Bauer Willi
Kommentare 154

Liebe Jamaikaner -oder- Reggae in Berlin..

Ich wollte kein Jamaika, aber das geht wohl einigen so. Wenn sich Schwarz, Gelb und Grün aber tatsächlich zu einer gemeinsamen Regierung durchringen sollten, dann möchte ich euch Jamaikanern was mit auf den Weg geben.

Liebe Jamaikaner, auch wenn es euch in den Finger juckt, die Ministerien Landwirtschaft und Umwelt an die Grünen zu geben: Lasst es! Egal, wann und wo ich bisher mit Berufskollegen gesprochen habe: alle haben über den oder die grüne Minister/in geschimpft. Nun, nicht alle. Diejenigen, die  anständig Fördermittel bekommen oder zusätzliche Subventionen und Prämien eher weniger.

Wie beim Reggae kommt es auch in der Politik auf den richtigen Ton an. Das oberlehrerhafte Getue von so manch einer grünen Politikerin  geht mir mächtig auf den Senkel, und auch die elitäre Arroganz ihrer männlichen Kollegen. Ich meine vor allem Künast und Trittin, falls das eure Frage war. Dummheit halte ich übrigens für entschuldbar. Herrn Remmel habe ich schon verziehen. Aber ob ich Herrn Dr. Hofreiter verzeihen könnte…? Na, ich weiß nicht…

Um aber nicht unfair zu sein: es gibt auch andere Töne in dieser Partei. Ob die sich aber in der Bundespolitik durchsetzen können und nicht innerparteilich „gemobbt“ werden, bleibt abzuwarten. Ebenso ob diese Politiker jetzt nicht nur „Kreide gefressen“ haben, um sich für die möglichen Koalitionsverhandlungen in Stellung zu bringen.

Die „Leichtigkeit“ einer FDP wird sich wahrscheinlich verlieren, wenn der Alltag der Kompromisse beginnt. Und was die Union angeht: Etwas mehr Mut würde ich mir von euch schon wünschen und sich auch mal gegen statt in den Wind stellen.

Wer von euch  Jamaikanern möchte, dass sich in der Landwirtschaft etwas ändert sollte sich erst einmal überlegen, ob er die Bauern als seine Gegner oder seine Partner betrachtet.  Und  erst dann neue Gesetze und Verordnungen beschließen. Mit Partner gehen Veränderungen einfacher.

Wir Bauern sind lernfähig: ob wir Weizen oder Dinkel anbauen, Schweine mästen oder eine Straußenfarm betreiben, ist zweitrangig. Können wir alles. Wenn wir Bauern aber Flächen brach liegen lassen, Hecken pflanzen oder breitere Gewässerrandstreifen machen, kann man das nicht mit einem Schulterklopfen abtun. Soll ich eine Bachaue so bewirtschaften, dass sich dort Amphibien, Schmetterlinge und Vögel in Ruhe aufhalten können, muss es dafür richtig Geld geben. Keine Almosen, wie das so mancher denken mag.

Mit Verboten kann man niemanden motivieren, mit Anreizen und Belohnung schon. So wie in der Familie. Das sei besonders kinderlosen Politiker und Politikerinnen gesagt. Auch dann, dann sie Pädagogik gelernt haben. Oder Jura. Zwischen Theorie und Praxis liegen oft Welten. Weiß man aber auch nur, wenn man die Praxis kennt. Und da scheint es bei euch ja oft zu hapern.

Übrigens können wir Bauern auch Bio! Ist ja nicht so, dass wir zu blöd dazu sind und deshalb so viel Bio importiert wird. So behaupten das nämlich einige von euch. Weil ihr keine Ahnung habt. Ne, Bio-Ware aus dem Ausland reinzuholen ist billiger. Da macht sich der LEH einen schlanken Fuß und sagt sich mit Recht: Warum teurer, wenn es auch billiger geht. Ist doch verständlich, so denkt ja jeder.

