Bauer Willi
Kommentare 131

Nicht repräsentativ…

Welches Land ist größer und hat mehr Einwohner? Deutschland oder Österreich? Blöde Frage, werden Sie antworten. Das ist doch klar, Deutschland natürlich. Und damit haben Sie recht.

Beide Länder haben jetzt den Nitratbericht 2016 herausgegeben. Deutschland, das bisher 162 Meßstellen für Nitrat gemeldet hat, hat im neuen Bericht nun rund 700 ausgewiesen und damit die Zahl mehr als vervierfacht. Klingt doch gut und dürfte alle zufriedenstellen, die bisher über eine nicht repräsentative Auswahl geschimpft haben. Wäre so, wenn Österreich nicht 1.965 Messstellen ausgewertet hätte. Und das nicht erst seit gestern sondern schon über einen langen Zeitraum.

Ich habe darauf hin mal ein paar Zahlenspiele gemacht. (War übrigens richtig viel Arbeit). Bezieht man die Meßstellen auf die Zahl der Einwohner, so hatte Deutschland bisher 1,9 Meßstellen pro eine Million Einwohner und kommt jetzt auf 8,6. In Österreich sind es 225. (Details mit Klick auf die Grafik) 

Bezieht man es auf die landwirtschaftliche Nutzfläche – was ja durchaus Sinn macht – so verbessert sich Deutschland von 9,7 auf 42,2 Meßstellen pro eine Million Hektar. In Österreich lautet die Zahl 720. (Details mit Klick auf die Grafik)

Bezieht man es auf die Gesamtfläche, also auch auf die Siedlungs- und andere Flächen, (ja, auch dort entsteht Grundwasser!) so hatte Deutschland bisher pro 1000 Quadratkilometer 0,46 Meßstellen und kommt nur auf 1,97. Für Österreich lautet die Zahl 23,4. Die Zahlen für Belgien sind auch interessant. (Details mit Klick auf die Grafik)

Wie viele Meßstellen melden andere Länder an die EU? Spitzenreiter mit 5.331 ist Italien, Spanien meldet 4.770 und das Vereinigte Königreich 3.088. Die melden wohl einfach alle Meßstellen, also nicht nur die, in denen Landwirtschaft betrieben wird. Macht ja auch Sinn.

Gerne wird Malta in diesem Vergleich erwähnt. Dieses Land hat zwar nur 41 Meßstellen, was aber – statistisch gesehen – 3.727 Meßstellen pro eine Million Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche entspricht. Die haben halt nur so wenig Hektar. Ist aber nicht deren Schuld, die Insel ist halt nicht größer. 😉

Was mir auch noch auffiel: Ganz Mecklenburg-Vorpommern war bisher mit nur einer einzigen Meßstelle vertreten, da sind es jetzt im neuen Nitratbericht ein paar mehr geworden. In Niedersachsen gab es bisher ganze Landkreise ohne gemeldete Meßstellen (Hildesheim, Northeim u.a.). Jetzt gibt es ein oder zwei Meldungen auch von dort. Im Rheinland hat sich die Zahl der Meldungen auch erhöht, allerdings wurden im Wesentlichen dabei die viehstarken Regionen „bevorzugt“. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Statistik scheint halt doch auch etwas mit Politik zu tun zu haben…

Und weil wir gerade bei Zahlenspielen sind: Im Durchschnitt werden in der EU 8 Meßstellen pro 1000 Quadratkilometer gemeldet. Wenn Deutschland sich nur an den EU-Durchschnitt halten würde, müssten es statt 700 Meßstellen eigentlich 2.856 Meßstellen ausweisen. Nimmt man sich die Österreicher zum Beispiel, müssten es sogar 8.354 Meßstellen sein, die man eigentlich melden sollte. Das sind noch mal 7.653 Stellen mehr als im ach so tollen „erweiterten“ Meßnetz 2016.

So kann ich mit meinem, zugegeben laienhaften, Verstand nur feststellen, dass unser Meßnetz immer noch nicht repräsentativ ist. Und vielleicht sollte man Statistik auch den Statistikern überlassen. Die verstehen ja (hoffentlich) was davon.

Und vielleicht sollte Berlin und unsere Ministerpräsidenten in den Ländern ja mal mit Wien telefonieren. Das könnte vielleicht zur Versachlichung der Debatte etwas beitragen.

Wir Bauern sollten uns jedenfalls mit dem „verbesserten“ Zustand aus 2016 nicht leichtfertig zufrieden geben…

…meint Euer Bauer Willi

Wer sich weitergehend für dieses Thema interessiert, dem sei dieser Link empfohlen:

http://www.keckl.de/texte/Nitratbericht%202016.pdf

Herr Keckl ist übrigens Agrarstatistiker in Niedersachsen.

Und hier einige Quellenangaben:

http://eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:73d84fad-2f28-11e3-8d1c-01aa75ed71a1.0001.05/DOC_2&format=PDF

https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/wasser/download/4_4_Wolter_Nitratbericht_2016.pdf

http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Binnengewaesser/nitratbericht_2016_bf.pdf

Übersicht Nitrat-Messtellen je Millionen Einwohner in der EU

Übersicht Nitrat-Messstellen je Million landw. Nutzfläche

 

Übersicht Nitrat-Messstellen pro Gesamtfläche der EU-Länder

(Aufrufe 7.956 gesamt, 1 heute)

131 Kommentare

  1. Die höchsten Nitratwerte waren bei uns wo ? Im Wald ! Die Grundwasserbrunnen im Hardwald hatten die höchsten Ergebnisse ! Sonst haben wir einen Nitratwert im Wasser von 18 mg. Es wurden keine Pflanzenschutzmittel festgestellt. Auch kein Atrazin. Es ist noch dort zu finden,wo die deutsche Bahn ihre Gleise hat. Nur,will das keiner Wissen !

    4+

  2. Andreas sagt

    Nabend. Ich konnte jetzt nicht alles lesen an Kommentaren und ich hoffe ich wiederhole nichts.
    Bauer Willi hat sehr schön dargestellt, dass wir das Problem/Nichtproblem nicht wissenschaftlich bewerten.
    1. Frage: Was ist eine Messstelle?
    Diese Messstellen stehen an meist unbekannten Orten. Ist auch richtig, dass Bauern nicht wissen wo die stehen, weil dann könnte man dort eine Extrabewirtschaftung machen und das würde das Ergebnis verfälschen.
    Hier ist so eine Messstelle öffentlich geworden. Sie ist verkehrsmäßig günstig gelegen an Autobahn (Erleichterung Probenehmer). Sie steht unter großen Eichen am Rand einer etwa 0,5 ha großen Grünlandparzelle als Dreieck, die von einem Milchbauern im Nebenerwerb bewirtschaftet wird. Das Grünland wurde umgebrochen was große Mengen Stichstoff frei setzt. Dass bei der Düngung eines kleinen Dreiecks große Überlappungen stattfinden, braucht nicht näher erklärt werden.
    Es wird in 6 bis 10 m Tiefe Oberflächen nahes Wasser entnommen und es dürfte klar sein, dass so ein Messbrunnen keine brauchbaren Ergebnisse liefert. Ich lade Bauer Willi gern mal ein sich das hier anzuschauen.
    2. In der Diskussion wird der Fehler gemacht, dass wir nicht aktuelle Ergebnisse diskutieren sollten weil die das Ergebnis der Einträge von vor 10 oder gar 20 Jahren sind. Was wir jetzt möglicherweise falsch machen wird sich erst in 10 oder 20 Jahren zeigen.
    Und da spielt Gemüseanbau und Biogas nun mal eine Rolle. Ich sage das ohne Vorwurf. Ich würde selber Gemüse anbauen weil man es braucht. Biogas wollte man auch politisch aber nun doch wieder nicht.

    Wir brauchen Forschung, Beratung und Regeln. Hendricks braucht Ruhestand. Besser ist das. Auch für die Umwelt.

    5+

      • Andreas sagt

        Mark Rössler, Messstellen sind weder öffentlich im Netz einsehbar und sonst auch nicht einsehbar weil verschlossen.
        Hier wurde die Landwirtschaftskammer befragt wo die Brunnen sind im Kreis und selbst die konnten oder wollten keine Auskunft geben.

        Was ich angesprochen habe ist der genauen Standort der Brunnen. Dieser sollte immer möglichst geheim gehalten werden, damit sie auch vor Sabotageakten z.B. des NABU geschützt sind.

        Der Bullshit des Mark Rösslers hat keine Nitratwirkung, ist aber lästig. Ruhig bleiben!!!

        3+

          • Andreas sagt

            Danke für den Link. Er bestätigt das was ich sage.

            Du hast recht, dem NABU bin ich etwas zu scharf angegangen. Das kann ein Mark Rössler nicht gut haben…

            0

            • Mark Rössler sagt

              Reinzoomen, jeder Brunnen ist mit Nummer und genauem Ort vermerkt.
              Unter dem Reiter Daten kann man den Brunnen eingeben und das
              Messdatum samt Gütedaten ablesen.

