Bauer Willi
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Folgenabschätzer

Ein sperriges Wort und von mir erfunden. Bei Google findet man das jedenfalls nicht. Was ist ein „Folgenabschätzer“?

Hier meine Interpretation: Es handelt sich dabei um eine Person oder Institution, die vor einer Entscheidung lange überlegt und vordenkt, welche Folgen zu erwarten sind. Hier ein paar Beispiele:

  • Die Förderung von Biomasse zur Energiegewinnung hat zur Folge, dass es Menschen gibt, die diese Förderung annehmen und Biogas-Anlagen bauen. Deshalb gibt es ja diese Förderung. Diese Anlagen werden dann mit Silomais „gefüttert“. Die Folge: es wird mehr Mais angebaut. Die Folge?
  • Die Produktion von Ökostrom ist teuer als konventioneller Strom. Die Folge: der Konsument muss mehr für den Strom ausgeben. Will man auf Atom- und Kohlestrom ganz verzichten, benötigt man Stromspeicher. Große Stromspeicher. Große Stromspeicher kosten Geld. Die Folge: Strom wird noch teurer. Ohne Speicher sinkt die Versorgungssicherheit und es kann zu Stromausfällen kommen. Die Folge?
  • Mehr Bio-Landwirtschaft bedeutet geringere Erntemengen. Die Folge: die Preise für Lebensmittel steigen, weil die Produktionskosten pro Einheit höher  sind. Gleichzeitig müssen mehr Lebensmittel importiert werden, weil die Fläche begrenzt ist. Die Folge?
  • Mehr elektrische Mobilität erfordert höhere Aufwendungen für die Fahrzeuge. E-Mobilität ist teurer. Für die Aufladung der Fahrzeuge (meist abends nach Arbeitsende) werden belastbare Stromnetze und eine verlässliche Stromversorgung zu Spitzenzeiten benötigt. Die Folge: Stromnetze müssen ausgebaut werden, die Stromgewinnung muss spitzenlastfähig sein. Die Folge?

Die Gesellschaft wünscht die Förderung von Biomasse, mehr Ökostrom, mehr Bio-Landwirtschaft und mehr elektrische Mobilität. Die Folge: die Kosten steigen. Dies trifft vor allem Geringverdiener, die für die Essen, Wohnen und Mobilität prozentual noch mehr ausgeben müssen als bisher. Die Folgen?

Um nicht mißverstanden zu werden: im Prinzip finde ich all die oben genannten Entwicklungen ja auch gut. Wir haben nur eben manche Folgen nicht zu Ende gedacht und wollen uns anschließend darüber beschweren? Da passt was nicht….

Wir brauchen mehr Folgenabschätzer.

Euer Bauer Willi

 

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62 Kommentare

  1. Dass ich überhaupt noch antworte auf solche Posts von Ihnen…
    Folgenabschätzung wird in den Ministerien bei jeder Gesetzesvorlage vollzogen.
    Die Biogas-Misere ist zwar von der Folgenabschätzung nicht schlecht gewesen, die Nachjustierung ist aber ausgeblieben. Darum ist die Sache jetzt wie sie ist. Was will man erwarten, wenn Versager*innen und Penner*innen an der Spitze der Behörden sitzen? 🙁

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    • Detlef Kröger Können Sie mir helfen? Verstehe ich nicht und kenne weder Herrn Wieshloller noch seine Einstellung. Ansonsten habe ich recht gute Kontakte zur Bio-Fraktion….

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    • Och, der Mann hat einmal seine Meinung zu Ihrem Wirken auf Facebook kundgetan, in aller bayrischen Direktheit, und kann im Übrigen auf solche Art der bäuerlichen Selbstdarstellung wohl sehr gut verzichten. Das war hier, auf Ihrer Fb-Seite. Hihi!
      Ich habe mal kurzzeitig für ihn gearbeitet.

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    • Ist nicht so wichtig. Für jene Fraktion der Landwirtschaft sind Ihre Fb-Äußerungen eh nicht relevant. Für mich schon eher, weil ich mich politisch mit der Landwirtschaft befasse.

