Alois
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Im Zauberwald

Hier ist der Alois. Vor ein paar Tagen entdeckte ich durch Zufall einen Zauberwald. Es war eine Art Waldinsel, inmitten in einer Großen Wiese. Es sah schon von weitem so aus, als ob man das Waldstück dort irgendwie vergessen hätte. Am Waldrand wucherten undurchdringliche Brombeerbüsche und hätte da nicht jemand eine Ausforstung begonnen, ich wäre achtlos vorbeigelaufen. Durch eine freigeschnittene Schneise aber sah ich darin „komische Geräte“. Neugierig durchschritt ich also den dornigen „Verteidigungsring“ und gelangte nach wenigen Metern ins Innere. Was ich danach sah, hat mich tief berührt.

Überall in diesem Wald standen alte Landmaschinen herum. Wagen, Kreiselheuer, Schwader,  „Heuma-Räder“ und dergleichen mehr. Sie waren nicht einmal großartig verrostet, sondern sie sahen fast intakt aus, als ob man sofort wieder mit ihnen losfahren könnte. Nur, sie waren so klein und richtig putzig. Genau so, wie solche Maschinen gerne in Kinderbüchern gemalt werden. Ich dachte dabei auch an meine Kindheit zurück, wie wir mit unserem kleinen roten „Porsche-Diesel“ mit genauso kleinen Maschinen gemäht und gekreiselt hatten. Diese Idylle wärmte und erfreute mich sehr. Innerlich musste ich schmunzeln. Hier war das sagenhafte „bäuerliche Dorf“, das unbeugsam dem „High-Tech-Imperium“ da draussen Widerstand leistete. Hier überlebte also die bäuerliche Hoffnung auf den Zaubertrank der Agrarwende, dachte ich mir.  Die Idylle war zauberhaft.

Doch nach wenigen Augenblicken riss mich mein Realitätssinn wieder aus dieser Idylle. Mir wurde klar, dass ich mir in diesem Zauberwald zwar allerlei romantische Träume wünschen kann. Dass aber da draussen,  die  „High-Tech“-Landwirtschaft längst gesiegt hat. Mehr noch: die Digitalisierung wird in den nächsten Jahren der Technisierung nochmals einen riesen Schub geben, der das „Höfesterben der idyllischen bäuerlichen Landwirtschaft“ weiter voran treiben wird.

Ich verließ den Zauberwald mit der Erkenntnis, dass wir uns eigentlich alle die kleinbäuerliche Landwirtschaft wünschen. Dass wir sie aber nicht halten können, weil niemand von Idylle allein leben kann.

Euer Alois

 

Ein kleiner Videorundgang:

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74 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    @Paulus. Die AGRAVIS als ehemalige Genossenschaft dürfte nur soviel Gewinn machen , daß ca. rd. 5 Mill. nach Dividende für Wachstum über bleiben . Das wären dann ca. 20 Mill. Gewinn. Der Gewinn ist aber mehr als doppelt so hoch. Das wäre aus meiner Sicht , was die einkaufenden Bauern zuviel bezahlen. Übrigens gilt das für die Baywa oder Nordzucker usw. genauso. Die Bauern sind dort nur noch Masse , die es abzuzocken gilt. Der bäuerliche Einfluß ist dort verschwunden. Es gibt aber immer noch Ausnahmen, wo man gern mit zusammen arbeitet. Ich habe mal ausgerechnet , wenn ich alle Geschäfte nur mit unserer AGRAVIS machen würde , ich 100 – 200 Euro/ha weniger Gewinn hätte. Da spielt dann die Dividende von 5% keine Rolle mehr. Wichtig ist mir vor allem ,nicht erpressbar zu sein und Dienstleistungen , die man einkauft , möglichst selbst zu machen , weil man dann einen gewerblichen Stundenlohn realisieren kann , was oft in der Landwirtschaft nicht möglich ist.

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    • ach ja, nicht richtig durgelesen, habe nur an Idylle mit Schnee gedacht,
      die kleinen Geräte können schon von einem Porsche Diesel gezogen werden. Wie viel PS hatte der wieder? 15 – 20 ?

      Als ich klein war, war in den Brombeerhecken vor dem Dorf auch die alten Geräte (Grasmäher, vom Pferd zu ziehende Heugeräte mit durchlöchernde Sitze aus Blech drauf,, Gabelwender usw. Kinderwagen, eisenbereifte Räder usw, (eben von vorm Krieg) von früher abgelegt worden.

      Das sind eben Zeugen der Vorzeit.

      Daran ist unsere Kultur zuerkennen.

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    • Paulus sagt

      Inga, das hat was mit Dummheit zu tun. Hätte der Bauer seinen Schrott mal dem Klüngelskerl überlassen wären ihm ein paar Euro sicher gewesen. Aber nein, man entsorgt es lieber in einem Zauberwald. Merkwürdige Auffassung von Landschaftsschutz finde ich.

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      • Eher mit Unerfahrenheit,

        denn damals wusste man es noch nicht besser.
        In der Stadt die Leute haben ihre Kühlschränke und Elektroherde, die alt waren und ausgedient hatten auch in den Wald geschmissen, deswegen wurde anschließend erst das Gesetz gemacht.
        Früher auf dem Dorf gab es keine Müllabfuhr.

        Der Landschaftsschutz ist auch erst später gekommen, denke ich.
        Damals war doch alles Wildnis und in die Wildnis kann man alles werfen, bis man auf die Idee kam, das Metall nur langsam und Plastik wo gut wie gar nicht verrottete.
        Sogar über Kaugummi hatte man schon Anfang der 60iger diskutiert, dass das gaaanz langsam verrottet, also dufte man es nicht unter die Schulbank kleben.

