Bauer Willi
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Genosse und Bauer

Nein, es wird jetzt nicht politisch. Ich will euch nur mal erzählen, warum ich Bauer und Genosse bin. Aber eben ein anderer Genosse. Es geht um die, um meine Genossenschaft.

Viele Leute meinen heutzutage, eine Genossenschaft sei etwas Altmodisches, weil Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Genossenschaft aus der Not des 19. Jahrhunderts, quasi als Hilfsverein zur Unterstützung der der ländlichen Bevölkerung, erfunden hat. Das war 1864.

Genossenschaften sind moderner denn je

Ich bin sogar ein Genossenschafts-Fan. Schon mein Vater war Mitglied einer Genossenschaft und ich bin es auch. Und da bin ich nicht alleine, denn „meine“ Genossenschaft hat rund 1.200 Mitglieder. Diese und weitere rund 800 landwirtschaftliche Kunden verteilen sich auf ein Gebiet westlich von Köln mit einer Länge von ca. 100 km und einer West-Ost Achse von ca. 50 km.

Sinn diese Initiative war der Zusammenschluss zum Nutzen aller, um durch Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung die Abhängigkeit und Fremdbestimmung abzubauen. Die daraus entstandenen (Orts-)Genossenschaften im Bankensektor, im Gewerbe und in der Agrarwirtschaft mussten sich, um wettbewerbsfähig zu bleiben, stetig weiterentwickeln hin zu leistungsfähigen und modernen Unternehmen. Bei aller Entwicklung gilt jedoch bis heute der Grundsatz der Mitbestimmung und der Demokratie. In der Praxis bedeutet dies, dass die Mitglieder ihrer Genossenschaft Kapital zur Verfügung stellen und dafür Anteile zeichnen. Somit ist jedes Mitglied auch Eigentümer der Genossenschaft und an den wichtigen Entscheidungen zur Ausrichtung und zum Geschäftszweck der Genossenschaft beteiligt. Dies geschieht in der Generalversammlung. Diese wählt auch die ehrenamtlichen Aufsichts- und Kontrollgremien, also Aufsichtsrat, evtl. Beirat und den ehrenamtlichen Teil des Vorstandes. Der führt zwar heutzutage in der Regel nicht mehr das operative Geschäft, das machen hauptamtliche „full-time“-Spezialisten im Vorstand. Doch er bestimmt über die strategische Ausrichtung und sorgt so dafür, dass der Mitgliederwille und der genossenschaftliche Förderauftrag auch gelebt werden.

Auch ich wurde von der Generalversammlung meiner Genossenschaft in den ehrenamtlichen Vorstand gewählt. Eine zeitintensive und nicht zuletzt auch verantwortungsvolle Aufgabe, schließlich haften wir auch mit unserem Privatvermögen, falls die Genossenschaft durch vorsätzliche oder grob fahrlässige Fehlentscheidungen zu Schaden käme. Bei einem Umsatz von über 130 Mio. € und den heutigen Marktrisiken wird man da schon nachdenklich, denn dann wäre unser schöner Hof definitiv weg!

Zukunftsweisende Vermarktung

Mir ist meine Genossenschaft wichtig, weil sie mir vernünftige Konditionen für den Ein- und Verkauf meiner Produkte anbietet. Am Ende des Jahres gibt es bei meiner Genossenschaft eine Warenrückvergütung auf alle bezogenen oder verkauften Waren. Das ist dann meine Dividende. Ich liefere sämtliches Getreide und allen Raps an die Genossenschaft, die mir die Möglichkeit bietet, Vorkontrakte auf die kommenden Ernten zu machen. Für 2015 habe ich schon 40% meines Weizens verkauft. Derzeit überlege ich, auch schon für die Ernte 2016 Weizen zu verkaufen, obwohl ich die Ernte 2015 noch nicht eingefahren habe. Meine Genossenschaft ist aber in der Lage, mit modernen und risikoorientierten Marktinstrumenten, die mit mir getätigten Geschäfte ihrerseits weiter zu handeln. Oft geht sie dazu den Weg über die Warenterminbörse. Dieser wäre für mich als einzelner Landwirt zwar möglich, aber sehr aufwändig und kostenintensiv. Zudem wird eine Menge Liquidität gebunden. Das überlasse ich dann lieber den Spezialisten meiner Genossenschaft. Denn eines ist dabei ganz klar: Sicherheit geht vor, gezockt wird nicht. Denn hier steht nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund, sondern der genossenschaftliche Förderauftrag für die Mitglieder.

