Bauer Willi
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Landwirtschaft – der Kampf des Menschen gegen die Natur

„Jetzt ist er wohl ganz übergeschnappt“ werden Sie jetzt wohl sagen, wenn Sie diesen Satz lesen. Will er sich denn jetzt alle zu Feinden machen?  Der Satz ist nicht von mir, sondern war der erste Satz, den mein Professor im Pflanzenbaustudium im 1. Semester in der ersten Vorlesung sagte. Damals, als junger Student, habe ich genau so reagiert wie Sie. Jetzt aber bitte erst weiterlesen und dann erst die Kommentare posten. Danke.

Hinweis: immer, wenn ein Eingriff in die Natur erfolgte, setze ich dieses Zeichen *

Ackerbau

Als Arminius in der Schlacht am Teutoburger Wald die römische Armee besiegte, war fast ganz Germanien von Wald bedeckt. Unsere Vorfahren haben dann begonnen, den Wald zu roden*, haben mit dem Holz ihre Häuser gebaut und mit Holz geheizt*. Dann haben sie Äcker angelegt*. Da haben sie aber nicht alles wild wachsen lassen, sondern nur eine Kultur angebaut*. Das Getreide, das angebaut wurde, waren Einkorn, Emmer, Dinkel. Sie haben schnell erkannt, dass einzelne Ähren mehr Körner gebracht haben und haben diese verwahrt, um sie im nächsten Jahr wieder auszusäen. Sie haben selektiert*. Dann haben sie angefangen, Pflanzen zu entwickeln, die noch besser wuchsen. Sie haben die Pflanzen gekreuzt* und so die Gen-Zusammensetzung nach ihren Zielen verändert* Daraus wurde der heutige Weizen.

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Dann haben sie Wildpflanzen gesammelt* und auch diese selektiert* und züchterisch bearbeitet*. Aus Knöterich wurde Buchweizen. (Ja, Buchweizen ist kein Getreide!) Weil sie feststellten, dass manche Pflanzen unter verschiedenen Umweltbedingungen besser wuchsen, entwickelten sie angepasste Sorten*. So begann die Züchtung, die Veränderung von Genen nach unseren Vorstellungen.

Tierhaltung

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Jetzt wurde unseren Vorfahren die Handarbeit auf dem Feld zu mühselig. Im Wald liefen aber Auerochsen, die sie bisher gejagt hatten*. Die haben sie mit Futter in ihre Dörfer gelockt, ihnen Weiden angelegt* und abends in ihre Ställe gesperrt* um sie vor Wölfen und Bären zu schützen. Dann haben sie die Ochsen vor ein Gerät gespannt, dass den Boden tiefer lockern konnte als die alte Handhacke und haben gepflügt*. Als die Kühe Kälber bekamen, haben sie ein Teil der Milch selber getrunken* oder Käse daraus gemacht* Den hatten sie jetzt als Vorrat für den Winter. Mit den Vögeln, die im Wald lebten, haben sie es genauso gemacht: sie haben sie mit Futter in´s Dorf gelockt und ihnen einen Teil der Eier weggenommen* um sie selber zu essen. Dann haben sie mehr Kühe und mehr Hühner gehalten,* um die Milch und die Eier mit ihren Nachbarn, die keine Kühe und keine Hühner hatten, zu tauschen. So entstand die Massentierhaltung.

Düngung

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Bald merkten unsere Vorfahren, dass auf dem Acker, auf dem sie ihr Getreide und ihren Buchweizen anbauten, nach ein paar Jahren immer weniger wuchs. Sie stellten fest, dass die Weiden aber saftig und grün blieben, weil die Kühe dort etwas fallen ließen. Das, was bei der Kuh hinten herauskam, haben sie dann eingesammelt und auf ihre Äcker gebracht*. Auch die Asche von ihren Feuern haben sie dort verstreut*. Jetzt wuchs es besser. Dann hat sich jemand die Mühe gemacht, Kalksteine klein zu reiben und den Kalkstaub auch auf dem Acker verstreut*. Weil da noch andere Nährstoffe drin waren wuchs es noch besser. Der Kunstdünger (Mineraldünger) war erfunden!

Pflanzenschutz

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Die nächsten Jahrhunderte hat man das geerntet, was man anbaute, sofern Wetter, Schädlinge und Krankheiten einem nicht einen Strich durch die Rechnung machten. Um die wachsende Bevölkerung zu ernähren, begann man mit dem Kartoffelanbau*,  einer Pflanze aus Südamerika. Kartoffeln waren bald das „Futter für die Masse“. Hier trat ein schwerwiegendes Problem mit weitreichenden Folgen zwischen den Jahren 1845 und 1852 auf. Die Krautfäule- und Knollenfäule vernichtete in diesem Zeitraum gleich mehrere Ernten, die Knollen faulten und konnten nicht mehr gelagert werden. Infolge der Hungersnot starben 1 Million Menschen, 2 Millionen wanderten aus. Schließlich entdeckte man, dass Kupfer eine Wirkung auf den Pilz hat, der diese Krankheit auslöst. So spritzte man Kupfer* und bekam die Krankheit einigermaßen in den Griff. Kupfer gehört zu den Schwermetallen und reichert sich folglich im Boden an. Ist ja ein Metall! Deshalb waren die Landwirte froh, als weitere, wirksame Pilzbekämpfungsmittel* (Fungizide) entwickelt wurden, die sich zudem noch abbauen. Noch heute spielen für Mensch und Tier giftige Pilze wie Fusarium und Mutterkorn eine große Rolle, gegen die man bis heute noch kein wirklich wirksames Mittel gefunden hat. In Ländern der Dritten Welt vernichten immer noch Rost-Epidemien (Rost ist auch ein Pilz!) große Teile der Ernte, obwohl es wirksame Mittel dagegen gäbe. Auch Blattläuse und andere Insekten lassen es sich an den Nutzpflanzen gut gehen. Besonders extrem sind Heuschreckenplagen, die zwar in unseren Breiten keine Rolle mehr spielen, aber anderen Bauern stark zusetzen. Hier gilt im Prinzip das gleiche: es gibt wirksame Insektizide* (Mittel gegen Insekten) die nur dann eingesetzt werden, wenn diese Biester auch auftreten. Und es gibt Herbizide* (Mittel gegen die Pflanzen, die man nicht auf dem Acker haben möchte = Unkräuter = Ackerbegleitflora) Oder will mir einer von euch beim Unkrauthacken helfen? Für all diese Produkte hat man im englischen Sprachgebrauch einen Begriff: Pestizide. Dieses Wort stammt aus dem Lateinischen (pestis, caedere) und bedeutet übersetzt: Seuchen vertreiben. Und das ist doch eigentlich was Gutes, oder?