              Beispiel
              Messstelle 110070525
              Holtrup

              Datum der Probenahme Herkunft Probe weiter mit … Dienststelle Jahr Laufende Nummer der Probe Status Probenahme Anzahl Werte
              2004-12-09 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte BR Münster/StUA Münster 2004 2836 – 32
              2005-04-21 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte BR Münster/StUA Münster 2005 868 – 96
              2005-11-29 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte BR Münster/StUA Münster 2005 90252 – 49
              2006-11-23 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte BR Münster/StUA Münster 2006 3112 – 33
              2007-07-26 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte BR Münster/StUA Münster 2007 1774 – 19
              2007-11-23 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte BR Münster/StUA Münster 2007 2865 – 25
              2008-07-23 Protokoll  Messwerte BR Münster/StUA Münster 2008 90055 – 1
              2008-07-23 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte BR Münster/StUA Münster 2008 90433 – 61
              2009-07-21 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte LANUV 2009 90352 – 128
              2010-08-12 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte LANUV 2010 90465 – 27
              2011-10-18 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte LANUV 2011 90980 – 45
              2012-07-05 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte LANUV 2012 90403 freigegeben 27
              2013-07-31 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte LANUV 2013 90503 freigegeben 30
              2014-11-26 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte LANUV 2014 90939 freigegeben 179
              2015-11-17 LIMS/LINOS Protokoll  Messwerte LANUV 2015 90977 freigegeben 161

              1+

            • Andreas sagt

              Der Misthaufen wird in Zukunft das geringste Problem sein. Du hast persönlich die Anleitung zur Sabotage hier geliefert – also wie man Brunnen findet. Glückwunsch! Wo werden die Radler des NABU wohl künftig eine Pinkelpause machen?

              0

  3. Schotterschorsch sagt

    Wann und wie oft werden eigentlich die Proben gezogen?
    Wer macht das und wie ist das in Österreich?

    0

    • Bauer Willi sagt

      Ich weiß jetzt nicht, wer wie oft die Proben zieht, aber es gibt in Deutschland meines Wissens mehr als 11.000 Meßstellen! Von daher sind die 700 „offiziellen“ Referenzprobenahmestellen ja auch ein Witz!

      Die Wasserwerke machen ja fortlaufend ihre Untersuchungen der Wasserqualität und die ändert sich im Verlauf eines Jahres natürlich. Ist ja Natur! Bei warmer Witterung wird mehr Stickstoff mineralisiert, bei Bodenfrost überhaupt nicht.

      Ich denke schon, dass die Zeitpunkte der Probenahme standardisiert sind. In Deutschland wird aber wohl nur das oberflächennahe Bodenwasser untersucht, in anderen Ländern auch das Grundwasser aus tieferen Schichten, was in der Regel deutlich weniger Nitrat enthält, weshalb die Wasserwerke meist auch aus tieferen Schichten das Trinkwasser fördern.
      Bauer Willi

      2+

      • Mark Rössler sagt

        Es werden mehrfach über das Jahr Proben gezogen.
        Und nicht im „Oberflächen nahen“ Grundwasser sondern oberflächlich im Grundwasser. Dort sind die höchsten Werte zu vermuten, da sich das Nitrat noch nicht im restlichen Wasser verdünnt hat.

        2+

  4. Friedrich sagt

    Lieber Herr Fendt oder Schwarzwaldziegen. Schwarze Schafe gibt es überall , auch bei den Biobetrieben. Bei uns sind einige, die folgende Fruchtfolge haben: Bohnen, Weizen, Erbsen, Weizen u. evtl.Kleegras. Da würde ich gern mal Nmin-Proben nehmen. Aber sowas kennt der Biobetrieb ja nicht. Also vorsichtig. Es gibt nicht nur die bösen konv. und die guten Biobetriebe. Da muß auch differenziert werden. Genauso verhält es sich mit dem EU-Nitratvergleich. Wenn schon verglichen wird , dann sollte doch einigermaßen gleich verglichen werden. Das dies mit Deutschland nicht so ist , kann man ja nun genau sehen. Die schlechte Darstellung unserer Vertreter basiert auf der Grundlage , uns eine neue Düngeverordnung zu verpassen, die ja von der EU gefordert wird !! So kann man das als die Schuld von Brüssel verkaufen. Dies ist nun gescheitert, trotz der hinzunahme weiterer Meßstellen. „Wer einmal lügt , dem glaubt man nicht , auch wenn er mal die Wahrheit spricht“!! Durch die vielen Manipulationen und Rechtssprechungen habe ich inzwischen große Probleme an unseren Rechtsstaat zu glauben. Leider !! Immer öfter muß ich Bananenrepublik denken . Das ist doch schlimm , oder ?

    9+

    • Biobauer Andreas Fendt sagt

      Die Kosten in den Wasserwerken sind Fakt und die Euthropierung der Meere an deutschen Küsten auch. Und klar die Bauern sind die Unschuldslämmer und können für das alles gar nix. Es ist doch einfach eine Gesamtbilanz zu erstellen: Futterimporte, verkaufter Dünger, importierte Gülle minus Entzug der Erzeugnisse und man kommt zum einfachen Schluß: es ist zuviel! Und die Politik muss und wird handeln, da mag jetzt der eine weinen, der anderen mit Bananen nach der Republik werfen, kann man alles machen, nur fördert das genauso wenig Vertrauen in die Landwirtschaft wie das Rumnölen an den Meßstellen.

      0

      • Mark Rössler sagt

        Warum importieren und produzieren wir eigentlich so viel mineralische Nährstoffe Herr Fendt?
        Dein „Fakt“ hat gravierende faktische Mängel.
        Rede doch nicht immer so einen Quark daher.

        Und es gibt Gesamtbilanzen, die weisen negative Bilanzen seit Jahren auf.

        6+

        • Bauer Willi sagt

          Stimmt. Und die kommen morgen.
          Quelle: Nitratbericht 2016, Seiten 53 und 54.

          Sollte man doch mal ordentlich studieren und nicht nur auf die Medienmeldungen reagieren. Ist ja eigentlich nicht meine Aufgabe, aber anscheinend macht es sonst keiner….
          Bauer Willi

          2+

          • Mark Rössler sagt

            Kammermitarbeiter können nicht einfach mit Fakten um die Ecke kommen, das führt dann schnell mal zum „neuen“ Posten.
            Da gibt es eine ganze Reihe, die gerne wollten, sich aber nicht trauen an die Presse zu treten.

            0

        • Biobauer Andreas Fendt sagt

          „Und es gibt Gesamtbilanzen, die weisen negative Bilanzen seit Jahren auf“

          Ja die gibt es vielleicht in Onkel Keckls Märchenbüchern. In der realen Welt haben wir jedes Jahr +/- 60 kg Stickstoffüberschuss auf jedem Hektar LN.

          Wie heissen doch gleich nochmal die Leute, die allgemein bekannte Fakten als unglaubwürdig einstufen? Verschwörungstheoretiker? oder nur Dummköpfe?

          1+

          • Mark Rössler sagt

            Erst behauptest Du es gäbe keine Nährstoffbilanzen, um dann doch zu wissen, dass es diese gibt?
            Du hast von Phosphat angefangen.

            Wenn ein Boden negative Stickstoffbilanzen aufweist, dann erkläre mal bitte was mit dem Boden passiert. Ist eigentlich gar nicht so schwer, sollte Grundlage in Bodenkunde sein.

            Und 60kg N/ Ha bedeuten nicht, diese würden alle im Grundwasser landen.
            Etwas Grundlagenwissen zur Nährstoffdynamik schaden nicht.

            Aber ein Herr Fendt schmeißt alles durcheinander und stellt laufend Behauptungen auf, die als klar falsch widerlegt werden können.
            Und dazu dann noch mangelndes Fachwissen zur Landwirtschaft, bzw Naturwissenschaft.

            Sorry Bäcker bleib bei Deinen Blechen.

            6+

            • Biobauer Andreas Fendt sagt

              wer behauptet hier es gäbe massenweise negative N-Bilanzen und disqualifiziert sich dadurch als Sachunkundig? Danke, keine weiteren Fragen.

              Ja klar die 60 kg N landen nicht im Grundwasser sondern beim lieben Gott und der wirft sie uns dann in die Brunnen, der Olle?

              Vielleicht sollt er zur Abwechslung mal „Hirn ra schmeissa“, wie der Schwob sagt.

              0

            • Mark Rössler sagt

              Wer hat behauptet es gibt negative N-Bilanzen?
              Ich jedenfalls nicht. Lesen, nachdenken und versuchen zu verstehen, ansonsten fragen.
              Nährstoffbilanzen sind mehr als Stickstoff und Du hast Phosphor ins Spiel gebracht.

              Zum Thema 60 KG Bilanzüberschuss,
              was soll man dazu noch sagen?
              Wenn Dir dazu jetzt auch noch jegliches Grundwissen fehlt?
              Womit möchtest Du eigentlich Deinen Humusgehalt im Boden halten, wenn Du eine negative Stickstoffbilanz über Jahre ausweist?

              5+

  5. Also Deutschland braucht mehr Messstellen damit der Mittelwert passt???? Is das ihr ernst Bauer Willi? Also langsam sollten Vertreter überlegen wie man diese „Ausreißer“ in den Griff bekommt! Das Vertrauen in die Landwirte schwindet immer mehr…..