Sicherheit

Versuchen von privaten Händlern oder anderen Wettbewerbern, bei dem einen oder anderen Produkt günstiger zu sein, kann ich gut widerstehen. Denn dort weiß ich nicht, wer die Bücher, die Geschäftsvorgänge und das Risikomanagement prüft. Bei uns in der Genossenschaft weiß ich das, denn unsere Genossenschaft ist im Genossenschaftsregister eingetragen und wird vom Genossenschaftsverband jährlich nach den allen Regeln der Kunst geprüft. Jedes Mitglied kann den Prüfungsbericht einsehen. Vorstand und Aufsichtsrat bekommen das Prüfungsergebnis sehr detailliert erläutert. Das gibt allen Beteiligten eine sehr hohe Sicherheit. Das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung wurde dann auch in unserer Generalversammlung Ende Mai den Mitgliedern vorgetragen. Erfreulich ist, dass es bisher nie Probleme gab und Aufsichtsrat und Vorstand immer sauber von den Mitgliedern entlastet wurden. Sie waren offensichtlich mit der Arbeit der Gremien zufrieden.

Schlagkräftige Logistik

Auch bei der Logistik bietet mir meine Genossenschaft sehr gute Konditionen. Weil an meiner Filiale eine schlagkräftige Annahme mit 500 t pro Stunde installiert wurde, sind die Wartezeiten dort sehr gering. Meist bin ich mit meinem Fahrzeug 30 Minuten nach der Ankunft wieder unterwegs zum Feld, wo der Mähdrescher nicht warten muss. Das ist viel wert in der Ernte, wo jede Stunde zählt. Und was auch noch viel Wert ist: ich habe spätestens eine Woche nach der Anlieferung das Geld auf meinem Konto. Ganz sicher.

Natürlich gibt es neben agrarisch geprägten Genossenschaften auch noch Wohnungsbau- oder Energiegenossenschaften und viele andere. Wussten Sie aber auch, dass „die tageszeitung“ (taz) eine Genossenschaft ist? Oder dass der Begriff „Genosse“ vom Althochdeutschen „ginoz“ stammt und ursprünglich eine Person bezeichnete, der Mitnutzer eines gemeinsamen Flurstücks, einer Allmende war? Sehen Sie, wieder was gelernt.

Ich wollte euch nur mal zeigen, wie wichtig so eine Organisation von und für uns Bauern ist. Aus meiner Perspektive, ganz wertfrei, ohne Ideologie, nur zum Nachdenken…

Euer Bauer Willi

 

 

Titelbild: http://www.internationalesjahrdergenossenschaften.ch/shop.html
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30 Kommentare

    • Schweinebauer Piet sagt

      Hallo Andreas H., ich hoffe mal nicht, dass Du Willi hiermit etwas unterstellen willst. Dann bitte nicht hier.

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        Unterstellen ist nie eine gute Sache. Entweder konkret oder gar nicht.

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      • Andreas H. sagt

        Ich habe die Realität nur aufgezeigt. Das fette rote Herz oben steht bekanntlich für „Liebe“. Die macht bekanntlich blind. Ich sage nur eines. Wenn ein junger Landwirt das verinnerlichen würde was Willi sagt, nämlich sich 100% auf Genossen verlassen was Preise und Qualität angeht, wird dieser junge Landwirt keine 10 Jahre überstehen.

        Verhandlungsgeschick ist das A und O. Man braucht den Wettbewerb zwischen Privaten und von mir aus auch Genossen.

