Bauer Willi
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Exporte nach Afrika – wirklich Wahnsinn?

Mir lässt die Diskussion um die Exporte von Deutschland (und der EU) nach Afrika keine Ruhe. In dem Film „Der Wahnsinn mit dem Weizen“ wird dies ja thematisiert. Doch was ist nun richtig oder besser? Wie sehen Lösungen aus, die Afrika wirklich helfen?

Es ist richtig, dass nahezu alle Länder, also nicht nur Deutschland oder die EU, Weizen nach Afrika exportieren. Derzeit dürften die größten Exporteure von Getreide vor allem Russland, die USA oder auch Kanada sein. Dies ist logisch, denn dort wächst aufgrund der klimatischen Verhältnisse eben so viel Getreide, so dass ein Export möglich ist.

Angebot und Nachfrage

In einer Welt, die von Angebot und Nachfrage gesteuert wird, findet dieses Getreide einen Preis, für den es vom Abnehmer gekauft wird. Der billigste Produzent gewinnt den Wettbewerb um den Kunden. Wenn also ein afrikanischer Getreidehändler preiswert Getreide einkaufen will, wird es sich auf dem heimischen Markt zuerst umsehen. Wenn Getreide auf anderen Märkten günstiger ist, wird er dort einkaufen. Das ist logisch und jeder von uns wird sich bei gleicher Qualität eines Produktes so entscheiden. Der Verkäufer wird es an denjenigen Käufer abgeben, der ihm seinen gewünschten Preis zahlt. Auch dies ist logisch und aus meiner Sicht in keiner Weise moralisch verwerflich. Folglich landet deutscher, französischer, russischer und amerikanischer Weizen eben auch auf dem afrikanischen Markt.

Durch Subventionen verbilligt?

Es wird oft die These aufgestellt, dass deutsches Getreide (gilt auch für andere Ackerfrüchte) durch Subventionen verbilligt wurde und nur deshalb nach Afrika exportiert werden kann. Richtig ist, dass der deutsche Bauer für sein Getreide in etwa den Weltmarktpreis erhält, denn die Börsen in Paris und Chicago laufen nahezu gleichsinnig. Die Zahlungen der EU beziehen sich auf die Fläche, unabhängig davon, welche Kultur dort angebaut wird. Von daher besteht meines Erachtens kein Zusammenhang von deutschen Subventionen (tatsächlich sind es europäische Zahlungen) und Exporten nach Afrika.

Nun könnte man dies ja bezweifeln. Was wäre also, wenn die EU-Subventionen gestrichen würden? Ganz einfach: der deutsche Landwirt hätte ein geringeres Einkommen, denn zu dessen Abfederung tragen die Flächenprämien ja bei. Am für Käufer und Verkäufer entscheidenden und an den Börsen ablesbaren Preisen für Getreide würde sich nichts ändern, folglich auch nicht an möglichen Exporten nach Afrika. Oder habe ich da was übersehen oder nicht bedacht? Wenn ja, bitte ich um Aufklärung.

Hohe Preise – gut oder schlecht?

Nun könnte man ja die Preise für exportiertes Getreide in afrikanische Länder künstlich verteuern. Man könnte sie zum Beispiel im Exportland mit einem Aufschlag versehen, der an der Grenze gezahlt werden muss. Oder die afrikanischen Länder erheben einen Importzoll und kassieren diesen Zoll für sich. Einige Länder tun dies. Dann wäre ausländisches Getreide teurer. Doch wozu führt das? Die Bevölkerung im eigenen Land müsste mehr zahlen und die Ware würde verknappt. Die Frage ist aber, wer sich teurere Importe leisten kann? Für die Reichen, vielleicht auch noch für den Mittelstand wäre das vermutlich kein Problem. Aber was ist mit den ärmeren Bevölkerungsschichten? Würden sie auf heimisches Getreide (Hirse, Reis) ausweichen? Das wäre in der Tat für den afrikanischen Bauern von großem Vorteil, weil er jetzt ein höheres Einkommen mit all seinen positiven Folgen hätte. In wieweit durch die infolge höherer Nachfrage sicherlich steigenden Preise die Bevölkerung einen Vorteil hätte, bzw. ob die durch Importzölle vereinnahmten Gelder zur Verbilligung für die ärmere Bevölkerung ausreichen oder überhaupt verwendet werden, wage ich zu bezweifeln.

Was wäre, wenn die Bevölkerung auch Weizen essen möchte? In einem wären sich also deutsche, europäische und afrikanische Bauern einig: hohe Getreidepreise sind gut, sogar sehr gut. Für den Konsumenten ist es schlecht. Ich erinnere nur an den Aufschrei, als das Päckchen Butter um 60 oder 70 Cent teurer wurde.

Kartoffeln oder Weizen?

Mein Kollege in Ägypten oder Marokko (beides in Afrika) baut derzeit (im März) auf seinen Flächen Kartoffeln für den europäischen Markt an. Im April kommt er damit auf den Markt und erlöst hier sehr viel Geld, weil es bei uns genügend Kunden für Frühkartoffeln aus Ägypten gibt. Soll er auf seinen Flächen im Nildelta also besser Getreide anbauen, für das er weniger erlöst? Es macht doch Sinn, dass er das anbaut, für das er am meisten bekommt. Wer würde das nicht so machen?

Darf man aber nun sagen, dass er ägyptische Kartoffelbauer mit seinen Exporten dem deutschen Kartoffelbauer den Markt für seine Kartoffeln kaputt macht. Das ist nämlich so. Wenn die ersten Frühkartoffeln auf den Markt kommen, sinken fast regelmäßig die Preise für die deutschen Lagerkartoffeln.

Warum eigentlich immer Afrika?

Was mir in der Diskussion immer wieder auffällt, ist die nicht zu verleugnende Tatsache, dass Politiker, bestimmte Organisationen oder auch die Medien immer wieder ihren Focus auf Afrika legen. Wann hat man mal was darüber gelesen, dass Exporte von Getreide die Märkte in Indien, Pakistan oder Bangla Desh zerstört hätten? Ich kann mich nicht erinnern. Kann es nicht sein, dass in vielen afrikanischen Ländern sehr instabile politische Verhältnisse herrschen? Das Korruption und Vetternwirtschaft eine große Rolle spielen? Auf wirtschaftspolitische Entscheidungen in so manchen Staaten Afrikas, wie die durch mutwillige Enteignungen erst herbeigeführte Versorgungsprobleme oder Hungersnöte soll in diesem Zusammenhang auch hingewiesen werden. Sie wurden dann durch Getreidelieferungen -auch aus Europa- oft über Jahrzehnte gelindert. Ich bin nicht der Überzeugung, dass der Ruf nach Auflösung von bestehenden gegenseitigen agrarischen Handelsbeziehungen einen positiven Einfluss auf die Versorgungslage Afrikas haben. aber ihr dürft mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

Was ist richtig, was falsch?

