95 Kommentare

  1. „Wir sind mit einer verhängnisvollen Diagnose konfrontiert – und haben nur lächerlich wirkungslose Medikamente in der Hand. Wir münzen unsere Ohnmacht um in kleine Gesten, die uns die Welt geneigt machen sollen: Vegetarier werden, Velo fahren – alles Dinge, die uns die Illusion geben, wir täten etwas. Aber man bringt ein kosmisches Unheil (Anm.: gemeint ist der Klimawandel)nicht zum Verschwinden, indem man Gemüse isst oder den Abfall trennt. Da liegt das Problem der grünen Neo-Askese: Sie verleiht durchaus vernünftigem Verhalten eine irrsinnige Bedeutung, die den damit verbundenen Aufruf zur Demut empfindlich schwächt. Das heisst denn doch, die Macht des Menschen gewaltig überschätzen. Descartes bezeichnete den Menschen einst als «Meister und Besitzer der Natur», heute gilt er vielen Zeitgenossen nur noch als «Zerstörer und Reparateur des Kosmos».
    Pascal Bruckner in „Der Mensch, das größenwahnsinnige Tier“ vom 27.9.17 in der NZZ.

    In dieser von 7,5 Milliarden Menschen bewohnten und seit Tausenden von Jahren verunstalteten Welt nun von „gelebter Nachhaltigkeit“ zu reden, ist schon ziemlich dreist.

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    • Um zu einem richtigen Ergebnis zu kommen, müsste man den Fachleuten (Naturwissenschaftlern, Biologen und Agrarier) mehr Mitsprache geben, denke ich!

      Und unter deren Einfluss die Wirtschaft lenken.
      Hört sich an wie Planwirtschaft der Natur, der Mutter Erde!

      Deren Ausbeute müsste in den Preisen der Produkte größere Berücksichtigung finden.

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    • Thomas Müller sagt

      “ Da liegt das Problem der grünen Neo-Askese: Sie verleiht durchaus vernünftigem Verhalten eine irrsinnige Bedeutung, die den damit verbundenen Aufruf zur Demut empfindlich schwächt. “

      Vernünftiges Essverhalten und Radeln immunisiert gegen den Aufruf zur Demut… Ich lass das mal so stehen.

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  2. Lieschen Müller sagt

    Nachhaltig heißt auch, genau 2 Kinder haben. Auf keinen Fall mehr, ich weiß nicht, ob noch weniger wünschenswert wären.

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  3. Lieschen Müller sagt

    Da fehlt noch ganz viel, z.B. Verzicht auf Plastik. Kaum recyclebar und am Ende muss es verbrannt werden.

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  4. Das Einfachste ist, den Fleisch- und Milchprodukteverzehr zumindest deutlich zu reduzieren. Da ersetzt man – anders als beim Verzicht aufs Autofahren – eine Gewohnheit gänzlich zeitneutral durch eine andere, kann dabei sogar noch Geld sparen und leicht überflüssige Pfunde loswerden. 🙂

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    • Eva-Maria sagt

      @AdT
      Kilos verliert man durch Verzicht auf Nudeln, Fett und Zucker, mageres Fleisch mit Gemüse lässt die Kilos purzeln! Kuhmilch und Butter sind gesünder, als Sojamilch und Palmfett!

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      • Die Ernährung sollte nach dem Stand der Wissenschaft schon schwerpunktmäßig aus stärkehaltigen Erzeugnissen (Weizen, Hülsenfrüchte) bestehen, sonst wird für die Gluconeogenese Muskelmasse abgebaut und man stinkt aus dem Mund.

        A propos Wissenschaft und Fettleibigkeit:

        Dietiatians of Canada Healthy Eating Guidelines for Vegans (Nov 27, 2014):

        „A healthy vegan diet has many health benefits including lower rates of obesity, heart disease, high blood pressure, high blood cholesterol, type 2 diabetes and certain types of cancer.“

        Academy of Nutrition and Dietetics (referred to by the USDA), Volume 116, Issue 12, Pages 1970-1980 (December 2016), Abstract:

        „It is the position of the Academy of Nutrition and Dietetics that appropriately planned vegetarian, including vegan, diets are healthful, nutritionally adequate and may provide health benefits for the prevention and treatment of certain diseases. These diets are appropriate for all stages of the life cycle, including pregnancy, lactation, infancy, childhood, adolescence, older adulthood and for athletes. Plant-based diets are more environmentally sustainable than diets rich in animal products because they use fewer natural resources and are associated with much less environmental damage. Vegetarians and vegans are at reduced risk of certain health conditions, including ischemic heart disease, type 2 diabetes, hypertension, certain types of cancer, and obesity. Low intake of saturated fat and high intakes of vegetables, fruits, whole grains, legumes, soy products, nuts, and seeds (all rich in fiber and phytochemicals) are characteristics of vegetarian and vegan diets that produce lower total and low-density lipoprotein cholesterol levels and better serum glucose control. These factors contribute to reduction of chronic disease. Vegans need reliable sources of vitamin B-12, such as fortified foods or supplements.“

        The Associations of UK Dietitians:

        „Well planned vegetarian diets can be nutritious and healthy. They are associated with lower risks of heart disease, high blood pressure, Type 2 diabetes, obesity, certain cancers and lower cholesterol levels. This could be because such diets are lower in saturated fat, contain fewer calories and more fibre and phytonutrients/phytochemicals (these can have protective properties) than non-vegetarian diets.“

        Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), FAQ, Ziffer 20:

        „In Beobachtungsstudien konnte gezeigt werden, dass eine hohe Zufuhr von ballaststoffreichen Getreideprodukten sowie Gemüse und Obst viele Krankheitsrisiken senkt (z. B. das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes mellitus Typ 2) und ein hoher Anteil an rotem Fleisch und Fleischerzeugnissen in der Ernährung das Risiko z.B. für bestimmte Krebsarten, wie kolorektale Karzinome, erhöht. Vegetarische Ernährungsformen haben hinsichtlich der oben genannten Lebensmittel häufig eine günstigere Zusammensetzung als die in Deutschland übliche Mischkost in Bezug auf die Zufuhr von Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen.“

        🙂

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        • Gerade mal nach der ÖGE-Position geschaut. Die beruft sich auf die o.g. Position der AND (USA) und der DGE.

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  5. Lösung: Energiegewinnung aus modernen Formen der Atomkraft 😉

    Bsp Dual-Fluid-Reaktoren (inherent sicher zu betreiben, Reststoffe strahlen nur wenige hundert Jahre u verbleiben solange im Reaktorgebäude, heute erreichbare Brennstoffvorräte reichten für Jahrhundertausende).
    Sind viele Länder (ausser Deutschland…) dran. China will damit Weltmarktführer in den nächsten 15 Jahren werden…

    Visionär Kernfusion. Potentiell Meilenstein der Menschheitsgeschichte, vergleichbar dem Erlernen des Feuer machens. Ist Deutschland gottseidank noch an der Forschung beteiligt.

