Bauer Willi
Kommentare 108

„Nicht die Faust in der Tasche ballen…“

…und auf „die da oben“ schimpfen“.

So beginnt ein Aufruf vom Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), am 20. Januar mit dem Trecker nach Berlin zu fahren. Und weiter heißt es:

„Wir sind es auf den Höfen gewohnt, neue Herausforderungen anzunehmen. Wir sind bereit für eine bäuerliche und ökologischere Zukunftslandwirtschaft. Für eine politische Offensive zur Entwicklung der ländlichen Regionen und für ein attraktives Einstiegsprogramm in die Landwirtschaft. Bäuerinnen und Bauern braucht das Land! Und das geht nur mit einer Landwirtschaft und Agrarpolitik, die von der Zivilgesellschaft akzeptiert und getragen wird.“

Den vollen Wortlaut des Aufrufes findet ihr hier: https://www.wir-haben-es-satt.de/trecker/aufruf/

Auf weitere Inhalte der Demonstration „Wir haben es satt“ werde ich zu einem späteren Zeitpunkt eingehen. Weil mir die weniger verständlich sind und ich da noch ein paar Fragen habe.

Die Einladung zum Dialog nehme ich deshalb gerne an.

Euer Bauer Willi

(Aufrufe 1.253 gesamt, 1 heute)

108 Kommentare

  1. Alexander Borchert sagt

    Liebe Leser,
    ich war schon zweimal auf dieser Demonstration, um mit den Demonstranten zu diskutieren. Keiner hatte eine Antwort,was die richtige Landwirtschaft ist.
    Doch haben wir diese Antwort?
    Ist es der 1000 ha in Meck-Pom oder der Allgäuer Bergbauer? Ist es der Zuckerrübenbauer in der Gäulage oder der Sommergerstenbetrieb im Mittelgebirge?
    Ich habe keine Antwort.

    Das einzige was ich mir wünschen würde, ist folgendes:
    Nur mehr der landwirtschaftliche Betrieb erhält die volle Betriebsprämie, der von sich aus nachweist, dass er die gute fachliche Praxis einhält. Wir dokumentieren sovieles, doch in Wirklichkeit alles fürs Papier. Ab und zu gibt es dann eine CC-Kontrolle. Es wird über eine DüVO politisch so lange diskutiert, bis den Problembetrieben weiterhin eine wettbewerbsverzerrende Produktion erlaubt wird usw. Es gibt ein EEG + EU-Prämien, damit in großem Stil einseitige Nährstofffrachten aufrecht erhalten werden. Alles unter dem Deckmantel Klimaschutz.

    Genau diese Praktiken gehören von den Prämien riguros abgekoppelt. Der Verbraucher und auch der Bauer, der sich an die gute fachliche Praxis hält, darf diese Vorgehensweise nicht länger dulden. Wer die gute fachliche Praxis nicht einhält, muss automatisch mit Prämienkürzungen rechnen. Dabei sind die Vorgaben für die gute fachliche Praxis auf wissenschaftlichen und bäuerlichen Grundsätzen zu machen. Politische Vorgaben und Diskussionen sind dabei nicht zu dulden.
    Ich wette, dass sich innerhalb weniger Jahre Landwirtschaft verändert. Nicht zurück zur Romantik, sondern hin zu einer Chancengleichheit zwischen den Betrieben, die es schon lange nicht mehr gibt. Hin zu einer naturverträglicheren Landwirtschaft mit geringerer Intensität. Hin zu einer Landwirtschaft, die den Bauern wieder mehr Würde und Ansehen gibt.

    3+
    • bauerhans sagt

      „Ist es der 1000 ha in Meck-Pom..“

      eindeutig ja,da der 300000 aus der bundeskasse bekommt und mit 2 arbeitskräften bewirtschaftet werden kann.

      0
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Genau gegen diese strukturelle Bevorzugung von Großbetrieben über die Verteilung der Direktzahlungen mit der Gießkanne richtet sich u.a. die WHES-Demo in Berlin! Die Bundesregierung hätte jederzeit die Möglichkeit, bis zu 30 % der Zahlungen auf die ersten Hektare umzuverteilen. Auch die Kappung der Zahlungen und die Einführung einer Obergrenze sind in der Diskussion. Die jetzige Verteilung ist die Folge von politischen Fehlentscheidungen und kann jederzeit politisch korrigiert werden.

