Bauer Willi
Kommentare 289

Gummistiefel statt Tastatur…

Nehmen wir einmal an, wir Bauern würden alle Forderungen der Gesellschaft, der NGO, der Kirchen, des LEH und was weiß ich sonst noch, erfüllen. Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit.

Richtig viel Platz für die Tiere, alle mit Auslauf. Und Zweinutzungsrassen, die neben Fleisch auch noch Milch und Eier liefern. Wir würden auf mineralische Düngung verzichten und keine Pflanzenschutzmittel einsetzen. Unkraut kann man ja mechanisch oder von Hand entfernen. Befall mit Pilzen und Insekten muss man in Kauf nehmen, das hilft auch der Artenvielfalt. Die Fruchtfolge wird erweitert, neben Getreide, Raps, Rüben, Kartoffeln und Mais werden jetzt auch Leguminosen für den Stickstoff angebaut.

Hört sich gut an. Und das geht auch. Allerdings nur, wenn zwei Dinge dazu kommen. Erstens muss ich für die so erzeugten Produkte mehr Geld bekommen, weil ich mehr Arbeit und weniger Ertrag habe, zweitens brauche ich Leute, die mir bei der Arbeit helfen. Alleine schaffe ich das nicht mehr.

Zum höheren Preis: Nehmen wir einfach mal an, der Preis für alle Lebensmittel verdoppelt sich. Nehmt einfach mal euren letzten Einkaufszettel und multipliziert den mit 2. Da steht jetzt statt 40 € nun 80 €. Nur so als Beispiel. Viermal im Monat macht aus 160 € jetzt 320 €. Ganz schön viel, oder? Wenn ihr aber nicht mehr Lohn oder Gehalt bekommt, was macht ihr dann? Was macht der Niedriglohnempfänger  mit 900 € netto, oder die Rentnerin mit 700 €? Ein Drittel bzw. die Hälfte des Geldes nur für Lebensmittel? Heftig, oder?

Zur Mehrarbeit: Tiere mit Auslauf, Unkraut mechanisch oder von Hand zu entfernen, mehrere Kulturen im Anbau macht mehr Arbeit. Wer macht die? Menschen aus dem Ausland sicher nicht, denn dort werden die ja auch gebraucht. Arbeitslose haben wir zum Glück immer weniger, und unsere Arbeit ist hart und langweilig. Mindestlohn haben wir auch und gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeiten. Nach spätestens 10 Stunden ist Schluss, egal ob Erntezeit oder nicht. Und gut ausgebildete Betriebsleiter brauchen wir auch. Woher bekommen wir die dann? Die wachsen ja nicht auf Bäumen…

Was ich sagen will: ich kann als Bauer ja Verständnis für all die gesetzlichen Forderungen haben, aber es muss mir auch jemand sagen, wie es gehen soll. Kritik ist erlaubt, wenn auch Lösungen geliefert werden. Wir Bauern brauchen Pragmatiker statt Visionäre. Gummistiefel statt Tastatur. Mithilfe statt Megafon. Menschen statt Aktivisten.

Dann werden alle satt.

Euer Bauer Willi

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289 Kommentare

  1. Bei Georg Keckl habe ich gerade gesehen, dass EU-weit im Jahr 1994 ca. 36 Milliarden Subventionen ausbezahlt wurden. 2012 waren es ca. 58 Milliarden. Also fast das Doppelte innerhalb von 20 Jahren!

    Bei Agrar heute habe ich gesehen, dass 2016 deutschlandweit 6,4 Milliarden an 331 Begünstigte ausbezahlt wurden. Das macht fast 20.000 Euro pro Landwirt. 65% sind lt. Keckl Sozialleistungen und der Rest Flächenprämien. Für diese 20.000,- muss der Bauer also noch nicht mal Gegenleistungen erbringen. Also wenn das stimmt, sind diese ständigen Anwürfe an den Verbraucher eine Unverschämtheit !!!

    Diese 20.000 Euro pro Landwirt zahlt nämlich der Steuerzahler, also der hier Vielgeschmähte und Angegriffene.

    Bei diesen Zahlen finde ich es schon krass, ständig auf den 2,49 für das Hähnchen rumzureiten und zu verlangen, dass der Verbraucher für die bäuerlichen Produkte doch gefälligst das Doppelte bezahlen soll. Aber hallo! Der Verbraucher bezahlt bereits das Doppelte, nämlich über die Steuern.

    Ich möchte mal darauf hinweisen, dass sich der Verbraucher für 20.000,- Euro schon ganz schön krumm legen muss. Während der Bauer offenbar bloß ein paar Formulare ausfüllen muss.

    Hallo Leute! 20.000,- Euro pro Landwirt. Das ist ein (fast) bedingungsloses Grundeinkommen. Dann ist doch das, was ihr als Landwirte leistet, bloß noch die Kür. Worüber beschwert ihr euch eigentlich die ganze Zeit?

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    • bauerhans sagt

      schau erst in den AGRARBERICHT der bundesregierung,bevor du weiter schimpfst.
      als vergleich:
      laut KONTRASTE ,ard,gestern abend,macht die durchschnittliche landarztpraxis 160000€ gewinn pro jahr.

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      • Inga sagt

        „schau erst in den AGRARBERICHT der Bundesregierung, bevor du weiter schimpfst.“

        Steht da auch drin, wie viel Nestle und Co bekommen?

        Nicht alle Begünstigten sind Bauernhöfe….

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    • Brötchen sagt

      Fingerphilosoph Sie müssen schon die Zahlen richtig lesen. die Steigerung ist durch das Hinzukommen weiterer Staaten gekommen. ich komme für Deutschland auf 5000 Euro pro Beschäftigter. Es sind ein gross Teil keine Familienbetriebe. Also 6,5 Mrd auf 980 Tsd Beschäftigte. https://www.destatis.de

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      • Ein „Beschäftigter“ ist auch der Angestellte im Schlachthof oder der Pole, der bei der Spargelernte den Mindestlohn erhält. Weder der Eine noch der Andere erhält 5.000,- Euro Subvention im Jahr.

