Bauer Willi
Kommentare 80

Ich bin dagegen!!!

Ich bin gegen Atomstrom und gegen Kohlekraftwerke. Ich finde aber Elektro-Autos gut. Kaufe tue ich aber keines, weil das zu teuer ist und keine Reichweite hat, die meinen Ansprüchen genügt. Und überhaupt sind alle Energieversorger Umweltverpester. Ich bin dagegen, dass Strom aus Kraftwerken kommt. Wir brauchen 100% Ökostrom. Soll aber nicht mehr kosten.

Die Automobil-Hersteller sind alle Gauner und haben uns mit falschen Zahlen getäuscht. Habe ich schon immer gewusst, dass die Zahlen, die in den Prospekten stehen, nicht stimmen. Aber ich wollte sie gerne glauben, weil ich mir dann doch den stärkeren Motor kaufen konnte. Natürlich würden auch 60 PS reichen. Aber wie steht man(n) denn da, vor den Nachbarn? Und so ein SUV ist ja auch viel sicher, weil man(n) da ja höher sitzt. Und wenn die Frau die Kinder zur Schule fährt, spielt das ja auch eine Rolle. Das Wohl der Kinder ist mir was wert. Jetzt sollen mich die Auto-Bauer aber schleunigst entschädigen! Ich will auf meinem Schaden ja nicht alleine sitzen bleiben. Und nur mit einem Software-Update brauchen die mir nicht kommen. Übrigens bin ich gegen ein Tempo-Limit…

Da sind dann noch die großen Chemiekonzerne. Denen fällt ja auch jeden Tag etwas neues ein, womit sie uns vergiften können. Liest man ja jeden Tag in der Zeitung. DDT, PCB, PVC und wie das Zeug alles heißt. Und dann die vielen Kunststoffe, die in den Weltmeeren landen. Warum verbietet das keiner? Bestimmt steckt die Politik mit denen unter einer Decke. Ohnehin bekommt die Industrie von denen jeden Wunsch erfüllt und die Vorteile vorne und hinten reingeblasen. Zum Beispiel beim Preis für Energie. Und die kleinen Leute können es wieder ausbaden. Genau so wie bei der Banken-Rettung. Und die Bosse streichen sich die dicken Bonus-Zahlungen ein. Sollte man auch verbieten.

Und jetzt der Eier-Skandal. Ist doch wieder typisch. Nichts kann man mehr essen, alles verseucht. Kommt doch nur durch diese verdammte Massentierhaltung in den Agrarfabriken. Die sollte man sofort verbieten. Ich würde ja gerne mehr für meine Lebensmittel bezahlen, wenn ich wüsste, dass dann die Tiere ordentlich gehalten werden. Machen die Bio-Bauern doch auch! Gut, ich habe bisher kein Bio gekauft, überlege aber, dass ab morgen zu tun. Obwohl Bio ja doch um einiges teurer ist. Und schließlich habe ich ja auch nur ein beschränktes Budget.

Und wo wir schon beim Essen sind. Was uns die Nahrungsmittelkonzerne nicht alles so unterjubeln. Pferdefleisch in der Lasagne, wissen Sie noch? Und überall ist Palmöl und Palmfett drin, wo doch jeder weiß, dass dafür Regenwälder abgeholzt werden. Sollte man einfach verbieten. Das geht doch auch sicher anders. Und was brauchen wir Gen-Soja aus Brasilien? Kann ich überhaupt nicht einsehen. Will ich nicht, sollen die doch ihren Scheiß selber fressen!

Damit das aber nicht so aussieht, als wäre ich gegen alles. Nein, ich bin dafür, dass man die bäuerlichen Familienbetriebe erhält. Je kleiner, um so besser. Gerade die kleinen Bauern haben ja alle einen kleinen Trecker, haben noch Hühner und Gänse und Kühe und Pferde (!) und Kaninchen. Und der Bauer baut Gras an und macht daraus Heu, was wunderbar duftet. Ich durfte auch schon mal mit dem Trecker mitfahren und habe dem eine halbe Stunde beim Heumachen geholfen. So was finde ich gut. Und der Bauer ist richtig nett.

