Bauer Willi
Kommentare 70

Ich habe es satt…

Ich bin heute um 13:30 Uhr am Brandenburger Tor. Ich bin aber nicht bei der Demo, sondern nur bei der Abschlusskundgebung von “Wir haben es satt”,  einem Bündnis von Agrarkritikern. Es gab im Vorfeld einige Aufregung, das ich dort hin gehe.  Ich will aber das Gespräch mit unseren Kritikern suchen. Wie die Reaktion ist, werden wir sehen. Ich  hab ja nichts zu verlieren. Nur zu gewinnen und wenn es an Erfahrung ist 🙂

Meine Stichworte für das Gespräch könnt ihr hier nachlesen:

Woher kommt der Frust?

Nicht so sehr von den Preisen, wie man vielleicht erwarten würde. Das auch, aber damit haben wir gelernt umzugehen.

Was ich bei meinen Vorträgen (vor mittlerweile über 15.000 Bauern) immer wieder höre, kommt der meiste Frust durch die fast tägliche Kritik und die Forderungen, die an die Bauern gestellt werden. Es sind halt unheimlich viele, die die stellen. Das sind nicht nur Greenpeace, Foodwatch, BUND, NABU, WWF, die Kirchen. Noch bedeutender sind die Forderungen von Aldi, Lidl, Edeka und Rewe.

Diese Kritik kommt immer schneller und immer lauter – und immer undifferenzierter und pauschaler. Und es werden auch unterschiedliche Botschaften gesendet. Der eine will mehr Tierwohl, der andere dass überhaupt kein Fleisch mehr gegessen wird. Hinzu kommen noch gesetzliche Auflagen, immer mehr Formulare, immer mehr Kontrollen oder Audits.

Irgendwann fangen die Landwirte an zu resignieren. Sie kommen mit der Geschwindigkeit und der Lautstärke der neuen Forderungen kaum mehr mit und bekommen schlicht und einfach auch Angst. Angst, dass ihnen  das alles über den Kopf wächst. Und die schleichende Angst wegen der sich teils widersprechenden Auflagen etwas übersehen, vergessen, nicht richtig gemacht zu haben. Und schließlich geben sie dann auf. Was ich allen hier sagen will: Mit zu vielen, ständig neuen und sich teilweise widersprechenden Forderungen stirbt der bäuerliche Familienbetrieb: Übrig bleiben nur noch große Betriebe. Und das wollt ihr ja nicht.

Gegen Konzerne

Ich bin auch gegen Konzerne. Aber mehr gegen Rewe, Edeka und die Discounter, die ständig den Preis mit unfairen Praktiken drücken. Diese Konzerne stehen bei Umsatz und Gewinn den internationalen Konzernen, gegen die ihr seid, in überhaupt nichts nach. Könnte nicht schaden ein Auge auch mal auf die und ihre Methoden zu werfen. Von daher habe ich auch bei der Initiative vom Agrar-Bündnis gegen Amazon fresh mitgemacht. Denn wenn die jetzt auch noch auf den Markt drängen, wird das die Preisspirale noch weiter nach unten drehen. Wenn wir mehr Tierwohl umsetzen wollen und sollen, müssen wir das auch irgendwie finanzieren. Und wenn man vor drei Jahren erst einen neuen Stall gebaut hat, will die Bank das Geld ja auch zurückhaben. Da bleibt kein finanzieller Spielraum. Jetzt könnte ich noch was über das Kartellamt sagen, auch über die Doppelmoral der Verbraucher und viele andere Themen, aber dafür würde die Zeit nicht reichen.

Gibt es Lösungen?

Ja, und zwar eine sehr einfache. Ein Importverbot für Lebensmitteln, die nicht den Wünschen der europäischen Verbraucher entsprechen. Zum Beispiel gentechnisches Soja aus Brasilien.  Was würde passieren? Der Anbau von Leguminosen würde sich endlich lohnen. Futter und Fleisch würde wohl teurer und wahrscheinlich würde weniger Fleisch gegessen. Damit würden weniger Tiere gehalten und es gäbe weniger Gülle. Wir importieren ja keine Nährstoffe mehr. Weniger Palmöl aus Indonesien heißt mehr Ölpflanzen in Europa, usw. Bei Bananen, Kaffee oder Kakao müssen wir Bauern allerdings passen. 🙂 Aber man kann ja auf Äpfel und Milch ausweichen.

Und dann könnte man die Subventionen streichen. Dann hätte der Bürger mehr Geld in der Tasche und könnte die teureren Lebensmittel auch bezahlen. Also eigentlich ganz einfach und alles ohne zusätzliche Steuern, ohne Verbote. Hätte, könnte, würde…

Was können wir gemeinsam unternehmen?

Wirklich ernsthaft miteinander streiten! Streiten um den besten Weg. Streiten heißt nicht kämpfen, so wie es in vielen Reden zu hören ist. Bauern und Gesellschaft, also auch die kritischen Stimmen wie heute hier, müssen sich an einen Tisch setzen und nicht eher auseinander gehen, bis ein von allen Seiten verabschiedetes Konzept steht. An der Basis klappt das ja ganz gut, aber je weiter man in den Hierarchien nach oben geht, umso schwieriger wird das. Da schimpft der Bauernverband auf die NGO´S, im Gegenzug bekommt der Präsident dann den Dinosaurier des Jahres verliehen. Der Tierschutzbund zieht sich aus der Initiative Tierwohl zurück, weil er sein eigenes Label nach vorne bringen will. Und Minister Schmidt hat auch noch eines in der Schublade, was dann wieder einigen nicht weit genug geht. Mit Kampf gegeneinander kann das nichts werden.