Aber mit dem LEH wollt ihr es euch ja nicht verderben. Das merken wir Bauern schon seit langem. Ist jetzt aber nicht parteispezifisch, wie wir es nicht erst seit dem Deal bezüglich Tengelmann erfahren konnten. Seitdem denke ich beim Namen Gabriel nicht mehr nur an Erz-Engel…

Noch mal Bio: Viele Milchbauern stehen vor den Bio-Molkereinen Schlange und würden gerne liefern. Aber die Bio-Molkereien können so viel Bio-Milch nicht absetzen, weil der „liebe Verbraucher“ die einfach nicht kaufen will. Jedenfalls nicht in der angebotenen Menge. Obwohl er, der Verbraucher, das ständig bei Umfragen beteuert. Aber nicht tut!  Das ist nun wirklich blöd. Der Verbraucher „würde“ ja gerne…aber von „würde ja“  kann sich kein Bauer was kaufen. Auch kein Bio-Bauer. Der sieht eine staatliche verordnete Bio-Quote oder eine Agrarwende auch eher kritisch. Märkte lassen sich nämlich nicht verordnen.

Liebe Jamaikaner, viele Bauern haben nicht Schwarz oder Gelb gewählt, um dann Grün zu bekommen. Merkt Ihr denn nicht, wie ihr auf dem Weg seid, aus der demokratischen Parteienlandschaft eine bunte Einheitspartei zu machen? Wo Kompromisse mit den kleinsten gemeinsamen Nennern die Visionen ersetzen. Oder wo eben „Bauernopfer“ zum Machterhalt erbracht werden.

Ja, genauso ein „Bauernopfer“ wollen die meisten eben nicht! Falls ihr also in der Planung für die Regierung an eine/n grünen Minister/in für Landwirtschaft und Umwelt denkt, so riskiert ihr damit, dass ihr die Stimmen bei der nächsten Wahl nicht mehr bekommt oder Landwirte aus eurer Partei austreten. Und was passiert, wenn Leute aus Enttäuschung und nicht nach Sachverstand wählen, habt ihr ja bei der Bundestagwahl gesehen. Und das könnt ihr doch nicht wirklich wollen, oder?

Aber vielleicht täusche ich mich ja auch und ihr bekommt ja was Anständiges hintereinander und rauft euch zusammen. Wir können ja noch mal reden…

Und wenn ihr nichts Anständiges hinbekommt, müssen wir sogar reden…

Euer Bauer Willi

 

 

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154 Kommentare

  1. Ich seh das so sagt

    Einen Gedankensplitter erlaube ich mir als neutraler Österreicher in die Diskussion einzuwerfen. Es ist (z.B. bei uns in Österreich) fast schon üblich geworden, etwa als Justizminister einen Parteiunabhängigen zu nominieren.

    Es wäre vielleicht gerade für eine Jamaika-Koalition (so sie denn kommt) ein vertrauensbildendes Signal der Einigkeit, etwa als Minister für Landwirtschaft und Umwelt einen von allen (Koalitionsfraktionen) anerkannten Fachmann zu nominieren. Schön wäre natürlich auch zu sehen, daß dieser nicht als kleinster gemeinsamer Nenner wirkt.

    Es gibt sicher jemanden mit Expertise. Der zu Bio und Konventionellen ein offenes Verhältnis hat. Der Landwirtschaft als Theorie und Praxis bestens kennt. Der international vernetzt ist. Der eine Gesprächsbasis zu Parteien und NGO´s hat. Der mit Medien ein konstruktiven Umgang pflegt. Der sich etwa auch schon jahrelang und intensiv für Dialog mit Konsumenten verdient gemacht habt.
    Mir fällt nur gerade sein Name nicht ein ……
    Ich glaube er fing mit W…. an ……… 🙂 🙂

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  2. Paulus sagt

    Welche realistische Alternative zu Jamaika gibt es denn?
    Wem sonst als den Grünen sollte das Umweltministerium zugesprochen werden?
    Welche herausragende Bedeutung hat das Landwirtschaftsministerium als das es nicht auch an die Grünen gehen sollte? Es muss ja nicht diese Frau Künast sein, da brauchte ich Herztropfen. So ein Hofreiter wäre mir nicht unsympathisch; der vertritt ja durchaus vernünftige Positionen und analytisches Denkvermögen darf man bei dem voraussetzen. Ein Habeck dürfte wohl (leider) kaum nach Berlin wechseln. Die Erfolge der CSU-Minister würde ich weder im Sinne der LW noch der Verbraucher als herausragend bezeichnen. Die Aktivitäten dieses Ressorts betreffen ja nicht nur die Landwirte sondern auch eine große Anzahl der ach so geschmähten Verbraucher. Das wird hier gerne mal vernachlässigt.
    Das Außenamt – geschenkt. Dort können selbst die Grünen nicht viel falsch machen.
    Was das Familienministerium betrifft habe ich keine Meinung. Das dürften wohl alle irgendwie gleich gut hinbekommen.