Die Nordhalbkugel hat klimatisch günstige Voraussetzungen für Getreide und andere Feldfrüchte und entsprechend große Anbaugebiete. Da dort mehr wächst, als die heimische Bevölkerung verzehrt, wird es in Länder exportiert, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht genügend Getreide für die eigene Bevölkerung herstellen. Würde man diese Exporte, mit welchen Maßnahmen auch immer, unterbinden, würde in den Ländern mit Unterversorgung ein Mangel entstehen. In den Ländern, die mehr als den eigenen Verbrauch produzieren, würden die Preise fallen und die Güter in andere Verwendungen als den Nahrungsmittelbereich wandern (z.B.  erneuerbare Energie). Doch auch das wird kritisiert. Jetzt möge man mir bitte erklären, wie der richtige Weg aussehen soll. Ich bin da etwas ratlos.

Euer Bauer Willi

 

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165 Kommentare

  1. Neben denn genannten Punkten sind dann noch fehlendes Fachwissen und fehlende Pflanzenschutzmittel (hierzulande als Pestizide verteufelt) die Ursachen für Missernten und Hunger in Afrika

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  2. Monique sagt

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Bin heute über den nachfolgenden Artikel gestossen den ich gerne hier einbringen möchte:
    http://norberthaering.de/de/buchtipps/877-beating-the-odds
    Er hat zwar nicht mit Weizen etwas zu tun aber mit der Entwicklung von Ländern. Ich selber bin nicht davon überzeugt, dass die Länder ihr Enwicklungs-Wohl so stark im Welthandel finden sollten. Der Transport frisst enorme Energiemengen. Gut, es gibt auch Arbeitsplätze aber Ressourceneffizienz sieht für mich anders aus. Der Ansatz ist für mich, mehr als logisch, und zwar so logisch, dass ich mich frage, wieso das nicht so umgesetzt wird? Das Etikett „Entwichlungspolitik, Zusammenarbeit, Armutsbekämpfung, Fluchtursachenbekämpfung,..“ stimmt NICHT mit dem Inhalt der Pakete überein weil es um ganz andere Ziele geht und zwar von Anfang an.

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  3. Vor 10 Jahren haben die unchristlichen Armutsprofiteure von Brot für die Welt noch die ZU HOHEN Weizenpreise beklagt. Während sie alles dafür tun, den Afrikanern moderne Landwirtschaft mit guten Sorten, Pflanzenschutz, Düngung und gut ausgebildeten Farmern zu verwehren. Um das Elend und somit die eigene Spendenbettelexistenz zu wahren.

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    • Mark Rössler sagt

      Erst zu teuer, nun wieder zu billig.
      Immer gerade so, wie es passt und eifernde Journalistinnen spielen dieses Spielchen mit.

      Brot für die Welt: „Schluss mit der Exportstrategie!“

      Topagrar.com – Lesen Sie mehr auf: https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Brot-fuer-die-Welt-Schluss-mit-der-Exportstrategie-1293940.html

      „…
      Jetzt sind die Weizenpreise so hoch, dass ihn die afrikanischen Regierungen stützen müssen, damit sich die Menschen das tägliche Brot noch leisten können.
      …“

      „…
      Ohne heimische Konkurrenten haben die EU-Importeure die Preise für das Geflügel zum Beispiel in Accra (Ghana) verdoppelt. Jetzt haben auch die ghanaischen Verbraucherinnen und Verbraucher nichts mehr von den vermeintlichen Billighähnchen.
      …“

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      • Inga sagt

        Die sollen sich unabhängig machen und selber Geflügel halten.

        Das tut deren Umwelt auch ganz gut, denke ich!

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        • Mark Rössler sagt

          Machen die doch, dazu müsste man halt mal schauen wie das dortige Landwirtschaftsministerium zum Thema Geflügel äußert.
          Falsche Rassen, falsche Fütterung und viele Krankheiten haben die ghanaische Geflügelzucht beeinträchtigt.
          Ist beim Weizen nicht anders, zu lange am Alten festgehalten, Hirse, Mais und Maniok Mehl sind in den Städten Afrikas nicht mehr so gefragt, dort ist man lieber Produkte aus Weizenmehl. Daran ist Deutschland nicht Schuld, es schmeckt denen dort einfach besser.
          Der Weizenanbau steigt auch in Afrika, nur eben nicht ausreichend. Das hat viele Gründe, die liegen aber in der landwirtschaftlichen Bildung, Beratung und den vorgelagerten Bereichen (ua Pflanzenzüchter)
          Brot für die Welt stemmt sich doch dort dagegen, alte Tradtionen sollen auf dem Acker erhalten bleiben, das wird den ländlichen Bauern dort gepredigt. Mit der Konsequenz, dass die ihre Erzeugnisse immer schlechter vermarkten können.

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  4. Eckehard Niemann sagt

    Wie wäre es denn mit folgender naheliegender Strategie der Ernährungssouveränität:
    Wirklich ernsthafte, massive Hilfe beim Aufbau einer heimischen, bäuerlichen Landwirtschaft (und Getreide-Erzeugung) in den afrikanischen Ländern, geschützt durch Importzölle. Was denn sonst?! Abhängigkeit der Ernährung der Menschen von den schwankenden Preisen und Mengen auf den Welt-Getreidemärkten (je nach Ölpreis und Rentabilität der Ethanol-Erzeugung)??
    Lieber „Bauer Willi“, wie kommt es bloß, dass Du diese Strategie nicht selber erwähnt und vorgeschlagen hast …

    1+

    • Mark Rössler sagt

      Mir war so, als ob es der gleich ausgerichteten Medien auch nicht wirklich passt, wenn sich afrikanische Länder darum bemühen die Selbstversorgung in den Griff zu bekommen?
      Werden Länder wie Tansania nicht ebenso missachtet oder gar angegriffen in den deutschen Medien?