    Beide Verfahren sollen das Zeug dazu haben, gigantische Mengen an Energie zu Preisen von wenigen, bis sogar nur zu Bruchteilen von 1ct pro KWh zu erzeugen.

    Ist Energie reichlich und billig, ohne heutige Nebenwirkungen auf die Umwelt (Bsp CO2 Emission) dann lässt sich damit alles vorstellbare und auch heute noch unvorstellbare (…) machen.
    Problem(e) gelöst! 🙂

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    • Warum hört man darüber nichts in den Medien? Mir ist das Thema vollkommen neu (ja, du hattest es schon mal erwähnt). Wenn China in 15 Jahren soweit sein will, sollte es doch breit diskutiert werden….

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      • Paulus sagt

        Hallo Inga,
        dieser Dual-Fluid-Reaktor ist aus rein technischer Sicht tatsächlich uralter Adel und geht auf Entwicklungen aus den 50er oder 60er Jahren zurück. Sinnvollerweise beschäftigen sich deutsche Wissenschaftler damit die peripheren Probleme zu lösen. Da liegt nämlich der Casus knacksus und zugleich der Schlüssel zur Technologieführerschaft.
        Ist übrigens ganz harmlose Materialforschung oder Metallurgie oder so.

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    • Bauer Willi Weil die Mainstreammedien scheinbar nur noch bringen, was gedacht werden soll!? Und Deutschland hat sich leider auf ein sehr pauschales Verteufeln von jeglicher Atomenergie eingeschossen. Alles über einen Kamm.
      So weiß jetzt tatsächlich so gut wie Keiner hier, dass es auch auf dem Gebiet grundverschiedene Verfahren gibt.

      Ob wir allerdings damit unserer Wirtschaft auf Dauer und im internationalen Wettbewerb einen Gefallen tun? Welchen Wettbewerbseffekt kann man erwarten, wenn hier mit Strom für Richtung 30ct/KWh produziert werden muß, während er z.B. in Florida schon heute nur 9ct kostet? (USA-Durchschnitt etwas bei 10ct)
      Und was werden überhaupt unsere zukünftigen Exportschlager? Windräder? Selbst wenn die als Insellösungen (Autarkie für entlegene aber windreiche Standorte, die dann eben gerade keine 1000km Stromleitung brauchen…) dafür durchaus weltweit gefragt sein könnten, aber schafft man damit eine ingenieursmässige Alleinstellung? Hat bei Solarmodulen schon nicht geklappt…

      Ich bringe hier im Anschluß nochmal zwei o drei interesssante Links zu dem Thema.

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    • Nicht von der wohl zugegeben Lobby-Plattform EIKE verschrecken lassen. Dr Armin Huke erklärt hier sehr gut die verschieden Formen der Atomkraft. Auch interessante Details.
      Garantiert so nicht in den Mainstreammedien zu finden…


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      • fred huber sagt

        hallo cord!
        das Thema kernfussion als Energiequelle finde ich auch extrem spannend. man könnte sich aber auch ganz neue Probleme schaffen, an die man jetzt noch gar nicht denkt. ich frage mich zb. wohin denn die abfallwärme (die ja am ende aus der gesamten Energie wird) soll. wird man dann die Atmosphäre dann energieintensiv kühlen müssen..?

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    • Andreas Schmid Tschernobyl war eine Fehlkonstruktion ohne Vergleich. Bereits Stunden vor dem Störfall war der Reaktor nicht mehr zu retten – die Mannschaft wusste es nur nicht.

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    • Ja, die sogenannte „inherente Sicherheit“ bei Flüssigsalzreaktoren, bei den Varianten, wo der Brennstoff im Salz gelöst ist, beruht auf der grundlegenen Eigenschaft von Stoffen sich bei Erwärmung auszudehnen.
      Dabei entfernen sich die Atomkerne dann zunehmend so voneinander, dass die Reaktion wieder nachlässt.
      Selbst bei völligem Kontrollverlust würde so ein Reaktor „vor sich hinpendeln“. Nicht explodieren.

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    • Paulus sagt

      @Cord Hartmann
      Es macht schon Sinn, sein Wissen aus ernstzunehmenden Publikationen zu beziehen
      bei denen auch andere Disziplinen zu Wort kommen.
      Den Ausführungen des IFK (Prof. Huke) darf man getrost Skepsis entgegenbringen.
      Huke begibt sich leider nicht in die Niederungen der Anwendungstechnik.

      Ich greife nur einen einzigen gravierenden Aspekt heraus und vereinfache es:
      Die hohen Temperaturen in Kombination mit Chloriden und Flusssäure sowie einem starken Neutronenfluss stellen extrem hohe Anforderungen an die Beständigkeit der verwendeten Materialien. Es existiert kein Material das diesen Belastungen auch nur annähernd standhält, sodass ein Dauerbetrieb derzeit nicht möglich scheint.
      Selbst bei dem vom IFK angedachten gesinterten Molybdän versagen allein schon die möglichen Verbindungstechniken.

      Solange noch nicht einmal das Materialproblem auch nur annähernd gelöst ist, darf ein System nach meiner Auffassung nicht als inhärent sicher bezeichnet werden.
      Hört sich trivial an, ist aber so.

      Und ja, der Versuchsreaktor der AVR in Jülich war angeblich auch inhärent sicher. Scheiße war das Ding und die Technologie erwies sich als nicht beherrschbar.
      Ich bin beruflich bedingt übrigens durchaus technikaffin und verurteile Denkverbote.

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    • ist das jetzt ernst gemeint, oder wird man hier verarscht. „Strahlt nur wenige hundert Jahre“ Oder ist das so gemeint „Die Welt macht eh nur noch hundert Jahr (mit den Menschen), dann können wir Sie auch noch mehr verstrahlen, weil wir sind ja dann nicht mehr da.

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    • Petra Witka Mein voller Ernst. Und ja, ich bin für Atomkraft! B-|
      (wohne btw schon zeitlebens in Gefahrenzone vom AKW Krümmel)

      Kurzbegründung: Massig Energie, stabil, steuerbar, CO2 neutral(!), preiswert durch sehr gutes Input zu Output Verhältnis (vielfach besser als bei den heutigen Erneuerbaren), geringstmgl Eingriffe in Natur u Landschaft (wenige Gramm Kernbrennstoff ersetzen tausend(e) Tonnen Kohle o Öl, ein AKW wiederum ersetzt hunderte bis ü tausend Windräder…).

      Mindestens spreche ich mich für Weiterentwicklungen zu Varianten wie oben angedeutet aus (stellt Dr Armin Huke im verlinkten Vortrag alle vor).