Was ich sagen wollte: Mein Professor hatte so Unrecht nicht! Und irgendwie stimmt doch die Überschrift, oder?

Ich wollte euch das nur mal aus einer anderen Perspektive zeigen. Wertfrei, ohne Ideologie, nur zum Nachdenken…

Und jetzt bin ich gespannt auf eure Kommentare.

Euer Bauer Willi

P.S.: Dieser Artikel erschien erstmals in leicht geänderter Fassung am 15. März 2015. Er hat aber auch nach zwei Jahren nicht an Aktualität verloren. Darum stellen wir ihn nochmals zur Diskussion.

 
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81 Kommentare

  1. Planzenernährer sagt

    Lieber Bauer Willi,

    man könnte den Hausbau weiter fortsetzen. Heute wohnt die Mehrzahl der Deutschen auf engstem Raum in Städten, zum Teil in Großstädten.
    Von „artgerechter“ Menschenhaltung ist da wenig übrig geblieben. Wo beginnt Massenmenschenhaltung? In Siedlungen mit mehr als 200 oder 500 oder 1.000 oder 10.000 Einwohnern? Wieviel „Auslauf“ für die Menschen ist noch da? Wieviel artgerechte Ernährung? Früher waren nur Lebensmittel aus Jagen und Sammeln. Heute können alle aus dem vollen schöpfen. Damit der „Städter“ jeden Tag sein Essen bekommt und das ganz billig, hat die bitterböse Landwirtschaft und der Landwirt große Leistungen vollbracht. Trotz ausreichender Ernährung werden wir immer älter.
    Ich freue mich auf Kommentare.

    4+

  2. Friedrich sagt

    Alle Leute die hier kritisch die Landwirtschaft beurteilen , haben , so erscheint mir das , noch nicht die geschichtliche Entwicklung der Welternährung bearbeitet. Auch ist noch nicht erkannt worden ,daß über 50% der Agrarfläche weltweit , Grasland ist. Von Gras kann sich ja bekanntlich der Mensch nicht ernähren. Auch hier in Deutschland ist die gute und ausreichende Ernährungsgrundlage erst dem biologisch-technischen Fortschritt der 1970er und 1980er Jahre zu verdanken. Ob vegan , bio oder konv. Ernährung jeder hat genug um Satt zu werden in ausreichender Auswahl. Das ist einmalig in der Geschichte der Menschheit.
    Aber wie das heute so ist , wird alles nur aus der heutigen Brille beurteilt. Es fehlt der Blick für die Zukunft und Vergangenheit. Manch eine Entscheidung würde dann anders fallen. Viele der öffentlich geführten Diskussionen erscheinen mir wie der „Tanz um das golden Kalb“, also sehr weltfremd und teilweise verlogen. So z. B. dieAussage unserer BMU-Ministerin die Klimabilanz auf das vorindustrieelle Niveau zu bringen. Auch der ständige Eingriff auf die Landwirtschaft ist in vielen Fällen mit dem EU-Recht nicht vereinbar. Hier wird immer vergessen , daß nur die Landwirtschaft auf EU-Ebene voll gleichgeschaltet ist. Deshalb sind die ständigen Angriffe dem EU-Markt abträglich und schädigen die EU-Gemeinschaft. Letztlich wird so der Zerfall der EU damit beschleunigt ,
    weil die anderen EU-Länder die ständigen Lw.-eingriffe hier mit Argusaugen beobachten. In Frankreich geht die Rede , daß“ die Deutschen ihre Bauern platt machen“. So etwas wird
    LePen und Co. nur fördern. Aber das will bei aller Ideologie hier keiner wissen.

    12+

    • Martin Gork sagt

      Mit der Natur arbeiten heißt eben gegen Naturgewalten zu kämpfen.
      Das ist bei Pflanzen und Tieren nicht anders.

      1+

          • Andreas Müller sagt

            Auch ein einsamer, alter Mann hat eine liebenswerte Seite. Nicht so verbittert sein, Herr G. : )

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            • Martin Gork sagt

              Verbitterung gegenüber der Landwirtschaft sehe ich bei Ihnen, Sie machen die heimische Landwirtschaft ja schon für medizinische Universitätsforschung auf der anderen Seite des Atlantiks verantwortlich.

              1+

            • Andreas Müller sagt

              Ich bin es als Forstmann gewohnt, in langfristigen Kreisläufen zu denken.

              Am Ende der Tage, sind es Menschen wie Sie, die durch den Fortschrittsglauben scheinbar alles möglich machen möchten.

              Wurde dies Bibelzitat vielleicht von manchen Bauern zu „wörtlich“ genommen?

              Genesis 1,28 EU: „Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.“.

              1+

            • Andreas Schmid sagt

              Wer mit Bibelzitaten um sich wirft, kennt bestimmt die beiden „Massentierhalter“ Hiob und Abraham. Die Zahlen kann man verdreifachen, den meistens wurden nur die männlichen gezählt.

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            • Martin Gork sagt

              Herr Müller, Sie mögen ja das Bevölkerungswachstum als schädlich bezeichnen,
              nur welche Lösung bieten Sie an? Wieder mehr verhungern lassen?
              Warum fangen Sie nicht damit an und stellen auf Baumrinde um, die wurde vor 70 Jahren auch in Deutschland ab und an verzehrt, in Nordkorea ist die auch mal im Kochtopf.