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        • Schmeckt gut sagt

          @fingerphilosoph. Was soll das Rumgeeiere. Saisonarbeitskräfte werden auf Jahresarbeitskraft umgerechnet. Die Flächensubventionen werden nach wie vor als Ausgleich für hohe CC-Auflagen gezahlt. Gerne verzichten wir darauf, wenn wir angemessene Preise durchsetzen können. Da dies aber kaum gelingt, kann es mittelfristig nur mit Subventionen weiterlaufen oder der Strukturwandel verschärft sich. Alternativ können wir folgende Punkte umsetzen? Erbitte Vorschläge.

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        • Brötchen sagt

          Fingerphilosoph, ich habe das runtergerechnet. So nun bleiben wir Mal bei dem Polen auf dem Spargelhof. bei uns hat der größere http://www.spargelhof-klaistow.de/hofgefluester/ ich schätze mal 100 ha mit Spargel und Heidelbeeren.
          der würde dann 16000 Euro theoretisch kommen und hat bestimmt 20 feste und 200 Saisonarbeitskräfte.
          Die Direktzahlungen gibt es nur pro ha! es kann sein , dass ein Schlachthof eventuell Investhilfen bekommt. Schlachthöfe zählen nicht zur Landwirtschaft. wen ein Schäfer kaum Fläche hat, dann bekommt er über die Direktzahlungen keine Subventionen, eventuell nur über den Naturschutz für Deichbeweidung o.ä. Früher gab es Mal pro Mutter schaf eine Prämie und auch für jede Mutterkuhhaltung. Die gibt es schon lange nicht mehr. Wenn man die Direktzahlungen abschafft, gibt es vielleicht nur noch riesige Flächen mit Mais, stillgelegte Flächen und mit Roggen. Wenn die Flächen eventuell dann nichts mehr wert sind entwickelt sich vielleicht wieder was. Zwischenzeitlich wird es aber auch für den ländlichen Raum schwieriger, weil dann das Geld da auch weg ist. da ist es jetzt schon schwierig. das hat alles seine Vor-und Nachteile.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>Bei Agrar heute habe ich gesehen, dass 2016 deutschlandweit 6,4 Milliarden an 331 Begünstigte ausbezahlt wurden. Das macht fast 20.000 Euro pro Landwirt. 65% sind lt. Keckl Sozialleistungen und der Rest Flächenprämien. Für diese 20.000,- muss der Bauer also noch nicht mal Gegenleistungen erbringen. Also wenn das stimmt, sind diese ständigen Anwürfe an den Verbraucher eine Unverschämtheit !!! <<

      Äh,
      20.000 Euro, bei 331 Begünstige sind wieviel?

      Kann Rechnen wie ich will, 6,4 Milliarden kommen nicht heraus.

      Übrigens, es sind 2,79 Euro für den Vogel.

      Den Zahlen des Situationsberichts des DBV 2016/17 liegt die Auswertung von fast 13.000 Buchführungsergebnissen aus dem Wirtschaftsjahr 2015/16 (01.07.-30.06.) zugrunde. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis in 2015/16 entspreche umgerechnet einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2.300 Euro je Landwirt, von dem noch Sozialabgaben und Steuern bestritten werden müssten.

      Würden die finanziellen Zuwendungen (20.000 Euro) gestrichen, würde in dem Fall der durchschnittliche Landwirt noch 633 Euro im Monat verdienen.

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    • Inga sagt

      Aber eine ehemalige LPG im Ostern unserer Republik bekommt mehr als z.B Bauer Willi
      Aber Alois bekommt wieder mehr als Bauer Willi, obwohl er weniger ha hat, oder?

      Jeder Betrieb ist anders.

      Herr Fingerphilosoph das kann man nicht über einen Kamm scheren, wie z.B. in der Herstellung von toter Materie, wie Autos z.B, denn das wäre zu einfach und ungerecht!

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    • Sorry. Es sind natürlich 331.000 Begünstigte. Da es aber nur noch 270.000 Bauernhöfe gibt, kann man doch wohl schon davon ausgehen, dass jeder Bauernhof mit dabei ist. Und jeder Schäfer, Bienenzüchter und Blühstreifensäer auch. Sogar für die Truppenübungsplätze der Bundeswehr fällt anscheinend noch was ab.

      In irgendeinem früheren Artikel war die Rede davon, dass Bauer Willi um die 12.000,- Euro Subventionen erhält. Bauer Willi ist jedoch nur ein Nebenerwerbslandwirt, wie er selber von sich sagt. Dann wird ein Haupterwerbslandwirt die 20.000,- vermutlich ja schon einstreichen. Oder sehe ich das jetzt soooo falsch?

      Ist es angemessen, wenn ein Nebenerwerbslandwirt wie Bauer Willi, der 12.000,- Euro Subventionen erhält, hier ständig den Handwerker, Arbeiter, Verkäufer, Krankenpfleger, Müllfahrer, die Sekretärin und die Kindergärtnerin basht? Alle diese Leute müssen sich für 12.000,- oder 20.000,- Euro ganz schön krumm legen. Und kaum einer von diesen Leuten kriegt mehr als 2.000,- pro Monat netto auf die Kralle. Der durchschnittliche Verbraucher macht keine 160.000,- pro Jahr Gewinn.

      Und das sind überwiegend doch die Leute, die letztendlich für die Subventionen aufkommen müssen.

      Ich gehe schon davon aus, dass die Subventionen nicht gerecht verteilt werden. Aber hallo! Das ist nicht das Problem des Verbrauchers, der NULL Einfluss auf Agrar-Subventionen hat. Deshalb ist dieses ständige Verbraucher-Bashing hier auf diesem Blog doch voll daneben. Und das nervt allmählich. Ständig dieselbe Leier. Der Adressat, an den die Beschwerden zu richten sind, ist die Politik.

      Was hier in den Kommentaren abgeliefert wird, ist übrigens die pure Neiddebatte. Da geht es offenbar überhaupt nicht drum, dass Bauer genug zum Leben hat, sondern dass Bauer genauso viel will wie Landarzt oder Nestle.

      Nee, also da kommt mir schon die Galle hoch !!!