      Warum werden nicht die Länder erwähnt in Afrika, die die Landwirtschaft auf stabile Beine gestellt haben? Es gibt da mittlerweile eine ganze Reihe an Ländern.
      Anscheinend passen diese dann wieder nicht ins Weltbild…

      3+

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Importzölle verteuern die Lebensmittel auch für die Ärmsten der Armen. Man solle nicht glauben, mit einen etwas höherem Preis für die Einheimischen Bauern ist das Problem gelöst.
      Es müssen moderne Strukturen in der Landwirtschaft geschaffen werden, was jedoch mit einem massiven Arbeitsplatzverlust einhergeht. Diese Lebensmittel müssten auch vom Land in die Städte transportiert werden, was eine moderne Infrastruktur benötigt.

      Dann sollte man noch bei den Herren der Schöpfung in deren Köpfen verankern, dass man die Arbeit nicht nur den Frauen überlassen muss.

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  5. Friedrich sagt

    @ Paulus. Du hast natürlich Recht, aber ich schaue mir das jetzt schon seit über 50 Jahren an
    und am Grundproblem hat sich nichts geändert. Sicherlich konnten wir den Hunger abmildern, medizienische Hilfe leisten, die Bildung steigern , usw., aber die von mir genannten Dinge haben sich nicht geändert. Wenn ich z. B. den Sudan sehe. Dort hat der Norden gegen den Süden gekämpft. Die UNO hat dann dem Sudan geholfen zu teilen um endlich Verbesserung zu erreichen. Kaum war der Südsudan selbstständig ging der Bürgerkrieg dort im Süden um Macht und Geld los. So geht das schon so lange ich denken kann. Irgendwann müßen die Afrikaner auch lernen sich selbst zu befrieden. Leider geben die lieber Geld für Waffen aus , als für ihre Bevölkerung , oder die Regierenden leben in totalem Luxus usw. . Nur nach Geld aus den Industriestaaten zu rufen und dann das Geld verballern kanns einfach nicht sein. Wir können nicht immer alles , was am Boden bekriegt wurde , wieder aufbauen. Afrika muß eben selbst Verantwortung tragen lernen. Schade , daß diese Auseinandersetzungen immer die Schwachen trifft und wir moralisch gefordert sind ,zu Helfen. — In diesem Durcheinander kann ich kaum erkennen , was ich mit meinem Weizen als deutscher Bauer mit diesen Problemen zu tun habe . Weder habe ich Einfluß, wenn der Weizen an den Landhandel oder Genossenschaft verkauft ist , wohin der Weizen weiter vermarktet wird, noch kann ich festlegen , daß der Weizen nicht nach Afrika gehen darf. Das entscheidet immer der Exporteur. Habe aber noch nie eine Demo gegen die Exporteure gesehen , sondern nur gegen die Bauern.

    5+

  6. Es steht nicht in unserer Macht, die Probleme Afrikas oder anderer Erdteile zu lösen. Die Natur wird eine Lösung finden, wir werden sie auch nicht daran hindern können. Es wäre vernünftiger, das eigene Land vor den Auswirkungen auswärtiger Konflikte und Krisen zu schützen, damit afrikanische oder amerikanische Probleme nicht zu europäischen Problemen werden. Die Natur wird auch Weizenex- und Importe wieder begrenzen, wenn das Erdöl alle ist.

    4+

      • Bauer Willi sagt

        Und jetzt? Wie geht es weiter? Welthandel abschaffen? Wer kennt die Lösung? So hilft mir der Artikel auch nicht weiter….
        Bauer Willi

        1+

        • Philipp sagt

          Die Lösung ist, dass es keine gibt. Zumindest keine einfache. Man (die Politik, Verbraucher und Unternehmer) kann an vielen kleinen Stellschrauben drehen, um die Situation auf dauer zu verbessern. Perfekt, ausgeglichen oder gerecht wird es nie…. Aber vielleicht für einige besser. Im Welthandel gilt auch der Spruch: Des einen Leid, ist des anderen Freud.

          1+

        • Lieschen Müller sagt

          Aber das ist wenigstens mal die Sicht eines Ökonomen aus Afrika. Und er sagt, WTO abschaffen, lieber wieder bilaterale Beziehungen: „kleine Boote“.

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      • Wie sollen arme Länder auch ohne Abschottung aus eigener Kraft Strukturen aufbauen, die sie von den Industrienationen unabhängig machen würden? Nur: Wir können den anderen nicht Importe verbieten, wir sind allenfalls für die eigenen Importe zuständig. Wenn der Welthandel wegen der wachsenden Ungleichgewichte zu riskant wird, sollte sich jedes Land unabhängiger von Importen zu machen versuchen. Willis Umbauprogramm für die Landwirtschaft wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Die USA haben wegen ihrer überbordenden Verschuldung nach jahrzehntelangen Außenhandelsdefiziten gar keine andere Wahl mehr und gehen mit gutem Beispiel voran.

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  7. Friedrich sagt

    Ich laß mir von den Gutmenschen kein schlechtes Gewissen mehr machen. Solange Leute wie Mugabe und andere nur mit Korruption , Unterdrückung und der Hungerwaffe ihr Unwesen treiben und die multinationalen Konzerne dort rigoros die Rohstoffe mit Schmiergeldern an die Machthaber ausbeuten, aber auch die Waffenexportländer dort ihre Geschäfte machen , brauch ich mir als deutscher Bauer das nicht anziehen. Bei Getreide sind wir Nettoimporteur. Was kann ich dazu , daß unsere Verbraucher nur die guten Sachen vom Hähnchen essen und der Rest nach Afrika und Asien geht.Ebenso beim Schweinefleisch.
    Afrika ist ein reicher Erdteil , aber solange die Machthaber nur an sich und nicht an die eigene Bevölkerung denken , sind dort Hopfen und Malz verloren. Mit unserer Entwicklungshilfe haben wir einige Leute schlau machen können um zur Selbsthilfe zu kommen, aber wegen der politischen Umstände hauen die Schlauen dort ab und landen bei uns als Wirtschaftflüchtlinge. Ist es richtig diese Leute aufzunehmen , statt das diese Leute lieber ihre Länder mit aufbauen ? Begehen wir mit der Aufnahme hier nicht ein Verbrechen gegenüber den verbleibenden Leuten in Afrika ? Wozu machen wir denn die Entwicklungshilfe , wenn die Leute da abhauen die wir schlau gemacht haben ?