    Ob die Grünen 20 oder 100% Bioanteil oder das Verbot von Dieselmotoren ab 2025
    oder die sofortige Energiewende fordern ist irrrelevant. Das entscheidet allein der Markt in Abhängigkeit des technischen Fortschritts und der Akzeptanz der Verbraucher.
    Insofern wünsche ich mir durchaus eine Regierungsbeteiligung der Grünen, es könnte sie entzaubern. Ich sage es ungern: Selbst eine Frau KGE ist mir lieber als so ein dreimal chemisch gereinigter Gnom aus Würselen, der ja zum Glück eine GroKo kategorisch ausgeschlossen hat. Obwohl – dieser Erzengel hat noch nicht das letzte Wort gesprochen. Da kommt bei passender Gelegenheit bestimmt noch was.

    Im Übrigen kenne ich in meinem Umfeld nicht Einen, der sich gegen Entschädigungen/Beihilfen/Subventionen oder wie man es auch immer nennen mag ausspricht, wenn Landwirte zum Wohl der Umwelt und somit der Allgemeinheit beitragen. Der dazu notwendige Aufwand ist, zumal wenn gesetzliche Auflagen zu erfüllen sind, selbstverständlich angemessen zu vergüten. Das ist weder mit Schulterklopfen noch mit Almosen getan, sondern muss sich deutlich monetär ausdrücken. Daran besteht doch kein Zweifel.
    Wenn allerdings Golfplätze (im Grunde Sportanlagen) und ähnliche Anlagen subventioniert werden, darf sich niemand wundern wenn dies auf Unverständnis stößt.
    Dass landwirtschaftliche Kulturen zur Ertragserzielung angelegt werden und nur zuletzt als Biotop für irgendwelche Arten dienen, ist hinreichend bekannt. Das ist im Interesse aller und legitim und ich kenne nun wirklich niemand der daran Anstoß nimmt.

    Willis indirekter Vorwurf, der immer wieder die Verbraucher und den LEH betrifft geht nach meiner Auffassung weitgehend ins Leere. Die Vertreter der LW waren es, die sich in ihren Pöstchen gesonnt und gepennt und nicht verstanden haben worum es geht. Während dessen haben die Lobbyisten und Entscheider der verarbeitenden Industrie und des Handels den Spieß zu ihren Gunsten gedreht. Jetzt komme mir bitte niemand mit den Einwand das stimmt ja alles nicht.

    Ich habe mich tatsächlich langsamen Schritts zur Wahl gequält, in der vagen Hoffnung, dass uns die grüne Kröte mit meiner Stimme erspart bleibt. Nun ist es aber so und
    ich kann mich mit Jamaika durchaus anfreunden. Ich hoffe, dass die Parteien einen Koalitionsvertrag unter Dach und Fach bekommen und konstruktiv zusammen arbeiten.

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    • Bauer Willi sagt

      @Mensch Paulus,
      da sind wir uns fast in allen Dingen einig. Mein Lieblingsthema, der LEH, macht sich trotzdem bei all dem einen schlanken Fuß. Als Drehscheibe zwischen Erzeuger und Verbraucher kommt ihm auch eine gewisse Verantwortung gegenüber den Erzeugern zu. Und dieser Verantwortung stellt sich der LEH nicht wirklich und ernsthaft.
      Bauer Willi