Wir stehen hier am Brandenburger Tor. Bis 1989 es das Symbol für Teilung, für zwei unterschiedliche Systeme. Was ich damit sagen will: wir alle, wir Landwirte aber auch deren Kritiker, müssen endlich unser Lagerdenken aufgeben. Ich verstehe, wenn gesagt wird „Wir haben es satt“. Aber dabei darf es nicht bleiben. Denn auch ich habe es satt. Ich habe es satt, ständig als der Buhmann der Nation dargestellt zu werden.

Müssen wir miteinander reden? Nein, wir müssen miteinander denken ! Und ganz toll wäre es, öfter auch mal aneinander zu denken…So als Mensch…

Kriegen wir das hin?

Euer Bauer Willi, ein Aktivist der anderen Art

(Aufrufe 1.768 gesamt, 1 heute)

70 Kommentare

  1. nochmal @Eckehard Niemann: Die “falschen Freunde” haben den Bauern mit Ausgleichszahlungen den Schneid abgekauft, die “linke Agrarwende” will die Bauern ebenfalls mit Subventionen abspeisen. Höfesterben und Niedergang der Landwirtschaft haben Förderung und Subventionen nicht aufhalten können. Eine echte Agrarwende müsste den Anteil der Landwirtschaft an der Wertschöpfungskette – durch sehr viel höhere Erzeugerpreise – wieder erhöhen. Wie passt das zu Weltmarkt und Globalisierung?

    • Eckehard Niemann sagt

      @ Tilman Ziegler: In Sachen Import-EU-Aussenschutz und höherem Anteil an der “Wertschöpfungskette” sind wir offensichtlich einer Meinung.

  2. @Eckehard Niemann: “Die linke Agrarwende will die Globalisierung einhegen…”? Das klingt sehr malerisch, aber wie soll das gehen, wenn nicht durch Importschranken? Diese linke Agrarwende ist nicht nur bei Bauern unglaubwürdig, weil sie einerseits immer mehr Regulierung fordert, andererseits aber keinen Außenschutz bietet. Stattdessen soll gegen den Weltmarkt ansubventioniert werden, wie auch schon bei der Energiewende. Außenschutz in Verbindung mit europäischer Agrarpolitik wäre sehr viel einfacher und für die Steuerzahler günstiger, aber dafür brauchte man nicht so viele Politiker in den nationalen und regionalen Parlamenten und Ministerien… Politiker neigen leider nicht dazu, sich selbst wegzurationalisieren. Das gilt für alle, nicht nur Linke.

  3. Altbauer Jochen sagt

    Glaubt denn einer wir Bauern würden belobigt und belohnt werden,
    würden “Gesellschaftliche Anerkennung” erfahren,
    wenn wir weniger Technik einsetzen,weniger Tiere halten,
    kleinere Einheiten bewirtschaften, kein PSM gebrauchen und dafür den Rücken wieder mehr krumm machen (kenn ich aus meiner Jugend),
    die Frau zwischen die Kühe schicken, den Kindern nach der Schule
    die Mistgabel und die Hacke in die Hand drücken ?
    Alle würden trotzdem möglichst billig einkaufen wollen,
    und kritisiert wird immer von irgendeiner Seite ,-egal was man macht.
    Rechthaberei fördert miteinander und aneinander denken nicht.

  4. Berlin hat 3,5 Millionen Einwohner und gilt als die Hochburg von Umweltschützern und Veganern, die eine Agrarwende fordern. Bei dieser “Wir-haben-es-satt”-Demonstration waren gerade mal 33.000 vor Ort. Das ist nicht mal EIN Prozent der EW von Berlin.

    Das heißt, dass sogar den allermeisten Berlinern die Agrarwende wahrscheinlich vollkommen wurscht ist. Vom restlichen Deutschland ganz zu schweigen.

    Das heißt außerdem, dass die Zeit, in der die Leute, ich sag es mal salopp, noch den Arsch hochgekriegt haben, um sich für ihre wie-auch-immer Werte und Ideale einzusetzen, vorbei ist. Der Glaube, dass allein Worte auch ohne entsprechende Taten die Welt verändern, hat die aus der Übereinstimmung von Wort und Tat bestehende Vernunft verdrängt.

    Grüße an das Volk aus Schwätzern von einem Schwätzer 🙂

    • Gephard sagt

      Nur weil jemand nicht auf Demos geht, bedeutet das nicht, dass ihm alles egal ist.

      Ich empfinde Demos grundsätzlich als beschämend. Beide Seiten (wenn’s eine Gegendemo gibt) schmeißen Parolen und bedienen sich billiger Polemik, um eine wirksame Gruppendynamik zu initiieren und aufrecht zu erhalten. Es wird beleidigt und diffamiert, auch wenn es keiner wahr haben will. Ich verstehe natürlich, dass eine Überspitzubg nötig ist, um gehört zu werden und dass das alles auch nötig sei kann, um etwas zu erreichen. Meine Art ist das jedoch nicht. Ich möchte keine Parolen rufen, die andere für mich vorbereiten, selbst wenn ich mich ihnen d’accord gehe.

      Ich denke, nicht nur mir geht es so.