      Und das es einen beachtenswerten Unterschied macht, ob man, wie bei alter Technik bislang nötig, hochradioaktiven Atommüll für 100.000 Jahre irgendwo endlagern muß ODER ob der Brennstoff zu fast 100% im Reaktor zu Energie umgesetzt werden kann (heute muß nach 4% aufbereitet werden) und die dann entstandenen Stoffe eben nur noch ca 300 Jahre strahlen, sollte doch iwie nachvollziehbar sein!?
      Zumal diese Stoffe dafür nicht transportiert werden müssten, sondern im unterirdischen, „flugzeugsicheren“ Reaktor verbleiben könnten.

      Ich finde das beachtenswert!

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    • Das Problem, das mit dem Menschen in der Evolution auftaucht, ist nicht ein Zuwenig an Energie, sondern ein Zuviel. Energie steht überreichlich zur Verfügung, ob das nun Sonne oder Atomkraft ist, ist egal. Tatsächlich erweist sich der Mensch ja als äußerst erfinderisch, wenn es darum geht, immer mehr Fremdenergie zu gewinnen, um damit etwas zu „machen“.

      Das Problem ist das „Machen“. Denn der Mensch erzeugt mittels immer mehr Fremdenergie immer mehr Produkte, die sich nicht in die natürlichen Kreisläufe einfügen. Das heißt, der Mensch nutzt jede Menge Fremdenergie, um immer mehr Abfall zu produzieren. Es ist dieser Abfall, der die natürlichen Kreisläufe zerstört und die Kapazität der Erde überlastet.

      Wie zum Beispiel Kunststoffe. In unserer menschengemachten Technosphäre sind Kunststoffe der ideale Baustoff. Ohne Kunststoffe geht gar nichts mehr. Im Moment ist es so, dass sich die Kunststoffproduktion alle elf Jahre verdoppelt. Es lässt sich nicht vermeiden, dass ein Teil dieser Kunststoffe in die Umwelt gelangt, die dort zu Mikropartikeln verrieben werden. Diese Partikel finden sich heute in der Arktis, der Antarktis, der Tiefsee, überall. Die größeren Partikel verstopfen den Seevögeln die Mägen, die Mikropartikel gelangen in unser Blut. Es gibt keine Möglichkeit, diese Partikel einzusammeln und zu entsorgen.

      Wir haben kein unlösbares Energie-, sondern ein unlösbares Abfallproblem. All die Tätigkeiten, die Menschenmassen mit Hilfe von Fremdenergie durchführen, dienen der Verwandlung von Natur in Technosphäre, das heißt, der Abschaffung von Natur.

      Wollen wir wirklich in einer vollständig vom Menschen kontrollierten Technosphäre leben? In einer Welt, in der das Nicht-Menschliche (Pflanzen, Tiere) keinen Eigenwert mehr hat, sondern nur noch eine Daseinsberechtigung, wenn es dem Menschen nutzt? Wollen wir in einer Spiegelwelt leben, in der wir überall nur noch uns selber begegnen?

      Das sind die Fragen, die wir beantworten sollten, bevor wir uns dran machen, neue Fremdenergiequellen zu erschließen.

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        • Okay. Dann gibt es aber auch keinen Grund, noch länger den Leuten zuzuhören, die sich permanent über die Folgewirkungen der Fremdenergienutzung beklagen. Weder den Bauern, die beim „Wachsen oder Weichen“ pleite gehen, noch den Verbrauchern, die den Wohnort wechseln, weil sie sich von Massentierhaltung, Kraftwerken oder Fluglärm belästigt fühlen. Was Bauer Willi hier macht, ist in diesem Fall „l’art pour l’art“, ebenso wie sämtliche Kommentare inklusive denen von dir und mir.

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          • Warum um alles in der Welt soll ich Leuten zuhören, die sich permanent über die Folgewirkungen der Fremdenergienutzung beklagen?

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      • Stadtmensch sagt

        „Wollen wir in einer Spiegelwelt leben, in der wir überall nur noch uns selber begegnen?“

        Ich versuche gerade, mir das vorzustellen: Ich gehe also durch einen „Wald“ und sehe überall diese kleinen Sonden, die das biochemische Gleichgewicht inmitten einer „durchkomponierten“, genoptimierten Flora und Fauna überwachen. Dann sind da noch Regler, also Inkubatoren für die Erzeugung von Mikroorganismen und andere Stellglieder, die bei Bedarf Ingredienzien in den Boden injizieren.

        Also ich bin sehr technikaffin, aber bei offenen Systemen kann man als Mensch nur verlieren. Wir haben ja noch nicht mal eine These, wie es ein Baum schafft, Wasser dutzende Meter von den Wurzeln bis in die Blattspitzen zu transportieren. Aus hydrostatischer Sicht ist das unmöglich:
        http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/wassertransport/70358

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          • Bäume können bis zu 130 m hoch werden und müssen beim Wassertransport diesen Höhenunterschied bewältigen. Doch selbst für 40 m Höhe wie bei heimischen Bäumen reichen die physikalischen Erklärungen für den Wassertransport nicht aus, alsda sind: Kapillarkraft, und Saugspannung. Mit Osmose lässt sich dieser Höhenunterschied nicht überwinden.

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          • Stadtmensch sagt

            Vergiss es bauerhans. Wie soll denn im Frühjahr, wenn die Knospen dick werden und man Birken- oder Ahornwasser gewinnen (anzapfen) will, ein Transpirationssog durch Wasserdampfpartialdruckausgleich entstehen. Die Wurzeln müssen alles pumpen können. Jederzeit. Transpirationssog ist wieder so ein schönes Modell, dass nur in geschlossenen Systemen funktioniert.

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        • „Als Mensch kann man bei offenen Systemen nur verlieren.“ Selbst wenn es nicht so wäre, ich möchte nicht in einem Schlaraffenland leben, in dem alle meine Bedürfnisse schon erfüllt werden, bevor ich sie überhaupt ausgesprochen habe.

          Selbst wenn es möglich und machbar wäre: Ich möchte nicht in einer perfekten Welt leben, die vollkommen durchkomponiert in einem menschengemachten Gleichgewicht ist.

          Der Traum, eine perfekte Welt zu schaffen, ist ein Albtraum.

