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Früher war alles besser…

Hier ein halbstündiger Film aus 1931, der die Arbeit auf einem großen Bauernhof zeigt und erläutert. Danach kann ja jeder für sich selbst entscheiden, ob er/sie gerne zu der Zeit gelebt und gearbeitet hätte.

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79 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Ich denke nicht, dass irgendwer ernsthaft dahin zurück will. Die Leute waren nicht gesünder als heute, dass ist ein falscher Eindruck. Damals war die Lebenserwartung auf dem Land und in den Städten sehr viel niedriger. Dass wir so viele Krankheiten erleben, hat was damit zu tun, dass wir viele Krankheiten überleben.
    Dass die Natur damals mehr geschont wurde, glaube ich kaum. Die ersten Dust Bowl Ereignisse in den USA waren in den 30igern des letzen Jahrhunderts. Die Erde war so kaputt gepflügt und ausgetrocknet, dass der Wind die fruchtbare Erde in riesigen Staubstürmen wegtrug. Bei uns waren Bäche und Flüsse oft so von Abwässern der aufstrebenden Industrie verseucht, dass man nicht in die Nähe ging. Sauber war das Wasser höchstens kurz nach dem Krieg, als die Fabriken alle weg gebombt waren.
    Dass das soziale Leben reicher war, mag bei einigen Familien zutreffen, aber schaut man sich an, was damals an Alkohol in sich rein geschüttet wurde, hab ich eher den Eindruck, dass die meisten Leute sich ihr Leben schön gesoffen haben. Auch weil gescheiterte Ehen einfach weiter geführt wurden, weil man einfach kein Geld hatte sich scheiden zu lassen. Heute würde keine Frau mehr einen Mann tolerieren, dem man am Zahltag das Geld abnehmen muss, damit er es nicht in der nächsten Eckkneipe versäuft und dann nach Hause kommt und die „Möbel rückt“. Wie man häufig mit Kindern umging, brauch ich wohl nicht näher beleuchten. Was bis in die 60iger alles unter als erzieherische Maßnahmen auch von Pädagogen propagiert wurde, macht heute nicht umsonst als Missbrauchskandal Schlagzeilen. Früher war Vieles einfach viel schlechter.

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    • Dazu muss man allerdings wissen, dass sich die Lebenserwartung mit Beginn der Agarisierung erst mal halbiert hat. Tiere in freier Wildbahn haben zwar häufig Parasiten, aber sonst kaum Krankheiten. Und trotzdem werden unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, in freier Wildbahn 50 bis 60 Jahre alt. Mit der Agarisierung und Sesshaftwerdung sank das Durchschnittsalter beim Menschen auf 30 Jahre. Und davon hat er sich lange nicht erholt.

      Die Amish people sind übrigens das lebende Gegenbeispiel für Deine Annahme. Die werden mindestens gleich alt wie der Durchschnittsamerikaner, ein Teil sogar viel älter, und das bei wesentlich besserer Gesundheit. Das heißt, auch die Alten sind bei denen in der Regel noch fit.

      Ich glaube, es macht die Leute krank, wenn sie das, was sie tun, nicht gern tun. Und Tatsache scheint zu sein, dass die meisten Bauern eben nicht gern körperlich arbeiten wollen. Die Anderen übrigens auch nicht, deshalb wählen sie ja Schreibtischberufe. Dann muss man das eben so akzeptieren.

      Hinrissig finde ich es allerdings, wenn dieselben Leute, die körperlich offenbar nicht gern arbeiten, stundenlang durch die Gegend joggen oder radeln, um ihren Körper auf diese doch recht sinnlose Weise fit zu halten. Sinnlose „Arbeit“ macht uns Menschen offensichtlich mehr Spaß als eine, die gleichzeitig mit einem Zweck verbunden ist.

      Wenn ich heute die Hunderte von Joggern sehe, kommt mir schon ab und an der Gedanke, dass wir auf den Bäumen hätten bleiben können. Vor einer Million Jahren haben wir beim Joggen wenigstens noch unsere Nahrung aufgesammelt und den Planeten mit anderen Lebewesen geteilt. Dann haben wir angefangen, die Natur zu zerstören, die Anderen auszurotten und uns wie die Heuschrecken zu vermehren, bloß um am Ende wieder zu joggen. Wie doof ist das denn?

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wo haben sie den Unsinn her,
        dass sich die Lebenserwartung mit der Agrasierung halbiert hat?

        Sie beklücken uns mit ihrer MEINUNG, die in den wenigsten Fällen der Realität entspicht.

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        • Die Halbierung der Lebenserwartung hat mehrere Gründe:

          Ein Komplex aus Gründen dreht sich darum, dass die Fruchtbarkeit der Böden nach der Brandrodung innerhalb weniger Jahre/Jahrzehnte nachließ, sodass Bodenbearbeitung zu harter Arbeit wurde, für die man bald auch Sklaven heranzog.

          Ein zweiter Komplex aus Gründen dreht sich um die Bewässerung bzw. die fehlende Bewässerung. Die sesshaften Ackerbauern kamen mit zu nassen oder zu trockenen Jahren schlechter zurecht als vormals Jäger und Sammler. Tatsächlich fällt die Agrarisierung mit einer Zeit der Klimaerwärmung zusammen.

          Ein dritter Komplex aus Gründen dreht sich schließlich um die Sesshaftwerdung. Sowohl das enge Zusammenleben mit Tieren wie auch mit Menschen dauerhaft am selben Ort brachte zahlreiche Krankheiten hervor, die es vorher nicht gegeben hat. Fäkalien verschmutzten Flüsse und Trinkwasser und die Speicherung von Vorräten zog Ratten und Mäuse an, die Krankheiten übertrugen.

          Dafür hatten die Ackerbauern deutlich mehr Kinder. Deshalb hat sich der Ackerbau auch immer weiter ausgebreitet.

          Ich beglücke Sie nicht mit meiner MEINUNG, sondern mit dem, was Stand der historischen Forschung ist.

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        • PS: Die Lebenserwartung des heutigen zivilisierten Menschen mit der von heutigen Naturvölkern zu vergleichen ist unzulässig, weil Naturvölker, so es sie überhaupt noch gibt, nur noch in Gebieten leben, in denen das Überleben schwer ist. Die Gebiete mit „menschenfreundlichen“ Bedingungen hat die sogenannte zivilisierte Bevölkerung schon längst unter sich aufgeteilt.

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      • Mausschubser sagt

        Das mit dem Durchschnittsalter ist so eine Sache. Wenn mehr Kinder geboren werden, und durch hohe Kindersterblichkeit früher sterben, dann sinkt das Durchschnittsalter. Insofern ist die Betrachtung des Durchschnittsalters nicht zielführend. Man müsste wissen, wie sich bestimmte Altersgruppen entwickelt haben und die Todesursachen mit betrachten. Das dürfte für den Zeitraum Jungsteinzeit allerdings schwierig sein, da wir statistisches Material nur indirekt bekommen.
        Der Übergang vom Jäger zum Ackerbauer brachte allerdings wie Sie richtig schrieben nicht nur Vor- , sondern auch viele Nachteile. Über deren Sinnhaftigkeit sich man natürlich treffend „streiten“ kann.
        Dazu gibt es ja treffend die Geschichte vom armen Fischer und dem erfolgreichen Unternehmer.

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  2. Danke für den Link. Total interessant. Zitat: „Wer empfindet angesichts solcher Bilder nicht einen tiefe Sehnsucht nach einer Zeit der Ruhe und Zufriedenheit. Im Nachglanz treten die Bilder noch lockender hevor“ 🙂 Ich stelle mir jetzt eine Demo von jungen Leuten vor, die die alten Berufe der „Garbenbinderin“ oder des „Dreschers“ wieder haben wollen. Oder eine Protestaktion der Grünen gegen „Schindermaschinen“ (Dreschmaschinen)….