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Nur mal was sonst in Bereich Subventionen in meinem Ort und Umgebung so abläuft:
        130.000 Euro für einen Bäckereiverkaufsraum und
        95.000 Euro für die Wiederbelebung einer Ausflugsgaststätte, oder die 60.000 Euro für 3 Wohnungsmodernisierungen in unserem Teilort.
        130.000 Euro für die Erneuerung der Küche zwecks Wiederbelebung einer derzeit geschlossenen Gaststätte in einer nahen Gemeinde.
        Umzug einer Metallbaufirma in unser Ort mit 200.000 Euro.
        125.000 Euro für eine Firma in meinem Ort für die Entwicklung einer Idee, aus alten Autoreifen Fußmatten herzustellen.
        200.000 Euro für die Renovierung einer Gewerbebranche, zum Zwecke eines privat betriebenes Zoos in einem Nachbarort.
        Die Millionen für die Ortskernsanierung habe ich bis jetzt nicht erwähnt.
        Alle Jubeln wegen des Geldsegens, keiner will solche Subventionen verhindern.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es ist für jeden einsehbar, wieviel man in der Landwirtschaft verdienen kann.
        Da spricht man lieber vom Gewinn, als vom Einkommen je Arbeitskraft.

        In einem haben sie Recht, ihre Beiträge strotzen nur so von Neid.

        Ich habe mir mal die Mühe gemacht und ihnen Zahlen vorzulegen:

        https://www.bmel-statistik.de//fileadmin/user_upload/010_Jahrbuch/Agrarstatistisches-Jahrbuch-2016.pdf

        Auf Seite 226 können sie den Reichtum ablesen, in den Zahlen sind die Subventionen bereits eingerechnet.

        Das ständige Bauern-Bashing hier auf diesem Blog doch voll daneben. Und das nervt allmählich. Ständig dieselbe Leier. Der Adressat, an den die Beschwerden zu richten sind, ist der Handel, der keine auskömmliche Preise bezahlt und der Verbraucher der sich über billige Preise freut.

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      • Brötchen sagt

        Fingerphilosoph was die Art und Weise hier auf dem Blog angeht, sehe ich das ähnlich, aber das ist Sache der Betreiber und spiegelt nur einen winzigen Teil der LW wieder. ich war gestern auch auf der Grünen Woche, einen Bauer Willi kennt da keiner und der wird da auch nicht wahr genommen. Aber überall Polizisten mit MP und auch Wachschutz auf den S-Bahnhöfen. Aber es gibt Werbung für die Demo am Sonntag in Berlin in der S Bahn. Weswegen die Polizisten da stehen, dafür gibt der Staat 20 Mrd. Pro Jahr aus! jetzt ist jeder 6.davon Hartz 4 Empfänger, das Geld schlägt jetzt bei den Kommunen auf, das wird noch lustig werden.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          @Brötchen
          Können sie mal präzisieren was sie mit

          „was die Art und Weise hier auf dem Blog angeht,“und mit
          „jetzt ist jeder 6.davon Hartz 4 Empfänger, das Geld schlägt jetzt bei den Kommunen auf, das wird noch lustig werden.

          meinen?

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          • Brötchen sagt

            Ehemaliger LW wer informiert ist, weiss schon was ich meine. weswegen stehen auf dem S-Bahnhof Westkreuz zwei Polizisten mit MP Rücken an Rücken und schauen wechselseitig in jede Richtung und das auf jedem Bahnsteig.

            die erste Frage bezieht sich auf die Anmerkung von Fingerphilosoph

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @Brötchen
              Die uninformierten möchten doch was lernen.

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            • Brötchen sagt

              Ehemaliger LW ich stehe irgendwie auf dem Schlauch.:)

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ich auch, weiß immer noch nicht, kenne immer noch nicht den Zusammenhang mit den HarzIV Empfängern mit der grünen Woche.
              Meine Frau und ich sind mal nach 23 Uhr mit der U-Bahn von Köpenik nach dem Alexanderplatz gefahren, mussten einmal umsteigen. Was sich da für ein Gesindel rumgetrieben hat, hat einem Menschen der sonst mitten im Leben steht, etwas angst gemacht.

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      • Paulus sagt

        Hallo Marian, das Verbraucher-Bashing hier ist auch für mich, ich sag es mal vorsichtig, etwas irritierend. Wenn man den Bauern so Auge in Auge gegenübersteht, z.B. in Hofläden, dann können die auch durchaus anders.
        Die rheinischen Bauern hier sind noch etwas stoffelig. In unserer benachbarten Alpenrepublik würde es heißen: küss die Hand gnädige Frau und beehrens uns bald wieder.
        Unser Spargelbauer der auch das Gemüse seiner Kollegen verkauft, hat sich des Samstags mal mit einer Latzhose „vor“ die Ladentheke gestellt und das Gespräch mit den Kunden gesucht. So nach dem Motto, sind sie zufrieden mit unserem Angebot und blablabla. Die Kundinnen waren begeistert und schmolzen dahin. Das ging denen runter wie ein Stückchen Sachertorte. OK, er sieht nicht schlecht aus und charmant kann er auch. Das Bashing dürfte wohl eher von denen erfolgen, die ihre Produkte nur irgendwo abliefern.
        Jou, ich halte als „ganz normaler Mensch“, wie Willi sich zu meinem Erstaunen auszudrücken pflegt, die Stange für die Bauern hoch. Auch wenn es mir zunehmend schwerfällt.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          15 Jahre habe ich manchmal in meiner Winzergenossenschaft gearbeitet und habe auch mit Kunden zu tun gehabt, wenn ich im Weinberg war, wurde ich viele male von Wanderer angesprochen, meistens ging es um die Wirtschaftlichkeit und um den Pflanzenschutz.

          Wenn man vernünftig den Landwirt frägt (in meinem Fall den Winzer), dann bekommt man auch eine vernünftige Antwort.
          Gerne hätte ich denen auch gesagt, dass ich keinen Anspruch auf Subventionen hatte, aber ich wurde nicht gefragt auch wurde mir nicht vorgeworfen, dass ich zu viel Subventionen bekäme.

          Die Einkommen, die Zitiert werden, sollten schon mit der Realität übereinstimmen.

          Laut der Tabelle in meinem Link verdiente der mittlere Betrieb mit 168 Ha. im Wirtschaftsjahr 2014/15 41.109 Euro, das heißt je Arbeitskraft 26.856 Euro.