  5. Hans-Günter Felser sagt

    Wenn es einer “satt” hat, dann muss er es bleiben laassen oder aber verändern. Als Erstes braucht es ein Verständnis für das, wovon er lebt – das, was ihm seine Vorfahren so gut hinterlassen haben: Den Boden! Wer als Landwirt die Vorgänge im Boden nicht versteht und ihn mit Rohrreiniger vergiftet, der schändet deas Erbe seiner Vorfahren. Bitte, liebe Bauern, die es besser machen wollen, schaut euch diesen kurzen Film an, er kann sehr inprägsam die Vorgänge in einem intakten Boden erklären. Ein intakter Boden ist ein Boden, der nicht mit Giften überschwemmt wird. https://vimeo.com/246067462?ref=fb-share&1

    • Ich seh das so sagt

      Minute 2:50 “Gesunde Pflanzen sind in der Lage die meisten Pflanzenkrankheiten selbst zu bekämpfen”.
      Das glauben ihnen doch nicht mal Biobetriebe !

      Und zu ihrem Primitivargument mit dem Rohrreiniger:
      Viel Entdeckungen und Entwicklungen ergeben sich als Neben- oder Zufallsprodukte der Forschung. Sei es aus der Raumfahrt (Teflonpfannen, Solarzellen, Spezialmatratzen, Rauchmelder …), dem Militär (Computer, Internet, GPS, Konservendosen, Wärmebildkameras … ); der Formel 1 (Leichtbauweise ..), der Medizin (Viagra war ursprünglich ein Mittel gegen Herzinfarkt …) u.a.m.
      Und übrigens, Coca Cola kann man auch als Rohrreiniger verwenden !

      Es sind genau diese Argumente, wo sie Menschen für blöder anschauen als sie selber sind, die eine Diskussion mit ihnen schwierig machen.

  6. Hans-Günter Felser sagt

    Wenn es einer “satt” hat, dann muss er es bleiben lassen oder aber verändern. Als Erstes braucht es ein Verständnis für das, wovon er lebt – das, was ihm seine Vorfahren so gut hinterlassen haben: Den Boden! Wer als Landwirt die Vorgänge im Boden nicht versteht und ihn mit Rohrreiniger vergiftet, der schändet deas Erbe seiner Vorfahren. Bitte, liebe Bauern, die es besser machen wollen, schaut euch diesen kurzen Film an, er kann sehr einprägsam die Vorgänge in einem intakten Boden erklären. Ein intakter Boden ist ein Boden, der nicht mit Giften überschwemmt wird, sondern eine wunderbare Eigenregie etabliert, die dem Bauern hilft. Da der Film aus Datenschutzgründen nicht direkt abfahren kann, schaut bitte bei Vimeo: “PHC Film: Der Boden ist ein lebender Organismus” Danke! Ich freue mich auf Rückmeldung. P.S.: Ich bin kein Bauernfeind. Ich nehme das mit dem Dialog ernst. Beste Grüße!

    • bauerhans sagt

      “….mit Rohrreiniger vergiftet”

      kläranlagen haben bundesweit ein problem, aus häuslichen abwässern, medikamenten-,hormon-,waschmittel- und rohrreingerreste heraus zu filtern.

    • Sabine sagt

      Hmm, in USA gibt es die Soil-Health-Bewegung gerade bei konventionellen Bauern. Unsere Ämter würden Herzrasen bekommen, wenn hier jemand auf die Idee käme soviele Rinder zusammen auf eine Fläche zu lassen, die Amts-Vets würden Leuten wie Joe Salatin ihre kombinierte Rinder- und Schweinehaltung sofort zuschließen und das sehr erfolgreiche Serengeti-System von Will Harris wo in kurzen Abständen Rinder, Schafe und Geflügel über die selbe Fläche ziehen, ist hier auch nicht möglich. Da werden Weideflächen ganz selbstverständlich mit Gründüngermischungen eingesät, von Vieh beweidet, danach dicht mit Roggen eingesäht, dass wird dann flachgelegt und mit Mais oder Soya bestellt, um das Jahr darauf wieder als Weide oder – wieder mit Gründünger eingesät- als Jagdgrund genutzt zu werden. Versuch das mal mit Weideland hier. Diese Rancher und Farmer können oft erhebliche Erfolge vorweisen, wenn es um Bodengesundheit und Wildtier-Schutz geht. Ab von den riesigen Flächen, wo man dann auch mal 1000 Rinder von A nach B bekommt ohne den Berufsverkehr lahm zu legen, stehen solchen Experimenten auch Naturschutz-und Seuchenschutz-Gesetze entgegen. Wer hier eine Legehenne zwischen Schweinen und Rindern rumhüpfen lässt, gefährdet ja direkt die öffentliche Gesundheit und seine Betriebserlaubnis. Warum konventionelle Farmer auf solche Ideen kommen? Weil sie genau so im Hamsterrad sitzen wie europäische Betriebe… hier eine Rechnung was es kostet, einfach nur Rancher zu sein. https://www.youtube.com/watch?v=3Z3kXevsLfs
      Ich würde mich übrigens ganz doll freuen, wenn die man es irgendwie schaffen könnte, die Social-Media-Bauern mal zusammen an einen Ort zu bekommen. So wie Bauer Willi ja schon feststellen konnte, dass konventionell und bio nicht so weit auseinander liegen, so ähnlich sind, wenn man mich fragt, die Probleme der Bauern weltweit. Vllt. hat ja ein Bauer aus Südafrika eine Idee, wie man die Viehherden vorm Wolf besser schützen kann und ein Rancher aus USA eine Idee, wie man Blühstreifen sinnvoller anlegt und man kann gemeinsam neue Wege finden und politischen Druck aufbauen, diese Wege auch begehbar zu machen. Die NGOs und der Lebensmittelhandel ist schon international aufgestellt, vllt. müssen die Bauern auch langsam länderübergreifend in Stellung bringen.