              1+

            • Andreas Müller sagt

              Regionale, saisonale, vegetarische und ökologische Küche ist heutzutage schmackhafter als Baumrinde und für viele möglich. Aber gerne auch Wildsammlung oder den Eigenanbau mit samenfesten Sorten bevorzuge ich zum Selbstverzehr.

              Das schont den Geldbeutel und ich weiss, was im Essen drin ist.

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            • Martin Gork sagt

              Mit „samenfesten“ Sorten werden natürlich alle satt, einfach weniger Essen und mehr hungern, ging früher ja auch.
              Ab und bis wann war der züchterische Fortschritt für Sie gut und schlecht? Immerhin ist vor allem das Gemüse ja nicht vom Himmel gefallen, sondern über langwierige Zucht erst regional hier anbaubar oder überhaupt entstanden.

              Saisonal und regionales Gemüse sind zwar lecker aber auf Dauer nicht mehr abwechslungsreich.
              Warum treiben Sie sich eigentlich im Internet rum, dafür wird die Umwelt im großen Stil zerstört, früher ging es ja auch mit persönlichen Gesprächen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Andreas Müller
              Für Eigenanbau ist entsprechendes Gelände von Nöten, viele haben das nicht, und die über einen Garten – wie in meinem Ort – verfügen, die legen sich einen Rasen an, oder seit neuestem eine Schotterwüste. 🙁

              Wie sagen die Arbeitskolleginnen meiner Frau, bei den Preisen kaufen die das Gemüse bei ALDI.

              Ich habe einen Gemüsegarten, weil wir Wert auf den Geschmack legen, die in der Massenware verloren gegangen ist, wie bei Tomaten, die Reif einfach besser schmecken, als vom Handel,

              2+

            • Andreas Müller sagt

              Ich möchte wissen, was den „modernen“ Landwirt antreibt. Und das kann man hier gut herausarbeiten und lesen. Danke auch an Sie.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Andreas Müller

              Falls sie mich mit der letzten Post meinen, ich habe bestimmt über 50 Tomatensorten angepflanzt, wir bleiben bei der Sorte Matina.

              Einem befreundeten Ehepaar mit Hofladen haben wir die Sorte empfohlen, die lagen wie Beton im Regal, die Sorte die sich gut verkaufen lässt, habe ich probeweise angepflanzt, für meinen Begriff waren das Kanonenkugeln, so hart war die Schale, aber haltbar waren die.

              Wenn meine Frau Karotten zubereitet hat, hatte ich immer das Gefühl, früher schmeckten die stärker nach Karotten. Zufällig viel mir Karottensamen in einem Landhandel in die Finger, das Bild zeigte Karotten, wie sie früher aussahen. Siehe da, die schmeckten wie früher. Die haben aber den Nachteil, die würde niemand kaufen, die können Maschinell auch nicht verarbeitet werden.

              4+

            • Sabine sagt

              Ich frage mich oft, wie man den Leuten wieder Lust auf Gärten macht. Ich halte es für ein weniger gutes Zeichen, dass Spaziergänger an der Zwergenwiese im Sommer stehen bleiben und darüber laut nachdenken, was das wohl für Tiere und Pflanzen auf meinem Grundstück sind… bis einer der Herren sie anschreit, sie sollen seine Mädchen nicht so unverschämt anstarren. …. dann ist geklärt, was das für Tiere sind.

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  3. Massentierhaltung ist ein Ausdruck den Leute vom Fach nicht benutzen. Unter Massentierhaltung versteht das unwissende Volk nur Tierquälerei aus Profitgier. Tiere werden in unterschiedlichsten Haltungsformen und Größenordnungen gehalten. Die Qualität der Tierhaltung in der Verweildauer bis zur Nutzung hängt nicht von der Anzahl der Tiere ab, sondern ausschließlich von der Qualität der Betriebsleitung.

    12+

    • Zenzi sagt

      @Klaus W. Manche Haltungsform z.B. in der Hühnerzucht, sei es Fleisch oder Ei, entspricht in der realisierten Größenordnung nicht mehr dem Qualitätsanspruch des Huhnes. Die Qualität der Tierhaltung, welche der Betriebsleiter den Hühnern in ihrer Verweildauer (6 Wochen) bis zu ihrer Nutzung (Schlachttermin) gibt, hängt sehr wohl von der Anzahl der Tiere im Verhältnis zur angebotenen Fläche ab.
      Die Haltung der Tiere und die Tiere selbst wurden an die Ansprüche des Endproduktes angepasst. Beispiele gibt es zuhauf.
      Schöne Worte um den unschönen Begriff der Massentierhaltung drum herum, machen das Thema nicht besser.

      Ich hoffe das war sachlich genug.

      3+

      • Zenzi,
        ich gebe Ihnen teilweise Recht, mir gefallen diverse Haltungformen auch nicht, ich selbst habe drei Hühnermobile ( ein Fertiges und zwei selbst gebaute) trotzdem Verteufel ich die meisten “ großen Betrieb “ mit Bodenhaltung nicht. In diesen Betrieben werden die Tiere nach Vorschrift gehalten in die diese Betriebe rein geführt wurden, klar über die Entwiklung des eigenen Betriebes ist jeder Landwirt selbst verantwortlich aber Wachsen oder Weichen waren immer die Schlagworte der Berater.
        Da kann man sich ausmalen welche Entscheidung der Betriebsleiter sich aussucht wen er weiter Landwirt bleiben will…..
        Über diese Entwicklungem haben wir wärend meiner Ausbildung und Meisterschule oft Diskutiert, meine Argumente wurden sehr oft belächelt…..heute bin ich Nebenerwerbslandwirt und einige werden noch folgen….diese Veränderungen finden überall auch in der Industrie statt…ob Gut oder Böse entscheiden heute viele Studierte und nicht mehr die arbeitende Bevölkerung, die erst gar nicht gefragt werden.
        Noch dazu die Geiz ist Geil Mentalität.
        Man sagt die Welt ist schlecht….stimmt meiner Meinung nicht…..Es sind die Menschen die die Welt versauen…..
        mfG Klaus Weber