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    • 1930 starben von 1000 Kindern noch 100 vorm 5. Geburtstag (heute ca. 5) und die Lebenserwartung war ca. 20 Jahre weniger, als heute. Das scheint für viele Menschen ein erstrebenswerter Zustand zu sein. Warum sollen sie dann vor Hungersnöten zurückschrecken?

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  3. Der Film ist in Ordnung doch die romantisierung der Zeit ist nicht verständlich, und aussagen über Tierhaltung und Ackerbau sind fragwürdig. Aber was ist 20 Stunden Arbeitszeit, Frauen Ausbeutung und Kinderarbeit schon dabei. Arbeiten für essen und einen Schlafplätze. Ich wünsche allen eine gute Nacht, und gute Träume

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  4. Friedrich sagt

    Wer wollte denn noch so leben. Die Landarbeiterfamilien lebten in ein bis zwei Zimmern. Die einfachen , unverheirateten Knechte schliefen bei den Pferden. Wer davon träumt , hat den Schuß noch nicht gehört. Es gab fast nur Handarbeit. Die Technisierung setzte erst kurz vor dem Krieg ein. Nach dem Krieg ging es aber wieder von vorne los. Die Millionäre lebten damals schlechter , als heute die Arbeiter. Auch die soziale Sicherung war damals kaum vorhanden. Kein Bauer würde heute noch so arbeiten wollen. Sicher war früher auf den Dörfern mehr los und mehr Zusammenhalt. Heute geht jeder seinen eigenen Weg, weil ökonomisch unabhängig. Auch heute arbeiten die Bauern noch mit der Natur. Die körperliche Arbeit ist erheblich zurückgegangen. Dafür gibt es mehr Arbeitsdruck und Stress. Während früher eine Arbeitskraft keine zehn Personen ernährte , sind es heute über 150 Personen. Durch die Leistungssteigerung in allen Berufsfeldern , ist heute der Lebensstandard bei allen Mitbürgern erheblich gestiegen.All das sollte nicht vergessen werden. Wir sollten uns von den grünen Ideologen nichts vormachen lassen. Die leben alle bei gutem Einkommen sehr gut und meinen den anderen Mitmenschen das Wasser zu geben , während sie ihren Sekt saufen. Diese Rechnung wird nicht aufgehen. Da kann man auch Ökopopolismus zu sagen. Mit deren Vorstellungen würden wir hier Pleite gehen.- – Der Kaiser hatte für Agrarprodukte den Weltmarktpreis eingeführt mit der Folge , daß in den 20 er Jahren viele Bauernhöfe in die Pleite gingen. Genauso will das die EU mit den Weltmarktpreisen. Von den 280.000 Bauernhöfen von heute sterben jedes Jahr rd. 3% (8000) Höfe. Man hat errechnet , daß in 20 Jahren nur noch 100 – 120.000 Höfe da sind . Die haben aber nicht mehr wie heute rd. 66 ha , sondern dann 160 ha . Da hat der „Bäuerliche Familienbetrieb“ keine Chance mehr. Das gelabere der Politiker kann ich nicht mehr hören. Die lügen , wenn sie den Mund aufmachen , aber ändern will keiner was. So lange billig und „Geiz ist Geil“ vorne stehen , wird sich nichts ändern. Der Verbraucher will billig , so hat es die Wissenschaft festgestellt , aber zahlen will er nicht dafür . Damit wird das Hofsterben weiter gehen.

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    • Hans-Günter Felser sagt

      Ihr Hass auf „den Konsumenten“ ist unüberhörbar.(Rest gelöscht. Administrator: wir dulden keine persönlichen Beleidigungen.)

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      • Hans-Günter Felser sagt

        An den Administrator: War das so schlimm? Ich kaufe nicht bei einem „Erzeuger“, der Hass auf den Konsumenten hat. Dürfte doch unter „persönlichen Schutz“ laufen, oder?

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    • @ Friedrich

      Das ist ein Kommentar à la „wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. Auf der einen Seite singst du ein Loblieb auf die Technisierung und bist stolz darauf, dass ein Bauer heute nicht mehr 10, sondern 150 Leute ernährt, auf der anderen Seite jammerst du über das Höfesterben.

      Je mehr Leute ein Bauer ernährt, desto weniger Bauern braucht man. Das ist doch wohl logisch. Und weitere Technisierung wird dazu führen, dass man noch weniger Bauern braucht. Auch das ist logisch.

      Auch der bäuerliche Familienbetrieb setzt auf Technisierung. Die Qualität der Nahrung ist bei einem kleinen Hof deshalb nicht anders als bei einem großen. Die Erwartungshaltung, dass ein Verbraucher für dieselbe Qualität mehr bezahlen soll, nur weil der Hof kleiner und ein Familienbetrieb ist, ist absolut irrational.

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      • bauerhans sagt

        „….warum die Amish im Vergleich gesundheitlich so viel besser abschneiden.“

        die amish arbeiten und leben ohne hektik,weil sie auf pferde angewiesen sind,die regelmässig pausen brauchen,essen das,was sie selbst anbauen,benutzen keine synthetischen mittel.
        zur ruhe kommen die nur beim kirchgang.
        stress haben die frauen sicherlich beim „immerschwangersein“,die haben sehr viele kinder,der zusammenhalt in der gemeinschaft ist sicherlich auch nicht stressfrei.

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        • Ich lebe gern ohne Hektik, deshalb nehme ich an, dass die meisten Menschen das auch wollen. Ich mache die Technisierung dafür verantwortlich, dass das Leben so hektisch geworden ist.

          Da die Amishen eine religiöse Gruppe sind, kann ich mich als areligiöser Mensch nicht mit denen identifzieren, das ändert aber nichts dran, dass sie trotzdem im Schnitt gesünder sind.

          „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht“ ist ein religiöser Auftrag, den die Menschen leider viel zu lange viel zu wörtlich genommen haben.

          Im Grunde ist dieser angebliche Auftrag nichts anderes als eine Selbstermächtigung. Im Rahmen der Agrarisierung hat der Mensch Götter erfunden, um sich über die Tier- und Pflanzenwelt erheben zu können. Mit dem Einen Gott wurde sein Herrschaftsanspruch dann absolut. Die Alleinherrschaft wurde auf einen erfundenen Gott projiziert, der dem Menschen dann wiederum die Erlaubnis gab, an seiner Stelle zu agieren. Man könnte über diesen billigen Trick schmunzeln, wenn das Ergebnis nicht so traurig wäre.

          Der Mensch war schon immer gut darin, die Verantwortung für das, was er tut, auf irgendjemand anderen abzuwälzen.

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          • bauerhans sagt

            „Mit dem Einen Gott wurde sein Herrschaftsanspruch dann absolut.“

            der diente den mächtigen nur dazu,die anderen „bei der stange zu halten“.
            LUTHER war der erste,der versucht hatte,dieses aufzubrechen,hatte leider nur kosmetische änderungen gebracht.
            AMMAN hatte seine gruppe immer wieder ins exil geführt,letztlich nach amerika.

