Bauer Willi
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Liebe Jamaikaner -oder- Reggae in Berlin..

Ich wollte kein Jamaika, aber das geht wohl einigen so. Wenn sich Schwarz, Gelb und Grün aber tatsächlich zu einer gemeinsamen Regierung durchringen sollten, dann möchte ich euch Jamaikanern was mit auf den Weg geben.

Liebe Jamaikaner, auch wenn es euch in den Finger juckt, die Ministerien Landwirtschaft und Umwelt an die Grünen zu geben: Lasst es! Egal, wann und wo ich bisher mit Berufskollegen gesprochen habe: alle haben über den oder die grüne Minister/in geschimpft. Nun, nicht alle. Diejenigen, die  anständig Fördermittel bekommen oder zusätzliche Subventionen und Prämien eher weniger.

Wie beim Reggae kommt es auch in der Politik auf den richtigen Ton an. Das oberlehrerhafte Getue von so manch einer grünen Politikerin  geht mir mächtig auf den Senkel, und auch die elitäre Arroganz ihrer männlichen Kollegen. Ich meine vor allem Künast und Trittin, falls das eure Frage war. Dummheit halte ich übrigens für entschuldbar. Herrn Remmel habe ich schon verziehen. Aber ob ich Herrn Dr. Hofreiter verzeihen könnte…? Na, ich weiß nicht…

Um aber nicht unfair zu sein: es gibt auch andere Töne in dieser Partei. Ob die sich aber in der Bundespolitik durchsetzen können und nicht innerparteilich „gemobbt“ werden, bleibt abzuwarten. Ebenso ob diese Politiker jetzt nicht nur „Kreide gefressen“ haben, um sich für die möglichen Koalitionsverhandlungen in Stellung zu bringen.

Die „Leichtigkeit“ einer FDP wird sich wahrscheinlich verlieren, wenn der Alltag der Kompromisse beginnt. Und was die Union angeht: Etwas mehr Mut würde ich mir von euch schon wünschen und sich auch mal gegen statt in den Wind stellen.

Wer von euch  Jamaikanern möchte, dass sich in der Landwirtschaft etwas ändert sollte sich erst einmal überlegen, ob er die Bauern als seine Gegner oder seine Partner betrachtet.  Und  erst dann neue Gesetze und Verordnungen beschließen. Mit Partner gehen Veränderungen einfacher.

Wir Bauern sind lernfähig: ob wir Weizen oder Dinkel anbauen, Schweine mästen oder eine Straußenfarm betreiben, ist zweitrangig. Können wir alles. Wenn wir Bauern aber Flächen brach liegen lassen, Hecken pflanzen oder breitere Gewässerrandstreifen machen, kann man das nicht mit einem Schulterklopfen abtun. Soll ich eine Bachaue so bewirtschaften, dass sich dort Amphibien, Schmetterlinge und Vögel in Ruhe aufhalten können, muss es dafür richtig Geld geben. Keine Almosen, wie das so mancher denken mag.

Mit Verboten kann man niemanden motivieren, mit Anreizen und Belohnung schon. So wie in der Familie. Das sei besonders kinderlosen Politiker und Politikerinnen gesagt. Auch dann, dann sie Pädagogik gelernt haben. Oder Jura. Zwischen Theorie und Praxis liegen oft Welten. Weiß man aber auch nur, wenn man die Praxis kennt. Und da scheint es bei euch ja oft zu hapern.

Übrigens können wir Bauern auch Bio! Ist ja nicht so, dass wir zu blöd dazu sind und deshalb so viel Bio importiert wird. So behaupten das nämlich einige von euch. Weil ihr keine Ahnung habt. Ne, Bio-Ware aus dem Ausland reinzuholen ist billiger. Da macht sich der LEH einen schlanken Fuß und sagt sich mit Recht: Warum teurer, wenn es auch billiger geht. Ist doch verständlich, so denkt ja jeder.

Aber mit dem LEH wollt ihr es euch ja nicht verderben. Das merken wir Bauern schon seit langem. Ist jetzt aber nicht parteispezifisch, wie wir es nicht erst seit dem Deal bezüglich Tengelmann erfahren konnten. Seitdem denke ich beim Namen Gabriel nicht mehr nur an Erz-Engel…

Noch mal Bio: Viele Milchbauern stehen vor den Bio-Molkereinen Schlange und würden gerne liefern. Aber die Bio-Molkereien können so viel Bio-Milch nicht absetzen, weil der „liebe Verbraucher“ die einfach nicht kaufen will. Jedenfalls nicht in der angebotenen Menge. Obwohl er, der Verbraucher, das ständig bei Umfragen beteuert. Aber nicht tut!  Das ist nun wirklich blöd. Der Verbraucher „würde“ ja gerne…aber von „würde ja“  kann sich kein Bauer was kaufen. Auch kein Bio-Bauer. Der sieht eine staatliche verordnete Bio-Quote oder eine Agrarwende auch eher kritisch. Märkte lassen sich nämlich nicht verordnen.

Liebe Jamaikaner, viele Bauern haben nicht Schwarz oder Gelb gewählt, um dann Grün zu bekommen. Merkt Ihr denn nicht, wie ihr auf dem Weg seid, aus der demokratischen Parteienlandschaft eine bunte Einheitspartei zu machen? Wo Kompromisse mit den kleinsten gemeinsamen Nennern die Visionen ersetzen. Oder wo eben „Bauernopfer“ zum Machterhalt erbracht werden.

Ja, genauso ein „Bauernopfer“ wollen die meisten eben nicht! Falls ihr also in der Planung für die Regierung an eine/n grünen Minister/in für Landwirtschaft und Umwelt denkt, so riskiert ihr damit, dass ihr die Stimmen bei der nächsten Wahl nicht mehr bekommt oder Landwirte aus eurer Partei austreten. Und was passiert, wenn Leute aus Enttäuschung und nicht nach Sachverstand wählen, habt ihr ja bei der Bundestagwahl gesehen. Und das könnt ihr doch nicht wirklich wollen, oder?

Aber vielleicht täusche ich mich ja auch und ihr bekommt ja was Anständiges hintereinander und rauft euch zusammen. Wir können ja noch mal reden…

Und wenn ihr nichts Anständiges hinbekommt, müssen wir sogar reden…

Euer Bauer Willi

 

 

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154 Kommentare

  1. Wenn Land (wie zum Beispiel diese Bachauen, Hecken oder Feldränder) in den Besitz gelangen ohne dass dafür bezahlt wurde, dann verstehe ich schon nicht ganz, warum ihr dafür Geld wollt. Denn das Land ist ja über Jahrzehnte vererbt. Eure Vorgängergenerationen dachten da anscheinend noch anders und reizten nicht alles bis zum letzte Quadratmeter aus. Und wenn solche Flächen verpachtet oder verkauft werden, dann gilt ähnliches. Eigentum verpflichtet, schon mal gehört!!

    1+

    • Bauer Willi sagt

      Sie haben da etwas falsch verstanden. Ich habe hochwertiges Ackerland in eine Bachaue umgewandelt. Da ich auf dieser Fläche nicht mehr wirtschafte (außer der Pflege) habe ich auch daraus keinen Ertrag mehr. Ist es dann „unverschämt“, dafür einen finanziellen Ausgleich zu fordern?
      Bauer Willi

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    • Aber die Stadtangestellten dürfen für das Pflegen der Flächen Geld bekommen, Jürgen, Landwirte nicht?

      Aber Bauer Willi macht das ja aus Ideologie, wenn ich richtig verstanden habe!?!

      Wenn er da Zuckerrüben und Weizen Anbauern würde, dann hätte er einen anderen Erlös!

      Aber daraus ist zu erkennen, dass er etwas für den Naturschutz übrig hat!

      0

  2. Wenn ich es richtig sehe, fordern die Grünen die Kopplung von Agrarsubvention an ökologische Leistungen, das entspricht ja eigentlich dem was Sie fordern: „Soll ich eine Bachaue so bewirtschaften, dass sich dort Amphibien, Schmetterlinge und Vögel in Ruhe aufhalten können, muss es dafür richtig Geld geben.“

    2+

    • Jetzt verrate ich Ihnen was: ich habe mit unserer Gemeinde einen Vertrag über die Bereitstellung einer meiner Flächen für eine Bachaue gemacht. Mit Wanderweg und Parkbänken. So eine Art Stadtpark mit Bäumen. Selbst habe ich da noch ein paar Obstbäume hingepflanzt. Alte Sorten, Hochstämme. Und Johannisbeersträucher. Dafür und für die Pflege bezahlt mir die Gemeinde einen deutlich vierstelligen Betrag. Das nenne ich ein win-win-Modell. Aber dazu gezwungen zu werden und dann mit 300 €/ha abgespeist zu werden, ist unredlich.

      7+

      • Andreas Müller sagt

        und ich bezahle für meine 220 qm Grundstück mit einem Haus darauf über 1000 Euro Grundsteuer pro Jahr und bewirtschafte meinen Garten naturnah…

        irgendwas mache ich falsch, glaube ich

        2+

        • Du lebst mit dem Grundstück auch in einer besseren Lage, Andreas, oder?

          Und du kannst es nur für dich alleine nutzen.

          Keiner darf dich darauf stören!

          Den naturnahen Garten darfst auch nur du für dich alleine ernten und verwalten, oder?

          Oder willst du davon auch etwas für die Allgemeinheit zugänglich machen?

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          • Andreas Müller sagt

            Ich habe viele Gäste und nicht nur Wildtiere. Und wenn du meine Grundsteuer übernimmst darfst du auch jederzeit kommen. Aber bitte keine PSM spritzen.

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            • Andreas Müller sagt

              und von der Chemiefabrik um die Ecke darf ich kostenfrei Dämpfe einatmen und alle 2-3 Wochen gibt es Feste in der Umgebung die ich umsonst hören darf. So gut ist die Lage ☺

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  3. Ich seh das so sagt

    Einen Gedankensplitter erlaube ich mir als neutraler Österreicher in die Diskussion einzuwerfen. Es ist (z.B. bei uns in Österreich) fast schon üblich geworden, etwa als Justizminister einen Parteiunabhängigen zu nominieren.

    Es wäre vielleicht gerade für eine Jamaika-Koalition (so sie denn kommt) ein vertrauensbildendes Signal der Einigkeit, etwa als Minister für Landwirtschaft und Umwelt einen von allen (Koalitionsfraktionen) anerkannten Fachmann zu nominieren. Schön wäre natürlich auch zu sehen, daß dieser nicht als kleinster gemeinsamer Nenner wirkt.