  7. Eckehard Niemann sagt

    SPIEGEL-Artikel zum „Kraken Bauernverband“

    Unter der Überschrift „Risse in der Wagenburg“ berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe darüber wie sich der Deutsche Bauernverband „seit Jahren mit all seiner Lobbymacht gegen eine Agrarwende“ stemmt, nun aber auf Landwirte trifft, welche „die Probleme nicht länger aussitzen“ wollen.

    Den immer noch massiven Einfluss auf CSU-Bundesagrarminister und Bundestagsabgeordnete erklärt der SPIEGEL mit dem „krakenhaft verzweigten Netzwerk“ der Verbandsfunktionäre und deren enger Verflechtung mit der Agrar- und Ernährungsindustrie (sowie deren Einfluss in den Landwirtschaftskammern). Deshalb, so Kritiker, vertrete der Bauernverband nicht mehr die Interessen der bäuerlichen Betriebe, sondern das Interesse der Nahrungsmittelbranche an „möglichst billigen Rohstoffen“…

  8. Eckehard Niemann sagt

    EIN SEHR BEDENKENSWERTER KOMMENTAR IN DER TAZ:

    TAZ – Jost Maurin – 19.1.2018:
    Die Freunde und Feinde der Bauern
    Der große Irrglauben

    Die Mehrheit der Bauern sind tragische Figuren. Sie glauben, dass ihr Feind ihr Freund sei. Deshalb werden sie immer weniger.
    Die Umweltaktivisten? Die Tierschützer und Grünen, die am Samstag in Berlin unter dem Motto „Wir haben es satt“ für eine Agrarwende demonstrieren? Der durchschnittliche Landwirt in Deutschland hält sie für seine Gegner. Der Bauernverband spricht von Demonstrationen „gegen die Landwirtschaft“. Die Kritiker der Agrarindustrie seien Träumer, Ignoranten und Heuchler, heißt es in den einschlägigen Internetforen der Branche. Dabei sind in Wirklichkeit die Ökos die besten Freunde der Bauern.

    Aber diese Freundschaft wird bislang kaum erwidert. Wie die Mehrheit der Landwirte denkt, zeigt ihr Stimmverhalten etwa bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr: Die Grünen kamen bei den Bauern nur auf 5 Prozent, auch Linke und SPD schnitten miserabel ab. CDU und CSU dagegen überzeugten 61 Prozent der Wähler unter den Landwirten. Bei der Landtagswahl in Niedersachsen erhielten die Christdemokraten sogar 71 Prozent. Die Grünen bekamen 1 klägliches Prozent.

    Für den gemeinen Bauern ist also klar: Die Union ist mein Freund. Und damit auch der Bauernverband, dessen Linie CDU und CSU treu vertreten.

    Doch da irren diese Landwirte gewaltig. Die seit Jahrzehnten von der CDU/CSU dominierte Agrarpolitik ist den Bauern nicht gut bekommen. Seit 1960mussten dem Statistischen Bundesamt zufolge ganze 80 Prozent der Betriebe für immer schließen. Jedes Jahr werden es mehr.

    Das liegt vor allem am Wachstumsdogma, das Union, Bauernverband und die meisten Agrarökonomen nach Kräften gefördert haben. In den 1950er Jahren war es sicherlich sinnvoll, dass die deutschen Landwirte ihre Produktion steigern. Doch seit Jahrzehnten sind sie vor allem dank neuer Technik so produktiv, dass sie mehr Lebensmittel auf den Markt werfen, als die Deutschen essen können. Auch der Export kann nicht genügend aufnehmen. Deshalb sinken die Preise. Rechnet man die Inflation heraus, kassierten die Bauern 2008 rund 6 Prozent weniger für jedes tierische Produkt als 11 Jahre ¬zuvor.

    „Wachse oder weiche“

    Um trotz der geringen Stückpreise noch etwas zu verdienen, erhöhen viele Landwirte ihre Produktion. Sie bauen noch größere Ställe, und sie bewirtschaften noch mehr Land. Doch so gelangt nur noch mehr Ware auf den eh schon übersättigten Markt und der Preisdruck wächst weiter. Am Ende gehen weitere Betriebe pleite. Das trifft vor allem die kleinen, weil sie oft höhere Stückkosten haben.

    Für den gemeinen Bauern ist klar: Die Union ist mein Freund. Und damit auch der Bauern-verband, dessen Linie CDU und CSU treu vertreten
    Die von der Union verteidigten Agrarsubventionen haben den Trend zu „Wachse oder weiche“ sogar noch verstärkt. Denn die Europäische Union vergibt sie vor allem für den Besitz von Äckern und Wiesen: Wer viel Land hat, bekommt viel Geld vom Staat.

    Das haben die Bauern davon, dass sie immer wieder solche Vertreter im Bauernverband und die Union wählen. In Wirklichkeit ist die CDU/CSU samt Agrarlobby der Feind der Landwirte.