        Ich schreibe zufällig gerade eine Arbeit über die Qualitätskontrolle von Mischfuttern. Dabei geht es um Futtermittelrecht(unrecht) und vieles mehr. Ich denke so helfe ich unerfahrenen Berufseinsteigern mehr als mit „Liebeserklärungen“ an Genossenschaften.

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  1. Hertha Kerz sagt

    Bekommen Sie „über’s Jahr“ nur ein paar Mal Geld, und müssen sich das über das Jahr aufteilen? Oder haben Bauern kontinuierliche Einnahmen? Und haben Sie in irgend einer Weise Festeinnahmen, mit denen Sie ganz bestimmt rechnen können? Oder sind die Schwankungen so groß, dass Sie nicht einmal ansatzweise planen können?

    Was geschieht, wenn Sie Ihr Getreide an die Genossenschaft verkauft haben – und die Ernte zur Katastrophe wird?

    Hat „Ihre“ Genossenschaft einen Maschinenpark? Oder hat jeder Bauer der Genossenschaft seine eigenen Maschinen? Oder ist das vielleicht gemischt?

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Frau Kerz
      ich antworte Ihnen auf beide Fragen. Nein, eine Versicherung gegen Ernteausfälle gibt es in Deutschland nicht, wohl aber in den USA. Ja, wir bekommen nur an bestimmten Terminen Geld, nämlich dann, wenn ich Weizen oder Raps verkaufe. Wann das ist, entscheide ich selbst. Bei Zuckerrüben gibt es feste Termine, vorwiegend Dezember und April. Ich sichere nur immer einen Teil meiner Ernte vorher ab und zwar soviel, wie ich glaube mindestens zu ernten. Wenn die Ernte ein Totalschaden wird, muss ich für Ersatz sorgen, denn Vertrag ist Vertrag. „Meine“ Genossenschaft hat keine Maschinen, wohl aber „mein“ Maschinenring. Der hat 500 Mitglieder und hat alle Maschinen für die Zuckerrüben. Den Mähdrescher habe ich mit drei anderen Landwirten zusammen, den einzigen Schlepper teile ich mir mit dem Nachbarn. Wir beide wirtschaften auch sonst zusammen. Sonst noch Fragen? Nur her damit! 🙂
      Bauer Willi

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  2. Schweinebauer Piet sagt

    Genossenschaften sind gut. Nur welchesn finanziellen Nachteil nehme ich in kauf?
    Futter bringen alle und Schweine holen auch alle. Beim Dünger und Pflanzenschutzmittel bleibe ich bei der Genossenschaft, da sie im Ort ist. Der Handel bringt aber mittlerweile auch die Pflanzenschutzmittel auf den Hof. Schön ist, dass die Genossen auch beraten. .

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  3. Biobauer Andreas sagt

    Genossenschaften sind eine Super Idee, nur leider sind einige davon zu gross geworden und erfüllen die eigentliche Grundidee nicht mehr. Beispiel: Edeka oder ZG Karlsruhe.

    Die ZG macht von Baumarkt, über Diesel bis zum Fendt-Handel alles. Die Grundidee war doch aber, dass die Genossen nicht nur Eigentümer sind und Dividende kassieren. Das sind die Aktienbesitzer einer AG auch. Sondern dass alle Genossen direkt am Handel mit ihrer Genossenschaft beteiligt sind, als Käufer, Verkäufer oder beides.

    Andererseits sind leider die bürokratischen Hürden sehr hoch, umständliche Jahresabschlüsse und teuere Einträge ins Register verhindern, dass sich z.B. die Kunden einer solidarischen Landwirtschaft als Genossenschaft zusammen mit ihren Bauern organisieren.

    Im Idealfall eines unabhängigen, zukunftsfähigen Hofes, der nicht durch Hoferben ohne Lust an der Landwirtschaft bedroht ist, ist eine gemeinnützige Stiftung als Eigentümer der Flächen (und evtl. der Gebäude) und eine wirtschaftliche tätige Genossenschaft, die den Hof umtreibt.