    Es gibt sicher jemanden mit Expertise. Der zu Bio und Konventionellen ein offenes Verhältnis hat. Der Landwirtschaft als Theorie und Praxis bestens kennt. Der international vernetzt ist. Der eine Gesprächsbasis zu Parteien und NGO´s hat. Der mit Medien ein konstruktiven Umgang pflegt. Der sich etwa auch schon jahrelang und intensiv für Dialog mit Konsumenten verdient gemacht habt.
    Mir fällt nur gerade sein Name nicht ein ……
    Ich glaube er fing mit W…. an ……… 🙂 🙂

    9+

  4. Paulus sagt

    Welche realistische Alternative zu Jamaika gibt es denn?
    Wem sonst als den Grünen sollte das Umweltministerium zugesprochen werden?
    Welche herausragende Bedeutung hat das Landwirtschaftsministerium als das es nicht auch an die Grünen gehen sollte? Es muss ja nicht diese Frau Künast sein, da brauchte ich Herztropfen. So ein Hofreiter wäre mir nicht unsympathisch; der vertritt ja durchaus vernünftige Positionen und analytisches Denkvermögen darf man bei dem voraussetzen. Ein Habeck dürfte wohl (leider) kaum nach Berlin wechseln. Die Erfolge der CSU-Minister würde ich weder im Sinne der LW noch der Verbraucher als herausragend bezeichnen. Die Aktivitäten dieses Ressorts betreffen ja nicht nur die Landwirte sondern auch eine große Anzahl der ach so geschmähten Verbraucher. Das wird hier gerne mal vernachlässigt.
    Das Außenamt – geschenkt. Dort können selbst die Grünen nicht viel falsch machen.
    Was das Familienministerium betrifft habe ich keine Meinung. Das dürften wohl alle irgendwie gleich gut hinbekommen.

    Ob die Grünen 20 oder 100% Bioanteil oder das Verbot von Dieselmotoren ab 2025
    oder die sofortige Energiewende fordern ist irrrelevant. Das entscheidet allein der Markt in Abhängigkeit des technischen Fortschritts und der Akzeptanz der Verbraucher.
    Insofern wünsche ich mir durchaus eine Regierungsbeteiligung der Grünen, es könnte sie entzaubern. Ich sage es ungern: Selbst eine Frau KGE ist mir lieber als so ein dreimal chemisch gereinigter Gnom aus Würselen, der ja zum Glück eine GroKo kategorisch ausgeschlossen hat. Obwohl – dieser Erzengel hat noch nicht das letzte Wort gesprochen. Da kommt bei passender Gelegenheit bestimmt noch was.

    Im Übrigen kenne ich in meinem Umfeld nicht Einen, der sich gegen Entschädigungen/Beihilfen/Subventionen oder wie man es auch immer nennen mag ausspricht, wenn Landwirte zum Wohl der Umwelt und somit der Allgemeinheit beitragen. Der dazu notwendige Aufwand ist, zumal wenn gesetzliche Auflagen zu erfüllen sind, selbstverständlich angemessen zu vergüten. Das ist weder mit Schulterklopfen noch mit Almosen getan, sondern muss sich deutlich monetär ausdrücken. Daran besteht doch kein Zweifel.
    Wenn allerdings Golfplätze (im Grunde Sportanlagen) und ähnliche Anlagen subventioniert werden, darf sich niemand wundern wenn dies auf Unverständnis stößt.
    Dass landwirtschaftliche Kulturen zur Ertragserzielung angelegt werden und nur zuletzt als Biotop für irgendwelche Arten dienen, ist hinreichend bekannt. Das ist im Interesse aller und legitim und ich kenne nun wirklich niemand der daran Anstoß nimmt.

    Willis indirekter Vorwurf, der immer wieder die Verbraucher und den LEH betrifft geht nach meiner Auffassung weitgehend ins Leere. Die Vertreter der LW waren es, die sich in ihren Pöstchen gesonnt und gepennt und nicht verstanden haben worum es geht. Während dessen haben die Lobbyisten und Entscheider der verarbeitenden Industrie und des Handels den Spieß zu ihren Gunsten gedreht. Jetzt komme mir bitte niemand mit den Einwand das stimmt ja alles nicht.

    Ich habe mich tatsächlich langsamen Schritts zur Wahl gequält, in der vagen Hoffnung, dass uns die grüne Kröte mit meiner Stimme erspart bleibt. Nun ist es aber so und
    ich kann mich mit Jamaika durchaus anfreunden. Ich hoffe, dass die Parteien einen Koalitionsvertrag unter Dach und Fach bekommen und konstruktiv zusammen arbeiten.

    3+

    • Bauer Willi sagt

      @Mensch Paulus,
      da sind wir uns fast in allen Dingen einig. Mein Lieblingsthema, der LEH, macht sich trotzdem bei all dem einen schlanken Fuß. Als Drehscheibe zwischen Erzeuger und Verbraucher kommt ihm auch eine gewisse Verantwortung gegenüber den Erzeugern zu. Und dieser Verantwortung stellt sich der LEH nicht wirklich und ernsthaft.
      Bauer Willi

      3+

      • Mausschubser sagt

        Indirekt hat euch der LEH mit seiner heile Bauernhof Welt Werbung einen Teil der Chose eingebrockt. Die wenigen verbliebenen LEH-Ketten liefern sich gegenseitig einen mehr als harten Wettbewerb. Und weil der Kaufmann am meisten im Einkauf erzielen kann, bleiben nur die Erzeuger übrig. Der LEH bzw. seine verarbeitenden Zulieferer kaufen dort ein, wo es am billigsten ist. Wenn ihr nicht billig liefert, dann macht das der Kollege aus …. solange bis sich der Markt eingependelt hat und es nicht mehr billiger geht oder die Nachfrage den Preis nach oben treibt.
        Der Politik und Gesellschaft mache in an der Stelle den Vorwurf, dass Sie zwar Forderungen an die LW haben, sich um die Marktmechanismen keinen Deut scheren. Entweder muss man den Markt schützen – Importe nur wenn, nach gleichen Standards produziert etc. – oder euch die Gelegenheit geben am Weltmarkt zu konkurrieren. Beides auf einmal geht nicht. Weltmarkt bedeutet auch, dass das Höfesterben hier weiter gehen wird, vielleicht weniger beschleunigt, als durch zusätzliche Vorschriften. Der kleinste gemeinsame Nenner für den Ansatz an der Produktion ist die EU. Diese müsste die Produktionsrahmenbedingungen und den Import regulieren. Ein Sonderweg Deutschlands bringt nichts.
        Und wenn man die Äußerungen der CDU Angehörigen hier leist, dann weiß ich nicht, ob ihr mit einem grünen Minister nicht vielleicht sogar weniger Probleme hättet.

        2+

  5. Ehrlicher sagt

    Wenn ich hier lese, dass AbL und BDM sich auf einen grünen Landwirtschaftsminister freuen und viele andere das skeptisch sehen, dann wird mir schnell klar warum es keinen grünen Landwirtschaftsminiter/in geben darf. Man bewahre die deutsche Landwirtschaft vor zu großen Einfluß von diesen beiden Splittergruppen. Ich war CDU-Mitglied über Jahrzehnete, bin nach dem ersten Sündenfall ausgetreten und werden diese Partei erst wieder als wählbar erachten, wenn ich mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Regierung mit grüner Beteiligung durch meine Stimme unterstütze!

    3+

    • Ottmar Ilchmann sagt

      Keine Angst, der segensreiche Einfluss des Bauernverbandes wird auf absehbare Zeit bestehen bleiben. Sehr viele politische Entscheidungen werden vom BV direkt beeinflusst, damit trägt er natürlich auch die Verantwortung für die Folgen, Stichwort z.B. Quotenausstieg ohne jegliche Möglichkeit der Marktregulierung im Krisenfall. Hier hätte man vielleicht eher auf die beiden „Splittergruppen“ hören sollen, nicht erst mit der Mengenreduzierung gegen Entschädigung im Sommer 2016, als es schon fast zu spät war. Gewirkt hat sie dann trotzdem.

      2+

      • Ehrlicher sagt

        Wie der Name Splittergruppe schon sagt, neigen solche Gruppen zur Selbstüberschätzung. Sie verstehen auch nicht all die Folgen ihrere z.t. abstrusen Forderungen und auch nicht ihre z.T. merkwürdigen Koalitionen bei z.B. „Whes“, kopfschüttel!

        3+

  6. Ottmar Ilchmann sagt

    Ich bin wirklich überrascht, liebe Berufskollegen, dass anscheinend so viele von euch so eine große Angst vor einem grün geführten Landwirtschaftsministerium haben! Was kann denn noch schlimmer werden? Die Grünen sind doch die einzigen, die für einen Wandel in der Agrarpolitik stehen. Gerade die Union, namentlich die CSU, die das Ministerium seit 12 Jahren besetzt, steht doch für ein „Weiter so“, sprich Wachsen und Weichen, Weltmarktorientierung, Liberalisierung, keine Marktteilnahme von Bauern usw. Das hat uns besonders in den letzten Jahren einen rasanten Strukturwandel eingebracht, gerade viele bäuerliche Milchviehbetriebe sind ohne Not auf dem Altar der Liberalisierung geopfert worden. Ich persönlich habe große Angst davor, dass wieder ein Vertreter der C-Parteien das Agrarministerium bekommt. Und ein FDP-Vertreter wäre sicherlich noch gefährlicher für den Fortbestand der bäuerlichen Landwirtschaft. Auflagen, Kontrollen und Bürokratie bekommen wir von den beiden Parteien, nach denen sich so viele sehnen, übrigens noch obendrauf, oder gab es all das in den 12 Jahren der CSU-Führung nicht?

    2+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Herr Ilchmann,
      wenn Neuseeland die Milcherzeugung erhöht, gehen bei uns die Preise runter, wenn Algerien weniger Milch abnimmt auch.

      Man solle nicht glauben, dass Deutschland auf den globalen Milchmärkten etwas bewirkt, egal welche Farbe der Minister im Parteibuch hat.

      2+

      • Ottmar Ilchmann sagt

        Die letzte Milchkrise wurde nicht von Neuseeland ausgelöst, sondern von der Produktionsausweitung in der EU in Folge oder wie in Deutschland bereits in Vorwegnahme des Quotenausstiegs. Als größtes europäisches Milcherzeugungsland hat Deutschland zu dieser Produktionsausweitung einen erheblichen Beitrag geleistet. Insofern bewirkt es durchaus etwas auf den globalen Milchmärkten.