        3+

        • Sabine sagt

          Wobei ich denke, gerade in Sachen Huhn, werden wir vllt. bald was Neues erleben. Unsere derzeitigen Hybriden benötigen für ihre Hochleistung eben auch sehr hochwertiges Futter.
          Es gibt, gerade bei den Permis, zwar sehr kleine Haltungen, aber da wird das Huhn als Mehrfachnutztier im mehrfachen Sinn gesehen. Gibt Leute die schwören, dass Hühner als Kompostierungsfacharbeiter unschlagbar sind. Die Tiere beschleunigen die Kompostierung, der Kompost aus ihrer Herstellung ist hochwertiger als aus „normalen“ Herstellung und als Nebenprodukt erhält man Eier und Fleisch. Allerdings werden da meist keine Hybriden eingesetzt, sondern ältere, ehemalige Wirtschaftsrassen. Wenn man einen Weg findet diese Methode zu skalieren, können wir bald von der städtischen Kompostieranlage Eier kaufen.

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          • Ich glaube das wird Idealismus bleiben, um die Nachfrage zu decken werden wohl Eier und Hühnerfleisch aus dem Ausland kommen müssen.
            Ob uns damit geholfen ist, wage ich zu bezweifeln.
            Die Züchtung neuer Rassen wird weiter gehen und das muß nicht schlecht sein, der Mensch ist ja irgend eine Züchtung wenn man die Evolution so beobachtet…..
            Gruß Klaus Weber

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          • Inga sagt

            Aber sind da nicht zu viele negative Rückstande aus dem Kompost in den Eiern, Sabine?

            Und die Eier werden dann da teuer werden, weil ein Mehrfachnutzhuhn eine kleiner Legeleistung hat, als ein Hybridhuhn, oder?

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            • Martin Gork sagt

              Dioxin von Komposthühnern ist etwas wertvolles, das gönnt man sich in der Stadt gerne.

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            • Sabine sagt

              Also, eigentlich sollte im Grünschnitt aus privaten und städtischen Haushalten kein Dioxin sein. Ich denke mal, dass unsere städtische Kompostieranlage kein Einzelfall ist. Dort werden ausdrücklich keine „Biotonnen“ angenommen, sondern nur Grünschnitt und der wird anschließend als Kompost verkauft mit entspechender Nährstoffauskunft, also auch auf Rückstände getestet.
              Bei den Permis landen sämtliche Garten- und pflanzliche Küchenabfälle, aber auch Mist erstmal bei den Hühnern. Der berühmte Hahn auf dem Mist, kräht da ja nicht nur, er sucht vor allem Futter. Genau da setzten die Permis an. Hühner wenden und belüften Kompost- und Misthaufen durch ihr Scharren geradezu optimal und finden dort hochwertiges Eiweiß in Form von Insekten… nun, meine Zwerge haben Angst vor Nashornkäfern, aber sonst fressen sie so ziemlich alles, was im Kompost und in der Miste lebt, inkl. Unkrautsamen. Das heißt, dass man das Körnerfutter und Legemehl, so die Haufen groß genug sind, stark reduzieren kann. Legehybriden haben- das müsste man vllt. näher untersuchen- einen sehr hohen Anspruch an die Versorgung mit Eiweiß, Mineralien und Vitaminen, da sie ja täglich große Mengen abgeben. Rassen wie Australorps, New Hampshire etc. werden dort genutzt, weil – und das ist einfach eine Annahme – sie durch die geringere Legeleistung nicht so drastisch auf zeitweise Únterversorgung reagieren. In ihren Körper setzen nie alles sofort in Eier um und speichern im Fett und Gewebe noch Energie ab und sind daher auch noch ganz passable Suppenhühner.
              Es ist also ein Rechenexempel für den Halter. Hat man große Mengen von Gartenabfällen und vllt. Mist aus weiteren Tierhaltungen, machen Mehrnutzungshühner, die einen Teil ihres Futters aus den den Abfällen generieren u.U. mehr Sinn, wie Hochleistung Hybriden, die stärker mit hochwertigem Futter zugefüttert werden müssen.
              Ich hab während der Stallpflicht mal wieder gemerkt, wie viel meine Zwerge fressen, wenn sie sich frei bewegen können, habe ich rund ein Drittel weniger Futterkosten, selbst im Winter. Im Moment lassen sie mir wieder viel Futter liegen, sie können wieder raus und suchen, obwohl sie jetzt gerade richtig mit dem Legen begonnen haben, sich ihr Futter lieber selber.

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Volle Zustimmung Klaus, ich persönlich frage mich immer und immer wieder, warum, zum Teufel müssen wir Landwirte, uns immer und immer wieder für unseren Beruf entschuldigen.

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  4. Jüngst erschienen: Thomas Miedaner: Pflanzenkrankheiten die die Welt beweg(t)en. Unglaublich spannendes Buch. Da ist mir erst so richtig aufgegangen, wie groß die Bedrohungen für unsere Ernährungssicherheit durch Pflanzenkrankheiten waren und auch heutzutage noch sind. – Da lernt man dann vieles umso mehr zu schätzen, was heutzutage gern schlechtgeredet wird. http://www.springer.com/de/book/9783662499030

    4+

    • Stadtmensch sagt

      Dann aber bitte auch gleich: Peter Thompson: Der Keim unserer Zivilsation
      in Erwägung ziehen. Hochertragssorten können auch Hybris sein.
      Man könnte sich die Frage stellen, ob Pflanzenbau mit oder gegen die Natur langfristig erfolgreich sein kann.

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      • Martin Gork sagt

        Wir brauchen wieder giftige „Ur-Sorten“, die halten die Schädlinge ab, der Mensch wird dann auch nicht mehr so alt. Ist für die Rentenkasse eine sichere Investition.