    3+

    • Mark Rössler sagt

      Werden Kriminalitätsstatistiken in Problemvierteln erhoben oder über ganz Deutschland?

      Wozu brauchen wir eine Statistik zum durchschnittlichen Nitratgehalt?
      Wir brauchen anscheinend Meinungen zur Landwirtschaft aber keine realen Aussagen?

      Und ja, die Ministerien sollten sich endlich mit den Ausreißern befassen anstatt der gesamten Landwirtschaft etwas zu unterstellen.
      Das ist eine lange Forderung, die wird aber nur widerwillig von den Ministerien aufgegriffen.

      11+

      • Bauer Willi sagt

        Der Vergleich mit den Kriminalitätsstatistiken in Problemvierteln beschreibt die Thematik sehr gut, weil genau so die Nitratstatistiken gemacht werden. Man nehme die negativen Ausreißer und rechne die auf die Gesamtheit hoch. Das ist Manipulation der feinsten Sorte.
        Bauer Willi

        11+

    • Dann hast Du den Artikel nicht richtig gelesen. Es fand eine Vorauswahl mit besonders negativen Meßstellen statt und die ist mit dem neuen Meßnetz nicht beseitigt. Das ist Manipulation und keine saubere Statistik.

      8+

    • Kugler sagt

      Bauer Willi hat einen kleinen Denkfehler gemacht. Die Zahl der Messstellen sollte mit der Fläche korrelieren und nicht mit der Einwohnerzahl. In Europa gibt es leider keine einheitlichen Kriterien zur Bestimmung der Anzahl und des genauen Ortes von Messstellen, deshalb ist ein Vergleich der Länder gar nicht möglich. In Deutschland sind die meisten Messstellen an Problemstellen plaziert. Dadurch kann man zwar Problemstandorte gut im Auge behalten, aber die Ergebnisse geben ein verzerrtes Bild nach aussen

      1+

      • Bauer Willi sagt

        Das ist kein Denkfehler, wir haben ja auch die Grafik mit der Gesamtfläche gezeigt, die die Grundlage ist. Aber die anderen Darstellungen sollen mal einfach einen anderen Bezugspunkt aufzeigen, sind also meine „Erfindung“.
        Warum sollte man eigentlich nicht die Einwohnerzahl als Referenz nehmen? Sinn würde es doch auch machen.
        Bauer Willi

        2+

        • Kugler sagt

          „Warum sollte man eigentlich nicht die Einwohnerzahl als Referenz nehmen? Sinn würde es doch auch machen.
          Bauer Willi“

          Welchen??

          0

          • Bauer Willi sagt

            Ganz einfach: weil Nitrat nicht nur ein Problem der Landwirtschaft ist! Menschen machen Scheiße, mehr Menschen machen mehr Scheiße. Gemeint sind jetzt menschliche Fäkalien, die in Kläranlagen landen und ja irgendwo hin müssen. In einem dichtbesiedelten Land ist das ein anderes Problem als irgendwo in der russischen Taiga, wo kein Mensch wohnt. Da kann die Probenahmendichte deutlich geringer sein.
            Auch undichte Kanalisationen können Nährstoffe in den Boden gelangen lassen. Je mehr Menschen, um so mehr Kilometer an Kanalisationen. Von anderen Siedlungsabfällen oder von überdüngten Kleingärten will ich erst gar nicht anfangen. Aber wenn ich so sehe, was manch einer meiner lieben Mitbürger auf den Zierrasen schmeißt, damit der nur ja immer grün bleibt…
            Verstanden? Wenn nicht, noch mal fragen 🙂
            Bauer Willi

            6+

          • Mark Rössler sagt

            Weil unter urbanisierter Flächen immer erhöhte Nitratgehalte gefunden werden.
            Eine hohe Bevölkerungsdichte wird auch zu höheren Nitratwerten führen.

            3+

            • Kugler sagt

              So, und was bringt uns diese Erkenntniss? Nix. Wie schon gesagt, man müsste vergleichbare Standarts festlegen um Ländervergleiche durchführen zu können. Die Frage lautet, gibt es solche vergleichbare Standarts: Antwort nein, es gibt noch nicht mal 2 (100%) vergleichbare Standorte. Hinzu kommt noch ein erheblicher Einfluß der Witterung, welcher von Landbewirtschaftung völlig unabhängig ist. Beispiel: in diesem Jahr war es in einigen Regionen von August – Mitte November sehr trocken und warm, dann hohe Niederschläge. Folge: hohe N-Mineralisierung, aber kaum Aufnahme durch Pflanzen, da Trockenheit. Man kann davon ausgehen, dass in der Folge die Nitratwerte, in Abhängigkeit der Bodenart unterschiedlich hoch ansteigen, ohne dass irgend ein Landwirt etwas „böses“ getan hat. Fazit: Eine Vergleichbarkeit mit anderen ändern ist nicht sinnvoll, die Nitratberichte haben bei weitem nicht die Aussagekraft, die sie suggerieren und werden nur all zu gerne politisch missbraucht!

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    • Und was macht man mit den negativen Messstellen? Welche Verbesserung kann man dort machen? Was sagt die Statistik aus, die sie geteilt haben? Auf den ersten Blick sieht sie ja sehr positiv aus, Deutschland am niedrigsten von allen Länder….

      0

      • Mark Rössler sagt

        Die wenigen belasteten Messstellen werden zum Politikum und als Kampagne genutzt.
        Eine Ursachenforschung dafür ist erst angedacht…

        2+

    • Ich hab den Artikel schon gut gelesen, ich musste mir nur die Grafik ein paar mal ansehen und mich wundern wie kreativ man sein kann. ??

      0

  6. Friedrich sagt

    Lieber Alois, genau so ist das. Volle Zustimmung ! Unsere Umweltministerin sollte Großindustrieministerin werden , dann kann sie alles gutreden , damit die Großindustrie zufrieden ist. Vielleicht eine Arbeitsgruppe mit Herrn Wissman von der Autoindustrie gründen. Leider geht das mit der Manipulation gegen die Landwirtschaft weiter. Wußtet ihr , daß die Grüne Energie aus der Landwirtschaft (Biogas, Wind, PV), nicht der Landwirtschaft angerechnet wird ? So versucht man die Klimabilanz für die Landwirtschaft klein zu machen , obwohl nur die Landwirtschaft eine positive Klimabilanz hat. Fast alle anderen
    Bereiche haben sich verschlechtert. besonders der Verkehrsbereich. Da wird uns die Hucke vollgelogen , das es kaum noch erträglich ist. Leute geht zum Landwirtschaftsamt/Landwirtschaftskammer und laßt euch die Klimabilanz eures Betriebes errechnen. Nur so können wir etwas gegen die Schlechtreder unternehmen.
    Denn Zahlen haben die keine , die behaupten nur mal wieder etwas.

    9+

    • Kathrin sagt

      Friedrich, auf welche welche Statistik hinsichtlich der Energiebeilanz beziehst du dich hier? Kannst du da mal etwas verlinken?DANKE!

      0

  7. Martin sagt

    Mit dem im Nitratbericht veröffentlichen Messnetz wurde nie versucht die Situation in Gesamtdeutschland abzudecken. Die Auswertung zum Nitratbericht fand bisland innerhalb eines Emittentennetzwerkes (sog. Belastungsmessnetz) statt. Also an jenen Brunnen, wo bereits zu Beginn des Beobachtungszeitraums hohe Austräge gemessen worden waren. Ursächlich an diesen Stellen war die Landwirtschaft und diese Stellen dienten dazu, die Effizienz der Aktionsprogramme zur Minderung der Austräge zu bewerten.

    Das nun „optimierte“ Messnetz dient dazu, die Landwirtschaft insgesamt repräsentativ abzudecken, um nicht mehr allein auf die hot-spot Auswertung zurückgreifen zu müssen (diese war nicht repräsentativ für die Landwirtschaft). Mit dem neuen Netz sind die landwirtschaftlichen Austräge möglicherweise gut abgesichert. Die Situation in Gesamtdeutschland dagegen nicht.
    Dafür kann auf das sog. EUA-Messnetz zurückgegriffen werden, welches auch in diversen Publikationen genannt wird.

    1+

  8. Die Auswertung dieser Daten ist aufgrund der Anzahl der Messungen (in den verschiedenen Ländern) recht schwierig. Man kann die Länder nur schwer miteinander vergleichen.

    Fakt ist aber, dass es Nitratverluste ins Grundwasser gibt. In einigen Regionen mehr, in anderen etwas weniger.

    Es muss also Grundsätzlich etwas getan werden. Aber wie will man das umsetzen?

    Die ganze Problematik beginnt nämlich schon bei der Globalisierung. Durch den globalen Handel werden Futtermitel aus z.B. Südamerika nach Europa geschafft. Die gebundenen Nährstoffe dementsprechend auch. Dies hat zur Folge, dass Südamerika nach und nach verarmt, wärend die Nährstoffe in Europa angereichert werden.