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    • Imke Koch joa, schwierige Geschichte. Generell gegen Atomkraft, aber bis die erneuerbaren Energien ausgebaut sind und genug Energie produzieren, wird noch einige Zeit vergehen..mal gucken was die Chinesen so ans Tageslicht bringen 🤓

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    • Ing-Kerrin Ziegler Genau, genug Strom erneuerbar zu produzieren und der Ausbau vom ganzen Rest drumherum (auch z.B. Speicher zur bedarfsgerechten Glättung usw) DAS wird noch ein langer Weg! Länger als uns die Branche manchmal gerne glauben machen würde.
      Vorsicht, auch da riechts mir inzwischen nach einer Lobby, die der alt-berüchtigten Atomlobby womgl nicht mehr nachsteht…

      Was solcher Strom dann am Ende, alles inclusive, kosten wird (und wo wir damit im internationalen Wettbewerb liegen werden) die nächste Frage.
      Bekannter und gern verbreiteteter Slogan: Die Sonne schickt keine Rechnung! …Die Uranader, der Kohleflöz usw ehrlich gesagt aber auch nicht!… Es ist immer die Erschliessung, die nötige Technik, die menschliche Arbei und die benötigten Grundstücke, die kosten. In jedem Fall.

      Wind (die relevanteste deutsche Erneuerbare) hat in 2016 knapp 80TWh Strom gebracht.
      Laut einem Prof Loviscach (Windbefürworter) liessen sich im für Deutschland nuzbaren Nordseeraum (dem „Entenschnabel“) realistisch mal 300TWh ernten.
      Der Deutsche Gesamt(!)Energiebedarf lieg bei ca 2500 TWh…
      Davon schaffen wir somit nach so 30 Jahren Windausbau, Investitionen im 100Mrd-Bereich heute ganze 3%… (Obacht, die Branche bedient sich gerne des Tricks, nur den besser klingenden Anteil am elektrischen Energiebedarf zu nennen…).

      Daher hierzu meine „Querdenkerei“ 😉

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  6. Einen Teil davon kann man erreichen. Alles ist schwierig. Bei der grossen Anzahl der Menschen auf dieser Welt, wäre Bäume pflanzen und Holz hacken nicht mehr im Gleichgewicht. Ich halte es mit zu Fuss gehen.

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  7. Paulus sagt

    Meine Großeltern haben das vor meiner Zeit noch irgendwie hinbekommen, mit einem Bauernhof als Gemischtbetrieb incl. Forst. Zwei Frauen die sich um den Haushalt, die Hühner und den Garten kümmerten, Großvater, Vater, ein unverheirateter Onkel und ein sogen. Knecht. Muss eine elende Plackerei gewesen sein.

    Eigener Versuch nur das Gemüse, hier z.B. Grünkohl betreffend:
    Kohl anbauen, Hacken, jäten etc., Frost abwarten, ernten, zubereiten, konservieren, also einkochen und einfrieren, incl. Kosten für Energie, Zeitaufwand (10,- €/Std.) usw. = X.
    Verglichen mit dem was 500g TK-Ware von Iglo im SB-Markt = Y kosten, haben wir uns verwundert die Augen gerieben. Wert X war ca. 3-fach höher als Wert Y. Vielleicht ist der Vertragsanbau eines effizient wirtschaftenden Spezialisten für Iglo oder wen auch immer dann doch sinnvoller und tatsächlich nachhaltiger.
    Aber Hauptsache wir hatten ein gutes Gefühl dabei. Und ja, der Umgang mit der Natur und die körperliche Ertüchtigung haben natürlich auch einen gewissen imaginären Wert. Obwohl, ich hätte genauso gerne in einem netten Straßencafé gesessen und die Beine von mir gestreckt.

    Das mit dem Bäume pflanzen und Holz hacken ist auch nicht so einfach. Bei Pappeln mag das ja halbwegs interessant sein. Rotbuchen haben eine Umtriebszeit von ca. 120-160 Jahren. Das bei einer Durchforstung anfallende Holz von ca. 50-80 jährigen können ggf. erst meine Enkel als Energiequelle nutzen, bzw. durch den Kamin jagen. Ich habe noch einen Eichenbestand der auf meinen Großvater zurückgeht. Davon haben vier Generationen erst mal so gut wie gar nichts. Die Damen und Herren von Forst NRW haben mir schon viel erzählt bzw. bestimmte Ratschläge erteilt, die haben allerdings ein staatliches Einkommen und denken völlig anders.
    Zum Glück gibt es für die ganz Schlauen ja Pellets. Das der Energieaufwand für die Herstellung, Lagerung und Transport, einschl. Anlagenkosten etc., in etwa deckungsgleich mit dem angeblichen Kostenvorteil ist, spricht sich so ganz langsam herum.
    Ne ne, wir haben schon zu viele enthusiastische junge Leute kennengelernt, die sich den Traum von einem autonomen Leben auf unserem Hof erfüllen wollten. Bei denen war leider schon bei Pkt 1, mit dem „zu Fuß gehen“ Schluss.
    Insofern mal wieder ein schöner Beitrag aber bezogen auf die Realität leider irrelevant.

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    • Stadtmensch sagt

      Sobald die Förderung fossiler Brennstoffe (auch Uran ist endlich und muss gefördert werden)
      oder Klimwandelfolgekosten (dazu gehört „Flüchtlingsversorgung“) einen erheblichen Teil der investiven Mittel binden, werden wir uns anders beschäftigen und Preise für Lebensmittel werden sich an ihren Wert annähern. Der Spezialist, der mit hohem Energieaufwand Erbsen produziert, braucht billige Energie, Chemie und Logistik.
      Die Kosten dafür konnten bisher externalisiert (in die Zukunft verlagert) werden.
      30 bis 40 Jahre haben wir noch. Wenn wir so weiter machen wie bisher, sind wir nach dieser Frist nicht mehr handlungsfähig.

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      • Schmeckt gut sagt

        Nur mal so nebenbei. Bei den Ausführungen, die du hier seit der Bundestagswahl von dir gibst (man könnte auch sagen Ansprüche an die Landwirtschaft/Forderungen zur Bewirtschaftung nach eigenen, nicht wissenschaftlich belegten Kriterien 😉 ) steht meiner Meinung nach nur eins fest: in Deutschland wird es keine Landwirtschaft mehr geben, denn in unserem Hochpreisland ist kein potentieller Nachfolger so bescheuert, sich diese Arbeitsbelastung anzutun. In der gewerblichen Wirtschaft ist Rationalisierungspotential erwünscht (auch wenn es einen erhöhten Energieaufwand zur Folge hat – Stichwort Arbeitsschutz), aber in der Landwirtschaft gehört dieses Wort zum Bereich Agrarindustrie? Ach und noch ein Hinweis – was in der Landwirtschaft zur Zeit unter der Bezeichnung Qualitätssicherung und Erfüllung der Kriterien des LEH läuft, ist nichts anderes als eine Adaption von Industriestandards. Schlag also bitte vor, wie wir Bauern diese unterschiedlichen Ansprüche unter einen Hut bringen sollen. Nicht immer nur Rummeckern ohne machbare Vorschläge.