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        • Stadtmensch sagt

          Manche wollens eben nicht kapieren. Das gehört leider dazu:

          „Gleichzeitig steht das vergangene Jahrhundert für den größten Verlust an Biodiversität. Aber die Widerstandskraft der alten Landrassen ist dahin. Die Folgen dieser Entwicklung stimmen weder Thompson noch seine Leser optimistisch. Das Streben nach privatem Gewinn, – gepaart mit einem starken Glauben an die Unantastbarkeit geistigen Eigentums, habe die Haltung, der Mensch sei nur der Hüter der Natur und ihrer Schätze, zerstört. „Werte, die auf diesem Ethos gründeten“, schreibt Thompson, „wurden von einer zunehmend unkritischen Akzeptanz ausgewaschen, dass Privatpersonen und Firmen das Recht hätten, auf fast alle erdenklichen Arten aus allem nur möglichen Profit zu schlagen.““

          http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/peter-thompson-der-keim-unserer-zivilisation-so-lasst-uns-denn-ein-samenbaenklein-gruenden-11912214-p2.html

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          • Martin Gork sagt

            Ich sag ja, mehr Pflanzengift gegen Fressfeinde, damit die FAZ und Stadtmenschen zufrieden sind,

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            • Stadtmensch sagt

              Einmal kurz gegoogelt und schon ist wieder alles unklar:

              Gesundheit versus Ertrag:
              http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/ernaehrung/gluten-zoeliakie-ati-forschung100.html

              Nein, ich bin kein Angsthase, aber ein Link\Stichwort oder sonstiger Hinweis zu ihrer Behauptung, dass vor allem alte Getreidesorten ungenießbar sind, hätt mich schon gefreut. Ihr seid doch die Profis?!

              BTW: Ihr könnt nur froh sein, dess der Herr Fendt gesperrt ist. Der hätte euch die Ohren lang gezogen.

              1+

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              „Ihr könnt nur froh sein, dess der Herr Fendt gesperrt ist. Der hätte euch die Ohren lang gezogen.“

              Wenn der will, dann logt der sich mit einem anderen Namen ein, falls der Biobauer Andreas Fendt tatsächlich gesperrt wäre.

              Vielleicht ist der in Asien auf Urlaub, kann mich dunkel daran erinnern, dass er geschrieben hat, er wäre dort schon einige male gewesen.

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          • bauerhans sagt

            „Gleichzeitig steht das vergangene Jahrhundert für den größten Verlust an Biodiversität“

            aber auch für den grössten wohlstand seit menschengedenken,dank kapitalistischer eigeninitiative.

            2+

            • Martin Gork sagt

              Irgendwie nimmt die landwirtschaftliche Fläche ab,
              vor allem in Deutschland, da wird täglich die Fläche eines bäuerlichen Betriebes zubetoniert.
              Die Flächen für den Naturschutz nehmen auch seit Beginn des Pflanzenschutzes zu, weil wir es uns leisten konnten.

              Und dann kommen „Experten“ und meinen das sei ja alles gaaanz anders.
              Umsetzbare Vorschläge kommen nicht, meist kommen unsinnige Vorschläge, die man als Internetbauer leicht verbreiten kann.

              1+

            • Andreas Müller sagt

              Regionale, saisonale, vegetarische und ökologische Küche ist heutzutage schmackhafter als Baumrinde und für viele möglich. Aber gerne auch Wildsammlung oder den Eigenanbau mit samenfesten Sorten bevorzuge ich zum Selbstverzehr.

              Das schont den Geldbeutel und ich weiss, was im Essen drin ist.

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            • bauerhans sagt

              „Regionale, saisonale, vegetarische und ökologische Küche ist heutzutage……für viele möglich.“

              diese art küche ist viel zu aufwändig und teuer und wird selbst in restaurants selten angeboten.
              heute muss sich alles rechnen.

              1+

    • Oh – war das österr. Regionaljargon? Sorry. Die Lektüre wird sie fesseln. Ihrer Gattin steht eine harte Zeit bevor. „Komm gleich Schatz, nur noch 1 Seite!“ 😉 In diesem Sinne: Voll in die Lektüre rein kippen.

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  5. Astrid sagt

    Genau das ist es, genau damit müssen wir aufhören, auch wenn es damals in der Steinzeit richtig war. Wir haben uns weiterenwickelt, aber nicht immer zum Positiven.
    Wir können heute nicht mehr damit argumentieren, dass der Opa das auch so gemacht hat. Die Zeiten, d.h. unser Bewusstsein hat sich verändert.
    Mein Opa hatte Kaninchen im Stall. Die waren nicht zum Spaß da drin und ich unterstelle meinem Opa, dass er es nötig hatte, sie zu töten, weil: kein Supermarkt, 6 Kinder, Kettenschmied, harte Arbeit, wenig Geld, Krieg, nicht genug zu essen oder nur das was es eben gab …
    Heute brauchen wir aber nicht mehr die Leichen unserer Opfer zu essen. Wir brauchen auch nicht mehr auf Pferden nach Asien zu reiten … und wir leben auch nicht mehr in Höhlen …
    Fortschritt ist aber nicht nur Technik. Fortschritt ist aufzuhören mit unseren Gewalttätigkeiten … Wir töten so viel wie wir noch nie getötet haben, ob Menschen oder andere Tiere … weil wir uns weiterenwickelt haben, technisch … aber leider nicht im psychosozialen Bereich, da argumentieren wir noch mit der Steinzeit … und das ist verheerend, weil wir so viel töten und metzeln wie noch nie. Wir brauchen dafür nur noch aufs Knöpfchen zu drücken, dank Technik, Töten am Fließband, vom Sessel aus … Das finden wir normal. Die Gewalt an die wir gewöhnt sind, die wir uns legalisiert haben, nehmen wir nicht wahr … Bitte aufwachen. Wir brauchen Landwirtschaft …
    Landwirtschaft ist gut … ist Pflanzenwirtschaft … biovegan… Griechenland machts vor:
    Ernten ohne Dünger:
    http://www.biocyclic-network.net/uploads/1/4/4/0/14401122/lz_11_2016_biozyklisch-vegan.pdf