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  5. Hans-Günter Felser sagt

    Wird dieses spannende Zeitdokument jetzt zu Propaganda für Gifteinsatz verwendet !(?) Das wäre schade. Warum nicht Berichte aus den Zeiten der Pioniere im wilden Westen, wo neben der Feldarbeit noch die „Indianer“ an den Skalp wollten? Oder Vorkriegsfilmchen (WWI) aus der preußischen Landjunkerzeit, oder aus der k.und k. Zeit. Oder Dorf- und Pußtazauber, das kann man sich dann bei „Ich denke oft an Piroschka“ (spielt um 1925) ansehen. Soziale Aspekte: Die Großgrundbesitzer haben ihre „Mitarbeiter“ auch schön geschunden- oder sollte man besser sagen „ge-knechtet“? Man muss aber auch nicht so weit in den Osten gehen, zu gewissen Zeiten haben sich die Großbauern wie Adelige gebärdet. Aber Schwamm drüber. Es ist ein interessantes Zeitdokument und es zeigt die Bodenbearbeitung ohne Gifteinsatz. Ebenso beachtlich die damaligen Sicherheitsvorstellungen bzw. das damalige „Arbeitsschutzmanagementsystem“ – sehr gut zu sehen zwischen 7:48 – 7:58 – tja, no risk no fun schon damals… :-). Wo wird heute noch Bohnenhafer angebaut? Welcher Bauer oder Erntehelfer hat heute noch Klompen (s. 15:20) an? Oder Schöpfbrunnen? Düngung – Ja, man hatte einen guten Verstand, was der Boden nötig hatte. Ernten und Schälen in einem Arbeitsgang – vorbildlich, oder? Wer kann denn einem Wanmderschäfer noch die verabredeten Zeichen setzen (z.B. eine „Wüsch“)? Ich habe geschäfert und kenne sie noch, die Stecken mit Srohwickel, etc. . Sagen wir mal: Nicht alles war früher besser, es war anders. Dass man die heutige Technik und das Wissen aber auch positiver im Sinne der Natur und der Gesundheit anwenden könnte, als es der Fall ist, geht jedem Betrachter des sehr informativen Reports auf. Weniger Schufterei, dennoch Schutz der Natur und giftfreies Erzeugen, z.B. . Man war „geerdeter“. Heute ist vieles Wissen und die Tradition der damaligen Zeit verarmt – und die Demut und der Respekt vor der Umwelt ebenso. Eines geht nicht: Auf die damalige Zeit verweisen und den heutigen Gift-Einsatz als besonders progressiv darzustellen. Danke jedenfalls für das Teilen dieses Zeitdokuments.

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    • Bauer Willi sagt

      Herr Felser
      Es fehlt nur noch die Antwort auf die Frage, ob Sie dahin zurück wollen. Oder ob Sie dies von den Bauern erwarten. Ich habe darüber mit meiner Mutter (95) gesprochen.
      Machbar ist übrigens alles, hat aber Folgen…
      Bauer Willi

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      • Hans-Günter Felser sagt

        Die Parameter bzw. Ausgangsbasis sind ja nicht mehr gegeben. Z.T. sind Fakten geschaffen worden, die in die Sackgasse führen. Trotz anderslautender Beschönigungen sind die Böden der „konventionellen“ Landwirte ver-wüstet. Humus ist ein Fremdwort geworden. Toter Staub, als Trägermasse degradiert, das ist der heutige „Ackerboden“ vielerorts. Eigenes Saatgut zurücklegen? – Wer tut es noch? Eines ist auch gewiss: Die in dem Film haben keine Subvention bekommen und waren aber auch freier in den Entscheidungen. Zur Frage: Ich war nie in dieser Zeit und kann daher auch nicht dahin zurück. Aber es gibt Konzepte, wie wir wieder gesünder, unbeschadeter an Leib und Seele leben könnten. Wenn immer nur über den Preis produziert wird, dann kann ich nur erkennen (und das gilt für alle Branchen): Es gibt immer einen, der noch billiger produziert. – Aber auch das hat dann am Ende seinen Preis.

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        • Mark Rössler sagt

          Sie stammen nicht aus der Landwirtschaft?
          Eine Bodengefügeansprache und Bewertung haben sie ebenso wenig gemacht, wie ein Bodenprofil ausgehoben,
          meinen dann aber über den Zustand der Böden urteilen zu können?

          Eigenes Saatgut wird in meinem Betrieb nun in der dritten Generation nicht mehr zurück gelegt, das sind mittlerweile fast 100 Jahre. Diese Aufgabe überlassen wir den Profis in diesem Bereich, den Züchtern und Vermehrern.
          Es werden auch keine Ochsen oder Pferde mehr zur Landarbeit gezüchtet, heute wird ein Traktor von den Profis der Hersteller und Händler geordert.

          Ich nehme an, Sie haben Ihren Text auch nicht wie früher in Handschrift per Brief an Willi gesendet, sondern ganz hochtechnisiert einfach in den PC, das Tablet oder Smartphone getippt.

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          • Hans-Günter Felser sagt

            Ich habe als Jugendlicher Landwirtschaft mit betrieben: 250 Schafe (Muttertiere und ein Bock) rund ums Jahr betreut, ge-ackert in doppeltem Wortsinn, eigenes Heu, Futterrüben, „Frucht“ (gemeint ist Weizen) gesät, geerntet mit einem Massay-Ferguson-Mähdrescher mit VW-Motor neben mir – ohne Klimaanlage, Federung, GPS und Kabine-nein, Staub, Hitze, Dreck, Lärm – aber auch das war OK). Und vieles mehr. Es war nicht schlecht, aber schon enorme Schufterei manchmal. Aber ich war nicht unglücklich. Wissen Sie, ich bin nicht Ihr Feind, ich versuche einen Dialog. Und dass wir zusammen im Internet kommunizieren können, ist eben ein Umstand der heutigen Zeit. Das schließt aber nicht aus, dass wir die „Errungenschaften“ der Jetztzeit nicht sinn-voller und ethisch korrekter anwenden könnten. Keiner weiß alles – wer das behauptet, verkennt die Situation oder ist größenwahnsinnig. Also bleiben wir doch bitte alle (Sie und ich auch) mal auf „dem Teppich“, vielen Dank. Triggern Sie sich doch nicht selbst und springen mir direkt an die Kehle (sinngemäß), wenn etwas außerhalb Ihrer Vorstellung stattfindet. Und ja, die Äcker der „Konventionellen“ werden von Profis analysiert. Lügen Sie sich doch keine Biodiversität auf vergiftete Flächen, vielen Dank.

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            • Schön prima, man kann ja diskutieren, aber wenn unsere Flächen wirklich vergiftet wären, dann würde ja gar nichts mehr darauf wachsen. Deswegen ist eine gewisse Biodiversität da noch erhalten!
              Haben sie schon mal ein staatl. Bodenlabor von innen gesehen?

              https://www.smul.sachsen.de/bful/14109.htm

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            • Hans-Günter Felser sagt

              @Inga Nein, es wächst noch was, aber auf kleinstem Niveau. Kranke Böden, kranke Pflanzen. Ergo: Nothilfe mittels Pestiziden. Aber: Ist das normal? Ist das normal, eine Pflanze ständig als Krücke unterstützen zu müssen? Was ist das für eine Pflanze? Ist sie vital und widerstandsfähig? Ist sie „Lebens-Mittel“? Eine siechende, stets Mittels Giften bevorzugte Pflanze – ist sie „Lebens-Mittel“ – oder nur ein armer, wertloser Pflanzen-Krüppel, den ich durchgeboxt habe?

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            • bauerhans sagt

              „Nein, es wächst noch was, aber auf kleinstem Niveau.“

              das ist ja unser „problem“,dass erträge auf höchstem niveau eingefahren werden und märkte unflexibler unelastischer produkte nicht zu steuern sind.
              besser wären quoten.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Sie haben als Jugendlicher Landwirtschaft betrieben,
              warum jetzt nicht mehr?
              Zeigen sie den Bauern vor Ort wie es geht, dann sind sie auch glaubhaft. Betreiben sie selbst einen Bauernhof.