Gut, er hat jetzt Probleme mit dem Klimawandel. Erst zu heiß und jetzt, zur Ernte, viel zu nass. Aber da kann ich ihm auch nicht helfen. Tut mir auch echt leid für ihn. Ich wünsche ihm viel Glück. Wir sind nämlich jetzt drei Wochen weg. Wir fliegen mit der Familie auf die Kanaren. Hoffentlich ist da wenigstens gutes Wetter.

Euer Otto Normalverbraucher

 

 

(Aufrufe 1.935 gesamt, 1 heute)

80 Kommentare

  1. Ehrlicher sagt

    vor über 25 Jahren hatte ich einen Aufkleber auf meiner Tasche: „Ich bin gegen Alles“ ! Mein damaliger Pfarrer erklärte mir während der Konformandenstunde, dass ich ja dann eigentlich auch dagegen sein müßte gegen Alles zu sein..? Manchmal denkt man die Dinge nicht zu Ende.

    0
  2. Eckehard Niemann sagt

    Statt perspektivlos darüber zu lamentieren, dass die Menschen (inclusive landwirtschaftliche Verbraucher) in ihrer Rolle als individuell-schwache und im Supermarkt überforderte Verbraucher meist zu schwach sind, sollten wir alle sehr ernst nehmen, dass genau die gleichen Menschen als in ihrer starken Rolle als Bürger und Wähler eine bäuerliche statt agrarindustrielle Landwirtschaft fordern und die mit einem entsprechendem ordnungsrechtlichen Verbot bestimmter Haltungsverfahren verbundenen Erzeugerpreis-Steigerungen ohne Murren akzeptieren würden,. Lieber „Bauer Willi“, werde doch bitte endlich konstruktiv-politisch, statt immer nur den billigen Weg des Lamentierens gegen Verbraucher zu propagieren!

    10+
    • Berthold Lauer sagt

      Lieber Herr Niemann, was sie als Polemisieren und Verbraucherbeschimpfung empfinden, ist für mich nur das Aufzeigen einer Realität voller Widersprüche. Und diese Realität kennen auch die meisten von uns Landwirten ganz genau, eben weil auch wir Verbraucher sind und weil wir auch als Unternehmer unsere Betriebsmittel dort kaufen, wo wir sie am günstigsten bekommen oder wo wir schon lange gute Geschäftsbeziehungen pflegen. Für sozialromantische Träumereien, was „der Verbraucher“ oder „die Gesellschaft“ alles tun würde, kann ich mir nichts kaufen. Diese Möglichkeit hat er bereits heute, er kann es sofort tun, der Markt wird bedient werden! Bis jetzt weiß ich nichts von Warteschlangen vor Bioläden oder den Bioregalen der Discounter. Die Realität ist eine andere.
      Das heißt beileibe nicht, dass Landwirtschaft sich nicht verändern sollte. Das hat sie schon immer getan. Vielleicht nicht immer in die richtige Richtung, aber das ist wieder Ansichtssache.

      11+
      • Margó sagt

        Es sind wohl wahre Worte Herr Lauer. Sie drücken es klar und sachlich aus.
        Etliche Bioläden in meiner Umgebung, auch eine Tochter der REWE Gruppe, haben wieder aufgegeben und in den Verbliebenen herrscht eher gähnende Leere. Aber wie hieß es so mal schön, die A-Ware kommt in den Supermarkt und die B-Ware deklarieren wir als Bio. Die Ergebnisse der Stiftung Warentest und diverse tatsächliche und von den Medien hochgepuschte Lebensmittelskandale sprechen Bände. Wenn ich in einem Hofladen zur Unzeit Tomaten bekomme, weiß ich, dass diese im Großmarkt eingekauft wurden und schon werde ich misstrauisch.
        Was das Bild einer bäuerlichen Landwirtschaft völlig verfälscht sind diese sogen. Erlebnisbauernhöfe mit Jahrmarktcharakter.

        Ich würde auch gerne ausgelegtes frisches Gemüse am unbewachten Hoftor kaufen und kann auf Wechselgeld verzichten. Ein paar EUR mehr als verlangt machen mich nicht ärmer. Aber wenn ich selbst da schon von einer Kamera überwacht werde (s. Beitrag Ehemaliger unter „Gemüse, Salat und anderes…“) und möglicherweise einem falschem Verdacht ausgesetzt werde, fahre ich doch lieber in den nächsten Supermarkt.