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  2. Paulus sagt

    Zumindest für den Bereich Technik kann ich versichern, dass sich viele kluge Köpfe mit sogen. Folgenabschätzungen beschäftigen. Als Ing. kann ich allerdings ein Lied davon singen wie die Resonanz ist, wenn man negative Einschätzungen vorzutragen hat. Selbst sogen. Risk Managern und Mathematikern der Versicherungswirtschaft fällt es nach eigenen Aussagen schwer, sich gegen die die Finanz und die BWLer zu behaupten. Da geht das Geschäft mit bestimmten Kunden immer vor.
    Kompetente Köpfe, die im Stand sind Folgen rational abzuschätzen, werden entweder nicht gehört oder gar nicht erst gefragt oder weitgehend ignoriert.
    Ich habe mich auch schon des Öfteren gefragt, welchen Sinn und Zweck die aufgeblähten wissenschaftlichen Dienste der Länder und des Bundes erfüllen? Ich fürchte, es sind weitgehend Alibiveranstaltungen, deren Erkenntnissen massive politische Interessen entgegenstehen. Das Dumme ist, das die Politik in wesentlichen Dingen versucht, die Naturwissenschaften und die daraus resultierenden Erkenntnisse und Gegebenheiten auf den Kopf zu stellen. Was soll dabei schon großartiges herauskommen?
    Mit prominenten Beispielen könnte ich jetzt eine ganze A4-Seite füllen.

    Nein lieber Willi, wir brauchen nicht noch mehr Folgenabschätzer! Unsere weitgehend MINT-befreiten, welcher Coleur auch immer, benötigen dringend Nachhilfe.

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    • Ich seh das so sagt

      Es wäre sicherlich interessant und m.M. sogar wichtig, wenn sie so eine A4-Seite beisteuern könnten oder bei Bauer Willi einreichen. Ich würde annehmen, daß bei genügend Zeit zum Nachdenken es auch mehrere Seiten werden könnten. An anderer Stelle wurde hier ja schon mal überlegt, ob es nicht zweckmäßig wäre, etwa Umweltsünden und -fehler von Umweltbehörden zu dokumentieren oder aufzuzeigen.

      Es würde vielleicht auch wieder ein wenig mehr dazu beitragen, daß Leute Gehör finden (so wie Sie), die eine fachliche Qualifikation und eine nachvollziehbar anerkannte Expertise vorweisen können, anstatt Leuten einen Aufritt zu ermöglichen, die außer einer gefühlten Qualifikation und einer sich selbst verliehenen Expertise oder auf Grund von politischer Anmaßung wenig vorzulegen haben.

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    • Bauer Willi meinte doch bestimmt, das wir dieses Technikfolgeabschätzen mal mit „Bauernlogik“ betreiben, denn da braucht man auf Kunden nicht zu achten!

      Nur die Regeln der Ökologie und Ökonomie betrachten!

      Da müsste doch ein reelles Ergebnis rauskommen,oder?

      Wenn der Strom für Elektroautos für die Allgemeinheit zu teuer ist?
      Kann er wirklich ausschließlich aus regenerierbaren Strom bezogen werden?

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  3. Friedrich sagt

    Folgenabschätzer ist für mich nichts anderes als“Nachhaltig“ zu denken. Dieses Denken haben wir Bauern schon immer gehabt. Wir müßen in unseren Betrieben immer über längere Zeiträume denken. Beispiel: Im Sommer 2017 habe ich mich für die Herbsteinsaat für eine bestimmte Weizensorte entschieden. Einige Wochen später in der Ernte fülle ich mir einen Anhänger für z. B. 50 ha Weizensaat ab. Diesen Anhänger mit rd. 10 Tonnen lasse ich reinigen und beizen. Die 10% Abfallweizen füttere ich in die Schweine. Der Weizen wird dann im Oktober ausgesät, im August 2018 geerntet , eingelagert und im Frühjahr 2019 verkauft. Also fast zwei Jahre mußte ich mit meiner Entscheidung leben und wirtschaften. In der Viehzucht dauert das noch länger. — Deshalb wehren wir uns auch beim Glyphosat gegen diese Verbotsdiskussion, weil wir dann die vielen Nachteile ertragen müßen und noch kein vergleichbares Folgeprodukt vorhanden ist. Eine Sache , die sich bewährt hat, schmeist man nicht so schnell weg. —
    Unser Problem als Bauer ist es , daß die meisten Menschen sich diese langen Produktionsvorlaufzeiten nicht vorstellen können und damit die Probleme anfangen. Für uns Bauern sind diese langen Vorlaufzeiten sozusagen in den Genen drin , aber nicht in unserer Just in Time- Gesellschaft. Bei uns heist es immer : Bedenke das Ende .