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            • Dieser Tage habe ich einen Artikel gelesen des Inhalts, dass heute bereits jeder Dritte, in absehbarer Zeit jeder Zweite an Krebs verstirbt.

              Aus meiner Erfahrung im Krankenhaus kann ich hinzufügen, dass, wenn der Mensch erst mal über die 80 hinaus ist, die Sterberate durch Krebs wieder abnimmt, d.h. die ältesten unserer Mitbürger sterben weniger häufiger an Krebs als bspw. die 70jährigen.

              Jede Alterstufe für sich bis 70 J. verzeichnet seit ca. 50 Jahren eine kontinuierliche Zunahme an Krebs. Das ist auch bei Kindern der Fall.

              Ich kenne außerdem kaum einen Menschen über 50, der keine Pillen nimmt.

              Dazu die ganzen Allergien, die gerade auch bei Kindern in geradezu erschreckendem Ausmaß zunehmen.

              Der Aufwand, die Menschen, wenn schon nicht gesund, so doch halbwegs lebenstüchtig zu erhalten, ist in den letzten 50 Jahren exponentiell angestiegen. Wir haben heute mehr als 4mal so viele Ärzte wie vor 50 Jahren und jeder 10. Arbeitsplatz ist heute einer im Gesundsheitswesen. Pro 250 Bundesbürger (nicht Patienten!) gibt es einen Arzt. Und es ist immer noch nicht genug.

              Im Vergleich dazu gibt es bei den Amish people rund 60% weniger Krebs und Herzerkrankungen. Die leben auf demselben Planeten, die Luftverschmutzung kann es also nicht sein, auch nicht die radioaktive Grundverseuchung durch die oberirdischen Atomwaffenversuche, die ich zuerst in Verdacht hatte. Die Amish people pflegen eine Lebeweise wie vor ca. 200 oder 300 Jahren unter Adaption einiger ausgewählter Neuerungen.

              Es gab schon immer Krebserkrankungen, das ist richtig, aber die epidemische Zunahme dieser Erkrankung verläuft parallel zur Industrialisierung der Landwirtschaft. Ich frage mich schon, ob es da einen Zusammenhang gibt. Ich frage mich inzwischen auch, ob unsere Nahrung tatsächlich noch „gesund“ ist, selbst wenn die wissenschaftlichen Nährwerte, Vitamine, Mineralstoffe etc. vorhanden sind. Wenn ich die automatisierte Fließbandproduktion unserer Nahrung sehe, kann ich mir das nicht vorstellen.

              Und ich frage mich eben, warum die Amish im Vergleich gesundheitlich so viel besser abschneiden.

              Ich sehe unsere Kinder, die im Schnitt heute schwächlicher und kränker sind als wir damals. Jungs von heute haben gegenüber Jungs von vor 20 Jahren deutlich weniger Körperkraft. Auch die Körperbeherrschung und Feinmotorik lässt nach. Die von der Sonne braun gebrannten, vor Gesundheit strotzenden Kinder sieht man heute nicht mehr. Außer bei Amish und Schweizer Bergbauern.

              Nein, es ist kein fun, an Krebs zu sterben. In der Regel ist es eine mehrjährige Höllentour durch Operationssäle, Chemotherapien, Bestrahlungen und zuletzt alternative Heilmethoden.

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            • „Dieser Tage habe ich einen Artikel gelesen des Inhalts, dass heute bereits jeder Dritte, in absehbarer Zeit jeder Zweite an Krebs verstirbt.“ SolcheArtikelsind allenfalls dazu geeignet, Panik zu verbreiten, mehr nicht Alarmismus). Laut DKFZ sieht die Lage anders aus: die Krebssterblichkeit geht seit Jahren zurück.
              Noch kurioser wird es, die angebliche Problematik der „industriealisierten Landwirtschaft“ in die Schuhe zu schieben. Und sowie so an allem scheint die IL schuld zu sein, sogar an der schwächlichen und ausgebleichten Jugend. Der Aufbau dieser schwachsinnigen Argumentation ist immer die gleiche, ob beim Insektenserben, Nitrat, Klimawandel etc. oder eben jetzt mit der Krebsrate. Man steht vor einer angeblichen Katastrophe (hier:in absehbarer Zeit jeder Zweite an Krebs verstirbt.), hat keine Ahnung und braucht einen Schuldigen. Als Pseudobeweis zaubert man dann Kuriositäten aus dem Hut, wie hier die amish. Die haben wir allerdings schon abgehandelt.

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            • Sorry, ich habe mich falsch ausgedrückt. Es muss heißen: die zweithäufigste Todesursache sind Tumore. Bei Kindern sind Gehirntumore übrigens die häufigste Todesursache.

              Sorry, aber ich will endlich mal aufräumen mit der Mär, dass wir heute alle angeblich so viel gesünder sind als die Altvorderen. Der Aufwand im Gesundheitswesen wird immer größer, und das liegt eben nicht allein daran, dass die Leute immer älter werden. Das ist nicht wahr!

              Sorry, aber Krankheit ist eben NICHT der Normalfall, zu dem sie heute gemacht wird. Krankheit ist der Ausnahmefall. Bloß in unserer Welt ist das nicht mehr so.

              Sorry, aber Krankheit hat Ursachen. Und die industrielle Landwirtschaft als eine dieser Ursachen in Betracht zu ziehen, ist durchaus legitim.

              Sorry, Dein Kommentar zielt nur auf Verunglimpfung ab, lässt aber jede Argumentation vermissen.

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            • „Sorry, Dein Kommentar zielt nur auf Verunglimpfung ab, lässt aber jede Argumentation vermissen.“ Eine solche Niveaulosigkeit war mir bisher von Dir nicht bekannt.

              „Und die industrielle Landwirtschaft als eine dieser Ursachen in Betracht zu ziehen, ist durchaus legitim.“ Wie bitte?? Du hast alle anderen Ursachen ausgeschlossen (Radioaktive Grundverseuchung etc) und die IL als einzige Ursache stehenlassen, ohne irgend einen Beweis dafür anzuführen! Ist das etwa die Agumentationsweise, die DU meinst?

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            • Der Gedankengang ist der: Wenn die Amish deutlich gesünder sind als der Rest der amerikanisch-europäischen Bevölkerung kann weder Luftverschmutzung noch radioaktive Grundverseuchung die Ursache sein, denn die Amish sind derselben Luftverschmutzung, radioaktiven Grundverseuchung, Hormonen im Wasser und was sonst immer so angeführt wird, um den beklagenswerten Gesundheitszustand der westlichen Zivilisation zu erklären, ausgesetzt. Was bleibt dann also übrig? Die Nahrung und die Technisierung.
              Schon mal was von Ausschlussdiagnosen gehört?

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            • Anschlussdiagnose: Seit in Deutschland die Zahl der Störche signifikant steigt, steigt auch wieder die Geburtenrate. Die Männer und Frauen sind nachweislich nicht fruchtbarer geworden, also bleibt nur noch der Storch … ergo, wenn wir das Problem der Überbevölkerung lösen wollen, müssen wir die Störche abschiessen ….. 🙂

              Zu Deinem Gedankengang: Luftverschmutzung etc. ist lokal/regional stark divergent, ein Großteil der westlichen Bevölkerung ist möglicher Weise stärkeren Belatungen ausgesetzt als solche, welche mehr abseits der Zentren leben. Deine schweizer Bergbauern leben meist in „Luftkurorten“. Ob die Amishen wirklich signifikant gesünder sind wage ich zu bezweifeln, älter werden sie jedenfalls auch nicht. Eine hohe Ärztedichte muss nicht immer auf einen schlechten Gesundheitszustand hinweisen, möglicher Weise ist eine hohe Ärztedichte sogar eine Ursache für eine (statitische) Verschlechterung des Gesundheitszustandes (Falschdiagnosen, Übertherapierung etc.). Bei ernährungbedingten Krankheiten ist mit Sicherheit der kleinste Teil auf die IL zurückzuführen. Die industrielle Nahrungsmittelverarbeitung mit Konservierungsmitteln, Farbstoffen und Geschackstoffen etc. hat sicherlich einen größeren Einfluß ebenso die Ernährungsgewohnheiten. Dies alles der IL anzulasten halte ich für nicht legitim.