        1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Mit einer Überwachungskamera sollen die aufgespürt werden, welche die Lebensmittel klauen. Haben sie ein Problem damit, dass man das klauen unterbindet?

          Wenn sie ihre Bank betreten, werden sie auch überwacht, wegen der Überwachung legen sie ihre Euros bestimmt unter das Kopfkissen, oder?

          2+
          • Margó sagt

            Als ehrliche Kundin habe ich ein Problem damit, dass ich wahrscheinlich einschl. meines Kfz-Kennzeichens überwacht werde und möglicherweise einem falschen Verdacht unterliege. Das möchte ich nicht und werde insofern an solchen Stellen nichts einkaufen.
            Den Unterschied zwischen kamerabewachtem Regalverkauf ab Hof und Bankfiliale haben Sie wahrscheinlich nicht verstanden.

            0
    • Ehemaliger Landwirt sagt
    • Ich seh das so sagt

      So ein schöner Schwurbelsatz aus der selbstgebauten Idyll- und Scheinweltblase, voll reinstem Alternativ-Politsprech aus der Alice-im-Wunderland-Welt. Schon der Beitrag einen Tag später „Billig boomt“ zeigt, was der „überforderte“ Verbraucher ihnen sagt: „Was sie wollen – Nie Mann !“

      1+
  3. Eckehard Niemann sagt

    „Nein, ich bin dafür, dass man die bäuerlichen Familienbetriebe erhält.“ Diese Aussage, die „Bauer Willi“ fälschlicherweise nur auf bornierte Neinsager bezieht, ist doch genau das, was wir von der Gesellschaft fordern (sollten) und was ganz viele Bürgerinnen und Bürger auch ganz ernst meinen und unterstützen (auch ohne „kleinbäuerliche“ Verklärung). Ich finde, „Bauer“ (!) Willi leistet den Bauernhöfen mit dieser pauschalen und billigen Verbraucher- und Bürgerbeschimpfung einen Bärendienst. Dafür kriegt man vielleicht Beifall in manchen Teilen der „Bauer-Willi“-Szene – aber zum Schaden einer wirklichen gesellschaftlichen Bündnisarbeit für „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ (z.B. bei den vielen Bürgerinitiativen gegen Groß-Tierhaltungsanlagen). Liebe „Bauer Willi“ geben Sie sich doch bitte nicht mit so billiger und beifallsheischender Polemik zufrieden – gehen Sie doch endlich ernsthaft und positiv auch auf Kurs für ein gesellschaftliches Bündnis für „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“. Wir hatten uns doch bei Ihrem Besuch in Uelzen eigentlich auf diese positive Strategie verständigt. Oder?

    8+
    • Sabine sagt

      Ich denke Willi geht es hier über die Schere zwischen Erkenntnis und Handeln, die bei uns allen sehr auseinander geht.
      Nehmen wir mal den Hof der Mörixmanns und ihren wirklich tollen Aktivstall für Schweine. Gabi Mörixmann arbeitet sich den Po ab, um für ihre Tierhaltung zu werben und mehr Tierwohl auch bei anderen Bauern möglich zu machen. Sie nimmt sich die Zeit und nimmt jeden auf Facebook und auch real mit in ihren Stall, die das wollen. Radio und Fernsehen war da, sogar der Minister kommt auf Besuch. Ewig viele Likes, die nach dem Panorama-Bericht ihre Haltung beklatschen … und was kam rum? Wohl ganze 10 neue Kunden, die wirklich bestellt haben. Und die Drohungen von Tierrechtlern in ihren Stall einzubrechen, weil sie einfach nicht glauben wollen, dass man Tiere auch anständig großziehen kann. So geht das nicht.
      Im SWR lief vor dem Eierskandal wieder einen dieser Gruselberichte über Hennenhaltung, alles regt sich jetzt wieder über die bösen Bauern auf und wenn dann jemand in der Nachbarschaft auf das traditionelle Witwe-Bolte-Haltungssystem umsteigt, gibt es Post vom Rechtsanwalt, weil ein glückliche Hühner zu laut sind. Wer aber keine Hühner in Nachbars Garten haben will und nicht bereit ist aufs Land zu fahren, um bei Bauers Eier aus kleinen Herden in mobiler Haltung kaufen mag, der baut mit an den Mega-Ställe, die er angeblich nicht haben will. Und wer den dann erfolgreich im eigenem Landkreis verhindert, der baut mit an denen im Ausland, wo dann deutsche Kontrollettis nur von Zwischenfällen erfährt, wenn es den ausländischen Verantwortlichen gerade danach ist. Toll, jetzt müssen wir erstmal eine Task-Force bilden, um raus zu bekommen, wer, wann und wieviele Eier quer durch Europa gekarrt hat und wo die jetzt drin gelandet sind.