      3+
      • Mausschubser sagt

        Indirekt hat euch der LEH mit seiner heile Bauernhof Welt Werbung einen Teil der Chose eingebrockt. Die wenigen verbliebenen LEH-Ketten liefern sich gegenseitig einen mehr als harten Wettbewerb. Und weil der Kaufmann am meisten im Einkauf erzielen kann, bleiben nur die Erzeuger übrig. Der LEH bzw. seine verarbeitenden Zulieferer kaufen dort ein, wo es am billigsten ist. Wenn ihr nicht billig liefert, dann macht das der Kollege aus …. solange bis sich der Markt eingependelt hat und es nicht mehr billiger geht oder die Nachfrage den Preis nach oben treibt.
        Der Politik und Gesellschaft mache in an der Stelle den Vorwurf, dass Sie zwar Forderungen an die LW haben, sich um die Marktmechanismen keinen Deut scheren. Entweder muss man den Markt schützen – Importe nur wenn, nach gleichen Standards produziert etc. – oder euch die Gelegenheit geben am Weltmarkt zu konkurrieren. Beides auf einmal geht nicht. Weltmarkt bedeutet auch, dass das Höfesterben hier weiter gehen wird, vielleicht weniger beschleunigt, als durch zusätzliche Vorschriften. Der kleinste gemeinsame Nenner für den Ansatz an der Produktion ist die EU. Diese müsste die Produktionsrahmenbedingungen und den Import regulieren. Ein Sonderweg Deutschlands bringt nichts.
        Und wenn man die Äußerungen der CDU Angehörigen hier leist, dann weiß ich nicht, ob ihr mit einem grünen Minister nicht vielleicht sogar weniger Probleme hättet.

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  3. Ehrlicher sagt

    Wenn ich hier lese, dass AbL und BDM sich auf einen grünen Landwirtschaftsminister freuen und viele andere das skeptisch sehen, dann wird mir schnell klar warum es keinen grünen Landwirtschaftsminiter/in geben darf. Man bewahre die deutsche Landwirtschaft vor zu großen Einfluß von diesen beiden Splittergruppen. Ich war CDU-Mitglied über Jahrzehnete, bin nach dem ersten Sündenfall ausgetreten und werden diese Partei erst wieder als wählbar erachten, wenn ich mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Regierung mit grüner Beteiligung durch meine Stimme unterstütze!

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    • Ottmar Ilchmann sagt

      Keine Angst, der segensreiche Einfluss des Bauernverbandes wird auf absehbare Zeit bestehen bleiben. Sehr viele politische Entscheidungen werden vom BV direkt beeinflusst, damit trägt er natürlich auch die Verantwortung für die Folgen, Stichwort z.B. Quotenausstieg ohne jegliche Möglichkeit der Marktregulierung im Krisenfall. Hier hätte man vielleicht eher auf die beiden „Splittergruppen“ hören sollen, nicht erst mit der Mengenreduzierung gegen Entschädigung im Sommer 2016, als es schon fast zu spät war. Gewirkt hat sie dann trotzdem.

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      • Ehrlicher sagt

        Wie der Name Splittergruppe schon sagt, neigen solche Gruppen zur Selbstüberschätzung. Sie verstehen auch nicht all die Folgen ihrere z.t. abstrusen Forderungen und auch nicht ihre z.T. merkwürdigen Koalitionen bei z.B. „Whes“, kopfschüttel!

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  4. Ottmar Ilchmann sagt

    Ich bin wirklich überrascht, liebe Berufskollegen, dass anscheinend so viele von euch so eine große Angst vor einem grün geführten Landwirtschaftsministerium haben! Was kann denn noch schlimmer werden? Die Grünen sind doch die einzigen, die für einen Wandel in der Agrarpolitik stehen. Gerade die Union, namentlich die CSU, die das Ministerium seit 12 Jahren besetzt, steht doch für ein „Weiter so“, sprich Wachsen und Weichen, Weltmarktorientierung, Liberalisierung, keine Marktteilnahme von Bauern usw. Das hat uns besonders in den letzten Jahren einen rasanten Strukturwandel eingebracht, gerade viele bäuerliche Milchviehbetriebe sind ohne Not auf dem Altar der Liberalisierung geopfert worden. Ich persönlich habe große Angst davor, dass wieder ein Vertreter der C-Parteien das Agrarministerium bekommt. Und ein FDP-Vertreter wäre sicherlich noch gefährlicher für den Fortbestand der bäuerlichen Landwirtschaft. Auflagen, Kontrollen und Bürokratie bekommen wir von den beiden Parteien, nach denen sich so viele sehnen, übrigens noch obendrauf, oder gab es all das in den 12 Jahren der CSU-Führung nicht?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Herr Ilchmann,
      wenn Neuseeland die Milcherzeugung erhöht, gehen bei uns die Preise runter, wenn Algerien weniger Milch abnimmt auch.