    Viele Lösungsmöglichkeiten gibt es da nicht. Entweder wir reduzieren/unterbinden Futtermittelimporte und setzen auf regionale Futtermittel oder wir versuchen einen Kreislauf herzustellen. Das Bedeutet, wir müssten versuchen die Nährstoffe irgendwie wieder nach Südamerika zurück zuführen.

    MfG

    3+

    • Mark Rössler sagt

      Die paar Nährstoffe aus den Futtermitteln bringen doch nun wirklich nichts, die werden sogar bilanziert.
      Vielleicht sollte der mineralische Dünger verboten werden, immerhin stammt die Mehrzahl der Nährstoffe auf deutschen Feldern aus nicht tierischer Herkunft.

      0

    • Bauer Ernst sagt

      Nur 10% des Sojas aus Südamerika geht nach Europa, seit 1990 ist der Import Europas gleich geblieben mit fallender Tendenz. China importiert seit 1990 immer mehr Soja, das sind die Fakten, Außerdem muss berücksichtigt werden wenn Lebensmittel in den Export gehen, das dann die Nährstoffe auch exportiert werden.

      1+

      • Mark Rössler sagt

        Ob die Nährstoffe der Futtermittel aus Mato Grosso stammen oder aus Hintertupfingen spielt keine Rolle, die werden gleich bilanziert sofern die in der Nutztierhaltung anfallen.
        Da Deutschland seinen Nährstoffbedarf nicht im Geringsten aus der Tierhaltung erzielen kann wird die Masse der Nährstoffe mineralisch gedüngt.

        1+

    • Schon mal was von Mineraldünger gehört? Ohne den gäbe es weder in Europa noch sonst wo derart hohe Erträge. Nährstoffe werden bereits weltweit verbracht, in riesigen Mengen. Nur nicht Intercontinental als Gülle. Das ist viel zu teuer.

      0

  9. Schweinebauer Piet sagt

    Ob Hendricks oder Meyer sich damit so intensiv besshäftigt haben, wie Du Willi? ??

    2+

  10. rebecca sagt

    Wie ist das eigentlich mit Altlasten? Hier hat ein paar Dörfer weiter zu DDR Zeiten eine große LPG die Gülle ihrer Jahrzehntelang in einen alten Steinbruch gepumpt. Nach der Wende wurde der „saniert“ indem er zugeschüttet wurde. Das ist doch sicher ein Hotspot auf den heute schon lange keiner mehr Einfluss nehmen kann.

    0

    • Mark Rössler sagt

      Es wird ja nicht mal berücksichtigt, dass es je nach Bodenart und Grundwassertiefe Jahrzehnte dauert, bis sich der Nitratgehalt wesentlich ändert.
      Nicht mal der „wirkliche“ Nitratgehalt im Grundwasser wird ermittel.

      1+

      • rebecca sagt

        Eigentlich ist der Bericht in Bezug auf Konsequenzen aber dann ziemlich nutzlos ? Es wird ja nur der „ist“ Zustand gemessen aber nicht nach Ursache differenziert. So weit ich weis ist der Steinbruch bei uns nicht wasserdicht abgedeckt worden. Bei jedem Regen wird da vermutlich durch das versickernde Oberflächenwasser etwas ausgewaschen und ins Grundwasser gebracht. Und das kann keiner beeinflussen.

        Und so kann ja auch die Wirkung der auf den umliegenden Feldern ausgebrachten Gülle nicht wirklich beurteilt werden. Oder gibts da eine Möglichkeit?

        1+

        • Mark Rössler sagt

          Warum gerade Gülle?
          Ist das Nitrat aus Leguminosen oder Mineraldünger eine anderes?
          Wird zwar so in der Öffentlichkeit von NGOs und den Grünen verbreitet aber woher die diese Erkenntnis haben ist mir bislang nicht bekannt.

          Und die Gülle aus der DDR wird heute wohl kaum noch Stickstoff enthalten,
          denn Nitrat wird abgebaut, auch ein Punkt, der heute anscheinend unbekannt ist.
          Ganz nach dem Motto zurück zur Natur aber bitte ohne Natur.

          2+

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Nitrat aus Mineraldünger ist was anderes, es riecht nicht so sehr nach Landwirtschaft.

            Frei nach dem Motto, ich bin für den Naturdünger, aber stinken darf er nicht. 😉

            5+

            • Sabine sagt

              Hab gerade einen Kacke-Deal mit alten Nachbarn gemacht. Werde in den nächsten Wochen den Eimer mit der Hühnerkacke durch die Gegend fahren und an den Zaun der Kleingartenanlage stellen, die vor ein paar Jahren alle Kleintiere aus der Anlage verbannt hat, weil der Mist laut Vorstand so furchtbar stinkt. Neue Mitglieder dürften also keine Stallhäschen oder gar Hühner haben. Als jetzt die letzten alten Pächter aufgaben, hat man festgestellt, dass Dünger richtig kostet und mich daher jetzt als Kacketaxi angeheuert. Manchmal bereif ich es einfach nicht.

              3+

            • Sabine sagt

              Wobei ich ja denke, dass das Problem eigentlich nicht die Gülle ist. Sondern wie das Verhältnis von Kohlenstoff zu Gülle und wie aktiv der Bodenlebewesen sind. Ich kaufe ja viel Futter, dass dann als Kacke irgendwann – bei den Zwergen recht zügig- auf der Miste landet. Importiere also Nährstoffe auf das Grundstück. Wiese alleine und ein paar starkzehrende Pflanzen helfen da wenig. Nun hab ich das Glück oder das Pech, dass der Boden auch noch sehr Ton haltig ist und hab festgestellt, dass es wirklich das beste ist diesen Naturbeton nicht zu sehr zu bearbeiten. Stattdessen versuch ich so viel wie möglich an Pappe, Holzhächsel, Laub und Stroh auf den Boden zu bekommen. Dadurch feiern zwar auch Schecken und Mäuse Parties auf dem Grundstück, aber ich hab wenigstens im Moment das Gefühl, dass der Boden aktiver wird und dadurch auch die recht scharfe Zwergenkacke besser verträgt. Wie man sowas auf großen Flächen machen soll, weiß ich nicht. Schließlich kann ein Landwirt nicht kubikmeterweise Holzhächsel auf die Felder kippen. Roggen als Gründünger pflanzen, im Frühling rollen und in den dicken Pflanzenteppich pflanzen? Das klappt bei kontinentalem Wetter wohl ganz gut, aber bei uns? Für mich ist irgendwie nicht die Frage wieviel man drauf kippt, sondern wie man den Boden so aktiv bekommt, dass die Nährstoffe dort im Kreislauf gehalten werden und nicht bei nächster Gelegenheit abwandert.

              0

    • Inga sagt

      Das würde ich auch gerne wissen!

      Aber das Zuviel an Nitrat wird sich neutralisiert haben, oder?
      Hat denn damals in dem Steinbruch noch was (zB. Un- o. Wildkraut) gewachsen?

      0

  11. Schön da haben also die Agrarlügner (da sind jene, die Probleme der Landwirtschaft professionell klein lügen, wie Keckl) den bloggenden Bauern ein neues rotes Kärtchen für Debatten gebastelt, es heisst „Nicht repräsentativ“ Hat damit das 2016 rote Kärtchen „Nische“ ausgedient. Das kam doch immer, wenn man irgendwelche Vorschläge Richting Ökolandbau machte, der Boden und Tiere weniger belastet. Nun öfter mal was neues (Dummes). Bleiben die ersten Bauern in Verkehrskontrollen abzuwarten „Hallo, Sie sind viel zu schnell gefahren!“ -> „Aber das macht doch nichts, ich bin ja nicht repräsentativ gefahren“

    4+

    • Mark Rössler sagt

      Für Deine Behauptung „Lügner“ hast Du sicher mehr zu bieten als selbstgedachte Behauptungen?
      Welche Erhebung hat denn festgestellt, dass unter Ökoflächen weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt? Mir ist keine bekannt aber Du wirst sicher die Vergleichsflächen und -brunnen nennen können!
      Bekannt ist, dass zB in Niedersachsen kein Unterschied in Regionen mit viel Ökolandbau zu erkennen ist.

      Ein typischer Ziegenfendt Hasskommentar – viel Meinung…

      6+

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        Ich werde mich konkret zu Nitrat und Meßstellen nicht äussern, weil ich davon zu wenig weiss. Zu Keckl könnte ich hingegen viel schreiben, das wäre Zeitverschwendung.

        Mir geht es um etwas anderes: grundsätzliches. Anstatt Probleme in der Landwirtschaft einzuräumen, wie es Röring WLV im Ansatz getan haben, wird nun auch 2017 viel Energie in Diskussion um die Methoden der Fehlererfassung gelenkt.

        Das erinnert doch an den VW Abgasskandal: anstatt Hirnschmalz in die Entwicklung abgasarmer Autos zu stecken, wird mit viel Erfindergeist eine Methode zusammengemurkst, wie man die Abgase verstecken kann.