    3+

    • fingerphilosoph sagt

      „Geht es den Afrikanern durch die mehr als eine Billion Dollar Entwicklungshilfe, die in den letzten Jahrzehnten gezahlt wurden, tatsächlich besser? Nein, im Gegenteil: den Empfängern der Hilfeleistungen geht es wesentlich schlechter. Entwicklungshilfe hat dazu beigetragen, dass die Armen noch ärmer wurden und sich das Wachstum verlangsamte … Die Vorstellung, Entwicklungshilfe könne systemische Armut mindern und habe dies bereits getan, ist ein Mythos. Millionen Afrikaner sind heute ärmer – nicht trotz, sondern aufgrund der Entwicklungshilfe. Elend und Armut sind nicht beseitigt worden, sondern haben sich weiter verschlimmert. “ (Dambisa Moyo, Dead Aid).

      Wenn die Dame recht hat, dann zahlt sich Gutmenschentum nicht nur nicht aus, sondern bewirkt das Gegenteil dessen, was beabsichtigt ist.

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      • bauerhans sagt

        das geld versickert durch korruption und ist meist bilateral verknüpft,
        d.h. wir geben euch,ihr kauft bei uns (waffen).

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    • Paulus sagt

      @Friedrich
      Wir haben sie eben nicht schlau gemacht sondern bis heute dumm gehalten. Das mag ein Relikt der Kolonisation und damit verbundener Missionierung sein. Warum sonst verkünden höchste Würdenträger einer bestimmten Glaubensgemeinschaft dort die Botschaft, wachset und mehret euch. Das mit gefalteten Händchen nickende Negerkind auf dem Sammelkasten von Adveniat wurde durch zeitgemäße Sammelmethoden ersetzt. Mehr ist seit mind. 60 Jahren der Hilfe für Afrika nicht herausgekommen.
      Das afrikanische Problem betrifft uns unmittelbar. Davor die Augen zu schließen und es weiter wie bisher zu versuchen ist nicht zielführend. Es gibt kluge Afrikaner, denen ich selbst schon begegnen durfte. Die haben ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihren eigenen Landleuten, wie zu vielen selbsternannten europäischen Gutmenschen auch. Deren teils drastische Aussagen möchte ich hier nicht wiedergeben.
      Mit dem Schlaumachen sollte man tatsächlich mal anfangen, statt dumme Reportagen über Weizen aus Deutschland zu drehen. Afrika hat (Südafrika ausgenommen) ein gewaltiges Bildungs- und somit Mentalitätsproblem und genau das fällt uns auf die Füße. Ohne Aufklärung und Bildung wird es bis in alle Ewigkeit auch bei Bad Governance mit all den bekannten Folgen bleiben.
      Als ich studierte kamen locker 20% meiner Kommilitonen aus Asien und Südamerika, jedoch keiner aus Afrika. Das hat sich, zumindest an der RWTH, nach meiner Wahrnehmung bis heute nicht geändert.

      Was ich damit sagen möchte, es betrifft dich sehr wohl, direkt oder indirekt, werter Friedrich.

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  8. Im Grunde bringt der Handel, das Leben immer mit sich das es am Ende einem besser geht………
    der ander wird übers Ohr gehauen.
    Das gilt im kleinen wie im Welthandel.

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  9. Harald Müller sagt

    Ägypten, weltgrößter Weizenimporteur, importiert Getreide zum Weltmarktpreis und subventioniert es noch weiter, damit auch die Ärmsten in der Bevölkerung satt werden.
    Die Bevölkerung Ägyptens hat sich übrigens seit den 1950ern auf 80 Mio Einw. verdreifacht.

    Und trotz der Lage am Mittelmeer kommen kaum Flüchtlinge von dort nach Europa.
    Man stelle sich mal vor, was dort (bzw. an den „Toren“ Europas) abgehen würde, wenn Ägypten kein Getreide mehr importieren würde.

    „Sollen sie ihr Essen doch selbst anbauen; Fläche haben sie ja genug!!!“ (*Gedankenspiel*)

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    • Die werden sich auch noch in Bewegung setzen, ist nur eine Frage der Zeit. Aus welchen Einnahmen soll denn eine ägyptische Regierung den wachsenden Nahrungsmittelbedarf einer wachsenden Bevölkerung auf Dauer subventionieren?

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      • Inga sagt

        Haben die keine Industrie?

        Aber Öl haben ise, oder?Ü
        Und wen den Erlös daraus vertun oder -frühstücken, dann bauen sie sich ja ein Entwicklungsland auf, oder?

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      • Mark Rössler sagt

        Ägypten wird sich mit der geringen landwirtschaftlichen Fläche und dem Klima nie mit Weizen selbst versorgen können.

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        • Brötchen sagt

          rechnen Sie mal die Einwohner auf die importmengen, das sind Tropfen. ich vermute, das die Exporte über Entwicklungshilfegelder o.ä. laufen.

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  10. Afrika müsste seine Hausaufgaben machen, von mir aus auch mit Entwicklungshilfe, die da wären: Korruption, Zugang zu eigenem Land, Beendigung von Diktaturen und Bürgerkriegen usw. Die führenden Köpfe sind doch gar nicht an einer wirklichen Verbesserung interessiert, sie verkaufen lieber Land und Bodenschätze an ausländische Investoren und schaffen das Geld auf ausländische Konten. Südafrika will übrigens weiße Farmer enteignen, mal schauen was dann passiert, wahrscheinlich ähnliches wie in Simbabwe, der einstigen Kornkammer Afrikas.

    1+

  11. Eine interessante Diskussion mit sehr vielen verschiedenen Meinungen… ja es ist klar, dass hier etwas nicht ganz richtig läuft aber in allen Richtungen .. und warum… weil es Menschelt und weil wie über das Geld das sagen hat…

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  12. In vielem stimme ich Dir voll und ganz zu, aber gäbe es keine Subventionen mehr – ob nun pro Produkt oder pro ha spielt in meinen Augen eigentlich keine Rolle, würde die Produktion teurer und in der Zukunft vermutlich weniger produziert, was wiederum die Gesamtmenge und damit den Preis sehr wohl verändern würde. Mal davon abgesehen, dass eine Subvention eigentlich immer nur eine kurzfristige “Stütze“ sein sollte, aber immer den Markt verzerrt. Erst recht wenn z.B die EU pro Jahr 55.000.000.000€ dafür ausgibt.
    Das andere ist, dass ja auch die “Afrikaner“ uns z.B. mit günstigem Beerenobst überrollen und somit auch hier unsere Landwirtschaft gefährden.