        5+
        • Aufklärer sagt

          Ach so…

          Ich hab da mal ne Idee!

          Sie zahlen mir ein Hobby, damit ich dann künftig weniger produzieren muss und trotzdem gut verdienen kann! Ok?
          Wie? Wollen Sie nicht? Finden sie bescheuert?

          Warum wollen dann Hobbylandwirte mit Betrieben von vorgestern Gewinne von Morgen erwirtschaften?

          Ordentlicher Betrieb hat Größe nötig. Alles andere ignoriert die Rahmenbedingungen unseres Wirtschaftssystems. Das ist wie eine Blumenzucht in der Wüste.
          Solange man sie irgendwie bewässern kann ok – und genau um das zu können, will man anderen das Wasser abgraben …

          Übersetzt heißt das: Den gut wirtschaftenden flächengroßen Betrieben das Wasser abgraben, damit der Bio-Hobby-Landwirt seine —
          (achtung böse provokant) —
          Spassproduktion esoterischer Produkte für eine Einkommenselite auf sozialistischer Basis produzieren kann, weil ihm schon seine eigene Ziel-Kundschaft eine lange Nase zeigt. Seine Marken-Produkte mit Bio-Label sind dieser Bioaffinen Kundschaft das Geld nicht wert, das er dafür haben muss um seine Hobby-Identitätswirtschaft noch aufrecht erhalten kann?

          Nö sorry. Es soll schon Manufakturen gegeben haben, die auch pleite machen mussten, weil sie zu teuer waren.

          Im Ernst: Computer sind nicht ohne Industrie möglich, Autos ohne Industrie kosten das zehn- bis hundertfache!

          Wenn der Bauer sich weigert mit der Zeit zu gehen, wird er zurückgelassen werden während die Veränderungen über ihn hereinbrechen.

          Und das gilt nicht nur für den Bauern.

          Es ist hart und ungerecht, aber so ist es nun einmal.
          Anpassung ist das Gebot der Stunde und nicht verharren auf einer altmodischen dekadenz-Landwirtschaft, die mehr fürs Herz als für Essen sorgt.

          2+
          • Ottmar Ilchmann sagt

            Haben Sie sich mal angesehen, wie hoch der Anteil der Direktzahlungen am gesamten Betriebseinkommen ist, je nachdem, wie groß der Betrieb ist? Da staunt man, wie abhängig Großbetriebe oftmals von der staatlichen Alimentierung sind! Sie sagen: „Ordentlicher Betrieb hat Größe nötig.“ Wie konnte es dann zur KTG-Pleite kommen, trotz jährlicher EU-Direktzahlungen in Millionenhöhe? KTG war übrigens auch ein sehr großer Bio-Produzent…
            Mit Bio und konventionell hat diese Diskussion um höhere Förderung der ersten Hektare, Degression und Obergrenze überhaupt nichts zu tun.
            Und wenn die flächengroßen Betriebe ihrer Meinung nach so gut wirtschaften, dann haben sie doch sicherlich die vollen EU-Zahlungen für jeden bearbeiteten Hektar gar nicht nötig, oder?
            Eine kleinstrukturierte Landwirtschaft sorgt im Übrigen mindestens ebenso fürs Essen wie Großbetriebe, darüber hinaus aber noch für Landschaftserhalt, Biodiversität, artgerechte Tierhaltung und Erhaltung lebendiger Dörfer und, ja, auch noch fürs Herz! Sie sichert nämlich langfristig die Akzeptanz der Bevölkerung, die viele Großbetriebe längst verloren haben. Welche Art von Landwirtschaft ist wohl zukunftsfähiger?

            4+
          • Thomas Stintzing sagt

            Sind Sie bereit, ohne Zollschranken auf dem Weltmarkt zu bestehen?
            Ohne Umwelt und Sozialstandards wie in Südamerika?
            Für mich geht es um die Fragen: Wollen wir eine breite Eigentums und Einkommenstreuung in der Landwirtschaft und in unserer Gesellschaft weiter erhalten?
            Oder wir gehen den Weg, des Neoliberalismus der nicht an der EU Außengrenze aufhört und somit noch mehr Elend und Flüchtlingsprobleme auslöst!
            Wenn alles nur nach den Markt geht, werden wir in Europa sicher auch nicht mehr lange zu den Gewinnern dieses Systemes gehören. Auch landwirtschaftliche Betriebe mit 1000 ha werden, dann wieder nach Staatshilfen schreien!