        Ich habe damals auf unserem Feld auch Scherben aus Ton oder Porzellan beim Kartoffellesen gefunden, woher kamen die? Die haben meine Vorfahren auf die Miste geschmissen und sind mit dem Dung aufs Feld gefahren worden.
        Gut, dass es früher kein Plastik gab.
        Die kannten es nicht anders, es war eben alles Kreislaufwirtschaft.
        Aber heutzutage sollte man schon trennen. Und die, die das heutzutage immer noch nicht können, die sind wirklich dumm!

        Und Zauberwald ist dieses auf dem Bild erst mit Schnee und Alois seinen Träumen von früher, als die Geräte noch im Einsatz waren. Und die Landwirtschaft noch so klein bäuerlich, dass man diese Geräte in Massenproduktion herstellen konnte.

        Dem Klügelkerl hätte man die mitgegeben können, wenn sie auf dem Hof liegen geblieben wären. Und man der Oma, die Haus hütete bescheid geben hätte, dass sie das mitgeben darf, falls der mal kommt.
        Aber auf dem Hof war ja kein Platz, außerdem sollte der ein bisschen ordentlich aussehen. Wenn die Schwiegermutter mal kommt und so! 😉

        Aber wenn die kam, hat man vorher aufgeräumt, oder hat es sie machen lassen.
        Es war eben so usus, dass das Zeug in die Krokular (Abfallstätte des Dorfes) kam und die war eben in der Hohl zwischen den Hecken.
        Das wurde bestimmt Jahrhunderte lang gemacht.

        Das war schon Abfalltrennung, Essenreste kamen in den Schweineeimer für die Schweine im Stall, anderes Zeug, das was verrottete, kam auf den Misthauen und das Zeug, das wenig verrottete eben auf einen Extrahaufen im Dorf,
        aber früher bei dem wenigen Zeug, dass man wegwarf und bei deren langen Lebensdauer, die das Zeug (alles aus Metall und Holz) hatte, war das nicht weiter schlimm, denke ich.

        Der Klüngelkerl kam zu selten.

        Nur seid en 60itgern, als noch Gummi und Kunststoff dazu kam, und mit der Massenproduktion immer mehr Leute solche Wegwerfartikelleisten konnten, da war die Krokular am Dorfrand zu klein.

        Und da mußten sich Städte und Gemeinden sich darüber die Köpfe zerbrechen.

        Vielleicht war das der Grundgedanke der Grünen, die hatten dann auch ihre Berechtigung irgendwie.

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      • Farmer Hans sagt

        nein das hat nichts mit Zauberwald oder gar mit entsorgung von Altmaschinen zu tun sondern diese maschinen wurden einfach nur aufgehoben für den Fall das man sie nochmal braucht! Denkt mal darüber nach wie alt diese sind! Ja diese dürften so aus den 60iger Jahren stammen! und wie alt ist dann der Bauer dazu? der dürfte vom Jahrgang zwischen 1930 und 1940 liegen!!!!! Kurz gesagt wer die Kriegszeit und auch die ersten Jahre danach erlebt hat der weis was es da zu kaufen gab – nichts aber schon gleich gar nichts! Noch nicht mal Altöl gab es zum einfetten von Pflugschare! Und genau deswegen hat diese Generation alles aufgehoben was man irgendwie nochmal brauchen konnte und nicht selten abgestellt hinter einen Schuppen oder im Wald

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        • Inga sagt

          Ja genau,
          aber es lag weniger am alter, als an der Zeit, denn da war es noch nicht so weit mit Massenproduktion, deshalb nicht alles so schnell und billig zu haben und deswegen wurde alles aufgehoben, weil man es ja noch gebrauchen konnte, auch beeinflusst von den Eltern und Großeltern dieser Jahrgänge. Aber aufgehoben wurde nicht unter einem Baum, sondern auf dem Dachboden, hinten in der Scheune oder sonst wo auf dem Bauernhof.

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  2. Friedrich sagt

    Wie hieß es heute in unserer Tageszeitung : Je näher zur Stadt , desto weniger Wissen über Natur und Landwirtschaft. Alle Entscheidungen werden heute , ob bei Chemieherstellern, Genossenschaften usw. fast ausschließlich in Städten gefällt. Es geht immer um Verkauf und Gewinnmaximierung. Z.B. unsere AGRAVIS in Münster (heute AG,getragen als Genossenschaft) zockt doch die eigenen Mitglieder ab.Auch die Chemieindustrie macht die Pflanzenschutzmittelpreise nicht nach Herstellungskosten , sondern nach Gewinnanteil vom Mehrertrag beim Bauern. Wir könnten heute das doppelte für Getreide bekommen , dann würden die ebenfalls die Kosten erhöhen und für den Bauern bliebe nicht mehr über wie heute. AGRAVIS hat mal 10 – 20 Mill. Euro Gewinn gemacht , heute 40 – 50 Mill. . Bei Preisvergleichen sind die Maschinen oder Pflanzenschutzmittel auch schnell fast 10% teurer. Im letzten Jahr habe ich für meinen Weizen rd. 3 Euro/dt mehr bekommen bei Preisvergleichen als bei AGRAVIS vor Ort. Dafür kauft AGRAVIS eine Firma nach der anderen auf. So werden z. B. auch die Höfe platt gemacht. Unseren Handelspartnern sind die Bauern egal , hauptsache der Gewinn stimmt. Dasselbe können wir auch im Tierbereich sehen. Bei allen muß die Marge stimmen und den Rest bekommt der Bauer für sein Produkt. So können z.Zt. bei der brummenden Konjunktur alle gut leben , nur die Gewinne der Bauern sind auf unteren Niveau eingefroren. Die Gesellschaft muß sich jetzt mal schnell entscheiden wieviel Landwirtschaft/Bauern sie will und wo das Einkommen herkommen soll. Über Flächen-Tierprämien oder Verkaufspreise. Es ist fast 12 Uhr , denn die starken Bauernjahrgänge stehen vor der Rente und die evtl. Hofnachfolger müßen ein Perspektive haben , sonst werden in den nächsten Jahren bis zu 50% der Höfe auslaufen.

