Bauer Willi
Kommentare 289

Gummistiefel statt Tastatur…

Nehmen wir einmal an, wir Bauern würden alle Forderungen der Gesellschaft, der NGO, der Kirchen, des LEH und was weiß ich sonst noch, erfüllen. Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit.

Richtig viel Platz für die Tiere, alle mit Auslauf. Und Zweinutzungsrassen, die neben Fleisch auch noch Milch und Eier liefern. Wir würden auf mineralische Düngung verzichten und keine Pflanzenschutzmittel einsetzen. Unkraut kann man ja mechanisch oder von Hand entfernen. Befall mit Pilzen und Insekten muss man in Kauf nehmen, das hilft auch der Artenvielfalt. Die Fruchtfolge wird erweitert, neben Getreide, Raps, Rüben, Kartoffeln und Mais werden jetzt auch Leguminosen für den Stickstoff angebaut.

Hört sich gut an. Und das geht auch. Allerdings nur, wenn zwei Dinge dazu kommen. Erstens muss ich für die so erzeugten Produkte mehr Geld bekommen, weil ich mehr Arbeit und weniger Ertrag habe, zweitens brauche ich Leute, die mir bei der Arbeit helfen. Alleine schaffe ich das nicht mehr.

Zum höheren Preis: Nehmen wir einfach mal an, der Preis für alle Lebensmittel verdoppelt sich. Nehmt einfach mal euren letzten Einkaufszettel und multipliziert den mit 2. Da steht jetzt statt 40 € nun 80 €. Nur so als Beispiel. Viermal im Monat macht aus 160 € jetzt 320 €. Ganz schön viel, oder? Wenn ihr aber nicht mehr Lohn oder Gehalt bekommt, was macht ihr dann? Was macht der Niedriglohnempfänger  mit 900 € netto, oder die Rentnerin mit 700 €? Ein Drittel bzw. die Hälfte des Geldes nur für Lebensmittel? Heftig, oder?

Zur Mehrarbeit: Tiere mit Auslauf, Unkraut mechanisch oder von Hand zu entfernen, mehrere Kulturen im Anbau macht mehr Arbeit. Wer macht die? Menschen aus dem Ausland sicher nicht, denn dort werden die ja auch gebraucht. Arbeitslose haben wir zum Glück immer weniger, und unsere Arbeit ist hart und langweilig. Mindestlohn haben wir auch und gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeiten. Nach spätestens 10 Stunden ist Schluss, egal ob Erntezeit oder nicht. Und gut ausgebildete Betriebsleiter brauchen wir auch. Woher bekommen wir die dann? Die wachsen ja nicht auf Bäumen…

Was ich sagen will: ich kann als Bauer ja Verständnis für all die gesetzlichen Forderungen haben, aber es muss mir auch jemand sagen, wie es gehen soll. Kritik ist erlaubt, wenn auch Lösungen geliefert werden. Wir Bauern brauchen Pragmatiker statt Visionäre. Gummistiefel statt Tastatur. Mithilfe statt Megafon. Menschen statt Aktivisten.

Dann werden alle satt.

Euer Bauer Willi

(Aufrufe 3.362 gesamt, 1 heute)

289 Kommentare

  1. Für Zeile 6- zirka 15 brauchen sie mindestens 1,5 Erden, der Rest ist noch zu erforschen.
    Sorry habe mal mitgelesen, kommt über SPD hier rein guggen.

    0

  2. Die Preise für den Endverbraucher würden sich wohl kaum verdoppeln. Es wäre realistischer zu rechnen das sich die erzeugerpreise verdoppeln, also das was der Bauer für ein Produkt bekommt. Wenn man annimmt das die restliche Kostenstruktur gleich bleibt.
    Niemand fordert solche Anpassungen ohne eine eine andere Politik. Es muß eben darum gehen eine nachhaltige Landwirtschaft als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen und dann entsprechend die Rahmenbedingungen zu ändern das ein Wechsel möglich wird. Vergleiche das mit dem Umbau der Energieversorgung, oder dem Strukturwandel in anderen Branchen. Das läuft zwar nicht immer gut, ist aber prinzipiell möglich.

    0

  3. Bauer Willi ich habe dir in einer gleichen Diskussion vor einiger Zeit schon einmal abgesprochen dass du rechnen kannst. Du kannst es noch immer nicht. Dein Grundgedanke dahinter stimmt. Aber bitte nicht die Rosinen rauspicken und mitten dein beim Rechnen aufhören. Das funktioniert so einfach nicht.

    0

  4. Bei Georg Keckl habe ich gerade gesehen, dass EU-weit im Jahr 1994 ca. 36 Milliarden Subventionen ausbezahlt wurden. 2012 waren es ca. 58 Milliarden. Also fast das Doppelte innerhalb von 20 Jahren!

    Bei Agrar heute habe ich gesehen, dass 2016 deutschlandweit 6,4 Milliarden an 331 Begünstigte ausbezahlt wurden. Das macht fast 20.000 Euro pro Landwirt. 65% sind lt. Keckl Sozialleistungen und der Rest Flächenprämien. Für diese 20.000,- muss der Bauer also noch nicht mal Gegenleistungen erbringen. Also wenn das stimmt, sind diese ständigen Anwürfe an den Verbraucher eine Unverschämtheit !!!

    Diese 20.000 Euro pro Landwirt zahlt nämlich der Steuerzahler, also der hier Vielgeschmähte und Angegriffene.

    Bei diesen Zahlen finde ich es schon krass, ständig auf den 2,49 für das Hähnchen rumzureiten und zu verlangen, dass der Verbraucher für die bäuerlichen Produkte doch gefälligst das Doppelte bezahlen soll. Aber hallo! Der Verbraucher bezahlt bereits das Doppelte, nämlich über die Steuern.

    Ich möchte mal darauf hinweisen, dass sich der Verbraucher für 20.000,- Euro schon ganz schön krumm legen muss. Während der Bauer offenbar bloß ein paar Formulare ausfüllen muss.

    Hallo Leute! 20.000,- Euro pro Landwirt. Das ist ein (fast) bedingungsloses Grundeinkommen. Dann ist doch das, was ihr als Landwirte leistet, bloß noch die Kür. Worüber beschwert ihr euch eigentlich die ganze Zeit?

    1+

    • bauerhans sagt

      schau erst in den AGRARBERICHT der bundesregierung,bevor du weiter schimpfst.
      als vergleich:
      laut KONTRASTE ,ard,gestern abend,macht die durchschnittliche landarztpraxis 160000€ gewinn pro jahr.

      0

      • Inga sagt

        „schau erst in den AGRARBERICHT der Bundesregierung, bevor du weiter schimpfst.“

        Steht da auch drin, wie viel Nestle und Co bekommen?

        Nicht alle Begünstigten sind Bauernhöfe….

        2+

    • Brötchen sagt

      Fingerphilosoph Sie müssen schon die Zahlen richtig lesen. die Steigerung ist durch das Hinzukommen weiterer Staaten gekommen. ich komme für Deutschland auf 5000 Euro pro Beschäftigter. Es sind ein gross Teil keine Familienbetriebe. Also 6,5 Mrd auf 980 Tsd Beschäftigte. https://www.destatis.de

      0

      • Ein „Beschäftigter“ ist auch der Angestellte im Schlachthof oder der Pole, der bei der Spargelernte den Mindestlohn erhält. Weder der Eine noch der Andere erhält 5.000,- Euro Subvention im Jahr.

        1+

        • Schmeckt gut sagt

          @fingerphilosoph. Was soll das Rumgeeiere. Saisonarbeitskräfte werden auf Jahresarbeitskraft umgerechnet. Die Flächensubventionen werden nach wie vor als Ausgleich für hohe CC-Auflagen gezahlt. Gerne verzichten wir darauf, wenn wir angemessene Preise durchsetzen können. Da dies aber kaum gelingt, kann es mittelfristig nur mit Subventionen weiterlaufen oder der Strukturwandel verschärft sich. Alternativ können wir folgende Punkte umsetzen? Erbitte Vorschläge.

          0

        • Brötchen sagt

          Fingerphilosoph, ich habe das runtergerechnet. So nun bleiben wir Mal bei dem Polen auf dem Spargelhof. bei uns hat der größere http://www.spargelhof-klaistow.de/hofgefluester/ ich schätze mal 100 ha mit Spargel und Heidelbeeren.
          der würde dann 16000 Euro theoretisch kommen und hat bestimmt 20 feste und 200 Saisonarbeitskräfte.
          Die Direktzahlungen gibt es nur pro ha! es kann sein , dass ein Schlachthof eventuell Investhilfen bekommt. Schlachthöfe zählen nicht zur Landwirtschaft. wen ein Schäfer kaum Fläche hat, dann bekommt er über die Direktzahlungen keine Subventionen, eventuell nur über den Naturschutz für Deichbeweidung o.ä. Früher gab es Mal pro Mutter schaf eine Prämie und auch für jede Mutterkuhhaltung. Die gibt es schon lange nicht mehr. Wenn man die Direktzahlungen abschafft, gibt es vielleicht nur noch riesige Flächen mit Mais, stillgelegte Flächen und mit Roggen. Wenn die Flächen eventuell dann nichts mehr wert sind entwickelt sich vielleicht wieder was. Zwischenzeitlich wird es aber auch für den ländlichen Raum schwieriger, weil dann das Geld da auch weg ist. da ist es jetzt schon schwierig. das hat alles seine Vor-und Nachteile.

          0

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>Bei Agrar heute habe ich gesehen, dass 2016 deutschlandweit 6,4 Milliarden an 331 Begünstigte ausbezahlt wurden. Das macht fast 20.000 Euro pro Landwirt. 65% sind lt. Keckl Sozialleistungen und der Rest Flächenprämien. Für diese 20.000,- muss der Bauer also noch nicht mal Gegenleistungen erbringen. Also wenn das stimmt, sind diese ständigen Anwürfe an den Verbraucher eine Unverschämtheit !!! <<

      Äh,
      20.000 Euro, bei 331 Begünstige sind wieviel?

      Kann Rechnen wie ich will, 6,4 Milliarden kommen nicht heraus.

      Übrigens, es sind 2,79 Euro für den Vogel.

      Den Zahlen des Situationsberichts des DBV 2016/17 liegt die Auswertung von fast 13.000 Buchführungsergebnissen aus dem Wirtschaftsjahr 2015/16 (01.07.-30.06.) zugrunde. Das durchschnittliche Unternehmensergebnis in 2015/16 entspreche umgerechnet einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2.300 Euro je Landwirt, von dem noch Sozialabgaben und Steuern bestritten werden müssten.

      Würden die finanziellen Zuwendungen (20.000 Euro) gestrichen, würde in dem Fall der durchschnittliche Landwirt noch 633 Euro im Monat verdienen.

      0

    • Inga sagt

      Aber eine ehemalige LPG im Ostern unserer Republik bekommt mehr als z.B Bauer Willi
      Aber Alois bekommt wieder mehr als Bauer Willi, obwohl er weniger ha hat, oder?

      Jeder Betrieb ist anders.

      Herr Fingerphilosoph das kann man nicht über einen Kamm scheren, wie z.B. in der Herstellung von toter Materie, wie Autos z.B, denn das wäre zu einfach und ungerecht!

      1+

    • Sorry. Es sind natürlich 331.000 Begünstigte. Da es aber nur noch 270.000 Bauernhöfe gibt, kann man doch wohl schon davon ausgehen, dass jeder Bauernhof mit dabei ist. Und jeder Schäfer, Bienenzüchter und Blühstreifensäer auch. Sogar für die Truppenübungsplätze der Bundeswehr fällt anscheinend noch was ab.

      In irgendeinem früheren Artikel war die Rede davon, dass Bauer Willi um die 12.000,- Euro Subventionen erhält. Bauer Willi ist jedoch nur ein Nebenerwerbslandwirt, wie er selber von sich sagt. Dann wird ein Haupterwerbslandwirt die 20.000,- vermutlich ja schon einstreichen. Oder sehe ich das jetzt soooo falsch?

      Ist es angemessen, wenn ein Nebenerwerbslandwirt wie Bauer Willi, der 12.000,- Euro Subventionen erhält, hier ständig den Handwerker, Arbeiter, Verkäufer, Krankenpfleger, Müllfahrer, die Sekretärin und die Kindergärtnerin basht? Alle diese Leute müssen sich für 12.000,- oder 20.000,- Euro ganz schön krumm legen. Und kaum einer von diesen Leuten kriegt mehr als 2.000,- pro Monat netto auf die Kralle. Der durchschnittliche Verbraucher macht keine 160.000,- pro Jahr Gewinn.

      Und das sind überwiegend doch die Leute, die letztendlich für die Subventionen aufkommen müssen.

      Ich gehe schon davon aus, dass die Subventionen nicht gerecht verteilt werden. Aber hallo! Das ist nicht das Problem des Verbrauchers, der NULL Einfluss auf Agrar-Subventionen hat. Deshalb ist dieses ständige Verbraucher-Bashing hier auf diesem Blog doch voll daneben. Und das nervt allmählich. Ständig dieselbe Leier. Der Adressat, an den die Beschwerden zu richten sind, ist die Politik.

      Was hier in den Kommentaren abgeliefert wird, ist übrigens die pure Neiddebatte. Da geht es offenbar überhaupt nicht drum, dass Bauer genug zum Leben hat, sondern dass Bauer genauso viel will wie Landarzt oder Nestle.

      Nee, also da kommt mir schon die Galle hoch !!!

      1+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Nur mal was sonst in Bereich Subventionen in meinem Ort und Umgebung so abläuft:
        130.000 Euro für einen Bäckereiverkaufsraum und
        95.000 Euro für die Wiederbelebung einer Ausflugsgaststätte, oder die 60.000 Euro für 3 Wohnungsmodernisierungen in unserem Teilort.
        130.000 Euro für die Erneuerung der Küche zwecks Wiederbelebung einer derzeit geschlossenen Gaststätte in einer nahen Gemeinde.
        Umzug einer Metallbaufirma in unser Ort mit 200.000 Euro.
        125.000 Euro für eine Firma in meinem Ort für die Entwicklung einer Idee, aus alten Autoreifen Fußmatten herzustellen.
        200.000 Euro für die Renovierung einer Gewerbebranche, zum Zwecke eines privat betriebenes Zoos in einem Nachbarort.
        Die Millionen für die Ortskernsanierung habe ich bis jetzt nicht erwähnt.
        Alle Jubeln wegen des Geldsegens, keiner will solche Subventionen verhindern.

        0

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es ist für jeden einsehbar, wieviel man in der Landwirtschaft verdienen kann.
        Da spricht man lieber vom Gewinn, als vom Einkommen je Arbeitskraft.

        In einem haben sie Recht, ihre Beiträge strotzen nur so von Neid.

        Ich habe mir mal die Mühe gemacht und ihnen Zahlen vorzulegen:

        https://www.bmel-statistik.de//fileadmin/user_upload/010_Jahrbuch/Agrarstatistisches-Jahrbuch-2016.pdf

        Auf Seite 226 können sie den Reichtum ablesen, in den Zahlen sind die Subventionen bereits eingerechnet.

        Das ständige Bauern-Bashing hier auf diesem Blog doch voll daneben. Und das nervt allmählich. Ständig dieselbe Leier. Der Adressat, an den die Beschwerden zu richten sind, ist der Handel, der keine auskömmliche Preise bezahlt und der Verbraucher der sich über billige Preise freut.

        0

      • Brötchen sagt

        Fingerphilosoph was die Art und Weise hier auf dem Blog angeht, sehe ich das ähnlich, aber das ist Sache der Betreiber und spiegelt nur einen winzigen Teil der LW wieder. ich war gestern auch auf der Grünen Woche, einen Bauer Willi kennt da keiner und der wird da auch nicht wahr genommen. Aber überall Polizisten mit MP und auch Wachschutz auf den S-Bahnhöfen. Aber es gibt Werbung für die Demo am Sonntag in Berlin in der S Bahn. Weswegen die Polizisten da stehen, dafür gibt der Staat 20 Mrd. Pro Jahr aus! jetzt ist jeder 6.davon Hartz 4 Empfänger, das Geld schlägt jetzt bei den Kommunen auf, das wird noch lustig werden.