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Andreas,
      der „Fendt“-Handel gefällt Dir nicht? (Scherz 🙂 )
      Ich bin Käufer und Verkäufer bei meiner Genossenschaft. Wir machen allerdings nur reinen Agrarhandel, also keinen Baumarkt und keine Maschinen. Die Jahresabschlüsse kann bei uns jeder einsehen, allerdings muss man Ahnung von der Materie haben, aber dass ist bei allen Abschlüssen so, nicht nur bei Genossenschaften. Warum ich unseren Hof in eine Stiftung überführen sollte, verstehe ich nicht. Aber da kannst Du mir sicher weiterhelfen.
      Bauer Willi

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      • Biobauer Andreas sagt

        Willi, alles was zu gross ist, bereitet mir Unbehagen, das gilt für Fendt über 150 PS und Genossenschaften, die sich wie AG´s aufführen. Was bringt denn den Milchbauern ihre genossenschaftliche Molkerei in Verhandlungen mit den Genossenschaften des Handels? Hungerlohn!

        Warum Stiftung? Nicht jeder hat einen cleveren Hofnachfolger, gut ausgebildet (Grüsse vom Ex-Hohenheimer 🙂 ) und mit Lust auf Landwirtschaft. Aber bei 69% der Landwirte über 45 ist die Hofnachfolge unsicher http://media.repro-mayr.de/39/623539.jpg

        Was passiert: der Bauer gibt den Löffel ab und die Erben versilbern den Betrieb. Kaufen werden Biogasler, Landgrabber Marke KTG. Der Junglandwirt ohne Hoferbe kann da nicht mithalten. Der Hof wird meist dann nicht so weitergeführt, wie der Erblasser es gewollt hätte.

        Exkurs zu Erbe: „erben“ kommt vom altdeutsch „Erbet“ = Arbeit. D.h. man konnte früher eigentlich nicht das Recht den Besitz zu veräußern erben, sondern nur das Recht auf dem Besitz zu arbeiten. Höfe galten oft als prinzipiell unverkäuflich.

        Und nun kommt die Stiftung: die einzige Rechtsform mit Ewigkeitsprinzip. D.h. sie kann sich eigentlich nicht auflösen oder pleite machen. Daher eine ideale Form für Bauern ohne Hofnachfolger. Die Stiftung kann dann den Betrieb an einen geeigneten Junglandwirt (ohne eigenen Erbhof) zu günstigen Bedingungen verpachten oder z.B, an eine Gruppe / Genossenschaft, die dann solidarische Landwirtschaft betreibt.
        Es wäre schön, wenn mehr Bauern / Landeigentümer ihre Flächen so vor Spekulationen der Finanzmärkte schützen.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Andreas, Du legst zwar auf meine Meinung keinen Wert. Aber ich gebe Dir im Bezug auf die Stiftung 100% Recht. Im Prinzip ist das 100% Bäuerlichkeit. Eine Eigenschaft die der geldgiereigen Kapitalwirtschaft komplett fehlt.
          Aufbauen – Bewahren – An die nächste Generation weitergeben!
          Hat jeder Bauer, der noch nicht börsenorientiert denkt und handelt.
          Alois

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          • Biobauer Andreas sagt

            Alois, wieso sollte ich auf Deine Meinung keinen Wert legen? Ich finde auch Deine Standpunkte sehr interessant, gerade weil ich sie nicht immer teile. Übrigends stammt das mit „Erbe“ = „Arbeit“ von dem von mir sehr geschätzten Bauern Walter Heim aus Argenbühl. Und letztlich liegt uns allen der Erhalt einer bäuerichen Landwirtschaft am Herzen… Aber was wenn die nächste Generation in der Erbfolge nicht will oder nicht vorhanden ist? Bekannterweise erbt meinen kleinen Bergbauernhof meine Tierschutzstiftung und so wird hier auch in ferner Zukunft biologische kleinbäuerliche Landwirtschaft ermöglicht..