          Das ist nicht einmal mit dem Brutto Arbeitslohn eines Arbeitsnehmers zu vergleichen, weil bei dem der Beitrag des Arbeitgebers zur Sozialversicherung noch zugerechnet werden muss.
          Dann wäre noch die bis zu 31 Urlaubstage, bei der der Arbeitnehmer nicht Arbeiten muss, trotzdem Geld verdient wird.
          Da wäre noch die Frage offen, wie viel weniger Einkommen man dem Landwirt zubilligen will?

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Marian, ich kann deinen Ärger auch als Bauer verstehen. Wenn die Subventionen wirklich dazu dienen um Lebensmittel billig zu machen, dann könnte man doch auch dem Bürger doch auch Essens-Subventionen anbieten. Dann hätten die Verbraucher die Bürokratie, die Abhängigkeiten und die Vorwürfe.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Würde der Landwirtschaft in Europa die Subventionen gestrichen, würde kaum ein Betrieb überleben, er müsste die Erzeugung einstellen mit all seinen Folgen für unsere Kulturlandschaft.

        Dass der Handel im Gegenzug auskömmliche Preise bezahlt halte ich für meine Illusion.

        Der Handel würde sich so gut wie möglich auf dem Weltmarkt eindecken und der letzte Afrikaner würde auf einmal merken, dass seine Lebensmittel auch was wert sind.

        Dem deutschen Verbraucher würden die Ohren klingeln, wenn er auf das Preisschild schaut.

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      • Im Gesundheitswesen funktioniert das ja auch so herum. Durch die Krankenkassen als Solidargemeinschaft wird der Patient in gewisser Weise ja auch subventioniert. Der subventionierte Patient basht deshalb aber nicht den Beitragszahler, der ihm die Behandlung ermöglicht. Auch verlangt der subventionierte Patient vom Beitragszahler keinen Rollstuhl, wenn der Rollstuhl über die Krankenkassen-Subvention bereits bezahlt ist.

        Der Bauer basht hier jedoch diejenigen, die ihm die Subventionen bezahlen. Das sind in der Regel Leute, die auch nicht mehr haben als der Bauer. Damit nicht genug, verlangt der Bauer sogar noch mehr. Der Verbraucher soll nicht nur die Subventionen bezahlen, sondern darüber hinaus auch noch das Doppelte und Dreifache für die bäuerlichen Produkte.

        Wenn ein Bauer 1950 meinetwegen 10 Leute ernährt hat, dann wurde er von 10 Leuten bezahlt. Wenn er heute 150 Leute ernährt, wird er immer noch von 10 Leuten bezahlt und nicht von 150. Oder anders: Die 150 zahlen ihm heute so viel wie früher die 10 bezahlt haben (wenn man mal Inflation etc. weglässt).

        Das liegt daran, dass der Bauer von heute nicht 15x mehr arbeitet als der Bauer von 1950. Dass er mehr produziert, liegt doch gar nicht am Bauern, sondern an der Technik, am verbesserten Saatgut, am Glyphosat und was weiß ich noch. Die Mehrproduktion ist doch gar nicht die Leistung des Bauern, sondern seines Umfeldes. Aber der Bauer tut so, als wäre die Mehrproduktion seine persönliche Leistung und dann ist er beleidigt, weil die anderen das eben nicht so sehen.

        Der normale Verbraucher arbeitet heute mehr als die Hälfte des Jahres für den Staat. Das ist Halbsklaverei. Und dann ist es, wenn man hier so mitliest, immer noch nicht genug. Nein, sage ich da. Es reicht.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          >>Die 150 zahlen ihm heute so viel wie früher die 10 bezahlt haben (wenn man mal Inflation etc. weglässt).<>Das liegt daran, dass der Bauer von heute nicht 15x mehr arbeitet als der Bauer von 1950. <<

          Da der Tag nur 24 Stunden hat geht das nicht.
          Der Arbeitnehmer arbeitet ca. 1.700 Stunden im Jahr.

          https://www.pierretunger.com/cms/berechnung-stunden-vollzeit-jahr/

          Wie viel arbeitet der Bauer?

          Arbeitstage in der Woche 6
          Arbeitswochen 52
          Arbeitstage pro Jahr 312
          Abzüglich Feiertage 10
          Abzüglich Urlaub 6
          Arbeitstage 296
          Arbeitsstunden je Tag 10 mindestens im Schnitt
          Arbeitsstunden im Jahr 2960
          Arbeitsstunden an Sonn- und Feiertagen (Stall und Aufzeichnungen) 6 Täglich
          macht: 62 X 6 = 372 Stunden

          Insgesamt macht das mindestens 3332 Stunden jährlich.
          Ziehen wir noch 32 Stunden ab, weil der Bauer auch mal eine Hose kauft.

          Der Bauer zahlt genau so Steuern, wie der Arbeitnehmer,
          was soll das gejammer?

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          • Der gewöhnliche Arbeitnehmer bekommt keine 20.000,- Euro Subventionen pro Jahr. Muss man Subventionen versteuern? Aber eigentlich kann ich mir das nicht vorstellen. Das wäre ja so, als würde man die bezahlten Steuern nochmal von der Steuer absetzen.

            Im Gegensatz zu Bauern bade ich nicht in Selbstmitleid. Ich lebe auch nicht von Subventionen oder sonstiger Staatshilfe und das will ich auch gar nicht. Im Gegenteil. Ich will für mich selber sorgen, ohne alimentiert zu werden. Das ist nämlich die einzige Möglichkeit, sich überhaupt ein kleines Stückchen Freiheit zu erhalten. Wer von Subventionen bzw. staatlicher Unterstützung lebt, hat seine Freiheit verkauft bzw. verloren.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Irgendwie haben sie es nicht verstanden.
              Der Bauer bekommt Ausgleichszahlungen für Umweltmaßnahmen die er nicht über seine Verkaufserlöse bezahlt bekommt.

              Dass sie sich nicht vorstellen können, dass die Agrarhilfen versteuert werden müssen, überrascht mich nicht. Sie gehören nicht alleine zu den Unwissenden, es gibt genug Menschen, die ihren Senf dazugeben, jedoch von der Materie keine Ahnung haben.

              Nochmals, die Gelder, die sie als Subventionen bezeichnen, gelten als Einkommen und müssen über die Einkommensteuer versteuert werden.