        0

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          @Brötchen
          Können sie mal präzisieren was sie mit

          „was die Art und Weise hier auf dem Blog angeht,“und mit
          „jetzt ist jeder 6.davon Hartz 4 Empfänger, das Geld schlägt jetzt bei den Kommunen auf, das wird noch lustig werden.

          meinen?

          0

          • Brötchen sagt

            Ehemaliger LW wer informiert ist, weiss schon was ich meine. weswegen stehen auf dem S-Bahnhof Westkreuz zwei Polizisten mit MP Rücken an Rücken und schauen wechselseitig in jede Richtung und das auf jedem Bahnsteig.

            die erste Frage bezieht sich auf die Anmerkung von Fingerphilosoph

            0

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @Brötchen
              Die uninformierten möchten doch was lernen.

              0

            • Brötchen sagt

              Ehemaliger LW ich stehe irgendwie auf dem Schlauch.:)

              0

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ich auch, weiß immer noch nicht, kenne immer noch nicht den Zusammenhang mit den HarzIV Empfängern mit der grünen Woche.
              Meine Frau und ich sind mal nach 23 Uhr mit der U-Bahn von Köpenik nach dem Alexanderplatz gefahren, mussten einmal umsteigen. Was sich da für ein Gesindel rumgetrieben hat, hat einem Menschen der sonst mitten im Leben steht, etwas angst gemacht.

              0

      • Paulus sagt

        Hallo Marian, das Verbraucher-Bashing hier ist auch für mich, ich sag es mal vorsichtig, etwas irritierend. Wenn man den Bauern so Auge in Auge gegenübersteht, z.B. in Hofläden, dann können die auch durchaus anders.
        Die rheinischen Bauern hier sind noch etwas stoffelig. In unserer benachbarten Alpenrepublik würde es heißen: küss die Hand gnädige Frau und beehrens uns bald wieder.
        Unser Spargelbauer der auch das Gemüse seiner Kollegen verkauft, hat sich des Samstags mal mit einer Latzhose „vor“ die Ladentheke gestellt und das Gespräch mit den Kunden gesucht. So nach dem Motto, sind sie zufrieden mit unserem Angebot und blablabla. Die Kundinnen waren begeistert und schmolzen dahin. Das ging denen runter wie ein Stückchen Sachertorte. OK, er sieht nicht schlecht aus und charmant kann er auch. Das Bashing dürfte wohl eher von denen erfolgen, die ihre Produkte nur irgendwo abliefern.
        Jou, ich halte als „ganz normaler Mensch“, wie Willi sich zu meinem Erstaunen auszudrücken pflegt, die Stange für die Bauern hoch. Auch wenn es mir zunehmend schwerfällt.

        0

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          15 Jahre habe ich manchmal in meiner Winzergenossenschaft gearbeitet und habe auch mit Kunden zu tun gehabt, wenn ich im Weinberg war, wurde ich viele male von Wanderer angesprochen, meistens ging es um die Wirtschaftlichkeit und um den Pflanzenschutz.

          Wenn man vernünftig den Landwirt frägt (in meinem Fall den Winzer), dann bekommt man auch eine vernünftige Antwort.
          Gerne hätte ich denen auch gesagt, dass ich keinen Anspruch auf Subventionen hatte, aber ich wurde nicht gefragt auch wurde mir nicht vorgeworfen, dass ich zu viel Subventionen bekäme.

          Die Einkommen, die Zitiert werden, sollten schon mit der Realität übereinstimmen.

          Laut der Tabelle in meinem Link verdiente der mittlere Betrieb mit 168 Ha. im Wirtschaftsjahr 2014/15 41.109 Euro, das heißt je Arbeitskraft 26.856 Euro.

          Das ist nicht einmal mit dem Brutto Arbeitslohn eines Arbeitsnehmers zu vergleichen, weil bei dem der Beitrag des Arbeitgebers zur Sozialversicherung noch zugerechnet werden muss.
          Dann wäre noch die bis zu 31 Urlaubstage, bei der der Arbeitnehmer nicht Arbeiten muss, trotzdem Geld verdient wird.
          Da wäre noch die Frage offen, wie viel weniger Einkommen man dem Landwirt zubilligen will?

          0

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Marian, ich kann deinen Ärger auch als Bauer verstehen. Wenn die Subventionen wirklich dazu dienen um Lebensmittel billig zu machen, dann könnte man doch auch dem Bürger doch auch Essens-Subventionen anbieten. Dann hätten die Verbraucher die Bürokratie, die Abhängigkeiten und die Vorwürfe.

      0

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Würde der Landwirtschaft in Europa die Subventionen gestrichen, würde kaum ein Betrieb überleben, er müsste die Erzeugung einstellen mit all seinen Folgen für unsere Kulturlandschaft.

        Dass der Handel im Gegenzug auskömmliche Preise bezahlt halte ich für meine Illusion.

        Der Handel würde sich so gut wie möglich auf dem Weltmarkt eindecken und der letzte Afrikaner würde auf einmal merken, dass seine Lebensmittel auch was wert sind.

        Dem deutschen Verbraucher würden die Ohren klingeln, wenn er auf das Preisschild schaut.

        0

      • Im Gesundheitswesen funktioniert das ja auch so herum. Durch die Krankenkassen als Solidargemeinschaft wird der Patient in gewisser Weise ja auch subventioniert. Der subventionierte Patient basht deshalb aber nicht den Beitragszahler, der ihm die Behandlung ermöglicht. Auch verlangt der subventionierte Patient vom Beitragszahler keinen Rollstuhl, wenn der Rollstuhl über die Krankenkassen-Subvention bereits bezahlt ist.

        Der Bauer basht hier jedoch diejenigen, die ihm die Subventionen bezahlen. Das sind in der Regel Leute, die auch nicht mehr haben als der Bauer. Damit nicht genug, verlangt der Bauer sogar noch mehr. Der Verbraucher soll nicht nur die Subventionen bezahlen, sondern darüber hinaus auch noch das Doppelte und Dreifache für die bäuerlichen Produkte.

        Wenn ein Bauer 1950 meinetwegen 10 Leute ernährt hat, dann wurde er von 10 Leuten bezahlt. Wenn er heute 150 Leute ernährt, wird er immer noch von 10 Leuten bezahlt und nicht von 150. Oder anders: Die 150 zahlen ihm heute so viel wie früher die 10 bezahlt haben (wenn man mal Inflation etc. weglässt).

        Das liegt daran, dass der Bauer von heute nicht 15x mehr arbeitet als der Bauer von 1950. Dass er mehr produziert, liegt doch gar nicht am Bauern, sondern an der Technik, am verbesserten Saatgut, am Glyphosat und was weiß ich noch. Die Mehrproduktion ist doch gar nicht die Leistung des Bauern, sondern seines Umfeldes. Aber der Bauer tut so, als wäre die Mehrproduktion seine persönliche Leistung und dann ist er beleidigt, weil die anderen das eben nicht so sehen.

        Der normale Verbraucher arbeitet heute mehr als die Hälfte des Jahres für den Staat. Das ist Halbsklaverei. Und dann ist es, wenn man hier so mitliest, immer noch nicht genug. Nein, sage ich da. Es reicht.

        1+

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          >>Die 150 zahlen ihm heute so viel wie früher die 10 bezahlt haben (wenn man mal Inflation etc. weglässt).<>Das liegt daran, dass der Bauer von heute nicht 15x mehr arbeitet als der Bauer von 1950. <<

          Da der Tag nur 24 Stunden hat geht das nicht.
          Der Arbeitnehmer arbeitet ca. 1.700 Stunden im Jahr.

          https://www.pierretunger.com/cms/berechnung-stunden-vollzeit-jahr/

          Wie viel arbeitet der Bauer?

          Arbeitstage in der Woche 6
          Arbeitswochen 52
          Arbeitstage pro Jahr 312
          Abzüglich Feiertage 10
          Abzüglich Urlaub 6
          Arbeitstage 296
          Arbeitsstunden je Tag 10 mindestens im Schnitt
          Arbeitsstunden im Jahr 2960
          Arbeitsstunden an Sonn- und Feiertagen (Stall und Aufzeichnungen) 6 Täglich
          macht: 62 X 6 = 372 Stunden

          Insgesamt macht das mindestens 3332 Stunden jährlich.
          Ziehen wir noch 32 Stunden ab, weil der Bauer auch mal eine Hose kauft.

          Der Bauer zahlt genau so Steuern, wie der Arbeitnehmer,
          was soll das gejammer?

          0

          • Der gewöhnliche Arbeitnehmer bekommt keine 20.000,- Euro Subventionen pro Jahr. Muss man Subventionen versteuern? Aber eigentlich kann ich mir das nicht vorstellen. Das wäre ja so, als würde man die bezahlten Steuern nochmal von der Steuer absetzen.

            Im Gegensatz zu Bauern bade ich nicht in Selbstmitleid. Ich lebe auch nicht von Subventionen oder sonstiger Staatshilfe und das will ich auch gar nicht. Im Gegenteil. Ich will für mich selber sorgen, ohne alimentiert zu werden. Das ist nämlich die einzige Möglichkeit, sich überhaupt ein kleines Stückchen Freiheit zu erhalten. Wer von Subventionen bzw. staatlicher Unterstützung lebt, hat seine Freiheit verkauft bzw. verloren.

            0

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Irgendwie haben sie es nicht verstanden.
              Der Bauer bekommt Ausgleichszahlungen für Umweltmaßnahmen die er nicht über seine Verkaufserlöse bezahlt bekommt.

              Dass sie sich nicht vorstellen können, dass die Agrarhilfen versteuert werden müssen, überrascht mich nicht. Sie gehören nicht alleine zu den Unwissenden, es gibt genug Menschen, die ihren Senf dazugeben, jedoch von der Materie keine Ahnung haben.

              Nochmals, die Gelder, die sie als Subventionen bezeichnen, gelten als Einkommen und müssen über die Einkommensteuer versteuert werden.

              Betriebseinnahmen bei Land- und Forstwirten

              • Zu Betriebseinnahmen gehören alle Einnahme in Geld oder Geldeswert, die Betriebsinhaber zufließen. Dazu gehören nicht nur die sich aus eigentlichem Betriebsablauf ergebenden Zuflüsse, sondern auch
              • Erlöse aus Hilfsgeschäften, wie z.B. dem Verkauf Schlepper, Grundstück, Tiere, Milchreferenzmengen, Zahlungansprüche
              • Entgelt für Dienstleistungen, z.B. Mitarbeit in Maschinenring
              •Erlöse aus betrieblichen Nebenquellen, z.B. Zinsen aus betrieblichem Bankkonto, Zinsen aus Festgeldanlagen,
              • Entschädigungen, z.B. für Wertminderung Grund und Boden, für Wirtschaftserschwernisse, Versicherungsleistungen aus Hagelversicherung,
              •>>> Zulagen und Prämien, z.B. die Betriebsprämie, Ausgleichszulagen u.ä.<<<
              • zurückgezahlte Betriebsausgaben, wie z.B. Kfz.-Steuererstattung für betriebliches Fahrzeug

              Für mich selbst, gibt es auch kein Zeichen von Selbstmitleid, rechtzeitig habe ich nach Alternativen gesucht, wie ich mein Einkommen aufbessern kann. Wenn sie meine Beiträge auch lesen würden, dann wüssten sie auch, dass lange Jahre auf die Almosen des Staates verzichtet habe.
              Ferner hätten sie auch lesen können, dass meine Kinder nicht den Beruf des Landwirtes angestrebt haben, somit müssen die sich nicht mit dummen Geschwätz über ihren Beruf herumschlagen.

              0

  5. Denke, dass neben den zweit genannten Aspekten (Preis für Nahrungsmittel und Arbeitsaufwand) ein dritter Aspekt berücksichtigt werden muss. Der der Nahrungsmittelversorgung über unsere Grenzen hinaus. Wir können problemlos die fehlenden Nahrungsmittel (die in einem ganz erheblichen Umfang fehlen würden bei Verzicht auf mineralischen Dünger und chemischen Pflanzenschutz) importieren – teuerer, wie gesagt, aber hier würde niemand Hunger leiden. Die Auswirkungen auf die Ernährungssituation in ärmeren Ländern wären aber erheblich. Ich denke, wir sollten den Anspruch haben, uns per Saldo selbst zu ernähren bei den vergleichsweise privilegierten klimatischen Rahmenbedingungen.

    0

  6. Nicht vergessen, dabei wird aber die Produktivität sinken und es wird weniger Lebensmittel aus Deutschland geben. Eine kleine Hungersnot sollte also als Nebeneffekt auch noch drin sein weil ja alle dann aus Überzeugung nur noch diese Produkte essen.

    0

    • Das Thema hatte er schon mal. Und nein, er kam immer noch nicht Rechnen. Übrigens ist er mir vom letzten mal noch inner eine Antwort schuldig. Auch wenn sein Grundgedanke dahinter schon richtig ist aber wenn schon, denn schon und nicht nur die Rosinen picken . 😉 in diesem Sinne, ein schönes Wochenende.

      0

  7. Das doppelte gibt keiner im LH aus!, auch wenn der Bauer das doppelte bekommen würde! Hier stimmt Ihre Gleichung nicht! Wieviel bekommt der Bauer von der Semmel oder dem Apfel im Supermarkt…. weniger als 10%! Des weiteren wie schon oft angesprochen sollte die Wegwerf Politik in Europa gebremst werden. Der Bauer kann mehr haben und der Endverbraucher bekommt einen Mehrwert.

    1+

    • Schmeckt gut sagt

      Ich find die SoLaWi auch sehr interessant und dort wo sie funktioniert (in Ballungsräumen ist die Chance höher) hat sie auch ihre Berechtigung – es müssen halt alle Mitglieder mitziehen (mithelfen, genügend Geld zur Verfügung stellen…), dann kann diese Strategie sehr erfüllend sein. Aber Frank, haben Sie neue und bessere Zahlen? Ich weiß von maximal 120 Höfen deutschlandweit, hierbei von zahlreich zu sprechen ist doch ein wenig übertrieben 😉

      0

      • Frank Engelmann sagt

        Der Film zeigt zahlreiche Beispiele:
        – In Frankreich „C’est qui le Patron?“ http://lamarqueduconsommateur.com
        – In Deutschland sternenfair http://www.sternenfair.de/milchbauern/
        – Weltweit Solidarische Landwirtschaft, Urban farming und viele mehr.

        Das sind Anfänge. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

        Polemiken sind wenig hilfreich, wenn man es ernst meint. Wenn Bauer Willi regelmäßig von WIR BAUERN schreibt, bedient er damit vor allem seine Filterblase, die sich in den Kommentaren regelmäßig in der Opferrolle sieht.

        0

      • Schmeckt gut sagt

        Nochmal: Ich finde SoLaWi sehr interessant, aber die Zahlen sprechen doch wohl für sich. Hier ist nichts polemisch, sondern Tatsache. Hier im Norden gibt es einen ganz anderen Trend: Immer mehr und größere Billiganbieter (Netto, Aldi, Lidl, Kaufland, Niedrigpreis, Jawoll, Rewe…) und immer weniger Direktvermarkter. Auch das ist eine Tatsache. Einige Gründe sind Marktferne, Mindestlohn (zusätzliche Mitarbeiter), Konkurrenz, Kaufverhalten… Wenn eine SoLaWi funktionieren soll, benötigt man genügend Mitstreiter, die ich nur in Ballungsräumen sehe. Zusätzlich zur täglichen landwirtschaftlichen Arbeit kommt die Aquise von Mitstreitern – und die nötige Kommunikation. Das ist nicht jedermans Sache. Wir machen seit 40 Jahren Direktvermarktung – ich weiß also wovon ich rede. Viele Kollegen haben in diesem Bereich schon aufgegeben, einige wenige machen es sehr gut (in Ballungsraumnähe). Wie gesagt, SoLaWi kann sehr erfüllend sein. Dazu gehört 120%iger Einsatz, Leidensfähigkeit und Durchhaltevermögen, wenn Sie diese Eigenschaften besitzen – prima. SoLaWi als Heilmittel der „Bäuerlichkeit“ zu verkaufen ist mindestens gefährlich (für den Erhalt der Höfe).