      8+
    • Sandra Harms sagt

      Sagen sie mal Herr Niemann,
      haben sie irgendetwas kontruktives zu bieten ausser ihrer komischen meinung die darauf beruht das sie nicht rechnen können und und allen anderen berufskollegen ihre wirtschaftsweise bzw ihre meinung aufdrücken wollen…. haben sie nicht, sie predigen von bäuerlicher landwirtschaft… sie predigen gegen alle die, die sich vergrößern konnten und somit ihren betrieb eine zukunft oder besser gesagt ihren kindern die den beruf erlehrnen wollen eine zukunft auf dem eigenen betrieb zu ermöglichen… Fahren sie doch mal durch den landkreis, da gibts noch einige betriebe die genau in ihr raster passen !!! und in ein paar jahren dann dicht machen, weil sie mit ihrer bäuerlichen kleinwirtschaft die sie propagieren ihre höfe schlichtweg nicht an die kinder übergeben können, weil die kinder nicht davon leben können…glauben sie nicht, Dann fragen sie doch mal beim landvolk an, wie alt die betriesleiter so im durchschnitt sind,wie groß die dazu gehörenden höfe sind und ob bekannt ist ob es nachfolger gibt… das ergebnis wird ihnen vll die augen öffnen Sie Herr Niemann wettern gegen alles was ihnen nicht in den kram passt, so auch über den text oben, blos das dieser text der realität entspricht, darüber verlieren sie nicht ein wort, stattdessen greifen sie, wie sonst auch, alle berufskollegen einmal mehr an, in diesem falle Willi, der aufhören soll zu lamentieren, ich frage sie, Was ist daran falsch aufzuziegen wie und wo der hase läuft, was ist alsch daran die realität abzubilden…. ich finde daran nichts verwerfliches. komisch das sie das immer und immer wider tun…. warum sind SIE permant so gefrustet? setzt ihre frau ihnen Veganes essen vor die nase, hat ihr dackel sie schief angeschaut? oder war die letzte reperatur ihres traktors zu teuer? was zum teufel ist blos los mit ihnen das sie so verbittert sind?

      Herr Niemann, ich für meinen teil kann Sie nicht mehr ernst nehmen, auch bei all ihren guten absichten, Aber wer als Landwirt in einem Verband ist, der Zusammen mit Veganern,Einbrechern,Heuchlern,Tierrechtlern,linken und möchte gern weltverbesseren auf ein und der selben DEMO demonstriert… der ist unten durch, weil er alle anderen kollegen Verrät und Verkäuft.

      5+
      • Stadtmensch sagt

        Alles klar Sandra: Einbrecher, Veganer und dann auch noch Linke! Schlimmer gehts nicht. Dich muss man leider ernst nehmen, weil du die Realität der allumfassenden Beschränktheit abbildest. Hier WMES da WHES. Hier die „harte Marktrealität“, da die „verträumte Suche“ nach Alternativen. Von oben genannter Menschengruppe habt ihr nichts, aber auch gar nichts zu befürchten. Das „Bauernsterben“ ist bedingt durch die Konkurrenzwirtschaft, in der sich einige Wenige Produktivitätsfortschritte kaufen können und Andere eben nicht. Dann gibt es noch die, die sich mit leistungslosen Einkommen aus Verpachtung begnügen und ansonsten Jobs außerhalb der LW annehmen.

        1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Was haben sie gegen Einkommen aus Verpachtung?

          Bei Verpachtung werden landwirtschaftliche Flächen dem Pächter zur Verfügung gestellt.
          Sie bezahlen auch Miete für ihre Wohnung, oder möchten sie diese auch abschaffen, dann müssen sie bald im Wald übernachten.

          Die Ideen des Herrn Niemann sind für Nichtfachleute schön anzuhören, meiner Meinung nach nicht realisierbar.