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            • Die Geburtenrate in Deutschland ist in diesem Jahr tatsächlich wieder etwas angestiegen. Den Grund dafür darf man aber nicht sagen, sonst ist man gleich ein Rassist oder ein Nazi. Also bleiben wir bei den Störchen 🙂

              Nach dem, was hier in diesem Blog vertreten wird, müsste die Lebenserwartung bei den Amishen deutlich GERINGER sein. Die geringere Lebenserwartung unserer Vorfahren wird doch eindeutig bei der harten Arbeit aufgrund mangelnder Technisierung verortet. Da spielen doch weder Ausbeutung, Zwang, Hygiene, Alkohol, Kriege, unglückliche Ehen usw. eine Rolle.

              Dass eine hohe Ärztedichte für den schlechten Gesundheitszustand der Bevölkerung verantwortlich ist: das Argument lässt sich nicht so leicht entkräften. Denn schließlich verdienen die Ärzte ihren Lebensunterhalt mit der Behandlung von Krankheiten, ergo müssen sie dafür sorgen, dass es immer genug Krankheiten gibt, wenn sie nicht den Ast absägen wollen, auf dem sie sitzen.

              Bislang habe ich zwischen industrieller Nahrungsverarbeitung und industrieller Landwirtschaft nicht unterschieden. Da steckt für mich derselbe Geist dahinter. Willst du mir jetzt echt einreden, dass sich industrielle Nahrungsverarbeitung und industrielle Landwirtschaft da unterscheiden?

              Ja, Ernährungsgewohnheiten, Lebensstil und genetische Ausstattung spielen natürlich eine wesentliche Rolle, was Gesundheit angeht.

              Wenn sich die Bauern hier auf diesem Blog alle mit Selbstzweifel herumplagen würden, dann würde ich auch mit den Ernährungsgewohnheiten der Leute argumentieren. Ich hätte durchaus auch noch weitere Argumente pro industrieller Landwirtschaft.

              Da die Bauern hier in diesem Blog aber so drauf sind, dass sie sich selbst niemals in Frage stellen, tu ich das eben. Ein Philosoph ist so eine Art Hofnarr, der den Leuten einen Spiegel vorhält, in den sie lieber nicht gucken wollen. Sokrates ist da mein großes Vorbild.

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            • “ Ich hätte durchaus auch noch weitere Argumente pro industrieller Landwirtschaft.“ Her damit 🙂

              Kennst Du einen Blog einer Berufsgruppe ( oder Kaste), z.B. Rechtsanwälte, Wissenschaftler, Gewerkschafter etc. die sich selbst in Frage stellt?

              Wenn man zwischen Nahrungsverarbeitung und Landwirtschaft unterscheidet, muss man auch zwischen industrieller Nahrungsverarbeitung und industrieller Landwirtschaft unterscheiden. Mag sein, dass ein gleicher Geist bei beiden herrscht, der Einfluss auf die Gesundheit der Menschen ist bei industrieller Nahrungsverarbeitung ungleich höher. Die Art und Qualität „industriell“ ( frage mich gerade was das eigentlich heisst) hergestellter landw. Rohstoffe ist per se nicht schlechter als die anderer Produktionsformen. Bei industrieller Nahrungmittelverarbeitung kommen kommen völlig andere Verarbeitungsmethoden und vorallem Verarbeitungszusatzstoffe zum Einsatz wie bei traditionell handwerklicher Verarbeitung (liest Dir mal den Beipackzettel einer Fertigpizza durch). Im Gegensatz zu Pestiziden gibt es dabei weder Wartezeiten noch biologische Abbauraten noch Rückstandsgrenzwerte, das Zeug kommt direkt in den Schlund! Das dies allergenes Potential haben könnte ist naheliegend.

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            • Eines der besten Argumente pro industrieller LW: die Ernährung der Städte und Megastädte. Großstädte bedingen industrielle LW, erzwingen sie förmlich. Wer generell zurück zu kleinbäuerlichen Strukturen will, muss entsprechend auch die Großstädte zurückbauen. Dazu fehlen jedoch der Platz und die Mittel und zweitens wollen die Stadtbewohner ja gar nicht aufs Land zurück, vor allem die nicht, die sich für den ökologischen Umbau der LW einsetzen.

              Oder: Der Mensch will nicht nur „billig“, er will vor allem auch „bequem“. Diese beiden bs erfüllt die industrielle LW am besten, deshalb hat sie sich auch durchgesetzt.
              Kleinbäuerliche Strukturen mit mehr körperlicher Arbeit bedeuten „teurer“ und „unbequemer“. Das ist gegen die Wesensart des Menschen und lässt sich nur mit totalitären Strukturen, also Gewalt, Umerziehung und Gehirnwäsche durchsetzen. Die Öko-Ideologie negiert die Freiheit des Menschen und damit auch die Würde desselben, ist also im Kern sowohl antihuman wie antihumanistisch.

              Oder: Die Frage der Ernährung ist nichts anderes als ein Statussymbol wie früher der Mercedes. Der Biotyp und vor allem der Veganer will durch seine Ernährungsweise aus der Masse herausragen. Es handelt sich a) um Selbstdarstellung i.S.v. „seht her, durch meine Ernährungsweise bin ich besser als die anderen“
              bzw. b) um ein Machtspielchen zwischen Gesellschaftsschichten.

              Oder mehr philosophisch: Der Realist verändert die Welt, indem er handelt. Der Idealist glaubt, er verändert die Welt durch Denken und/oder Reden, aber die Materie reagiert nicht auf Denken und Worte. Der Idealist kann keine Berge versetzen. Auch der Glaube nicht. Deshalb hasst der Idealist die materielle Welt, wozu natürlich auch das Land und der Boden gehört, und wird zum Zerstörer, indem er anfängt, die Realisten zu manipulieren und zu benutzen, und wo das nicht geht, ihnen den Garaus zu machen. In diesem Sinne wendet sich der Idealist gegen die industrielle LW, die ein Ausfluss realistischer Handlungen ist.
              Anders: hätte sich als Ausfluss realistischer Handlungen die kleinbäuerliche LW durchgesetzt, würde der Idealist jetzt das Gegenteil fordern, also die industrielle LW.

              Den Vortrag werde ich mir angucken, aber was mich umtreibt, ist nicht Angst, sondern eher Resignation.

              Als Kind in einem Dorf ging es mir sehr gut. Das Dorf und die umliegenden Wiesen und Felder waren unser Spielplatz. Dann verschwanden die Nebenerwerbslandwirtschaften und die Gärten, die beiden Bäcker samt Läden, der Schuster, die beiden Süßwarenlädchen, der Kleiderladen, der Metzger: alles weg. Die Straßen wurden begradigt und verbreitert, der Verkehr gefährlich und die Kinder verschwanden aus dem Straßenbild. Und zum Schluss verschwanden alle Wirtschaften. Der Ortskern starb aus, stattdessen wurden die Häuser immer größer. Das Dorf war mal lebendig, und jetzt ist es tote Hose.

              Als sich die Möglichkeit bot, bin ich in einen Fischerort in Frankreich gezogen und da war es am Anfang sogar noch besser als in meinem Dorf. Aber seit ein paar Jahren erlebe dieselbe Geschichte noch mal.