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        • Stadtmensch sagt

          An meinem Genörgel hat sich doch seit der Bundestagswahl nichts geändert?!
          Die Kritikpunkte die ich hier jeweils zum Besten geben darf, kommen ja auch nicht von mir, sondern ich halte sie für diskussionswürdig. Zum Beispiel halte ich das Paradigma: Wir ernähren das Bodenleben und das Bodenleben sorgt für den Nährstoffaufschluss für die Nutzpflanze für absolut nachvollziehbar. Weil es anders nicht dauerhaft funktioniert (geschlossener Stoffkreislauf vorausgesetzt). Der nicht zu Ende gedachte Quatsch mit „ich führe der Nutzpflanze genau das zu, was sie zum Gedeihen braucht“ passt vielleicht für ein geschlossenes System aber nicht für „draußen“.
          Wenn ich Effizienz in der Agrarwirtschaft „kritisiere“ (oder mit den Worten vom @fingerphilosoph: Effizienz tötet), meine ich damit die Wirkung in einer Konkurrenzwirtschaft. Beschäftigung die dadurch wegfällt, muss woanders aufgefangen werden (Wachstum ist erforderlich). Das Arbeitsvolumen ist i.A. seit den 90ern nicht mehr gestiegen. Die Verteilung der Arbeit erfolgt aber immer ungleichmäßiger.
          Ich lehne nicht Effizienz, Arbeitsschutz und Monitoring in der Landwirtschaft ab, sondern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die u.a. Externalisierung von Kosten honorieren und damit jede vernünftige
          Preisfindung verhindern. Bsp.: der LEH zieht eine riesen Vorteil aus der relativ preiswerten Nutzung des Straßennetzes. Daraus, dass er dadurch europaweit Nahrungsmittelproduzenten gegeneinander
          antreten lässt, werden Folgekosten fällig: Spezialisierung, Zentralisierung, Güllebörse, Viehtransporte. Die vielen Nachteile wiegen den damit einher gehenden Zwang zu technologischen Verbesserungen nicht auf.
          Die könnte man auch anders organisieren.

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          • Schmeckt gut sagt

            Ein wenig erstaunt bin ich schon, dass du nicht weißt, wass in der landwirtschaftlichen Ausbildung im Stoffplan steht. Im ersten Jahr, also sozusagen als Grundausstattung, erlernen wir den Umgang mit den Strukturen und den Kreisläufen im un auf dem Boden. Dazu gehört zum Beispiel, wie man es erreicht, dass Dauerhumus gebildet und erhalten wird, aber selbstverständlich auch die Nährstoffzusammenhänge nach Justus von Liebig. Aus diesem Grunde werden wir doch so sauer, wenn andauernd bezweifelt wird, dass wir uns hier nicht auskennen (Stichwort – Stoffkreislauf: Was abgefahren wird als Ernte sollte doch wieder zugeführt werden – oder?). Die Analyse Arbeitsteilung – Preisfindung – Abhängigkeiten zum LEH trifft, aber wie kommen wir aus dem Dilemma heraus. Immerhin werden mittlerweile annähernd 70 % aller Lebensmittel von den Big5- Ketten gehandelt. Direktvermarktung funktioniert für einige wenige Betriebe in Stadtnähe, oft zur Ergänzung des Lebensunterhalts. Aber wenn große Investitionen hierfür getätig werden müssen (Milch, Fleisch, Marmelade, Saft…) – wie soll das für viele Neueinsteiger funktionieren? Und die teilweise extremen Ansprüche und Auflagen die zusätzlich auf die Betriebe zukommen? Ich kenne etliche Betriebe im Süden, die mit einem unmenschlichen Arbeitseinsatz einen erfolgreichen Direktvermarktungsbetrieb führen. Aber Freizeit, Urlaub, Ruhe auf dem Hofgelände am Wochenende – Fehlanzeige. Und die schiere Panik treibt die Betriebe ob der immer heftigeren Auflagen fast zur Verzweiflung. Ist dies erstrebenswert? Für einen Hofnachfolger von 20 Jahren? Darüber sollten wir uns unterhalten. Und darüber, dass dies selbstverständlich auch politisch gewollt ist (Lobbyarbeit??). Wir könnten dies natürlich auch über Betriebsgemeinschaften versuchen, aber diese Versuche sind meines Wissens schon oft gründlich in die Hose gegangen. Bauern sind halt Individualisten 😉 .

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            • Stadtmensch sagt

              „aber wie kommen wir aus dem Dilemma heraus“

              Da ihr immer so viel arbeiten müsst und keine Zeit für „Gespinne“ habt lese ich eben den passenden Absatz aus „Das Ende der Megamschine“ vor:

              „So wünschenswert eine sanfte Transformation vom gegenwärtigen räuberischen System zu einer gemeinwohlorientierten Wirtschaft auch sein mag, so wenig ist sie realistisch. Wenn es aber zuvor zu massiven wirtschaftlichen Einbrüchen, Großpleiten mit erheblichen Arbeitsplatzverlusten und politischen Turbulenzen kommt, hängt alles davon ab, wie die Menschen in der Lage sind, sich zu organisieren, welche Auseinandersetzungen und Diskussionen sie in den Jahren zuvor geführt, welche Visionen sie entwickelt haben. Solange das System einigermaßen geschmeidig funktioniert, mögen viele der Widerstandsaktivitäten wie ein Kampf gegen Windmühlen erscheinen, doch sobald das System in chaotische Phasen gerät – und genau das zeichnet sich derzeit ab – werden die in den Mühen der Ebenen gemachten Lernerfahrungen entscheidend. Eine Gesellschaft, die nur aus passiven Fernsehzuschauern bestanden hat, wird mit einem plötzlichen Machtvakuum nichts anzufangen wissen und es dem nächsten Demagogen überlassen.

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            • Sabine sagt

              Wir haben in den letzten Jahrzehnten einen rasante Fortschritte in den Bio-Wissenschaften gemacht. Wir wissen heute mehr über das Leben und wie es sich organisiert als je zuvor. Teilweise stellen diese neuen Erkenntnisse unser Weltbild ganz schön auf den Kopf. Wo vor einigen Jahren noch behauptet wurde, dass ein großes Gehirn dringend notwendig ist, um Informationen auszuwerten begegnen wir immer häufiger auch anderen Systemen, die komplexe Zusammenhänge erkennen können ohne eine große Nervenzentrale. Nachdem man oft mit Staunen feststellte welche Tiere irgendwie intelligentes Verhalten und empathische Fähigkeiten haben, schauen wir nun erstaunt auf Pflanzen und Pilze und stellen fest, dass wir wohl nicht die ersten sondern die letzten sind, die ein schnelles Kommunikationssystem entwickelt haben. Dass es neben und im Stoffkreislauf auch einen Informationskreislauf gibt, wer hätte sich das vor ein paar Jahren vorstellen können? Und wie können wir diese Erkenntnisse einbinden? Vllt. wird es in nächster Zeit weniger wichtig sein bei der Pflanzenernährung die richtigen „Zutaten“ zusammen zu stellen, sondern unsere Nutzpflanzen besser in diese Netze zu integrieren, um sie vor Krankheiten und Schädlingsbefall zu schützen. Dass Unkraut irgendwie immer besser wächst als unsere Nutzpflanzen könnte ja daran liegen, der Verdacht liegt nahe, dass genau diese Unkräuter Kommunikationsspezialisten sind und sich besonders gut mit Bakterien und Pilzen im Boden stellen und so bevorzugt mit Nährstoffen versorgt werden.