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Als Obst und Weinbauer musste ich mit anderen Zeiten auseinandersetzen, bei

      Weinbau 20 Jahre mindestens,
      Zwetschgen 20 Jahre,
      Brennkirschen 40 Jahre

      Selbstverständlich kann man in dieser Zeit auch auf BIO umstellen,
      gestern habe ich im Mitteilungsblatt der Badischen Winzer die Überschrift gelesen,

      „Mit Volldampf in die Krise?“

      Dies befürchtet Paulin Köpfer, Vorsitzender von Ecovin Baden,
      wenn das synthetische PSM Kaliumphosphonat nicht zugelassen und die Kupfermenge nicht erhöht wird.

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      • Bauer Willi sagt

        Was sind Brennkirschen? Brennen die auf der Zunge? Oder sind die für Kirschwasser… 🙂
        Bauer Willi

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        • Die Brennkrischen ergeben bestimmt Schwarzwälder Kirschwasser, das auch an die berühmt berüchtigte
          Schwarzwälder Kirschtorte
          kommt!
          😉

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Die Kirschen brennen nicht,
          aber der Alkohol bei der Destillation, wenn das Wässerle mit 80 % aus dem Brennkessel läuft 😉

          Brennkirschen sind alte Sorten, die nicht gezüchtet, sondern weiter veredelt werden, insofern entsprechen sie dem Zeitgeist.
          Wie Inga schrieb, daraus ergibt sich das Schwarzwälder Kirschwasser.
          Wenn Du dir eine Praline namens „Mon Chéri“ genehmigst, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Kirsche von der Ortenau stammt, sicher ist, dass sie nicht von der Region Piemont kommt.

          Kirschen, wie sie im LEH zu kaufen sind, eignen sich nicht zum Brennen, weil sie keinen Geschmack und zu wenig Zucker zum Brennen haben.

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  4. Ehemaliger Landwirt sagt

    Wie sehr manche Forderungen von der Realität weg sind, sieht man am Verbrennungsmotor, den ab dem Jahr 2030 nicht mehr zulassen wollte. (In den Koalitionsverhandlungen scheint man es derzeit nicht mehr so eng zu sehen).

    Realistisch betrachtet, müssten wir die Kraftwerksleistung bei Kohle, Gas, Öl glatt verdoppeln, wenn alle KFZ-Fahrzeuge mit Strom betreiben werden sollen.

    Wer wundert sich noch, dass US-amerikanische Hedge Fonds zurzeit stillgelegte Kraftwerke billigst aufkaufen. Offensichtlich können die besser rechnen.!

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  5. „Wir brauchen mehr Folgenabschätzer“?
    Nein. Viel wichtiger ist: Wir brauchen WENIGER FolgenNICHTabschätzer in der öffentlichen Debatte!

    Es gibt genügend seriöse Wissenschaftler, die nicht nur schwarzweiß denken. Eigentlich sollte in erster Linie diesen die Meinungshoheit überlassen werden und nicht Interessenverbänden und Ideologen.

    Bedenklich finde ich, dass mittlerweile auch die Unabhängigkeit der Forschung ins Wanken gerät. Schließlich sind auch Hochschulen vom Goodwill der zunehmend ideologisch betriebenen Politik abhängig. Ein Lehrstuhl, der seine Mitarbeiter auch weiterhin finanzieren will, ist gut beraten, zunehmend auf „grüne“ Themen zu setzen, damit er auch bei künftigen Vergaben von Projektmitteln berücksichtigt wird.
    Was dabei herauskommt, sieht man beispielsweise beim Tierwohl-Gutachten des Sachverständigenrats der Bundesregierung, in dem behauptet wurde, mehr Tierwohl gäbe es schon für 5ct/kg mehr an der Ladentheke.