              Betriebseinnahmen bei Land- und Forstwirten

              • Zu Betriebseinnahmen gehören alle Einnahme in Geld oder Geldeswert, die Betriebsinhaber zufließen. Dazu gehören nicht nur die sich aus eigentlichem Betriebsablauf ergebenden Zuflüsse, sondern auch
              • Erlöse aus Hilfsgeschäften, wie z.B. dem Verkauf Schlepper, Grundstück, Tiere, Milchreferenzmengen, Zahlungansprüche
              • Entgelt für Dienstleistungen, z.B. Mitarbeit in Maschinenring
              •Erlöse aus betrieblichen Nebenquellen, z.B. Zinsen aus betrieblichem Bankkonto, Zinsen aus Festgeldanlagen,
              • Entschädigungen, z.B. für Wertminderung Grund und Boden, für Wirtschaftserschwernisse, Versicherungsleistungen aus Hagelversicherung,
              •>>> Zulagen und Prämien, z.B. die Betriebsprämie, Ausgleichszulagen u.ä.<<<
              • zurückgezahlte Betriebsausgaben, wie z.B. Kfz.-Steuererstattung für betriebliches Fahrzeug

              Für mich selbst, gibt es auch kein Zeichen von Selbstmitleid, rechtzeitig habe ich nach Alternativen gesucht, wie ich mein Einkommen aufbessern kann. Wenn sie meine Beiträge auch lesen würden, dann wüssten sie auch, dass lange Jahre auf die Almosen des Staates verzichtet habe.
              Ferner hätten sie auch lesen können, dass meine Kinder nicht den Beruf des Landwirtes angestrebt haben, somit müssen die sich nicht mit dummen Geschwätz über ihren Beruf herumschlagen.

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  2. Friedrich: Bauern sollten Erzeugerpreise bekommen, die es Ihnen erlauben, wie früher eine Ernte auf dem Halm, eine in der Scheune und eine auf der Bank zu haben – mindestens! In der Geschichte der Menschheit geht es meistens ums Überleben, Überfluss wie heutzutage wird eine ganz seltene Ausnahme bleiben. Deshalb wünsche ich meinen Kindern ein Land mit einer gesunden Landwirtschaft, die das Überleben sichern kann. Wie Ihr wirtschaftet, ob biologisch oder konventionell, groß oder klein, ist mir nicht so wichtig, das werdet Ihr schon wissen. Je mehr Familienbetriebe, desto besser. Dem wäre m. E. mit Außenschutz viel besser gedient als mit Direktzahlungen bzw. Staatsknete.

    4+
  3. Friedrich sagt

    @Tilman Ziegler. Nach den Agrarhilfen haben wir nie gefragt und nicht haben wollen. Die wurden uns von der Politik aufgedrückt. Die Flächenprämien sind letztlich Verbrauchersubventionen, die die Politik in die Lage versetzt hat, uns bis aufs letzte zu kontrollieren , dellegieren und am Gängelband zu halten. Wir bekommen heute Weltmarktpreise , aber die Prämien decken unsere Mehrkosten hier nicht ab. Wir wirtschaften also unter den niedrigen Weltmarktpreisen. Die Überproduktion in Europa ist gewollt , um uns weiterhin zu Knebeln. Mit den Flächenprämien sollen wir auch jeden Quadratmeter beackern und ernten. Bei einer Kontrolle bei uns im Betrieb haben die einen 60 m2 Erdhaufen rausgemessen und bei der Prämie zum Abzug gebracht (1,68 Euro). Dafür haben zwei Kontrolleure einen Tag gemessen um bei 50 ha Greeningfläche diese Summe zu erwirtschaften. –Meine Vorstellung ist das keine Prämien bezahlt werden, bei den Vorschriften auf das Jahr 2000 zurückgegangen wird, die Agrardieselzahlung auf Heizölpreis runtergeht und ansonsten nur spez. Gebiete , wie z.B.
    Moor-Heide-und Berggebiete zur Erhaltung gefördert würden. Nach zwei/drei harten Jahren würden die Erntemengen um 20% runtergehen , aber die Preise um 100% steigen.
    Dann wäre die Landwirtschaft wieder frei und die Familienbetriebe könnten weiter leben.
    Das jetzige System läßt diese sterben , weil man ja weiter billig will.Die Träumerei der Politiker zum Bio ist völlig unrealistisch.

    6+
    • Alexander Borchert sagt

      Mutig, mutig,….
      Du machst Dir damit sicher viele Freunde. Niemand traut sich so etwas wirklich vorstellen.
      Stell Dir vor; wir Bauern kämen aus der Opfer- und Jammerrolle. Ob das wirklich gewollt ist??

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      • Brötchen sagt

        keckl hat das auch so ähnlich vorgeschlagen findet man auf seiner Webseite. Dritter oder vierter Artikel. Die Webseite hängt zur Zeit gerade, er bastelt gerade. In meinen Augen überlegenswerter Vorschlag, er will die Direkt Zahlungen wegnehmen und die AK direkt fördern, über Sozialbeiträge. Hat er alles gut begründet. 5 . Artikel, jetzt geht es wieder.

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            • Brötchen sagt

              Bauer Willi, was würde das ungefähr für einen Umfang einnehmen von den jetzigen Direktzahlungen? Mir ist nicht ganz klar wie er die Summen da unterbringen will?

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  4. Paulus sagt

    Bauer Willi macht es sich nach meiner Auffassung einfach indem er mal wieder von „der Gesellschaft“ spricht. Der überwiegende Teil derer dürfte der LW relativ kritiklos bis wohlwollend gegenüberstehen. Ich fühle mich dazugehörig und bin mit den Produktions- und Anbaumethoden durchaus einverstanden. Nicht einmal die Putenmast (als Beispiel) kritisiere ich, auch wenn ich nach „erlaubter“ Besichtigung einer solchen Anlage alles andere als begeistert war. Deshalb sind, rational betrachtet, weder der Putenmäster oder der LEH noch die Konsumenten unanständig. Abgesehen davon wird niemand gezwungen die Produkte zu kaufen.
    Als sogen. Mitglied der Gesellschaft möchte ich allerdings ausdrücklich nicht mit irgendwelchen NGOs, Kirchenvertretern oder ähnlichen Gruppierungen in Verbindung gebracht werden.
    Selbstverständlich müssen in der LW auskömmliche Einkommen erzielt werden. Das gilt für etliche andere Berufsgruppen, die ich nicht im Einzelnen aufführen muss aber auch. Das wiederum ist den Bauern scheißegal.