    Die Bauern sollten sich lieber mit der alternativen Agrarbewegung verbünden. Die Grünen, Umweltorganisationen wie der BUND und der Naturschutzbund oder Verbände wie der Tierschutzbund wollen Freunde der Bauern sein. Sie alle sprechen sich dafür aus, die bäuerliche Landwirtschaft zu erhalten und zu stärken.

    Das würde auch gelingen, wenn sie sich durchsetzten. Sie fordern, dass Bauern Subventionen dafür bekommen, wenn sie zum Beispiel weniger Gülle in der Natur abladen. Oder dass mehr Tiere nicht nur im Stall, sondern auch auf der Weide gehalten werden.

    Solche Maßnahmen sind schon aus Umwelt- und Tierschutzgründen nötig. Bislang verschmutzen vor allem die Bauern das Grundwasser mit Nitrat aus Düngern, das sich im Körper teils in giftiges Nitrit verwandelt. Die Landwirtschaft ist auch einer der größten Verursacher von Treibhausgasen. Sie ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Artenvielfalt abnimmt. Und die meisten Tiere werden erbärmlich gehalten.

    Die alternative Agrarbewegung fordert auch, dass die EU-Landwirtschaft weniger für den Export produziert. Gleichzeitig müssten die Importbeschränkungen beibehalten oder ausgebaut werden. Verbote von Hormonfleisch oder bestimmten Desinfek¬tions¬methoden etwa begrenzen Importe zum Beispiel aus Nordamerika. Es gibt auch noch hohe Zölle auf Einfuhren, beispielsweise von Milchprodukten.

    Wenn die Landwirtschaft ihre Exportorientierung aufgibt, wären die Bauern nicht mehr so stark dem Weltmarkt mit seinem gnadenlosen Preisdiktat ausgeliefert. Und wenn etwa Russland plötzlich ein Boykott gegen Käse aus der EU verhängt, könnte ihnen das weitgehend egal sein.

    Eine Öko-Reform der Landwirtschaft würde dazu führen, dass weniger Nahrungsmittel produziert und Überschüsse abgebaut würden. Denn Weidehaltung etwa braucht mehr Platz und ist bei hohen Viehzahlen je Betrieb sehr schwierig. Am Ende bekämen die Bauern endlich faire Preise.

    Mehr Geld für die Bauern

    Allerdings müssten die Konsumenten etwas mehr zahlen für ihre Lebensmittel, wenn die Bauern mehr Geld erhalten sollen. Aber diese Mehrbelastungen dürften sich in Grenzen halten. Denn die Landwirte erhalten nur 21 Prozent von jedem Euro, den die Verbraucher für Nahrungsmittel ausgeben. Den Rest kassiert zum Beispiel der Handel.

    Diese geringen Preissteigerungen könnten durch Steuererleichterungen oder höhere Sozialleistungen für Arme erträglich werden. Finanziert werden könnte das beispielsweise, indem auf Fleisch künftig der normale Mehrwertsteuersatz von 19 statt der aktuellen 7 Prozent erhoben würde.

    Zollschranken, weniger Exporte, mehr Tierschutz- und Umweltauflagen – da werden Union und Bauernverband sofort schreien: Solche Schritte würden ja das Wachstum vieler landwirtschaftlicher Betriebe bremsen! Das sind doch Eingriffe in den freien Markt! Aber mit dem freien Markt hat die Landwirtschaft jetzt schon wenig zu tun. Sie bekommt seit Jahren rund 50 Prozent ihres Einkommens vom Staat. Wenn die Apfelernte mal wegen Frost im Frühjahr schlecht ist, macht der Bund noch mehr Geld locker. Den Diesel vieler Traktoren subventioniert er sowieso. Der Staat greift eh schon tief in die Landwirtschaft ein.

    Das ist auch grundsätzlich okay. Schon weil die Erzeugung von Lebensmitteln unverzichtbar für jeden Staat ist. Keiner sollte sich bei den wichtigsten Nahrungsmitteln zu stark abhängig machen von Importen. Es liegt auch im Interesse der Gesellschaft, dass die Agrarbranche auf dem Land Arbeitsplätze schafft. Außerdem lassen sich bei heimischer Ware Umwelt- und Tierschutz zuverlässiger kontrollieren.

    Die linke Agrarbewegung steht dazu, die Globalisierung in der Landwirtschaft einzuhegen. Union und Bauernverband dagegen opfern kleine Betriebe auf dem Altar des ach so freien Marktes.

    Die Landwirte müssen endlich aufhören, sich die falschen Freunde zu suchen. Sonst gibt es bald nur noch wenige Agrarfabriken – und keine Bauernhöfe mehr.
    http://www.taz.de/Die-Freunde-und-Feinde-der-Bauern/!5475721/

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>Mehr Geld für die Bauern
      Allerdings müssten die Konsumenten etwas mehr zahlen für ihre Lebensmittel, wenn die Bauern mehr Geld erhalten sollen. Aber diese Mehrbelastungen dürften sich in Grenzen halten. Denn die Landwirte erhalten nur 21 Prozent von jedem Euro, den die Verbraucher für Nahrungsmittel ausgeben. Den Rest kassiert zum Beispiel der Handel.<<

      Werde mal morgen auf den Parkplatz von ALDI fahren und Anschließend zu einem Bioladen.
      Bin überzeugt davon, dass bei Aldi das 10 Fache von PKWs stehen.
      Die Armen Menschen, die aus finanziellen Gründen bei Aldi einkaufen müssen, nicht mitgerechnet.