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  6. Man sollte bei der Folgenabschätzung auch immer volkswirtschaftliche und ökologische Gesamt!bilanzen berechnenen und keine Hoftorbilanzen für einzelnen Maßnahmen. Denn Hoftore lassen sich ja auch nach Bedarf verschieben damit es optisch schön aussieht.

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  7. Folgenabschätzung klingt wie Ewigkeitskosten im Bergbau. Es geht aber um die Frage auf was man hinaus will. Aus einer gewissen Perspektive könnte man das Thema verwechseln mit dem Killerthema „Gesamtkosten der Landwirtschaft für die Gesellschaft“. Und Sie wissen wer dieses Killerthema pflegt! Abzulehnen auch wäre eine Prämisse, als müsste jemand die Welt vor den Folgen von Entwicklungen von vorne herein retten. Das mal vorneweg! Hat denn jemand alle möglichen Faktoren über einen Zeitraum X für ein Modell. Auch ist einfach gedacht, wenn man versuchen wollte bei aller Erfahrung mit der Globalisierung die Wirkung eines einzelnen Impulses bis zu seinem Endpunkt zu prognostizieren. Ein Hase-Igel-Spiel waere die Folge: kaum wäre man mit dem Modell „hinten“ endlich fertig, hätte sich „vorne“ schon wieder was geändert. Übungsbeispiele: Die Entwicklung der Nachhaltigkeit der Landwirtschaft nach dem Pflanzenschutz-Verbot? Oder GMO-Pflanzen mit medizinischen Heilwirkungen und bewerten Sie dabei die Erfahrungen mit Golden Rice! Schöne Aufgaben! Aber es ist nicht so, dass wir nichts haben. Es gibt Modelle für ganzheitliche Nachhaltigkeits-Studien. Aber man kann nicht 20 Jahre auf ein Grünes Licht des „Folgenabschätzers“ warten und die Entwicklung der Wirtschaft verzögern und in die Länge ziehen, denn dann werden Innovationen und Entwicklungen obsolet. Eigentlich grausame Denke: der deutsche Michel hält das Rad an, weil er noch nicht weiß wie es kommt, und die Welt brummt weiter! Daher war es schon immer besser: schnelle Entwicklung, sensibles Monitoring, ständige Anpassung! Flexibilität schlägt ewiges Rätseln über die Genauigkeit der Zukunftsschätzung!

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  8. Alexander Borchert sagt

    Aus all den Diskussionen wird eines deutlich. Die meisten von uns spüren, dass ein „Weiter so “ auf Dauer nicht möglich ist. Doch uns fehlt die Not, irgendetwas zu ändern. So lange die fossilen Energieträger günstig zu haben sind, wird es keine Energiewende geben. Solange konventionelle Landwirtschaft möglich ist, gibt es kein Bio. Solange der Bürger günstige Nahrungsmittel bekommt, wird er sich nicht umstellen.
    Alle angesprochenen Veränderungen würden ohne „Wenn“ und „Aber“ kommen, wenn es notwendig wird. In dem Wort „notwendig“ steckt NOT drin. Ohne Not passiert gar nichts. Es sei denn es gibt ein paar Vordenker, die die Not kommen sehen und daraus Chancen ableiten. Die kommende Not könnte also Technologien und Praktiken erfordern, die manch einer schon heute entwickelt und er damit vielleicht in Zukunft Pioniergewinne machen kann.
    Weil es die Wurst mit drei Zipfeln aber nicht gibt, müssen wir uns politisch entscheiden, ob wir das „weiter so“ wollen oder ob wir mutig sind und kurzfritige ökonomische Nachteile in Kauf nehmen, um später vorne dabei zu sein.
    Allerdings müssen wir uns bei dem zweiten Weg eine sehr große Offenheit bewahren. Wir müssen sehr schnell reagieren dürfen, wenn wir merken, dass die eingeschlagene Richtung eine Sackgasse ist. Doch darin sehe ich das größte Problem. Wir wollen immer schon die perfekte Lösung. Alles muss durchdacht und bis zum Ende hin abgewogen sein. Es fehlt der Mut zum Ausprobieren und dann im Notfall der Mut zum Zurückrudern bzw. Umsteuern.
    Biogas ist das beste Beispiel. Biogas macht immer Sinn bei Reststoffvergärung. Doch ein Strickfehler im EEG 2004 hat etwas losgetreten, was scheinbar nicht ganz ideal ist. Das war sehr schnell spürbar, aber uns fehlte der Mut, umgehend umzusteuern. Und so diskutieren wir nach 13 jahren immer noch die Folgen, obwohl man schon im 2. Halbjahr 2004 die Folgen abschätzen konnte. Diese Mutlosigkeit zur Gegenreaktion macht uns so vorsichtig, wenn wir etwas Neues ausprobieren wollen. Viele Innovationen werden damit im Keim erstickt. Und unsere Forschung leidet da auch darunter. Oft bleiben auch von einem „Schrottprojekt“ gute Erkenntnisse zurück, die im nächsten Fall für das Gelingen nötig sind.