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  2. Friedrich sagt

    Jetzt wartet mal ab , was dann nach beiden Demonstrationen in den Medien erscheint. In den letzten Jahren wurden doch nur die NGOs und ABL – Demonstranten gezeigt. Diese einseitige Mediendarstellung ist doch im warsten Sinne eine „Sauerei“. Inzwischen bin ich auch der Meinung , daß der „Öffentliche Rundfunk“ mit seinen Gebühren abgeschafft werden sollte. Die verbreiten doch nur Rot-Grüne Einseitigkeiten. Die Zwangsgebühren sind doch nur eine Umverteilung von Unten nach Oben. Genauso verhält sich das mit den Ökosteuern beim EEG.

    4+
  3. Paulus sagt

    Ob die Bauern mit ihrer Schlepperparade nun die Kulisse für „Wir machen euch satt“ oder „Wir haben es satt“ bilden, es blickt doch eh keiner durch. Die Bilder werden mal kurz in den Nachrichten gezeigt und das war es dann. Für mich war im letzten Jahr schon irritierend wer da mit wem durch Berlin marschierte; da konnte ich mir nur verwundert die Augen reiben.
    Die wahren Entscheidungen fallen weder in Berlin noch in Brüssel, sondern ausschließlich und zig-millionenfach in Supermärkten, bzw. an den Ladentheken. Das ist in Wahrheit das was von der „Zivilgesellschaft“ akzeptiert und getragen wird.

    Da hilft auch ein infantiles Topfschlagen anlässlich der Grünen Woche nichts. Die von den Mitveranstaltern als „Zivilgesellschaft“ (welch ein Stuss) bezeichnete Masse der Verbraucher, wird es mehr als gelassen zur Kenntnis nehmen.
    Ich freue mich wenn ich einen Bauern mit einem großen Fendt sehe, habe ich doch die Hoffnung, dass es ihm gutgeht und er genau so wie ich Steuern bezahlt.
    Die Sache mit der Ernährung kriegen die Profis schon hin und kein halbwegs gescheiter Einkäufer wird seinen bäuerlichen, oder auch bäuerlich industriellen Lieferanten soweit in die Knie zwingen bis er nicht mehr kann. Davor stehen die eigenen Interessen und die Gefahr, dass nicht mehr alles täglich zur Verfügung steht.
    Und jetzt macht euch auf zum gemeinsamen Auftritt mit Peta und Konsorten, liebe Schweinemäster.

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    • Ottmar Ilchmann sagt

      Was für ein Kinderglaube: Die Einkäufer zwingen die Lieferanten nicht in die Knie, bis sie nicht mehr können! Genau das passiert doch tagtäglich, wobei die Einkäufer nicht nur im Handel, sondern auch bei unseren direkten Abnehmern zu finden sind, Schlachtkonzerne und Molkereien zum Beispiel.
      Genau so falsch ist die Behauptung, Entscheidungen würden nicht in Berlin oder Brüssel fallen. Genau dort wird durch falsche politische Rahmensetzungen den bäuerlichen Betrieben die Existenzgrundlage entzogen! Gäbe es andere politische Vorgaben, z.B. endlich ein Tierwohllabel von Minister Schmidt, das diesen Namen auch verdient, würden die Verbraucher klaglos die dann etwas höheren Preise zahlen. Auch für die ungerechte und nicht an gesellschaftlichen Leistungen orientierte Gestaltung der Direktzahlungen sind Politiker verantwortlich. Und genau an diese richtet sich auch die Demonstration! Das ist kein infantiles Topfschlagen, sondern ein Einfordern einer anderen, gerechteren Agrarpolitik.