        0

    • Mark Rössler sagt

      Leider haben die Masse der SoLawi Unternehmen ein großes Problem, die gemüselastige Fruchtfolge. Für den Boden dauerhaft eher schädlich, da muss danach eine Generation an Landwirte diese wieder fruchtbar machen.

      0

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Aktivisten sind auch Menschen!

      Als Aktivist (von lateinisch activus „tätig, aktiv“) wird eine Person bezeichnet, die in besonders intensiver Weise, mit Aktivismus, für die Durchsetzung bestimmter Absichten eintritt.
      Manche Aktivisten setzen sich für Tierrechte und beispielsweise gegen Tierversuche, Massentierhaltung oder gentechnisch veränderte Lebensmittel ein.

      Ein Aktivist unterscheidet sich vom Landwirt vor allem darin, dass er seine Ziele nicht über direkte Teilhabe an der direkten landwirtschaftlichen Tätigkeit erreichen will, etwa durch Anstreben einer Arbeit auf einem Bauernhof, sondern auf eher informelle Art und Weise – etwa durch Öffentlichkeitsarbeit, Demonstrationen und in jüngerer Zeit verstärkt durch Internet-Aktivitäten wie Online-Abstimmungen, was auch als Cyberaktivismus bezeichnet wird. Größere organisierte Zusammenschlüsse von gleichgesinnten Aktivisten werden teilweise auch als Nichtregierungsorganisationen (NGO) bezeichnet.

      1+

  8. Bauer Willi hat ja recht.
    Ich Frage nur mal wie das gehen soll 1950 ernährte ein Landwirt 4 – 5 Personen heute sind es über 100. Wenn wir also extesivieren wie soll das gehen wir verlieren im Schnitt jeden Tag 60 ha Landwirtschaftliche Nutzfläche. So viele Balkone gibt es nicht auf denen ihr etwas anbauen könnt. Und nur Tomaten mag auch keiner
    Was ist denn mit den Grundnahrungsmittel? Wie kommt der Mähdrescher auf die Dachterasse? Wie viel Kartoffel kann ich auf meinem Balkon anbauen und wie halte ich da die Fruchtfolge ein. Wo kommt das Wasser zur Begegnung her denn eine natürliche Wasserversorgung aus dem Unterboden gibt es nicht.
    Euch schon mal ein schönes WE
    Willi weiter in der Richtung ist gerade richtig

    3+

  9. gut beschrieben! Ich bin persönlich der Meinung, dass es letztendlich Mindestpreise für alle Lebensmittel braucht um alle zu erfüllenden Standards zu erfüllen. Was letztendlich zu einer deutlichen Erhöhung der Lebensmittelpreis führen muss. Mindestpreise müssten EU weit geführt werden und eingführte Lebensmittel aus Drittländern mit entsprechenden Einfuhrzöllen belegt werden.

    2+

    • Diese Liste ließe sich fast unendlich fortführen. Tatsache ist aber auch, daß die Hersteller dieser meist unnötigen Produkte es besser verstehen, die Kunden zu überzeugen. Von Seiten der Landwirtschaft sind jedoch Kundenbeschimpfung und Verweigerung eines Mitspracherechtes an der Tagesordnung.

      0

      • bauerhans sagt

        „Kundenbeschimpfung und Verweigerung eines Mitspracherechtes an der Tagesordnung.“

        kein kunde wird beschimpft,was sollte das bringen.
        mitspracherecht ist aber was anderes als emotionale beschimpfung über „social media“.

        0

  10. Friedrich: Bauern sollten Erzeugerpreise bekommen, die es Ihnen erlauben, wie früher eine Ernte auf dem Halm, eine in der Scheune und eine auf der Bank zu haben – mindestens! In der Geschichte der Menschheit geht es meistens ums Überleben, Überfluss wie heutzutage wird eine ganz seltene Ausnahme bleiben. Deshalb wünsche ich meinen Kindern ein Land mit einer gesunden Landwirtschaft, die das Überleben sichern kann. Wie Ihr wirtschaftet, ob biologisch oder konventionell, groß oder klein, ist mir nicht so wichtig, das werdet Ihr schon wissen. Je mehr Familienbetriebe, desto besser. Dem wäre m. E. mit Außenschutz viel besser gedient als mit Direktzahlungen bzw. Staatsknete.

    4+

  11. Du hast vollkommen recht ich als zukünftige Landwirtin bin beeindruckt was der Verbraucher alles fordert für den gleichen Preis niemand möchte mehr zahlen für Lebensmittel die immer schon so viel gekostet haben wenn die Politik sich nich ändert wird es echt schwer. Dem Verbraucher müssten die Augen geöffnet werden was für Arbeit und Zeit dahinter steht was er essen möchte

    1+

    • bauerhans sagt

      „was der Verbraucher alles fordert“

      irrtum,der verbraucher fordert nix,der kauft gut und billig!
      es sind ein paar erleuchtete,die jetzt sofort die welt retten wollen,weil man damit so schön spenden generieren kann und teile der politik fahren darauf ab,weil die sich stimmen erhoffen,was aber nicht mehr funktioniert.
      natürlich ist das verhalten der bauern besonders dazu geeignet,ihnen vorwürfe zu machen,weil die am liebsten nur produzieren.

      1+

  12. Natürlich müsste sich dann die Sozialhilfe erhöhen bzw. es würden dann weitere Geringverdiener in die Sozialhilfe rutschen. Aber das wäre doch finanziell machbar. Wenn ich mir so überlege für was der deutsche Staat – und auch der Otto-Normal-Bürger – Geld ausgeben, könne man das durchaus umschichten. Dann gibt es eben nicht alle 2 Jahre ein neues Handy, keine 2 x Urlaub im Jahr….. Bei uns gibt es leider zu viele, die ihre Prioritäten falsch setzen.

    0

    • Ich denke daran, den Hartz-IV-Satz um 50% aúfzustocken. Bin ja am Wochenende in Berlin und rede mal mit der Ministerin für Arbeit und Soziales. Vielleicht nimmt die das mit in die Verhandlungen 🙂

      0

    • Warum nicht einen Essenszuschuss oder Essensmarken ? Wenn Bedürftige sich kein teuereres Essen leisten können, müssen doch nicht alle Lebensmittel billig sein. Ich verstehe nicht, warum sich Landwirte diesen Schuh immer wieder anziehen. Geringverdiener bekommen auch Mietzuschüsse, kein Mensch käme auf die Idee, alle Wohnungen müssten deshalb billiger sein.

      3+

      • Bauer Willi sagt

        Natürlich ist diese Zahl Quatsch. Sollte auch Ironie werden. Hat aber wohl nicht so geklappt…Sorry
        Bauer Willi

        0

    • Bauer Willi … Und schon wieder eine Desillusion: ich bewege mich zusätzlich in einer „Branche“, in der ich sehr viel in Privathaushalte komme und meist in eher Unterprivilegierte. Hier spielt nicht so sehr das Essen eine Rolle -darf gerne von McD oder Fertigpizza sein- wie die Unterhaltungselektronik. Die Finanzen sind stark interessengebubden. Wobei es sicher die eine oder andere Ausnahme gibt.

      0

    • Karen Hendrix Ja das mag da so sein. Aber wie Sie schreiben „meist unterprivilegierte Haushalte“. Wenn diese Menschen das Geld haben/hätten sich gesünder zu ernähren und es nicht machen, sind sie eben schlicht und einfach selber schuld, wenn sie deswegen krank werden – nur trifft das dann natürlich wieder die Allgemeinheit mit den Kosten – aber das ist leider auch bei Rauchern, Risikosportarten etc so. Nur die Kinder dieser Familien tun mir leid.

      0

  13. Friedrich sagt

    @Tilman Ziegler. Nach den Agrarhilfen haben wir nie gefragt und nicht haben wollen. Die wurden uns von der Politik aufgedrückt. Die Flächenprämien sind letztlich Verbrauchersubventionen, die die Politik in die Lage versetzt hat, uns bis aufs letzte zu kontrollieren , dellegieren und am Gängelband zu halten. Wir bekommen heute Weltmarktpreise , aber die Prämien decken unsere Mehrkosten hier nicht ab. Wir wirtschaften also unter den niedrigen Weltmarktpreisen. Die Überproduktion in Europa ist gewollt , um uns weiterhin zu Knebeln. Mit den Flächenprämien sollen wir auch jeden Quadratmeter beackern und ernten. Bei einer Kontrolle bei uns im Betrieb haben die einen 60 m2 Erdhaufen rausgemessen und bei der Prämie zum Abzug gebracht (1,68 Euro). Dafür haben zwei Kontrolleure einen Tag gemessen um bei 50 ha Greeningfläche diese Summe zu erwirtschaften. –Meine Vorstellung ist das keine Prämien bezahlt werden, bei den Vorschriften auf das Jahr 2000 zurückgegangen wird, die Agrardieselzahlung auf Heizölpreis runtergeht und ansonsten nur spez. Gebiete , wie z.B.
    Moor-Heide-und Berggebiete zur Erhaltung gefördert würden. Nach zwei/drei harten Jahren würden die Erntemengen um 20% runtergehen , aber die Preise um 100% steigen.
    Dann wäre die Landwirtschaft wieder frei und die Familienbetriebe könnten weiter leben.
    Das jetzige System läßt diese sterben , weil man ja weiter billig will.Die Träumerei der Politiker zum Bio ist völlig unrealistisch.

    6+

    • Alexander Borchert sagt

      Mutig, mutig,….
      Du machst Dir damit sicher viele Freunde. Niemand traut sich so etwas wirklich vorstellen.
      Stell Dir vor; wir Bauern kämen aus der Opfer- und Jammerrolle. Ob das wirklich gewollt ist??

      0

      • Brötchen sagt

        keckl hat das auch so ähnlich vorgeschlagen findet man auf seiner Webseite. Dritter oder vierter Artikel. Die Webseite hängt zur Zeit gerade, er bastelt gerade. In meinen Augen überlegenswerter Vorschlag, er will die Direkt Zahlungen wegnehmen und die AK direkt fördern, über Sozialbeiträge. Hat er alles gut begründet. 5 . Artikel, jetzt geht es wieder.

        0

            • Brötchen sagt

              Bauer Willi, was würde das ungefähr für einen Umfang einnehmen von den jetzigen Direktzahlungen? Mir ist nicht ganz klar wie er die Summen da unterbringen will?

              0

  14. Paulus sagt

    Bauer Willi macht es sich nach meiner Auffassung einfach indem er mal wieder von „der Gesellschaft“ spricht. Der überwiegende Teil derer dürfte der LW relativ kritiklos bis wohlwollend gegenüberstehen. Ich fühle mich dazugehörig und bin mit den Produktions- und Anbaumethoden durchaus einverstanden. Nicht einmal die Putenmast (als Beispiel) kritisiere ich, auch wenn ich nach „erlaubter“ Besichtigung einer solchen Anlage alles andere als begeistert war. Deshalb sind, rational betrachtet, weder der Putenmäster oder der LEH noch die Konsumenten unanständig. Abgesehen davon wird niemand gezwungen die Produkte zu kaufen.
    Als sogen. Mitglied der Gesellschaft möchte ich allerdings ausdrücklich nicht mit irgendwelchen NGOs, Kirchenvertretern oder ähnlichen Gruppierungen in Verbindung gebracht werden.
    Selbstverständlich müssen in der LW auskömmliche Einkommen erzielt werden. Das gilt für etliche andere Berufsgruppen, die ich nicht im Einzelnen aufführen muss aber auch. Das wiederum ist den Bauern scheißegal.

    „Kritik ist erlaubt, wenn auch Lösungen geliefert werden“ sagt Willi. Pragmatische und möglicherweise durchsetzungsfähige Lösungsansätze können doch nur von den Bauern selbst formuliert und ggf. auch umgesetzt werden. Von wem denn sonst?

    1+

    • Bauer Willi sagt

      Na, dann ist ja alles in Ordnung. So nach dem Motto: wir kritisieren euch fleißig weiter und ihr Bauern schaut dann mal was ihr daraus macht. Und wenn uns das auch nicht gefällt, kritisieren wir wieder. Und mich lasst ihr aber schön außen vor, weil ich mit „denen da“ nichts zu tun habe.
      Ne Paulus, wenn mir was nicht passt, muss ich auch sagen können, wie man zum gewünschten Ziel kommt. Ansonsten ist das so, wie wenn man dem Kind sagt: „mit der Fünf in Mathe bin ich aber nicht einverstanden. Bei der nächsten Arbeit erwarte ich von Dir eine Zwei“.
      Wir (genau genommen meine Frau 🙂 ) haben uns jedenfalls mit unseren Kindern hingesetzt und Nachhilfe gemacht. Ihnen gezeigt, wo der Fehler liegt und wie man richtig vorgehen kann. Oder denke ich da so vollkommen falsch?
      Bauer Willi

      1+

      • Brötchen sagt

        Bauer Willi! das ist doch der Job des lw angepasst an die „kritik“ sein Produkt anzupassen. sagt ein Kunde einem Autohersteller genau: ich will ein Auto das soviel verbraucht und dann sagt der hersteller: was die aber auch wieder wollen bitte Vorschläge, wie ich das machen soll. ein Unding, jedenfalls wenn man es jetzt extrem auslegt. sie haben genau so das recht Kritik zu ignorieren, wenn sie nicht umsetzbar ist.

        0

      • Paulus sagt

        Du hast natürlich Recht Willi, wenn man etwas kritisiert sollte man zumindest annähernd im Stande sein mögliche Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dies gilt aber auch für gewisse Gruppierungen mit denen die Bauern gemeinsam durch Berlin gezogen sind.
        Ich kritisiere allenfalls einen Hauch von dem was in der LW stattfindet. Mehr steht mir schlicht und ergreifend und aufgrund mangelnder Kenntnisse nicht zu.
        Ich habe auch schon wiederholt die AbL kritisiert. Ottmar Ilchmann war erstaunlicherweise weniger empfindlich und hat auch eigenes Versagen zugestanden. Wer meine Beiträge noch so halbwegs im Kopf hat weiß, dass ich der LW positiv gegenüberstehe und dafür setze ich mich auch ein. Ich denke, wir reden irgendwie aneinander vorbei.

        Die Landwirte brauchen garantiert keinen Nachhilfeunterricht von Dritten. Sieh es mal so. Ich begebe mich gleich auf den Heimweg von Aachen nach Dormagen, da drohen mir ganz andere Gefahren als durch Glyphosat und so. Das Risiko in einen Crash zu geraten oder im Stau von einem Lkw platt gedrückt zu werden schätze ich als weitaus höher bzw. wahrscheinlicher ein. Ich bin jetzt vom Thema abgewichen.

        1+

    • Lotti Karotti sagt

      „Abgesehen davon wird niemand gezwungen die Produkte zu kaufen.“
      Doch.. manch einer ist durch Ungleichheiten gezwungen die Produkte zu kaufen.

      Darüber hinaus funktioniert gesellschaftliche Politik übrigens nunmal zu einem Großteil über NGOs und andere Gruppierungen. und wir, die wir alle meckern nutzen dieses Instrument noch viel zu wenig. Denn Demokratie lebt doch nur dadurch, dass wir die Stimme erheben. Sich da von vornherein rauszuhalten finde ich übrigens genauso falsch wie unüberprüfte Schuldzuweisungen.