    • Ich seh das so sagt

      Wenn sie hier die TAZ hernehmen um zu zeigen, daß eigentlich ohnehin all die “Wir haben es satt”-Organisationen FREUNDE der (konventionellen) Bauern sind, ist es entweder Naivität oder Verlogenheit.

      Googelt man TAZ-Artikel zum Thema Landwirtschaft, kann man nicht umhin festzustellen, daß man wohl an einer schweren Form des Oslo-Syndroms oder des Stockholm-Syndroms leiden muß, um darin eine Art von “Freundschaftlichkeit” zu finden. Die nun ausgegebene Parole: “Ich schlug euch zwar die Schädel ein, wollt aber euer Freund nur sein” zeigt einem dann doch die bislang praktizierte Verlogenheit auf. Und bei solchen “Freunden” nimmt es nicht Wunder, wenn man sich als Bauer bei seinen “Feinden” weitaus besser aufgehoben fühlt.

      Mag sein – und man will es hoffen – daß den “Friends of the earth” langsam zu dämmern beginnt, daß ein Bauer Willi richtiger liegt, wenn er sagt, daß doch zu Vieles von dem, was da an Forderungen aufgestellt wurde, das genaue Gegenteil dessen bringt, was man sich erhofft/erwartet/vermutet.

      Willi hat recht, wenn er sagt: Wir müssen miteinander denken statt reden. Weil selbstverliebte Visionäre gibt es genug, im Leben stehende Pragmatiker sind gefragt !

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Glaube derzeit nicht, dass es denen in den Schädel geht,
        dass die vorgesehenen Hofnachfolger diesen Beruf ergreifen werden,
        wenn sie bereits in der Schule gemoppt werden.

        Dann lieber die Kariere eines Harz IV Empfängers anstreben, da kann man noch in die Kneipe gehen, ohne dumm angemacht zu werden.

  9. Eckehard Niemann sagt

    Hallo, Bauer Willi,

    ich finde es erstmal total gut und wichtig, dass Du als ein “Vertreter” der konventionellen Landwirtschaft bei der Großkundgebung von “Wir haben es satt / Wir bieten der Agrarindustrie die Stirn” vor 33.000 Menschen geredet hast. Das ist ein gutes Signal für einen weiteren konstruktiven Dialog.

    Genauso wie die Rede von Kirsten Wosnitza (BDM), die die unbedingte Notwendigkeit eines gemeinsamen gesellschaftlichen Bündnisses und der Unterstützung der Milchbauern gegen die Milch-Verarbeitungs-Konzerne betonte – und dabei gleichzeitig klar sagte, dass sie z.B. in Sachen Pflanzenschutz eine andere Meinung hat als viele Demonstrations-Teilnehmer. Dafür bekam sie viel Beifall.

    Was ich Dir, lieber Bauer Willi, zur Überlegung und selbstkritischen Überprüfung empfehle:

    – Du solltest die zentralen Anliegen der Bauern an kostendeckenden und gewinnbringenden Erzeugerpreisen nicht fälschlicherweise zur Nebensache (neben den gesellschaftlichen oder NGO-Forderungen) erklären.

    – Du solltest nicht passiv-skeptisch nur von den NGOs einen Lösungsweg für faire Erzeugerpreise verlangen, sondern Dich selber aktiv an der Diskussion über Strategien für faire Erzeugerpreise beteiligen (Beibehaltung und Ausbau des bestehenden Außenschutzes gegen Weltmarkt-Dumping-Importe; Mengenregulierungs-Instrumente zur Erzeugerpreis-Stabilisierung und -Stützung wie zumindest ansatzweise in der letzten Milchpreiskrise; Verringerung der erzeugerpreisdrückenden Überschussproduktion durch ein Ende der ruinösen Weltmarkt-Exporte zu den Preisen der Konkurrenz aus USA, Brasilien, Neuseeland etc. und durch eine EU-Ausrichtung auf “Klasse statt Masse” – mit der damit verbundenen Angebots-Verringerung und überproportionalen Preissteigerung)

    – Du solltest Dich endlich auch konkret-konstruktiv einklinken in die laufende Debatte um die Neugestaltung der EU-Direktzahlungen – zugunsten von kleinen und mittleren Strukturen und zugunsten gesellschaftlicher Leistungen, welche obige Betriebe viel besser als Agrarfabriken erbringen können.

    – Du solltest nicht länger mit dem wohlfeil-bequemen Gerede von den angeblich allmächtigen Handelskonzernen ablenken von der notwendigen Kritik an den Konzernen, an welche die Bauern wirklich direkt liefern und mit denen sie ihre Erzeugerpreise aushandeln müssen – nämlich Molkereien, Schlachtkonzerne, Raiffeisen & Co.

    – Wir sollten gemeinsam mit vielen aufgeschlossenen und veränderungsbereiten Landwirten die Debatte darüber führen, welche Forderungen der Gesellschaft und der NGOs berechtigt sind und welche nicht bzw. welche überzogen/spendenorientiert sind –
    und welche Forderungen aus dem Landwirte-Interesse heraus bei der Umsetzung anstehender Veränderungen (EU-weit bzw. zumindest trilateral zwischen Deutschland, Dänemark und Holland) offensiv einzufordern wären.

    Auf eine solche wirklich zielführende Debatte freue ich mich!