            PS: wenn Willi mal wieder im Allgäu ist, komme ich auch und lade Euch auf ein Biobier aus Weiler/Simmerberg ein auf der Alpe Sonnhalde (an der meine Stiftung beteiligt ist) ein 🙂

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            • Bauer Willi sagt

              Gibt’s das auch alkoholfrei? 🙂
              Bauer Willi

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            • Biobauer Andreas sagt

              Lieber Willi,
              leider gibts meines Wissens kein Allgäuer Bio Bier alkoholfrei,
              hier zuhause trink ich Lammsbräu helles Hefe alkoholfrei, selbstverständlich in Bioqualität 🙂

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  4. Bauer Leo aus dem Rheinland sagt

    Hallo Bauer Willi !
    Sorry jetzt gehst du zu weit. Hier Werbung zu machen ist nicht okay. Ich schätze die Flexibilität des privaten Landhandels. Ich sehe was passiert, wenn Großgenossenschaften den Markt behersschen /zum Diaktator werden. Wir brauchen Wettbewerb. Und dieses System mit Rückvergütung, Anteils-Verzinsung etc. ist letzzlich nicht durchschaubar ! Beim Privatlandhandel zahle ich Preis x. Endpreis. Sehr wohl gut überwacht. Und zwar nicht durch ein paar Vereinshengste die es vor allem verstehen sich überall in die Vorstände wählen zu lassen und keine Ahnung haben .

    4+
    • bauerhans sagt

      bauer leo,hier bei uns spielen genossenschaften keine rolle (liegt wohl an der konfession),aber leider haben wir nur noch einen landhändler,der die preise vorgibt!
      bei mineralfutter haben wir ne einkaufsgemeinschaft,die im moment von einer überörtlichen genossenschaft beliefert wird.
      bei dünger und spritzmitteln hatten wir das auch,aber leider gabs probleme mit der abnahme der waren und der pünktlichen bezahlung.

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    • Gernot sagt

      @ Bauer Leo

      Wieso ist es nicht OK?
      Ich glaube hier gilt wie in jedem anderen Blog.
      Sein Blog, seine Regeln!

      Achso, kann mir bitte jemand meine Frage beantworten?

      LG
      Gernot

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Leo, nein Willi geht nicht zuweit. Er weist mit seinem Artikel auf die enorme Bedeutung des Genossenschaftswesen für die Landwirtschaft hin. Das dürfte den meisten Verbrauchern nicht bekannt sein. Deine Einwände gegenüber Großgenossenschaften und „Vereinsmeierei“ sind berechtigt. Trotzdem können die Genossenschaften viel dazu beitragen, dass Landwirtschaft eine Zukunft hat. Man muss es halt wollen.

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    • Bauer Willi sagt

      @Bauer Leo
      Zu den bereits vorhandenen Kommentaren kann ich nichts hinzufügen. Das System ist durchschaubar, man muss sich aber dafür interessieren und das tun viele meiner Berufskollegen nicht. Die überlassen das gerne dem Vorstand, solange der Laden läuft. Gemeckert wird nur, wenn es nicht läuft. Dann haben es mal wieder alle besser gewusst.
      Liebe Grüße vom
      Vereinshengst Willi,
      der im Vorstand einer Genossenschaft sitzt und keine Ahnung hat

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  5. Schweinebauer Piet sagt

    Den Futterkontrakt haben wir zurzeit bei der Genossenschaft. Genau wie die Getreidekontratrakte. Manchmal machen wir auch beides beim privaten handel.Wenn die Preise beim privaten Handel besser sind, gehe ich natürlich da hin. Was hältst du davon Willi?