      3+
      • Paulus sagt

        Hallo Herr Ilchmann, ich verstehe Ihren Missmut und unterstütze als „ganz normaler Mensch“ wie Bauer Willi es auszudrücken pflegt, die Forderungen der AbL, zumindest in Teilen.
        Es gibt aber noch andere Aspekte, z.B. was die Milchviehhalter betrifft.
        Nachdem ihnen die Verantwortung zurück übertragen wurde, die sinnvoll zu erzeugende Rohmilchmenge selbst zu bestimmen, haben sie aufgestallt und produziert auf Teufel komm raus. Dieser Herausforderung waren sie scheinbar nicht gewachsen.
        Gleichzeitig konnten sie sich von dem überholten Denkmuster, der Staat habe das zu regeln auch nicht so ganz verabschieden. Diese bäuerliche Anspruchsmentalität passt nicht mehr in die heutige Zeit.
        Wenn Sie mir Kinderglauben unterstellen, muss ich wohl damit leben. Ich bin geneigt mir ein Malbuch und Buntstifte zu kaufen, um naiv wie ich bin, die Kühe und den Bauern bunt zu malen.

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        • bauerhans sagt

          „Diese bäuerliche Anspruchsmentalität passt nicht mehr in die heutige Zeit.“

          doch,da der bauer nunmal unflexibel unelastische produkte anbietet!

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        • Ottmar Ilchmann sagt

          Sie haben natürlich recht, Paulus, auch die Milchbauern selbst sind mit verantwortlich für die Krisen am Milchmarkt, sie melken schließlich die Milch! Deshalb setzt sich die AbL ja auch sehr intensiv für eine eigenverantwortliche Regelung der Milchmenge im Krisenfall ein, und zwar in Absprache zwischen Bauern und Molkereien. Dazu müssen die Bauern aber eine Verhandlungsposition „auf Augenhöhe“ haben, und die Politik ist aufgefordert, dafür Rahmenbedingungen zu setzen. Wirr haben auf dem Markt für Lebensmittel ein extremes Machtgefälle vom Handelskonzern über die Verarbeiter (wie Molkereien) bis zum Bauern, dem schwächsten Glied in der Kette. Und hier finde ich es eben naiv zu denken, die Starken würden bei der Ausübung ihrer Marktmacht auf das Überleben der Schwächeren Rücksicht nehmen. Die tägliche Realität belehrt mich da eines Schlechteren.

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  4. Ein breites Bündnis für bäuerliche Landwirtschaft ist dringend erforderlich und unterstützenwert. Was mich allerdings auf den hiesigen Plakaten zur Veranstaltung am 20.1. sehr irritiert, ist die Überfrachtung mit linken und „Refugees Wellcome“-Parolen, die der Glaubwürdigkeit bei Verbrauchern und Landwirten schaden. Ich finde das sehr schade, denn es schreckt konservative und liberale Menschen ab. Die Verbände sollten sich davor hüten, sich parteipolitisch vor den Antifa-Karren von Grünen und Linken spannen zu lassen.

    4+
  5. Ehemaliger Landwirt sagt

    Was macht die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft mit den großen Treckern?
    Hab immer gedacht, die bäuerliche Landwirtschaft arbeitet noch mit dem kleinen Lanz auf dem Acker?
    Die mitlaufenden Verbraucher wollen Betriebe mit höchstens 10 Kühe, 20 Hühner und zwei Schafe zu streicheln.
    Ganz wird die moderne Landwirtschaft nicht verteufelt, deshalb gesteht die Bevölkerung den Bauern noch den Lanz Baujahr 1951 zu, vielleicht auch einen Hanomag.
    Ehrlich gesagt, ich bin etwas ratlos.

    11+
    • Ottmar Ilchmann sagt

      Waren Sie schon mal in Berlin bei der Demo? Da sind Trecker aller Alters- und Größenklassen am Start. Willi hat für sein Bild natürlich sehr bewusst einen der größeren Vertreter ausgewählt, aber bäuerliche Landwirtschaft definiert sich sicher nicht über die PS-Zahl des Treckers. Und den Verbrauchern, die dort teilnehmen und ihre Anliegen vertreten (sicher nicht nur „mitlaufen“), kann man bei der Gelegenheit auch ein realistisches Bild heutiger Bauernhöfe vermitteln. Die meisten haben das ohnehin schon, denn es handelt sich in der Mehrzahl um interessierte, gut informierte Bürgerinnen und Bürger.