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    • Bauer Willi sagt

      Sehr gut analysiert. Ich rede aber mal mit unserem Metzger. Wegen der Wurst mit den drei Zipfeln….:-)
      Bauer Willi

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      • Aufklärer sagt

        Solange konventionelle Landwirtschaft möglich ist, gibt es kein Bio. Solange der Bürger günstige Nahrungsmittel bekommt, wird er sich nicht umstellen.

        Die NOT hat die konventionelle Landwirtschaft erst hervorgebracht und wird sie auch erhalten. Denn die Biolandwirtschaft hat nicht genug Ertrag und sie wurde früher unter dem Diktat der Subsistenzwirtschaft gepflegt – mit viel Entbehrungen, Arbeit und ohne Annehmlichkeiten.
        Heute geht das halt nicht mehr, weil mehr Menschen satt werden wollen und Arbeitskraft auch woanders gebraucht wird.

        Es gibt keine Not, die „Bio“ herbeiführen kann. Es gibt auch keine Not, die ein regionales Wirtschaften zu Gunsten kleiner Betriebe mit überteuerten Imageprodukten hervobringt. Dafür bedarf es schon der Methoden der Propaganda, die Landauf und Landab den Menschen einredet globale Nahrungsmittelproduktion sei Böse und vergifte Umwelt Kinder und niedliche Kätzchen, Produkte aus fernen Ländern wie Palmöl seien gefährliche Gifte – Also eine Not in den Köpfen der Menschen über Propaganda und Feindbild erzeugt. Genau so wirds heute gemacht, damit Leute künstlich überteurtes Bio-Zeug kaufen.

        Ich sehe da nur Verlierer auf allen Seiten.

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  9. Andreas Brummer sagt

    Hallo Herr Göppert,
    das ist ja das Problem an der angeblich so schlechten Ökobilanz von Raps. Dabei werden nur die 40% Ölgewinnung angesetzt. Die 60% Rapskuchen, die in der Tierernährung eingesetzt werden, importierten Soja ersetzen, und noch dazu GVO-frei sind, fallen komplett unter den Tisch.

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  10. Ich glaube zu allererst würde den Grünen so ein Folgenabschätzer gut tun. Oder gleich ein ganzes Institut davon. Vieleicht mag ja Renate Künast noch mal aktiv werden. So was wie das BfR wäre doch die richtige Einrichtung, hat sie doch auch prima hinbekommen.

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  11. Thea S sagt

    Vorhersagen sind schwierig, besonders solche in in die Zukunft (Niels Bohr).

    Und man kann zufügen: auf eine richtige Vorhersage kommt mindestens eine falsche. Und hinterher ist man immer klüger.

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  12. bauerhans sagt

    „Die Gesellschaft wünscht……“

    emotional schon,aber wenn die wünsche dann höhere kosten nach sich ziehen,wird gejammert.

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    • Aufklärer sagt

      Nein, Sie interpretieren falsch. Offenbar stimmt dann die Annahme dann gar nicht!

      Es wünschen einige Medien-Macher und Moral-Apostel irgendetwas… diktieren den Leuten was sie zu wollen haben …

      Offensichtlich will die Mehrheit aber gar nicht Bio, sondern günstige Nahrungsmittel – Das ist für viele eben Überlebensstrategie.

      Das war einfach!

      1+

  13. Bei uns hieß mal ein Studiengang entsprechend: Ecological Impact Asses ment. Jetzt BioGeo-Wissenschaften. Da ging es genau darum, wenn-dann-Szenarien zu erstelken – auf wissenschaftlicher Basis.