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  13. Interessant. Wichtig ist nur das wir schnell eine Lösung brauchen (wenn’s die denn gibt). Solange die Afrikaner keine Lebensgrundlage dort finden, werden sie auswandern müssen. Und da ca 30.Mio pa in Afrika geboren werden, wird das ein ganzer Haufen sein der sich auf den Weg macht. BTW könnte man aufhören tiefgefrorene Hühnerreste (Füsse und Karkassen etc) nach Afrika zu entsorg… äh exportieren. Da Ausfuhrzölle drauf und eiin Entsorgen hier wäre billiger. (Muss auch kontrolliert werden, und das funktioniert auch nicht) Wer entwirft einen Masterplan ?

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    • Warum Lebensmittel entsorgen wenn sie noch verwertet werden können?
      Desweiteren gehen geflügelfüße und köpfe nicht nach afrika sondern im großteil nach asien!

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    • da gab es neulich eine TV Sendung drüber. Knochenreste noch verwerten ? Na Ja . Auch damit wird den Geflügelzüchtern in Afrika die Lebensgrundlage genommen. Und hier ist es Müll. Wir kaufen daher (fast) nur noch ganze Gockel. Die meisten hier leider nur Brust oder Schenkel.

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  14. Lieschen Müller sagt

    VW hat in Brasilien auch riesige Montageanlagen. In China dürfen nur in Joint Ventures hergestellte Autos verkauft werden. In Indien stellt Tata selbst billige Autos her. In Australien (was kein Schwellenland ist) werden keine Autos mehr hergestellt.
    Also bei Autos ist das ganze sehr stark reglementiert!

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  15. fingerphilosoph sagt

    Der eigentliche Wahnsinn besteht darin, dass in dem Artikel auch nicht ein einziger Gedanke auf den Transport verschwendet wird, gerade so, als ob der Weizen sich von selbst aus Russland, Europa oder Kanada nach Afrika beamen würde. Tut er aber nicht.

    Auf dem Weltmeeren fahren derzeit 45.000 Supertanker herum, von denen jeder einzelne so viel Dreck wie ca. 1 Million PKWs macht. Was diese Supertanker transportieren? Richtig, Weizen. Steht an vierter Stelle nach Erdöl, Kohle und Eisenerz.

    Aber hallo: der Peak Oil war 2006. Die Erdölvorräte, womit diese Supertanker betrieben werden, werden von Jahr zu Jahr weniger. Wenns hoch kommt, reichen sie vielleicht noch 40 (!) Jahre.

    Es ist absoluter Wahnsinn, jetzt Strukturen und Abhängigkeiten aufzubauen, die in der nächsten oder übernächsten Generation schon nicht mehr funktionieren. Kurzsichtiger gehts ja überhaupt nicht.

    Womit wollt ihr die Supertanker künftig betreiben? Mit einem Windrad? Haha. Oder wollt ihr den Weizen wieder mit Segelschiffen transportieren? Habt ihr mal ausgerechnet, wieviel Segelschiffe ihr braucht, um die Menge Weizen zu transportieren, um die es geht? Wie viele Schiffsmannschaften?

    Oder läufts eben doch darauf hinaus, dass jedes Land künftig Atomreaktoren betreiben muss, wobei dann waffenfähiges Plutonium anfällt, sodass jeder Staat nebenher auch noch ein paar Plutoniumbomben bauen kann? Denn mit der alten Generation von Atomreaktoren kann man das bevorstehende Energieproblem auch nicht lösen. Da braucht es eben diese neuen double-fluids, und die sind eine Weiterentwicklung von Schnellen Brütern, deren Bau man nicht ohne Grund eingestellt hat.

    Ja, das ist absoluter Wahnsinn!

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    • Bauer Willi sagt

      Jetzt fehlt nur noch die Lösung…
      Alle Exporte stoppen? Auf Nahrungsmittelhilfe verzichten? Und falls Weizen wirklich an vierter Stelle der Transportgüter steht, warum ist das dann so? Doch wohl, weil es irgendwo gebraucht wird. Da hätte ich gerne Antworten.
      Die Transportkosten sind übrigens im Verhältnis zum Warenwert vernachlässigbar.
      Bauer Willi

      1+

      • Lieschen Müller sagt

        Die Lösung besteht darin, die Menschen weltweit zur Familienplanung anzuhalten. Und regionale Ernährungsstrukturen aufzubauen, mit dem, was dort wächst. Die Lösung bedeutet: keine Frühkartoffeln aus Ägypthen, keine Avocados aus Israel, keine Heidelbeeren aus Peru.
        Die Lösung bedeutet auch, die Lügen vom „demografischen Wandel“ und die Angst vor einer „alternden Gesellschaft“ endlich einzustellen.

        1+

        • Inga sagt

          Warum ist der Demographische Wandel eine Lüge?

          Ja, die regionalen Ernährungsstrukturen sind wirklich umweltfreundlich für Mensch und Ökologie.

          Aber die afrikanischen regionalen Ernährungstrukturen sind nicht gut für unsere Volkswirtschaft oder die Global-Player wie Nestle & Co.

          Also um auf den Erhalt von Mutter Erde zu bauen, müssen wir westl. Welt darauf verzichten.

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          • Lieschen Müller sagt

            Weil er als Bedrohung aufgebaut wird, dessen einzige Lösung in „mehr Kinder“ und mehr Zuwanderung gesehen wird. Aber mehr Menschen machen mehr Probleme und fressen die Ressourcen der Erde nur noch schneller auf.

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            • Inga sagt

              Deswegen sollen die Zuwanderer (wenn nicht aus Kriegsgebieten) ja zu Hause bleiben und ihr Land aufbauern und die Regionalen PFlanzen da anbauen, damit die Gegend ökologiesch bleibt.

              Und wenn die Landwortschaf tdann mal ökologisch richitg ist udn dann fehlen noch Nahrungsmittel, dann kann ja WEizen von usn dorthin inportiert werden.

              Habe zwar mal gehört, dass die Produkte aus Weizen auch den Menschen dort besser schmecken, als die aus Hirse!?!

              Dann wird es wieder ein Problem, weil die eigenen Felder dann da verwüsten, denke ich.

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      • fingerphilosoph sagt

        Es geht nicht um die Transportkosten, sondern um die Energie, die für die globalen Transporte von Lebensmitteln benötigt wird. DAS ist das Problem, nicht das Geld.