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            • Das Video zeigt vor allem eins, nämlich wer die besseren Argumente hat. Die Argumente, die v. Tiedemann in diesem Vortrag bringt, sind einleuchtend und auch für einen halbwegs intelligenten Laien nachvollziehbar. Kein Geschwurbel, keine halben Sachen, sondern präzise formuliert. Ich habe in dem Vortrag jetzt nichts gefunden, wo ich einhaken würde, weil etwas verschwiegen, beschönigt, unklar ausgedrückt wird. Den Vortrag anzuhören, hat mir echt Spaß gemacht. Wo der Typ Recht hat, hat er Recht.

              Ein Vortrag wie dieser zeigt weiter, dass es sich bei der Kontroverse um den sog. ökologischen Umbau der LW um eine Spiegelfechterei handelt, weil die konventionelle LW oder in diesem speziellen Fall der Pflanzenschutz die von den Ökofreaks geforderten Kriterien eigentlich schon längst erfüllt, wo immer das realiter möglich ist. Und wo es nicht möglich ist, gibt es gute Gründe dafür.

              Bei näherer Betrachtung schneidet die ökologische LW in vielen Punkten sogar schlechter ab. Das arbeitet v. Tiedemann an einigen Beispielen heraus. Aber man kommt auch selber drauf, sobald man sich mal ein bisschen näher mit dem Thema befasst.

              Die Ökofreaks tun sich im Grunde keinen Gefallen damit, wenn sie sich auf dieser argumentativen Ebene auf eine Auseinandersetzung einlassen. Sie machen sich damit unglaubwürdig, und das ist einer der Gründe, warum ich kein Freund der grünen Ökoszene bin. Die alternativ-grüne Ecke hat auch in allen anderen Bereichen wie Energie oder Wirtschaft erhebliche argumentative Schwächen, sobald die Diskussion anfängt, sich um konkrete Fragestellungen zu drehen.

              Ich denke allerdings, dass es in all diesen Diskussionen pro und contra konventionelle LW im Grunde um etwas ganz anderes geht. PSM, Glyphosat, Massentierhaltung, Großkonzerne sind nur Versuche, um ein viel tiefer greifendes Unbehagen an unserer Kultur/Zivilisation/Lebensweise auszudrücken. Es sind Stellvertreter-Argumente, weil das, was das eigentliche Unbehagen verursacht, schwer formulierbar ist und in den Ohren vieler unlogisch oder blasphemisch klingt.

              Meiner Ansicht nach sind Wissenschaft, Industrie, konventionelle LW, Technologien usw. womöglich durchaus in der Lage, den Menschen alle existenziellen Sorgen abzunehmen und allmählich ein Schlaraffenland zu erschaffen. Das Problem besteht darin, dass der Mensch, der im Schlaraffenland lebt, nicht nur keinen Sinn im Leben sieht, sondern auch degeneriert. Wie ein Parasit. Sobald ein Parasit sich in den Organismus eingenistet hat, der ihn ernährt, verliert er alle die Fähigkeiten, die er mal gehabt hat.

              Woran ein Lebewesen wächst, sind Herausforderungen. Ein Teil der Menschen, nämlich die Techniker, Wissenschaftler, womöglich auch Landwirte mögen sich durchaus noch herausgefordert fühlen, aber das geschieht auf Kosten der übrigen Menschen, denen die Herausforderungen abgenommen werden. Wenn ein Landwirt heute 150 Leute ernährt, nimmt er 150 Leuten eine existenzielle Herausforderung ab. Die Forderungen nach einem ökologischen Umbau der LW haben ihren Ursprung darin, dass die 150 Leute aber wenigstens mitreden wollen, wenn ihnen schon die Herausforderung als solche geklaut wird.

              Am meisten Geld wird schon heute in der Unterhaltungsindustrie verdient, wo Leute sich was ausdenken, um Massen von anderen Leuten die Langeweile zu vertreiben, ihnen künstlich Kicks zu verschaffen, sie von der Sinnlosigkeit ihres Lebens abzulenken. Oder in der Werbung, um Massen von Leuten Produkte anzupreisen, die sie gar nicht brauchen.

              Das wahre Problem ist die sich vollziehende Erschaffung des technologischen Schlaraffenlandes, das bereits jetzt viel zu viele Menschen zu einem Leben als Parasit verdammt.

              1+

            • Die industrielle Landwirtschaft macht die Menschen krank, nicht, weil ihre Erzeugnisse ungesund sind, sondern weil sie zu erfolgreich ist und deshalb zu viele Menschen zu einem parasitären Dasein verdammt.

              Arbeitsteilung ist sinnvoll, wenn jeder der Beteiligten etwas Gleichwertiges einbringen kann. Bei einem Faktor 1:150 können die anderen Beteiligten nichts Gleichwertiges beisteuern, zumal die Technisierung ja auch in vielen anderen mit der existenziellen Sicherung befassten Berufen überhand genommen hat und den Menschen die Arbeit abnimmt.

              Das bequeme Leben als Parasit ist eben gerade nicht gesund, sondern macht krank.

              1+

            • Tendeziell hast Du recht. Allerdings glaube ich nicht, dass die IL die Menschen zum Parasitendasein verdammt, sondern dass die Leute sich dieses Dasein selbst ausgesucht, ja erkämpft haben. Der Rückgang der in der Landwirschaft Beschäftigten fandt ja unter anderem auch deshalb statt, weil die Arbeit in der LW keiner mehr machen wollte und die Arbeit ausserhalb in vielerlei Hinsicht attraktiver war. Um bei Deinem Aphorismus zu bleiben, der Parsit verachtet heutzutage seinen Wirt, daher hält sich mein Mitleid für den Parasit in Grenzen.

              1+

            • Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern drum, eine Entwicklung zu verstehen. Eine Entwicklung ist nie eindimensional sondern hat immer den Charakter eines Vexierbildes. Tolstoi in „Krieg und Frieden“ beschreibt das sehr schön am Beispiel von Napoleon. Nach dieser Darstellung ist Napoleon nicht der große Feldherr und Anführer, der seine Soldaten dirigierte, sondern er füllte sozusagen nur eine vom Volk und vom Heer bereits geschaffene Leerstelle aus. Es ist das Schlüssel-Schloss-Prinzip: Was ist ein Schlüssel ohne Schloss oder ein Schloss ohne Schlüssel?

              Ich habe deshalb auch kein Mitleid mit denen, die sich auf Kosten anderer (wozu meiner Ansicht nach allerdings auch Tiere und Pflanzen gehören) ein allzu bequemes Leben machen, ihre eigenen Selbsterhaltungs-Fähigkeiten verkümmern lassen, krank oder fett werden oder nur Sinnlosigkeit leiden.

              In diesem Sinne ist die Technisierung samt IL wohl notwendig. Nur so wird schließlich erkennbar, dass der Traum vom Schlaraffenland womöglich ein Alptraum ist. Es leuchtet jedoch ein, dass, um es mal grob zu sagen, stadtbewohnende Sesselfurzer, eher in diesem Alptraum gefangen sind als Bauern. Der Bauer wird aber auch irgendwann an diesen Punkt kommen, je mehr er seinen Hof von seinem Sessel aus digital steuert.

              Es leuchtet auch ein, dass ein stadtbewohnender Sesselfurzer sich seinen Anteil an diesem Alptraum nicht ohne Weiteres eingestehen kann, was meiner Ansicht nach wiederum erklärbar macht, warum ständig auf Stellvertreter-Argumente zurückgegriffen wird. Deshalb machen die bei so einem Vortrag wie dem von Tiedemann die Ohren zu. Das wollen die Leute nicht hören, weil sie sich dann selbst in Frage stellen müssen. Genausowenig wie die Bauern etwas gegen die zunehmende Vertechnisierung hören wollen.