      8+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Nein,
        war noch nie bei einer DEMO, schon gar nicht bei der „wir haben es satt“.
        Die Gruppierungen ( außer den Landwirten) haben nicht das Wohl der Landwirte auf der Agenda und die ABL meint, sie bekommen Unterstützung von diesen Menschen.
        Die bäuerliche Landwirtschaft gehört schon lange der Vergangenheit an, die letzten Mohikaner meinen man kann das Rad nochmals zurückdrehen, für mich die reine Illusion.
        Einen Außenschutz werdet ihr nicht bekommen, es ginge nur mit Verbrauchern, die auch mehr für Lebensmittel bezahlen, die derzeitigen Absichtserklärungen kann man getrost in die Tonne kloppen.
        Bin mir sicher, dass ach so gut informierte Bürgerinnen und Bürger ihre Informationen von dubiosen Broschüren, oder von Hochglanzmagazinen her kennen, keines Falles von der Arbeit auf einem Bauernhof.
        Wenn sie schon das Bild, das von Bauer Willi verwendet wurde kritisieren, nehmen sie das Bild von diesem Link, einen kann ich ihnen verraten, Pferdefuhrwerke sind nicht zu sehen.
        https://www.wir-haben-es-satt.de/trecker/aufruf/

        8+
        • Ottmar Ilchmann sagt

          Noch nie bei einer Demo? Gab es noch nie ein Ziel, für das Sie sich gemeinsam mit anderen einsetzen wollten, noch nie Ideale, die Sie öffentlich vertreten wollten, noch nie Mißstände, gegen die Sie protestieren wollten? Wie traurig! Andere Menschen ticken anders, zum Glück!

          3+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Ich war noch nie bei einer DEMO in Berlin, aber mehrere Male in Straßburg, mit bis zu 20.000 beteiligten, hab mich da falsch ausgedrückt.

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            • Inga sagt

              Und früher mal in deiner Kreisstadt vor dem Bauernverband auch nicht?

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Meinungsverschiedenheiten habe ich mit dem Geschäftsführer oder dem Präsidenten besprochen.

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        • Phillip Brändle sagt

          Guten Abend Ehemaliger Landwirt,

          Sie beschreieben die AbL als Rückständig und als Gegenpol zur „modernen“ Landwirtschaft. Die AbL schätzen Sie offenbar so ein als würde Sie sich vorallem für die nutzung historischer Landtechnik stark machen. Woher nehmen Sie diese Infos? Haben sie sich mal mit den Positionen der AbL auseinander gestezt?

          Ich würde mich freuen wenn Sie ich mal mit den AbL-Papiern im Detail beschäftigen und empfehle einen Besuch der Homepage der AbL (http://www.abl-ev.de/start/) Wo finden sich hier unmoderne Positionen? Ist die Tatsache das sich die AbL für den erhalt möglichst vieler Bäuerinnen und Bauren stark macht nicht im Sinne unseres Berufstandes?

          Mit besten Grüßen,
          Phillip Brändle

          Wo sehen Sie hier etwas unmodernes

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Wo soll ich geschrieben haben, dass die ABL rückständig ist, ich halte die vielgepriesene bäuerliche Landwirtschaft als nicht Überlebensfähig und für die „Agrarwende“, die von einigen Politikern gefordert wird, würden die Arbeitskräfte fehlen.
            Deutschland ist ein Exportland, für die Landwirtschaft wird nicht die Industrie geopfert.
            Den erforderlichen Außenschutz, den Bauer Willi anspricht, wird nie kommen. Folglich tut die Politik alles, dass die Bevölkerung mit preiswerten Nahrungsmittel versorgt wird, aber nicht mehr.
            Mein persönlicher Wunsch wäre, dass alle jetzt noch vorhandenen Betriebe überleben würde, daran glauben tu ich nicht.

            6+
      • bauerhans sagt

        „Die meisten haben das ohnehin schon“

        denen ich in berlin zugehört hatte,hatten ein subjektives bild von bauern,ähnlich den verbrauchern,die sofort und selbstverständlich mehr fürs essen zahlen wollen.