        Genauso ist es mit dem Nitrat. Es ist unbestritten Nitrat im Grundwasser zu finden, genauso wie Stickstoff und Phosphor die Nord- und Ostsee belasten. Unbetritten ist daran ein +/- hoher Anteil aus der Landwirtschaft und nun erwarte ich, bzw. der Steuerbürger eine Debatte unter den Bauern, wie man das verringern kann und keine Debatte um geeignete Meßstellennetze. Eine Meßstelle verhingert keine Nitratauswaschung ins Grundwasser, aber z.B. eine Flächenbindung der Tierhaltung wie im Ökolandbau üblich schon. Ob das auch im Ökolandbau ausreicht und ob wir da nicht Obergrenzen für Tiere je Betrieb brauchen, das können wir gerne diskutieren, da bin ich fachlich dabei. Bei einer Diskussion über Meßstellen wird mein Beitrag sich auf Zynismus beschränken, wenn das einer als Hasskommentar auffasst, ist das nicht mein Problem.

        4+

        • Mark Rössler sagt

          Hast Du jemals die Artikel von Herrn Keckl gelesen?
          Verstanden?

          Ich glaube fast beides trifft zu.
          Du tappst hier von einer Falschbehauptung in die andere.

          Und was Nitrat im Wasser betrifft, befass Dich doch erst mal mit den Grundlagen, das ist ja wieder peinlich was Du hier schreibst.

          4+

        • Christian Loidl sagt

          Haben wir denn keine Flächenbindung der Tierhaltung? Die 170kg N Grenze dürfte wohl auch dem Fendt ein Begriff sein.
          Was soll eine Obergrenze von Tierhaltung bringen? Solange genug Fläche vorhanden ist dass die 170kg eingehalten werden?

          3+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wer mit mehreren Accounts in diesem Forum schreibt, wird dadurch nicht glaubwürdiger, das müsste sich bis in den Hochschwarzwald herumgesprochen haben.

      2+

      • Biobauer Andreas Fendt sagt

        Auch der Ehemalig wusste mal, hat es aber vergessen: Ich kommentiere i.d.R. hauptsächlich bei facebook, da ist mein Name „Biobauer Andreas“ auf Willis facebook Seite gesperrt, dafür trägt Alois und Willi die Verantwortung. Kommentare von Willis facebook Seite werden nach einer gewissen Zeit automatisch hier in den Blog reinkopiert. Auf facebook Kommentare hier zu antworten, macht mitunter keinen Sinn, da der Absender evtl. nur bei facebook mitliest. Das ganze ist daher ein kleiner Designfehler von „Bauer Willi“. Man sollte sich zwischen facebook und eigenem Blog entscheiden, beides zu verknüpfen ist meist Murks.

        Daher lieber Ehemaliger, nochmal zur Erinnerung:
        Ich schreibe in „diesem Forum“ = BauerWilli.com nur unter Biobauer Andreas Fendt bzw. als es von Alois anders gewollt war, auch als „gast“ , und auch bei facebook habe ich nicht mehrere Accounts, das würde deren AGB widersprechen, sondern betreibe unter meinem facebook Account Biobauer Andreas bei facebook mehrere Seiten, darunter eine für meine Stiftung, eine für „gutes Bio“ und auch die Schwarzwaldziegen, und letztere Seite nutze ich für Kommentare bei Bauer Willis facebook account. Das mag verwirrend sein, nur trage ich daran nicht die Schuld, sondern Alois!

        2+

        • Alois Wohlfahrt sagt

          ich bin katholisch erzogen und daher bete ich…
          …durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld…
          Amen 😉

          4+

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            „ond emmr a geweihda Kerza uufstella!“ aus meinem Lieblingsfilm „Daheim sterbn die Leut“
            Ich werde weiter Vorwürfe zurückweisen, für Verwirrungen, die ich nicht zu verantworten habe. Amen

            3+

            • Andreas Müller sagt

              stimmt wirklich… der Admin Alois Wohlfahrt sollte Abhilfe schaffen.

              Auf manche Kommentare kann man antworten, auf viele nicht direkt. Das führt zu Kuddelmuddel im Diskussionsverlauf

              0

            • Alois Wohlfahrt sagt

              Tja Andreas Müller, ich habe auch viele Wünsche, was ich hier noch alles einbauen könnte. Aber mit „Klick-Klick“ ist das nicht getan. Ich importiere derzeit die Facebook-Kommentare über einen Facebook-Importer um den Lesern hier im Blog den größtmöglichen Überblick über die Lesermeinungen zu bieten. Der Pferdefuß ist dabei aber, dass es eine Einbahnstraße ist, denn um einen Kommentar vom Blog direkt wieder auf die Facebook-Seite zu spiegeln braucht es einen Facebook-Login des Kommentators. Natürlich könnten wir das Diskussionsmodul des Blogs z.B. mit Disqus ersetzen. Aber das macht das Kommentieren insgesamt komplizierter und vor allem die Kommentatoren lassen dabei ganz schön die Hosen runter. Denn sobald ich so einen externen Dienstleister einbinde, fließen die Daten alle in das dortige BigData-Schäfflein, so wie bei Facebook, die dann richtig gute Personenprofile für Werbezwecke bekommen – und auch für gutes Geld verkaufen. Was wir hier NICHT tun! Wer Facebook nutzt und dort kommentiert, der möge das selbst eintscheiden. Ich will hier nicht der Handlanger sein.
              Darum finde ich die jetzige Lösung einen guten Kompromiss. Auch wenn sie diesen Stolperstein hat.
              Aber vielleicht magst Du ja ein paar Scheine spenden, dann beauftrage ich eine Spezialfirma, die das dann (vielleicht) super toll für Dich herstellen kann.
              Bis dahin machen wir so weiter wie bisher. Alois

              0

          • Andreas Müller sagt

            Nicht meine Baustelle Alois. Fehler kann man aufzeigen, aber scheinbar hast du dich mit abgefunden. Your Business

            Ein Blog kommt auch ohne Facebook aus. Aber wer die große Bühne braucht

            0

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            vielleicht wäre es ja schon nachvollziehbarer, wenn man facebook comments hier im Blog als solche erkennen würde (bei mir ja einfach anhand der versch. accounts 😉 )

            Aber ich habe eben auch schon oft erlebt wie manche hier auf einen FB comment geantwortet haben und sich dann gewundert, daß keine Reaktion kommt, es gibt sicher nicht wenige, die nur bei FB kommentieren und nich nie hier waren. Vielleicht kann man auch nur die comments von denen importieren, die hier auch kommentieren, so sie die selbe Identität haben. Schwere Fragen. Ich kommentiere teilweise lieber hier, weil man mit Leerzeilen Strukturierter ist und auch länger schreiben kann und weil sich einmal geschriebenes nicht einfach löschen lässt, schon gar nicht wenn der Erstkommentierende bei FB seinen comment löscht, sind alle Reaktionen darauf auch weg. Also FB hat auch inhaltlich enorme Schwächen nicht nur daß sie keine Steuern zahlen und es mit dem Datenschutz nicht so genau nehmen.

            1+

        • Mark Rössler sagt

          Das Du gesperrt wirst verwundert nicht,
          allein die Behauptung Keckl sei ein Lügner ist strafrechtlich relevant.
          Ob ein Betreiber einer Internetplattform das duldet und er Gefahr läuft dafür belangt zu werden, muss dieser selbst abwägen.

          Man kann ja unterschiedlicher Meinung sein aber dann bitte auch sachlich und inhaltlich etwas beitragen, alles andere ist purer Blödsinn und hat mit einer fachlichen Diskussion nichts zu tun.

          2+

          • Biobauer Andreas Fendt sagt

            Der Herr Keckl kann ja die Schwarzwaldziegen verklagen, dann wird man gerichtlich mit Gutachten feststellen, ob es Äusserungen von Herrn Keckl gibt, bei denen er gelogen hat. Ich seh das ganz gelassen…
            Wie gesagt zu Keckl werde ich mich hier inhaltlich nicht äussern. Willi hat ihn als Quelle verlinkt und darauf haben die Schwarzwaldziegen Bezug genommen.

            Und nochmal (bei manchen fällt der Groschen nicht gleich): ich brauche und werde sachlich und inhaltlich nichts zu einer Diskussion beitragen, wenn ich der Meinung bin, es wird grundsätzlich die falsche Diskussion geführt, so wie hier um Meßstellen und nicht um Überdüngung.

            2+

            • Mark Rössler sagt

              Sachlich und inhaltlich trägst Du ja auch nicht zur Diskussion dabei.
              Wie meist sind es Unterstellungen, Beschimpfungen und eine Offenbarung, dass Du keine Ahnung von Pflanzenernährung oder dem Boden hast.

              Dein gern gebrachtes Beispiel „Wald“, der ja Deiner Aussage nach ohne Nährstoffe wächst, warum gibt es eine ganze Reihe an Nitratüberschreitungen in Deutschen Wäldern?
              Ich hab noch keinen Bauern mit dem Güllefass im Wald gesehen.

              Dein Groschen fällt immer auf die gleich Seite, nicht sonderlich interessant, wenn man Meinung mit Wissen verwechselt.

              Warum sollte nicht darüber Diskutiert werden, damit wir einen echten Zustand zum Nitrat bekommen?
              Ich kann mit selektiver Meinung so nichts anfangen, die kann man am Stammtisch verbreiten.