          Als Stadtmensch, der unter anderen, im Landmarkt der Agrargenossenschaft Memmendorf mit einer Fläche von 1.463 ha einkauft, kann gut über bäuerliche Familienbetriebe philosophieren.

          1+
          • Stadtmensch sagt

            „meiner Meinung nach nicht realisierbar“
            Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie etwas realisieren.
            Sie können weiter mit Automobilaktien spekulieren und die Welt aus ihrer Vorstellung heraus erklären. Ansonsten würde ich von Sandra gern wissen, was sog. Linke und Veganer mit den Symptomen marktradikaler LW zu tun haben.

            0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ich spekuliere nicht, sondern Investiere, das ist was anderes.

              Zumindest ist das Lukrativer, als für andere billigste Lebensmittel herstellen.

              Damit sie gut schlafen können, ich bezahle Steuern für Gewinne, so wie es sich für einen Bürger gehört. Wenn sie und andere bei Siemens nicht so einen hohen Lohn hätten, würde die Dividende höher ausfallen. 🙁

              1+
            • bauerhans sagt

              „mit Automobilaktien spekulieren“

              nicht mit denen aus D,besser eine aus US.

              0
        • Sandra Harms sagt

          Sag mal stadtmensch
          ist dir mal aufgefallen wer in den letzten jahren welche lohnabschlüsse hatte??? alle haben nen guten schnitt dabei gemacht, nur das das uns landwirten irgendwo auch nur ein cent mehr in die tasche gekommen ist, fehlanzeige !!! ich kann ja mal gucken was mein vater vor 15 jahren für ne monteursstunde bezahlt hat und was ich jetzt zahle… nur mal so als beispiel… und dann reden wir mal drüber wer dran schuld ist das es in der landwirtschaft nur eine richtung gibt….
          Konkorenzwirtschaft…so ein humbug ! Und ich sag es noch mal, wer als landwirt egal ob klein,groß,bio oder konventionell zusammen mit einbrechern,tierrechtlern,spendensammeln,grünen und linken demonstriert ist ein verräter an der sache ! das wäre genauso als wenn ein schlosser los geht und gegen metall demonstriert! Man verbrüdert sich nicht mit solchem p…, ganz einfach

          2+
          • Stadtmensch sagt

            Das „Pack“ muss ich als Linksextremist jetzt aber persönlich nehmen. Es ist schade, dass du nie ein Buch in die Hand nimmst, denn sonst würdest du wissen, dass deine Wortwahl geradewegs aus der Demokratie heraus führt:

            „Die Demokratie ist die einzige Staatsform, die wir kennen, in der wir unfähige Politiker unblutig loswerden können.“ – Karl Popper –

            Hier kannst du nachlesen, wie die Produktionsauflagen, die euch angeblich das Leben schwer machen im Kontext des Erkenntnissfortschritts zu werten sind. Mit grüner oder linker Ideologie hat das nichts zu tun:
            http://www.berliner-zeitung.de/zum-100–geburtstag-von-karl-r–popper-alles-leben-ist-problemloesen-16494160

            Kurz:
            „Die Wissenschaft schreitet voran, indem sie eine falsifizierte Hypothese durch eine oder mehrere neue ersetzt.“

            1+
            • Sandra Harms sagt

              @ Stadtmensch
              ich brauch mir das nicht druchzulesen, da ich täglich mit dem kram zu tun hab, und ganz genau weis welche auflagen,regeln usw bestehen… da ich tag täglich damit zu tun hab als landwirtin.

              0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Sie bezeichnen sich als Linksextremist?

              Das nenn ich mal Interessant.

              0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Eine Demokratie ist eine Diktatur einer Mehrheit über eine Minderheit.

              Aber Marx und sein „Kapital“ ist auch nix.

