Bauer Willi
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Frage von Down Under…

Diese Mail von Janne erreichte mich am vergangenen Freitag. Wer weiß was dazu? Oder wer kennt einen, der einen kennt…

Kurz zu mir: ich bin 22, ausgelernte Landwirtin und verbringe gerade ein Work-and-Travel Jahr in Australien.

Hier in Down Under läuft vieles in der Landwirtschaft anders, auch haben sie ganz andere Ideen und Strategien an ein Problem heran zu gehen. Das alles sammle ich, und werde es in einem Blog, den ich ganz bald online setzen werde, veröffentlichen.

Was mich momentan beschäftigt, ist der Schutz von Schafherden. Hier in Australien setzen einige Farmer Alpakas oder Esel ein, die ihre Herde beschützen. Als Feinde gelten hier Füchse und Dingos (wilde Hunde). Esel sollen dabei als beste Methode gelten. Wittern sie Gefahr, treiben sie die Schafe zu einem Mob zusammen, und werden richtig aggressiv den Dingos gegenüber und können diese sogar mit Tritten töten.Desweiteren gelten sie als pflegeleichte Tiere, sobald sie in die Herde eingegliedert sind. Sie müssen nicht geschoren werden (anders bei Alpakas), und sind ziemlich anspruchslos beim Grasen.

Alpakas treiben die Herde zusammen, wie die Esel und patroullieren um diesen Mob und beschützen die einzelnen Schafe auf diese Weise.

Mein Gedanke derzeit ist, ob so etwas auch in Deutschland gegen den Wolf möglich wäre ?! Hast du davon schon einmal etwas gehört? Wäre das ein Gedanke, den man mal verfolgen sollte?

Ich finde ihn sehr interessant, habe aber leider keine Infos darüber, wie Esel gegenüber Wölfen reagieren.

Vielleicht hast du in deinen Kreisen jemanden, der dazu was weiß oder das ausprobieren mag??

Ich würde mich über eine Rückmeldung riesig freuen!!

Liebe Grüße vom anderen Ende der Welt

Janne R.

(Name der Redaktion bekannt)

P.S.: Die Bilder sind auch von Janne. Danke.

 

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32 Kommentare

  1. In Spanien gehören halbwilde Pferde (Garranos) zur Beute der Wölfe. Jetzt keine Ahnung, inwieweit sich Esel und Garranos vergleichen lassen, aber könnte möglicherweise ein deutlicher Hinweis sein.

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  2. Ayla Ke sagt

    Ich kenne einige Schäfer, die es vorziehen einen Esel in der Herde zu halten. Er verteidigt die Herde wie seine Familie, da er meißt in der Herde groß geworden ist.
    Gegen Wölfe kann ein Esel es aufnwgmen, aber je nachdem wie groß das Rudel ist kann das schon schwierig werden.
    Doch kann sich ein Esel ja auch viel lauter als ein Schaf bemerkbar machen was die Wölfe auch in die Flucht treibt.
    Also im Endeffekt: Es gibt Schafsherden in Deutschland, die einen Esel als Beschützer in der Herde haben.

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  3. Ähnliche Erfahrungen gibt es nach Umfragen bei Schafhaltern in Nordamerika,die Lamas als Schutztiere in ihren Herden mitlaufen lassen.In der Schweiz läuft seit einigen Jahren ein Versuch,wo Lamas als Schutztiere gegen Wölfe eingesetzt werden.Hier will man herausfinden, welche Bedingungen die Lamas erfüllen müssen(Alter,männl.,weibl.etc).Ich teile das mal in der Gruppe Zucht und Ausbildung von Lamas und Alpakas Gruß aus dem Oberbergischen!

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  4. Zenzi sagt

    Alle Schäfer hier haben gut ausgebildete Hunde. Die besten Schutzhunde scheinen der Pyrenäenschutzhund, der Tatraschutzhund, der Maremmaner Herdenschutzhund zu sein.
    https://www.ag-herdenschutzhunde.de/
    In Brandenburg gibt es sogar Unterstützung zum Kauf eines Herdenschutzhundes. In Sachsen ist die Politik noch nicht so weit und es bedarf wohl noch mehr Druck.

    2 Esel in der Schafherde mitlaufen zu lassen, kann schwierig werden wenn die Herdenschutzhunde dabei sind. Evtl nur Nachts dazustellen?
    http://www.noteselhilfe.org/dokumente/Esel%20als%20Herdenschutztiere_neu.pdf

    Bei uns in Bayern ist das Problem noch nicht akut.
    Es werden aber erste Einzelwolfssichtungen bekanntgegeben. Es bleibt zu beobachten wie sich die Naturschutzbehörde/Politik dazu steht und an Hilfe angeboten wird. Wenn soviel getan wird wie dem Biber zuteil wird, gibt es zumindest Entschädigungen, was einer verstörten Schafherde dann aber auch nicht hilft.