    „Kritik ist erlaubt, wenn auch Lösungen geliefert werden“ sagt Willi. Pragmatische und möglicherweise durchsetzungsfähige Lösungsansätze können doch nur von den Bauern selbst formuliert und ggf. auch umgesetzt werden. Von wem denn sonst?

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    • Bauer Willi sagt

      Na, dann ist ja alles in Ordnung. So nach dem Motto: wir kritisieren euch fleißig weiter und ihr Bauern schaut dann mal was ihr daraus macht. Und wenn uns das auch nicht gefällt, kritisieren wir wieder. Und mich lasst ihr aber schön außen vor, weil ich mit „denen da“ nichts zu tun habe.
      Ne Paulus, wenn mir was nicht passt, muss ich auch sagen können, wie man zum gewünschten Ziel kommt. Ansonsten ist das so, wie wenn man dem Kind sagt: „mit der Fünf in Mathe bin ich aber nicht einverstanden. Bei der nächsten Arbeit erwarte ich von Dir eine Zwei“.
      Wir (genau genommen meine Frau 🙂 ) haben uns jedenfalls mit unseren Kindern hingesetzt und Nachhilfe gemacht. Ihnen gezeigt, wo der Fehler liegt und wie man richtig vorgehen kann. Oder denke ich da so vollkommen falsch?
      Bauer Willi

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      • Brötchen sagt

        Bauer Willi! das ist doch der Job des lw angepasst an die „kritik“ sein Produkt anzupassen. sagt ein Kunde einem Autohersteller genau: ich will ein Auto das soviel verbraucht und dann sagt der hersteller: was die aber auch wieder wollen bitte Vorschläge, wie ich das machen soll. ein Unding, jedenfalls wenn man es jetzt extrem auslegt. sie haben genau so das recht Kritik zu ignorieren, wenn sie nicht umsetzbar ist.

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      • Paulus sagt

        Du hast natürlich Recht Willi, wenn man etwas kritisiert sollte man zumindest annähernd im Stande sein mögliche Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dies gilt aber auch für gewisse Gruppierungen mit denen die Bauern gemeinsam durch Berlin gezogen sind.
        Ich kritisiere allenfalls einen Hauch von dem was in der LW stattfindet. Mehr steht mir schlicht und ergreifend und aufgrund mangelnder Kenntnisse nicht zu.
        Ich habe auch schon wiederholt die AbL kritisiert. Ottmar Ilchmann war erstaunlicherweise weniger empfindlich und hat auch eigenes Versagen zugestanden. Wer meine Beiträge noch so halbwegs im Kopf hat weiß, dass ich der LW positiv gegenüberstehe und dafür setze ich mich auch ein. Ich denke, wir reden irgendwie aneinander vorbei.

        Die Landwirte brauchen garantiert keinen Nachhilfeunterricht von Dritten. Sieh es mal so. Ich begebe mich gleich auf den Heimweg von Aachen nach Dormagen, da drohen mir ganz andere Gefahren als durch Glyphosat und so. Das Risiko in einen Crash zu geraten oder im Stau von einem Lkw platt gedrückt zu werden schätze ich als weitaus höher bzw. wahrscheinlicher ein. Ich bin jetzt vom Thema abgewichen.

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    • Lotti Karotti sagt

      „Abgesehen davon wird niemand gezwungen die Produkte zu kaufen.“
      Doch.. manch einer ist durch Ungleichheiten gezwungen die Produkte zu kaufen.

      Darüber hinaus funktioniert gesellschaftliche Politik übrigens nunmal zu einem Großteil über NGOs und andere Gruppierungen. und wir, die wir alle meckern nutzen dieses Instrument noch viel zu wenig. Denn Demokratie lebt doch nur dadurch, dass wir die Stimme erheben. Sich da von vornherein rauszuhalten finde ich übrigens genauso falsch wie unüberprüfte Schuldzuweisungen.

      Ich möchte übrigens auch noch auf die Rolle der Wissenschaft verweisen. Denn es stimmt in meinen Augen nicht ganz, dass Lösungsansätze nur von den Bauern selbst kommen. Denn, das wäre manchmal fahrlässig und manchmal eine Zumutung. Aber sie sollten in Absprache mit den Landwirten kommen und da hapert es m.E. Zu oft sitzen in den zuständigen Gremien nur noch landwirtschaftsferne Menschen, die von Praxis nicht mehr wirklich viel Ahnung haben.
      Gleichzeitig ist es aber ja auch Rolle der Wissenschaft, Themen möglichst objektiv zu erheben und Missstände aufzuzeigen, die dann in Absprache mit allen Beteiligten gelöst werden können. Und zwar entgegen unserer aktuellen Vorgehensweise OHNE versteckte Hintergedanken und Zweitinteressen und ganz einfach durch die Besetzung mit QUALIFIZIERTEM PERSONAL.. daran müssen wir arbeiten.

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      • Brötchen sagt

        In der Wirtschaftswelt gibt es eigentlich keine Kommunikation zwischen Kunde und Produzent. Der Produzent sendet nur Botschaften. Die Bedürfnisse des Kunden ermittelt das Marketing mit Umfragen usw. Lotti Karotti es gibt nur noch Grundlagenforschung als Wissenschaft, alles andere macht Beratung bzw. andere Fachrichtungen. Angewandte Forschung gibt es nur noch rudimentär und natürlich die grossen Firmen machen was, aber das geht immer strigent produktbezogen.

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        • Lotti Karotti sagt

          das sehe ich tatsächlich etwas anders. Ich sehe gerade in der Forschung durchaus Innovation und angewandte Forschung.
          Es geht auch nicht um DIE Wirtschaftswelt. Sondern darum, dass Erwartungen, Um- und Mißstände durch gesetzliche Vorgaben entstehen bzw. reglementiert werden sollen, dies aber völlig aus dem Ruder läuft, wenn nur Hintergedankengetriebene Menschen am Werk sind. Das kann es doch nichts ein. Und natürlich fühlt sich dann jeder emotional aufgebracht, beginnt sich zu rechtfertigen und das eigentliche gerät nicht nur aus den Fugen sondern unter den Tisch.