      Ich möchte übrigens auch noch auf die Rolle der Wissenschaft verweisen. Denn es stimmt in meinen Augen nicht ganz, dass Lösungsansätze nur von den Bauern selbst kommen. Denn, das wäre manchmal fahrlässig und manchmal eine Zumutung. Aber sie sollten in Absprache mit den Landwirten kommen und da hapert es m.E. Zu oft sitzen in den zuständigen Gremien nur noch landwirtschaftsferne Menschen, die von Praxis nicht mehr wirklich viel Ahnung haben.
      Gleichzeitig ist es aber ja auch Rolle der Wissenschaft, Themen möglichst objektiv zu erheben und Missstände aufzuzeigen, die dann in Absprache mit allen Beteiligten gelöst werden können. Und zwar entgegen unserer aktuellen Vorgehensweise OHNE versteckte Hintergedanken und Zweitinteressen und ganz einfach durch die Besetzung mit QUALIFIZIERTEM PERSONAL.. daran müssen wir arbeiten.

      0

      • Kaffee auf sagt

        „Und zwar entgegen unserer aktuellen Vorgehensweise OHNE versteckte Hintergedanken und Zweitinteressen und ganz einfach durch die Besetzung mit QUALIFIZIERTEM PERSONAL.. daran müssen wir arbeiten.“

        Auf wen bezieht sich das? Wissenschaft, NGO, Politik oder Bauern?

        0

        • Inga sagt

          Auf die
          zuständigen Gremien nur noch landwirtschaftsferne Menschen, die von Praxis nicht mehr wirklich viel Ahnung haben.

          Denke ich, Kaffee auf

          0

        • Lotti Karotti sagt

          auf alle. Mich nervt es einfach, dass jeder schwafelt und andere Dinge im Kopf hat als er vorgibt. Und das findet sich sowohl in den Reihen der Politik, als auch der NGOs, Wissenschaftler Konsumenten und Landwirte.
          Die Kommunikation dieser wichtigen Themen findet längst nicht mehr fachkundig statt und auch längst nicht mehr kooperativ. Und genau das ist mein Problem.

          0

          • Kaffee auf sagt

            Danke, dann sind wir relativ nah. Allerdings ist das ein Sack Zement und hinter liegt ein Haufen Bauschutt, der abgetragen werden müsste.

            0

      • Brötchen sagt

        In der Wirtschaftswelt gibt es eigentlich keine Kommunikation zwischen Kunde und Produzent. Der Produzent sendet nur Botschaften. Die Bedürfnisse des Kunden ermittelt das Marketing mit Umfragen usw. Lotti Karotti es gibt nur noch Grundlagenforschung als Wissenschaft, alles andere macht Beratung bzw. andere Fachrichtungen. Angewandte Forschung gibt es nur noch rudimentär und natürlich die grossen Firmen machen was, aber das geht immer strigent produktbezogen.

        1+

        • Kaffee auf sagt

          Wie entstehen die Bedürfnisse des Kunden? Außer schlicht einem Hunger- und Durstgefühl natürlich.

          1+

          • Brötchen sagt

            Man kann die geschickt wecken….die versteckte Botschaft kann sein…..Du willst jung und fit sein? Diesen Wunsch kann ich Dir erfüllen kauf mich…..sieh dir das hübsche Mädels an…..so fühlst du dich auch wenn Du mich kaufst…. Du willst Idylle, Du willst Natur, Du willst Dir ein gutes Gewissen kaufen, ich helfe Dir dabei Kauf mich 🙂 ich mach was Du willst, mir ist keine Arbeit zu viel, ich liebe Lebensmittel, ich liebe Geschmack, komm zu mir, ich gebe Dir ein gutes Gefühl. Du hast ein Problem, Du fühlst Dich nicht gut, ich helfe Dir, sag was Du willst, ich erfülle Die Deinen Wunsch, komm zu mir, ich habe alles was Du brauchst 😉

            0

          • Aufklärer sagt

            Indem die Reklameindustrie mit ihren Mistgabeln solange auf die Menschen einstechen, bis diese in Pein und Qual aufschreien und die Produkte kaufen, die sie zu brauchen glauben gemacht wurden, um den Schmerz zu dämmen, den ihnen diese verkommene Reklameindustrie und ihre Helfershelfer von Göbbels Gnaden eingeimpft haben.

            Ja liebes Reklamegewerbe, ihr seid Propagandisten von Göbbels Gnaden!
            Ihr seid ekelhaft, zum würgen. Ihr lasst euch einen Judaslohn bezahlen und stochert in den Gefühlen und der Identität der Menschen herum, zerschnipselt und zerdeppert das feingliedrige darin. Ihr seid Abschaum! Nicht nur aber ganz besonders dann, wenn ihr Drogenkonsum bewerbt.

            @Kaffee so funktioniert das zum Beispiel im Moment.

            Milch ist nicht so der Umsatzbringer. Da ist der Milchvermarkter echt traurig. Dann denkt er sich, wie er die Leute dazu bringen kann, trotz des Milchüberflusses in superguter Qualität zum günstigen Preis eben doch mehr dafür zu berappen?

            Nun, er denunziert das originale Produkt und bringt künftig eine Heumilch, Weidemilch Urbäurischer Qualität heraus.
            Also nicht wirklich, das frühere keimverseuchtes Zeug, das kann keiner verkaufen heute. nur so zum schein halt – und weil der Schein alles in der Reklame ist, wird ein identitätsheischendes Etikett von irgenwelchen Handlangern in den Reklameindustriebüros gemalt und eine entsprechende Reklamekampagne aufgebohrt – so mit Bauerimage, Bauersfrau und ganz viel Almbildchen.

            Da wäre der Göbbels auf die Macher sowas von stolz, weil die das Propaganda-Handwerk so gut verstehen!

            Fortan kaufen dann ein paar Kunden diese ach so tolle Heumilch. Mit etwas Glück kann man dann eine Besonderheit bei der Zusammensetzung von Weißkitteln nachweisen lassen und behauptet jetzt, das das voll toll gesund wäre.

            Und genau das ist der Weg, der Bedürfnisse eicht – im Beispiel oder allgemein.

            Kaffee, ich hoffe du trinkst ihn mit Milch vom Diskounter.
            Kunde, lass dich nicht verschaukeln!
            Markenware und Imageprodukte sind allzu oft nur Deppenfang.

            Guten Tag und entschuldigt die harten Worte liebe Reklamefuzzies. Such dir halt einen weniger asozialen Job, dann kannst du wieder besser schlafen und musst kein schlechtes Gewissen haben.

            Grüße

            3+

            • Paulus sagt

              ich schätze Ehrlichkeit und Offenheit, auch wenn es meiner Auffassung widerspricht. Wer traut sich sonst noch?

              1+

            • Ach so, Göbbels war also nur so ein Werbefuzzi unter vielen. „Wollt ihr die totale Weidemilch? Wollt ihr sie, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir sie uns heute überhaupt erst vorstellen können, und nicht bloß so eine Untermilch?“

              1+

            • Kaffee auf sagt

              Auf der Suche nach einem Milchkochbuch fand ich das Wort Milchpropaganda. Sogar die Österreichische Milchpropaganda-Gesellschaft – Ich denke, man muss abstrahieren können.

              Milch war aus heute, habe ich beim Nachbarn geschnorrt. Jetzt habe ich Alpenmilch, gesponsort vom DAV … ich hoffe, die pc

              Schönes WE

              0

          • Kaffee auf sagt

            Hm, aber Reklame und Marketing ist das gleiche, oder? Das heißt, der der die Bedürfnisse herbeiführt prüft auch, ob das Bedürfnis besteht. Und fordert dann wiederum die Befriedigung des Bedürfnisses für den Kunden ein. ???

            0

            • Brötchen sagt

              Kaffee auf, ich bin da auch kein Experte, ich habe mich damit mal intensiver beschäftigt, wegen der Möglichkeiten für Direktvermarktung. Du musst da alles selber machen. Wenn man bei einem Bioverband mit macht bekommt man das „mitgeliefert“. Das sieht einfach aus, ist aber nicht so einfach! Marketing ist die Gesamtheit Deines Auftretens gegenüber dem Kunden. Werbung ist ein Teil davon. Du musst den Kunden überzeugen und Vertrauen gewinnen und dass nie verspielen. Deshalb muss der Kunde nur wenig über Dein Produkt wissen, er vertraut Dir und Du sagst ihm was Dein Produkt kann, was andere nicht können. Man muss das nicht machen, es ist nur gut, wenn man sich bewusst ist, wie das funktioniert. heute gibt es an jeder Ecke alles! Was anderes ist es wenn die Kunden Dich suchen und Du auswählst, wer etwas bekommt.

              0

            • Aufklärer sagt

              Marketing ist mehr so ein Überbegriff auf Unternehmenskonzept-Niveau.

              Reklame – heute gerne mit dem Euphemismus „Werbung“ beschrieben – ist dabei das tatsächliche Bewerben von Produkten und Dienstleistungen oder ähnlichem wie Imagereklame oder Spenden-Bettelei von selbsternannten Öko-NGOs, ist kein Deut besser.

              Zum Beispiel stoßen mir immer wieder die Reklamemaßnahmen von Greenpeace auf. Mit irgenwelchem Tieraugenmitleidsgeheische auf Geldtour.
              Veganer machen gerne Reklame für ihren fleischlosen Lebensstil indem sie auf ähnliche Art wie Greenpeace Tier-Bilder besonders niedlich darstellen. Zusätzlich stellen sie Fleischkonsum oder Fleischprodukte bzw. deren Produkten besonders widerlich und blutig dar.

              Reklame ist eng mit Manipulation verwoben. Mit zunehmender Macht werden Unternehmen unverschämter. Sie wollen heute den gläsernen Konsumenten.

              Neuester Clou ist zum Beispiel das das Bankgeheimniss verkauft wurde – sozusagen – von der EU an die Internet-Daten-Kraken, damit diese noch genauer bei Ihnen schnüffeln dürfen.
              Künftig können Sie mit einer App im Handy von Drittanbietern auf ihr Konto zugreifen bzw. diesen Anbieter auf Ihre Kontohistorie zugreifen lassen. Das bedeutet gigantische Sicherheitslücken und das Datenleck ist dabei schon fest eingeplant und der Hauptnutzen und das eigentliche Geschäftsmodell für diese Datenkraken.

              Muss jeder wissen was er davon hält.

              0

        • Lotti Karotti sagt

          das sehe ich tatsächlich etwas anders. Ich sehe gerade in der Forschung durchaus Innovation und angewandte Forschung.
          Es geht auch nicht um DIE Wirtschaftswelt. Sondern darum, dass Erwartungen, Um- und Mißstände durch gesetzliche Vorgaben entstehen bzw. reglementiert werden sollen, dies aber völlig aus dem Ruder läuft, wenn nur Hintergedankengetriebene Menschen am Werk sind. Das kann es doch nichts ein. Und natürlich fühlt sich dann jeder emotional aufgebracht, beginnt sich zu rechtfertigen und das eigentliche gerät nicht nur aus den Fugen sondern unter den Tisch.

          0

    • Brötchen sagt

      das habe schon mal angemerkt. die Bauern machen sich sonst selbst überflüssig. ich mein mal so geht Kommunikation…sag mir was du willst, ich sage dir was geht. ich bin Profi nur ich kann das! Jetzt Kommunikation übersetzt. sender -> Empfänger Rückkopplung. andererseits fühlt sich der Wünsche äusserer nicht ernst gekommen…..übersetzt ….was willst du von mir, du darfst nur Wünsche äussern, wenn du kannst, was Bauer Willi kann.

      0

    • Brötchen sagt

      das habe schon mal angemerkt. die Bauern machen sich sonst selbst überflüssig. ich mein mal so geht Kommunikation…sag mir was du willst, ich sage dir was geht. ich bin Profi nur ich kann das! Jetzt Kommunikation übersetzt. sender -> Empfänger Rückkopplung. andererseits fühlt sich der Wünsche äusserer nicht ernst gekommen…..übersetzt ….was willst du von mir, du darfst nur Wünsche äussern, wenn du kannst, was Bauer Willi kann. das kann man weiterspinnen. elegant funktioniert das so, wenn man den Kunden quasi seine Wünsche in den Mund legt: du willst es doch auch so….im Prinzip macht das Bio teilweises so. die haben eine superkommunikation z.b. mal ganz unvoreingenommen ansehen z.b. Bio company….

      0

  15. Altbauer Jochen sagt

    Wir Bauern sind ja eher traditionsverbunden (zumindest in meinem Alter)
    Gute Tradition bedeutet aber nicht zurück zu früheren Verhältnissen,
    sondern das bewahren eines humanen Prinzips bei den
    notwendigen Veränderungen. Menschlichkeit ,Respekt,
    Anerkennung von Arbeitsleistung !

    1+

  16. Lotti Karotti sagt

    Ein wenig stört mich aber auch diese ständige Rechtfertigung der Landwirte, und dann zu meinen, damit sei es gut. Ich kann verstehen, dass die Anfeindungen tatsächlich zum Teil geschmacklos und über die Schamgrenze hinaus sind. Auf diese Anfeindungen möchte ich mich im Folgendenen nicht beziehen, denn sie sind für mich absolut tabu und nicht ernstzunehmen, bzw. sollten bei GEsetzesbrüchen auch geahndet werden.
    Was ich aber auch schlimm finde ist die Tatsache, dass ein Landwirt zu schnell „die Flinte ins KOrn wirft“ und sagt: „Es geht eben nicht anders.“ Denn das stimmt so auch nicht und ist nicht nur zu einfach gedacht sondern oft auch zu bequem.
    Ich kenne nur wenig andere Sektoren, die schon so lange und so viel subventioniert leben und dafür so sehr ausdehnbare Vorschriften haben.
    „Wer ein Tier hält hat es seinen Bedürfnissen entsprechend zu ernähren und zu pflegen….“. Das steht nunmal im Grundgesetz und ich verstehe nicht, wie man sich zum Teil nicht daran halten kann.
    Ich frage mich einfach, wo das anfängt, wo das aufhört. Wo ist für mich selbst die Schmerzgrenze, wenn ich Tiere halte oder Lebensmittel produziere?? Wo hört er auf der gesunde Menschenverstand und wo ist meine Verantwortung zu sagen „Nein Stopp“. Es gibt so viele verschiedene kreative Ideen (UND ZWAR IN ALLEN REGIONEN, ganz gleich ob Bio oder nicht), Probleme zu lösen, aber dafür muss ich eben auch bereit sein, mich mal konstruktiv kritisieren zu lassen und ich sehe leider einfach zu oft, dass viele diese Bereitschaft nicht mitbringen. Aber Behörden kritisieren geht dann dafür immer ganz gut..
    Andere müssen das aber in ihrem Berufsleben nunmal auch ständig..

    Wie so oft hat das Blatt einfach zwei Seiten.
    Übrigens komm ich auch aus der Landwirtschaft und auch uns geht es nicht immer gut..

    0

  17. „Befall mit Pilzen und Insekten …hilft der Artenvielfalt“ – wie das, Bauer Willi? Soll damit gesagt werden, dass trotz des viel zitierten Insektenschwundes (wohlgemerkt in Naturschutzgebieten) die Schadinsekten auf den Feldern nicht abgenommen haben und sogar neue hinzugekommen sind? Ok? Oder anders gefragt, wie steigt denn die Artenvielfalt, wenn der Bio-Kartoffelbestand unter Krautfäule abstirbt (2016, 2017) oder der Weizen durch Gelbrost, oder die Rueben durch Unkräuter. Auch haben Schadorganismen die Eigenschaft, dass ihr Infektionspotenzial bei fehlender Kontrolle sich steigert, nur nebenbei gesagt! Daher ist die Aussage, ohne Pflanzenschutz würde Artenvielfalt steigen, ziemlicher Quatsch.
    Auch die Story vom Heilmittel “hoehere Preise” fuer die Entwicklung von mehr Bionahrungsmittel ist am Ende irrefuehrender Glaube. Denn, ein wachsendes Bio-Angebot mit hoeheren Preisen gibt es. Aber die Nachfrage haengt auch von der Konkurrenz ab. Maßnahmen, die billigere Konkurrenz irgendwie auszuschalten waeren erfolgreicher, wenn es wirklich fundamentale Unterschiede gaebe. Der Verbraucher entscheidet eben nicht “billige Massenware” zu kaufen, weil er nicht mehr Geld hat, sondern weil er auch nicht einsieht warum er fuer gleich gutes mehr ausgeben soll. Auf die Suggestion, billig ist Dreck (Aktivistenjargon) faellt er nicht herein weil er taeglich das Gegenteil selbst erfahren kann.