    3+

    • Mark sagt

      Gute Frau, dass Sie einen Artikel aus der Lebensmittelzeitung (LZ) posten ist geradezu bezeichnened. Die LZ ist das Fachblatt der Lebensmittelindustrie, und die stürzt sich gerade auf vegan (Rügenwalder…). Und zwar nicht, weil vegan so gut ist, sondern der alten Kaufmannsweisheit wegen, dass mit „Dummen“ (Einfältigen) die besten Geschäfte zu machen sind. Nirgends werden Lebensmittel mehr degeneriert als in vegan industriell hergestellten.
      „Ernten ohne Dünger“ geht auch vegan nicht. Pflanzenkompost wird erst durch ein Zusammenspiel von Mikrooganismen und Würmern etc. zu Dünger. Bei der Verwendung von Pflanzenkompost wird die Lebensgemeinschaft von Millarden Mikrorganismen Würmern etc. zerstört, viele werden getötet. Können Sie das verantworten…
      „ob Menschen oder andere Tiere …“ kommentiere ich nicht weiter, es zeigt ihren psychsozialen Zustand…

      13+

    • Andreas Schmid sagt

      Ok, heute kommen die Lebensmittel aus dem Supermarkt, früher kamen sie vom Bauern. Ich glaub, da ist etwas falsch. 😆😆😆😆😆

      4+

    • Bauer Willi sagt

      Liebe Astrid,
      ihr Opa war ein Landwirt. Zwar ein kleiner, aber er hatte 6 Kaninchen, um seine Familie zu ernähren. Heute kaufen die Leute die Kaninchen im Supermarkt. Wie kommen die dahin?
      Ja, wir leben nicht mehr in der Steinzeit? Warum?
      Bauer Willi

      14+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Mein Opa hatte Kaninchen im Stall. Die waren nicht zum Spaß da drin und ich unterstelle meinem Opa, dass er es nötig hatte, sie zu töten, weil: kein Supermarkt, 6 Kinder, Kettenschmied, harte Arbeit, wenig Geld, Krieg, nicht genug zu essen oder nur das was es eben gab …“
      Warum hat der Opa es nötig gehabt, Kaninchen zu halten, er hätte genau so gut Lebensmittel anpflanzen können, bezugsweise bei einen Bauern für Naturalien arbeiten können?
      Ihre Argumentationen werden immer abenteuerlicher.

      7+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Landwirtschaft ist gut … ist Pflanzenwirtschaft … biovegan… Griechenland machts vor:
      Ernten ohne Dünger:
      http://www.biocyclic-network.net/uploads/1/4/4/0/14401122/lz_11_2016_biozyklisch-vegan.pdf

      Deutlicher kann man die Unwissenheit nicht ausdrücken, ich versuchs mal in einfachen Worten.

      Wo geht ihre Notdurft hin, richtig in die Kläranlage.

      Was passiert mit dem Klärschlamm?
      Er wird verbrannt, weil der versetzt mit giftigen Substanzen ist.
      Folglich gehen die Nährstoffe, von 82 Millionen Menschen in Deutschland verzehrt werden in Rauch auf.

      Und da wollen uns einige erklären, man kann dauernd den Böden Nährstoffe entziehen, ohne sie wieder zuzuführen.

      8+

    • Berthold Lauer sagt

      Liebe Astrid,
      woher nehmen sie sich eigentlich das Recht, willkürlich eine Grenze zwischentierischen und pflanzlichen Lebewesen zu ziehen??? Sich mit ihrer Bevorzugung pflanzlicher Nahrung über andere zu erheben?? Sind Pflanzen Lebewesen 2. Klasse?? Nur weil Ihr Lebenssaft nicht rot wie Blut ist?? Nur weil sie sich nicht fortbewegen können?? Haben Planzen keinen Stoffwechsel?? Sind Pflanzensamen keine Embrionen, die gekocht, gemahlen oder sonstwie malträtiert werden? Sind Blätter, Stängel „Köpfe“ nicht Organe von Pflanzen?? Haben Pflanzen keine „Herzen“ „Augen“ oder andere Sinneszellen?? Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie lange der Todeskampf einer abgeschnittenen Pflanze dauert??? Manchmal treibt sie nach solchen Amputationen wieder aus!! Alles ohne Betäubung!! Pflanzen reagieren auf Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte, Feuchtigkeit und Trockenheit, Stress, Zuwendung und angeblich sogar auf Ansprache. Sie trotzen wesentlich extremeren Bedingungen als jedes tierische Lebewesen! Die Übergänge zwischen Flora und Fauna sind z.B. im Bereich der sogenannten primitiven Lebewesen fließend.
      Können sie sich wirklich guten Gewissens überhaupt noch ernähren????

      13+

        • bauerhans sagt

          das erinnert mich daran,dass mein roggen mir immer mitteilt:
          ich will mehr N,weil ich noch mehr wachsen will!!
          da bleibe ich ganz cool,dünge 120 kg N und ernte trotzdem gut.

          2+

      • Berglens, Peter sagt

        Lieber Berthold Lauer, danke, danke, danke!
        Ihr Kommentar war längst überfällig. Ich bin voll bei Ihnen.
        In der Schweizer Verfassung genießen Pflanzen das selbe Recht wie Tiere. (Ethikkommission sinngemäß: Man kann davon ausgehen, dass Pflanzen genau so empfinden wie Tiere).
        Buchempfehlung dazu: GEOkompakt Nr.38

        0

      • Ich seh das so sagt

        Danke für ihren Beitrag.
        Es geht somit wohl darum, dass die Bauern (zumindest die überwiegende Mehrheit) den Tieren und den Pflanzen, die ihnen für eine Zeitlang anvertraut sind, das Beste tun und geben, sie gesund erhalten und pflegen – mit bestem Wissen und Gewissen.

        Sie bringen ihnen den Respekt, die Achtung und die Wertschätzung entgegen im Wissen, dass durch ihr Leben aber eben auch durch ihr Sterben, seine Familie und viele andere Menschen ein gedeihliches Leben führen können. Sie haben nicht zuletzt auch die Demut, sich einzugestehen, dass dies alles nicht nur durch sie alleine vollbracht werden kann.