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  14. Ist eigentlich der Mais, der zur Zeit noch steht und inzwischen ganz braun ist, für Biogasanlagen gedacht? Ich fahre regelmäßig an Maisfeldern vorbei und habe mich gewundert, dass der so ganz langsam gelb wurde und bis in den November rein noch nicht komplett abgeerntet wurde.

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  15. Ottmar Ilchmann sagt

    Die Liste der Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen. Die ersatzlose Streichung der Milchmengenregelung ohne Installation wirksamer Kriseninstrumente zum Beispiel wurde anscheinend auch ohne Abschätzung der Folgen vorgenommen. Heute kennen wir die Folgen!

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  16. Die Förderung von Biomasse zur Energiegewinnung sollte in der EEG-Novelle stark beschnitten werden und wissen Sie, wer das verhindert hat…die CSU… und wissen Sie warum? Wegen der Bauern in Bayern…

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    • Wer hat gesagt „Die Bauern sind die Ölscheichs von morgen“? Das war 2003 Renate Künast. Jetzt werden Bauern beschimpft, weil sie so viel Photovoltaik auf dem Dach haben. Komische Logik…

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    • Bauer Willi wir reden über Biomasse, nicht über Photovoltaik, außerdem beschimpfe ich keine Bauern. Ich finde es allerdings nicht schön, wenn sich eine Berufsgruppe immer in eine Opferrolle begibt.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Werter Herr Haas,
        als das AKW in Fukushima explodierte, waren nicht nur die Geigenzähler in Deutschland ausverkauft, nein, fast ein jeder forderte, Atomkraftwerke sofort abschalten, nur noch Erneuerbare Energien.
        Befeuert durch die Politik wurden solche Anlagen errichtet, und jetzt holt man jegliche Gegenargumente aus der Mottenkiste. Dies ist unredlich, meiner Meinung nach eine bodenlose Gemeinheit.
        Wer damals als Stromverbraucher an die Mehrkosten einer Eistüte glaubte, dem habe ich damals schon wenig Intelligenz zubilligen müssen.

        Als Betreiber einer PV Anlage musste ich und andere von den Medien und in den sozialen Medien wüste Beschimpfungen, wie PV-Mafia usw. anhören, befeuert von damals von dem Minister Röttgen und dem asiatischen Gartenzwerg Rösler.
        Glauben sie es ist angenehm, wenn selbst sonst angenehme Zeitgenossen sagen, man zockt sie über den Strompreis ab.

        Mit einer Opferrolle hat das gar nichts zu tun, wer meint dass EE falsch sind, soll sich an die Politik wenden, die haben die Einspeisevergütung beschlossen, kein Bürger beschert sich über Zuwendungen des Staates, wenn es dem Bürger selbst zu Gute kommt.

        3+

      • sonnenblume sagt

        Thema „Opferrolle“, warum organisieren die Bürger, die gegen die Finanzierung von Windkraft, Biogas und Photovoltaik sind, denn nicht mal eine Großdemo in Berlin für Strom aus Braunkohle, Gas oder Atomstrom. Hier heißt es immer, wer am lautesten ruft, wird gehört. Dann kommt die Kritik wenigstens da an, wo sie hingehört. Den Frust beim Nachbarn abzuladen ist natürlich viel einfacher, denn dabei muss man nicht so öffentlich in Erscheinung treten.

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    • Herr Haas was ist denn so verkehrt an der Energiegewinnung aus Biomasse? Und mit der letzten EEG Novellierung wurde diese auch sehr stark beschnitten!
      Und Bauern werden leider sehr wohl sehr oft mit pauschalen Urteilen (Massentierhaltung, etc…) beschimpft

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    • Hardy Wiedemann Der Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung (2,7 Mio. ha) steht in Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln – keine gute Idee.
      Pauschale Urteile sind immer schlecht. Ich finde auch nicht, dass Bauern pauschal beschimpft werden. Das wird aber scheinbar von vielen Landwirten so empfunden. Das Problem scheint zu sein, dass man immer größer werden muss. Es gibt aber immer mehr, die andere (regionale) Wege gehen. Wir kaufen vieles direkt bei unseren Bauern.