              Und zum Thema „Überdüngung“, dafür führen wir Landwirte nicht erst seit gestern Düngebilanzen. Das sollte bekannt sein. Ansonsten die alte Düngeverordnung bitte erst mal lesen und dann wieder etwas schreiben.
              Zum Thema „Problembrunnen“ können wir gerne andere Diskussionen führen und vor allem wie man an diese Sache rangeht, um diese zu beseitigen. Das hat aber nichts mit einem repräsentativem Messnetz zu tun.

              3+

    • Wie kommst du jetzt auf Biolandbau? 1.Können auch dort Nitratauswaschungen auftreten und 2. Geht es hier um die Vergleichbarkeit der Daten unter den EU-Mitgliedsländern- und da schneidet Deutschland wegen der Meßstellenauswahl schlechter ab, als es könnte! Klar müssen die Problemgebiete eingedämmt werden, aber bitte nicht auf Kosten aller Landwirte

      0

    • bauerhans sagt

      wir waren hier in nrw/owl wohl die ersten,die ne wasserkooperation gegründet hatten und haben keinerlei probleme.

      0

      • Bauer Willi sagt

        Auch im Rheinland und anderswo gibt es gut arbeitende Wasserkooperationen. Und das ist auch der richtige Weg. Miteinander.
        Bauer Willi

        1+

        • Bauer Willi sagt

          Eine Wasserkooperation ist eine Arbeitsgemeinschaft eines Wasserwerkes mit den Landwirten, die in dem Gebiet des Wasserwerkes ihre Flächen haben. Es gibt jährlich mehrere Treffen, in denen Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität besprochen werden. Meist geht es um Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel. Stellt man z.B. fest, dass eine andere Ausbringtechnik einen Vorteil für die Wasserqualität bringt, bezuschusst das Wasserwerk diese. Die Mehrkosten, die die Landwirte haben, werden zumindest zum Teil ausgeglichen. Die Gespräche finden auf Augenhöhe statt, die Landwirte hören von den Sorgen der Wasserwerke, die Wasserwerke die Sorgen der Landwirte. Und wo vernünftige Menschen vernünftige Gespräche führen (und das ist in den Wasserkooperationen definitiv der Fall) finden sich auch immer Lösungen. Ganz ohne staatliches Einwirken, und das sollte viel mehr Schule machen…
          Bauer Willi

          2+

          • bauerhans sagt

            „Die Gespräche finden auf Augenhöhe statt“

            wir haben eine sehr schnuckelige wasserberaterin.

            0

  12. Anwalt der Tiere sagt

    Nach welchen Kriterien werden denn die Messstellen ausgewählt? Im Nitratbericht wird laut Keckl ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Messstellen NICHT repräsentativ sind. Wenn man sich nicht selbst betrügen will, macht es ja durchaus Sinn, nur die durch menschliche Einflüsse gefährdeten Gebiete und einige Vergleichsgebiete ohne nennenswerte menschliche Einflüsse zu untersuchen. Wenn der Durchschnittswert durch Einbeziehung ungefährdeter Gebiete angehoben wird, werden dadurch die Grundwasserkörper in belasteten Gebieten ja nicht besser. Für die belasteten Gebiete und die lokalen, kommunalen Trinkwasserversorger änderte das nichts am Handlungsbedarf.

    Um einen Nitrat-Battle der Nationen geht es schließlich nicht (vielleicht aber Italien und Österreich?). Natürlich sind Regierungen an einer bestimmten Darstellung interessiert. Dem widerspricht aber die These, die Bundesregierung oder auch Landesregierungen wollten ein Vertragsverletzungsverfahren provozieren.

    0

    • Anwalt der Tiere sagt

      Aus dem Nitratbericht, S. 37 f.:
      „Als Datengrundlage des ersten Berichts 1996 wurden von den Bundeslandern 186
      Messstellen im Grundwasser ausgewählt. Hierbei handelte es sich um ein nicht
      flaächenreprasentatives Belastungsmessnetz […]
      Die EG-Nitratrichtlinie 91/676/EWG (Artikel 5) fordert, dass bei der Auswahl der Messstellen ein Zusammenhang zwischen der Nitratbelastung der Gewässer und der
      landwirtschaftlichen Nutzung hergestellt werden kann. Daher werden für die
      Berichtserstattung aus dem EUA-Messnetz nur diejenigen Messstellen ausgewählt
      bzw. näher betrachtet, in deren Einzugsgebiet die Nutzungseinflusse von
      – Acker
      – Grunland
      – Sonderkulturen
      auf die Grundwassermessstellen dominieren. Diese Messstellen wurden zu einem
      „Teilmessnetz Landwirtschaft“ zusammengefasst, nachfolgend als EU-
      bezeichnet. Dieses neue EU-Nitratmessnetz umfasst 697
      Messstellen und damit mehr als viermal so viele Messstellen wie das alte
      Belastungsmessnetz. Es beschreibt repräsentativ den Einfluss der
      landwirtschaftlichen Nutzung auf die Beschaffenheit des oberflächennahen
      Grundwassers in Deutschland und ist Grundlage der Auswertungen des vorliegenden
      Berichts.“

      Mehr Messstellen in Gebieten landwirtschaftlicher Nutzungseinflüsse zu melden, erhöht natürlich die Repräsentativität. Fragt sich nur, in welche Richtung.

      3+

      • Mark Rössler sagt

        Keckl nicht ganz gelesen?
        Der Anteil der Messstellen entspricht nicht anteilig der Flächennutzung.
        Grünland findet kaum Beachtung.

        Warum?

        2+

        • Anwalt der Tiere sagt

          O.k., danke, habe es in der Tat nicht ganz gelesen. Bin bei Keckl voreingenommen. Sollte aber kein Grund sein.

          1+

          • Mark Rössler sagt

            Ist schwer jemanden zu verstehen, wenn er etwas ruppig Klartext spricht, vor allem wenn es der eigenen Meinung widerspricht?

            Wenn wer Agrarstatistiken kennt, dann der Herr Keckl.
            Vielleicht lässt man ihn mal den Nitratbericht 2020 verfassen und nicht von Meinungsmachern?

            Wozu schmeißt der Staat so viel Geld aus dem Fenster?
            Wenn denen die Gülle stinkt, dann sollen die es ehrlich sagen,
            wenn denen die Landwirtschaft nicht gefällt, dann sollen sie es wirklich sagen.
            Dazu braucht man keine Statistiken umbiegen, eine ehrliche Aussage, dann können wir Landwirte damit in Zukunft planen.
            Sollen wir zu Blümchenbauern werden? Wie Minister Meyer aus Niedersachsen es für 2017 ankündigt, das ist dann ehrlich, auch wenn es der Masse an Landwirten nicht gefallen wird.

            1+

            • Anwalt der Tiere sagt

              Keckl würde ich jetzt auch nicht für unvoreingenommen halten. Er zieht ja gegen vegetarische Ernährung auch mit ideologischen Argumenten zu Felde:
              „Trotzdem muss eines klar sein: Es gibt für Menschen keine natürlichere Ernährungsweise als Fleisch, Fisch, Eier und Milch in einer ausgewogenen Mischung mit pflanzlichen Nahrungsmitteln.“
              Was ist Natürlichkeit schon für ein Kriterium, und was hat es mit Statistik zu tun?

              0

            • Mark Rössler sagt

              Seine Meinung zum Veganismus ist eine Meinung,
              seine Zusammenstellung von den erhobenen oder eben nicht erhobenen Daten ist eine Statistik.

              Es scheint heute schwer zu fallen Meinungen von Fakten zu unterscheiden.

              Auch zum Thema „Veggie“ kann man einen Trend hin zur Statistik-Trickserei erkenne, man muss in Umfragen nur die „richtigen“ Fragen stellen und schon hat man 4%…

              2+

            • Anwalt der Tiere sagt

              Eben, eine Statistik ist nur so objektiv wie die (selektive) Erhebung der Daten, die Festlegung und Gewichtung der Bewertungskriterien etc. Das gleiche gilt für die Interpretation der Ergebnisse.
              Wie genau wurde z.B. der Anteil von Acker- und (Dauer-)Grünland bestimmt, und in welchem Ausmaß wird das Dauergründland, unter dem nicht gemessen wurde, bewirtschaftet?

              Wer ständig darüber jammert, vom grün-liberalen Spektrum mit Propaganda und Statistik-Tricksereien unterjocht zu werden, der sieht sich vielleicht ebenso zu Statistik-Tricksereien berechtigt und verpflichtet. Allein schon die Bezeichnung „Agrarstatistiker“. Herr Georg Keckl hat Agraringenieurwesen studiert, was nicht zu verachten ist, aber nicht Statistik.
              Gibt es auch noch andere Kritiker als Keckl und Pollmer? Die beiden haben sich für mich bereits zu dezidiert für die Intensivtierhaltung und gegen Veganismus geäußert. Wie äußert sich das Bundesumweltministerium zu der Kritik? Bauern werden doch von ihrem Petitionsrecht Gebrauch gemacht haben.