        1+

      • Lieber Ehemaliger, Sie dürfen den Milchmarkt nicht mit dem Zuckermarkt verwechseln. Wenns um Zucker ginge, hätten Sie recht, bei Milch hat Herr Ilchmann recht.

        1+

  7. Ich könnte nicht SPD wählen weil ich die Grünen als Berufsjäger und landwirtschaftlicher Betriebswirt nicht im Umwelt und Landwirtschaftsministeriums sehen will. Wenn jetzt Schwarz, Gelb, Grün regiert und die Grünen das Umwelt und Landwirtschaftsministerium über nehmen, dann kann ich leider in Zukunft nicht mehr wählen gehen.

    2+

  8. Berglens, Peter sagt

    Hallo liebe Bauern, hallo liebe Verbraucher,
    bei dieser Diskussion schwappt gerade mein Mageninhalt so knapp über den Kehlkopf. Und bevor er noch höher steigt, haue ich lieber mal in die Tastatur.
    Die Schwarz-Weiß-Malerei ist doch absurd und hilft weder der einen noch der anderen Seite.
    Die Bauern, aber auch Nebenerwerbslandwirte und Hobby-Landwirte sind unsere wichtigsten Bewahrer unserer Kulturlandschaften. Naturlandschaften gibt es in D ja so gut wie keine mehr.
    Deshalb muss der Rest von Natur für uns und unsere Nachkommen mindestens erhalten bleiben. Dazu bedarf es einer gemeinsamen (!) Kraftanstrengung. Setzt Euch also vermehrt an runde (oder eckige) Tische und besprecht, was und wie gemeinsam zu tun ist. Das ewige Gebashe ist doch megaout und absolut kontraproduktiv.
    Zu den Grünen: Ich erinnere mich noch gut daran, als jedes 2. Kind unter Krupp oder Pseudokrupp gelitten hat. Durch enormen Grünendruck sind schnell Verordnungen in Kraft getreten, die für die Kinder die Rettung bedeutet haben. Sehr viele andere grünen Drücke wären zu nennen, die unser aller Leben positiv verändert haben. Nicht mal der Dümmste stellt dies doch in Abrede, oder?
    Und nein, ich habe nicht die Grünen gewählt.
    So wie bisher kann es aber doch nicht weitergehen. Wir brauchen einen gemeinsamen Nenner, mit dem alle leben können. Dazu müssen alle – nur ein kleines bisschen – von ihrem Rösschen runterkommen. Liebe Grüße an alle. Puh ………..

    4+

    • Mausschubser sagt

      Die damaligen Maßnahmen würde ich nicht den Grünen zuschreiben. Als die Grünen in den Regierungen vertreten waren, waren die meisten Themen gegessen.

      2+

      • Berglens, Peter sagt

        Man muss nicht in er Regierung sitzen, um als Partei Druck zu erzeugen. Als damals betroffener Vater von 2 betroffenen Kindern und vielen durchwachten Nächten weiß ich schon wovon ich rede.

        0

      • aber die GRÜNorientierten haben das das Thema an gestupst, zur Diskussion gebracht, schon lange bevor sie in Regierungen warn; vielleicht sind sie dadurch n die Regierungen gekommen!

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  9. Eckehard Niemann sagt

    Top agrar online stellte in der „Frage der Woche“ am 25.9.2017 die Frage, welche Partei denn in einer Jamaika-Koalition den Landwirtschaftsminister stellen solle. Das Ergebnis der Voten von 3.991 Teilnehmern ist nicht so einseitig, wie „Bauer Willi“ es darstellt:
    25% CDU, 22% CSU, 21% FDP, 29% Grüne …

    4+

    • Bauer Willi sagt

      Und die Umfrage ist repräsentativ? Sie wissen doch genau so gut wie ich, wie man so etwas steuern kann… 😉
      Bauer Willi

      3+

      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber „Bauer Willi“,
        Sie zweifeln an, dass die TOP-AGRAR-UMFRAGE wirklich repräsentativ ist. Vermutlich zu Recht. Aber wie repräsentativ ist denn die von Ihnen selbst angegebene Grundlage für Ihre Einschätzungen und Behauptungen. Sie schreiben: „Egal, wann und wo ich bisher mit Berufskollegen gesprochen habe: alle haben über den oder die grüne Minister/in geschimpft. Nun, nicht alle. Diejenigen, die anständig Fördermittel bekommen oder zusätzliche Subventionen und Prämien eher weniger.“ Eine solche „Datengrundlage“ scheint mir doch noch viel dünner als die TOP-AGRAR-Umfrage. Oder?

        2+

    • H. Laxen sagt

      Repräsentativ ist das Ergebnis sicherlich nicht und es ging nur um eine Parteiauswahl.
      Hätten Kandidaten zur Abstimmung gestanden, hätte das Ergebnis sicherlich anders ausgesehen.
      29% könnten bei der Umsichtigen und auf Konsens basierten Politik eines Robert Habeck passen – jemand der aber vor Bauern ständig anders spricht als handelt und den Strukturwandel in der Landwirtschaft befeuert und Bauern ständig vor den Kopf stößt – wie Christian Meyer – der hätte nicht mal die Hälfte der Prozente erreicht.

      2+

      • Ottmar Ilchmann sagt

        Wieviel Prozent hätte Christian Schmidt bei einer namentlichen Abstimmung wohl erreicht?

        3+

  10. Altbauer Jochen sagt

    Noch läuft Jamaika bei uns in S-H einigermaßen
    geräuschlos.(Alle geben sich Mühe)
    Im Bund kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen.
    da müssen doch hier wie da einige „Kreide fressen“
    oder „in Rente“ gehen.
    Wenn Jamaika tatsächlich zu einem Kompromiss findet,
    wird es auf Dauer alle beteiligten Parteien zerreißen.
    Meine Befürchtung,-bei der nächsten Wahl bekommt die
    AfD statt 13 Prozent 23 !

    0

    • Bauer Willi sagt

      Herr Habeck gibt sich wirklich Mühe. Er gehört auch zu den Ausnahmen.
      Bauer Willi

      2+

  11. Diese Aussage sagt doch alles: „Diejenigen, die anständig Fördermittel bekommen oder zusätzliche Subventionen und Prämien klagen eher weniger über die grünen Minister. Na dann ihr Grünen, kümmert euch um ordentliche Fördergelder und das Klagen lässt nach.

    1+

  12. Friedrich sagt

    Bei allen Überlegungen für die zukünftige Politik ist auch wichtig wie man das Einkommen der Bauern in Deutschland sichern will. Wie wir bereits ausgeführt haben , fehlen den Bauern hier durch die ganzen Gesetze und Verordnungen 200 – 500 Euro/ha. Wir Bauern wollen aber nicht ständig von der Willkür der Politik oder einzelner Minister abhängig sein. Nur wenn dieser gordische Knoten geknackt ist , wird es Ruhe geben. Man kann nicht Weltmarktpreise zulassen , aber Anforderungen vom Wolkenkuckckuksheim stellen. Das wird wirtschaftlich nicht klappen und ist nicht zu leisten. Also bitte um Vorschläge ??

    7+

  13. Ein Landwirtschaftsministerium ist nicht für die Bauern da, auch wenn „Bauer Willi“ das gern möchte. Wer hätte das nicht gern, ein ganzes Ministerium für den eigenen Berufsstand? Ein Ministerium ist für alle Bürger da, ein Landwirtschaftsministerium für alle, die von Landwirtschaft betroffen sind. Das sind Bauern genauso wie Verbraucher, Verarbeiter genauso wie Bewohner von agrargeprägten Landschaften, die Agrarindustrie genauso wie Tierschützer. Landwirtschaftspolitik muss die Interessen aller Akteure bedienen, nicht nur die der Bauern.

    8+

    • Eva-Maria sagt

      Ein Landwirtschaftsministerium darf nur für Landwirte und Konsumenten da sein.
      Wahre Tierschützer und Umweltschützer sollen wissenschaftlich beratend zur Seite stehen, aber keineswegs mit kriminellem Aktionen die Konsumenten verunsichern, verängstigen und gegen die Landwirte, die ihre Ernährer sind, aufhetzen.

      2+

    • Mausschubser sagt

      Das ist teilweise richtig. Leider ist die Bedienung von Minderheiten Interessen zum zentralen Punkt politischen Handelns geworden. Feelgood Politik auf Kosten von anderen Minderheiten ist nicht das was ich mir unter Demokratie vorstelle, auch wenn es die einfachste Form der Problemlösung ist. Ich erwarte von gewählten Politikern und speziell von Ministern Realismus und eine Verantwortung für das große Ganze, die sich nicht nur auf die Bedienung kurzfristiger Interessen beschränkt, um Erfolge in der Partei oder bei der nächsten Wahl zu erreichen.

      3+

      • Stadtmensch sagt

        Natürlich meinen Sie nicht die Minderheit, die Gesetzesvorlagen schreibt und „Leihbeamte“ stellt. Sie können auch nicht die Minderheit meinen, die in guter bürgerlicher Tradition wirtschaftliche und politische Interessen zum eigenen Vorteil zu verbinden weiß. Was ist für Sie verantwortliche Politik? Die Freiheit des Marktes, die regelmäßig dazu führt, dass er „gerettet“ werden muss und in ihrer aktuellen Ausprägung einen Haufen Probleme versursacht?

        1+

        • Mausschubser sagt

          Immer dies pöse Lobby. Zu Poden mit den Purschen! 😉 In funktionierender Politik ist Lobbyarbeit wichtig und trägt zur Meinungsbildung bei. Lobbyarbeit kann von allen Interessengruppen erfolgen. Natur- und Tierschutz betreiben auch Lobbyarbeit. Nur wenn man die Welt nur nach seinen Ansichten in Gut und Böse unterscheidet, dann ist das eine Lobby und das andere findet nicht statt.

          Verantwortliche Politik sorgt für einen machbaren Ausgleich aller Interessen.
          Nur ein Beispiel: Wenn aus dem Steuersack Wohltaten gereicht werden, dann muss auch jemand die Gelegenheit haben den Steuersack zu füllen und trotzdem muss genügend über bleiben um zu überleben. Ansonsten schmilzt der „Wohlstandsbauch“ recht schnell und der Steuersack bleibt leer.

          Davon abgesehen halte ich die Rettung der Banken, so wie sie gelaufen ist, nicht für geschickt gemacht. Um es mal so auszudrücken. Da hätte der Markt stärker regulieren müssen können dürfen.