        Dieser Respekt, diese Achtung und diese Wertschätzung ist in zu vielen (um nicht zu sagen in allen) der Urproduktion nachfolgenden Stationen weitestgehend verloren gegangen. Nur in so einer Fülle und in der jederzeitigen Verfügbarkeit verliert der (nicht landwirtschaftliche) Mensch den Gedanken und den Bezug zur Nahrung. Sie wird zum billigen Wegwerfprodukt, zum Popanz, zur Ersatzreligion …..

        10+

        • rebecca sagt

          Genau, die Wertschätzung ist verloren gegangen. Allerdings denke ich weniger weil der (nicht landwirtschaftliche Mensch) den Bezug zur Nahrung verloren hat, sondern weil die in der ganzen Kette vom Landwirt bis zum Verbraucher nicht mehr zum Ausdruck kommt.

          0

    • Der Brandenburgbauer sagt

      Hallo Astrid,Ihre Argumente, die Sie immer und immer wieder hier im Blog unterbringen, versteht ein normal denkender Mensch nicht.“ Wir töten soviel wie wir noch nie getötet haben“. Wir töten nicht ,wir schlachten, unsere Tiere artgerecht. Ich persönlich glaube ,Sie leben in einer anderen Welt, welche das ist, entzieht sich meiner Kenntnis, aber es kann keine normale sein.

      3+

    • Walter Parthon sagt

      @ Astrid durch deine, und Konsorten, vorgetragene Hetze kommt folgendes zu Stande

      Artikel Bauernverband
      Veganer Terror im Netz!
      Es war ein harmloser Film auf der Facebookseite eines Bauernhofes aus Schleswig-Holstein: Ein Junge steht neben einem Kalb und trinkt ein Glas Milch. Doch was am vorigen Wochenende geschah, überschreitet jede Grenze. Ein Sturm der organisierten Entrüstung fiel auf der Seite des Hofes ein: Veganer, die es nicht nur an Toleranz, sondern massiv an Anstand vermissen lassen. Hier ein paar Beispiele.
      Nina Meyer zeigt sich unversöhnlich: „Das Kalb gehört zu seiner Mutter ihr Ausbeuter und Schwachmaten. Man sollte euch eure Kinder weg nehmen und euch melken.“
      Regine Sterzing zieht einen extremen Vergleich: „Wahrscheinlich hätten Sie es auch toll gefunden, wenn man Ihnen Ihr Baby direkt nach der Geburt entrissen und in einen winzigen Verschlag gesteckt hätte.“
      Andrea Deuber findet es pervers: „Das arme Kalb steht daneben und muss zuschauen wie eine fremde Rasse seine Milch wegtrinkt.“
      Becky V. Kay macht zahlreiche Gesetzesverstöße aus: „Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, Bedrängung, Nötigung, Mord, Entzug von Minderjährigen, sexueller Missbrauch, Körperverletzung.“
      Gaby V Spreckels: „Einfach nur hirnlos und widerlich, wie hier Tierbabys verhöhnt werden.“
      Martin Marks vom Vorstand der V Partei aus Lübeck übt sich in persönlicher Kritik: „Ihr seid der letzte Dreck!“
      Anita Rendon de Lijster zeigt, wes Geistes Kind die Hendricks-Kampagne ist mit dem Zitat: „Stehn im Stall zu viele Kühe, macht die Gülle mächtig Mühe.“
      Sonia Kiefer trifft wohl den Kern der Einstellung, die hinter solchen Posts steht: „Ich verachte Menschen, die Tiere verachten.“
      Katrin Luber ist nicht die einzige, die den Bauern die Pest an den Hals wünscht: „Ich wünsche Euch Neurodermitis, Schuppenflechte, Heuschnupfen, Bauchweh, Durchfall, Akne und alles anderen Krankheiten, die Menschen von Kuhmilch bekommen.“
      Auch Miriam Weibezahn hält sich nicht zurück: „Ich wünsche den Sklavenhändlern des Hofes Pest und Cholera und einen qualvollen baldigen Tod ihrer gesamten Familie!“
      Innerhalb von zwei Stunden gingen auf der Facebook-Seite des Betriebes über 1700 Kommentare ein – eine echte Hetzjagd. Und in der Tat steckt hinter der Jagd System. In diesem Fall blies Florian Schröter aus Schleswig-Holsteint auf der Seite „Deutschland Vegan“ zum Sturm auf den Hof: „Wo ist der Kotz-Emoji? Also wenn das nicht einen veganen Shitstorm verdient, dann weiß ich auch nicht. Möge der vegane Zorn sie mit seiner vollen Macht treffen.“
      Vivi Lein ist Feuer und Flamme: „Wird sofort erledigt und in weiteren Gruppen geteilt!“
      Kurz darauf löschte der Hof den Beitrag. Dies wurde von Veganerseite lauthals gefeiert:
      Melina Wolters freut sich: „Gab wohl mehr Shitstorm als gedacht – sehr gut.“
      Florian Schröter antwortet: „750+ Kommentare waren dann wohl doch zu viel, um sie zu löschen.“
      Dann wurde die Hofseite verborgen, was zu weiteren Äußerungen auf der Veganseite führte:
      Jutta Ferchow reicht dies nicht: „Haben wohl dicht gemacht. Leider nicht den Hof.“
      Fast schon witzig Annette Zahl: „Ich bin ja jetzt niemand, der anderen Menschen seine Weltanschauung und Wertvorstellungen aufdrängt. Aber eine Lüge bleibt eine Lüge.“
      Die betroffene Bäuerin reagierte uns gegenüber: „Ich bin enttäuscht und ziemlich fertig, dass so etwas systemisch und wie eine Hetzjagd abläuft. Die Grausamkeit und dieser Hass sind schrecklich.“ Sie sagt aber auch: „Ich fühle mich nicht persönlich angegriffen, weil ich keinen dieser Menschen kenne. Diese Leute haben keine Ahnung von dem, was sie dort geschrieben haben. Aber eins weiß ich… unsere Seite geht wieder an den Start, sonst hätten diese Menschen genau das erreicht, was die wollten.“
      Wir fragen:
      – Gilt vegane Empathie nur dem Tier?
      – Kann Tiere achten, wer Menschen verachtet?
      – Dies ist kein Einzelfall mehr und wirft die Frage auf: Warum wird eine Berufsgruppe derart ausgrenzt – den Kommentaren nach am liebsten eliminiert?
      – Ist das Tier dem Menschen gleichgestellt – und dem Bauern übergeordnet?
      – In welche Gesellschaft führt uns eine derartige Ideologie? Wollen wir in einer solchen Gesellschaft leben?
      Es wird Zeit, sich mutig an die Seite unserer Landwirte zu stellen und dem Terror, der sich längst nicht mehr im Netz allein austobt, Einhalt zu gebieten. Wer hat diesen Mut?