              1+

            • Mark Rössler sagt

              Wenn man viel Steuergeld für einen Nitratbericht und ein Messnetz ausgibt, dann sollte man auch repräsentativ damit umgehen und nicht selektiv.
              200 oder 700 ausgewählte Brunnen sagen rein gar nichts über den Nitratgehalt des deutschen Grundwassers aus,
              wir haben mehrere tausend Brunnen an denen gemessen wird.
              Wenn Vertreter der Landwirtschaft die Brunnen ausgesucht hätten und es 700 Brunnen unter 30mg/l gewesen wären, dann würde der Mob toben…

              Wollen wir nun EU weit vergleichen, dann muss man auch vergleichen können.

              Was verlangen wir vom Staat?
              Eine ehrliche Bewertung, einen ehrlichen Zustand oder eine Meinung?

              2+

          • Ich seh das so sagt

            @ Anwalt
            Ist es nicht ein ganz klein wenig überheblich, wenn sie dem Herrn Keckl gleichsam absprechen sich „Agrarstatistiker“ zu nennen, weil er „nur“ Agraringenieurwesen studiert hat, aber nicht Statistik. Sie wissen dabei nicht im geringsten, welchen Anteil die Statistik in dessen Studium selbst ausgemacht hat, noch ob er sich seither darin weitergebildet oder darauf spezialisiert hat.

            Mit der selben Argumentation dürfte kein Betriebswirt, kein Volkswirt oder andere eine Statistik zusammenstellen, weil sie nicht Mathematik/Statistik studiert haben.

            Ich nehme natürlich gleichzeitig an, dass sie – ihrer Argumentation folgend – mindestens einen Universitätsabschluß in Juristerei und auch im Veterinärbereich vorweisen können. Wie sonst könnten sie sich sonst Anwalt der Tiere nennen !!

            0

    • Sabine sagt

      Na, ich denke, viele Politiker machen einen auf Polier und sagen sich: Was nicht passt, wird passend gemacht.
      Die Wahnsinns-Fortschritte was den Gewässerschutz der Industrie angeht, ist,wenigstens in meiner alten Heimat, ein Fortschritt im Sinne von weggelaufen. Die sind einfach auf nach Hippen-Indien und JWD wo sich niemand um Umweltstandards schert solange der Rubel rollt. So kriegt man den „Blauen Himmel über der Ruhr“ halt auch hin.

      0

  13. Wann kommt eine solche Statistik, wenn sie denn so bestimmt und auch kritischen Auseinandersetzungen standhält, denn mal in die Medien ?? Wer wenn nicht z.b.unsere berufsständischen Vertretungen ist denn in einem solchen Fall, auch, für die Weitergabe/Kommunikation mit den Medien da. Ein einzelner Landwirt kann und wird wohl kaum erreichen das so etwas Verbreitung und Widerhall findet..
    Wofür bezahlen wir denn hohe Mitgliedsbeiträge z.b.an den RLV damit die Verbandsoberen ihre Aufwandsentschädigung bekommen, ansonsten mit Trachtenjanker herumlaufen und sonst sagen sie können gegen das öffentliche Meinungsbild, die Politik eh nicht viel ausrichten..
    Also was stimmt nun und was stimmt da nicht ?

    0

    • Mark Rössler sagt

      Die Medien veröffentlichen was die wollen, Pressemeldungen des DBV und den Regionalverbänden finden in der Regel keine Beachtung.
      Es sollen Meinungen transportiert werden, da stören kritische Auseinandersetzungen nur.
      Zu dem wird die Presse nicht öffentlich eingestehen jahrelang nur PR für NGOs und die Grünen gemacht zu haben, die sitzen in ihrer Filterblase.

      3+

  14. Günter sagt

    Dann schaut doch mal was der Staatssekretär von Frau Hendriks vorher gemacht hat .
    Also brauchst man sich nicht wundern das da getürkt wird .

    2+

    • Mark Rössler sagt

      Frau Hendricks kann ja behaupten was sie will,
      ihre unwahren Behauptungen müssen ja erst mal veröffentlicht werden und dazu gehören dann eben die Vertreter der Medien, die diese unreflektiert übernehmen.
      Was schändlicher ist, das darf jeder für sich selbst entscheiden.
      Ich sehe jedenfalls die Medien zu dem Thema als das größere Übel an.

      2+

  15. Hans Coenen sagt

    Schönes Zahlenspiel. Viele Messstellen bedeuten aber keineswegs weder eine Verbesserung der Ergebnisqualität noch eine Verbesserung der Repräsentativität. Leider gilt auch hier: „Masse“ ist nicht automatisch „Klasse“. Insofern Vorsicht mit dem Urteil ungenügender Repräsentanz. Allein die Forderung nach mehr Meßstellen ist kein Verbesserungsvorschlag und reduziert auch nicht den zu kritisierenden Nitrateintrag.

    3+

    • Martin Grube sagt

      Frage: Warum nicht einfach alle Messstellen melden, wozu gibt es sie denn?
      Bei dem Staatsdefizit nehmen wir auch nicht nur die Zahlen aus dem Saarland, Bremen und Berlin und rechnen das hoch.

      Bei problematischen Ergebnissen kann man gerne GEMEINSAM mit der Landwirtschaft oder ANDEREN Verursachern nach einer Lösung suchen.

      8+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Es reicht schon, wenn die Ergebnisse aller Messstellen gemeldet werden, nicht nur die mit hohem Nitratgehalt.

      8+

    • Mark Rössler sagt

      Die Ergebnisse werden genauer, wenn mehr Daten erhoben werden.
      Und hier gilt dann auch flächenmäißig, wie auch Nutzungsanteilig verteilt.
      Momentan findet auch unter dem „neuen“ Netz keine ehrliche Erhebung statt,
      nicht mal wie viel Nitrat wirklich im Grundwasser vorhanden ist, denn es wird nur in den oberen Zentimetern gemessen.

      Wie es in Deutschland momentan gehandhabt wird ist nur heiße Luft und man könnte sich den ganzen Aufwand direkt sparen.

      2+

    • Bauer Willi sagt

      Sorry, es geht auch um die Vergleichbarkeit. Und zur Selektion der Messstellen komme ich noch, da wurde auch getrickst.
      Im Nitratbericht wird Statistik politisch manipuliert. Bist du damit einverstanden? Ich nicht.
      Und dann noch was: mit der höheren Stichprobenzahl haben sich die Werte leicht verbessert. Und nun?
      Bauer Willi

      4+

  16. Hans Coenen sagt

    Schönes Zahlenspiel. Viele Messstellen bedeuten aber keineswegs weder eine Verbesserung der Ergebnisqualität noch eine Verbesserung der Repräsentativität. Leider gilt auch hier: „Masse“ ist nicht automatisch „Klasse“.

    1+

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Ein größerer Messstellen-Pool ergibt aber mehr Sicherheit für die Aussage einer Statistik. Der Nobelpreistäger Daniel Kahneman widmet dazu in seinem Buch „Schnelles Denken – langsames Denken“ ein ganzes Kapitel mit dem Titel „Das Gesetz der kleinen Zahlen“ und bringt Beispiele wo Forschung und Statistik versagt haben aufgrund zu kleiner Zahlen, bzw. Stichproben. Er nennt solche Forscher „Intuitive Statistiker“, die daran interessiert sind ihre selbsternannte These zu untermauern anstatt wirklich unvoreingenommene Wissenschaft zu betreiben. Also hat die Anzahl der Messstellen für mich sehr wohl einen Einfluß auf die Qualität des Berichtes.
      Dass die Erhöhung der Anzahl der Messstellen zu grundsätzlich keinem anderen Ergebnis geführt hat, beruht auch auf einem anderen Trick der „intuitiven Statistiker“. Sie haben namlich die alten Messstellen (162) beibehalten, wo gezielt diejenigen mit hohen Nitratwerten ausgesucht worden waren. Es kamen dann zwar mehr als 500 neue Messstellen dazu, jedoch verfälschen die nicht repräsentativen alten Messstellen nach wie vor das Ergebnis nach oben.
      Wer ein bisschen Zeit hat, sollte sich mal die Stellungnahme von Keckl zum Nitratbericht genauer durchlesen. Dann wird klar wie unterschiedlich in der EU das Thema gehandhabt wird. Keckl sagt zurecht: „Vergleichbar ist nur, was gleich erhoben wird!“

      4+

      • Ich seh das so sagt

        Ich möchte dich in Zusammenhang mit der in deiner Meldung angeführten Wissenschaftlichkeit auf ein interessantes Youtube-Video hinweisen (https://www.youtube.com/watch?v=BpBnJq19R60):
        Es ist von einem der Gründer von Greenpeace, Patrick Moore. Er berichtet darin warum er Greenpeace gegründet hat und WARUM ER ES VERLASSEN HAT.
        Er beklagt dabei vor allem, daß die nunmehrige Leitung keinerlei wissenschaftlichen Hintergrund hat und daß seither nur noch unwissenschaftliche Kampagnen auf dem Hintergrund von Sensationalismus, Mißinformation und Angstverbreitung betrieben werden.

        1+

  17. Das mag hier alles so stimmen, auch daß die Meßstellen sehr „ungültig“ gewählt sind. Solange jedoch in den Fernsehberichten zum Nitratproblem immer wieder der Bereich Landwirtschaft in Kombination mit Bildern von mindestens fünf verschiedenen Güllewagen auftaucht, wird diese Grafik hier niemanden in der Bevölkerung erreichen oder interessieren.