          2+

          • Stadtmensch sagt

            Vielen Dank für die kindgerechte Erklärung, die zudem auch noch totaler Nonsens ist. Aus Steuermitteln werden vorrangig Ausgaben getätigt, die private Akkumulation erst ermöglichen. Formale Bildung, Rechtswesen, Infrastruktur, Militär. Mir gehts um ganz konkrete Interessenskonflikte von im Bundestag sitzenden Vertretern des Berufsstandes, die z.B. eine dringend notwendige Beschränkung der übermäßigen Freisetzung reaktiver Stickstoffverbindungen torpedieren. Was vom „Volk“ natürlich begrüßt wird, denn es hat weder Wissen noch Mittel, dieser Verordnung nachzukommen. Herrn Linder von der FDP ist das Problem auch vollkommen wurscht und Hersteller und Käufer von Dieselkarren können fleißig weiter Umwelt und Gesundheit ihrer Mitmenschen schädigen. Kein vernünftiger Mensch hätte hier etwas gegen eine Diskussion um einen Lastenausgleich, aber die wird nicht geführt. Warum nicht?

            1+

            • Mausschubser sagt

              Gerne. Freut mich Ihr Niveau gefunden zu haben!
              Schauen Sie zur Erleuchtung doch einfach mal in den Bundeshaushalt, was der größte Posten ist.
              Private Akkumulation ist der Antrieb einer Gesellschaft. Das Problem der Akkumulation ist nicht die Einzelner, sondern die daraus folgende Unmöglichkeit für den Rest.
              Herr Lindner hat zum Thema NOx in einem Interview ein praktikable Meinung geäußert. Er verurteilt den Gesetzesverstoß von VW mit der Prüfstandserkennung. Er sagt auch, dass man sich ebenso überlegen muss, ob Zielvorgaben bzw. Zeitschiene noch richtig sind. Diese sind von der Politik gemacht und nicht „auf steinernen Tafeln“. Das wird nicht Ihre radikalen Ansichten befriedigen, der große Rest der Bevölkerung wird damit leben können. Sowohl Luft, als auch statistische Lebenserwartung haben sich in den letzten Jahren konstant verbessert. Es ist eben anspruchsvoll mit einem beispielsweise 20% Beitrag eine 50% Verbesserung erreichen zu wollen. Die Automobilhersteller und Zulieferer arbeiten auch daran, weil im RDE die angesaugte Luft dreckiger ist, als die Abgase. Irgendwann müssen Sie dann mit dem PKW in die Stadt fahren. 😉 😉 Hoffentlich darf ich dann noch Fahrrad fahren, weil ich habe kein Auto…

              1+

    • Es geht nicht darum, was ich möchte. Wenn das Ministerium aber – unter anderem – auch Landwirtschaftsministerium heißt, darf ich ja meine Interessen zum Ausdruck bringen. Und das tue ich, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen. Von mir aus kann man das auch gerne in „Lebensmittel-Ministerium“ umtaufen, aber da sind wir als Erzeuger auch wieder die Ersten in der Kette. Alle anderen verdienen ja gut, an dem, was wir herstellen. Und das ist neben Nahrungsmitteln auch Landschaft. Das machen wir sogar kostenlos…

      2+

      • Ottmar Ilchmann sagt

        Wir sind leider nicht die ersten IN der Kette, sondern wir liegen AN der Kette unserer lieben Wertschöpfungspartner. Siehe z.B. Kartellamtsbericht zum Molkereiwesen.

        3+

    • Spargeltarzan sagt

      ob ein Landwirtschaftsministerium für die Bauern da sein sollte oder nicht … sei mal dahin gestellt.
      Aber die, die darin werkeln, sollten doch wenigstens Ahnung von ihrem Tun haben!?

      Man stelle sich TÜV Prüfer vor, die den Autofahrer schützen wollen, aber keine Ahnung von Autos haben…

      3+

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Schwer zu sagen, wie viel Ahnung hatte Renate Künast von der Landwirtschaft?

          3+

          • Mark sagt

            Künast hatte ebenfalls null Ahnung, wurde gefeiert, weil sie angeblich die BSE – Krise gemeistert hat. Dabei kam sie nur zum Zug, weil Schröder den Trunkenbold Funke loswerden wollte. Zur Lösung der BSE-Krise hat sie nichts beigetragen.

            2+

          • Ottmar Ilchmann sagt

            Dass die Grünen keine Ahnung haben, da sind sich hier ja anscheinend alle einig, deshalb meine Frage nach der Kompetenz der Unionsminister. Da sollte man nicht mit zweierlei Maß messen.

            2+

            • Mark Rössler sagt

              Die Grünen haben doch gut gezeigt, wie man die Landwirtschaft voran treibt.
              Heute gibt es tausende Energiewirte mit Biogasanlagen, die erfolgreich wirtschaften. Für die Auswirkungen werden heute Milchviehhalter und andere verantwortlich gemacht.

              Der nächste Strukturbruch bei den Sauenhaltern steht auch an, mit einem Grünen Minister wird dieser schnell vollzogen werden.
              Werden eben noch mehr Ferkel importiert.
              Warum heimische Erzeugnisse, wenn es in den Nachbarländern einfacher ist diese zu erzeugen?

              2+

            • Lieschen Müller sagt

              Das sind aber komische Argumente: Frau von der Leyen hat auch nicht gedient, Herr Gabriel hat nicht im diplomatischen Korps gearbeitet, wir hatten schon Familienminister, die keine Kinder hatten. Der Gesundheitsminister ist kein Arzt. Und so weiter und so fort. Klar, die Landwirtschaft ist Grundlage, aber ein Minister muss ein Ziel vor Augen haben, und nicht jeden Schritt selber tun.

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        • Mark sagt

          Kiechle wohl noch am meisten, Seehofer hats nicht interessiert, Aigner hats nicht gerafft und Schmidt war eine Null!

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          • Ottmar Ilchmann sagt

            Kiechle meinte ich nicht, der hatte sicherlich Ahnung, aber vor Schmidt war ja noch kurz Friedrich im Amt.

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            • Friedrich war zu kurz im Amt, um ihn beurteilen zu können. Allerdings hätte ich ihm deutlich mehr zugetraut als dem Schmidt.

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      • Inga sagt

        Ein Landwirtschaftsministerium sollte für die fassettenreiche Landwirtschaft und ihre Aufgaben in der Volkswirtschaft da sein, deswegen auch für Forst und Umwelt!

        Ja, die, die darin werkeln sollten Ahnung davon haben, deswegen hat ja jeder Bauer eine Berufsausbildung.
        Oder meinst du, Spargeltarzan, dass der der im Landwirtschaftsministerium arbeitet, bzw. das Ministerium inne hat, Ahnung davon haben sollte?

        Ich dachte mal dass die GRÜNEN zum größten Teil Agrarier sind, weil sie ja von Feld, Wald und der Umwelt, die ja gehörig damit zusammenhängt sehr viel Ahnung haben müssen.
        Damit sie über den CO²-Gehalt u.ä. in der Luft, dem Nitrat im Wasser u. Boden und anderes sprechen können und somit Bescheid wissen.

        Wenn ein GRÜNER das kann, der kann auch das Landwirtschaftsministerium leiten!

        Und die ganze Sorge darum in unserer Volkswirtschaft einplanen, denn dann man nach diesen Sorgen lenken! Und etwas davon bewirken!

        Sonst ist es wie Sparkeltarzan meint,
        „Man stelle sich TÜV Prüfer vor, die den Autofahrer schützen wollen, aber keine Ahnung von Autos haben…“
        Es wird nichts bewirkt und man redet in 20 Jahren immer noch von dem selben Thema…

        1+

    • Uwe Bison Sehr guter Hinweis! Für mein Empfinden ist das Wirtschaftsministerium ein überflüssiges Ministerium. Ein Bundesamt für Subventionsmanagement täts auch.

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    • Perfekt! Mit den Argumenten könnte dann ja ein Mann der AfD sich um die Ausländer und Migranten kümmern, sofern man die in die Regierung ließe?!? OMG

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    • Tom Müller ? a) Es gibt kein Ministerium für „Ausländer um Migranten“.
      b) Wenn es eins gäbe (was nicht schlecht wäre), würde ich erwarten, dass sich dieses Ministerium um Einwanderungsfragen und Integration kümmern würde und dabei die Interessen von den davon Betroffenen vertreten würde, also von Einheimischen, Einwanderern, Behörden, Wirtschaft usw.
      c) Wenn die AfD in der Regierung wäre, könnte auch sie dieses Ministerium leiten. Das sind die demokratischen Spielregeln.

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    • Inga sagt

      Sie muß genau so nachhaltig sein, wie die Forstwirtschaft!
      Und auch so in die Zukunft planen!

      1+

  14. Stadtmensch sagt

    Lest euch diesen Artikel durch liebe „hart arbeitende“ (TM) Landwirte, die um ihre Existenz bangen:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/lobbyismus-franz-josef-holzenkamp-ein-ganz-besonderes-beispiel-15139532.html
    Diesen Leuten seid ihr vermutlich ziemlich egal, denn die ziehen nachweislich vor allem ihre eigene Agenda durch. So war es schon immer und so wird es bleiben, wenn ihr nicht endlich mal anfangt, euch für Politik zu interessieren (Ist wahrscheinlich zuviel verlangt von einer Berufsgruppe, die sich bei jedem Schritt beraten lassen muss). Eure Stichwortgeber in Sachen Politik sind so clever, fett von der Energiewende zu profitieren und gleichzeitig gegen die politische Strömung zu agitieren, die das alles erst möglich gemacht hat. …Vertreten die Interessen eines Verlages für Magazine wie „Landlust“ und hetzen auf der anderen Seite gegen Realitätsverweigerung infantilisierter Verbraucher. Habe mich sowieso schon immer gewundert, wie man wegen einer etwas unflexibel geratenen neuen Düngerverordnung so ein Geschrei machen kann. Man muss einfach nur die tatsächlichen Interessenlagen kennen…

    2+

    • Mark sagt

      Klar doch, der Stadtmensch muss den Bauern erklären wie blöd sie eigentlich sind. Gibt es eigentlich EINEN einzigen Beitrag von Ihnen hier, der nicht vor pseudointellektueller, inkompetenzgeschwängerter Arroganz strotzt?