        1+
    • Wenn wir vor 60 bis 70 Jahren für diese Dinge eine Demo hätten machen müssen, wären wir bestimmt mit unseren Pferden gekommen. Auch da gab es schon große und kleine Bauernhöfe, aber leider noch keine AbL mit dem Gegenwind im Gepäck

      3+
  6. Bei der „Wir haben es satt“-Demo handelt es sich um eine bunte politische Demonstration vieler zehntausend Menschen. Durch Verkleidungen, Musik, etc. mag es hier und dort sicherlich wie ein „Karnevalsumzug“ aussehen. Aber mal ehrlich: So viel Politik wie bei den Rosenmontagsumzügen hatten wir im Jahr 2017 fast an keinem Tag! 😉 Ich verstehe das Problem nicht: Natürlich sind die mitlaufenden oder fahrenden Bäuer*innen auf der Demo nur ein kleiner Teil der Landwirtschaft. Das ist doch überall so. Auch der DBV ist nur ein kleiner Teil. Die AbL ebenfalls (hier ist mir sehr wichtig, dass sie auch konventionelle Betrieb vertritt!). Auch Bauer Willi ist nur ein kleiner (sehr lesenswerter 😉 ) Teil der Landwirtschaft. Aber alle haben berechtigte Interessen zu formulieren. Genauso wie Menschen aus den Bereichen Umwelt, Natur, Verbraucherschutz, Tierwohl usw. @Carsten Marquardt hat Recht: Schaut Euch „den Zirkus“ mal an und kommt mit den Menschen ins Gespräch. Letztes Jahr habe ich so lange mit Milchbäuer*innen, die am Rand standen und den Demozug sehr kritisch beobachteten, gesprochen, dass ich danach der Demo hinterherspurten musste, um den Anschluss nicht zu verpassen. Nach dem Gespräch war so manches Vorurteil (böse Umwelt-NGOs etc) ausgeräumt und die gemeinsame Analyse der Situation an Milchmarkt, Weideland, Naturschutz etc stand im Vordergrund. Nur Mut! Nutzt den Dialog.

    3+
    • Bauer Willi sagt

      @Christian Rehmer,
      auch ich war im vergangenen Jahr in Berlin und habe mir die Demo angesehen. Aufgefallen sind mir vor allem die Transparente von Greenpeace, NABU, BUND, WWF, Campact, DTB und vielen anderen NLO´S (Nicht-Landwirtschaftliche Organisationen). Die AbL ging da fast unter. Der „ganz normale Landwirt“ ist da also eher unterrepräsentiert, um es einmal ganz vorsichtig auszudrücken.

      Es steht jedem frei, in einer solchen Demonstration seinen Unmut über Unzulänglichkeiten zum Ausdruck zu bringen. Ein Sprachrohr für die deutsche Landwirtschaft ist sie nicht.

      Es hat wohl eine längeren Diskussion darüber gegeben, ob ein „ganz normaler Landwirt“, , auf der Abschlusskundgebung sprechen „darf“. Von daher gibt es zwischen den beiden Lagern sehr viel zu besprechen und ich finde es absolut richtig, in den Dialog zu treten. Aber vielleicht fragen Sie sich auch einmal aufrichtig, ob eine Überschrift „Wir haben es satt“ dafür gut geeignet ist. Neben allem Protest erwarten die Landwirte nämlich Lösungsvorschläge! Und zwar solche, die auch umsetzbar sind. Und die vermisse ich. Übrigens auch vom BUND. Aber vielleicht kommen wir darüber ja auch in´s Gespräch 🙂
      Bauer Willi

      4+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Lieber Willi, auf dieser Demo haben schon immer „ganz normale Landwirte“ gesprochen, einfach mal die Videos der vergangenen Jahre anschauen. Auch dieses Jahr wird das wieder so sein.

        3+
      • Hallo Willi,
        nun kommt bei mir die Frage auf, was ist für Dich ein „normaler Bauer oder Landwirt“ ein straathof oder ein bisschen weniger? Nun wenn die Entwicklung so weiter fortschreitet, dann gib es nur noch diese Größenordnung!

        1+
        • Moin Bauer Willi,

          wie konnten die über 100 Trecker, von denen viele auch AbL-Fahnen dabei hatten, den untergehen? Sie sind doch genau an Dir vorbei gefahren – immerhin hast Du mich am ersten Trecker angesprochen – vergessen? Zudem fuhr die Treckerkolonne doch über 30min. über den Potsdamer-Platz und wurde bejubelt. An den meisten Treckern waren klare Agrarpolitische Forderungen zu lesen – übersehen? Und hast Du Dir mal die Berichterstattung des letzten Jahres angesehen? In nahezu jeden Video und in jedem Bericht kamen Bäuerinnen und Bauern zu Wort – übersehen?

          Ist das ein differenzeirter und erlicher Blick auf die Dinge?

