ungenießbar? Oder ist das nur eine Definition? Man könnte ja das Gluten auswaschen und prima Schnitzel daraus herstellen.

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