  10. Paulus sagt

    Die erste Ebene der Erkenntnis wäre, nicht immer den Verbraucher als Buhmann der Nation hinzustellen.
    Von dem miteinander und aneinander denken sind gerade die Bauern weiter entfernt als die Erde vom Mond. Nahezu unfassbar was Bauer Willi hier von sich gibt. Ich gebe es auf.

    • Bauer Willi sagt

      Und tschüss. Es hat wohl auch keinen Sinn mit Dir. Wahrscheinlich wirst Du es nie kapieren. Und das ist mir, ehrlich gesagt, auch scheißegal.
      Geschrieben Samstag, Berlin 21.30 nach 6,5 Stunden Autofahrt und 6 Terminen in 48 Stunden. Und nein, ich habe keinen Alkohol getrunken. I

      Morgen noch 2 Stunden mit tierärztlicher Vereinigung und dann wieder 6 Stunden Heimfahrt. Dormagen werde ich großräumig umfahren. Gefalle Du dir weiter selbst. Schönen Sonntag zuhause
      Bauer Willi

      • Paulus sagt

        Naja, im Westfälischen heißt es, man darf sich auch mal an die Köppe kriegen. Dort lernt man allerdings auch, sich zu entschuldigen wenn man über das Ziel hinausgeschossen ist. Das tue ich hiermit ausdrücklich und in aller Form!

        Die Ortsdurchfahrt in Delhoven kann man als Rommerskirchener gefahrlos passieren, zumindest von meiner Seite aus.

  11. bauerhans sagt

    wenn ich ehrlich bin,stelle ich fest,dass auf der GRÜNEN WOCHE nicht über die situation der bauern geredet oder gedacht wird!
    da wird fast nur essen und trinken angeboten,nicht umsonst,sondern zu gepfefferten preisen!
    tiere werden gezeigt,dies wohl so in der praxis gar nicht gibt und auch ne maschinenschau ist dabei.
    von problemen der bauern will dort keiner etwas hören.

    • Inga sagt

      ist ja auch unangenehmen,
      davon hat man ja keine Ahnung

      Es kostet ja zu viel Geisteskraft um sich in die Situation der Bauern rein zu versetzen.

      Bei einem besonderen Event werden immer gepfefferte Priese für Essen und Trinken genommen!

      Es wäre schön, wenn da wenigstens bei den Anbietern hervorgeht, dass diese erst auf landw. Betrieben wachsen, also den Zusammenhang mit der Landwirtschaft.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Bei meinem letzten Besuch haben die Verarbeiter ihre Produkte vorgestellt, die sie verkaufen möchten.
        Besucher, die nicht von der Landwirtschaft kommen, interessiert die Landwirtschaft nicht. Abends können die sich in den Nachrichten informieren, wenn über die Demo WHES berichtet wird.

        • Inga sagt

          Bin mal gespannt, wie viel Besucher/Verbraucher es verstanden haben, dass wir Bauern mit ihnen in einem Boot sitzen.
          Natürlich stellt nur die Industrie ihre Produkte vor, egal ob

          Landmaschinen-
          Pharma-
          Ernährungs-
          eben auch Vorarbeiter der landw. Produkten.

          Wer macht auf so einem Event die meiste Show und bekommt am meiste Beachtung?

          oder was es sonst da noch so alles gibt,

          alle wollen an uns verdienen, wer sind ihre Kunden?

      • Paulus sagt

        Werte Inga, Du unterschätzt die Geisteskraft der Nichtbauern. Nicht alle der von euch Geschmähten sind doof. Die Bauern sind, ausgerechnet in diesem Blog, allerdings auf dem besten Weg ihre Sympathien zu verspielen. Vielleicht ist es mit deren Geisteskraft doch nicht so weit her. Ich bin ganz schön stinkig über so manche Äußerungen hier.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Heut wieder schlechte Laune?

          Wer seine Stimmung nicht bestimmen kann,
          ist ihr ausgeliefert.

      • Aufklärer sagt

        *gacker

        Gepfefferte Preise ist doch das, was die Bauern wollen – Niedrige Preise will der Verbraucher und der Handel eh …

        Nimm DAS! Ein bischen von der eigenen Medizin *gacker

        • Inga sagt

          Die Preise die ein fertiges und verarbeitetes Produkt kostet ist den Bauern egal, Aufklärer,
          es kommt darauf an, was für sie von dem Produkt übrig bleibt.

          Es ist auch egal was der LEH von den Kunden nimmt, es kommt den Bauern nur darauf an, was die Bauern für ihre Rohstoffe davon bekommen.

          LEH drückt Preise der verarbeitenden Betriebe z.B. Molkereien oder Schlachtereien,

          und die wieder die Preise für die Rohstoffe von den Bauern.
          Die Bauern sind das letzte Glied in der Kette.

          Deswegen haben ja viele Bauern den WEg der Direktvermarktugn gewäjlt, b3evor sie Maseniterhaltung machen.

          Aber die Verbraucher müssen das auch sehen und annehmen,
          aber viele können das nicht, weil sie kein Interesse haben
          oder
          weil sie 8 Stunden täglich ihrem Job nachgehen und danach so schnell wie möglich nach Hause wollen. Private Sorgen gibt es auch noch!
          Wenn etwas im Haushalt fehlt, wo ist man schneller vorbeigefahren, an irgend einem Supermarkt, der die Waren verführerisch zelebriert, oder an einem Bauernmarkt?
          So können sich die Bauern und die Verbraucher die Wortschöpfung teilen.