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    • Brötchen sagt

      das habe schon mal angemerkt. die Bauern machen sich sonst selbst überflüssig. ich mein mal so geht Kommunikation…sag mir was du willst, ich sage dir was geht. ich bin Profi nur ich kann das! Jetzt Kommunikation übersetzt. sender -> Empfänger Rückkopplung. andererseits fühlt sich der Wünsche äusserer nicht ernst gekommen…..übersetzt ….was willst du von mir, du darfst nur Wünsche äussern, wenn du kannst, was Bauer Willi kann.

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    • Brötchen sagt

      das habe schon mal angemerkt. die Bauern machen sich sonst selbst überflüssig. ich mein mal so geht Kommunikation…sag mir was du willst, ich sage dir was geht. ich bin Profi nur ich kann das! Jetzt Kommunikation übersetzt. sender -> Empfänger Rückkopplung. andererseits fühlt sich der Wünsche äusserer nicht ernst gekommen…..übersetzt ….was willst du von mir, du darfst nur Wünsche äussern, wenn du kannst, was Bauer Willi kann. das kann man weiterspinnen. elegant funktioniert das so, wenn man den Kunden quasi seine Wünsche in den Mund legt: du willst es doch auch so….im Prinzip macht das Bio teilweises so. die haben eine superkommunikation z.b. mal ganz unvoreingenommen ansehen z.b. Bio company….

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  5. Altbauer Jochen sagt

    Wir Bauern sind ja eher traditionsverbunden (zumindest in meinem Alter)
    Gute Tradition bedeutet aber nicht zurück zu früheren Verhältnissen,
    sondern das bewahren eines humanen Prinzips bei den
    notwendigen Veränderungen. Menschlichkeit ,Respekt,
    Anerkennung von Arbeitsleistung !

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  6. Lotti Karotti sagt

    Ein wenig stört mich aber auch diese ständige Rechtfertigung der Landwirte, und dann zu meinen, damit sei es gut. Ich kann verstehen, dass die Anfeindungen tatsächlich zum Teil geschmacklos und über die Schamgrenze hinaus sind. Auf diese Anfeindungen möchte ich mich im Folgendenen nicht beziehen, denn sie sind für mich absolut tabu und nicht ernstzunehmen, bzw. sollten bei GEsetzesbrüchen auch geahndet werden.
    Was ich aber auch schlimm finde ist die Tatsache, dass ein Landwirt zu schnell „die Flinte ins KOrn wirft“ und sagt: „Es geht eben nicht anders.“ Denn das stimmt so auch nicht und ist nicht nur zu einfach gedacht sondern oft auch zu bequem.
    Ich kenne nur wenig andere Sektoren, die schon so lange und so viel subventioniert leben und dafür so sehr ausdehnbare Vorschriften haben.
    „Wer ein Tier hält hat es seinen Bedürfnissen entsprechend zu ernähren und zu pflegen….“. Das steht nunmal im Grundgesetz und ich verstehe nicht, wie man sich zum Teil nicht daran halten kann.
    Ich frage mich einfach, wo das anfängt, wo das aufhört. Wo ist für mich selbst die Schmerzgrenze, wenn ich Tiere halte oder Lebensmittel produziere?? Wo hört er auf der gesunde Menschenverstand und wo ist meine Verantwortung zu sagen „Nein Stopp“. Es gibt so viele verschiedene kreative Ideen (UND ZWAR IN ALLEN REGIONEN, ganz gleich ob Bio oder nicht), Probleme zu lösen, aber dafür muss ich eben auch bereit sein, mich mal konstruktiv kritisieren zu lassen und ich sehe leider einfach zu oft, dass viele diese Bereitschaft nicht mitbringen. Aber Behörden kritisieren geht dann dafür immer ganz gut..
    Andere müssen das aber in ihrem Berufsleben nunmal auch ständig..

    Wie so oft hat das Blatt einfach zwei Seiten.
    Übrigens komm ich auch aus der Landwirtschaft und auch uns geht es nicht immer gut..

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  7. Zur Sozialverträglichkeit höherer Lebensmittel- und Erzeugerpreise:
    Wenn Ihr doppelt so viel für Eure Erzeugnisse bekommen würdet, könnte man doch vielleicht auf Ausgleichszahlungen verzichten? Fast der ganze EU-Agrarhaushalt könnte dann genutzt werden, um sozial Schwache mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen.

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    • Inga sagt

      Ja, siehst Du Tillmann,

      diese Subventionen werden nur dem Verbraucher zu liebe gezahlt.
      Auch große Nahrungsmittelunternhemen, wie Nestle holen sich landw. Subventionen, nur damit die Produkte billig bleiben.

      Es trägt aber auch zur Zufriedenheit von uns Bürgern bei.

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  8. Friedrich sagt

    Anhand der Abmachungen für die Landwirtschaft in den Sondierungsgesprächen kann man unsere Politiker nicht mehr ernst nehmen. An erster Stelle steht dort Glyphosat und sonst nur allgemeines Larifari. Solche Leute gehören alle abgewählt. Deren Vorstellungen decken sich nicht mit der Marktwirtschaft oder mit den EU-Bedingungen. Das ist Traumtänzerei. Vor solchen Kaoten kann einem ja nur Angst und Bange werden.–
    Wenn wir auf Bio umstellen müßten , dann würde eine Verdoppelung der Nahrungsmittelpreise nicht ausreichen. Sämtliche Ställe müßten auf Stroh umgebaut oder neu gebaut werden. Die komplette Maschinenausstattung der Betriebe müßte neu angeschafft werden.Auch die Anzahl der Schlepper müßte verdoppelt werden. In unserem Betrieb müßten wir mind. 5 Vollarbeitskräfte zusätzlich einstellen und das bei halben Ertrag auf dem Acker und in der Schweinehaltung. Dann dürften auch keine Nahrungsmittel mehr importiert werden um den hohen Preis im LEH auch durchsetzen zu können. Die Umstellung der dt. Landwirtschaft würde weit mehr als 20 Mrd. Euro kosten. Dann
    wäre billig aber nicht mehr angesagt.Auch die Sozialhilfe , Hartz 4 usw. müßten dann um Mrd.-Summen/Jahr erhöht werden. Der Urlaub würde dann bei vielen ausfallen und TUI und Co. könnten zumachen.