      1+

  15. Konservative außerhalb der Landwirtschaft sind nicht so grünenfeindlich wie die meisten Bauern. Eine grüne Agrarpolitik kann ansonsten konservative und liberale Politik wunderbar ergänzen. Wirtschaft und Steuern darf für Koservative und Liberale nicht grün sein, Landwirtschaft hingegen schon. Gibt man den Grünen die Landwirtschaft und sonst nichts weiter (außer dem Außenamt, aber spezifisch grüne Außenpolitik gibt es nicht), können dort gleichermaßen grüne wie konservative Gefühle wunderbar bespielt werden. Begriffe aus der konservativen Gefühlswelt:

    Bewahrung, unsere Lebensgrundlagen, sauber, Schöpfung, Blühstreifen/wie früher, Heimat, deutsche Standards, Unterscheidbarkeit, Bio, Vorbild/Führungsrolle, Kosteninternalisierung, Ehrlichkeit, Gewässerreinhaltung, faire (Erzeuger-)Preise, öffentliche Gegenleistung, Digitalisierung für Wettbewerb und zum Schutz der Natur, Mitgeschöpfe, nachhaltig, weniger Chemie, gesunde Lebensmittel, Kinder und Enkelkinder, Meister Adebar, Artenvielfalt, Verantwortungsbewusststein, Schutz, wieder mehr Bienen und Schmetterlinge, Tierwohl, mit Augenmaß, Erholung in der Natur, Klasse statt Masse, Luft, Respekt, Reaktive Stickstoffverbindungen eindämmen, mit Bedacht, Hecken, Erholung, im Einklag mir der Natur, Wertigkeit, Essen schätzen, Essensstil, heimische Lebensmittel, sich abheben, Vernunft, Besonnenheit, Harmonie, Interessenausgleich, Präzisionslandwirtschaft, nachhaltig, kein race to the bottom mit China, deutsche Erzeugnisse zukunftsfest machen, Interessenkonflikt jetzt anpacken, Win-win, an einem Strang ziehen, gemeinsame Werte…

    1+

    • Stadtmensch sagt

      „richtige Begriffe“

      Kannst ja mal ein Bingo draus machen. Der „Bundesumweltmysteriumstroll“ hatte da auch schon was vorbereitet.

      „aber spezifische grüne Außenpolitik gibt es nicht“
      So? Rebecca Harms? Russophobie?
      Ich als ein in der SBZ sozialisierter Befürworter diktatorischer Staatsbefugnisse muss das natürlich so sehen…

      2+

  16. „Soll ich eine Bachaue so bewirtschaften, dass sich dort Amphibien, Schmetterlinge und Vögel in Ruhe aufhalten können, muss es dafür richtig Geld geben. Keine Almosen, wie das so mancher denken mag.“

    Wenn ich so etwas lese, plädiere ich als CDU-Frau dafür, die Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (in dieser Reihenfolge) mit Sicherheit an die Grünen zu geben! Und dafür zu sorgen, dass jeder umgepflügte Feldrand, jede Gewässerzerstörung unter massive Strafe gestellt wird:-( .

    Wie kann man so arrogant und geldgierig sein, sich dafür bezahlen lassen zu wollen, dass man auch den Generationen nach uns noch eine einigermaßen intakte Umwelt hinterlässt? Auf welchem Baum schlafen Sie eigentlich, sich einzubilden, Sie hätten das Recht, den letzten Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt zu zerstören und müssten dafür bezahlt werden, das nicht zu tun???? Ich fasse es nicht!

    9+

    • Phillip sagt

      Das hat nichts mit Arroganz zutun.

      Wenn mein Grund und Boden eben Zack zum Biotop erklärt wird habe ich als einzelner einer Branche höhere Kosten.
      Das ist Wettbewerbsverzerrung sondersgleich und damit ein Einfluss auf den Markt der zu den eigentlichen Forderungen v. a. der Grünen gegenläufig wirkt.
      Damit wird die Ware aus dem Ausland im Verhältnis nämlich nochmals günstiger und damit begehrter.

      Wenn es allerdings um rechtliche Verstöße geht, bin ich bei Ihnen.

      2+

    • Lesekompetenz gleich null. Gerade von einer CDU Frau (meinten Sie Mitglied?) erwarte ich , das man Einschränkungen in Eigentumsrechten entschädigt! Sonst könnte man ja gleich die Linke wählen. Da stand nichts von ich will Bäume absägen, Gülle in den Bach laufenlassen. Bei ihnen ist es scheinbar egal bei welchem Haufen Sie dabei sind und sich dann über Politikverdrossenheit wundern .

      1+

    • Solange die Landwirtschaft mit solchen Parolen losgeht, muss sie sich nicht wundern, wenn der Verbraucher mit dem Finger auf sie zeigt und die Politik reglementieren muss.

      Es geht nicht um
      Ihr Eigentumsrechr. Es geht um die Zukunft von uns allen, um ihre ebenso wie die der Insekten und Amphibien.

      Eigentum verpflichtet bekanntlich. Gerade wer Grund und Boden besitzt und auch noch in seinen landwirtschaftlichen Erträgen von einer intakten Natur abhängig ist, sollte den bestmöglichen Erhalt von Flora und Fauna als eigene oberste Handlungsmaxime verinnerlichen. Sonst werden ihre Kinder in nicht allzu ferner Zukunft Boden von der Qualität einer Sahelzone bewirtschaften. Die werden Ihnen bestimmt dankbar sein.

      Das Ganze nennt man übrigens „Schöpfung bewahren „.

      5+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Artikel 14

        (1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

        (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

        (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

        „Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Soll dienen. Da steht nichts von müssen. Im Grunde haben wir in diesen beiden Zeilen einen Widerspruch, zunächst wird irgendjemand zu irgendetwas verpflichtet (er muss also), und dann soll irgendjemand irgendetwas.
        Doch man kann die semantischen Spiele noch weiter treiben. Was ist das „Wohle der Allgemeinheit“. Gehört dazu nicht auch derjenige, dem mit fadenscheinigen Begründungen und dem Berufen auf „Eigentum verpflichtet“ etwas weggenommen werden soll?

        1+

        • Inga sagt

          Das EIGENTUM wird besser bewirtschaftet als das Allgemeingut, das hat man in den Sozialistischen Ländern gesehen, die hatten ja immer weniger vom Acker geholt als wir Eigentümer in unserer Volkswirtschaft!

          Das ist aber in allen Branchen so!

          Unser Arbeitsplatz ist eben teurer als die anderen Arbeitsplätze, die von Arbeitgeber gestellt werden.

          Keiner riskiert seinen Arbeitsplatz, also braucht keiner neidisch zu sein, wenn wir den mal verkaufen, denn dann sind wir arbeitslos. Wer will das schon?

          1+

      • Thea S sagt

        @BLvL: Sie sollten eigentlich wissen, daß unsere Landschaft und die damit verbundene Artenvielfalt an „Insekten und Amphibien“ erst durch die Tätigkeit der Bauern ENTSTANDEN ist. Die „Schöpfung“ hat bei uns Wald vorgesehen! Durch die Arbeit der Bauern ist a) unsere Kulturlandschaft entstanden, und b) die Grundlage unserer Ernährung geschaffen worden. Die Bauern leben davon, und damit von ihrem Stück Erde. Wenn wir nun eine besonders gestaltete Kulturlandschaft wollen, müssen wir als Gesellschaft selbstverständlich dafür bezahlen. Wir bezahlen eigentlich immer jemanden, der für uns arbeitet, oder ist das bei der CDU jetzt anders? Arbeiten (Landschafts)Gärtner und Parkbedienstete ohne Lohn? Wird ein Landschaftsarchitekt fuer die Gestaltung der Rheinauen nicht von der Allgemeinheit bezahlt? Und ist aller Grundbesitz nun auch bei der CDU Allgemeingut, oder nur die Felder, Wiesen, und Auen der Bauern?

        3+

        • Andreas Müller sagt

          Gratulation, diese Vielfalt der extensiven Landwirtschaft schafften aber die letzten beiden Generationen von Landwirten sehr effektiv ab… und arbeiten weiter daran, dass es weiterhin mit der Artenvielfalt steil berag geht!

          1+

          • Thea S sagt

            Es geht in der Tat darum wer bestimmt wie die Landschaft auszusehen hat. Die Artenvielfalt hat sich ebenso entwickelt wie die landwirtschaftliche Produktion. Eine Definition (ich weiß es gibt da andere Meinungen) von Nachhaltigkeit ist die Balance von Ökonomie (der Bauer muß angemessen überleben können), Ökologie (die Umwelt muß angemessen überleben können) und Sozialverträglichkeit (der Verbraucher muß angemessen überleben können). Wenn das das Modell ist, muß zumindest versuchen alle Säulen zu balancieren, d.h. jeder muß Kompromisse machen. So wie auch die Jamaikakoalition, wenn sie denn wirklich zustande kommt.

            1+

          • Inga sagt

            Die „intensive Landwirtschaft“ wird schon über 50 Jahre gefordert!

            Und wir holen ganz schön viel von dem Acker, damit es billig in dem LEH angeboten werden kann.
            Die damals das Sagen hatten, wußten noch wie sich Hunger anfühlt!
            Und nun meckern die satten Nachkommen und wollen wieder zurück!
            Echt undankbar! 🙂

            Aber man kann ja darüber forschen, um beides zu haben…

            Aber dann werden die Lebensmittel teurer und viel bezahlen das gerne!

            1+

            • Mausschubser sagt

              Das Perverse ist, dass die Lebensmittel bei uns möglicherweise gar nicht teurer werden. Unsere Abhängigkeit vom Ausland und die Preise dort würden steigen.

              2+

      • Paulus sagt

        Sehr verehrte gnädige Frau Babette Lichtenstein van Lengerich,
        ja, Eigentum verpflichtet, da bin ich völlig bei Ihnen und nehme dies sehr ernst. Ich komme auf zwei ländlichen Anwesen nicht nur allen gesetzlichen Auflagen nach, sondern stelle mein Eigentum auch noch jenen zur Verfügung, die meinen es nach ihrem Gusto nutzen zu können.
        Da sind die, die mit ihren Mountainbikes durch den Forst pesen. Da werden auch schon mal junge Zukunftsbuchen abgehackt um daraus irgendwelche Schanzen zu bauen. Ich habe es auch zu schlucken wenn bescheuerte Geocacher oder osteuropäische Pilzsammler durchs Unterholz kriechen und das Wild vergrämen.
        Wenn der mir Jagdpächter aufgrund der vielfältigen Nutzer anbietet, das Revier in der nächsten Pachtperiode zu einem reduzierten Preis wieder zu übernehmen, so zu minus 5.000 € nehme ich das im Interesse meiner anonymen Mitnutzer selbstverständlich auch gerne in Kauf.

        Die Dörfler legen zunehmend die in Mode gekommenen grauenhaften Kies- oder Schottervorgärten an und hinter dem Haus darf auf dem gepflegten Rasen kein Gänseblümchen mehr wachsen. Für den Abfall, der von dort auf meinen Flächen entsorgt wird komme ich selbstverständlich auch noch auf, bzw. muss ihn irgendwie auf meine Kosten verteilen. Dafür gönne ich ihnen die Weihnachtsbäume die sie bei mir klauen, ich hab ja schließlich genug davon.