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  17. Hallo Alois, zuerst wollte ich sagen du machst es dir zu einfach. Aber am Ende seines Statements relativierst du es ja ein bisschen und gehst darauf ein, dass du die dargestellten Punkte zwar grundsätzlich unterstützt,aber gerne vorher die Folgen abschätzen würdest. Das Problem dabei ist doch folgendes: wenn man ehrlich ist, kann man die Folgen kaum vorher sagen. Ich habe z.B. unter anderem BWL Studiert. Dort greift man sehr häufig auf Modelle oder spieltheorien zurück, um die Auswirkungen einer Entscheidung vorherzusehen. Es gibt viele Fälle in denen das passt, es gibt aber auch viele Fälle in denen sie „Vorherssge“ falsch War, weil Theorie und Praxis einfach i unterschiedlich sind. Ich würde gerne mal deinen Punkt mit der Bio Landwirtschaft aufgreifen. Nur als Beispiel. Du sagst: Lebensmittel werden teurer und es müsste mehr importiert werden. Ok. Klingt plausibel. Genauso gut könnte aber auch die Folge sein, dass durch teurere Lebensmittel das Bewusstsein der Bevölkerung dafür geschärft wird wie wertvoll die Sachen sind und weniger essen weggeworfen wird. Genauso könnte man vermuten, dass Fleisch im Vergleich zu Gemüse schneller im Preis ansteigt ( meiner Wissens nach werden zu Erzeugung 1 Kalorien Fleisch da 10 Kalorien pflanzlicher Nahrung benötigt, das heisst Fleisch würde ja theoretisch mit dem Faktor 10 teurer werden ) und sich die essensgewohnheiten der Menschen ändern. Dann würde die Fläche wiederum ausreichen. Usw.usw. Ich hätte also eine Entscheidung mit 5 denkbaren Konsequenzen bei jeder dieser 5 Szenarien hätte ich wieder 5 mögliche Konsequenzen und so weiter. Das ganze würde dann so breit gefächert werden wie ein Stammbaum. Viele mögliche Kombinationen. Dazu kommt dann noch dass die Konsequenzen ja nicht nur von dem einen Parameter abhängt sondern auch von dynamischen Ereignissen Drumherum. Klar sollte man sich Gedanken machen und möglichen ungewollten Effekten einer Veränderung vorbeugen, aber eine gute Vorhersage in einer dynamischen Welt ist halt nicht so einfach auch wenn es an deinen Beispielen teilweise so aussieht

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    • Auf einem Hektar können gleichzeitig Nahrungsmittel für Mensch und Nutztier angebaut werden. Siehe Mais, Weizen, Zuckerrüben, Kartoffeln, usw. Und die Gewohnheiten von Menschen kann man nicht so schnell ändern das sollten so5bitte bedenken. Und ich bezweifle auch die gesundheitlichen Aspekte von Bioprodukten. Vielen Dank

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    • Hallo Herr Kunzendorf. Ich glaube an einen gesundheitlichen und ökologischen Aspekt Co bioprodukten. Darum ging es mir in meinem Beitrag aber gar nicht. Es gibt Studien für die eine und für die andere seite. Je nachdem wer gerade die Studie bezahlt hat:D. Natürlich können auf einem Hektar Sachen abgebaut werden die sowohl Mensch als auch Nutztiere verwerten könne. Aber essen kann es immer nur einer von beiden. Ich kann natürlich auch den Maiskolben als Nahrungsmittel gewinnen und den Rest der Pflanze als Futtermittel nehmen. Habe ich zwar noch nicht gesehen ginge aber. Allerdings brauche ich schon ziemlich viel mais „stroh“ und weizenstroh um Tiere zu mästen weil der große energiegehalt eben in den Mais bzw weizenkörnern enthalten ist. Also wird es vermutlich immer auch Flächen geben die nur zur Futtermittel Gewinnung genutzt werden. Ich habe auch nicht behauptet dass Menschen einfach so ihre Gewohnheiten ändern. Das tun sie meistens nur wenn sie es müssen. Ich wollte es auch nur als eine mögliche Option ins Spiel bringen um zu zeigen, dass eine Änderung nicht zwangsweise genaus eine im voraus feststehende Änderung bewirken. Wenn man einfach mal hypothetisch annimmt Nahrungsmittel würden warum auch immer so teuer, dass Max Mustermann mit seinem Geld nicht mehr hinkommt dann müsste er zwangsläufig seine Gewohnheiten ändern. Wenn er kein Bock hat seine Eßgewohnheiten umzustellen muss er ein kleineres Auto fahren, in ne andere Wohnung ziehen, c&a anstelle von es Hardy tragen oder weniger Urlaub machen. Vielleicht rennt er auch mit der mistgabel nach Berlin und demonstriert vor dem Kanzleramt. Ich weiss es nicht. Und weil es einfach so viele Möglichkeiten gibt, kann man kaum.vorhersagen was eine Entscheidung letztendlich tatsächlich bewirkt