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    • Martin Gork sagt

      Die AG stellt das Thema sehr sachlich da, die möchte damit ja auch Geld verdienen.

      Was mir fehlt sind die möglichen Probleme mit diesen Hunden, immerhin handelt es sich nicht um Nachbars Pudel sondern um kampfbereite Schutzhunde. Was passier wenn Kinder plötzlich mit dem Fahrrad an der Weide auftauchen, bleiben die Schutzhunde dann ruhig oder können die nicht so einfach zwischen wildem Wolf und spielenden Kindern unterscheiden?

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  5. Sabine sagt

    Ja, es gibt viele Versuche durch gemischte Haltung den besonders gefährdeten Tieren einen natürlichen Schutz zu bieten. Freilandhennen, die von Ziegen vor Füchsen und Greifen geschützt werden, manche nehmen auch Puter und Gänse, die mit Legehennen vergesellschaftet werden, wenn nur ein Raubvogelproblem vorliegt. Ich hab auch schon von Alpakas in Schafherden und Eseln in Schafherden gehört und all das klappt nur bedingt. Ein Aspekt dabei, ist dass man die Wahrnehmung der Herde mit diesen „Wächtern“ erhöht. Die Wächter-Tiere können besser sehen oder/und hören/ riechen und alarmieren so frühzeitiger die Herde. Das hilft nur, wenn sich die Tiere dann auch zurückziehen oder verstecken können. Auf einer eingezäunten Weide ist das oft nicht der Fall.
    Alternativen für den Jäger muss es auch geben. Ein Jäger wird sich nur durch Wächter abschrecken lassen, wenn es leichtere Beute in seinem Revier gibt. In unseren Wolfsgebieten haben sich die Rudel rasant vermehrt und ihre wilde Beute passt sich immer mehr dem Jagddruck an. Das hatten wir ja unter dem unschönen Stichwort Vitalisierung wohl schon hier. Dadurch stehen u.U. in nicht immer ausreichend andere Beute zur Verfügung.
    Alpakas und Esel können in der Tat sehr mutig ihre Herden verteidigen. Ponies können das übrigens auch, ich hatte ja mal von Shetties berichtet, die nem wildgewordenem Hund kräftig eins verpasst haben. Sie sind aber kein Gegner für ein gut organisiertes Rudel Wölfe. Dingos sind in der Regel kleiner und leichter als unser Wölfe. Dingos kommen selten über 30 Kilo, Wölfe mit 35 und 40 Kilo sind keine Seltenheit. Die 5-10 kg Unterschied sind schon heftig. Wölfe haben z.B. keine Probleme auch sehr wehrhaftes Wild wie Wildschweine anzugehen und brechen auch auf Weiden mit jungen Bullen ein, lassen sich also seltenst von der Wehrhaftigkeit ihrer Beute beeindrucken.
    Das einzige was, in Verbindung mit Jagd, Wölfe auf Distanz hält sind wohl HSH. In USA und Kanada werden inzwischen gemischte HSH-Trupps vom Landwirtschaftsministerium beworben. Problem hier ist aber, dass das nicht die freundlichsten Hunde gegenüber Fremden sind. Gerade Kangals, die als beste Hunde gegen Wölfe angepriesen werden, sind nicht umsonst auf den vielen Kampfhund-Listen der Länder zu finden. Also wenn man nicht die 100 ha am Arsch der Welt hat, wird es Probleme mit Spaziergängern und Co. geben.
    Schönes Filmchen: https://youtu.be/obmBXCzTp2Q

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  6. Man kann das nicht auf Deutschland übertragen.Jedes Land hat ihre eigenen Gegebenheiten die sich nicht so ohne weiteres übertragen werden können.Natur nimmt sich ungefragt die Vielfallt und der Wolf ist ein Teil davon.Vielfallt bedeutet auch Grenzen und eine entwickelte Kulturlandschaft hat Grenzen die gesetzt werden.Man kann Grenzen nicht einseitig wie beim Thema Wolf verändern ohne die Folgen zu beachten.Ein Raubtier ohne natürlichen Feind mus in einer Kulturlandschaft begrenzt werden,damit Kulturlandschaft noch eine Zukunft hat.

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    • bauerhans sagt

      „Man kann Grenzen nicht einseitig wie beim Thema Wolf verändern“

      politik macht alles,was stimmen bringt!
      politiker sind nie verantwortlich zu machen,der wähler hat ein kurzes gedächtnis.

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  7. Esel wird selbst vom Wolf erledigt selbst Hunde die die Herde beschützen sollten wurden schon zum Opfer von Wolf Angriffen gerade bei einem größeren Rudel wird es immer schwieger die Herde zu beschützen

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