              Wenn man die Entwicklung aber so sieht, wie sich das jetzt in unserer Diskussion herausschält, wird auch klar, warum die Massentierhaltung für viele so ein enormes Problem ist, dass sie auch vor Gewalttätigkeit nicht zurückschrecken und in Ställe einbrechen. Das Massentier hält dem Menschen einen Spiegel vor im Sinne von „gnothi seauton“: erkenne dich selbst.

              1+

          • Hans-Günter Felser sagt

            Mark Rössler, Sie bescheinigen mit Ihrem Kommentar, dass Ihre Familie sich seit 3 Generationen entmündigt hat. Sie haben sich also einen Vormund für Ihren Betrieb gesucht, der Ihnen sagt, was gut für Sie ist? – Finden Sie das wirklich selbstverantwortlich?

            0

            • Man nimmt immer neues Saatgut, damit der Ertrag stimmt.

              Oder die Bauernoma muß das Saatgut mit gesamten Züchtungsprogramm im Gemüsegarten herstellen.

              Oder als Dorfgemeinschaft machen?

              Das hat sich so historisch entwickelt, dass es nur einer für alle machte, der wurde dann hauptberuflich Saatzüchter usw.
              Kennst du einige davon?

              Auch das Schlachten haben die Bauern aus der Hand gegeben, es machte der Hausmetzger, der hat das dann ev. hauptberuflich gemacht und dann hatte einen eigenen Betrieb.
              alles historisch gewachsen.

              Warum näht Deine Frau Eure Kleidung nicht auch selbst, anstatt Euch von so einem Schneider oder Modehaus abhängig zu machen und eventuell vergiftete Stoffe anzuziehen?

              Das Brot hat man früher auch selber mit selbst hergestellten Teig im Backhaus des Dorfes gebacken, heutzutage hat man sich von Bäckereien abhängig gemacht. Was bekommt man von denen vorgesetzt?

              Früher hat man auch einen Deckbullen in der Gemeinde gehabt, heute macht man sich von Besamungsstationen abhängig.

              SOLL DER BAUER denn alles selber machen!?!

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            • Hans-Günter Felser sagt

              @Inga Sicher kann der Bauer nicht alles selber machen, so z.B. den Deckbullen ersetzen… Es gibt gute Bäckereien, die sich nicht der Schimpansen-Bäckerei ergeben haben, sondern gutes Handwerk liefern. Denen geht es sogar richtig gut. Man muss nicht autark sein, abr diejenigen, die sich als „Spezialisten“ ausgeben, müssen dieses auch leisten! Ansonsten ist das Betrug. Nachricht angekommen?

              1+

            • Hans-Günter Felser, nur mal so ne Frage. Warum müssen immer mehr kleine Metzger- und kleine Bäckerbetriebe für immer schließen, wenn der Verbraucher das gute, solide Handwerk doch so liebt, und dafür auch mehr Geld ausgeben will?

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  6. Paulus sagt

    Der Film zeigt die Bewirtschaftung die auf großen Gütern zu finden war. Abgesehen davon gab es auch bei bäuerlichen Betrieben im westfälischen, sogar bis Anfang der 60er Jahre noch ähnliche Bilder, wenn auch in anderem Maßstab.
    Um in die Vergangenheit zurück zu kehren: Als ostpreußischer Junker könnte ich, verbunden mit den sonstigen Privilegien, daran durchaus großen Gefallen finden. Als Landarbeiter wäre es wohl auch in Ordnung, die kamen aus ihren Dörfern wahrscheinlich kaum hinaus und kannten nichts anderes.

    Sollten wir nicht eher darüber diskutieren, ob die gezeigten Landarbeiter*innen, bei aller Bescheidenheit die ihnen aufgezwungen war, vielleicht zufriedener waren als wir es heute sind? Das scheint mir einige Gedanken wert zu sein.

    Über Willis Eingangsfrage muss ich ehrlich gesagt noch nachdenken.

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    • Wenn Sie wüsssten, wer Karl Höffkes ist, in welchen Organisationen er mitgewirkt hat, für welche Szene er seine Filme produziert, dann sehen Sie diesen Film hoffentlich aus einer andere Perspektive. Es ist keine normale Doku unter den gängigen wissenschaftlichen Kriterien

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      • Paulus sagt

        Der Film wurde nicht von Karl Höffkes produziert. Soviel journalistische Sorgfalt sollte schon sein, gnädige Frau. Vor allem wenn Sie mit wissenschaftlichen Kriterien um die Ecke kommen.
        Ich gebe zu, dass mich beim Betrachten ein etwas ungutes Gefühl in ähnlicher Richtung beschlichen hat. Bei so manchen tendenziösen Dokus des ÖrR sträuben sich indes bei mir die Haare.

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  7. … und technischer Fortschritt muss zwingend gegen die Natur gehen? Wie wäre es denn wenn man versuchen würde technischen Fortschritt im Einklang mit der Natur zu praktizieren?

    1+

    • Mich würde sehr interessieren, wie Sie sich das konkret vorstellen. Wieder mit dem Pferd pflügen? Gemischter Betrieb mit Ackerbau und Viehzucht und ausschließlich organischer Düngung aus dem eigenen Stall? Lieber Kai Kunze, das ist alles möglich, aber wer soll die Arbeit machen? Und wer bezahlt die Arbeit? Wünschen darf man sich das, aber…;-)

      2+

    • Wünschen darf man, seine Gewohnheiten ändern und seine Komfortzone verlassen muss man dafür. Konsequentes handeln ist notwendig … und es kostet natürlich mehr … aber muss man wirklich mit dem 1000 € Handy Freunde einladen um dann auf dem 1500€ Weber Grill feinstes Filet für 5,98 das Kilo aus der Plastepackung vom Discounter zu verarbeiten. Bauern und Ihre Angestellten sollen die Arbeit machen – und sie sollen für ihre Arbeit auch fairen Lohn erhalten, von Menschen die ihr Konsumverhalten zum Teil gründlich überdenken müssen.

      1+

        • Er hat doch geschrieben, dass das die Fachleute machen sollen, nur mit fairer Bezahlung.

          Dann suchen wir uns die beste Möglichkeit aus und machen es.

          Erste Priorität hat die Natur (Tier, Pflanze, Boden)
          Zweite Priorität Bauer (Mensch) u. Betriebsführung u. Entlohnung o. Preisgestaltung (was ist die Natur uns wert?)
          Dritte P. Kunden
          Vierte P. Maschinen

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    • zu technischer Fortschritt im „einklang mit der natur“: moderne Direktsägeräte, Conservation tillage statt Pflug. im Bild Bodenzerstörung 1931 durch übermäßigen pflugeinsatz in den Great Plains:

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    • Bauer Willi
      Hallo Willi
      Finde deine Ansichten zum Teil sehr spannend.
      Dieses Video kenne ich im übrigen auch und habe mich bei einigen der landwirtschaflichen Videos von hobuma gefragt, woher er seine Informationen nimmt, da sie zum Teil im wesentlichen nicht übereinstimmen mit der tatsächlich aufgeführten Arbeit.
      Ich selbst bin staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt, ganz konventionell gelernt und gehe nun einen anderen weg (www.pferdezugtechnik.com).
      Wir können die Wunden die wir durch die „moderne“ Landwirtschaft dem Acker zugefügt haben nicht ad hoc heilen, jedoch sollte man sich anderen wegen nicht verschließen.
      Man darf nicht vergessen wie viel Menschen in den 30er Jahren durch die Landwirtschaft Arbeit hatten.
      Und zu dieser Zeit wurde die Landwirtschaft von der Bevölkerung geachtet und vor allem geschätzt.
      Ich würde mich über Kontakt und angeregte Diskussion freuen.
      Ich glaube am Ende. Erfolgen wir Landwirte egal ob bio oder konventionell das selbe Ziel, und haben die selben Probleme.
      Viele Grüße
      Christoph