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    • Paulus sagt

      Hallo Friedrich, ich verstehe deinen Unmut, aber ganz so einfach ist es nicht.
      Die AGRARVIS Raiffeisen AG bietet eine attraktive Dividende und die Aktien erscheinen mir z.Zt. alles andere als volantil. Der Vorstand ist in erster Linie den Shareholdern verpflichtet und erfüllt nichts anderes als seine ihm zugedachte Aufgabe. Wenn dabei manche über die Klinge springen, liegt das schlicht und ergreifend in der Natur der Sache.
      Ich bin ein großer Kritiker dieses Systems und diskutiere seit ca. 20 Jahren mit Angehörigen unterschiedlicher Disziplinen darüber. Die bisher aufgezeigten Alternativen erwiesen sich allerdings alle als, zurückhaltend ausgedrückt, nicht zu Ende gedacht.
      Wenn ich mit relativ sicheren Werten wie z.B. der eher kleinen Agrarvis 5% Rendite einfahren kann, wäre ich bescheuert wenn ich es nicht tun würde. Da kommt so manche im DAX notierte AG nicht mit.

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    • bauerhans sagt

      friederich,hier wird zugepachtet zu preisen,die sich nicht rechnen,maschinen werden angeschafft,die zu teuer sind.
      desweiteren wird nicht an die mehrarbeit gedacht,die anfällt.
      der umgang mit landwirtschaftlichen arbeitskräften ist fragwürdig,die fluktuation hoch.

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  3. Alexander Borchert sagt

    Ich finde diese Diskussion wunderschön. Viele von uns haben so viel Angst vor der Veränderung. Komischerweise wollen die wenigsten dauerhaft zurück in die Vergangenheit. Wir haben einen Felsen in der Brandung: Die Natur und ihre Gesetze.
    Deinen Zauberwald kann 4.0 nicht schaffen. Das Hochwasser im Norden schafft 4.0 nicht weg. Das nächste Preistief schafft 4.0 nicht weg.
    Eine Zukunft wird nur der haben, der es schafft 4.0 und Natur zu verbinden. Viele unserer Berufskollegen haben das immer wieder geschafft. Andere sind aus der Landwirtschaft ausgestiegen. Viele bedauern diesen Ausstieg oft schon nach wenigen Wochen nicht mehr. Für viele haben sich dadurch ganz andere Perspektiven ergeben.
    Veränderungen bieten soviele Chancen, die wir einfach annehmen müssen.
    Dir Bauer Willi und Dir Alois wünsche ich eine guten Rutsch in neues Jahr voller interessanter und positiver Veränderungen und Begegnungen.

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  4. „Mehr noch: die Digitalisierung wird in den nächsten Jahren der Technisierung nochmals einen riesen Schub geben, der das „Höfesterben der idyllischen bäuerlichen Landwirtschaft“ weiter voran treiben wird.“ Alle schwärmen von Landwirtschaft 4.0. Dem Berufstand kann 4.0 nicht schnell genug gehen. Dabei ist doch offensichtlich, worauf das Ganze hinausläuft: auf die totale Überwachung, unter dem Deckmäntelchen Präzisionslandwirtschaft. Am Ende des Tages wird daraus Landwirtschaft 0.0!

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Es gibt auch Bereiche der Digitalisierung, die haben das Potential kleinbäuerliche Landwirtschaft zu nützen. Z.B. Vernetzung zur aktiven Vermarktung. Siehe mein-bauernhof.de: Ein Direktvermarkter-Pool statt Zersplitterung.
      Doch diese Chancen werden leider zuwenig wahrgenommen. Das Pushen von Farming 4.0 findet von Seiten der vorgelagerten Bereiche der Landwirtschaft statt. Dort werden seit Jahren Millionen investiert. Dem Landwirt machen dann BayWa und Co. dem Landwirt günstige Angebote zur Vernetzung, was nichts anderes bedeutet, dass der Landwirt Daten liefert und er organisatorische Vorteile hat, vielleicht auch Einkaufsvorteile. Doch letztlich geht es im „BigData“, was sicherlich dem Landwirt viele Vorteile bringen wird. Aber auch eine hohe Abhängigkeit, die zwangsweise wieder zu Folgeinvestitionen führt. Dann muss halt diesmal ein neuer Schlepper her, weil die Elektronik veraltet ist. Und die Effekte der großflächigen Vernetzung sind noch größere Produktivität und noch größerer Preisdruck.

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    • Paulus sagt

      Hallo Mark, Du hast es fast auf den Punkt gebracht. Mit meinen Beiträgen zu LW 4.0 hält man mich allerdings heute noch für einen Spinner.
      Erinnert mich an den Vortrag, den eine Vertreterin des LW-Ministeriums mal vor vielen Jahren vor einer Landfrauenvereinigung im Sauerland gehalten hat. Die Prognose war, dass es in x Jahren keine Landwirtschaft mehr in der damligen Form geben würde. Die Dame wurde ausgelacht. So ca. 5 Jahre später hatten die Landfrauen das Flackern in den Augen, einschl. meiner eigenen Mutter.