      Man solle nicht glauben, dass Deutschland auf den globalen Milchmärkten etwas bewirkt, egal welche Farbe der Minister im Parteibuch hat.

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      • Ottmar Ilchmann sagt

        Die letzte Milchkrise wurde nicht von Neuseeland ausgelöst, sondern von der Produktionsausweitung in der EU in Folge oder wie in Deutschland bereits in Vorwegnahme des Quotenausstiegs. Als größtes europäisches Milcherzeugungsland hat Deutschland zu dieser Produktionsausweitung einen erheblichen Beitrag geleistet. Insofern bewirkt es durchaus etwas auf den globalen Milchmärkten.

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      • Lieber Ehemaliger, Sie dürfen den Milchmarkt nicht mit dem Zuckermarkt verwechseln. Wenns um Zucker ginge, hätten Sie recht, bei Milch hat Herr Ilchmann recht.

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  5. Berglens, Peter sagt

    Hallo liebe Bauern, hallo liebe Verbraucher,
    bei dieser Diskussion schwappt gerade mein Mageninhalt so knapp über den Kehlkopf. Und bevor er noch höher steigt, haue ich lieber mal in die Tastatur.
    Die Schwarz-Weiß-Malerei ist doch absurd und hilft weder der einen noch der anderen Seite.
    Die Bauern, aber auch Nebenerwerbslandwirte und Hobby-Landwirte sind unsere wichtigsten Bewahrer unserer Kulturlandschaften. Naturlandschaften gibt es in D ja so gut wie keine mehr.
    Deshalb muss der Rest von Natur für uns und unsere Nachkommen mindestens erhalten bleiben. Dazu bedarf es einer gemeinsamen (!) Kraftanstrengung. Setzt Euch also vermehrt an runde (oder eckige) Tische und besprecht, was und wie gemeinsam zu tun ist. Das ewige Gebashe ist doch megaout und absolut kontraproduktiv.
    Zu den Grünen: Ich erinnere mich noch gut daran, als jedes 2. Kind unter Krupp oder Pseudokrupp gelitten hat. Durch enormen Grünendruck sind schnell Verordnungen in Kraft getreten, die für die Kinder die Rettung bedeutet haben. Sehr viele andere grünen Drücke wären zu nennen, die unser aller Leben positiv verändert haben. Nicht mal der Dümmste stellt dies doch in Abrede, oder?
    Und nein, ich habe nicht die Grünen gewählt.
    So wie bisher kann es aber doch nicht weitergehen. Wir brauchen einen gemeinsamen Nenner, mit dem alle leben können. Dazu müssen alle – nur ein kleines bisschen – von ihrem Rösschen runterkommen. Liebe Grüße an alle. Puh ………..

    4+
    • Mausschubser sagt

      Die damaligen Maßnahmen würde ich nicht den Grünen zuschreiben. Als die Grünen in den Regierungen vertreten waren, waren die meisten Themen gegessen.

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      • Berglens, Peter sagt

        Man muss nicht in er Regierung sitzen, um als Partei Druck zu erzeugen. Als damals betroffener Vater von 2 betroffenen Kindern und vielen durchwachten Nächten weiß ich schon wovon ich rede.

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      • aber die GRÜNorientierten haben das das Thema an gestupst, zur Diskussion gebracht, schon lange bevor sie in Regierungen warn; vielleicht sind sie dadurch n die Regierungen gekommen!