    3+
    • Bauer Willi sagt

      Hallo Piet
      Davon halte ich nix. Ich mache alle meine Geschäfte mit meiner Genossenschaft. Schon mal was von Solidarität gehört? Einer für alle, alle für einen? Darum bin ich ja Genosse!
      Bauer Willi

      1+
      • Schweinebauer Piet sagt

        Hallo Willi,
        zahlt die Genossenschaft auch die Summe, die ich weniger habe, wenn ich aus Solidarität nicht zum Handel gehe?
        Piet

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  6. Genossenschaft ist eine super Sache. Leider aber mit der Auflage der Prüfungspflcht der Geschäftsunterlagen nur durch den Genossenschaftsverband verbunden. Damit wurde die Hürde zur Wirtschaftlichkeit sehr hoch gesetzt.

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  7. Gernot sagt

    Eine kurze Frage eines interessierten.

    Sehr geehrter Bauer Willi,

    wenn Sie schreiben, Sie überlegen Ihre Ernte 2016 zu verkaufen.
    Klar, dass geht über Warentermingeschäfte.
    Müssen Sie dann eine festzusetzende Menge in DZ verkaufen (und auch liefern)?
    Was würde bei einem (nicht zu hoffenden) Teil- oder Totalausfall Ihrer Ernte passieren?

    Wie gesagt, echte Neugier..

    LG
    Gernot

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    • Gernot sagt

      Achso,
      bevor jetzt jemand über mich herfällt.
      Ich meine selbstverständlich nicht Doppelzentner sondern Dezitonne.
      Sorry, bin schon älter. In meiner Schulzeit wurde noch in Zentnern und Doppelzentnern gerechnet. 😉

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    • Schweinebauer Piet sagt

      Wenn man 500 t abgesichert hat, muss man diese Menge eigentlich auch liefern. Hat man diese Menge nicht, muss man mit dem Handel sprechen. Eine Lösung könnte sein, die fehlende Menge über die Preisdifferenz bei der Ernte auszugleichen. Fehlen zum Beispiel 50 t und man hat für 160 €/t abgesichert und der Erntepreis liegt bei 170 €/t, sind das 500 €, die man zahlen muss. Ist im gleichen Fall der Erntepreis bei 140 €/t zahlt der Handel/Genossenschaft bestimmt gerne 1000 €. Eine Gebühr gibt es bestimmt auch???

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Gernot
      Vertrag ist Vertrag. Was die Sache noch schwierig macht, ist die Tatsache, dass man nicht nur die vereinbarte Menge, sondern auch die vereinbarte Qualität (Brotweizen) einhalten muss. Daher sichere ich persönlich auch nie mehr als die Hälfte der erwarteten Erntemenge im Vorhinein ab. Wenn ich Menge und Qualität nicht einhalte, habe ich für Ersatz zu sorgen oder die Kosten tragen, die die Genossenschaft aufwendet, für den Ersatz zu sorgen. Denn die sichert meine Vorkontraktmenge ja auch wieder mit einem Käufer ab. Der will die Ware ja auch physisch geliefert bekommen. Aus einem Blatt Papier kann die Mühle kein Mehl mahlen.
      Danke für die Frage
      Bauer Willi

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  8. Mir fehlen leider belastbare Zahlen. Aber die Rechtsform der Genossenschaft dürfte wohl die am weit verbreiteste Unternehmensform im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft sein. Die Bauern sind dann auch Miteigentümer und Mitunternehmer im Handel und der Verarbeitung. Landwirte und auch Verbraucher regen sich sehr oft über den Handel und die Verarbeitung auf. Man schiebt gerne den schwarzen Peter für die niedrigen Erzeugerpreise dorthin. Wenn ich aber wahrnehme, dass sehr weite Teile über Genossenschaftsformen auch zumindetst teilweise in bäuerlicher Hand sind, dann sehe ich, welche Bedeutung, oder auch Verantwortung dort liegt.
    Es ist nach wie vor viel Potential da. Es gibt durchaus sehr erfolgreiche Genossenschaften mit starken Erzeugermarken, die der Handel eben nicht billig verklopft. Und wo dann durchaus bessere Preise, oder wie bei erfolgreichen Genossenschaften üblich, am Jahresende nicht unerhebliche Nachzahlungen bei den Erzeugern ankommen.

    1+

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