      1+

    • Christoph Schmitz Das sehe ich auch so. Zwei Dinge: Habe über Weihnachten viel von meiner Mutter (ich bin 63, dann können Sie ahnen, wie alt meine Mutter ist) über ihre Jugendjahre gesprochen. Kinderarbeit war damals normal und dazu noch sehr anstrengend. Ja, es hatten damals sehr viele Leute Arbeit aber unter heute nicht mehr vorstellbaren und nicht zu wünschenden Bedingungen. Zum Zweiten: Ich habe mehrfach an Diskussionen mit Bio-Bauern teilgenommen und leider feststellen müssen, dass dort Ideologie auch eine sehr große Rolle spielt. Ich sage bewusst „auch“, denn auch bei den Konvis ist das so. Aber wie es immer so ist: es gibt bei beiden Produktionsweisen solche und solche….

      1+

    • Bauer Willi Das ist wohl wahr. Es gibt sonne und sonne……..! Aber dennoch würde mich an dieser Stelle interessieren, warum „Bauer Willi“ leider hat feststellen müssen, „dass dort Ideologie auch eine sehr große Rolle spielt“. Wie erklärt sich die „Ideologie“ von Bio-Bauern? Ich dachte immer, dass andere Ideen zu Produktionstechniken den Unterschied machen. Oder gibt es bei konventionell wirtschaftenden Landwirten etwa auch „Ideologien“? Warum wird Bio-Landwirtschaft mit Verhältnissen der 2030er Jahren verknüpft, in der Kinderarbeit nicht nur in der Landwirtschaft üblich war (so wie heute noch in vielen Ländern)!

      0

      • Ja Petra,
        weil alle Leute aus den eigenen Erfahrungen oder Erzählungen wissen, wie früher die Landwirtschaft mit viel Handarbeit war.
        Deswegen assoziiert man es mit der Technik von früher.
        Weil viele nicht wissen, das es auch technischer Erneuungen in der Landwirtschaft gab und gibt. Dann müsste man ja auch die landw. Tätigkeiten mit der eigenen in der Industrie vergleichen und das wollen viele nicht.

        Wenn der Knecht von früher, so gute Wohnbedingungen bekäme, wie heute, also vergleichbar mit andere, und auch die Kinderarbeit verboten wäre, wie haute, dann wären die von der Natur abgerungen Nahrungsmittel teurer. Würden bestimmt auch mehr geschätzt.

        Also muß man den sozialen Aspekt berücksichtigen und auch
        den technischen

        also die nur die Technik zurück auf früher, der soziale Aspekt aber wie heute.

        Dann entwickeln wir mal,
        Pferdepflug, harte Arbeit, gute Bezahlung.
        oder Schlepper mit passendem Luftdruck und Bezahlung wie andere mit Verantwortung habende Sesself…r auch?

        Was würde dann das Getreide und Brot kosten?
        Und das Fleisch erst?
        Aber das darf es dann auch, denn das währe der ehrliche und faire Preis für ein Stück Lebenskraft aus Gottes Schöpfung!

        Das wäre alles wieder (wie früher) so teuer, dass man sich nur einmal pro Woche Fleisch leisten würde, das käme dann nicht nur der Ökologie, sondern auch der Gesundheit zu Gute.

        0

  8. Aber die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung meint, die Landwirtschaft heute müsse immer noch so funktionieren. Technischer Fortschritt wäre gleich zu setzen mit intensiver Landwirtschaft und Ausbeutung der Natur

    2+

    • Wahrscheinlich, weil sie sich nach der Hungersnot ca 1955, als keiner mehr in der Landwirtschaft half, und die Bauern sich Maschinen anschaffen mußten, um alles allein zu schaffen, sich keiner mehr Gedanken darum gemacht hat!
      Die Ernährung war ja gesichert!
      Es wurde auch nicht mehr darüber erzählt, höchstens die Oma noch, aber wer hört der Oma schon zu,
      man war ja froh, das Geld für den Lebensunterhalt mit der modernen Technik in der Fabrik leichter verdienen zu können.

      Deswegen glaubte man, die Bauern auf dem Dorf arbeiten immer noch so, wie vor 1955!
      Das die Bauern auch neuste Technik haben, das konnte sich keiner in der Stadt vorstellen.

      3+

  9. Für viele von uns scheint diese Zeit romantisch, doch das war sie ganz und gar nicht. Es war eine Zeit der extrem schweren körperlichen Arbeit, Mühsahl, Armut und Entbehrungen in alltäglichen Situationen. Wenn man mit so manchen Menschen aus dieser Zeit und/oder danach spricht, dann sehen diese Zeitzeugen diese Zeit ganz und gar nicht romantisch sondern als extrem zehrend mit dem Wunsch, so eine Zeit nicht mehr erleben zu müssen. Daran sollten wir denken, wenn so manche die moderne Landwirtschaft skeptisch sehen.

    4+

    • Ja,
      daran sollten wir denken!

      ‚Ich kenne das ja, ich habe genügend Garben aufgestellt. Und vom meinem Cousin, bzw. seiner Mutter aus der Stadt weiß ich, dass unser Binder auf Hochdeutsch Selbstbinder heißt.
      Also hatten die Leute vorher mit der Sense und dann mit dem Grasmäher (auch von Pferden gezogen, funktionierte mit Bodenantrieb) gemäht und die Frauen mußten dann die Garben selber binden.
      Kinder waren dazu da, um den Frauen Seiler aus dem Getreide zu machen und zwar so, dass die Ähren nach oben standen. also das sah aus wie ein kleines t ohne Querstrich, da wo der Querstrich war, da mußte ein bestimmter Knoten hin, den kann ich aber jetzt nicht mehr.
      War der Knoten gemacht, dann teilte man die langen Strohhalme unter dem Knoten auseinander und legte sie den Frauen hin, so dass sie die Garbe da rein legen konnte, also die Ähren bei die Ähren am oberen Teil des t; dann die breit liegende Strohhalme hochnehmen und mit einem gestimmten Knoten verschließen.

      So waren alle beschäftigt.

      Mein Opa sagte, als ich lieber Ähren anschauen wollte, anstatt zu arbeiten oder so, dass der Hafer keine Ähre hat, er hat eine „Trauwel“ und zu Johannisbeeren sagte er immer „Jehannstrauwel“
      Das habe ich mir aber in der Botanik bestätigen lassen und dann gedacht,
      was das Dialekt alles verrät!

      Ansonsten waren die Ernten schlechter, vielen niedriger aus, auch wegen fehlenden Pflanzenschutz.
      Und die vielen Helfer waren den Launen ihrer Vorsetzen ausgesetzt!

      Aber trotzdem hatten die Leute oft gute Laune und erzählten sich Witze.

      4+

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Die Menschen waren damals zufriedener als heute, zumindest in den Nachkriegsjahren, die ich persönlich kennen lernen durfte.

        3+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Ich habe diese Zeit noch erlebt, wer diese Zeit zurückwünscht, hat einen an der Waffel.😠

      2+

    • fragt meinen vater der ist noch hinter dem pferd her gelaufen . er freute sich auf den ersten bulldog und heute sagt er wenn ich bedenke diese rappelkiste wie schön doch heute so ein moderner trecker ist . romantik ist heute im museum zu sehen sagt er es war früher knochenarbeit 100 kg säcke auf den söller schleppen ect…

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