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  6. Eckehard Niemann sagt

    Top agrar online stellte in der „Frage der Woche“ am 25.9.2017 die Frage, welche Partei denn in einer Jamaika-Koalition den Landwirtschaftsminister stellen solle. Das Ergebnis der Voten von 3.991 Teilnehmern ist nicht so einseitig, wie „Bauer Willi“ es darstellt:
    25% CDU, 22% CSU, 21% FDP, 29% Grüne …

    4+
    • Bauer Willi sagt

      Und die Umfrage ist repräsentativ? Sie wissen doch genau so gut wie ich, wie man so etwas steuern kann… 😉
      Bauer Willi

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      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber „Bauer Willi“,
        Sie zweifeln an, dass die TOP-AGRAR-UMFRAGE wirklich repräsentativ ist. Vermutlich zu Recht. Aber wie repräsentativ ist denn die von Ihnen selbst angegebene Grundlage für Ihre Einschätzungen und Behauptungen. Sie schreiben: „Egal, wann und wo ich bisher mit Berufskollegen gesprochen habe: alle haben über den oder die grüne Minister/in geschimpft. Nun, nicht alle. Diejenigen, die anständig Fördermittel bekommen oder zusätzliche Subventionen und Prämien eher weniger.“ Eine solche „Datengrundlage“ scheint mir doch noch viel dünner als die TOP-AGRAR-Umfrage. Oder?

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    • H. Laxen sagt

      Repräsentativ ist das Ergebnis sicherlich nicht und es ging nur um eine Parteiauswahl.
      Hätten Kandidaten zur Abstimmung gestanden, hätte das Ergebnis sicherlich anders ausgesehen.
      29% könnten bei der Umsichtigen und auf Konsens basierten Politik eines Robert Habeck passen – jemand der aber vor Bauern ständig anders spricht als handelt und den Strukturwandel in der Landwirtschaft befeuert und Bauern ständig vor den Kopf stößt – wie Christian Meyer – der hätte nicht mal die Hälfte der Prozente erreicht.

      2+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Wieviel Prozent hätte Christian Schmidt bei einer namentlichen Abstimmung wohl erreicht?

        3+
  7. Altbauer Jochen sagt

    Noch läuft Jamaika bei uns in S-H einigermaßen
    geräuschlos.(Alle geben sich Mühe)
    Im Bund kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen.
    da müssen doch hier wie da einige „Kreide fressen“
    oder „in Rente“ gehen.
    Wenn Jamaika tatsächlich zu einem Kompromiss findet,
    wird es auf Dauer alle beteiligten Parteien zerreißen.
    Meine Befürchtung,-bei der nächsten Wahl bekommt die
    AfD statt 13 Prozent 23 !

    0
    • Bauer Willi sagt

      Herr Habeck gibt sich wirklich Mühe. Er gehört auch zu den Ausnahmen.
      Bauer Willi

      2+
  8. Friedrich sagt

    Bei allen Überlegungen für die zukünftige Politik ist auch wichtig wie man das Einkommen der Bauern in Deutschland sichern will. Wie wir bereits ausgeführt haben , fehlen den Bauern hier durch die ganzen Gesetze und Verordnungen 200 – 500 Euro/ha. Wir Bauern wollen aber nicht ständig von der Willkür der Politik oder einzelner Minister abhängig sein. Nur wenn dieser gordische Knoten geknackt ist , wird es Ruhe geben. Man kann nicht Weltmarktpreise zulassen , aber Anforderungen vom Wolkenkuckckuksheim stellen. Das wird wirtschaftlich nicht klappen und ist nicht zu leisten. Also bitte um Vorschläge ??

    7+
  9. Stadtmensch sagt

    Lest euch diesen Artikel durch liebe „hart arbeitende“ (TM) Landwirte, die um ihre Existenz bangen:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/lobbyismus-franz-josef-holzenkamp-ein-ganz-besonderes-beispiel-15139532.html
    Diesen Leuten seid ihr vermutlich ziemlich egal, denn die ziehen nachweislich vor allem ihre eigene Agenda durch. So war es schon immer und so wird es bleiben, wenn ihr nicht endlich mal anfangt, euch für Politik zu interessieren (Ist wahrscheinlich zuviel verlangt von einer Berufsgruppe, die sich bei jedem Schritt beraten lassen muss). Eure Stichwortgeber in Sachen Politik sind so clever, fett von der Energiewende zu profitieren und gleichzeitig gegen die politische Strömung zu agitieren, die das alles erst möglich gemacht hat. …Vertreten die Interessen eines Verlages für Magazine wie „Landlust“ und hetzen auf der anderen Seite gegen Realitätsverweigerung infantilisierter Verbraucher. Habe mich sowieso schon immer gewundert, wie man wegen einer etwas unflexibel geratenen neuen Düngerverordnung so ein Geschrei machen kann. Man muss einfach nur die tatsächlichen Interessenlagen kennen…