          Was die Lösungsvorschlage angeht hat die AbL übrigens einiges zu bieten. Ich empfehle:

          Zur GAP: http://www.abl-ev.de/uploads/media/17-11-29-AbL_Punktesystem_-_Agrarpolitik_auf_Qualit%C3%A4t_ausrichten__kl_.pdf

          Zur Schweinehaltung: http://www.abl-ev.de/uploads/media/AbL_-_Umbau_der_Schweinehaltung._Nutztierstrategie_konkret_-_Sept_2017.pdf

          Sind das nicht konkrete und vernünftige sowie detailtreiche Lösungsvorschläge?

          Beste Grüße von einem bekennenden und stolzen AbLer
          Phillip Brändle

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          • Bauer Willi sagt

            @Phillip Brändle
            ich habe meinen persönlichen Eindruck von den Fahnen, Transparenten, als Schmetterlinge, Schweine oder Glyphosat-Kanister verkleideten Menschen wiedergegeben. Auch die Schilder „Dein Gift tötet mich“ und ähnliche sind mir aufgefallen. Und sicherlich habe ich auch AbL-Fahnen gesehen, keine Frage. Es war eine bunte Truppe von allen möglichen Aktivisten, mit dabei auch AbL und einige Bio-Verbände. Alois und ich haben auch Menschen am Straßenrand angesprochen, die zufällig dort standen. Die meinten, dass wäre „so eine Bauerndemo für bessere Preise und das ginge in Ordnung“. Jubeln hört sich anders an.

            Ich habe in den vergangenen Monaten mit AbLer und BDMler gesprochen (auch Romuald Schaber). Ich glaube also, die Positionen zu kennen. Manches davon teile ich, manches nicht. Dito mit der BÖLW und Felix zu Löwenstein, den ich menschlich sehr schätze.

            Das Du bekennender und stolzer AbLer bist, ehrt Dich. Jeder soll auf das stolz sein, woran er glaubt. Ich halte es auch so! Vielleicht sehen wir uns ja in Berlin?!
            Bauer Willi

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            • Phillip Brändle sagt

              Guten Abend Willi,

              freud mich zu hören. Ich hatte deinen Satz: „Aufgefallen sind mir vor allem die Transparente von Greenpeace, NABU, BUND, WWF, Campact, DTB und vielen anderen NLO´S (Nicht-Landwirtschaftliche Organisationen). Die AbL ging da fast unter.“ Anders verstanden.

              Intressieren würde mich noch was Du zu den Papieren und Vorschlägen der AbL sagst, welche ich verlinkt habe. Das sind doch sehr konkrete Lösungsansätze oder? Wie bewertest Du die Inhalte und Ideen? Ich freu mich auf eine Einschätzung und Rückmeldung.

              Und noch eine Frage habe ich: In einer der letzten RP´s (Reihnische Post), die Du als Reihnländer vieleicht liest, wurde Joachim Ruckwied bei der nachfrage, wie er die Tatsache sieht das seit 1960 rund 80% der Bauernhöfe aufgegeben haben, mit den Worten „akzeptabler Prozess“ zietiert. Sollte uns Bauern das nicht viel mehr aufregen als die kleine AbL? Wie kann es sein das ein „Bauernvertreter“ das wegsterben seines eigenen Berufsstandes als „akzeptabel“ beschreibt? Warum regen sich Bäuerinnen und Bauern den bitte über die AbL und andere NGO´s auf, die sich ja klar gegen das wegsterben von uns Bäuerinnen und Bauren aussprechen?

              Danke fürs zeitnehmen und besten Grüße,
              Phillip Brändle

              1+
  7. bauerhans sagt

    der widerspruch ist ja,dass bauern mit „dicken treckern“ rumfahren und gleichzeitig ohne ende jammern.

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    • Inga sagt

      Das ist Widerspruch in den Augen der Verbrauchern.

      Aber in Wahrheit nicht,
      denn wenn ein Bauer so einen „dicken Trecker“ hat, dann hat er auch genügend Ackerland dafür um es zu bearbeiten. denn der Trecker muß sich ja bezahlt machen.

      So eine Idee kann nur von einem Städter, bzw. Nichtlandwirt kommen;

      und die sollen doch froh sein, dass die Herstellung und auch die Reparatur des Treckers wieder mal einen Arbeitsplatz in der Landmaschinenfabrik gehalten hat.

      Solidarität übern!

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