              0
  4. Friedrich sagt

    Heute sind alle Leute dagegen und natürlich clever. Es gehört zum „Guten Ton “ in die entlegensten Gebiete zu Reisen. Gerade die Deutschen definieren sich auch über ein standesgemäßes Auto , was aber auf Laesing läuft. Nur rd. 45 % der Deutschen wohnen im eigenen Haus/Wohnung. Unsere Nachbarn zu über 80%. Die Nachbarn reden nicht von Nachhaltigkeit , aber wir , während es die anderen vorleben. Wir wissen alle , daß in den nächsten 20/30 Jahren unser Staat pleite ist , weil er die Beamtenpensionen nicht mehr bezahlen kann, aber die Pensionen bleiben bei 2/3 von Netto , während sich die Renten der Normalverdiener in Richtung 42% bewegen. Wenn wir schon No sagen , dann bitte zu den wirklichen Herausforderungen der Zeit. Wir alle lassen uns von Werbung, Medien und Politik was vormachen , statt unser eigenes Hirn einzuschalten .Die kleinste Zelle eines Staates ist die Familie . Von hier aus sollte die Realität kommen , aber es ist eben einfacher nicht zu Denken .

    5+
  5. Margó sagt

    Der (die) Verfasser(in) von „Otto Normalverbraucher“ hat zu kurz gegriffen.
    In naher Zukunft werden die Historiker darüber rätseln, wie es so zwischen 2015 und 2020 (20xx) zu derart gravierenden politischen und gesellschaftlich relevanten Fehlentscheidungen kommen konnte. Das betrifft die Zukunft nahezu aller Bereiche, nicht nur die Landwirtschaft. Wahrscheinlich wird man demnächst feststellen, dass die hysterische Meinungsmache der Medien, einschl. der NGOs und die daraus resultierenden panischen Handlungen der politischen Klasse eine Ursache dafür waren. Vernunft- bzw. faktenbasierte Gründe wird man wahrscheinlich nur in marginalem Umfang feststellen können.

    Sofern das kapitalistische System nicht zum Erliegen kommt, wird eine kleine hochgezüchtete Elite in Wirtschaft und Technik, in Zukunft allein den Gang der Dinge bestimmen. Die weniger begnadeten Akademiker beschäftigen sich dann mit Genderwissenschaften und die sogenannten Abgehängten werden irgendwie prekär beschäftigt und soweit bei Laune gehalten, damit sie schön die Klappe halten und bloß keine Revolution anzetteln.
    Meinen Glauben daran, dass der hochzivilisierte Mensch ein vernunftgesteuertes Wesen ist habe ich schon längst verloren. Von Vernunft und Verstand geprägt sind eher noch jene, die aus hoffnungslosen Situationen heraus, extreme Mühen auf sich nehmen um ins angeblich gelobte Land zu kommen. Die müssen wir mangels Arbeitsplätzen und Wohnraum aber auch enttäuschen.

    Afrikanische Despoten und bestimmte Politiker der westlichen Welt unterscheiden sich im Prinzip nicht grundlegend. Jeder greift ab was er abgreifen kann und sucht nach einer möglicherweise notwendigen weiteren Verwendung in der Industrie oder deren Lobby. Insofern – keine guten Aussichten aber auch nichts Neues.

    3+
  6. Was sollen die Leute denn auch denken, wenn Ihnen seit Jahrzehnten erzählt wird, dass alles nur immer mehr, besser und billiger werden kann. Auf dieser Wachstumsidee gründen sozialer Zusammenhalt, innerer Friede und politische Macht. Ein wackeliges Fundament.
    Es spricht viel dafür, dass in Zukunft alles teurer und noch dreckiger, aber nicht besser werden wird. Nach hundertjährigem Erdölgenuss geht es allmählich zurück in die Normalität.
    Aber wer will das hören, geschweige denn glauben? Was nicht sein darf, das kann nicht sein. Da glaubt man doch lieber jedes Märchen von sauberer und billiger Energie.

    1+
    • Stadtmensch sagt

      Man könnte ja damit anfangen, unsere Wirtschaftsweise in Frage zu stellen. Jobben und Shoppen als Lebensmaxime ist irgendwie unzeitgemäß, um es vorsichtig auszudrücken.
      Ich kann jedenfalls global gesehen keine Wohlstandsmehrung erkennen. Viel Intelligenz wird bei Finanzmathematik verballert, um ökonomische Trends vorherzusagen oder um Medikamente, Technik und Behandlung für werbeinduzierte Fehlernährung- und Lebensweise zu entwickeln. Naja – wir wollen selbst die Veränderungs sein, die wir uns wünschen – so heißt es doch hier immer…

      1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Global gesehen, kann es keine Wohlstandssteigerung geben, weil jede Wohlstandsmehrung auf Kosten anderer geht.