    2+
    • Mark sagt

      Klar doch, der Stadtmensch muss den Bauern erklären wie blöd sie eigentlich sind. Gibt es eigentlich EINEN einzigen Beitrag von Ihnen hier, der nicht vor pseudointellektueller, inkompetenzgeschwängerter Arroganz strotzt?

      1+
  10. Konservative außerhalb der Landwirtschaft sind nicht so grünenfeindlich wie die meisten Bauern. Eine grüne Agrarpolitik kann ansonsten konservative und liberale Politik wunderbar ergänzen. Wirtschaft und Steuern darf für Koservative und Liberale nicht grün sein, Landwirtschaft hingegen schon. Gibt man den Grünen die Landwirtschaft und sonst nichts weiter (außer dem Außenamt, aber spezifisch grüne Außenpolitik gibt es nicht), können dort gleichermaßen grüne wie konservative Gefühle wunderbar bespielt werden. Begriffe aus der konservativen Gefühlswelt:

    Bewahrung, unsere Lebensgrundlagen, sauber, Schöpfung, Blühstreifen/wie früher, Heimat, deutsche Standards, Unterscheidbarkeit, Bio, Vorbild/Führungsrolle, Kosteninternalisierung, Ehrlichkeit, Gewässerreinhaltung, faire (Erzeuger-)Preise, öffentliche Gegenleistung, Digitalisierung für Wettbewerb und zum Schutz der Natur, Mitgeschöpfe, nachhaltig, weniger Chemie, gesunde Lebensmittel, Kinder und Enkelkinder, Meister Adebar, Artenvielfalt, Verantwortungsbewusststein, Schutz, wieder mehr Bienen und Schmetterlinge, Tierwohl, mit Augenmaß, Erholung in der Natur, Klasse statt Masse, Luft, Respekt, Reaktive Stickstoffverbindungen eindämmen, mit Bedacht, Hecken, Erholung, im Einklag mir der Natur, Wertigkeit, Essen schätzen, Essensstil, heimische Lebensmittel, sich abheben, Vernunft, Besonnenheit, Harmonie, Interessenausgleich, Präzisionslandwirtschaft, nachhaltig, kein race to the bottom mit China, deutsche Erzeugnisse zukunftsfest machen, Interessenkonflikt jetzt anpacken, Win-win, an einem Strang ziehen, gemeinsame Werte…

    1+
    • Stadtmensch sagt

      „richtige Begriffe“

      Kannst ja mal ein Bingo draus machen. Der „Bundesumweltmysteriumstroll“ hatte da auch schon was vorbereitet.

      „aber spezifische grüne Außenpolitik gibt es nicht“
      So? Rebecca Harms? Russophobie?
      Ich als ein in der SBZ sozialisierter Befürworter diktatorischer Staatsbefugnisse muss das natürlich so sehen…

      2+
  11. Dr. Christel Happach-Kasan sagt

    Nach der Niedersachsenwahl geht es los. Jetzt kann man Wünsche äußern. Ich wünsche mir eine Leitung des Umweltministeriums, die das Ministerium leitet, mehr Wissenschaftlichkeit, das Denken in alternativen. Wir diskutieren ein angebliches Insektensterben anhand einer winzigen, regional sehr eng begrenzten Studie. Warum sind vom BfN nicht längst entsprechende Studien bundesweit in Auftrag gegeben worden? Seit Ende der siebziger Jahre ist der Naturschutz Thema, wurden Gesetze und Verordnungen zum Schutz der Umweltmedien erlassen. Hat alles nichts genützt? War Politik völlig wirkungslos? Nein, Politik hat gewirkt. Wasser- und Luftqualität sind entscheidend verbessert. Es ist nicht alles Gold, wie die mangelhafte Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zeigt, aber es gibt Erfolge. Ein Beispiel, die aktuelle rote Liste der Libellen ist im Vergleich zur Vorgängerliste deutlich kürzer geworden. Vermutlich gibt es mehr Beispiele – aber darf man es sagen? Wäre es nicht sinnvoll aus positiven Beispielen zu lernen? Thema Glyphosat. Keinerlei Bekämpfung von unerwünschten Wildkräutern wäre aus Naturschutzsicht gut. Geht aber nicht. Der kleinste Vorgarten ist wildkrautfrei. Doch wie sieht ein Wildkrautmanagement aus, das die Biodiversität nur gering beeinträchtigt? Könnte man ja mal untersuchen, statt Glyphosat pauschal zu verdammen. Warum aber soll der Weizenacker der Biodiversität dienen, die Parkanlage, der Rosengarten, der Golfclub jedoch nicht? Erneuerbare Energien – Biodiversität – vielerorts ein Zielkonflikt! Es wird Zeit, dass dieser wahrgenommen und gelöst wird. Für die neue Leitung des Umweltministeriums gibt es viel zu tun.