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  5. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft hat als Voraussetzung die Liebe zum Land, zur Landschaft und zur Natur. Sie bräuchte Menschen, die bereit wären, den von der Natur und dem Land gestellten Bedingungen zu gehorchen, die erkennen könnten, was für das jeweilige Stück Land passt, die mit und nicht gegen die Natur und die Umwelt wirtschaften, und die bereit wären, dafür schwer zu arbeiten, auch körperlich. Menschen, die damit einverstanden wären, abends von der Arbeit müde und erschöpft zu sein. Die bereit wären, sich mit dem zu begnügen, was ihnen das Land gibt und die dem Land nicht immer mehr abpressen wollen. Menschen, die mit Pellkartoffeln und Quark zufrieden wären und die bereit wären, aus Liebe zum Land und zur Natur auch mal zu frieren oder hungrig zu Bett zu gehen. Es gibt ein paar solche Menschen, Alois, aber es sind viel zu wenige.

    Die meisten Menschen haben keine Beziehung zum Land und zur Natur und wo sie eine haben, zwingen sie der Natur, dem Land, den Pflanzen und Tieren ihren Willen auf. Sie stellen sich, ihre Bequemlichkeit und ihren Wohlstand über alles andere und nennen das Fortschritt. Die meisten Menschen hassen die Natur und sind stolz darauf, dass sie kultiviert und zivilisiert sind und so „intelligent“, um die Natur besiegen, sie zu zerstören. Die meisten Menschen sind nicht zufrieden, nicht mal dann, wenn ihnen ihr Reichtum und ihr Wohlstand zu den Ohren rauskommt und sie nicht mehr wissen, wohin damit. Die meisten Menschen haben Angst vor der Natur und sehen gar nicht, wie weise sie im Grunde eingerichtet ist. Die meisten Menschen halten die Natur für brutal und grausam, obwohl es dort kein Lebewesen gibt, das auch nur annähernd so brutal und grausam ist wie der Mensch. Die meisten Menschen halten es für eine persönliche Beleidigung, wenn sie mal hungern oder frieren, und sie sind entschlossen, es dann der Natur zurückzuzahlen und sich das nicht gefallen zu lassen. Und auf diese ihre Haltung sind die meisten Menschen auch noch unheimlich stolz. Sie brüsten sich damit, was sie im Kampf gegen das Land und gegen die Natur wieder erreicht haben.

    Aus diesen Gründen hat die kleinbäuerliche Landwirtschaft keine Chance. Und deshalb, Alois, begräbst Du besser Deinen Traum.

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    • @Fi…ph
      Wenn man den Mensch als Teil der Natur begreift, wird man feststellen dass Deine Agrumentation komplett hinfällig ist.

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      • Argumentation? Ich würde auch nicht von „der Natur“ sprechen.

        Allgemeine Begriffe und großer Dünkel sind immer auf dem Wege, entsetzliches Unheil anzurichten. (Goethe)

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        • Der Mensch bleibt zu jeder Zeit und unentrinnbar
          als Lebewesen Teil der Natur. Ist der Mensch Teil der Natur, so hat auch die nichtmenschliche Natur Teil am Menschlichen.
          Aus der Einheit der Natur folgt die Einheit der
          Ethik: Eingriffe in die Natur sind nicht ganz
          anderen Maßstäben zu unterwerfen als der Umgang
          mit dem Menschen selbst

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          • Och, jetzt wirst Du auch noch philosophisch, und gleich kommen die Cyborgs ins Spiel. Was ich meine: „Die Natur“ halten viele für etwas Personales, für einen Gott, einen Mann, jedenfalls sprechen sie unbewusst, assoziativ so. Dann darf nichts verändert werden. Das hast Du auch im Sinn, schon klar. „Die Natur“ ist aber etwas sperrig. Das Naturphänomen Kreidefelsen ist schön. Das lassen wir, das schützen wir. Das Naturphänomen Juchtenkäfer kann man hingegen wegtragen, woanders ansiedeln und sich zugleich einen schönen neuen Bahnhof gönnen. Dem Naturphänomen Stoffwechsel/Chemie kann man ein Schnippchen schlagen durch andere Chemie. Bei Naturphänomenen oder wie auch immer kann dann auch nicht gleich „die ganze Natur“ zurückschlagen. Goethes Ausspruch ist sehr bedenkenswert! 😉

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        • Unter „Natur“ verstehe ich in diesem Fall die organisch gewachsenen Tier- und Pflanzengesellschaften innerhalb eines Lebensraums, also von selbst gewachsene Ökosysteme.

          Durch den Gebrauch des Feuers unterscheidet sich der Mensch von allen anderen Lebewesen, die gemeinsam Ökosysteme besiedeln, denn Feuer hat die Eigenschaft, die hochkomplexen Strukturen organischer Substanzen in Asche und Rauch bzw. Wärme und Licht (Energie) zu verwandeln. Feuer zerstört Ökosysteme. Außer Samen von Pyrophyten kann im Feuer nichts überleben. Verbrennung ist DER große Gegenspieler des Lebendigen. Wo Feuer gewütet hat, entsteht neues Leben, aber nicht, solange das Feuer brennt.

          Feuer ist überdies kein Werkzeug, sondern ein Prozess, den der Mensch nicht wirklich kontrollieren kann. Fast unsere gesamte Technik ist nichts anderes als Feuer, das eine andere Gestalt angenommen hat. Ohne Feuer hätten wir nur Werkzeuge. Die Nutzung des Feuers bzw. der Technik macht aus dem Menschen ein Lebewesen, das eben gerade nicht mehr mit dem Affen zu vergleichen ist.

          Solange es Menschen gibt, brennt auch das Feuer, denn Mensch und Feuer oder Mensch und Technik sind eine EINHEIT und nicht zweierlei. Solange es Menschen gibt, werden sich also von selbst keine neuen Ökosysteme entwickeln, sondern nur von uns kontrollierte. Wie Nutztiere und Nutzpflanzen oder Reservate. Kontrolle bedeutet Herrschaft und Herrschaft bedeutet Gewalt.