    0

  18. Zur Sozialverträglichkeit höherer Lebensmittel- und Erzeugerpreise:
    Wenn Ihr doppelt so viel für Eure Erzeugnisse bekommen würdet, könnte man doch vielleicht auf Ausgleichszahlungen verzichten? Fast der ganze EU-Agrarhaushalt könnte dann genutzt werden, um sozial Schwache mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen.

    1+

    • Inga sagt

      Ja, siehst Du Tillmann,

      diese Subventionen werden nur dem Verbraucher zu liebe gezahlt.
      Auch große Nahrungsmittelunternhemen, wie Nestle holen sich landw. Subventionen, nur damit die Produkte billig bleiben.

      Es trägt aber auch zur Zufriedenheit von uns Bürgern bei.

      1+

  19. Ich muss wieder die alte Milchmädchenrechnung hervorkramen. Wenn der Landwirt das dreifache für seinen Weizen bekommt, um wie viel erhöht sich dann der Preis für eine Semmel?
    Wie ist es beim Verhältnis Milch/Fruchtjoghurt und so weiter?

    2+

  20. Friedrich sagt

    Anhand der Abmachungen für die Landwirtschaft in den Sondierungsgesprächen kann man unsere Politiker nicht mehr ernst nehmen. An erster Stelle steht dort Glyphosat und sonst nur allgemeines Larifari. Solche Leute gehören alle abgewählt. Deren Vorstellungen decken sich nicht mit der Marktwirtschaft oder mit den EU-Bedingungen. Das ist Traumtänzerei. Vor solchen Kaoten kann einem ja nur Angst und Bange werden.–
    Wenn wir auf Bio umstellen müßten , dann würde eine Verdoppelung der Nahrungsmittelpreise nicht ausreichen. Sämtliche Ställe müßten auf Stroh umgebaut oder neu gebaut werden. Die komplette Maschinenausstattung der Betriebe müßte neu angeschafft werden.Auch die Anzahl der Schlepper müßte verdoppelt werden. In unserem Betrieb müßten wir mind. 5 Vollarbeitskräfte zusätzlich einstellen und das bei halben Ertrag auf dem Acker und in der Schweinehaltung. Dann dürften auch keine Nahrungsmittel mehr importiert werden um den hohen Preis im LEH auch durchsetzen zu können. Die Umstellung der dt. Landwirtschaft würde weit mehr als 20 Mrd. Euro kosten. Dann
    wäre billig aber nicht mehr angesagt.Auch die Sozialhilfe , Hartz 4 usw. müßten dann um Mrd.-Summen/Jahr erhöht werden. Der Urlaub würde dann bei vielen ausfallen und TUI und Co. könnten zumachen.

    34+

      • Brötchen sagt

        wenn du den ringelschwanz bei deinen schweinen haben „musst“ , landest du automatisch bei mehr festfläche, anderer fütterungstechnik und eventuell bei einer extra rohfaserquelle. es gibt nicht nur den totalen „krieg“, man kann dad vielleicht auch etwas schrittweiser angehen. schwierig ist das schon.

        1+

  21. Es sind halt immer die gleichen, die die Ideen haben und deren Umsetzung von anderen einfordern.
    Wer zum Beispiel Fleisch und Eier von frei laufenden Hühnern alter Zweinutzungsrassen haben möchte, kann das in der Regel problemlos im eigenen Garten umsetzen. Nur um mal so ein Gefühl dafür zu bekommen, was das für eine Arbeit und für Kosten sind.

    1+

      • Inga sagt

        Ja klar, Lieschen Müller

        wenn die Städter sich ins Landleben mischen und Ahnung von Feld und Stallarbeit haben wollen, dann müssen sie sich auch schlau machen,

        denn nur ein informierter Bürger ist ein guter Demokrat!

        ansonsten dem Bauern so viel Vertrauen schenken, wie einem Autokonzern.

        1+

    • Jochen Böhrer die, die mit den Ideen und Forderungen und Eck kommen, sind in der Regel die Vorstadt- Eigenheim- Bewohner, die einen Schnittlauch auf der Fensterbank als Referenz für ihre landwirtschaftliche Kompetenz halten.
      Die Hochhausbewohner sind in der Regel wirtschaftlich nicht so gut gestellt und freuen sich über günstige Lebensmittel.

      1+

  22. Leider stellt es sich für mich so dar, dass der Verbraucher über den PREIS einer Sache nur bedingt oder gar keinen Rückschluss auf Ökologie und Fairness ziehen kann. Hat der Bananenbauer bei der Banane für 1,19/Kilo mehr oder weniger Geld erhalten als bei der Banane für 1,99 oder 2,99? Oder bekommt der immer gleich wenig und es steckt sich nur „Herr Edeka“ mehr in die Tasche. Klar kommt jetzt wieder einer der sagt „du musst alles auf dem Biohof direkt kaufen“, da ist auch viel dran, aber es gibt ja noch viele andere Produkte und der Kompletteinkauf für 4 Personen im Hofladen ist ja auch so eine Sache. Heringssalat für 89 Cent oder für 3,29 – klar, bei 89 Cent „kann das ja nichts sein“ aber wie ist das bei den 3,29? Irgendwie besser oder doch nur mehr Verarschung oder Abzocke? Auf jeder Milchtüte das Bildchen von glücklichen Kühen und idyllischen Bauernhöfen und „frischer Alpenmilch“ und das ärmste halbtot geschundene Masthuhn wird noch mit wer weiß was für toller Plakatierung verpackt. Ich finde es sehr schwierig, „das Richtige einzukaufen“, da ich persönlich oft nicht in der Lage bin, es zu erkennen. Wenn ich als Verbraucher weiß, das der höhere Preis gerechtfertigt ist, bin ich persönlich immer bereit, auch mehr zu bezahlen. Es ist aber WIRKLICH SCHWIERIG, das zu erkennen! Und interessant so eine Aktion wie die „5 Cent mehr für den Bauern“-Milch, die es bei uns gab. Die kostete dann aber 20 Cent mehr als die andere Milch (wäre mir auch nicht zu teuer, aber dennoch interessant)

    3+

    • Ich seh das so sagt

      Sie sprechen einen wichtigen Punkt an. Während heute jeder Landwirt bis unter die Unterhose durchleuchtet ist (= transparent) was er denn mit und für jeden Cent gemacht hat, den er (gewährt) bekommt gibt´s auf den Stationen bis zu Konsumententeller viele rätselhafte „Blackboxen“.

      Nur dadurch ist es aber möglich, daß der Konsument permanent für blöd verkauft wird oder kirre gemacht wird, wenn ihm zum einen erzählt wird, daß der LEH die Preise z.B. für 1 kg Brot um 0,2 bis 0,5 Euro teuer machen MÜSSE, weil ja der (gierige) Landwirt je kg Getreide nun soviel (= 0,01 Euro) mehr bekommt, zum anderen es keine Erklärungen gibt, wenn die Preise beim Bauern (seit Jahren) fallen aber die LEH-Preise nicht (oder sogar trotzdem steigen). Meist kommen dann die Meldungen in den Medien, daß die Lebensmittel wieder mal Treiber der Inflationsrate sind (was ja so praktisch indirekt den Bauern angehängt wird).

      So wie jüngst bei der Milch. Wurden da nicht verhungernde Menschenmassen und darbende Kinder für Deutschland prognostiziert gleich nach der Schlagzeile: „Wahnsinn – Milchpreis steigen um 30% – Kostet soviel wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr“.
      Verschwiegen blieb dabei (auch dem Kurzzeitgedächtnis des Konsumenten), daß bei z.B. 1,5-2,0% jährlicher Inflation seit dem Jahre 2000 der Liter Milch immer trotzdem noch fast 30-40% weniger kostet als damals.

      Es wäre doch eher mal Transparenz im LEH gefordert – auch angesichts der Konzernmacht die sich hier manifestiert und zementiert. Zwei deutsche Unternehmen finden sich unter den Top-10 Einzelhandelsunternehmen der Welt: Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit 99,3 Mrd. US-Dollar auf Platz 4 und Aldi mit 84,9 Mrd. US-Dollar Umsatz auf Platz 8 der Welt.”
      (https://www2.deloitte.com/de/de/pages/consumer-business/articles/global-powers-of-retailing-2017.html).

      Ich fürchte aber es interessiert „den Konsumenten“ aber eigentlich nicht wirklich, weil für ihn bei jeder Marktumfrage (und dies immer wieder trotz gegenteiliger öffentlicher Behauptungen oder Beteuerungen) weiterhin nur BILLIG zählt.

      2+

    • Inga sagt

      Ganz einfach bei Edeka oder dem LE bekommt man stufenweise
      entrahmte, homogenisierte und pasteurisierte (hocherhitze) Milch.
      Man kann sich noch Fettstufen aussuchen.

      Das machen die in der Molkerei am Band.

      Beim Bauern bekommt man Frischmilch ohne dass irgendetwas entrahmt oder weggenommen wurde. Eben gesünder.
      für die 20Dent mehr kann der Bauer die Kühe vielleicht auf der Weide laufen lassen, so das ans Fett gebundene Pro-Vit. A wirklich zu Vit, A wird. Bei Vitamin. D ist es ähnlich.

      Sind das nicht 20Cent mehr wert?
      Der Heringssalat für 2,99€ ist es auch wert, weil doch nicht so viele Haltbarmachungsstoffe mit E-Nummern drin sind.

      Beide Produkte halten nicht solange und müssen fast täglich gekauft werden, also täglich zum Direktvermarkter auf den Hof oder Verkaufsstelle.

      Der Bauer hat die Mehrkosten, weil er eine teure Kühlanlage als hat, wo die Produkte länger frisch gehalten werden können. Das hat seinen Preis.

      Ansonsten werden Bananen oder Produkte von unseren Bauern alle von der verarbeiteten Industrie gekauft und dann in ein Großhandel gebracht, wo sich Edeka oder REWE es dann besorgen.

      Je mehr Handel dazwischen ist,
      (oder je mehr sich die Hände darin waschen, hat mein Opa dazu gesagt)
      je teurer wird das Produkt. Und damit es auf dem langen Weg nicht verdirbt, muß es haltbar gemacht werden.
      Der LEH drückt nun die Preise an die Vorgänger, Zwischenhandel und Vorarbeiter (Molkerei, Mühlen, Schlachthöfe) und die wieder die Bauern, die Erzeuger!

      Die stehen am Anfang der Kette und können den Preisdruck nicht weitergeben.

      Bevor so en Bauer seinen Betrieb aufgibt, wendet er seine Bauernschläue an und erklärt dem aufgeschlossenen Bürger, der keine verunstaltete Lebensmittel und mit E-Nummern besetzt mehr haben will, dass wir das auch einfacher haben können,
      ich stelle es Euch so wie geerntet zur Verfugung, ihr bezahlt meine Mehrarbeit und meine teuren Kühlhäuser, ich kann mein Hof erhalten und ihr habt gesunde natürliche Lebensmittel.

      Dine Hand wäscht die andere, Anette Klee!

      Die Bauersfrau kann dann nicht einer Berufstätigkeit nach gehen, sie muß ihr Unterhalt auch im landw. Betrieb erarbeiten, in dem sie dann dem Betriebszweig Direktvermarktung betreut.

      1+

  23. Nun gilt es als erstes den Spagat , der hier angedeutet wird, zu beschreiben. Hatten die Zünfte , vor allem die Textilbranche,, nicht schon mal ein Verbot für neue Erfindungen ausgesprochen ? Wer ist Fachmann (frau) in Geschichte ? Meines Wissen wurde den Tuchmachern schon 13 Jh. das Spinnrad verboten um Arbeitsplätze zu sichern .Wie Endete das? Der Weberaufstand 1844 in Schlesien hatte ähnlichen Nährboden. kann und sollte man „Fortschritt“ aufhalten u. wer zahlt das ? Das Lernen aus unserer geschichte ist so ein eigenes Thema. Back to the roots ? Sichel und Hacke für jeden ? Statt Aufsitzrasenmäher Komposthafen ?

    1+

    • Inga sagt

      und an der Illusion darf niemand rütteln, verstanden!?!

      Das haben uns die Omas von früher beigebracht,
      die ja mehr Bauern kannten, als die heutzutage, weil die Bevölkerung damals noch mehr mit der Landwirtschaft verbunden , weil mehr von ihr abhängig war!

      Nun ist das altes Wissen und jeder richtet sich danach!

      Aber deswegen dürfen die nackten Tatsachen, die Fakten
      nicht außer acht gelassen werden.
      Und die neutralen Politiker schon gar nicht

      0

      • Andreas Pittroff sagt

        Es kommt darauf an wie man es nun versteht. Die Tätigkeiten, für die man dann Unterstützung bräuchte, wie z.B. tatsächlich Rüben hacken usw… sind dann schwere Arbeiten, da gebückt und monoton, langweilig. In der Summe ist die Landwirtschaft abwechslungsreich, aber wenn gewisse Arbeiten dann eben saisonbedingt täglich stundenlang anfallen würden zum Mindestlohn, dafür steht keine Deutscher im Jahre 2018 auf. Sonst würden zur Gemüseernte ect. keine Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa gebraucht. Die deutsche Bevölkerung will günstiges regionales Gemüse im Regal und möchte gleichzeitig aber einen Stundenlohn wie in der Industrie um sich für solche Arbeiten aus dem Sofa erheben zu wollen.

        1+

        • bauerhans sagt

          „tatsächlich Rüben hacken“

          dafür gibts ne kamera-gesteuerte hackmaschine,die aber 60000€ und mehr kostet.

          1+

          • Inga sagt

            kennst du noch die Galopphacke?

            Die kam nach dem „Rübenvereinzeln“.

            Die Rübensamen waren schon auf Einkeimigkeit gezüchtet und pilliert konnte man die mit der Maschine legen, ca 20cm Abstand

            Weil das ja nun nicht 100%ig war, mußte noch man nochmal mit der Hacke durchlaufen.

            Damit der Lohn nicht so hoch wurde, mußte man sich beeilen und Galopp machen.

            Wie das die Leute bei den Gurkenfliegern auch machen mußten und man die billig bei Hengstenberg abliefern konnte, damit die Sozialhilfeempfänger sie billig bei Aldi kaufen konnten.

            .

            2+

        • Inga sagt

          Auch
          wegen diesen Vorurteilen
          (unsere Arbeit ist hart u. langweilig“…die perfekte Darstellung unseres Berufes.)
          die Josef meint

          0

      • Inga sagt

        es geht doch nur um die

        Vorurteile,
        die Josef meint,
        die die Leute schon von Omas Zeiten (ca, 1955) an haben,

        die Josef Schmid beschreibt!

        Und deswegen müssen heutzutage endlich mal

        nackten Tatsachen, die Fakten auf den Tisch und
        nicht außer acht gelassen werden.
        Damit für alle die Wahrheit ersichtlich wird.
        Ich denke das will Bauer Willi auch hier im Blog erreichen.

        Und die neutralen Politiker müssen das auch!