        Das hat man zb. im letztes Jahr gesehen, für mich als Verbraucher war die Milch und die Butter billig, die Leidtragenden waren die Milchviehbetriebe.

        0
        • Stadtmensch sagt

          Den Preis für die billige Butter zahlen alle: Hier meine Kausalkette: Umwandlung von Dauergrünland in intensiv bewirtschaftetes Ackerland zur Erzeugung von „Superfood“ für Kühe.
          Dabei „Entkohlung“ des Bodens (Emission von THG). Dadurch „Kosten“ für Anpassungsmaßnahmen an Klimawandel, -Flüchtlinge. Steigende Versicherungsprämien. Zusätzlich Kapitalabzug aus regionalen Wirtschaftskreisläufen hin zu internationalen Monopolen (Kreditgeber, Saatgut- und Agrarchemieproduzenten) uswusf…
          Dabei gäbe es jede Menge Alternativen für bedarfsgerechte, regionale Herstellung von Lebensmitteln, ohne dass man im Gegenzug auf Bananen und Kaffee verzichten müsste…

          1+
          • Mark sagt

            Da hast Du aber alles was der „NGO-Markt“ so her gibt in Deine Kausalkette gepackt! Toll!

            0
            • Eckehard Niemann sagt

              Es gibt doch über die NGO-Szene hinaus und auch in diesen ganz viele Menschen, die ganz ernsthaft eine gut struktuierte, aber bäuerliche Landwirtschaft fordern, unterstützen und bei Wahlen einfordern!

              5+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              >> aber bäuerliche Landwirtschaft fordern, <>und bei Wahlen einfordern!<<

              unterstützen?

              Wie sieht die Unterstützung denn aus, außerhalb der forderten Worte für den kleinen bäuerlichen Familienbetrieb?

              2+
      • bauerhans sagt

        „Man könnte ja damit anfangen, unsere Wirtschaftsweise in Frage zu stellen.“

        das machen ja einige,nämlich die die eine gewisse sättigung durch unsere wirtschaftsweise erreicht haben d.h. die sich selbst nicht mehr täglich abstrammpeln müssen,sondern die ganz gut vom abstrammpeln anderer leben,denen das aber zugleich vorwerfen.

        0
    • Wir befinden uns in einem Phasenübergang und es ist noch nicht entschieden, wie es ausgeht. Es ist durchaus denkbar, dass auf das Erdöl- noch das Stromzeitalter folgt. Dann hat die Menschheit den Wendepunkt (oder das Ende ihrer Geschichte) noch nicht erreicht.

      Erdöl und Kohle haben das menschliche Miteinander grundlegend verändert: eine enorme Steigerung der Güterproduktion, das Verschwinden der Wildtiere, eine Bevölkerungsexplosion, die radikale Umgestaltung der Erdkruste und der Biosphäre, Entstehung der maschinellen Gesellschaft, der totale Markt, Auflösung der Großfamilie und vieles andere mehr.

      Es ist durchaus möglich, dass das Stromzeitalter das menschliche Miteinander in einer Weise verändert, die wir uns heute noch gar nicht richtig vorstellen können. Silicon Valley wirft seine Schatten voraus.

      Erdöl und Kohle haben einige Probleme der Menschheit gelöst, wie die Abholzung der Wälder und den Hunger, dafür aber eine Menge neuer und bis dato unbekannter Probleme geschaffen wie Weltkriege, Vermüllung, Bevölkerungsexplosion, Klimawandel, von denen die Menschen bislang keines auch nur ansatzweise gelöst haben. Mit dem Strom als Energielieferant wird das auch nicht anders sein. Strom wird einige Probleme lösen, das Leben vielleicht noch bequemer machen und eine ganze Menge neuer, noch schwieriger zu lösende Probleme schaffen.

      Ich habe meine Zweifel, ob das Ende des Erdöls gleichzeitig auch die Erlösung vom Wachstumswahn bedeutet. Möglicherweise schlägt der Wachstumswahn nur eine neue, weniger materielle Richtung ein und entwickelt sich zu einer Datenreligion, deren Glaubengrundsätze wir noch nicht kennen.

      2+
      • bauerhans sagt

        kapitalismus basiert auf eigeninitiative und funktioniert nicht ohne wachstum.

        0
  7. Schweinebauer Piet sagt

    Dagegen zu sein, scheint in zu sein und keine Ahnung und Alternativen zu haben.