    34+
      • Brötchen sagt

        wenn du den ringelschwanz bei deinen schweinen haben „musst“ , landest du automatisch bei mehr festfläche, anderer fütterungstechnik und eventuell bei einer extra rohfaserquelle. es gibt nicht nur den totalen „krieg“, man kann dad vielleicht auch etwas schrittweiser angehen. schwierig ist das schon.

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  9. Alexander Borchert sagt

    Bauer Willi, Du brauchst gar nichts von dem, was Du forderst.
    Du brauchst nur einen wachen Verstand, um die Veränderungen der Zeit und damit die Chancen zu erkennen. Wenn der Verbaucher wirklich solche Produkte will, dann werden findige Landwirte diese liefern. Es passen sich immer die Märkte an. Die Märkte reagieren viel besser als es die Politik kann. Die Politik sollte nur einen allgemeingültigen Rahmen vorgeben, in dem wir uns bewegen dürfen. Dieser Rahmen wird zurecht enger. Der Landwirt, der diesen Rahmen nicht einhalten kann oder will, scheidet aus dem Prozeß aus .

    1+
      • Inga sagt

        aber die Früchte auf dem Feld und die Tiere im Stall wachsen zu langsam, um auf die schnell wechselnden Ansprüche der Verbraucher zu reagieren!

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    • Florian Sander sagt

      Das ist alles richtig. Der Landwirt muss aber Zeit haben sich anzupassen. Der Landwirt der in Deutschland produziert wird sich am Markt mittelfristig nicht mehr behaupten können! Denn der ist ein Weltmarkt, und die Nahrungsmittel werden aus dem Ausland kommen. Wie auch jetzt schon zu einem großen Teil. Jede weitere Gängelung der deutschen Landwirte ist Wasser auf die Mühlen der nach Deutschland importierenden Länder! Die reiben sich die Hände, denn sie haben zu andere Bedingungen produziert. Weniger kontrolliert, weniger nachvollziehbar! Ich weiß nicht ob das die Aktivisten und unser deutscher Staat wirklich erreichen wollen?! Hier wird ein Kontrollsystem unterhalten und weiter ausgebaut in dem die Beamten es nicht schaffen zu kontrollieren, geschweige denn überhaupt genau wissen was sie kontrollieren sollen. Das hat nichts mehr mit einem Rahmen zu tun an den ein Landwirt sich halten kann! Das ist ein Monster. Wenn es wirklich der Markt wäre könnten sich die Landwirte anpassen. Aber sie haben keine wirklichen Möglichkeiten mehr individuell zu reagieren weil sie Jeden Tag Angst vor dem unberechenbaren Monster haben müssen. Die Folgen trägt am Ende der Konsument, wenn es keine Nahrungsmittel mehr aus Deutschland gibt!

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      • Alexander Borchert sagt

        Die Zeit wird der Landwirt bekommen. Allerdings nicht für Dinge, die der guten fachlichen Praxis widersprechen. Hätten wir dort ein rigurose Umsetzung, würden die bestehenden Wettbewerbsverzerrungen wegfallen. Ich höre jetzt schon das Geschrei in 2018, wenn der Biogasgärrest als org. Dünger gilt. Seit 2004 ist bekannt, dass Gärrest das gleiche wie Gülle ist, aber rechtliche Spitzfindigkeiten ließen einen Umgehungstatbestand zu. Jetzt haben wir eine komplizierte neue DüVO nur, weil wir 13 Jahre bewusst geschlafen haben. Es wird schon gut gehen ist das Motto. Solange wir als Landwirte immer hoffen, es wird schon keiner drauf kommen, werden wir uns immer verteidigen müssen. Und dann überholt uns der Markt, weil wir nicht mit dem Markt mitgehen wollten.

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      • Hans Lauppe sagt

        Die Deutsche Landwirtschaft ist ein Exporthinderniss!Alle Länder die unsere tollen Industrieprodukte kaufen,müssen ja mit
        etwas bezahlen. Mit Öl, Gas, Erz,u.Nahrungsmitteln,oft zu Lasten der eigenen Bevölkerung. Sinkende Agrarproduktion =bessere Geschäfte im Handel.
        =

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  10. bauerhans sagt

    reine utopie!
    wenn du das am samstag in berlin vorschlägst,wirst du breite zustimmung bekommen.
    um es praktisch umzusetzen,fehlen der politische wille und die arbeitskräfte.

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  11. Bauer Klaus sagt

    Lieber Willi, Du hast den Sachverhalt auf den Punkt gebracht. Das Thema „Gesellschaftsvertrag“, wie es Frau Hendricks nennt, halte ich ernsthaft für diskussionswürdig – unter der Voraussetzung, dass wir Bauern auf Augenhöhe unter neutraler Moderation professionell mitwirken. So kommen die Widersprüche, die Du aufgeführt hast, zur Geltung und unsere Widersacher werden gezwungen, sich ernsthaft damit zu befassen anstatt plumpe Phrasen rauszuhauen. Nur mal so zum Nachdenken.

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  12. Brötchen sagt

    Hallo Willi ich mache das und bin dabei. es ist noch viel Luft, was prof. Management betrifft. fruchtfolgen und neue Kulturen und sei es nur körnermais einzubauen, um das für die Fütterung im Betrieb rund zu machen, das dauert Jahre! auch was die mechanisierung von strohbewirtschaftung betrifft, das ist techn. noch nicht ausgereizt. größtes Problem sind ak aber beides Bio und konvi! es hängt bei vielen betrieben (osten) nicht am Geld vorrangig. es sind Leute die motiviert sind und für wenig Geld und viel Arbeit, was aufbauen wollen. teilweise sind die biopreise noch zu günstig!

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    • Inga sagt

      Was könnte man bei der Technik Strohbergung schon noch ausreizten, Brötchen?

      Quaterballen, Frontlader LKW Papierfabrik?

      Oder wie meinst du das?

      Rundballen in Stall und Scheune?

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