        0

  24. Guter Beitrag. Allerdings bin ich mit nur doppelten Lebensmittel Kosten als Ansatz nicht ganz daccord bei den vielen Forderungen der NGOs und Co. Ich schätze dass die Lebensmittelpreise gerade zu explodieren würden, käme man allen Wünschen unserer „Weltverbesserer“ nach.

    2+

  25. Gut geschrieben, Bauer Willi. Vor allem die Vorschläge die du im ersten Teil beschreibst. Ich meine aber, aus Erzählungen älterer, das es so eine Art der Landwirtschaft hier zu Lande schon mal gegeben hat. Das müsste kurz nach dem zweiten Weltkrieg gewesen sein. Damals wurden auch kaum PSM und Mineraldünger eingesetzt. Ebenso gab es einen hohen Arbeitskräftebedarf durch die fehlende Technologie, Stichwort Rüben- und Kartoffelnhacken. Daraus resultierte, dass die Menschen ca. 40% ihres damaligen Einkommens für Lebensmittel ausgeben mussten. Trotzdem gab es nicht alles zu jeder Zeit zu kaufen, im Gegensatz zu Heute. Aber ist es das was wir wollen? Fragt mal die Älteren, z.B. Oma und Opa oder andere aus der Nachkriegsgeneration, ob das wiederholungswürdig ist. Ich glaube, dass die meisten Menschen die in dieser Zeit leben mussten, die heutige Vollversorgung sehr zu schätzen wissen und sich zwar aus nostalgischen oder romantischen Gründen gerne mal zurück erinnern, aber diese Zeit kein zweites Mal erleben wollen. Sicher müssen wir unser Handeln immer wieder hinterfragen und dann auch neu ausrichten, aber die Verhältnismäßigkeit der Forderungen und auch deren Umsetzung muss gewahrt bleiben.

    2+

  26. 100% Richtig!

    Ich selber bin gelernter Koch. Wenn man als Koch alle Hygienebestimmungen exakt einhalten will dann steht man in der Küche mit Atemschutzgerät mit Luftaufbereiter, in der Schutzbekleidung eines Biowaffenlaboranten. ^^ Wer geht denn da noch essen wenn man die Leute in der Küche so angezogen sieht? ^^

    4+

    • Inga sagt

      Ich habe in 2012 eine Gesundheitspass gemacht, die Unterweisung dazu
      war mir zu lasch, denke ich

      und von Hygienevorschriften keine Spur.
      Es war eher so, dass jeder Koch in seiner Küche oder Würstchenbude das Hygienebewußtsein, oder -gewissen selbst tragen muß, aber es kommt dann auch das Veterinäramt von Zeit zu Zeit und kontrolliert.

      0

  27. Der Kassenbon würde sich darum ja auch nicht gleich verdoppeln! Ich denke da an alle Drogerie Artikel, Getränke, süßwaren……. wie viel machen denn die Lebensmittel aus?? Die Hälfte des Bons? Glaube ich nicht. Der gute Whisky darf auf 30€ die Flasche kosten und der Champagner ebenfalls. Den kauft nicht jeder, klar. Aber über Butter beschweren und 4 Kisten Bier im Wagen….. passt nicht.

    1+

  28. Alexander Borchert sagt

    Bauer Willi, Du brauchst gar nichts von dem, was Du forderst.
    Du brauchst nur einen wachen Verstand, um die Veränderungen der Zeit und damit die Chancen zu erkennen. Wenn der Verbaucher wirklich solche Produkte will, dann werden findige Landwirte diese liefern. Es passen sich immer die Märkte an. Die Märkte reagieren viel besser als es die Politik kann. Die Politik sollte nur einen allgemeingültigen Rahmen vorgeben, in dem wir uns bewegen dürfen. Dieser Rahmen wird zurecht enger. Der Landwirt, der diesen Rahmen nicht einhalten kann oder will, scheidet aus dem Prozeß aus .

    1+

      • Inga sagt

        aber die Früchte auf dem Feld und die Tiere im Stall wachsen zu langsam, um auf die schnell wechselnden Ansprüche der Verbraucher zu reagieren!

        1+

    • Florian Sander sagt

      Das ist alles richtig. Der Landwirt muss aber Zeit haben sich anzupassen. Der Landwirt der in Deutschland produziert wird sich am Markt mittelfristig nicht mehr behaupten können! Denn der ist ein Weltmarkt, und die Nahrungsmittel werden aus dem Ausland kommen. Wie auch jetzt schon zu einem großen Teil. Jede weitere Gängelung der deutschen Landwirte ist Wasser auf die Mühlen der nach Deutschland importierenden Länder! Die reiben sich die Hände, denn sie haben zu andere Bedingungen produziert. Weniger kontrolliert, weniger nachvollziehbar! Ich weiß nicht ob das die Aktivisten und unser deutscher Staat wirklich erreichen wollen?! Hier wird ein Kontrollsystem unterhalten und weiter ausgebaut in dem die Beamten es nicht schaffen zu kontrollieren, geschweige denn überhaupt genau wissen was sie kontrollieren sollen. Das hat nichts mehr mit einem Rahmen zu tun an den ein Landwirt sich halten kann! Das ist ein Monster. Wenn es wirklich der Markt wäre könnten sich die Landwirte anpassen. Aber sie haben keine wirklichen Möglichkeiten mehr individuell zu reagieren weil sie Jeden Tag Angst vor dem unberechenbaren Monster haben müssen. Die Folgen trägt am Ende der Konsument, wenn es keine Nahrungsmittel mehr aus Deutschland gibt!

      6+

      • Alexander Borchert sagt

        Die Zeit wird der Landwirt bekommen. Allerdings nicht für Dinge, die der guten fachlichen Praxis widersprechen. Hätten wir dort ein rigurose Umsetzung, würden die bestehenden Wettbewerbsverzerrungen wegfallen. Ich höre jetzt schon das Geschrei in 2018, wenn der Biogasgärrest als org. Dünger gilt. Seit 2004 ist bekannt, dass Gärrest das gleiche wie Gülle ist, aber rechtliche Spitzfindigkeiten ließen einen Umgehungstatbestand zu. Jetzt haben wir eine komplizierte neue DüVO nur, weil wir 13 Jahre bewusst geschlafen haben. Es wird schon gut gehen ist das Motto. Solange wir als Landwirte immer hoffen, es wird schon keiner drauf kommen, werden wir uns immer verteidigen müssen. Und dann überholt uns der Markt, weil wir nicht mit dem Markt mitgehen wollten.

        0

      • Hans Lauppe sagt

        Die Deutsche Landwirtschaft ist ein Exporthinderniss!Alle Länder die unsere tollen Industrieprodukte kaufen,müssen ja mit
        etwas bezahlen. Mit Öl, Gas, Erz,u.Nahrungsmitteln,oft zu Lasten der eigenen Bevölkerung. Sinkende Agrarproduktion =bessere Geschäfte im Handel.
        =

        3+

  29. Schaut euch mal die Preisstrukturen in Frankreich an: Lebensmittel gegenüber Wohnen. Vieles, was bei uns im Regal steht, würde kein Franzose je kaufen.

    0

  30. Mich würde mal interessieren wieviel von den Lebensmittel, die in den Supermärkten angepriesen werden, letztlich weggeworfen werden. Ich behaupte mal locker 20%. Würde in Deutschland nicht auf Masse auf Kosten aller Produziert sondern Umwelt und Tiergerecht wäre der Preis höher und das Angebot etwas eingeschränkt, ja, aber es würden auch die Kosten der Entsorgung sinken oder der Mehraufwand bei der Trinkwassergewinnung durch zu hohen Nitrateintrag. Eine Verdoppelung der Preise sehe ich also nicht.

    1+

    • Weggeworfen wird zu 70% in den Haushalten. Essen vom Vortag, Joghurt über dem MHD, angegammeltes Obst weil zu viel eingekauft wurde. Bei Umstellung auf Bio würde der Preis um das 2,5 fache steigen. Und dann ist da noch die Unterversorgung bei Obst und Gemüse. Die würde sich verstärken.

      1+

    • Bauer Willi Wenn die Verbraucher es sich leisten können, 70% der Lebensmittel in die Tonne zu werfen, können sie auch einen dopplt so hohen Preis zahlen. Dann bleiben immer noch 20 % zum Wegwerfen. Das ist doch pragmatisch oder?

      2+

      • Bauer Willi sagt

        Das haben Sie falsch verstanden. Oder ich habe mich falsch ausgedrückt Von den 100% die weggeworfen werden, kommen 70% aus den Haushalten. Bei den Supermärkten sind es 5% von den 100%. Das wird aber meist höher eingeschätzt.
        Bauer Willi

        0

    • Die Unterversorgung mit Obst und Gemüse wird schnell verschwinden, wenn der Verbraucher wieder seinen eigenen Garten bestellt. Anstatt Rasen mit den putzigen Gartenzwergen wieder Salatköpfe und Gurken, Kohl und Erbsen anbaut. Das lohnt sich heute bei den billigen Preisen gar nicht mehr. Ich bin selber Bauer und bewirtschafte meinen Garten schon lange nicht mehr. Es würden vielleicht auch wieder die Einmachgläser von Oma gespült und allerlei darin eingekocht, und die Menschen würden vielleicht auch wieder Schweinehälften verwursteln (die Moslems dann halt Rinderviertel 🙂 ). Dies Phänomene gibt es nur noch im Ausnahmefall, könnten aber wieder interessant werden. Was meint ihr? Momentan lohnt es sich nicht mehr……

      0

    • Wir haben einen kleinen Garten. Aber nicht um Geld zu sparen, denn die tatsächlichen Kosten sind wesentlich höher. Nein, es geht um den Geschmack und dass ich es selber in der Hand habe ob ich die chemische Keule raushole oder doch die eine oder andere Pflanze oder Frucht verliere. Und es macht Spaß, ausser letztes Jahr, da war das Wetter einfach nur bescheiden.

      0

    • Das mit dem eigenen Garten, ist wie „gebt den Leuten Kuchen, wenn sie sich kein Brot leisten können“. Sehr Viele haben nicht einmal einen Balkon. Heißt, es für die Masse umzusetzen ist nicht einfach. Und die besser Gestellten leisten sich Bio jetzt schon und bauen selber an.

      0

    • Josef Schmid Wieder mal Verständnisschwierigkeiten? Ichhabe aus Willis beitrag nicht herausgelesen, dass vom Verbraucher 70% seiner gekauften Lebensmittel in die Tonne geworfen werden. Sondern dass 70% der WEGGEWORFENEN Lebensmittel vom Verbraucher weggeworfen werden.

      0

    • Hans-Georg Bischof Zitat: „Die Unterversorgung mit Obst und Gemüse wird schnell verschwinden, wenn der Verbraucher wieder seinen eigenen Garten bestellt. Anstatt Rasen mit den putzigen Gartenzwergen wieder Salatköpfe und Gurken, Kohl und Erbsen anbaut.“ AHA!!! Na denn…dann gartelt mal schön……

      0

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Was heißt angeblich?
        In unserer Obstgenossenschaft wird jeder Apfel 48 x fotografiert,
        ein Pünkchen in Stecknadelgröße und der Apfel geht in die Industrie.
        Für den Frischemarkt wird der Apfel nicht gekauft.

        0

    • Da kann ich Ihnen nicht zustimmen. Schauen Sie Mal eine paar Jahrzehnte zurück.Als Lebensmittel noch nicht im Überfluss vorhanden waren,mussten die Menschen einen Grossteil Ihres Einkommens dafür ausgeben.

      0

    • Super, diese Diskussion hier. War heute in einem „Unternehmertag für Schweine Halter“. Der Referent, der Eigentümer von Schiller-fleisch gab interessante Einblicke. Ja, 20% der Lebensmittel, d.h. 20 von 100 Schweinen werden für die Tonne geschlachtet!! Eigentlich ein Skandal. Was ich nicht wusste, es ist lange nicht so einfach, wie man denken möchte: 90% der in D erzeugten Schweinebäuche gehen nach Asien, weil die besser zahlen, ebenso Ohren und Pfoten. Wer könnte sich vorstellen, zur Brotzeit an einem Schweineohr zu knabbern. Schon paradox, die Schlachtindustrie kalkuliert mit jedem Gramm an sog. Nebenprodukten und der Verbraucher wirft mal so einfach 1/5 weg. Ich sag nur, hoffentlich kommen nach 7 fetten Jahren nicht anschließend 7 magere!

      0

    • Jochen Böhrer War nicht ganz klar, worauf sich die 70% beziehen. Ändert aber nichts an der Tatsache, daß in den Haushalten verschwenderisch mit Lebensmitteln umgegangen wird. Wer sich Wegwerfen leisten kann, kann sich auch höhere Preise leisten. Um wieviel muß ein Brot teuerer werden, wenn sich der Getreidepreis verdoppelt?

      0

    • Josef Schmid 15 cent/kg Brot. Das würde niemand dazu bringen, weniger wegzuwerfen. Es sei denn, die 15 cent mehr würden als begründung für eine Verteuerung von 1 euro hergenommen.. (was nicht auszuschließen ist). Was lernen wir daraus: An billigen Nahrunsmitteln leigt es nicht, dass was weggeworfen wird.

      0

    • Jakob Meier Ich finde deise Aussage von einem Fleischunternehmer schon etwas daneben. ihm müßten die Erhebungen des BMLE bekannt sein, nachdem der Abfall beim Fleisch „lediglich“ 6% beträgt.

      0

    • Jochen Böhrer in jeder Großstadt gibt es Schrebergartenkolonien, in der ehemaligen Täteretä hatten alle, die was auf sich hielten und entsprechend Beziehungen hatten, ihre eigene „Datscha“ ! Geht alles, wenn man will….

      0

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Die meisten Schrebergärten sind eine Freizeitoase,
        mit viel englischer Rasen, zwei Tomatenstöcke und ein Apfelbaum.

        0

  31. „Dann werden alle satt“???? Ähhh… nein.. Dann werden viele HUNGERN! Denn die Erträge sinken und körperlich arbeitende Menschen brauchen mehr Kalorien.

    0

  32. Du hast Punkt drei (und somit die Ursache allen Übels) vergessen:

    Wir müssten die Weltbevölkerung auf einen Stand von vor 1600 zurückschrauben!

    Dann könnten wir entweder unter den gewünschten Bedingungen ausreichende Mengen produzieren oder auch so weiter produzieren wie bisher; wir bräuchten für eine viel kleinere Weltbevölkerung deutlich weniger Anbauflächen………. was wir auf diese geringe Fläche „draufkippen“ würde das Gesamtökosystem Erde nicht im geringsten interessieren.

    0

  33. Ich glaube eine weitere Alternative ist, selber Obst und Gemüse anbauen! Dadurch entsteht (hoffentlich) mehr Wertschätzung für Landwirte aufgrund der eigen Arbeit und Zeit im Gemüsegarten. Und man ist nicht nur darauf angewiesen Massenware zu kaufen, wo der Preis durch Supermärkte gedrückt wird. Durch dies evtl. ersparte Geld könnte man dann mehr in Hofläden oder beim Bauern neben an oder einem ‚guten‘ Schlachter gesundes Fleisch kaufen.
    So das ist mein vll etwas naiver Traum, aber irgendwo anfangen muss man ja 🙂

    0

    • Im Prinzip richtig … nur hat heute längst nicht jeder mehr die Möglichkeit eigenes Gartenland zu bewirtschaften … dafür ist in unserem Land mit 80 Mill. Menschen leider zu wenig Platz …

      1+

    • Inga sagt

      Der ist nur etwas naiv,
      aber eine gesunde Aussauge, denn deshalb haben unsere Altvordern uns Land zum vererben gegeben, dass wir ihre nachkommen nie hungern, daraus ist die Landwirtschaft entstanden, wie sie heute ist, entstanden.
      Dann hat man noch festgestellt, das gar nicht so viel Land auf der Erde ist, dass sich bei der Bevölkerungszahl alle Familien einen Garten oder Kleinlandwirtschaft leisten können. Also hier (ca. 1970) war die Wertschätzung noch erhalten.