    0
  8. nachtigallfan sagt

    Ehrlich gesagt: ich kann diese Inkonsequenz nicht so ganz nachvollziehen. Ich überlege mir vor einem Kauf oder einer Unternehmung, ob es sinnvoll ist, oder ob es nicht bessere Alternativen gibt.
    Ist es zuviel verlangt, dies auch von seinen Mitmenschen zu erwarten? Viele sind zum Wohle anderer nicht zu dem kleinsten Verzicht bereit.

    Viele haben sich aufgeregt, dass man ihnen vorschreiben wolle, wie oft sie Fleisch essen sollen. Oder regen sich über ein Tempolimit auf.
    Wieviele reduzieren denn aus eigenem Antrieb und Einsicht z.B. ihren Fleischkonsum oder das Tempo?! Da kommt man doch um Vorschriften gar
    nicht umhin!
    Der zu verhindernde Klimawandel ist das höhere Gut gegenüber den individuellen Freiheiten!

    1+
  9. Stadtmensch sagt

    Oh – heute wieder launiges Diskutieren von Leuten statt Ereignissen oder gar Ideen?!
    Da hab ich doch gleich mal wieder einen schöner Link für diesen FDP-Blog:

    https://causa.tagesspiegel.de/politik/was-ist-von-der-fdp-zu-erwarten/ihr-jammerton-ist-einer-unternehmernahen-partei-unwuerdig.html

    Aus dem Text:
    „Oder geht es der FDP am Ende doch nur darum, dieser Klientel den gewohnten Blick aus dem Panoramafenster im Bergischen zu erhalten?“

    Hat schon mal jemand ausgerechnet, ob „wir“ mit NordLink und „Fjordbetankung“ irgendwie effizient sind?

    0
  10. Ich seh das so sagt

    Umweltschutz ist zwar in den Köpfen verankert, bei Kaufentscheidungen spielt er aber kaum eine Rolle. Nachhaltigkeit ist nicht relevant, wenn ich dadurch etwa NICHT HABEN könnte.
    derstandard.at/2000062281857/Den-Leuten-ist-egal-was-beim-Auspuff-rauskommt

    Drum delegiere ich die Umwelterhaltung, die einfach Lebensweise, die Idylle lieber an Andere und mache die dann zu den Schuldigen, wenn sie nicht tun was ich will. Notfalls auch mit Gesetzen, Geboten und Verboten – nur mich bitte ja nicht treffen. Weil sonst bin ich dagegen.

    0
  11. Vor nicht allzulanger Zeit hat Otto Normalverbraucher seine damaligen Wünsche seinem Gott erzählt, den er nur deswegen angebetet hat, damit der liebe Gott die Naturgesetze für Otto auf den Kopf stellt, all die unvereinbaren Wünsche doch vereinbar macht und für den Otto ein Paradies erschafft.

    In absehbarer Zeit wird an die Stelle von Gott eine KI treten, die dem Otto seine Wünsche auch nicht erfüllt, ihm dafür aber detailliert sagt, wie weit er mit dem Auto fahren darf, falls er überhaupt noch fahren darf, wieviel Energie er wann wofür verbrauchen darf, was er essen muss, damit er a) die Umwelt schont und b) gesund bleibt, wie er seinen Tagesablauf zu gestalten hat, in welche Vereine er eintreten muss und welche Freunde er haben darf.

    Damit endlich Ruh ist, wird die KI dem Otto auch noch vorschreiben, was er wo wie zu sagen hat und welche Gefühle er haben muss, wenn er im Rahmen der Vertechnisierung nicht gleich ganz ent-emotionalisiert wird.

    Und dann hat der Otto endlich sein Paradies. Vielleicht hat er es auch nicht, aber es wird immerhin so aussehen, als ob. Und das ist ja die Hauptsache

    Vielleicht verteilt die KI dann auch Heiligen-Bildchen, wie früher in der Grundschule, wo man für gutes Benehmen zur Belohnung ein solches Bildchen bekommen hat. Oder vielleicht verteilt sie Bürgerpunkte für Wohlverhalten. Und Otto freut sich wie ein Kind, wenn er dann 100 Punkte beisammen hat. Denn Otto hat sich ja sein Leben lang geweigert, erwachsen zu werden.

    1+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.