        Soll ich jetzt mit der Hundescheiße weitermachen, die eine Ernte hochwertigen Heus nicht ermöglicht? Nein, mein Eigentum verpflichtet mich auch dies im Interesse einiger minderbemittelten Egoisten hinzunehmen. Warum nur können sich deren Köter nicht auf den eigenen Grundstücken oder den ihrer Nachbarn ausscheißen?

        Mit meiner obersten Handlungsmaxime, dem bestmöglichen Erhalt von Flora und Fauna stehe ich als Land- und Forstwirt im Nebenerwerb nicht ganz allein da. Ja, Eigentum verpflichtet! Es betrifft nur zu oft das Eigentum derer die es zu schützen versuchen und auf eine halbwegs effektive Nutzung ihres Grund und Bodens angewiesen sind.
        Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen noch, sehr verehrte gnädige Frau Babette Lichtenstein van Lengerich

        5+

    • Mausschubser sagt

      Mal die Perspektive ändern und auf anderes übertragen. Bauen wir dann keine Strassen mehr oder weisen keine neuen Wohn- und Industriegebiete mehr aus? Die zerstören Natur noch sehr viel nachhaltiger. Oder werden jetzt die Einfamilienhäuser zwangsweise aufgestockt? Der umgepflügte Feldrand ist wenigstens noch relativ einfach rückbaubar. Warum soll eine Berufs- oder Eigentümergruppe der Gesellschaft, für das Gewissen des Restes aufkommen und dies auch noch aus eigener Tasche bezahlen?

      Der Nutzen von Feldrändern ist mir übrigens klar. Nur sehe ich da nicht unbedingt eine Verschlechterung seit den späten 70ern nach den großen Flurbereinigungen.

      5+

    • H. Laxen sagt

      Ich fasse es nicht – so etwas von einer PR-Fachfrau. Ihr verwendetes Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen – ohne den vorhergehenden Satz „Wenn wir Bauern aber Flächen brach liegen lassen, Hecken pflanzen oder breitere Gewässerrandstreifen machen, kann man das nicht mit einem Schulterklopfen abtun.“
      Da hat Bauer Willi absolut Recht. Sicher sollten, ja müssen Landwirte für dererlei Natur- und Umweltschutzmaßnahmen – die quasi im Öffentlichenauftrag erfolgen – entsprechend entlohnt bzw. entschädigt werden! Besonders dann, wenn z.B. im Rahmen von Renaturierungsmaßnahmen in das Eigentum und das Eigentumsrecht von Landwirten nachträglich eingegriffen wird. Oder beispielsweise wenn per Verordnung mal eben Radstreifen im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens als Ausgleichsfläche von zwei auf fünf Meter verbreitert werden und der Landwirt anschließend auch noch für die Pflege verantwortlich bzw. zur Verantwortung gezogen werden kann. Das geht nicht mit Almosen! Wenn die Öffentlichkeit mehr Natur- und Umweltschutz zu Lasten der Eigentümer fordert, dann muß das auch bezahlt werden – da ist der Landwirt in vielen Fällen sicherlich günstiger als staatliche Pfleger oder staatlich beauftrage externe Landschaftspfleger. Mit jeder „Baumaßnahme“ die in der Kulturlandschaft durchgeführt wird – sei es Straßenbau oder Renaturierungen – wird auf Eigentum der Landwirte für Ausgleichsmaßnahmen zugegriffen. Das ist ein Gut was nicht vermehrbar ist!
      Besonders eine CDU-Frau sollte das wissen … – oder müssen die Bauern hier auch noch mehr Aufklärungsarbeit leisten.
      Was ihren Komentar angeht: „Bitte kleinere Brötchen backen!“

      5+

    • Babette Lichtenstein van Lengerich Unser Sohn wird in der 18. Generation den Hof übernehmen. Sie müssen mir also nichts von der obersten Handlungsmaxime eines Landwirten erzählen. Und von Schöpfung bewahren auch nicht, ich bin praktizierenden Christ. Ja, Eigentum verpflichtet und ich tue wahrscheinlich mehr für Erhalt von Flora und Fauna als Sie nur in Ansätzen ahnen können. Sie dürfen mich auch gerne auf meinem denkmalgeschützten Hof im Landschaftsschutzgebiet besuchen und sich persönlich überzeugen. Ich würde Ihnen gerne deutlich sagen, wie ich Ihre Kommentare empfinde. Das verbietet mir aber mein Anstand. Besonders, nachdem ich mir eben Ihr Facebook-Profil angesehen habe…

      5+

    • Ich seh das so sagt

      Wie wäre es, wenn man ihren Garten zur ganzjährigen Ökozone erklärt und Teile ihrer Wohnung zur Insekten- und Tierschutzzone – wäre doch mal was Anderes. Sie werden verpflichtet nachweislich 10-30% ihres Einkommens dafür zu verwenden und sich 15x im Jahr kontrollieren zu lassen. Und regen sie sich bitte dann ja nicht auf, weil eigentlich haben sie ja schon dort wie jetzt ihr Haus steht die Natur unwiederbringlich vernichtet. Daher wird man sie ohne hin solange sie dort wohnen Naturzerstörer, Tierekiller und Umwelt nennen. Mal sehen ob sie das dann fassen.

      2+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      @Babette Lichtenstein van Lengerich

      Eigentlich gehört auf ein groben Klotz ein grober Keil, dann würde ich mich auf dem selben Niveau bewegen, wie sie.

      Wenn sie sich als CDU-Frau bezeichnen, wissen sie für was das C steht, das heißt Christlich.
      Christ sein heißt nach meiner Definition wenn man sich bemüht, ein hilfsbereiter und
      korrekter Mensch zu sein, der viele gute und möglichst selbstlose Taten vollbringt und sich möglichst nichts zu schulden kommen lässt und versucht, mit allen Menschen gut auszukommen? Was das Wort Christlich bedeutet, haben sie offensichtlich nicht begriffen, nein sie meinen mit unflätigen Worten den Landwirten begegnen zu müssen.

      Artikel 1 GG
      Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

      Davon haben sie sicherlich noch nichts gehört, jedoch von Eigentum verpflichtet.
      Damit ist nicht nur Eigentum von Grund und Boden gemeint, nein, auch Einkommen einer Kommunikationsagentur und die der Familieneigenen Bäckerei ist Eigentum. Die GANZE Gesellschaft hat die Aufgabe, die Schöpfung zu bewahren, das kann man nicht einer einzigen Berufsgruppe auf das Auge drücken.

      Arrogant sind sie und den Landwirten Geldgier vorzuwerfen, ist schlicht und einfach eine Unverschämtheit.

      Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe nahm zwischen 2007 und 2016 um 46.200 auf 275.400 Betriebe ab. Das sind 14,4 Prozent weniger. Pro Jahr entspricht dies einer Abnahmerate von 1,7 Prozent.
      Offensichtlich ist es so, dass die Bauernkinder vor lauter Geldgier einen anderen Beruf ergriffen haben.

      Ps: Sie als Ehemalige PR Referentin in der Pharmaindustrie und Alleininhaberin einer
      Kommunikationsagentur sollten wissen wie man mit anderen Menschen umgeht, da sie das nicht können, hat es auch nicht geklappt als Kandidatin für die Landtagswahl. Gut so. 🙂

      3+

    • Babette Lichtenstein van Lengerich

      Mal kurz bis zum Ende gedacht?
      So lange es die anderen betrifft, ist es ja spaßig, so zu reden. Reden sie mal mit Eigentümern von denkmalgeschützten Häusern … ihnen wird gesagt, was geht und was nicht … aber gefördert wird nichts. Das im Endeffekt viele Häuser verrotten, obwohl es Interessenten gäbe, wird in Kauf genommen ( es gibt natürlich auch praxisbezogene Denkmalschutzbehörden … aber man kann auch Pech haben. )

      Weiterhin werden tagtäglich zig ha Boden versiegelt … aber Bauer Willi soll die Welt auf eigene Kosten für die Allgemeinheit in Ordnung bringen? Das nenne ich Arroganz! Und vor allem, wo die Allgemeinheit den Nutzen von der Subventionierung hat.

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    • Ich bin ziemlich sicher, dass Ihr Vater sich nicht dafür bezahlen lassen wollte, den Lebensraum in unseren Gewässern nicht zu ruinieren. Diese Denke ist eine Folge der verfehlten EU-Subventionspolitik der letzten Jahrzehnte. Genau das fordern Sie und genau das ist im höchsten Maße unethisch, vor allem aber langfristig auch wirtschaftlich unklug.

      Die Landwirtschaft versteht unbestritten eine Menge von ihrem Metier. Die dramatischen Auswirkungen eines Eingriffes in das ökologische Gleichgewicht von Biotopen kann ich als Biologin allerdings wohl besser beurteilen. Und ich finde nicht, dass man Sie dafür bezahlen sollte, Amphibien, Vögeln und Insekten ihren sowieso viel zu engen Lebensraum zu erhalten.

      Deren Anspruch auf Leben ist genauso wichtig wie der des Menschen – für die Existenz vieler Spezies. Genau das nennt sich in diesem Kontext Schöpfung bewahren. Deshalb erwarte ich ebenso wie viele andere Menschen, dass die Landwirtschaft sich entsprechend verhält.

      Im übrigen: Wäre die Landwirtschaft nicht in den letzten Jahrzehnten so auf Ertrag und Export getrimmt worden, hätte sie nicht so große Umweltschäden hinterlassen, die man ihr jetzt eben nicht mehr zubilligt.

      Es sind keines nur grüne Wähler, die hier ein Umdenken fordern, sondern Menschen aller Schichten.

      Positiv ist zu sehen, dass es gerade die junge Generation der Landwirte ist, die das begreifen. Und ganz freiwillig mal ein paar Meter Blühstreifen von ihren Flächen abknapsen. Von daher hoffe ich, dass Ihr Sohn auch dazu gehören wird.

      1+

    • Bei so viel Arroganz und Überheblichkeit fehlen mir fast die Worte. Sie kennen weder meinen Vater noch meinen Sohn, aber der Wink ist ja mehr als deutlich: ich persönlich vergifte die Umwelt, mir muss man mit staatlichen Kontrollen auf die Finger schauen und mein persönliches Eigentum habe ich und alle anderen Landwirte kostenlos so zur Verfügung zu stellen, wie es Ihren Vorstellungen als Biologin entspricht. Im übrigen wissen Sie nicht, wieviel Blühstreifen; Hamsterrefugien, Bienenweiden und Insektenhotels ich in den letzten Jahren schon angelegt habe. Aber leben Sie weiter in ihrer elitären Blase. Gute Nacht.