      Zwischendurch hat man auch bemerkt, dass sich in der Industrie das Geld leichter verdienen lässt und man hat Kleinlandwirtschaft und Garten sogar in den Dörfern aufgegeben, so sind die Supermärkte entstanden und dadurch die Industrielle Landwirtschaft, die ja auch (politisch gelenkt, ab ca. 1950) intensiv gewirtschaftet hat.

      Alle die ab da in der Zeit Landwirtschaft gelernt oder studiert haben, wissen genau wie die neuen Techniken (biochem. physikal), den Nahrungsmittelmangel vertrieben hat.

      0

    • Bauer Willi ich frage mich nur ob die Statik eines Hauses das dann auch unbegrenzt aushält. Auf dem Dachboden eines Fertighauses kann man sicher nicht die gleiche Menge an Getreide lagern wie auf dem „Fruchtboden“ eines alten Bauernhauses. 😉

      0

    • Wir, junge Familie 2 Erw. + 1 Kind, bauen eigenes Gemüse auf 150m² Gartenfläche an.
      Dazu 3 Obstbäume und kleines Gewächshaus.
      Ganz realistisch betrachtet reicht die Ernte im Sommer, Juni-Sept. für den täglichen Bedarf an Obst und Gemüse, danach wird es aber dürftig. Wenn wir uns täglich nicht nur von 2-3 Kartoffeln ernähren wollen. Die sich gegenüber anderem Gemüse/Obst gut lagern lassen.
      Wir kaufen daher saisonal angebotenes Gemüse/Obst aus Deutschland und versuchen auf Produkte mit langen Transportwegen zu verzichten.
      Dabei muss es nicht biologisch erzeugt sein.

      0

    • Das Gegenteil wird gemacht! Wenn ich durch unsere nachkriegsneubausiedlung fahre sehe ich zwischen den ehemaligen Gemüse Garten platten wegen nur noch rasen der jede Woche mit dem 3000€ rasentraktor gemäht wird ! Weil das Gemüse im Supermarkt für ramschpreise verkauft wird!

      0

      • bauerhans sagt

        „ehemaligen Gemüse Garten“

        die leute sind aber beruflich heute so eingespannt,dass keine zeit für gemüsegarten bleibt und opa und oma sind auf kreuzfahrt mit aida.

        0

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Echt, Opa mit Oma auf Kreuzfahrt?

          Arbeitskolleginnen meiner Frau sagen, bei den Preisen gehen sie lieber zu ALDI.
          Falls ich mal Opa werde, dann wird Rasen eingesät, wo sonst Tomaten und Gurken wachsen und ich gehe mit Oma mit der Aida auf Kreuzfahrt.

          Ginge auch die „Silver Cloud“ ?

          0

    • Ja ebend. In dem Vororten hat fast jeder einen Verhältnis mäßig großen Garten. Warum nicht zur Hälfte mit Gemüse bepflanzen?! Für alle wird es keine Lösung geben. Sondern eher für unterschiedliche Lebenssituationen unterschiedliche Lösungen. Außerdem wird es nie eine Lösung für alle geben können, da die Meinungen dafür zu verschieden sind. Lieber viele kleine Lösungsansätze. Und wenn ein Städter sich mit nem Vorort Bewohner zusammen schließt und eine Art von Kooperation entsteht.

      0

    • Ich finde es interessant, wenn ich naturbelassene, leistbare Nahrung will, dann gibt’s in einer Großstadt ein oder 2Lokale, da bekomme ich eine Mahlzeit mit Erdäpfel, Reis, Nudel mit Pilzen, Salat, Oliven und Gemüse und gutes kaltgepresste Öl, um 8Eur und Wasser. Klar selbstgemacht wäre günstiger, nur geht das zeitlich nicht immer. Es ist naturbelassen, die Nachfrage nachdem dürfte noch immer gering sein. Ja ein paar Bioladen gibts wahrscheinlich auch noch, mit Mittagessen. Ich glaube schon, das da nur was weitergeht, wenn man einen großen Maßstab anwendet. Außerdem ist es fast elitär, zu sagen. Ich kann mir „Natürlich leisten und die Masse soll halt ihre substanzlose Massennahrung zu sich nehmen, die wir dann als Gesellschaft letztlich auch bezahlen an die Krankenkassen. Allein die Süsswarenabteilung besteht zum Großteil aus ungesunden Fetten. Gleichzeitig zeigt sich schon bei Biosupermärkten ein Zuwachs an Verdienst. Man müsste einfach noch mehr Gas geben in der Richtung.

      0

  34. kann es denn wirklich sein, dass Landwirte die einzigen Erzeuger sind die für ihr Produkt nehmen müssen was sie eben bekommen???? Den ganzen Monat liefert man Milch ab und an Ende des Monats darf man sich freuen was die Molkerei wohl zahlen will. Das selbe beim Getreide! Wer geht denn hier normal arbeiten ohne vorher zu wissen was man verdient???? Verkauft Daimler oÄ etwa Autos und warten was die Kunden zahlen und sollen dann auch noch zufrieden sein?????

    2+

    • Die Landwirtschaft hat es irgendwann mal verpasst, für die Leistung, für das abgelieferte Produkt eine Rechnung zu schreiben. Das gibt es in keinem Wirtschaftszweig, dass der Käufer mal überlegt, wie viel und wann er für ein erworbenes Produkt entsprechendes Geld bezahlt.

      1+

    • Bei anderen Produkten schaltet sich das Kartellamt ein. Wir können ruhig unter Herstellungskosten produzieren bzw es ist sogar gewünscht, dass Nahrungsmittel schön billig sind. Es muss ja noch genügend Geld für Luxus übrig bleiben.

      0

    • Das ist doch schön so solange ich mit Lebensmittel zu tun habe. In den Bauernzeitungen stehen immer die aktuellen Preise. Immer unter dem Thema friss oder stirb. Es existiert doch gar kein richtiger Handel mehr. Die Preise werden bestimmt. Ich bin immer noch der Meinung das LEH die Preise bestimmt. Die werden dann in der Kette rückwärts weitergereicht. Der Bauer muss nehmen was er kriegt. Er hat keine Wahl. So viele Abnehmer im Grosshandelsbereich gibt es nicht mehr. Kein Problem dann die Preise zu bestimmen. Es soll ja Firmen geben die Verkaufspreis absprechen. Warum kann es keine Betriebe geben die einkaufspreise absprechen. Dann heisst es. Mehr gibt es nicht. Wenn du nicht akzeptierst bleibst du auf deinen Produkten sitzen. Fertig. Der Bauer hat keine andere Wahl.

      1+

      • Berthold Lauer sagt

        Man hat immer eine Wahl!! Man kann es nämlich tun oder bleiben lassen. Wenn man zu dem Schluss kommt, daß man mit den Bedingungen nicht zurechtkommt, muss man sich Alternativen überlegen. Wenn es aber trotzdem so viele immer noch tun, funktioniert’s scheinbar doch irgendwie.

        0

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Sie meinen, zu den ganz schlauen zu gehören,
          sie haben leider keine Sachkenntnis um hier mitreden zu können.

          Vielleicht haben sie schon mal davon gehört, dass gerade die Betriebe aufhören, die unter der Rubrik bäuerliche Landwirtschaft geführt werden.

          1+

    • Gewisse Möglichkeiten hat man ja über Erzeugergenossenschaften. Und ansonsten muß man halt akzeptieren, dass man in einer erpessbaren Situation ist, wnen man verderbliche Waren produziert hat und die laufende Produktion nicht stoppen kann. Kann aber jeder gerne mal versuchen.. den Milchfahrer stoppen und sagen: „Ich verkauf nicht unter 40 cent“. Viel Erfolg!

      0

      • Ottmar Ilchmann sagt

        Alleine kann der einzelne Bauer das natürlich nicht, wohl aber gebündelt in einer starken Gemeinschaft. Solidarität lautet das Zauberwort, hier können die Bauern einiges lernen von den Arbeitnehmern.

        0

    • Brötchen sagt

      ja ist so, die ändern sogar den lieferschein. ausser in nischenmärkten. sie können auch mal ganz einfach kalkulieren, den Umsatz von einem ganz einfachem Restaurant, die viel Convenience einsetzen und einem Betrieb mit 1000 mastplätze Schwein oder 200 milchkühen. ihnen werden die Augen rausfallen 😉

      0

    • Inga sagt

      Das ist so, weil die Landwirtschaft nur
      Rohstoffe
      herstellt.

      Die haben billig zu sein, damit die Industrie die Wertschöpfung hat.

      Ich denke mal deren Preis wird an der Börse gemacht Anna Sommer,
      Ihre Rohstoffe werden von Industrie: Molkereien und Bäckereien und Groß-Schlachthöfen verarbeitet.

      Mercedes muß man mit den Großmolkereien ARLA u. Nestle usw. vergleichen,

      Wo bezieht Mercedes die Rohstoffe her?

      Mercedes steht hier stellvertretend für andere Industriebetriebe.

      0

    • Tobias Elbert Nur wenn du Gelegenheit hast, einzulagern. Und auch dann schreibt man in der regel nicht dei Rechnung (es sei denn, man verkauft an den Kollegen), sondern holt sich Angebote und verkauft an den Meistbietenden, der dann abrechnet.

      0

  35. In meinem (Bio-) Hofladen: „ warum sind deutsche Paprika teurer als spanische? Die müssen doch gar nicht so weit transportiert werden!?“ „Die MitarbeiterInnen/Erntehelfer und co. müssen aber in Deutschland von ihrem Lohn leben können…“ Damit ist alles gesagt und der Kunde schweigt. Schön, wenn es sich das deutsche Obst und Gemüse dann trotzdem leistet/leisten kann!!

    2+

    • Inga sagt

      Vielleicht auch, weil in Spanien die Witterung für die Paprika besser ist, oder?

      In Deutschland baucht man mehrt Gewächshäuser und Heizungen und das kostet.

      Trotzdem ist es eine Schande, dass hier das Obst und Gemüse mit Billiglöhnern und Ausländer geerntet werden muß, damit es billig bleibt.

      Wie wäre es, wenn die Deutschen den Schnaps und Zigaretten weglassen würden und dafür teureres Obst und Gemüse von ehrlich entlohnten Arbeitern, die sich dann auch ‚Urlaub usw. leisten könnten, kaufen würden?

      also Schnaps und Zigaretten zum Preis der Unterdrückung (Soziale Ungerechtigkeit?

      0

  36. Alles gut und schön! Das Problem ist doch die Wertschätzung in alle Richtungen. Wir sind es einfach nicht mehr gewohnt zu hungern weil alles reichlich vorhanden ist. Umgestaltung der Landwirtschaft und dann auf bessere Preise hoffen hat bis jetzt noch nie funktioniert. Alles ist dann wieder Standart und die Preise fallen.

    0

  37. bauerhans sagt

    reine utopie!
    wenn du das am samstag in berlin vorschlägst,wirst du breite zustimmung bekommen.
    um es praktisch umzusetzen,fehlen der politische wille und die arbeitskräfte.

    1+

  38. Hallo Bauer Willi, in Anbetracht der momentan Zu-bzw.Wasserstände auf den norddeutschen Äckern wäre noch Reis in die Fruchtfolge mit aufzunehmen.;-) (Gedanken eines hiesigen Landwirtes)

    0

  39. Hat man ja gesehen wie gut das funktioniert, bei unserem Nachbarn.. Hatter Erntehelfer verdonnert bekommen fürs Erdbeeren ernten.. Innerhalb weniger tage hatten sich 80% krank gemeldet, mit Rücken, Husten, Arm ab usw…. Folge: Ernte vergammelt, schnell die alten Osteuropäischen Mitarbeiter ran geholt und gerettet was noch ging.

    1+

  40. Klare Worte…..das sage ich schon lange und bin für das Verursacherprinzip, wer fordert muß auch anpacken, damit die Foderer auch wissen wovon sie reden….
    Ansonsten bitte erst denken und dann reden…..

    0

  41. Bauer Klaus sagt

    Lieber Willi, Du hast den Sachverhalt auf den Punkt gebracht. Das Thema „Gesellschaftsvertrag“, wie es Frau Hendricks nennt, halte ich ernsthaft für diskussionswürdig – unter der Voraussetzung, dass wir Bauern auf Augenhöhe unter neutraler Moderation professionell mitwirken. So kommen die Widersprüche, die Du aufgeführt hast, zur Geltung und unsere Widersacher werden gezwungen, sich ernsthaft damit zu befassen anstatt plumpe Phrasen rauszuhauen. Nur mal so zum Nachdenken.

    0

  42. Brötchen sagt

    Hallo Willi ich mache das und bin dabei. es ist noch viel Luft, was prof. Management betrifft. fruchtfolgen und neue Kulturen und sei es nur körnermais einzubauen, um das für die Fütterung im Betrieb rund zu machen, das dauert Jahre! auch was die mechanisierung von strohbewirtschaftung betrifft, das ist techn. noch nicht ausgereizt. größtes Problem sind ak aber beides Bio und konvi! es hängt bei vielen betrieben (osten) nicht am Geld vorrangig. es sind Leute die motiviert sind und für wenig Geld und viel Arbeit, was aufbauen wollen. teilweise sind die biopreise noch zu günstig!

    0

    • Inga sagt

      Was könnte man bei der Technik Strohbergung schon noch ausreizten, Brötchen?

      Quaterballen, Frontlader LKW Papierfabrik?

      Oder wie meinst du das?

      Rundballen in Stall und Scheune?

      0

  43. Noch dazu kommt vom doppelten Preis im Laden fast nichts beim Bauern an .
    Oder wenn der Bauer das doppelte bekäme Kosten die Lebensmittel im Laden das dreifache!

    0

  44. Ich hab mittlerweile einen kleinen Acker gemietet, der all das von dem du erzählst im nächsten Jahr abwerfen wird. Dann noch eine Weide für die Tiroler Steinschafe und eine für die Mangalica Schweine. Bienenstöcke sind auch schon fest eingeplant. Rindsviecher erspare ich mir, wobei schottische Hochlandrinder schon eine geile Sache wären. Hennen hüpfen eh schon lange durch den Garten und heute war mein Hahn mal wieder ein penetranter Frühaufsteher.

    Ab Mitte 2018 kann mich der Supermarkt und all das miese Futter darin.
    Landleben ist geil!

    0

    • Ich mach das ja nicht erst seit gestern, ich hab nur den Entschluss dazu, dass wirklich alles selbst zu machen, im vorigen Jahr gefunden. Von da an bin ich auf der Suche nach Acker- und Weideland.

      In der Zwischenzeit hab ich halt so Fähigkeiten wie Käse herstellen gelernt bzw verbessert. Ist ja nicht so, dass ich nicht als Kind jeden Sommer auf der Alm war und die Kühe durchs Tal getrieben und gemolken hätte. 🙂

      0

    • Garten ist gut………. Nenne es einfach mal Acker mit Mehrfruchtwirtschaft. Klar, die meisten kommen ohne Supermarkt nicht aus, da ich aber sowieso am Land lebe, kann ich direkt zu Bauern gehen und mir dort das besorgen, was ich nicht selbst erzeugen kann (will).

      Wobei viele Lebensmittel wie Speiseöl auch selbst zuhause gepresst werden (so zumindest der Plan). Rohmaterial kommt dann auch direkt vom Bauernhof.

      Auf ein paar Dinge musst zwar verzichten, aber meine Güte. Wenn ich Sushi will gehe ich zum Japaner. Man muss halt seine Küche ein klein wenig umstellen und sich auch mit dem Thema Lagerung beschäftigen (Karotten und Kartoffeln halten locker 6-9 Monate bei richtiger Lagerung und ich hatte mal Äpfel, die hielten fast 1,5 Jahre in der Speise. Die kamen direkt vom Baum.)