        Es ist ja nicht so, dass Afrika unfruchtbare Böden hat. Sondern dass die Leute Weizen essen wollen oder sollen, der dort nun halt mal nicht wächst.

        Ich glaube, dass es für sinnvolle Lösungen bereits zu spät ist. Bzw. dass der Mensch nicht fähig ist, sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen.

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        • Mark Rössler sagt

          Die Tonne Getreide, das in Schleswig Holstein geerntet wurde und in Schiffsterminals verbracht wird, anschließend mit dem Schiff in westafrikanische Häfen angeliefert wird kann in der westafrikanischen Mühle weniger Energie auf dem Buckel haben als das einheimische Getreide dort, das mit LKWs quer durchs Land kutschiert wurde.

          Soja aus Südamerika hat in Nordeuropa meist weniger Energieverbrauch je Tonne wie Donau-Soja.
          Man darf auch nicht nur den Energieaufwand je Tonne für den Transport sehen, die Betrachtung muss schon ganzheitlich stattfinden.
          Angefangen von der Feldarbeit und Ernte bis zum abladen beim Endkunden je Tonne.
          Schlechte Erträge durch schlechtere klimatische Voraussetzungen der jeweiligen Kultur werden mit viel Einsatz/Energie bezahlt.
          Es sollte das dort angebaut werden, was global betrachtet, den effektivsten Ertrag an diesem Standort ermöglicht.
          Weizen sollte in unserer Region angebaut werden, Soja in geeigneteren.
          Ohne spezielle ausgerichtete Subventionen (zB Eiweißpflanzenstrategie) ist der Anbau ökonomisch nicht machbar, ökologisch dazu noch kompletter Unsinn.

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    • bauerhans sagt

      „wollt ihr den Weizen wieder mit Segelschiffen transportieren?“

      tatsächlich laufen versuche,containerschiffe mit segeln zu bestücken.

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      • fingerphilosoph sagt

        Wenn das mit den erneuerbaren Energien funktionieren würde, hätte man mit dem Erdöl gar nicht angefangen.

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  16. Das größte Problem überhaupt ist das wir in unserer angeblich zivilisierten westlichen Welt Lebensmittel rein als billige Handelsgüter sehen. Hauptsache jeder kann drüber Geld verdienen aber billig müssen sie sein. Solange es wirtschaftlicher ist Weizen zu verstromen, Raps zu verdieseln und Milch zu verpulvern wird sich an der Situation nichts ändern. Und das weder für den Landwirt hier in Deutschland als auch für den Landwirt in Afrika. Warum glauben wir alle das Masse der Ausweg ist. ?

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    • Lebensmittel sind nun mal billige Handelsgüter. Das ist das Problem aller Bauern. Was wäre aber, wenn alle Lebensmittel den doppelten Preis hätten? Nur mal so als Gedankenspiel. Denk das mal zu Ende…

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    • Es geht mir dabei noch nicht mal alleine um den Preis sondern um die Werstellung als Lebensmittel. Und sie sprechen das Problem ja an….. billige Handelsgüter…..! Das sind sie aber nur weil weltweit einfach zu viel produziert wird. Weil es rein um die Masse in der Landwirtschaft geht.

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    • Zu Afrika noch ein Gedanke…. Weizenexporte in Drittstaaten erfolgen nur dorthin wo das Land auch dafür zahlen kann. Warum sterben besonders in Afrika jedes Jahr hundert tausende von Menschen an Hunger? Weil diese Länder selbst den billigen Weizen aus Deutschland nicht bezahlen können.

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    • Ihre Ansätze lieber Bauer Willi sind gut. Ich lese sie gerne und Teile oft ihre Meinung. Das Problem liegt aber in unserem System….. wachse oder weiche oder Geld regiert die Welt…..

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    • Dank der „billigen Massenproduktion“ werden heute über 7 Mrd. Menschen satt! Wären Lebensmittel knapp und teurer, gäbe es wesentlich mehr Hunger, Krieg und Vertreibung.

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    • Rene Pommer es gäbe wahrscheinlich weniger Hungernde wenn man billige Massenproduktion und export unterbindet desweiteren würde die Population sich dem Angebot anpassen das funktioniert seit jahrhunderten, nur treten Hilfsorganisationen immer soweit in kraft das schwache aufgepäppelt werden an eine natürliche Reduktion mit folgender besserung der Situation denkt keiner.

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    • Nicht wegen der Sache sondern wegen den Kommentaren hier…. Aber sobald Diskussionen Kommentare auslösen in denen von natürlicher Reduktion die Rede ist….. naja den Rest spare ich mir

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  17. Wer Afrika helfen will muss helfen damit Afrika sich selbst helfen kann.
    Was bringt es wenn Afrika egal ob billig hingekippt oder über Spendengeldern gegen den Hunger verteilt alles bekommt.
    Es aber trotzdem hinten und vorne nicht reicht.
    Afrika ist reich an fruchtbaren Böden und bei etwas Hilfe mit dem Umgang mit technischer Hilfe könnten Sie ihre Menschen selbst ernähren.

    Was allerdings nicht geht, ist das man den dortigen fruchtbaren Boden
    Nutzt um seinen eigenen Hunger zu stillen.
    Komisch aber auf den Flächen wo unsere Südfrüchte wachsen ist die Welt in Ordnung.
    Oder sagen wir mal für uns hat es den Anschein.
    Aber was bringt es den Bauern und Menschen dort?
    Die Früchte konkurrieren auch mit dem Weltmarkt, wenn der Handel der Transport bezahlt ist, dann bleibt ein Hungerlohn für die Bauern dort im Land über.
    Aber sind das Bauern die dort Wirtschaften?
    Nein zu Tagelöhner sind die Bauern dort verkommen angelockt aus ganz Afrika leben diese Menschen unter alten Wellblechplatten.
    So geht es nicht.
    Wenn das Geld bei den Menschen in Afrika ankommen soll, dann müssen sie sich selbst versorgen, dann darf man sich nicht noch die besten Flächen für sein eigenes schönes Leben unter den Nagel reißen.
    Ein altes Sprichwort sagt, ist der Handel noch so klein bringt immer mehr wie Arbeit ein.
    Das hilft dort keinem armen Menschen.

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    • In Deutschland wurden in den 50er Jahren Millionen Mitbürger vom Land in den vor Qualm und Arbeit strotzenden „Westen“ gelockt! Es gab Arbeit und sie hatten ein höheres Einkommen.