          Es sei denn, der Mensch erkennt sein zerstörerisches Wesen und beschränkt es aus eigenem Antrieb. Diese Selbstbeschränkung würde jedoch nur Sinn machen, wenn ihm die anderen Lebewesen und die von selbst gewachsenen Ökosysteme etwas bedeuten würden. Und zwar nicht, um sie zu beherrschen und zu kontrollieren, sondern „einfach so“. Ohne dass er einen Nutzen davon hat. Ich glaube inzwischen allerdings nicht mehr, dass der Mensch zu dieser Selbstbeschränkung „einfach nur so“ aus Liebe zu anderen Lebewesen in der Lage ist. Deshalb wird das, was ich „Vertechnisierung“ nenne, immer weitergehen.

          Wenn die Mehrheit der Menschen das will, okay. Ich habe nur keine Lust mehr, mir all die schönen Lügen anzuhören, dass unsere Zivilisation uns zu mitfühlenden, liebevollen, naturverbundenen oder spirituell hochstehenden Wesen macht, während wir von Natur aus grausam und empathielos wären.

          Es ist gerade umgekehrt, denn der ganze Zivilisationsprozess besteht nur darin, das Feuer in Form von zunehmender Vertechnisierung immer wieder neu erstehen zu lassen. Und der lässt die Menschen in grosso modo zunehmend gefühllos werden. Pflanzen nehmen wir in der Regel schon gar nicht mehr als individuelle Lebewesen wahr, sondern behandeln sie wie Steine, die man beliebig behauen und verändern kann. In diesem Prozess zunehmender Gefühllosigkeit macht der Mensch auch vor Tieren nicht halt. Und nicht mal vor sich selbst. Was ihm bleibt, sind ein paar Sentimentalitäten, nostalgische Tränenseligkeit und Betroffenheitskitsch, worin diejenigen schwelgen, die sich nicht für die umfassende Zerstörung begeistern können.

          Der Mensch ist techniksüchtig. Nicht er beherrscht die Technik, sondern das Feuer in Form von Technik beherrscht den Menschen. Die Technik gibt sich nur den Anschein von Beherrschbarkeit. In Wirklichkeit hat das Feuer einen armen Affen in seine Gewalt gebracht und ihn zum Zerstörer umfunktioniert.

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          • Natur ist leider kein organisch gewachsener Prozess innerhalb eines definierten Raumes.
            Natur ist ein dynamisches Gleichgewicht, das sich aufgrund ändernder Bedingungen ständig neu einstellt und niemals mehr an den Ausgangspunkt zurückkehren kann.
            Stellen wir uns eine Schale mit einer Kugel darin vor. Irgendwer oder -was drückt auf den Rand der Schale und immer sucht sucht die Kugel, sprich Natur, ein neues Gleichgewicht. Bedenkt man, wie viele Faktoren auf den Schalenrand drücken und an welchen Seiten, so fragt man sich, wer jetzt die Natur gestaltet, oder ist sie das Ergebnis aller ständig wechselnden Einflussfaktoren vom Wetter, Politik, Pflug, etc. etc. etc.
            Eins ist sicher, die Änderung der Natur, wie wir sie sehen und erfahren, wird nie zum Stillstand kommen.

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            • Das ist wieder so ein quasireligiöses Idiotenverständnis von Natur. Weg ist weg (Arten, Ökosystemdienstleistung), selbst wenn „die Natur“ (Frau wer?) noch da ist.

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            • @AdT So sehe ich das überhaupt nicht, schon gar nicht quasi- oder sonstwie religiös. Die von HGM sizzierte Metapher halte ich für durchaus nachvollziehbar und zutreffend. Ökos und andere skizzieren die Natur hingegen nach dem Prinzip der umgedrehten Schale und behaupten dann permanent, die Kugel vor dem Abstürzen retten zu müssen…

              Ich bleibe dabei, den Menschen als Teil der Natur und nicht als Fremdkörper oder Vernichter der Natur zu sehen. Auch die Tatsache, dass der Mensch Dinge vollbringt die sonst in der Natur nicht vorkommen, sind kein Beweis dafür, dass der Mensch nicht Teil der Natur sei. Die Schönheit einer Rosenblüte hat in der Natur exclusiv nur die Rose, ist diese deshalb dann etwa nicht Bestandteil der Natur?

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            • Lieber Philosoph
              Betrachte einmal einen m² Grünland über Jahre hinweg, und du wirst feststellen, dass du nie dasselbe siehst. Jeder Witterungseinfluss, jede Nutzung, jeder Ernährungszustand etc. wird eine andere Pflanzenzusammensetzung hervorbringen und nie zum Ausgangspunkt zurückkehren. Dies ist nur ein banales Beispiel.
              Si tacuisses…

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            • Ist jedenfalls eine sehr bequeme Ansicht. Was ist der Mensch sonst als etwas Natürliches? Ja und? Was heißt das?

              Taugt eher als Entspannungstherapie für mit Schuldgefühlen geplagte Menschen denn als ein tool zur Problemlösung. Nicht umsonst meinen einige im (vermeintlichen) Öko ständig Schuldgefühle zu sehen. Es muss sich um eine Projektion handeln. Ein Psychologe hier anwesend? 😉

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            • Ach daran dachtest Du, HGM. Eine Ableitung vom Konkreten (Grünland) auf das Allgemeine (die Natur)?

              Ich zitiere noch mal Goethe: „Allgemeine Begriffe und großer Dünkel sind immer auf dem Wege, entsetzliches Unheil anzurichten.“ Wegen der allgemeinen Begriffe jetzt. 😉 Sorry, falls ich etwas allgemein und unfreundlich wirkte.

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          • Gut der Mensch ist techniksüchtig und macht sich die Natur untertan.

            Dadurch ist die Naturwissenschaft entstanden.

            Und die Bio-und Ökologen, darunter Agrarwissenschaften wissen mit der Natur umzugehen.