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            • fred huber sagt

              Stadtmensch: „Da ihr immer so viel arbeiten müsst und keine Zeit für „Gespinne“ habt… “
              ich hab deine buchempfehlung, „die megamaschine“ vor ca 3 Monaten gelesen, und fand´s eher so lala… 🙂
              das Problem bei diesen politisch-philosophischen büchern, ist immer die praktische Umsetzung, wie du ja so ganz schön zitiert hast.

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            • Stadtmensch sagt

              @Sabine
              “ sondern unsere Nutzpflanzen besser in diese Netze zu integrieren, um sie vor Krankheiten und Schädlingsbefall zu schützen“

              Ja, aber nicht mit Chemie oder Kupfer. Pflanzensoziologie und Mikrobiologie des Bodens halte ich hier für zielführender als die Erweiterung des „linearen Ansatzes“ GVO. Patente auf Leben geht gar nicht. Als ob die Damen und Herren Konzernforscher ihren Wissenstand ohne gesellschaftliche Hilfe erreicht hätten. Sie reklamieren Besitzansprüche für ein Genom, das sie nur leicht modifiziert haben. In der Software-Branche können wir auch nicht einfach Open-Source verarbeiten und verkaufen.

              @Fred: das Buch ist mehr oder weniger eine interessante und neue Sicht auf die Anthropologie, „gewürzt“ mit Geschichte und Philosophie. Interessant deshalb, weil sie herausarbeitet, wie eine kriegerische Expansion quasi zum Selbstläufer wird.

              Bevor man an Lösungen denkt, muss man erstmal die Ursache für das Problem kennen. Wie in der Medizin. Ich kann die durch eine Autoimmunkrankheit äußerlich sichtbaren Symptome nicht mit Salbe heilen, sondern ich muss an Ernährung und Lebenswandel „justieren“.

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            • fred huber sagt

              @Stadtmensch „Bevor man an Lösungen denkt, muss man erstmal die Ursache für das Problem kennen.“

              dann empfehle ich dir „die anatomie der menschlichen desktruktivität“ von erich fromm. was ich da über Nekrophilie gelernt hab… uiuiui, das wird einige fragen über unser Konsumverhalten auf! allerdings ist das ganze buch genauso scheiße zu lesen wie der titel vermuten lässt… um sich da durchzuarbeiten gehört schon ne ordentliche Briese selbsthass dazu! 🙂

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            • Schmeckt gut sagt

              Nochmal, dies „könnte so und so, wäre schön oder neue Erkenntnisse lassen den Schluß zu“ kann man natürlich von außen betrachtet gut finden, aber in der praktischen Umsetzung hakt vieles gewaltig. Bei uns laufen einige Versuche – auch im Bereich Bio. Einiges hilft in gewissem Maße weiter, aber im Großen und Ganzen kosten alle Ansätze zunächst mal viel Geld und die Vertreter dieser „neuen Ansätze“ versprechen oft Wunder. Ja, im Biobereich werden immer mehr Zusammenhänge klar. Um aber im Hochpreisland(auf Kostenseite) und Lebensmittelniedrigpreisland(auf Einnahmeseite – auch Bio) Deutschland so produzieren zu können, fehlt noch eine Menge Erkenntnis. Für mich zunächst kein Anreiz, um auf Bio umzustellen. Das Risiko war und ist immer noch viel zu hoch. Dem reinen Versprechen, dass es funktioniert vertraue ich nun einmal nicht.

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            • Sabine sagt

              Die Sache mit der Spinnerei und der Umsetzbarkeit ist eine berechtigte Kritik. Jedoch gibt es jede Menge Spinnereien, die unseren Alltag revolutioniert haben, nach dem sich mal jemand getraut hat sie umzusetzen. Anfang End des letzen Jahrhunderts war Mobilität schon ein großes Thema, weil ein limitierender Faktor für die Wirtschaft. Während sich die einen traditionell mit der Zucht besserer Pferde und der Herstellung besserer Geschirre, Wagen etc. abmühten, gab es Leute, die Bewegung ohne Pferd dachten. Wer fortschrittlich war investierte vllt. in Dampfmaschinen, Eisenbahn…. Und dann hoppten Leute mit umgeschnallten Riesenflügeln über die Hügel und andere experimentierten mit explodierendem Flüssigtreibstoff…. den es nur in Apotheken gab….. Also, sicher ist die Eisenbahn ein wahnsinniger Fortschritt gewesen, aber die ganz verrückten Spinner mit ihren Hopsern in den Hügeln sind irgendwie weiter gekommen. Die Sache mit neuer Technologie ist verzwickt, wenn sie in den Kinderschuhen steckt sieht sie oft aus wie eine Schnapsidee.

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  8. Altbauer Jochen sagt

    Nachhaltig,-liest sich wie „zurück zu den Wurzeln“
    Wer will schon, wie viele können schon, das Rad zurückdrehen.
    Nichts anderes scheint es mir zu sein bei den Ansprüchen
    die heute gang und gebe sind.
    Komfort, Konsum , Luxus und von allem nicht zu knapp.
    Man kann und sollte wohl auch an einigen „Schrauben“ drehen,
    aber eine fundamentale Umkehr der Verhältnisse halte ich für eine
    Utopie.

    2+

  9. Friedrich sagt

    Mit der Nachhaltigkeit im Privatbereich ist das so ein Problem. Die Wirtschaft hat da schon erhebliche Erfolge erzielt . Wer dort seine Klimabilanz nicht erheblich verbessert hat , den gibt es als Betrieb nicht mehr. Man kann auch sagen , wer seine Kosten nicht ständig senkt , der verschwindet vom Markt , weil kein Gewinn mehr erzielt wird. Anders ist das im Privatbereich. Wir haben meistens ein gutes Einkommen und leisten uns was. Einen Zweitwagen, eine größere Wohnung, ein bis dreimal in den Urlaub. Schönes Hobby, der ehemalige Nutzgarten wird zur Liegewiese usw. . Das Kaminholz läßt man sich fertig ans Haus bringen , genauso die Pizza usw. . Weil man zu Hause nichts mehr macht , fährt man halt in Urlaub oder zum Fußballspiel. All diese Dinge tragen erheblich zu der negativen Nachhaltigkeit oder Klimabilanz bei. Damit werden unsere Autobahnen immer voller, der Spritverbrauch steigt jedes Jahr , auch weil jedes Jahr mehr Urlaubsflüge stattfinden. Wenn man Gemüse im eigenen Garten , vom eigenen Dünger aus der Klärgrube gedüngt , die Gemüsereste von den eigenen Hühnern gefressen und dazu noch eigene Eier hätte, würde sich die Klimabilanz schon erheblich verbessern , weil man dann auch weniger in Urlaub fahren würde, denn die Tiere müßten ja versorgt werden. Allein wenn wir das übernormale Urlaubsgeld in Energieeiensparung in der Wohnung mit Solar- und PV-Anlagen stecken würden ginge es richtig nach vorne. Ottonarmalverbraucher hat für alles gute Ratschläge , nur bei sich tut sich von der Nachhaltigkeit garnichts. Das sollen immer nur die „Anderen“ machen . Mit dieser haltung werden wir „Nachhaltig“ nicht durchkommen.