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    • man braucht nur zwei Kontinente die den brutalen Weg der Kolonialisierung gegangen sind, miteinander vergleichen, nämlich Afrika und Südamerika. Südamerika ist daraus nicht nur zivilisierter sonder auch Eigenständig und sich selbst ernährend hervorgegangen und ist im Bereich LDW eine Export-Grösse geworden. Afrika ist nach der Kolonialisierung zurück in die Steinzeit. Warum konnte man einen Afrikaner Versklaven und einen Latino nicht? Auch aus eigener Erfahrung kann ich sprechen, da ich zwei Jahre in Malawi gelebt habe und Entwicklungshilfe geleistet habe! Selbst Malawi als die „Schweiz von Arfrika“ hat die selben Defizite in der Eigenversorgung. Müsste man wg des nahen Malawi See nur eine Trinkwasserleitung legen, hat man lieber zugeschaut wie wir das für sie gemacht haben, waren wir nicht zugegen ist der Pumpgenerator einfach verreckt und die Frauen sind mit Kind am Rücken täglich 15km mit dem Wasserkanister auf dem Kopf gelaufen. Der Malawisee als der grösste Süsswassersee mit unermesslichen Fischreichtum. Was am frühen Morgen gefangen wurde, ist um 16h Nachmittags immer noch unter immensen Gestank in der sengenden Sonne auf dem Marktplatz gelegen. Waren wir Fischen zb, ist man nach dem Essen über die Gräten mit den Köpfen dran hergefallen…Als man zum Projektstart so an die 800 Afrikaner in Lohn und Brot brachte, hat man mit dem ersten verdienten Geld die Bierbuden am Strassenrand damit versorgt, anstatt es nach Hause zu tragen. Geld für Essen reichte nur bis zum 10. des Monats, danach kam man mit einer Zuckerrohrstange in die Arbeit und kaute daran tagsüber. Frauen kompensieren die durchschnittliche Lebensdauer von 40 Jahren mit katastrophalen Kinderreichtum. Kinder werden als Ware gesehen um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern und werden nicht zuletzt von ihren Eltern vor vorbeifahrende Autos gestossen und der Fahrer damit erpresst Geld raus zu rücken. Auf solche Vorfälle hin wurden wir gezielt gebrieft, wenn man ein Kind anfährt, nicht zu stoppen!!! Eine in sich verrottende Kultur…leider!

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    • Für dieses Problem gibt es eine Lösung, den Landarbeitern Löhne zahlen, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. In Südamerika jedenfalls hat es geklappt.

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    • Peter Tadeu Do Carmo Hermann Huber am besten den Lohn täglich auszahlen…… und unsere Preise der Südfrüchte angeben.
      Ob es aber dann bei den Arbeitern und Familien ankommt, ist fraglich.
      Es ist leider auch so das etwas mehr Geld auch gleich mehr Kinder bedeutet, also wem hilft das Geld, oder schadet es sogar.
      Wahrscheinlich leben die Menschen dort hinterm Busch auch wesentlich besser als die die des Geldes wegen in die Städte gezogen sind.
      Was den Markt angeht wo die Fische in der Sonne braten, besser wäre es wenn es den Handel dort gar nicht gibt, den wovon sollen die das bezahlen?

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    • Bauer Willi das große Problem ist doch das der arme Mensch dort nichts wert ist, ihm gehört nichts…… das ist so wie es hier früher mit den großen Gutsbesitzern und ihren Arbeitern war, das ist noch gar nicht so lange her…… die besseren waren noch vor dem 2 Weltkrieg nur Pächter und mussten Abgaben leisten.
      Erst nach dem Krieg wurden daraus Eigentümer aber bezahlen müssten sie ihren Betrieb trotzdem.
      Dort geht es auch nur wenigen gut, das ist kein Wunder das aufstände drohen.

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    • die Lebensbedingungen kann man aber nur verbessern wenn genug Geld in den Ländern ankommt, oder bleibt.
      Da liegt heute das Problem,
      In Afrika gibt es zuviele Menschen bei zuwenig Arbeit.
      Afrika muss ihre Bodenschätze und landwirtschaftliche Güter zu besseren Preisen verkaufen damit genug Geld für die Menschen da ist.
      Und die Familienplanung muss dem Einkommen angepasst werden.
      Eine tägliche Lohnauszahlung kann dort helfen.
      Am besten auch gleich auf allen Familien angehörigen gerecht auszahlen.

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  18. Ist eigentlich nicht so schwierig.

    Gezielt und bedarftsgerecht exportieren, industrielle Landwirtschaft raus aus den afrikanischen Laendern. Small Scale Farming intensiv unterstuetzen, Farmer Cooperation aufbauen, foerden, unterstuetzen, Permakultur zum
    Standard machen.

    Hilfe zur Selbsthilfe und nicht eigene Profitinteressen in den afrikanischen Laendern durchsetzen wollen.

    Heißt: Die ‚klassische‘ Entwicklungshilfe an den Nagel haengen.

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    • Wer macht das jetzt? Wenn das doch eigentlich nicht so schwierig ist… Mal mit Putin geredet, dass er die Getreideexporte sein lassen soll? Oder mit Donald Trump? Small scale farming unterstützen klingt gut, würde ich mir auch für Deutschland wünschen.

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    • Bauer Willi … das ist ja der Haken. Es geht nicht um den Kontinent. Sondern um zig Interessen anderer. Und daran – an dem System, dass sich seit Jahrzehnten etabliert hat – etwas zu aendern wuerde ja Verzicht auf verschiedenen Ebenen bedeuten. Und wer verzichtet schon gerne oder freiwillig?
      Ja, ich bin manchmal selber ziemlich frustiert und frage mich, ob man mit dem, was man zB dort in kleinem Umfang tut ueberhaupt etwas aendern kann. Ich glaube dran.

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    • Das ist eindeutig falsch, nur die industrielle Landwirtschaft kann Afrika helfen. Das hat sie ja nun wohl weltweit bewiesen, denn überall wo es sie gibt wird nicht mehr gehungert. Hunger herrscht dort wo Kleinbauern unrentabel wirtschaften, sogar bei ihnen selbst, wie wollen die dann ein Volk ernähren.