    9+
    • Bauer Willi sagt

      Genau der richtige Ansatz. Und: wir Bauern sind ja auch allem Möglichen bereit, aber mit uns geht es halt besser, als wenn wir „umerzogen“ werden sollen. Das hat ja schon mal nicht funktioniert. Ich bin allerdings noch nicht davon überzeugt, ob die Koalition tatsächlich zustande kommt. Gerade zwischen FDP und Grünen sind doch grundlegende Unterschiede in den Standpunkten und – vor allem – in der Herangehensweise. Dann besser kein Kompromiss als ein fauler!
      Bauer Willi

      3+
    • Mark sagt

      Absolute Zustimmung in allen Punkten. Frage hätte denn die FDP Interesse am Umweltministerium? Wäre dringend notwendig, fällt das den Grünen zu, kommen wir vom Regen in die Traufe.

      2+
  12. Ottmar Ilchmann sagt

    Dazu könnte man jetzt viel sagen, Willi. Ich will nur eines richtigstellen: Die sehr erheblichen Mehrmengen an Biomilch, die aktuell auf den Markt kommen, werden von diesem problemlos aufgenommen, weil die Nachfrage nach Biomilchprodukten eben doch sehr stark ansteigt. Der Verbraucher ist durchaus bereit, die höheren Biomilchpreise zu zahlen, übrigens nicht zuletzt aus dem Grund, dass er vernünftig wirtschaftende Milchbauern unterstützen will. Dass Biomolkereien vorsichtig sind bei der Aufnahme neuer Lieferanten, liegt vielmehr daran, dass sie im Interesse ihrer Mitglieder den Milchpreis stabil halten wollen und ihn nicht durch ein Überangebot kaputtmelken lassen. Im Gegensatz zu manchen konventionellen Molkereien, gerade auch Genossenschaften, haben die meisten Biomolkereien ihre Lieferanten noch sehr gut im Blick. Das liegt auch an der guten Organisation vieler Biomilcherzeuger in Erzeugergemeinschaften und an funktionierenden Genossenschaftsstrukturen.

    10+
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Ottmar, es ist richtig, dass die Biomilch-Molkereien vorsichtig sind mit der Aufnahme von neuen Lieferanten. Nichts anderes habe ich gesagt. Und das sie das tun, damit der Preis stabil bleibt, ist äußerst vernünftig! Was das Marktvolumen angeht, so wächst es aber nur sehr langsam.
      Von daher kann ich nicht erkennen, dass wir beide unterschiedliche Aussagen machen. Übrigens trinke ich schon Bio-Weide-Milch. 🙂 Ich bilde mir ein, dass die besser schmeckt. Kann Einbildung sein, aber was soll´´s. Einbildung ist ja auch eine Bildung. 🙂
      Bauer Willi

      1+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Schwarzwaldmilch, zb. nimmt keine weitere Bio-Milch mehr an, weil sie weitere Milchmengen aggressiv vermarkten muss, dass heißt mit Preisnachlässen für alle Bio-Milch.

      Wie sich das mit ihrer Einschätzung höheren Bedarfes von Bio-Milch von Verbrauchern die bereit wären, sogar mehr zu bezahlen erschließt sich mir nicht.

      2+

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