    7+

    • Stadtmensch sagt

      Ohne Zweit- und Drittwagen, Flugreise, Golf, Lifestyle, Events, „Traum vom Eigenheim“, Traum von der gepflasterten Einfahrt, Traum vom Carport mit blitzenden
      E-Autos drunter, ohne billige Kredite – und jetzt kommts – kein Gewinn! Nennt sich Rebound-Effekt.
      Die menschlichen „Bedürfnisse“ sind unbegrenzt und eigentlich leicht „steuerbar“.
      Nur über die Richtung müsste man sich mal einig werden angesichts nicht unerheblicher Folgewirkungen. Die Effizienzsteigerung bei den Produzenten wird und muss im gegenwärtigen Wirtschaftssystem zu Mehrverbrauch führen. Eine Treibhausgas-Steuer könnte hier eventuell regulieren (bzw. Verbrauch besteuern, statt Arbeit).

      1+

      • Aber man muß auch berücksichtigen, dass nicht so viel Land da ist, dass jede Familie genügend Nahrungsmittel anbauen kann und so viel Wald für ihr Holz da ist!

        Da kann die moderne High-tec Landwirtschaft schon was ganz anderes leisten!

        Ob der Mensch nun für seinen seelischen Ausgleich die Arbeit auf dem Acker oder im Garten braucht?

        Selbst gerodete und gelesene Kartoffeln und gepflückte Äpfel für die Seele?

        Was ist ein „Landwirt mit therapeutischem Hintergrund“

        Was ist ein Therapiehof?
        In Mittelhessen gibt es einen, wenn ich richtig Informiert bin!

        Wer kennt:
        Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn?

        oder hier in Schwerte:
        http://www.zfl.uni-bielefeld.de/praktikumsverwaltung/suche/?id=2428

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  10. Die Alternative dazu, weiterfahren mit SuV, fossile Energien verbrennen und die Umwelt mit Chemie belasten, hohe Ernte Erträge und Massentierhaltung. Am Ende wird das 2 Grad Ziel verfehlt und die Ostfriesischen Inseln gibt es nicht mehr.

    0

    • Wenn die Hälfte der hier produzierten Lebensmittel nicht in den Export gingen (und zum Teil sogar vernichtet oder weggeschmissen werden), würden z.B. die Entwicklungsländer ihre eigene Landwirtschaft stärken und für die Versorgung der Bevölkerung bereitstellen.

      1+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Die Behauptung, dass die Hälfte der hier erzeugten Lebensmittel in den Export gehen, ist Quatsch.

        Der Selbstversorgungsgrad ist rund 93 Prozent, wobei dies angesichts
        der Arbeitsteilung in einer globalisierten Wirtschaft und
        der vom Verbraucher gewünschten Vielfalt vor allem ein
        theoretisches Modell ist.

        1+

    • Das Problem der Landwirtschaft in Entwicklungsländer sind katastrophale Dürren wenig know how wir haben hier günstiges Klima um intensive Landwirtschaft betreiben zu können sowie die Technik und das Wissen dies alles einzusetzen

      0

    • Klimawandel, Bürgerkriege verursacht durch? Hier wird mit Einsatz von Chemie Hochleistungs-Landwirtschaft betrieben, auf Kosten der Natur. Mega Ställe mit Multiresistenten Keimen, Glyphosat Rückständen in Endprodukten. Das kann doch nicht das Ziel einer „modernen Zivilisation“ sein.

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    • Karl Steindorf man kann sich seine Welt natürlich herbeiwünschen wie man möchte. Man sollte aber nie die Rechnung ohne den Wirt machen. Viele wünschen sich alles wie früher wollen aber selber nichts dafür tun, außer vieleicht ein klein bischen mehr Geld dafür zu bezahlen. Nur damit ist es nicht getan. Entweder man macht es selber und lebt auch wieder wie früher oder man akzeptiert in etwa das gegenwärtige. Ich kann doch nicht wirklich verlangen dass ich immer weniger arbeite und dafür immer mehr Geld bekomme und diejenigen die mich ernähren sollen es genau umgekehrt haben? Wunschdenken macht nicht satt.

      2+

    • Uwe Bison, das „klein bisschen mehr Geld bezahlen“ ist auch ein Wunschdenken. Geiz ist nunmal geil, und der Erfolg, etwas billigeres erstanden zu haben macht glücklich 🙈

      3+

  11. Hühnerhaltung aber dann nur mit Methionin von Evonik, von dem 1 kg nach eigenen Angaben 54 kg Fischmehl ersetzt und auch sonst die biologische Wertigkeit von pflanzlichem Protein erhöht und damit Futter einsparen lässt. Welcher Input für die Methioninherstellung benötigt wird, weiß ich nicht.

    Im Übrigen soll Fleisch die Proteinversorgung des Menschen bei gesunder Ernährung allenfalls ergänzen. Die DGE empfiehlt Fleisch seit August nur fakultativ („Wenn Sie Fleisch essen, dann nicht mehr als 300-600 g pro Woche“). Wir brauchen also Bauern für den Anbau v.a. von Getreide und Mais, idealerweise auch von Leguminosen. Vielleicht wären auch synthetisch hergestellte Aminos sinnvoll, z.B. Methionin von Evonik 🙂

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    • „Welcher Input für die Methioninherstellung benötigt wird, weiß ich nicht“. 150 kg Fischmehl/kg 🙂

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      • Das rechnet sich. Immer schön mit Verstand (Kontext!) lesen. 🙂

        Die synthetischen Aminosäuren sind der Grund für die relativ große Futtereffizienz von Hühnern. Nur so wird die angezüchtete Futterverwertungsrate ausgeschöpft.

        Addendum: Presseinformation: DGE aktuell, Presse 08/2017 vom 21. September 2017 (Auszug):

        „Wie können die Referenzwerte für die Zufuhr von Protein erreicht werden?