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Herr Göppert,
        meistens kommt es anders als man denkt.
        Man geht gerne von sich aus, ob der andere die selben Gedankengänge hat, wie wir selbst ist mehr als fraglich.
        Wenn das Fleisch teurer würde, würde er nicht sein Fleisch beim BIO-Bauer kaufen, wie sie schon Schreiben, ändern tun Verbraucher es nur, wenn sie es müssen, deshalb werden Politiker sehr vorsichtig sein mit ihrem Tun, bei den derzeitigen Koalitionsverhandlungen ist es sichtbar.

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    • Alex Göppert natürlich geht beides, das nennt man Koppelprodukte. Bei Sojaöl fällt immer Sojaextraktionschrot an, bei Rapsöl ist es Rapskuchen/ -Extratkionsschrot, bei Zucker sind es Rübenschnitzel/ Melasse, bei Brotweizen sind es Kleien/ Nachmehle, selbst die Aspiration wird häufig noch genutzt. Bei der Verarbeitung von Lebensmittel fallen auch Futtermittel an: Treber, Schlempe, Magermilch usw. Vergessen Sie einfach den 10 Kalorien Fake.

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    • Thomas. G sagt

      Selbst wenn jeder nur noch vegetarisch essen würde, würde die Fläche nicht ausreichen alle zu ernähren… Man bräuchte locker mehr als die doppelte Fläche. Deswegen kann nur Bio einfach nicht funktionieren.

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    • Hallo Herr Weber. Ja okay das ist in gewisser Weise durchaus ein Argument. Allerdings habe ich ja bei Raps und sojaöl schon dem Großteil der Energie rausgehoöt. Klar bleibt noch was für die Tiere. Ich Teile halt die maximal pro Hektar zu erzielenden Kalorien auf Mensch und Tier auf. Der Welt agrarbericjt spricht von einer umwandlungsqutote pflanzliche in tierische Kalorien im optimalfall von 3:1 bei schweinen und 7:1 bei Rinder. Das heisst im Normalfall ist der Faktor 10, den ich im kopf hatte, bei Rinder vielleicht hoch angesetzt aber sicher kein fake

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    • Alex Göppert Auch von mir noch eine kleine Anmerkung: Weideland ist für Menschen nicht nutzbar, wenn es nicht vom Tier in für uns verdaubare Nahrung umgewandelt wird. Das wird aber in die Studien immer mit eingerechnet und das ist nicht fair (und nicht seriös)

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    • Alex Göppert Energiegehalte kenne ich am Besten aus meinen Futterwerttabellen. Dort wird Sojaöl mit 55MJ und Sojaextraktionsschrot mit 13MJ umsetzbare Energie für Monogastrier angegeben. Das wäre durchaus für den Menschen vergleichbar. Aus einer Sojabohne können Sie ca 20% Öl und 80% Sojaextraktionsschrot gewinnen. Das wären dann 11MJ je kg Sojabohnen für menschliche Ernährung und 10,4MJ für tierische Ernährung. Egal ob man jetzt den Faktor 3, 7 oder 10 ansetzt, es ist zu schade, um es nicht zu nutzen (Verschwendung). Wenn die Koppelprodukte nicht mehr als Tiefutter nutzbar wären, fiele zum Einen ein Nebenertrag weg (der auf das Hauptprodukt aufgepreist wird) und zu Anderen würden Entsorgungskosten entstehen (die ebenfalls auf das Hauptprodukt aufgeschlagen werden).

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