          Also hat es der LEH geschafft die Verbraucher und die Bauern auseinander zu bringen.

          Deswegen denkt der Verbraucher in der fernen Stadt, die Bauern würden immer noch im Dreck rumwühlen, wie früher nach dem Krieg.
          Dadurch bilden sich Vorurteile.

          Wenn es nun auf den Bauern ihren Schuldern lastet, dass die Produktionskette und Handelweg so ist, wie sie ist,
          dann ist echt unsozial, wenn die Städter noch auf die Bauern schimpfen.

          Die Bauern wühlen nicht mehr im Dreck wie früher, denn dafür hat die Industrie gesorgt,

          die Landmaschinen- und die Pharmaindustrie.

          Und die Lebensmittelindustrie macht ihr übriges.

            • bauerhans sagt

              alfred buss ist bauernsohn aussem sauerland und war langjährig präses der evangelischen kirche in westfalen.

            • Inga sagt

              Ja, das weiß ich, Ehemaliger Landwirt!

              Wäre u überlegen, ob die 10%ins Schweinefutter mehr oder weniger sind an Eiweißbaustoffen im Fleisch oder veganer Kost für uns Menschen!

            • Aufklärer sagt

              Der Typische Pfaffe, der die Bibel nicht einmal aufschlägt, sonst könnte er ja lesen, was das Passahlamm darstellte und wie einst Noah nach der Flut von Jahwe die Erlaubniss erhielt, entblutetes Fleisch zu essen.

              Hat die meisten Pfaffen halt nicht interessiert was drin steht in ihrer angeblichen Glaubensgrundlage.

              Bei dem Geld, das einem Pfaffen gezahlt wird, muss der auch nicht billig einkaufen, wenn überhaupt. Muss man ja nachfragen ob er nicht frei Kost logi lebt. Pfaffenstück war ja sonst auch seines.
              Gerade diese Heuchler, diese Leute, die klassisch das tun, was in den Schriften angeklagt wird. Dem Herrn sei die Lektüre Lukas 20:45-47 empfohlen und genaues Nachsinnen darüber.
              Ausserdem sollte er überlegen, ob seine Pseudoweisheiten aus 1001 Ökomärchen aus Recherche entstand und wie das mit der Wahrheitsliebe zusammenkommen mag, die Christus so wichtig fand.

              Nein, diese Heuchler sind keine Lösungstaktgeber, sie sind dieselbe Bagage wie es sie in den Reihen der Veganer, Biojünger und Tierrechtler zu Hauf gibt.

              Boa verdreifachter Fleischkonsum … ja ne bei massivem Zuwachs an Bevölkerung, Zuwachs an Wohlstand … ja ne is klar. Was für ein Verbrechen!
              Und die reestlichen Behauptungen sprechen aus der kleinbürgerlichen bildungsfernen Sichtweise gepaart mit Ökomythen und Scheindemut. *würg

  12. Philipp Unkelbach sagt

    Großartige Rede! Und gute Lösungsvorschläge. Ist das mit den Subventionen, wie beschrieben, so umsetztbar? Und dem Importverbot von GV Soja? Ich habe schon öfters das Argument gehört, dass die Deutschen Landwirte dann mit den Weltmarktpreisen nicht mehr mithalten könnten….
    Ansonsten finde ich es toll, dass du dich mit den oft pauschalisierenden Demonstranten sachlich auseinander zu setzten versuchst.

    • Inga sagt

      Die hiesigen Bauern kommen ja auch nicht mehr mit den Weltmarktpreisen zurecht, das wäre so, als wenn du einen Afrikanischen Lohn auf deinem Konto findest und dann dein Lebensunterhalt damit bestreiten musst.

      Wenn natürlich die Verbraucher so entsprechend ihrem Einkommen bezahlen, dann bräuchten wir keine Subventionen mehr. Und der Verbraucher oder öftl. Kassen könnte an Steuern sparen.

      Aber dann hätten wir weniger Tiere im Stall, dann wäre das Fleisch und die Milch teurer, weil nicht mehr so viel auf dem Markt vorhanden.
      Dann hätten wir weniger Frittenbuden?

      Wie bräuchten weniger Soja aus Südamerika und würden weniger Raubbau an dem Regenwald ausüben.

      Dann hätten z.B. ARLA und Nestle u a. weniger zu tun und politisch weniger einflussreich, vielleicht ein paar Millionäre weniger???

      Und die wären weniger frech und wollten eventuell nicht an das Wasserrecht, weltweit!?!

    • Bauer Klaus sagt

      Öffentliche Zahlungen (das ist die korrekte Bezeichnung) abzuschaffen. Das ginge schnell. Mit niedrigeren Standards als unseren, aber im Einklang mit den Vorschriften der Erzeugerländer, hergestellte Waren vom EU-Markt ausschließen? Einfach mal Nachdenken, wie die Bestraften reagieren würden! Träumen darf man. Nur nicht aus allen Wolken fallen beim Aufwachen.

      • Bauer Willi sagt

        Andere und möglicherweise bessere Vorschläge sind gefragt. Ich warte, Bauer Klaus. Leider hat es mit unserem Treffen in Berlin nicht geklappt, aber mit Herrn Heidl habe ich gesprochen, leider nur kurz. Im Gespräch bleiben und um den besten Weg für alle streiten. Ich streite gerne!!
        Bauer Willi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.