        Die empfohlene Proteinzufuhr von 0,8 g/kg Körpergewicht pro Tag für Erwachsene entspricht, bezogen auf das Referenzgewicht, einer Zufuhr von 57 bis 67 g Protein pro Tag. Diese Menge kann über den Verzehr proteinreicher Lebensmittel erreicht werden. Dazu zählen bei den pflanzlichen Lebensmitteln vor allem Hülsenfrüchte wie Soja, Linsen und Erbsen. Auch Getreideprodukte wie Brot tragen zur Versorgung mit Protein bei. Proteinreiche tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier ergänzen die Zufuhr.“

        Interessant auch das Video mit dem Sportwissenschaftler der DSH auf der DGE-Homepage.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>synthetisch hergestellte Aminos <<

      Hört sich irgendwie Giftig an, so wie synthetisch hergestellte PSM. 😉

      Dann doch lieber Kupfer, das ist auch im Bioanbau erlaubt.

      1+

    • Stadtmensch sagt

      Warum nicht gleich Tubennahrung für Menschen? Die armen Hühner werden eh nur ein paar Wochen alt, da kann man ihnen auch Altöl zu fressen geben (sehr wirtschaftlich, alles schon dagewesen, Ironie-Ende). Ich finde den Link leider nicht mehr, aber ein Typ (Sportstudent, Macher, linear-Denker) hatte versucht, sich mit einer Universalnahrungspaste (Produktname war glaub ich sogar Soylent) selbstständig zu machen.

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      • Warum nicht? „Tubennahrung“ ist im Sport sehr verbreitet und absolut akzeptiert, Kohlenhydratgel mit extra hohem Salzgehalt gibt es tatsächlich in der Tube, ansonsten gibt es vieles in Riegel-. Pillen- und Pulverform. Aber wer verzichtet schon auf ein tolles (alkfreies) Weißbier nach dem Sport. Bei RTFs im Radsport ist die Bratwurst noch sehr verbreitet, obwohl physiologisch blödsinnig – auch eine Art Tube mit nicht mehr hundertprozentig nachvollziehbarem Inhalt. 😉

        Übrigens, nachweislich sinnvoll ist nur Kreatin zur Erhöhung der Maximalkraft (größerer Wachstumsreiz für den Muskel) und eine Proteingabe kurz nach dem Trainigsreiz, dazu sind Shakes und Riegel einfach praktisch für unterwegs.

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    • bauerhans sagt

      methionin und cystin können im mineralfutter für schweine bei hohem lysinanteil zusätzlich geordert werden,damit das futter ausgewogen ist.
      ergibt magere turboschweine.

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  12. Harald Müller sagt

    Willi, ich muss dem Meme leider widersprechen. „Nachhaltige Ernährung“ bedeutet in erster Linie einen in sich geschlossenen Nährstoffkreislauf.
    Der Text müsste also eher so lauten:

    „Nachhaltige Ernährung:
    Eigene Exkremente sammeln und auf die Fläche zurückbringen, auf der die eigenen Lebensmittel erzeugt wurden.“

    Daher: Plumpsklo statt Kanalanschluss!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Kommunen zwingen einem, nur in die Rohre des Abwasserverbandes zu Sch……!

      Die Auflagen an eine dezentrale Abwasserentsorgung sind so hoch, dass Einzelgehöfte selbst kilometerweite Abwasserleitungen legen. Bei uns läute es noch von alleine ab. 😉

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      • Stadtmensch sagt

        Es gibt schon einige Modellregionen (vulgo: Ökodorf), wo die autarke Grauwasser-Aufbereitung funktioniert. Geruchlose Trockentoiletten ohne Chemie sind auch schon (wieder)erfunden. In der „freien Marktwirtschaft“, kann man aber leider niemanden zu ökologischer Bauweise zwingen. Zukunftsfähiges Bauen funktioniert nur mit Nährstoff-Separation (sprich: Urin und Kot separat erfassen bzw. nicht mit dem übrigen Brauchwasser vermischen). Voraussetzung auch hier wieder, die Möglichkeit zur Kompostierung ohne viel Transport und Fremdenergie.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Sie wollen mir nicht allen Ernstes ein Plumsklo empfehlen? 🙁

          Ich punkte mit eigenem Gemüseanbau,

          Hühner die Gemüseabfälle fressen,

          eigenes Holz verfeuern,

          32,5 KW Photovoltaik,

          Bezug von Ökostrom, was ich nicht selbst erzeuge.

          Und wenn die Bahnschienen bei Rastatt wider ganz sind, dann fährt mein jüngster Sohn wieder mit der Bahn nach Karlsruhe.

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          • Stadtmensch sagt

            Plumsklo darf man natürlich nicht dazu sagen. Das heißt jetzt
            Separett Privy. …und ich überlege ernsthaft, ob ich umrüste. Ich brauch die Sch…e.

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            • Wofür Stadtmensch?

              Pass aber auf, dass du nicht so viele Chemikalien und Rückstände (kann im Urin sein) aus Medikamente da rein machst, denn dann ist es zur Düngung im Garten wieder nicht geeignet!

              Ob es dann in eine Biogasanlage darf?
              Weiß ich nicht!

              3+

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Eine High·tech Schüssel, toll.

              Was machst Du mit dem Urin, den kannste nicht benutzen, da ist dein Diclofinac und die Östrogene deiner Frau drinne.

              Wenn du den Urin in dein Gemüsebeet kippst, wachsen deinen Söhnen Brüste. 🙁

              3+

  13. Nachhaltige (Hochschul-)Ausbildung: immer nur Einsen schreiben, immer der Jahrgangsbeste sein, sich nie mit weniger zufrieden geben. Ansonsten sofortiger Abbruch und direkt Hartz IV.

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    • bauerhans sagt

      „immer nur Einsen schreiben“

      ich hab jemanden in der familie,die mit 17 abi gemacht hatte,naja,gewöhnungsbedürftig.

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    • Das versteht man in der Hochschule unter Nachhaltigkeit???

      für mich ist Nachhaltigkeit etwas, was man nachhalten muß,
      also in der Forstwirtschaft, dass nicht mehr Bäume gefällt werden dürfen, wie nachwachsen;

      bestimmt um dem Wald und sein Ökosystem zu erhalten!

      Das Selbe gilt für die Ressourcenausbeutung dieser Erde;

      den Ackerboden fruchtbar zu erhalten ist auch nachhaltig, also für die kommende Ernte fruchtbar zu erhalten, ist auch nachhaltig!

      2+

      • Lieschen Müller sagt

        Der Irssinn nahm seinen Anfang, als man begann vom „nachhaltigen Wachstum“ zu sprechen. Also im wirtschaftlichen Sinne. Die Tharandter Forstleute meinten wirklich nur den Wald. Wenn die Wirtschaft immerzu, also nachhaltig, wachsen soll, dann ist sie irgendwann unendlich groß.

        1+

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