      2+

    • Babette Lichtenstein van Lengerich

      Schon komisch … Sie stehen dem Bäckereihandwerk doch anscheinend ganz nahe … genau dem Handwerk, welches einen Vorteil daraus zieht, dass Mehl so billig ist! Was bezahlt eine kleine Bäckerei für eine Tonne Mehl? 1000€? … Aus Weizen gemahlen, der von der Mühle für 170€ pro Tonne aufgekauft wurde.
      Unsere Mühle verkauft 50% ihrer Jahresproduktion an 3 ihrer Kunden … da ist klar, dass sich da niemand etwas schenkt … die Mühle kauft also zum Weltmarktpreis!
      Jetzt möchte ich bitte, dass sie als Biologin, 1 Tonne Weizen selbst anbauen, ernten und an eine Mühle liefern! Natürlich Arteigen, gesund und A Weizenqualität. Sie benötigen bei einem erhofften Ertrag von 7,5t pro ha ca 1350 Quadratmeter. Mal gucken, ob sie das für 170€ schaffen!

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    • Karsten Spanier es ist unbestritten, dass die Preispolitik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion miserabel ist. Auch das aber eine Folge der Industrialisierung und Globalisierung. Im Bäckerhandwerk hat man aber längst umgedacht. Die Billigbäcker werden nicht überleben, der gegen Lidl und Co. kommt niemand an. Aber Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit in Verbindung mit einer hohen Aufenthaltsqualität im Café setzen sich durch. Auch im Cafebereich hängen die schicken Läden die Fast Food Ketten ab. Die Personalkosten sind eher der Pferdefuß. Was die Bauern angeht beobachte ich eine ähnlichen Trend. Wir haben Kollegen, die ihr eigenes Spezialgetreide anbauen lassen. Der Bauer wird gut bezahlt und der Bäcker verkauft das Brot teuer. Es geht. Aber nicht mit der Brechstange und nicht, wenn man sein Betriebskapitalbis aufs letzte auswringt.

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    • Bauer Willi die Arbeit mit dem künstlichen Anlegen von Bienenweiden könnten Sie sich sparen, wenn sie Ihren Pflug mal nicht bis zum letzten Zentimeter Ackerland ansetzen würden. Übrigens: Mein Mann hat letzte Woche eine ganze Fläche den Förstern und Jägern als Wildacker kostenlos zur Verfügung gestellt. Die haben bald geweint vor Glück. Weil die Bauern so extensiv bewirtschaften, dass selbst die letzten Fasane inzwischen in die Vorgärten ausweichen müssen.

      1+

      • Bauer Willi sagt

        Ich habe nicht vor, mich weiter mit Ihren Unverschämtheiten und persönlichen Beleidigungen auseinanderzusetzen. Das Niveau ist mir zu niedrig.
        Einen schönen Tag noch.
        Bauer Willi

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        • bauerhans sagt

          die dame ist wohl frustriert,weil sie bei der kandidatenkür zur landtagswahl nrw übergangen worden war.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ach wie Edel, ihr Mann hat zufällig letzte Woche eine Fläche als Wildacker…………..
        und die Jäger haben zwischen Schnaps und Korn geweint, Wahnsinn!

        Die Schlappe bei der Kandidatur tut weh, gell.

        Für den Fall dass sie es noch nicht wissen, der Fasan stammt aus Mittelasien und ist erst heimisch geworden, als bei uns Ackerbau betrieben wurde.

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        • bauerhans sagt

          „der Fasan stammt aus Mittelasien“

          hier gabs mal vor jahren eine regelrechte invasion handzahmer fasane!
          der jäger erzählte mir,die stammten aus einem labor einer uni,weil seine tochter dort eine diplomarbeit über fasane fertige.

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    • Da würde ihnen unsere Mühle zustimmen, Frau van Lengerich, für Sonderwünsche gibt es mehr Geld … Aber das ist die Ausnahme, nicht die Regel. Der größte Teil des Brotgetreides wird von Großbäckereien verbacken und landet beim Discounter oder als Rohling im Backautomaten. Die kleinen Bäckereien sind abhängig von Kunden, die gewillt sind, mehr zu zahlen oder sie machen zu. Das ist aber der Vorteil von vielen Kunden … Wir haben aber nur wenige Kunden, die unsere Erzeugnisse kaufen! Zuckerfabrik, Argrarhandel, Mühle und noch unsere Kräuterbude, mehr sind es nicht.

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    • Karsten Spanier umso wichtiger ist es, dass die Bauern und zum Beispiel die Bäcker und der Lebensmittel- Einzelhandel direkte Wertschöpfungsketten jenseits der Discounter und Edekas dieser Welt aufbauen. Wir beziehen zum Beispiel schon seit Jahren unsere Freilandeier direkt vom Erzeuger, ebenso Obst. Milch aus einer kleine Molkerei, Mehl aus einer regionalen Mühle und selbst den Kaffee aus einer regionalen Rösterei. Es wäre gut, wenn die Bauern sich hier mit auf den Weg machen und selbst aktiv Kunden suchen würden. Die Preise für die Bauern sind deutlich besser und die Endkunden der Bäcker schätzen es, zu wissen, woher die Zutaten der Produkte stammen.

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    • Babette Lichtenstein van Lengerich
      Das funktioniert aber nicht in jeder Region! Bei uns in Sachsen Anhalt sind genau diese Sachen exotisch, weil vor allem die nötige Kundschaft fehlt! Und warum sollte ein Bäcker über uns, als landwirtschaftlicher Betrieb, sein Brotgetreide beziehen, wenn er doch bei der Mühle schon über 100 verschiedene Mehlsorten in allen möglichen Gebindegrößen beziehen kann. Wir würden auch nichts an der Qualität unserer Produkte ändern können, da wir schon nach besten Wissen und Gewissen produzieren.

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    • Karsten Spanier im Osten haben Sie sicher recht. In Niedersachsen sind wir da in einer besseren Situation, weil der Kunde hochwertige Produkte eher schätzt/ kauft. Trotzdem glaube ich, dass dieser Weg langfristig besser ist als der über Massenproduktion zum Kampfpreis. Weil den weder der Bäcker gegen den Discounter noch der Bauer gegen die Mühle/ Großbäckerei gewinnen kann. Die Landwirtschaft braucht einen politischen Turn around, der ihr diesen Weg schneller ebnet. Aber sie muss eben auch den Mut haben, diesen Weg zu gehen.

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    • Babette Lichtenstein van Lengerich
      Und eben genau dieser politische Turn around wird es mittelfristig nicht geben. In einer Welt der Freihandelsabkommen und abgeschafften Quoten, stehen wir im Wettbewerb mit der ganzen Welt. Auf diesem Weg kommt auch schon mal Glyphosat ins einheimische Bier. 🤔

      Aber mal zurück zum Ursprung, der Pflege der Natur … bei uns sind wieder mehr Feldhasen zu sehen, Fasan und Rebhuhn ( vermutlich durch Jäger ausgesetzt) wieder da. In den Flüssen sind wieder Fische zu finden.
      Das da noch einiges passieren kann, sicherlich … als erstes würde ich persönlich die Subventionierung von Stillegungsflächen anteilig der Betriebsgröße befürworten ( ich glaube, dass hatten wir schon mal 😉.) In Verbindung mit den geplanten Windschutzstreifen und Blühstreifen, wären wir schon auf einem guten Weg … aber wie Bauer Willi sagt, zusammen geplant … nicht aufgedrückt, dann kommen wir da weiter.

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      • bauerhans sagt

        „Auf diesem Weg kommt auch schon mal Glyphosat ins einheimische Bier.“

        (jetzt sogar im speiseeis nachgewiesen von prof. seralini)
        das liegt sicherlich am abbauprodukt „ampa“,das gefunden wird und welches auch ein abbauprodukt der reinigungsmittel ist,mit denen die braukessel gesäubert werden.

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  17. Hier bin ich zu 100% bei Willi. Aber man muß es auch mal aus nichtlandwirtschaftlicher Sicht sehen. Es mag hart klingen.. aber mit gleicher Berechtigung können „Umweltschützer“ und Biofanatiker schreiben: „“Liebe Jamaikaner, viele Umweltschützer haben nicht Grün gewählt, um dann Schwarz/Gelb zu bekommen. Merkt Ihr denn nicht, wie ihr auf dem Weg seid, aus der demokratischen Parteienlandschaft eine bunte Einheitspartei zu machen? Wo Kompromisse mit den kleinsten gemeinsamen Nennern die Visionen ersetzen. Oder wo eben „Umweltopfer“ zum Machterhalt erbracht werden.“ Und mit DIESER Aussage würden sich vermutlich wesentlich mehr Menschen identifizieren als mit der Aussage von Willi. Traurig aber wahr 🙁

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    • Das können die Umweltschützer ja auch gerne schreiben. Da befinden wir uns halt in einem Wettbewerb. Mit einem Unterschied: Für die Umweltschützer ist es persönlich folgenlos, für Bauern nicht.

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  18. Ich bin immer wieder entsetzt darüber wie verblendet viele sind.Da wird ein Anspruchsdenken geschürt das völlig unangemessen ist.Hat man sich schon so daran gewöhnt am Tropf der Brüsseler „Almosenverteilung“ nebst der zugehörigen alljährlichen Schikane zu hängen und sich bevormunden zu lassen, dass man sich nur noch als Befehlsausführer und Sündenbock empfindet?Wenn „wir“ Umweltschutz ermöglichen dann muss aber xyz dabei herumkommen. Da rollen sich mir wirklich die Fußnägel hoch.Es ist schon beschämend was Jahrzehnte fehlgeleiteter Agrarpolitik aus einem Berufsstand gemacht haben der mit schöner Regelmäßigkeit wieder die eigenen Henker an die Macht bringt.Ich für meinen Teil empfinde es als großes Privileg und bin stolz darauf von Mafiakonzernen betrieblich unabhängig zu sein und meine Betriebsmittel ausschließlich aus heimischer Produktion beziehen zu können.Und völlig ungiftig.Ich sehe die Entwicklung auch mit Sorge, allerdings aus völlig anderen Gründen wie der Verfasser des Beitrags.

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    • Dann lesen Sie bitte den Artikel „Weg mit den Subventionen“. Ich verstehe mich als Unternehmer, der es einfach leid ist, sich bevormunden zu lassen. Wenn ich aus meinem Acker ein Naturschutzgebiet machen soll, warum nicht? Aber bitte nicht ohne Gegenleistung. Denn das wird ja implizit erwartet. Das mit den Mafiakonzernen verstehe ich jetzt nicht. Wie ist das gemeint?

