Bauer Willi
Kommentare 24

Initiative ergreifen

Eine Meldung, die es nicht in die Schlagzeilen geschafft hat: Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in NRW lässt vom LANUV untersuchen, was es mit dem Insektensterben auf sich hat und wo mögliche Ursachen zu suchen sind.

https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Insektenschwund-Schulze-Foecking-besucht-Entomologischen-Verein-9039583.html

Dazu wird an 120 repräsentativ ausgewählten Standorten, die einen Querschnitt über die verschiedenen Landnutzungsformen bilden, gezählt und ausgewertet. Das ist richtig so, denn Studien aus England hatten gezeigt, dass sich die Masse der Fluginsekten sich an verschiedenen Standorten in 30 Jahren ganz unterschiedlich entwickelt hat.

https://farmlandbirds.net/sites/default/files/Decline%20flying%20insects.pdf

Sowohl Abnahme als auch Zunahme wurde festgestellt. Es lohnt sich also, der Sache auf den Grund zu gehen und die Initiative zu ergreifen. Hier unser damaliger Artikel zu den englischen Ergebnissen:

Englische Insekten – 30 Jahre Beobachtung

(Aufrufe 845 gesamt, 1 heute)

24 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Gut , daß es mal jemand anpackt. Wenn das alles gut abgesichert ist , kann man dann mit den Daten auch arbeiten. Gerade für uns Bauern ist es wichtig , daß es genug Kleinlebewesen , wie z. B. Bienen gibt. Die Bestäubung der Blüten kann schon über 20% Mehrertrag bringen.
    Keine andere Berufsgruppe hat an diesen Auswertungen mehr Interesse als wir. Polemik ist hier fehl am Platz. Den Umweltgruppen und Politikern gehts anscheinend nur um mediale Aufmerksamkeit , also Schlagzeilen, damit Spenden und Wählerstimmen kommen. Nachhaltig ist damit aber niemand geholfen. Leider reden diese Leute immer von Nachhaltigkeit, aber die wissen garnicht was das ist, denn würden sie mehr gegen das Fliegen, Schiffsreisen, Autoverkehr und Wohnungsheizung vorgehen , aber das würde ja keine Spenden und Wählerstimmen bringen.

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  2. Mark sagt

    Ob das LANUV die richtige Institution dafür ist, muss doch sehr bezweifelt werden.
    Ein strategisch äußerst machtvolles Instrument, Deutungshoheit in Öffentlichkeit und Medien zu gewinnen, ist die Politisierung der Wissenschaft. Auch die alten Totalitarismen förderten massiv alle Forschungsansätze, die ihre Ideologien stützten.
    Pseudowissenschaften versuchen gewöhnlich, von der Reputation echter Wissenschaften zu profitieren, indem sie deren Vokabular verwenden und versuchen, möglichst wissenschaftlich zu wirken, ohne dabei aber die Strukturen und Verfahren der Wissenschaftlichkeit einzuhalten. So ist es einfach, ideologischem Mainstream ein wissenschaftliches Deckmäntelchen zu verpassen. Insektensterben ist gesetzt und die Forschungsergebnisse sind schon zu Beginn der Forschung bekannt!

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    • Bauer Willi sagt

      Welche andere Institution könnte das Deiner Meinung nach besser? Mir wurde mal von Renate Künast gesagt, dass auch Universitäten von den Großkonzernen abhängig sind.
      Bauer Willi

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      • Brötchen sagt

        neutral ausschreiben mit Anforderungsprofil und mehrere Anbieter berücksichtigen. wenn ich was zu sagen hätte würde ich auch noch für andere Indikatoren ein Monitoring machen.

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        • bauerhans sagt

          die jeweiligen parteien wählen aus,jetzt die schwarz-gelben.
          die ergebnisse müssen natürlich zur parteiraison passen.

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          • Brötchen sagt

            @ Bauerhans normales Ausschreibungsverfahren mit Bauer Willi als Scharfrichter bei der Vergabe 😉

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      • Paulus sagt

        An allen techn. Unis gibt es Auftragsforschung gegen Talers, auch als Drittmittel bezeichnet.
        Das ist gang und gäbe, aber wohl kaum mit dem Ziel ideologisch gestrickte Ergebnisse zu bekommen. Da geht es um Forschungsqualität, weil die eigene F&E, egal ob Mittelstand oder Industrie, nicht entsprechend aufgestellt ist, bzw. Spitzenforschung schlicht nicht leisten kann. Das ist vielleicht nicht im Sinne des humboldtschen Ideals aber auch nicht verwerflich. Von diesen sogen. Drittmitteln profitieren i.d.R. beide Seiten, wo also ist das Problem?
        Meine Diplomarbeit erforderte experimentelle Arbeit, mit für damalige Verhältnisse sehr teuren Komponenten. Die wurden selbstverständlich ruckzuck von der Industrie zur Verfügung gestellt bzw. finanziert. Ansonsten hätte ich wie viele andere auch, auf der Schmalspur bleiben müssen.
        Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen von bestem Ruf, wie Fraunhofer und Helmholtz kommen übrigens auch nicht ohne Fremdmittel aus, aus welchen Töpfen auch immer.
        Jaja, Frau Künast hat gesagt …

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        • Mark sagt

          Paulus, bei F&E für den Mittelstand oder die Industrie hast Du absolut Recht. Doch darum geht es hier nicht. Es geht um die Instrumentalisierung der Wissenschaft durch die Politik. Es gibt hier ganz offensichtlich eine ungute Symbiose, bei der die „Wahrheit“ auf der Strecke bleibt. Anfällig dafür sind Themen, die medial auf der Tagesordnung sind und bei denen die Politik ihren Aktionismus ausleben kann, also Themen wie Insektensterben, Artensterben, Gentechnik, Pestizideinsatz, Glyphosat, Nitrat und Gundwasser, Stickoxide und Feinstaub, aber auch der gigantische Komplex um den „Klimawandel“. In all diesen Themen bereichen spielt die Wissenschaft oftmals eine ganz zweifelhafte und ungute Rolle.

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    • BerndK sagt

      Ja und? Wissenschaftliche Forschung zeichnet sich dadurch aus, das die Daten wiederholbar sind, und wie das Versuchsdesign auch offengelegt werden, damit eine Interpretation von der ganzen wissenschaftlichen community zumindest möglich ist. Eine „Deutungshoheit“ kann so nicht entstehen. So begrüssenswert die Erhebung der „Hobbyinsektenforscher“ auch war: Das Design und die statistische Aufarbeitung waren mangelhaft. Trotzdem wurde auf Teufel komm raus gedeutet und ein generelles Insektensterben mitsamt den Verursachern Desselbigen als bewiesen dargestellt (soviel zu Pseudowissenschaften). Das ist aber hier nicht der Fall und ich bin froh, dass jetzt eine fundamentierte Studie durchgeführt wird. Und ich bin entsetzt, das Du in Deinem Beitrag gleich wieder die Unabhängigkeit der durchführenden Wissenschaftler reflexartig in Frage stellst. In unserer mediengeilen Gesellschaft dürfte aber leider nur ein bewiesenes Insektensterben zu Schlagzeilen führen :(. Deswegen erst mal schauen was da gemacht wird und zum richtigen Zeitpunkt konstruktiv kritisieren, falls wissenschaftliche Standards nicht eingehalten werden.

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  3. Lieschen Müller sagt

    Das klingt sehr gut, 2022 ist auch noch ein Zeitpunkt, bis zu dem wir nicht vergessen haben werden, dass da noch was kommt an Ergebnissen.

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