    1+

  18. Das mag hier alles so stimmen, auch daß die Meßstellen sehr „ungültig“ gewählt sind. Solange jedoch in den Fernsehberichten zum Nitratproblem immer wieder der Bereich Landwirtschaft in Kombination mit Bildern von mindestens fünf verschiedenen Güllewagen auftaucht, wird diese Grafik hier niemanden in der Bevölkerung erreichen oder interessieren.

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      • bauerhans sagt

        ich hatte spontan keckl.de der zeitung verlinkt,die heute den aufmacher hatte
        „gülle und dünger belasten grundwasser in nrw“
        und bekam eine sofortige antwort:“aus platzgründen könne man nicht darauf eingehen“.

        0

    • Bauer Willi macht eine sehr gute Arbeit. Das Problem ist, man muss erstmal die breite Öffentlichkeit erreichen.

      Bei facebookseiten ist das Problem, dass sie entweder von Menschen verfolgt werden, die ähnliche ansichten besitzen oder von Menschen, die ein Grundsätzliches interesse an dem jeweiligen Thema haben.(das sind leider die wenigsten)

      Menschen die sich nicht explizit für Landwirtschaft interessieren, werden eine solche Seite auch nicht verfolgen. Dennoch haben sie eine Meinung und äußern diese auch häufig.

      MfG

      1+

    • Auf unserem Blog diskutieren sehr viele Bürger ohne landwirtschaftlichen Hintergrund mit. Auch Redaktionen von Presse und TV. Übrigens: Lesenswert sind auch die Seiten von blogagrar und schillipaeppa. Wir müssen uns halt ins Gespräch bringen…

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  19. Für mich stellt sich die Frage: seit wann wird Nitrat im Grundwasser untersucht, und wie hat sich der Wert verändert. War er überhaupt schon mal niedriger? Es gibt auch natürliche Einträge!

    0

  20. Martin Grube sagt

    Moin. In einer Demokratie ist eben auch wichtig, wer die Stimmen zählt. Für mich ist das Kind schon in den Messstellenbrunnen gefallen. Was tun zur Rettung? Jeden Tag einen anderen Abgeordneten anrufen und ihn auf den Missstand hinweisen?
    Will ich wissen ob nicht auch andere Statistiken nichts taugen?

    Gruss aus dem Norden.

    Martin.

    Danke für deine bzw. eure Arbeit. (Schriftgröße 48 in fett und unterstrichen!)

    6+

    • Bauer Willi sagt

      Das mit den Anrufen beim Abgeordneten wäre zumindest schon mal ein Anfang. Wenn das alle machen, wird er schon reagieren. Wenn es nur einer ist, wird der vertröstet mit „ich kümmere mich mal drum“
      Bauer Willi

      1+

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Statistik ist ein immens wichtiges Werkzeug für politische Entscheidungen. Ob nun Lebenshaltungskosten, Altersarmut, Kriminalität usw. Überall braucht die Politik die Statistik um Entwicklungen zu sehen und daraus richtige, bzw. notwendige Entscheidungen zu treffen. Darum ist Statistik auch eine staatliche Domäne, weil sie unabhängig gemacht werden soll. Dieses Beispiel aber mit der Nitrat-Statistik erschüttert mein Vertrauen in den Staat massiv. Es zeigt ganz klar die Täuschungsabsicht. Dies ist nicht nur „Verarschung“, das ist auch ein Angriff auf die Demokratie, weil bewusst manipuliert wird. Und da ist jetzt definitiv nicht Putin schuld 🙁

      Wir basteln noch an einem Video, wo wir die Manipulation visualisieren wollen. Ich frage mich da, ob ich der (politisch motivierten) Statistik auch in anderen Bereichen, die uns als Volk momentant so bewegen, überhaupt noch trauen kann.

      11+

      • Ich seh das so sagt

        Wenn du Anleitungen brauchst, gib mal bei Google ein:
        LÜGEN MIT STATISTIK. Du wirst wunderschöne Grafiken finden.

        Ein beliebtes Zitat zu Statistik ist ja:
        Die Statistik ist wie ein Bikini:
        Was sie enthüllt ist vielversprechend,
        was sie verbirgt ist wesentlich!

        Ein schönes Gedicht (nach Eugen Roth) weist auf den wichtigen Faktor der Streuung in einer Statistik hin:

        Ein Mensch, der von Statistik hört,
        denkt dabei nur an Mittelwert.
        Er glaubt nicht dran und ist dagegen,
        ein Beispiel soll es gleich belegen:

        Ein Jäger auf der Entenjagd
        hat einen ersten Schuss gewagt.
        Der Schuss, zu hastig aus dem Rohr,
        lag eine gute Handbreit‘ vor.
        Der zweite Schuss mit lautem Krach
        lag eine gute Handbreit‘ nach.

        Der Jäger spricht ganz unbeschwert
        voll Glauben an den Mittelwert:
        Statistisch ist die Ente tot!
        Doch wär er klug und nähme Schrot
        – dies sei gesagt ihn zu belehren –
        er würde seine Chancen mehren:

        Der Schuss geht ab, die Ente stürzt,
        weil Streuung ihr das Leben kürzt!

        5+

      • Mark Rössler sagt

        Der Kommentar von Wilhelm Gebken
        https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-6831287.html#comment-85464
        passt zu dem Thema, auch andere Kommentare dort sind interessant.

        Mir fällt dazu nur ein wenn es um das Thema Landwirtschaft geht, dann wird von Seiten einiger NGOs die Zielrichtung vorgegeben und Medien samt Politik springen auf diesen Zug auf. Fakten interessieren hier nicht und ich frage mich auch, in welchen Bereichen außerhalb der Landwirtschaft wird ähnlich unehrlich argumentiert?
        Muss man als Bürger heute alle Reportagen selbst auf den Wahrheitsgehalt prüfen, weil die Medien anscheinend nur noch Meinungen oder halbe Wahrheiten verbreiten?

        4+

    • Nirgends in der EU wird Gülle ausgebracht ohne dass es dokumentiert werden muss das wird kontrolliert wer sich nicht daran hält macht sich strafbar. Zumindest in Deutschland und Holland wird das gewissenhaft gemacht damit nicht zuviel gedüngt wird

      1+

    • Heinz Köster das ist keine Antwort auf meine frage.. schon lange wird über unsere zu hohen Nitrat Werte gesprochen .. in Holland darf deshalb die Gülle nicht auf die Felder und wir nehmen die „dankbar“ an, weil unsere Bauern dafür geld bekommen … oder welchen anderen grund gibt es ??

      0

      • Mark Rössler sagt

        Wir Landwirte kaufen über 50% der Nährstoffe von Konzernen, die diese aus der ganzen Welt importieren oder in Deutschland produzieren,
        warum dürfen wir Landwirte nicht von anderen Landwirten organische Düngemittel kaufen oder beziehen?
        Der Verbraucher profitiert auch von der Ausbringung des Klärschlamms seiner Hinterlassenschaften auf den Feldern der Republik, die Nährstoffe werden auch benötigt und die Verbrennung würde die Entsorgungskosten zu dem weit mehr kosten.

        1+

    • Ist es denn nicht egal, woher die Gülle kommt? Oder stinkt holländische Gülle anders? versteh ich nicht…
      Wie Heinz Köster schon sagt, es wird EU-weit dokumentiert, wer wem was verkauft hat und wie viel. Jeder Betrieb muss Bilanzen vorlegen, wie viel Nährstoffe rein- und rausgehen, sonst gibts kein Geld von der EU. Und darauf verzichtet sicherlich keiner freiwillig.

      0

    • Weil holländische Betriebe meißt nur die Fläche besitzen , auf der die Ställe stehen. Sie müssen die Gülle hergeben und dafür bezahlen. Da die Tierhaltung pro Fläche in Holland hoch ist, wird die Gülle in unsere Ackerbaugebiete gebracht, die Nährstoffe kaufen müssen. Da ist Gülle oft ein wertvollerer und günstigerer Dünger als Mineraldünger.

      0

    • Heinz Esch: dann informieren Sie sich mal. Natürlich hat Herr Köster recht! Es wird genau protokolliert und auch mit Bodenproben nachgeprüft. Regelmässig und Flächendeckend. Und wer sich wiederholt nicht an die Regeln hält zahlt und bekommt einen externen Düngespezialisten aufgedrückt den er dann auch noch zahlt ( je nach Landesgesetz) ja glauben Sie denn hier kann jeder düngen wie er will?

      0

    • Weil Gülle und Mist Wertstoffe wie Mineraldünger sind sie auf Güllebörsen gehandelt werden. Pro Grossvieheinheit muss eine bestimmte Feldfläche zur Ausbringung zur Verfügung stehen. Ist dies nicht der Fall muss der Mist/ Gülle woanders hin. Oder die Kuh muss weg. Ist alles klar geregelt, vorgeschrieben und wird geprüft. Es wird sogar Gülle getrocknet( Wasser entzogen) damit der Transport billiger wird. Ganz viel geht auch von Holland nach Frankreich . Die sind froh das die den Mist bekommen.

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