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    • Ihre Ansicht ueber die gemeinsame Agrarpolitik und Foerderung der Eu-Landwirtschaft teile ich ueberhaupt nicht. Gehen Sie mal nach U.K. und fragen wie die Landwirte sich Naturschutz, Schutzprojekte, Foerderung benachteiligter Gebiete nach dem Brexit vorstellen. Einige nationale Vogelschutzprogramme sind jetzt schon aus Spargruenden geschlossen. Wie wird sich eine unterpriorisierte Landwirtschaft halten koennen? Kleine Betriebe, extensive wie zB Schafhaltung kann man vergessen.

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  19. Das Landwirtschaftsministerium war einmal bei den Grünen, die restliche Zeit seit Kriegsende bei anderen, „bauernfreundlicheren“ Parteien. Deshalb geht es den Landwirten so gut. Sie wachsen ständig, arbeiten mehr, spiegeln ihre Ställe, nehmen immer höhere Verschuldung und höheres Risiko in Kauf. Nach den Zahlen der landw. Sozialversicherung braucht jeder siebte Landwirt, der sich in ärztliche Behandlung begibt, psychologische Hilfe. Wer in dieser Situation mehr Angst vor Veränderung schürt, als vor einem „Weiter so“, hat immer noch nicht erkannt wo die wirklichen „Bauernfeinde“ zu suchen sind. Andersdenkende der Dummheit zu bezichtigen ist einer vernünftigen Diskussion nicht förderlich, auch wenn man diese verzeit.

    4+

    • Ich bin vier Mal mit Herrn Remmel persönlich zusammengetroffen. Zweimal in mehrstündigen Gesprächen in kleinem Kreis. Die Gespräche verliefen in einem vernünftigen Ton, aber hinterher wurden Entscheidungen genau anders gefällt. Ich habe keine Angst vor Veränderungen und habe dies in meinem Berufsleben schon oft genug bewiesen. Aber diese Veränderungen habe ich aus freiem Willen gemacht. Verbote und Mißtrauen führen mindestens genauso zu Frust und seelischer Belastung.

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    • Bauer Willi Wieso werden Regelungen und Forderungen die sich mit unserem Lebensstil, der Landwirtschaft oder ökologischen Themen befassen immer wieder als Verbote bezeichnet. Die Verkehrsregeln stellen doch auch größtenteils Verbote dar. Niemand käme auf die Idee, die dahinter stehenden Parteien als „Verbotsparteien“ zu bezeichnen.

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      • Bauer Willi sagt

        Lieber Herr Schmid, die Verkehrsregeln werden doch nicht jedes Jahr verschärft, oder?
        Bauer Willi

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  20. Dr. Christel Happach-Kasan sagt

    Nach der Niedersachsenwahl geht es los. Jetzt kann man Wünsche äußern. Ich wünsche mir eine Leitung des Umweltministeriums, die das Ministerium leitet, mehr Wissenschaftlichkeit, das Denken in alternativen. Wir diskutieren ein angebliches Insektensterben anhand einer winzigen, regional sehr eng begrenzten Studie. Warum sind vom BfN nicht längst entsprechende Studien bundesweit in Auftrag gegeben worden? Seit Ende der siebziger Jahre ist der Naturschutz Thema, wurden Gesetze und Verordnungen zum Schutz der Umweltmedien erlassen. Hat alles nichts genützt? War Politik völlig wirkungslos? Nein, Politik hat gewirkt. Wasser- und Luftqualität sind entscheidend verbessert. Es ist nicht alles Gold, wie die mangelhafte Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zeigt, aber es gibt Erfolge. Ein Beispiel, die aktuelle rote Liste der Libellen ist im Vergleich zur Vorgängerliste deutlich kürzer geworden. Vermutlich gibt es mehr Beispiele – aber darf man es sagen? Wäre es nicht sinnvoll aus positiven Beispielen zu lernen? Thema Glyphosat. Keinerlei Bekämpfung von unerwünschten Wildkräutern wäre aus Naturschutzsicht gut. Geht aber nicht. Der kleinste Vorgarten ist wildkrautfrei. Doch wie sieht ein Wildkrautmanagement aus, das die Biodiversität nur gering beeinträchtigt? Könnte man ja mal untersuchen, statt Glyphosat pauschal zu verdammen. Warum aber soll der Weizenacker der Biodiversität dienen, die Parkanlage, der Rosengarten, der Golfclub jedoch nicht? Erneuerbare Energien – Biodiversität – vielerorts ein Zielkonflikt! Es wird Zeit, dass dieser wahrgenommen und gelöst wird. Für die neue Leitung des Umweltministeriums gibt es viel zu tun.

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    • Bauer Willi sagt

      Genau der richtige Ansatz. Und: wir Bauern sind ja auch allem Möglichen bereit, aber mit uns geht es halt besser, als wenn wir „umerzogen“ werden sollen. Das hat ja schon mal nicht funktioniert. Ich bin allerdings noch nicht davon überzeugt, ob die Koalition tatsächlich zustande kommt. Gerade zwischen FDP und Grünen sind doch grundlegende Unterschiede in den Standpunkten und – vor allem – in der Herangehensweise. Dann besser kein Kompromiss als ein fauler!
      Bauer Willi

      3+

    • Mark sagt

      Absolute Zustimmung in allen Punkten. Frage hätte denn die FDP Interesse am Umweltministerium? Wäre dringend notwendig, fällt das den Grünen zu, kommen wir vom Regen in die Traufe.

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  21. Wieder mal alles auf den Punkt gebracht. Vielleicht haben wir ja auch mal Glück. Aber wir sind ja kämpfen und durchhalten gewöhnt. Liebe Grüße Thomas

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  22. Wenn Landwirte bei Wahlen taktieren, kommt diese Konstellation dabei raus. Niedersachsens Grüne jetzt stark machen, könnte Christian Meier vielleicht davon abhalten, den Posten des Bundeslandwirtschaftsministers anzutreten. Die Betonung liegt auf vielleicht.

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  23. Ottmar Ilchmann sagt

    Dazu könnte man jetzt viel sagen, Willi. Ich will nur eines richtigstellen: Die sehr erheblichen Mehrmengen an Biomilch, die aktuell auf den Markt kommen, werden von diesem problemlos aufgenommen, weil die Nachfrage nach Biomilchprodukten eben doch sehr stark ansteigt. Der Verbraucher ist durchaus bereit, die höheren Biomilchpreise zu zahlen, übrigens nicht zuletzt aus dem Grund, dass er vernünftig wirtschaftende Milchbauern unterstützen will. Dass Biomolkereien vorsichtig sind bei der Aufnahme neuer Lieferanten, liegt vielmehr daran, dass sie im Interesse ihrer Mitglieder den Milchpreis stabil halten wollen und ihn nicht durch ein Überangebot kaputtmelken lassen. Im Gegensatz zu manchen konventionellen Molkereien, gerade auch Genossenschaften, haben die meisten Biomolkereien ihre Lieferanten noch sehr gut im Blick. Das liegt auch an der guten Organisation vieler Biomilcherzeuger in Erzeugergemeinschaften und an funktionierenden Genossenschaftsstrukturen.

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Ottmar, es ist richtig, dass die Biomilch-Molkereien vorsichtig sind mit der Aufnahme von neuen Lieferanten. Nichts anderes habe ich gesagt. Und das sie das tun, damit der Preis stabil bleibt, ist äußerst vernünftig! Was das Marktvolumen angeht, so wächst es aber nur sehr langsam.
      Von daher kann ich nicht erkennen, dass wir beide unterschiedliche Aussagen machen. Übrigens trinke ich schon Bio-Weide-Milch. 🙂 Ich bilde mir ein, dass die besser schmeckt. Kann Einbildung sein, aber was soll´´s. Einbildung ist ja auch eine Bildung. 🙂
      Bauer Willi

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Schwarzwaldmilch, zb. nimmt keine weitere Bio-Milch mehr an, weil sie weitere Milchmengen aggressiv vermarkten muss, dass heißt mit Preisnachlässen für alle Bio-Milch.

      Wie sich das mit ihrer Einschätzung höheren Bedarfes von Bio-Milch von Verbrauchern die bereit wären, sogar mehr zu bezahlen erschließt sich mir nicht.

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  24. Lieber Bauer Willi, du sprichst uns aus der Seele. Ich war am Wochenende in Dresden auf dem Bundesparteitag der Jungen Union, als Messehostes des Industrie Verbands Agrar.

    Folgendes Zitat aus der Rede von Frau Merkel: „Wer regionale Lebensmittel möchte darf den Landwirte nicht mit misstrauen begegnen.“

    Weiter kann ich sagen, das die CDU das Wahlergebnis sehr gut analysiert hat und verstanden hat um welche Bevölkerungschichten es gehen.

    Dann waren noch 2 spitzen Politiker an unserem Stand Herr de Mezier und Frau Kramp-Karren bauer. Beide wissen um das Thema und ich habe das auch noch einmal deutlich gemacht, das wir Landwirte angst haben vor einem Grün Ldw. Minister.

    Was raus kommt????

    Randnotzi: Pegida(max. 30Hanseln) fand nicht statt. (Mich wundert das über diese Gruppierung wohl im Fernsehenberichtete wurde)

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    • Richtig so. Ich treffe ja auch immer wieder auf Politiker (aller Farben!) und sage das denen auch. Und zwar genau so unverblümt wie im Artikel 🙂 Wenn das noch mehr machen, gerade jetzt, wo die Koalitionsverhandlungen noch nicht begonnen haben, wird das auch was bewirken können.

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    • Ottmar Ilchmann sagt

      Dumm nur, dass gerade Frau Kramp-Karrenbauer Ministerpräsidentin der ersten Jamaika-Koalition auf Landesebene war, mit einer grünen Umweltministerin 😉

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  25. Damals, als die Grünen aufkamen, haben wir immer gesagt, die Grünen sind wie die Tomaten…wenn sie Reif sind werden sie Rot…..Ich glaube das sie langsam am faulen sind….

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  26. Wenn die Grünen das Landwirtschaftsministerium bekommen, hab ich die FDP umsonst gewählt! Und was bleibt mir bei der nächsten Wahl noch an Optionen… ?

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  27. Wunderbar auf den Punkt gebracht. Und wieder fällt einem dabei ein, die Landwirte haben keine richtige Lobby in Berlin. Hoffen wir dass die beiden besagten Grünen Randfiguren bleiben.

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