            Und nur mit der Berücksichtigung auf die Regeln der Ökologie funktioniert unsere Ökonomie.

            Warum schmeißen die Bauern ihre verbrauchten Maschinenteile nicht mehr auf den alten Müllplatz vor dem Dorf?

            Warum wird das E-Auto auf dem Markt gebracht?

            Wozu ist der gelbe Sack?
            Und deren Effektivität kontrollieren.
            So geht es eventuell,
            aber nicht vom Träumen von Gestern, davon bekommt man höchstens neue Ideen!

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          • Ein Gleichgewicht kann man doch nur dann behaupten, wenn man entweder einen Rahmen definiert oder die Verhältnisse der Dinge zueinander festlegt. Die fünf Äpfel in der einen Waagschale und die 900 g Metall in der anderen Waagschale müssen ins Verhältnis zueinander gestellt werden. Das ist die Funktion der Waage. Das angebliche Verhältnis ist nichts anderes als eine vom Menschen festgelegte Größe, eine Zahl.

            Worüber stehen Äpfel und Metall sonst im Verhältnis, wenn nicht über solche vom Menschen relativ willkürlich definierte, abstrakte Größen? Gar nicht. Das dynamische Gleichgewicht entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine künstliche Größe, die überhaupt nichts aussagt.

            Ein Gleichgewicht ist kein erstrebenswerter Zustand, weil ein Gleichgewicht statisch ist, und genau das ist der wahre Tod, der Wandel unmöglich macht. Gleichgewicht bedeutet vollkommene Bewegungslosigkeit, Erstarrung. Einige Physiker sind der Ansicht, dass das der Endzustand des Universums sein wird.

            Meiner Ansicht nach befinden wir uns in einem offenen System, dessen Stellgrößen wir überhaupt nicht kennen. Was wir feststellen können, sind dynamische Prozesse, von denen manche – wie das Verhältnis von Räuber und Beutetier – einen Gleichgewichtszustand anstreben. Andere Prozesse wie bspw. der Einfall von Sonnenlicht auf die Erde tun das nicht.

            Ich teile nicht die Ansicht der Grünlinken, dass die Erde ein „Haus“ ist, das nach den Regeln der Hauswirtschaft bewirtschaftet werden kann, indem Ressourcen verteilt und künstliche Gleichgewichte hergestellt werden.

            Ich sehe aber gleichwohl, dass der Mensch gegen das Lebendige agiert. Leben ist weder berechen- noch vorhersagbar. Genau das aber tut der Mensch: Leben berechnen und vorhersagen. Leben ist nicht Kontrolle. Aber das tut der Mensch: kontrollieren. Technik ist im Gegensatz zu Ökosystemen nicht lebendig. Der Mensch wandelt Ökosysteme in technische Systeme um. Deshalb haben wir derzeit ein Artensterben.

            Ich habe genug von dieser ewigen menschlichen Selbstbeweihräucherung, die selbst ein Artensterben umdefiniert in eine großartige Leistung oder darin nur einen Kollateralschaden sieht.

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            • Mark sagt

              @fingerphilosoph
              Bevor man sich über ein „Artensterben“ echauffiert, sollte man über die tatsächliche Situation im klaren sein. Fragt man sog. Umweltexperten, Weltretter oder sonstige, welche Arten denn dieses Jahr gestorben sind, kommt meist nicht mehr als ein Schweigen im Walde. Jeder palavert über Artensterben weils halt mainstream ist. Fakt ist, Spezies sterben immer aus. Die meisten Spezies, die jemals auf der Erde gelebt haben, sind ausgestorben. Die mittlere Rate für Tiere und Pflanzen liegt etwa bei 1 pro Jahr (obwohl in einigen jüngeren wissenschaftlichen Studien von einer viel höheren mittleren Rate die Rede war, nämlich bis zu 6 pro Jahr). Die Aussterbe-Anzahl variierte mit der Zeit. Darunter waren 5 „Mega-Aussterbe“-Ereignisse seit der Bildung mehrzelliger Lebensformen vor etwa 550 Millionen Jahren. Während jedes einzelnen dieser Ereignisse scheint die Mehrheit der Spezies (nach geologischem Zeitmaßstab) innerhalb kurzer Zeit verschwunden zu sein. Zum stärksten derartigen Ereignis war es vor etwa 250 Millionen Jahren im Perm-Trias gekommen, als schätzungsweise 80% bis 90% aller damals lebenden Spezies ausstarben.
              Der Umweltwissenschaftler Daniel Botkin hat geschätzt, dass die Aussterbe-Rate für Tiere und Pflanzen derzeit bei einer Spezies pro Jahr liegt. Das ist keine alarmierende Rate und sehr weit entfernt von einem „Massenaussterben“. Botkin: „In der dänischen Presse habe ich darauf hingewiesen, dass wir schon lange mit viel zu hohen Zahlen bzgl. des Aussterbens von Spezies auf der Erde konfrontiert werden – dass wir etwa die Hälfte aller Spezies innerhalb einer Generation verlieren werden. Die richtigere Zahl liegt näher an 0,7% innerhalb von 50 Jahren. Dies führte zum Greenpeace-Chef von Dänemark Niels Bredsdorff, der darauf verwies, dass Greenpeace lange Zeit die Zahl 0,7% akzeptiert habe.“

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            • Inga sagt

              Da has6t du Recht mit dem Gleichgewicht.

              Und das steht bei jedem Lehrberuf der mit Land- und Forstwirtschaft zu hat im Lehrplan.

              Warum kommt denn der Begriff „Nachhaltigkeit“ aus der Forstwirtschaft?

              Nur für die Lebenskünstler mit anderen Berufen aus der Stadt ist das ein Fremdwort, und weil das Unbehagen bewirkt,

              wird auf Bauern geschimpft, als ob sie das Wort auch nicht kennen und danach arbeiten.