      4+

      • Alois Wohlfahrt sagt

        Hallo Walter,
        Ich möchte hier Astrid in Schutz nehmen. Sie vertritt zwar „gebetsmühlenartig“ ihre gegangen Thesen (die ich auch nicht teile), aber ihr „Hetze“ zu unterstellen, das geht mir zuweit.
        Ich bitte Dich darum ausdrücklich auf solche Unterstellungen zu verzichten. Wir wollen hier im Blog ein Diskussionsklima, bei dem wir uns gegenseitig austauschen können, ohne uns gegenseitig zu verletzen. Dazu müssen alle ihren Beitrag leisten.
        Andernfalls werde ich als Admin auch nicht davor zurückschrecken Bauernverbandspostings zu löschen.
        Alois

        0

  6. Ja es ist wirklich so. Das Ziel ist schon seit Jahrhunderten so. Es geht darum die Weltbevölkerung mit genug Nahrungsmitteln versorgen zu können. Man muss immer dabei schauen das man sich verschiedene Möglichkeiten bedienen muss das es nicht zu Missernten kommt. Man ist gezwungen der Natur auch mal ins Handwerk zu fischen. Es geht um Lebensmittel. Man achte auf das Wort Leben.

    0

  7. Sabine sagt

    Man könnte das auch genau anders sehen. Wir Menschen haben uns mit Rindern, Ziegen, Schafen…. Dinkel verbündet. Dieses Bündnis hat Vor- und Nachteile für beide Seiten und auch wir haben uns verändert, denn Co-Evolution ist keine Einbahnstraße. Unsere Stärke als Spezies ist nicht der Kampf, da sind wir jedem auch nur mittelgroßen Raubtier im 1:1-Vergleich unterlegen, unsere Stärke ist die Kooperation innerhalb unsere Art und mit anderen Arten. Und jetzt darf jeder mal seinem Fiffi, so er einen hat, über den Kopf streicheln, denn ohne seine Kooperationsfähigkeit würden wir noch Stolperfallen für Wildrinder graben und uns nachts in Höhlen verbarikadieren, um nicht von seinem bösen Vetter gefressen zu werden.

    6+

    • BerndK sagt

      @Sabine, danke das Du die Co-Evolution mal ansprichst. Auch wenn mir jetzt welche den bösen „Sozialdarwinismus“ oder „Biologismus“unterstellen: Die Spezies, die wir als Nutztiere halten, leben in einer so großen Anzahl mit uns zusammen, die in freier Wildbahn nie zu erreichen wäre. Also haben sie einen „Nutzen“, nämlich viel mehr Nachkommen und ein relativ friedliches Leben–dem Kampf gegen die Natur sind sie nämlich nicht mehr ausgesetzt.
      Und da wir schon mal bei Buchtips sind: Richard Dawkins; „the selfish gene „(das egoistische Gen) ist der richtige Einstieg, um Haustierwerdung und soziales Handeln mal von der „biologisstischen“ Seite zu sehen.
      Übrigens hat sich nach neuesten Erkenntnissen der Wolf den Menschen als Partner ausgesucht und nicht andersherum.

      0

      • Sabine sagt

        Dawkins Selfish Gene ist wahrscheinlich eines der besten popularwissenschaftlichen Bücher der letzten 50 Jahre. Ich finde es sehr, sehr Schade, dass Dawkins sich später zu sehr auf ein us-amerikanisches Publikum und seiner Fehde gegen die Creationisten eingeschossen hat. Warum sich jemand die Mühe gibt und sich immer wieder auf diese Kleinkriege mit Kleingeistern einzulassen, ist mir ein Rätsel.

        0

        • Bauer Willi sagt

          Ist gedanklich schon in Vorbereitung. Aber im Moment ist viel los mit Vorträgen. Da kommste zu nix…

          0

  8. Hans Coenen sagt

    Beim gleichen Professor habe auch ich gelernt, für mich ein Glücksfall.. Diesen Satz versteht im Sinne nachhaltiger Landwirtschaft nur, wer diesen Professor nicht nur als „Fachmann“, sondern auch als „Mensch“ erlebt hat. „Kampf“ bedeutet ja nicht nur „Gegnerschaft“ und Feindschaft! Der Landwirt ist Angestellter der Natur. Es kommt nicht nur darauf an, was er tut, sondern wie er es tut. Ist er zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Werkzeug am richtigen Ort? Alle Landwirte einer Region erfahren das gleiche Wetter, Doch die Erfolgreichen gehen anders damit um und reagieren anders, Die einen gewinnen, die anderen verlieren den Kampf mit mit einem Gewitter.
    Paßt durchaus zum Beitrag von gestern . Es kommt nicht nur darauf an, was man sagt (Fakten), sondern auch, wie man es sagt, damit eine entsprechend verpackte Botschaft den Adressaten auch erreicht. Und das konnte der genannte Professor sehr gut. Danke!

    6+

  9. Dieser Bericht war vor Jahren Aktuell und wird es auch bleiben…..Er zeigt uns nur zu gut das ein zurück zu REINEM BIO kaum oder garnicht möglich ist.

    4+

  10. Stimmt! Ohne Kampf geht’s nicht ( so vielen, so gut) Die Natur regelt zwar alles von alleine, aber bei weitem nicht so, das es den Menschen gefallen würde.

    6+

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