11 Kommentare

  1. sibylle sagt

    Hallo Alois,
    der Artikel ist gut. Nur statt nach Jugendtreffs, finanziert mit Steuergeld, zu rufen, sollte man vielleicht auf die alten Methoden zurück greifen: wie einst beim Kartoffelkäfer absammeln, JKK ausreißen. Das wäre Unterricht hautnah!
    Entweder Chemie oder Arbeit. Wer Subventionen erhält und die Flächen zuwuchern läßt, müßte die Subventionen zurück zahlen. Übrigens habe ich den „satirischen Katalog“ 10 Punkte für echten Naturschutz gelesen – jaaa!

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Andreas
      was Du alles weißt! 🙂 . Auf dieser Seite kann man ja richtig was lernen 🙂
      Blut-Bären gegen JKK. Klingt aber schon irgendwie gefährlich, oder? 🙂

      Bauer Willi

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  2. sibylle sagt

    Das Jakobskreuzkraut ist giftig. In kleinen Mengen in der Nahrung reichert es sich im Organismus an. Es führt zu Lähmungserscheinungen. Den meisten Ärger haben Pferdehalter, die das gelieferte Heu nicht durchsehen, bevor sie es verfüttern.
    Wegen dieser Art der Anreicherung trägt man besser Handschuhe.

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    • Hertha Kerz sagt

      Und wie wird der Durchsatz bei beispielsweise Getreide durch Kreuzkraut – oder auch andere Unkräuter – verhindert? (Ich habe eigentlich noch niemals irgendwelche Pflanzenteile in meinem Getreide gefunden. Das ist sowas von „sauber“….Weizen, Roggen, Hirse, Hafer, Gerste)

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      • Bauer Willi sagt

        Bei allen „Mähdruschfrüchten“ (Getreide, Raps, Mais) besteht das Problem deshalb nicht, weil zum einen im Mähdrescher selbst aber auch bei der Annahme an der Genossenschaft die Rohware gereinigt wird (nennt man Windsichtung). Auch beim Verarbeiter (Mühle) wird nochmals gereinigt. Aber im Getreide besteht auch kein Problem, weil dort das JKK wegen der Herbizide, die eingesetzt werden, nicht vorkommt. Das wächst nur dort, wo man der Natur freien Lauf lässt. Siehe auch den Artikel von Alois. Der Link steht ganz oben, unter der Überschrift und ist rot markiert. Da wird eigentlich alles gesagt.
        Bauer Willi

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  3. Hertha Kerz sagt

    In wiefern ist das giftig? Beim Verzehr? Oder schon, wenn man es berührt? (Der Landwirt oben hat ja Handschuhe an). Zwischen welchen Nutzpflanzen wächst es? Und wie wird verhindert, dass es bei deren Ernte dazwischen kommt und beim Verbraucher landet? Oder geschieht dies sogar?

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    • Bauer Willi sagt

      JKK kann bei Berührung allergische Reaktionen auslösen.
      Vor rund einem Jahr wurde es in Rucola gefunden. Die Blätter von JKK sehen ähnlich aus.
      Die Pflanze wächst auf sogenannten Ruderalflächen aber auch auf Brache und Naturschutzflächen. Aber noch besser weiß das der Biobauer Alois.
      Bauer Willi

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Ich trage Handschuhe und lange Ärmel beim Ausreißen, weil es sonst ganz schnell auf meiner Haut juckt. Das wird auch der Grund sein, dass im grünen Zustand das Weidevieh das JKK in Ruhe lässt. Aber im getrockneten Zustand wird es gefressen. Hinzu kommt, dass beim Mähen die Blüte innerhalb von Stunden notreif wird, also Samen abstösst. Darum ist die Nachmahd bei der Weidepflege beim JKK ebenfalls problematisch. Die Tiere fressen die trockenen Pflanzen unter Umständen und die Samen verteilen sich prächtig. So ist Aussreissen die derzeit beste Methode als Bio-Landwirt. Ich mache das jeden Morgen beim Kontrollgang auf der Alp, wenn ich zum Vieh schaue. Es sind zwar schon einige Stunden, die dabei zusammen kommen, aber damit habe ich das auf der Weide einigermaßen im Griff.

      Ein Wegbereiter für die rasante Ausbreitung des JKK sind mit Sicherheit die vielen staatlichen Extensivierungsprogramme der vergangenen Jahre. Der Staat lockt mit Förderung wenn der Landwirt späte Schnittzeitpunkte einhält – ideal zum Abblühen und Versamen des JKK. Wenn ich mich hier in der Nachbarschaft so umsehe, dann haben die Bio-Betriebe da weniger Probleme, weil die Anbauverbände die Bio-Landwirte da schon länger für das Thema sensibilisieren. Problematisch ist es, wenn extensiviert wird und zeitgleich der Arbeitsaufwand für die Pflege zurückgefahren wird. Beispielsweise, die Hofnachfolger gehen zum arbeiten und man sieht die Extensivierungsprämien der Natuschutzprogramme als bequem verdientes Geld. Mäht und pflegt weniger oder zur aufwändigen Weidepflege fehlen ganz einfach die Leute. Und so blühen mit jedem weiteren Jahr immer mehr der wunderschönen gelben Blumen. Eigentlich sollte bei den Naturschutzprogrammen ein Beipackzettel mitgeliefert werden, wo draufsteht, dass die Extensivierung den Grundstückwert erheblich schädigen kann. Ist das JKK dann mal nicht mehr zu übersehen, will das Feld niemand mehr bewirtschaften, geschweige denn Geld für eine Pacht zahlen.
      Das Thema kann uns Landwirten so oder so noch gewaltig um die Ohren fliegen, weil die JKK-Gifte mittlerweile schon im Honig gelegentlich nachgewiesen werden.
      Für mich ist das JKK eine Art Anzeigerpflanze für die esoterischen Wünsche mancher Naturschützer. Genauso wie beim Thema Wolf wird die Natürlichkeit überhöht. Es ist also besser, ich vergifte mich und meine Lebensmittel ganz natürlich mit dem JKK, als dass ich moderne Mittel anwende. Oder wenn der Wolf seine Beutetiere bestialisch umbringt wird die Natürlichkeit des Tötens verteidigt aber die Nutztierhaltung und die schonende Schlachtung im Schlachthof verurteilt. Die Natur ist von sich aus weder Gut noch Böse. Aber als Mensch muss ich von etwas leben und das trotzt die Landwirtschaft weltweit von der Natur ab. Darum hatte Willi schon Recht mit seinem Beitrag „Landwirtschaft – Der Kampf des Menschen gegen die Natur“. Ich wünsche mir eine unverkrampfte und realistische Sicht dazu und keine ideologischen Zwänge.
      Alois

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