      Und wenn es drum sei, dann kaufe ich mir einen Weinkeller in unserer Kellergasse und funktioniere den um. Von der Seite her bin ich von der Infrastruktur her ziemlich verwöhnt. Ich wohne am Land in einer Weingegend. 🙂

      0

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ein richtiger Aussteiger kommt mit Kerzen aus
        und der Kräutergarten erspart den Onkel Doktor. 😉 😉

        2+

    • Bin selbständig und kann mir das mit der Zeit einteilen. Hab das Glück, kein Lohnsklave mit festen Arbeitszeiten zu sein.

      Aber rechnen wir einmal anders herum:

      Beispiel Bio-Gurke.

      Wieviel Minuten muss man in der Arbeit verbringen um sich eine Bio Gurke um 1,99.- Euronen leisten zu können?

      Steuersatz und Nebenkosten nicht vergessen. Danach das Ganze auf ein komplettes Menü (egal was) in Bio Qualität hoch rechnen. Nehmen wir 25 Euro als Kompletteinkauspreis für 3 Personen.

      Am Ende der Rechnung kommt in etwa ein halber Arbeitstag (4 Stunden) heraus. Also ist man 4 Stunden in der Arbeit gewesen um sich ein Essen leisten zu können. Der Sonntagsbraten kostet halt nochmal extra, ebenso Samstag, weil da geht der normale Arbeiter ja nicht in die Arbeit, die sind quasi durch Mehrarbeit unter der Woche finanziert.

      Man arbeitet unter der Woche also gute 20-30 Stunden nur für sein Essen, wenn dieses einem Mindestmaß an Qualität und Geschmack entsprechen soll.

      Nun nimm diese Stunden, teile sie durch 5 und als Ergebnis erhältst du die Stunden, wenn du einen Garten/Acker mit ca 1000qm bearbeitest, die du für dessen Pflege benötigst.

      Also 4-6 Stunden für das bessere Ergebnis (ich gehe davon aus, dass man selbst 1a Qualität erzeugt). Bleiben also unter der Wochen och genug Stunden über, um die sich einzuteilen und Geld zu verdienen, welches dann aber in meiner Tasche bleibt, weil ich es nicht den Konzernen für deren Fraß in den Rachen stopfen muss. 😉

      Natürlich kann man auch sparen und billigen Fraß kaufen. Der geht aber zu Lasten der Gesundheit und eines früheren Lebensendes.

      0

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        >>Steuersatz und Nebenkosten nicht vergessen. Danach das Ganze auf ein komplettes Menü (egal was) in Bio Qualität hoch rechnen. Nehmen wir 25 Euro als Kompletteinkauspreis für 3 Personen.
        Am Ende der Rechnung kommt in etwa ein halber Arbeitstag (4 Stunden) heraus. Also ist man 4 Stunden in der Arbeit gewesen um sich ein Essen leisten zu können. Der Sonntagsbraten kostet halt nochmal extra, ebenso Samstag, weil da geht der normale Arbeiter ja nicht in die Arbeit, die sind quasi durch Mehrarbeit unter der Woche finanziert.<<

        Sind sie sicher, dass sie den richtigen Beruf als Selbständiger haben?
        Laut ihrer Rechnung würden sie 6,25 Euro in der Stunde verdienen.

        Könnte ihnen eine Stelle als Erntehelfer vermitteln, da verdienen sie 8,84 Euro in der Stunde. Da sie sozusagen eine Kraft mit landwirtschaftlicher Erfahrung sind, könnten sie im Akkord mehr verdienen. 🙂

        2+

      • Sandra Harms sagt

        Der macht das auch wirklich gut, erklärt alles wirklich anschaulich. hat übrigens auch mit bauer willi schon zusammen videos gemacht.

        0

    • Derzeit hab ich 1000q reine Anbaufläche, da kommen aber noch was dazu. Ackerfläche am Ende etwa 3000qm. Da reicht für Kartoffeln, Süßkartoffeln, Karotten, Kürbis. Tomaten, Zuchini etc etc etc etc für 4 Personen.

      Und da jeder mit hilft in der Familie, lernen die Kids auch etwas: Sich selbst zu ernähren.

      Obstbäume sind erst 4 gepflanzt, werden aber noch mehr.
      Restliche Früchte wachsen ums Haus, der Acker ist 3 Minuten davon entfernt.

      Google mal Permabauer, das erklärt es am einfachsten.

      0

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Der verdient sein Geld mit Bücher und Vorträge.

        Meine Frau hatte mal das Glück eine Eintrittskarte zu erwerben, für 20 Euronen.
        Ihr Fazit war, rausgeschmissenes Geld.

        0

        • Brötchen sagt

          heute wollen die Leute unterhalten werden. Wer das gut kann, braucht Leute, die die Arbeit machen. 😉

          0

    • Brot backe ich schon lange selber. Milch, siehe weiter oben, Schafe sind in Planung aber abhängig von den geeigneten Weideflächen in der näheren Umgebung. Fleisch ist so ein Thema, aber grundsätzlich kann man eigene Produkte auch wunderbar gegen Fleisch vom Bauern tauschen (Käse zum Beispiel). 😉

      0

    • Was machste bei schlechtem Wetter oder Dürre? Was machste gegen Mehltau oder Spinnmilben an den Gurken? Was gegen Kohlweißlingsraupen oder Mäuse, Schermäuse die deine Ernte bedrohen? Etc., etc.!

      0

      • Brötchen sagt

        @ Lydia das ist ganz schwierig. im letzten Jahr hatte ich ganz gut Gurken, glaube ab Anfang August war Schluss. Krankheit drin. Kupfer und stärkungsmittel hat nichts geholfen. Kohl sind alle Köpfe geplatzt, zu viel Regen. Grünkohl waren auch unter den Netzen raupen. im folienzelt 6*3 m die Tomaten hatten ab August auch die faule, Ernte war ok. Chili hätte ich gut was dran, waren aber extrem scharf. ohne schutznetz wäre es bei mir ganz schwer was zu ernten.

        0

    • Gegen kriechende Schädlinge gibt es Schlupfwespen und Bienen. Zu Lasten der Erträge kannst natürlich aus alte, natürliche und vor allem resistente Sorten verwenden. Mäuse sind ein untergeordnetes Problem und zumindest rund ums Haus gibt es keine, weil vier Katzen das Problem vertilgen. Spinnmilben, gute Frage, ich kümmere mich drum wenn es soweit ist.

      Und wenn einmal was weg bricht bei der Ernte, na und? Kommt auf den Kompost und dort fressen es die Hennen. Die machen Eier draus. ;-

      0

    • ganz klar NEIN !! es müssen lösungen her die funktionieren und für den landwirt bezahlbar sind. zu gut deutsch, Entweder tief in die tasche greifen oder gehirn anstellen,schnauze halten,nachdeken,praktikabele lösungen finden.
      Denn es ist niemandem damit geholfen, permanent rumzu krähen und zu fordern aber keine lösungswege aufzuzeigen.

      0

    • Willi, dem ist nichts hinzuzufügen ! Genau so ist es. Su gut erklärt, so dass es jeder verstehen kann! ( müsste….es werden wieder nicht alle es verstehen wollen )

      0

    • Das war keine böse Kritik oder so. Ich hab die Polemik schon verstanden und ich bin selbst frustriert, wie billig Lebensmittel sind. Der Text hing halt irgendwie im Raum …

      0

  45. Grundsätzlich bin ich, bei der Lebensmittelqualität die wir hier in Deutschland zur heutigen Zeit erzeugen, der Meinung dass die Preise heute schon doppelt so hoch sein sollten wie sie es der Zeit sind. Bevor hier jetzt aber ein shitstorm losbricht. Ich bin mir durchaus bewusst das sich das ein Großteil der Bevölkerung nicht leisten könnte. Diese sollten sich dann aber nicht über die Landwirte aufregen, sondern viel mehr über die Politiker welche sich Jahr für Jahr ihre Diäten erhöhen aber nicht einmal dazu in der Lage sind, aus dem was die Bevölkerung gewählt hat eine Regierung zu bilden!

    0

    • Lieschen Müller sagt

      Kann man das nicht irgendwo veröffentlichen? Ich meine im Spiegel oder so, das lesen die Menschen. Ich möchte auch gerne wissen, wer die Differenz bekommt? Sind das Löhne für die Schlachthofmitarbeiter (wäre gut) oder gestiegene Transportkosten (fände ich doof). Oder sind es bloß Auflagen für Zertifizierungen? Wie heißt das in der BWL, Gestehungskosten? Die muss man aufschlüsseln.

      0

  46. Städte wie Wilhelmshaven werden noch mehr Zuwachs bekommen. Mieten sind hier noch günstig. Jedes Jahr ziehen dutzende Hartz IV Empfänger aus allen Gebieten von Deutschland nach WHV, weil nach Abzug der Miete hier mehr zum Leben bleibt…

    0

  47. So weit denkt keiner. Das ist auch zu hoch für einige Politiker, die sich dafür einsetzten das man bald nichts mehr darf. Politiker haben ja auch keine Nöte und müssen mit 7-900€ hinkommen. Die bekommen automatisch mehr. Das ist auch das einzige, was fast alle beschließen.

    0

  48. Stimme allem zu nur dem letzten Satz nicht wir Bauern brauchen definitiv Visionäre denn ohne sie wäre die moderne Landwirtschaft undenkbar denn Pragmatiker sind wir selbst schon viel zu oft.

    0

    • auch da muss ich wieder sprechen vieles ist nicht umsetzbar da haben sie absolut recht aber schauen wir mal auf die neue DüVo es ist ein Katastrophe aber da wir rechtzeitig darum wussten hab wir alle angefangen uns darauf einzustellen auch wenn wir erst alle geflucht haben und viele Sachen sind umsetzbar wie z.B. grösser Freiraum in der Schweinehaltung usw. wird alles schon praktiziert wenn auch noch nicht flächen deckend.

      es ist trotzalledem richtig das die Vorstellung der meisten im bezug auf Preis Leitung nicht umsetzbar teilweise so gar haarsträubend sind

      0

      • Sandra Harms sagt

        Was bauer willi sagen ist, wenn man die klappe aufreisst und vordert, dann muss man auch lösungen bieten, und nicht nur rumheulen,fordern und kritisieren.

        0

    • Ja das stimmt wohl…Daher sollte sich jeder vll auch über kleinere ud bescheidenere Lebensstile Gedanken machen. Man braucht kein großes Haus zum glücklich werden und auch keinen schicken, sinnlosen Sportwagen und der gleichen…

      1+

  49. Lieber Bauer Willi, da siehst Du was völlig falsch. Wir alle sollen bitte alle Wünsche der unterschiedlichen Interessengruppen erfüllen; die preiswerten Lebensmittel kommen dann aus dem Ausland. Wenn Du nicht zum gleichen Preis lieferst kannst Du zumachen. Ob in den Importen dann Glyphosat ( Braugerste), Gentechnik ( Mais, Soja), Umweltzerstörung (Palmöl, Soja), Tierleid (unkontrollierte Tierhaltung auch im EU-Ausland) unsere Lebensmittel prägen ist dann völlig nebensächlich.

    0

    • Schmeckt gut sagt

      Darum geht es ja. Die Forderungen (oder auch nur Teile davon) von denen zu erfüllen, die die komplette Branche umkrempeln wollen, kann funktionieren. Aber nur, wenn wir einen klar definierten Außenschutz haben. Ansonsten werden insbesondere die hiesigen, innovativen Betriebe, die diese Herausforderung annehmen und viel investieren, nicht überleben können – sie werden schlicht vom dann hochlukrativen Import erdrückt (Im Moment ist der deutsche Lebensmittelmarkt wenig interessant für Importe, weil die Preise nur in Unterangebotsphasen hoch sind).

      0

    • Schmeckt gut sagt

      Übrigens gilt dies meiner Meinung nach ganz besonders für den Biobereich, der noch hohe Investitionen in Handel, Logistik und Verarbeitung zu leisten hat. Wer muss diese Gelder letztendlich aufbringen? Diese Marge/ Kalkulation geht auf jeden Fall zu Lasten der Einkaufspreise (Bauern). Unsere Wettbewerbshüter vom Kartellamt und der EU sind uns da auch nicht wohlgesonnen. Wer hat die meisten Strafgelder gezahlt? Die Lebensmittelindustrie! Gibt es Regeln, im Anschluß erhöhte Abzüge beim Einkauf der Lebensmittelindustrie verhindern? Ich sage nur Wurst, Bier, Zucker, Gemüse….

      0

      • Brötchen sagt

        na ja es ist auch mehr „Luft“ drin! die Kosten für Logistik sind ja nicht doppelt so hoch. es muss ja auch nicht unbedingt Bio sein, es gibt ja auch andere Modelle wie neuland….der biomarkt ist ja zur Zeit in gewissen Bereichen schon geschlossen. auch andere Modelle wie heumilch Allgäu o.s.ä.

        0

        • Schmeckt gut sagt

          ja, genau. Deshalb finde ich das Geschrei nach einer kompletten Agrarwende auch unredlich. Viele Nischen sind geschlossen oder beginnen uninteressant zu werden. Viele neue Ideen werden nur in Nischen funktionieren und der Massenmarkt wird auf jeden Fall irgendwie aufgefüllt. Hierfür fehlen Lösungen. Diejenigen, die am lautesten schreien könnten ja zur Abwechslung mal Lösungen aufzeigen. Der Spruch: „Ihr braucht nur bäuerlich produzieren (gemeint ist wahrscheinlich weniger) und dann funktioniert das schon“ geht mir schon lange tierisch auf die Nerven.

          0

          • Brötchen sagt

            ach die man medial wahrnimmt sind ja nun nicht die grosse Masse. ich bin der Meinung versuchen anzufangen, alles andere ergibt sich dann schon. es gibt auch schon viele viele die in die Richtung unterwegs sind, die kennt nur niemand. Kritik ohne Lösungsvorschläge ist schon berechtigt. solange man sich an Gesetze hält, muss man ja nun nicht gleich in die andere Richtung rennen.

            0

    • Oha, Aktivisten welcher Coleur auch immer, das will ich sehen …..
      Nach 1 Std je nach Hilfe Wasserblasen, Kreuzschmerzen, Atemnot …., wer weiss mehr 😉😉😅😅

      0

      • Brötchen sagt

        auf einzelschicksale kann keine Rücksicht genommen werden, das ist beim Welt retten so! 😗

        0

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Also,
        ich wurde mit diesen Gerätschaften noch angelernt, folglich wären Unfälle eher Unwahrscheinlich.

        Selbst mit dem „Sensen“ käme ich noch klar, Voraussetzung wäre, ich müsste mit dem Ding mähen. 😉 🙂 Dängelstock und Wetzstein wäre noch vorhanden, brauchen würde ich noch ein Kuhhorn, für die Aufbewahrung dessen. 🙂

        0

        • Brötchen sagt

          ich habe im letzten Jahr per Sense einen halben ha mit Sense zweimal Heu gemacht. muss ehrlich zugeben es stand nicht sehr dick, ansonsten schnauft man schon ganz schön😊

          0

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Es gibt schöneres, als mit einer Sense zu mähen,
            aber das wissen nur diejenige, die schon damit gemäht haben 🙁

            1+

    • Unter Mao hat das bei den Chinesen doch auch geklappt. Da musste jeder Akademiker auch jedes Jahr für eine gewisse Zeit bei den Bauern arbeiten. Vielleicht sollten wir das bei den Politikern mal einführen….

      1+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ein Praktikum wäre nicht falsch, ein mancher würde seiner romantischen Vorstellungen beraubt.

        1+

      • Inga sagt

        dann
        sollen sich die A… mal bemühen, wenn sie etwas von Landwirtschaft wissen wollen, damit sie mitreden können.
        sonst wird es nichts

        außerdem müssen sie ja wissen wie real ihre romantische Vorstellung ist.

        0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.