              Wenn wir Dorfkinder uns früher beschimpften, dann haben wir gesagt, zeig mal den Finger auf dich zurück!

              1+
            • @ Mark

              Hast du nicht auf den Pflanzenschutz-Vortrag verwiesen: auf einem konventionellen Feld sterben 86% der Arten aus, auf einem biologisch bewirtschafteten 67%. Das IST Artensterben.

              Überall, wo die Menschen sich mit ihrer Landwirtschaft ausbreiten, sterben die Arten aus. Das ist der Landwirtschaft immanent. Genau wie dein Professor Tiedemann das sagt.

              Menschen besiedeln jede Fläche Land, die besiedelbar ist.
              Wir werden immer mehr Menschen. Wo Menschen siedeln und Landwirtschaft betreiben, sterben die anderen Arten aus.

              Das ist etwas, das ich mit eigenen Augen sehen kann. Innerhalb einer Generation sind hier an der Küste ca. 20 Fischarten verschwunden.

              Ich sehe auch, dass die Menschen die Landschaft immer mehr zubetonieren.

              Diese Zahlenspielchen mit einer Art pro Jahr sind doch mehr als billig. Ich habe schließlich selber Augen im Kopf.

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            • Mark sagt

              „Innerhalb einer Generation sind hier an der Küste ca. 20 Fischarten verschwunden.“ Ist dafür Deine Vorliebe für fangfrischen Fisch verantwortlich? 🙂

              Aber im Ernst: Artensterben heisst, dass eine bestimmte Art auf dem Planeten nicht mehr vorkommt, und nicht nur vom Acker verdrängt ist. Dieser Vorgang ist nichts neues und auch nichts ausschließlich Menschengemachtes. NGO´s suggerieren hingegen, durch die Landwirtschaft würden permanent Arten ausgerottet. Das habe ich versucht zu widerlegen. Dass auf dem Acker keine Artenvielfalt herrscht, ist ein Ziel meiner Arbeit, was sogar von Naturschutzbiologen wie Prof. Kunz akzeptiert wird.

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            • Schon klar. Und je mehr Äcker, desto weniger Platz für andere Arten.

              Was uns heute als „brasilianischer Regenwald“ angepriesen wird, ist eine zerstückelte Landschaft. Wo der Mensch sich ausbreitet und das Land in seinen Besitz nimmt, vertreibt er nun mal die Wildtiere, so wie jede Monokultur der Vielfalt den Garaus macht.

              Die ursprünglich ansässigen Tiere weichen dann in weniger komfortable Zonen aus, werden immer weniger, und irgendwann sind sie futsch.

              Meiner Information nach haben sich die Bestände an Wildtieren allein in den letzten 40 Jahren mehr als halbiert. Bei Lebewesen über 1 kg machen Wildtiere gerade mal noch 1% (!) der Biomasse aus.

              Das Massensterben hat aber nicht erst vor 40 Jahren angefangen. Schon vor 70.000 Jahren hat der Mensch damit angefangen, die großen Wildtiere auszurotten.

              Sicher hat es immer wieder größere und kleinere Massen- bzw. Artensterben gegeben. Das letzte große war vor 66 Mio. Jahren. Das vorletzte vor 201 Mio. Jahren. Daran kannst du sehen, um was für Zeiträume es sich handelt. Es ist schon hanebüchen, seine Handlungen mit Ereignissen zu rechtfertigen, die alle 50 bis 100 Mio. Jahren mal vorkommen.

              Zum Vergleich: den homo sapiens gibt es ca. 200.000 Jahre. Die Landwirtschaft ca. 10.000 Jahren.

              Die Vorstellung, in einer Welt leben zu müssen, in der es nur noch Menschen, Nutz- und Haustiere gibt, sodass der Mensch überall nur noch sich selber begegnet, finde ich gerade so gruselig wie jedwedes Weltuntergangsszenarium.

              Der Fisch konnte sein eigenes Leben leben, bis es ihn erwischt hat. Das Meer ist hier übrigens tatsächlich schon ziemlich leer. Aber nicht nur wegen mir. 🙂

              Und ja: mir wären inzwischen mehr fangfrische Fische auf diesem Planeten schon lieber als noch mehr Menschen. Und ich würde ganz entschieden mehr Wildtiere gegenüber noch mehr Menschen und noch mehr Nutztieren vorziehen. Keine Frage.
              Aber mich fragt ja keiner.

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            • Brötchen sagt

              @ fingerphilosoph

              welche fischarten sollen verschwunden sein? würde mich interessieren, 5 reichen.

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            • Brötchen sagt

              @fingerphilosoph Danke! Die Fische sind aber nicht generell ausgestorben? Nur bei Euch vor Ort. Ich frage deshalb, weil sich manche Fischarten wieder angesiedelt haben in BB. Fische sind ja sehr vermehrungsfähig, wie Insekten. Säugetiere z.b. gibt es als Wildtiere nicht so viel Arten und meist machen denen eingewanderte Arten zu schaffen.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      „Wer keine Träume hat, der hat auch keine Kraft zum Denken“, hab ich vor ein paar Tagen gelesen. Bäuerliche Landwirtschaft halte ich nicht für chancenlos. Jedoch muss jeder seinen eigenen Weg finden. Sich „einzuigeln“ und mit Liebe zur Natur und Konsumverzicht zu überleben, wäre der Weg der Amish People. Dazu bräuchten wir in Deutschland eine Art Kulturrevolution oder eine Rückkehr der Religion.

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      • Der Feuerweg des Menschen: vom pyro-religiösen zum religiös-agarischen zum agrarisch-militärischen zum militärisch-industriellen Komplex. Religionen sind kein Gegenmodell, sondern immanenter Teil dieses Prozesses. In diesem Prozess wieder zurückgehen, nutzt gar nichts. Der Prozess ist irreversibel. Ein vergangener Zustand ist nicht wieder herstellbar. Deshalb ist „Amish“ kein gangbarer Weg.

        Wenn dein Herz an der bäuerlichen Landwirtschaft hängt, Alois, dann musst du den Prozess überwinden und jenseits von all diesen „Komplexen“ einen Weg finden, den vor dir so noch niemand gegangen ist. Dass sich so ein Weg für dich auftut, das wünsche ich dir fürs neue Jahr.

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    • Keine Bauernfamllie mußte ja hungernd ins Bett gehen. Wenn man im Stall fertig ist, dann nimmt man Milch mit rein. Davon kann man Quark machen, die anderen Milcherzeugnisse auch.
      Auf unserem Dachboden habe ich neben Spinnrad, Haspel auch Butterfass gefunden.
      Aus Quark konnte meine Oma auch Kochkäse machen.
      In jedem Dorf steht ein Backhaus, da wurde auch vom eigenen Getreide, bzw. Mehl Brot gebacken.
      Warum kamen denn die Städter in der schlechten Zeit auf das Dorf?

      Und wenn es heutzutage noch Leute gibt, die mit der Natur leben, dann dürfen sie von den Städter nicht ausgelacht werden.
      Mit der Natur zu leben ist nicht rückständig, wie früher als es noch keine Maschinen und andere Technik gab.

      Es hat sich herausgestellt, dass es im Sinne von der Ökologie fortschrittlich ist. also sehr modern und nicht so altmodisch wie die Städter, die keine Beziehung zur Natur haben und das auch noch chic finden. Ist es aber nicht, denn es ist nur eine
      Schikane gegen die Natur.

      Es muß nur finanziert werden, …..

      Der Alois braucht seinen Traum nicht zu vergessen, er besteht doch vielleicht nur aus positiven Kindheitserinnerungen.
      Denn die Geräte, wo man mit umgeht, die prägen doch!
      Und regen zum Nachdenken an, machen neugierig fürs Leben.
      Vielleicht ist daraus dieser Blog entstanden!?!

      Er darf ihn nicht vergessen.

      Deswegen gibt es in unserer Stadt ein Ackerbürgermuseum.

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        Hallo Leute, macht Euch mal keine Sorgen um „meinen Traum“. Diesen lebe ich sogar. Wer es noch nicht wissen sollte. Ich habe ein Tagesheim für Senioren auf meinem Hof angesiedelt. Es ist für mich ein „Produkt der Bäuerlichkeit“, für das ich sehr viel Anerkennung bekomme – und natürlich auch Einnahmen bekomme. Aber das ganz Entscheidende ist: Ich habe einen Hofnachfolger! Eigentlich würde jedes meiner Kinder den Hof nehmen. Aber es kann ihn nur einer bekommen. Ich habe schon vor 25 Jahren die Ideologie mit „Wachsen oder Weichen“ nicht geglaubt und statt dessen sogar einen Downgrade gemacht. D.h. das was meine Vater zugepachtet hat, habe ich wieder rückgängig gemacht und mir andere Wege gesucht. Aber das ist halt meine, ganz individuelle Lösung. Nichts desto trotz setzen wir auch Technik ein, die mein Vater noch nicht hatte. z.B. Hackschnitzelheizung, Quad für meine steile Alpe usw. Jeder Bauer muss auch mit der Zeit gehen. Wir werden uns der Technik nicht verschließen. Das werden auch die Bio’s nicht tun.

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        • und wie kommen die Senioren hoch auf die Alm?

          Gratuliere Alois,
          ein neuer Betriebszweig, der bestimmt angenehmer ist wie Gästezimmer oder Ferienwohnungen für Urlauber und zuverlässiges Geld einbringt.

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      • Inga sagt

        und Fingerphilosoph,

        weil in den Notzeiten die Städter ins Dorf bei die Bauern gekommen sind, um sich da sattessen zu können (in der Stadt gab es ja nur Lebensmittelkarten und man mußte anstehen) und eventuell eine warme Stube bekommt, wenn in der Stadt alles kaputt gebombt wurde oder war,

        ja Fingerphilosoph
        da wurde das Lebensmittel noch geachtet.
        Da hätte keiner etwas weggeschmissen.

        Deswegen hegen die älteren Bauern hier im Blog den Gedanke, es müsste mal wieder Hungersnot kommen damit die Lebensmittel mehr geachtet würden.
        Die Lebensmittel und deren Erzeuger, die Bauern.

        Man würde sich auch mehr Gedanken um die Herstellung und sonstige Zusammenhänge der Lebensmittel machen.

        Aber so, wo sie nur billig zu haben sind, macht sich keine Gedanken darüber und verstehen es nicht, dass der druck auf die Bauern zu hoch ist.

        Um sich zu diesen Zusammenhänge keine Gedanken machen zu müssen, beschimpft man eher die Bauern.

        Sogar in Entwicklungsländern lassen sich die Hilfsorganisationen die Sachen sozial verträglich vergelten, damit sie wertgeschätzt werden und gewissenhaft genutzt, bzw. eingesetzt werden können.

        Das ist doch irgendein vergleichbarer Zusammenhang im menschlichen Verhalten, oder?

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  6. sonnenblume sagt

    Hallo Alois, Deinen Überlegungen kann ich nur voll und ganz zustimmen. Die Technik geht dahin, dass jeder qm bedarfsgerecht bewirtschaftet werden kann um alle Vorgaben und Gesetze einzuhalten. Diese Maschinen können nur Großbetriebe kaufen und einsetzen. Selbst der Einkauf von Dienstleistung über Maschinenringe oder Lohnunternehmer wird für kleine Betriebe zu teuer werden.

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