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    • Andrea Teutenberg Ich nenne ihnen mal ein Beispiel aus Brasilien, dort gibt es eine Landlosenbewegung, da die letzte linke Regierung vor ihrer Wahl mit denen symphatisiert hat musste sie ja zwangsweise etwas für sie tun. Dann jedoch hat man gemerkt, das durch diese Landverteilung neue Favelas auf dem Land geschaffen wurden, man hat Dörfer geschaffen in denen die Armut vorherrschte. Man ist dann den richtigen Weg gegangen, Einführung eines Mindestlohnes und Verbesserung der sozialen Bedingungen. Man hat damit die rentablen Großbetriebe erhalten und die Lebensbedingungen der Landarbeiter verbessert.

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    • Peter Tadeu Do Carmo … ich bin vor Ort persoenlich aktiv. Ich kann nur ueber das reden, was ich selber mache und erlebe. Und wenn ich es richtig sehe, ging es im Ausgangspost um den afrikanischen Kontinent.

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    • Peter Tadeu Do Carmo … ich rede zB von ‚Sojaplantagen‘ auf denen Tierfutter produziert wird. Die Flaechen wurden den Menschen, die zuvor dort ihr Auskommen hatten, enteignet. Obwohl sie seit vielen Generationen dort lebten. Hatten nir leider keine ‚Besitzurkunden‘.
      Die Sojaflaechen entfallen nun jedoch fuer die Lebensmittelproduktion. Wohnflaeche ist weg und in den Betrieben werden nur wenige Mirarbeiter benoetigt. Die Folgen? Das koennen Sie sich bestimmt selber ausmalen.

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    • Andrea Teutenberg Was schlagen sie vor, die Plantagen rückübereignen damit die Menschen wieder ihr Auskommen haben? Sich weiter durchhungern und zur Sicherheit Kinder zeugen? Mein Vorschlag wäre die Sojaplantagenbesitzer vernünftig zu besteuern und die Steuern dann der Allgemeinheit zu gute kommen lassen. Ja Brasilien ist nicht Afrika, aber dort ist man den Weg schon gegangen den man in Afrika noch vor sich hat, man muss das Rad nicht neu erfinden. Ich sehe es hier täglich was ein bischen Wohlstand für Auswirkungen hat. Habe viele Bekannte zwischen 30 und 50 Jahren, die stammen alle aus kinderreichen Familien und komisch alle haben nur wenige Kinder. In Brasilien liegt der Geburtendurchschnitt bei 1,9 Kindern pro Frau. Ja und wenn sich ein Volk nicht mehr sinnlos vermehrt, dann kann man nach und nach alle anderen Probleme lösen.

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    • Peter Tadeu Do Carmo sie sprachen ja Südamerika an, ja da hat die industrielle Landwirtschaft Einzug gefunden, und das Urwaldroden geht weiter.
      Aber ist das sinnvoll?
      Wo wären die Menschen denn wenn kein Urwald gerodet worden wäre.
      Keiner will die Zeit ändern,aber unser Wohlstand ist letztendlich auch der Urwaldrodung zu verdanken.

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    • Peter Tadeu Do Carmo die Lebensbedingungen kann man aber nur verbessern wenn genug Geld in den Ländern ankommt, oder bleibt.
      Da liegt heute das Problem,
      In Afrika gibt es zuviele Menschen bei zuwenig Arbeit.
      Afrika muss ihre Bodenschätze und landwirtschaftliche Güter zu besseren Preisen verkaufen damit genug Geld für die Menschen da ist.
      Und die Familienplanung muss dem Einkommen angepasst werden.
      Eine tägliche Lohnauszahlung kann dort helfen.
      Am besten auch gleich auf allen Familien angehörigen gerecht auszahlen.

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    • Isabella Bernd Buss Ja da gebe ich ihnen Recht, allerdings gibt es schon Gesetze die das unterbinden sollen, das z.B. kein Vieh gekauft werden darf was auf gerodeten Flächen gemästet wurde. Aber ich hatte ja geschrieben das man alles nach und nach in den Griff bekommt.

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    • Isabella Bernd Buss Auch das ist falsch, nicht die Familienplanung muss dem Einkommen angepasst werden, eine Familienplanung gibt es erst bei entsprechenden Einkommen.

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    • Schmeckt gut sagt

      Nur mal so zum Nachdenken. Habe es schon mal erwähnt. In Ghana entsteht zur Zeit ein riesiger Betrieb, der mit Permakultur arbeitet. Das dort eingesetzte amerikanische Kapital rechnet sich wohl wegen der niedrigen Löhne und der geringen anderen Kosten gute Gewinnchancen aus. Es wird hochproffesionell und effektiv gearbeitet, man könnte sagen „industriell“ 😉 . Wir deutschen Bauern haben hierauf selbstverständlich keinerlei Einfluß und wir sollten uns bei einer solchen Konkurenz hüten, auch nur über Permakultur nachzudenken. Insgesamt wird der deutsche, weltweite Einfluss in Sachen Agrar meiner Meinung nach völlig überbewertet. Wenn wir Bauern dann noch Vorreiter in vielen landwirtschaftlichen Bereichen werden sollen, findet dieser Wandel mit deutlich weniger Betrieben statt. Das nennt man dann Strukturwandel.

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    • Andrea Teutenberg
      Wer trägt die Verantwortung dafür dass in Afrika Menschen enteignet werden ? Würden Afrikaner wenn Sie wählen können teureren eigenen Weizen kaufen oder billigeren vom Weltmarkt ?

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    • Reiner Bu … es gibt nicht ‚den‘ Afrikaner. Und neben Weizen gibt es eine Reihe an heimischen Nahrungsmitteln, deren Produktion gefoerdert werden sollte. Da hat der Rest der Welt nur kein Interesse dran.

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    • Sie wollen den Afrikanern die moderne Landwirtschaft verwehren? Das Elend wahren um den Drecksäcken von Brot für die Welt den Spendenfluß zu erhalten? Schauen Sie mal, welche Art von Landwirtschaft dne Hunger im größten Teil der welt besiegt hat und heute 6,5 Mrd Menschen sat macht. Und welche Landwirtschaft in dne Hungerländern herrscht.

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    • Andrea Teutenberg Die Entwicklungshilfe hat unter anderem deshalb nichts gebracht, weil Organisationen wie Brot für die Welt und andere Spendenabzocker das Elend wahren wollen. Sie sind gegen moderne Sorten, gegen gute landwirtschaftliche Ausbildung, gegen Pflanzenschutz.

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    • Andrea Teutenberg Nein.. Aber ich erachte die Arbeit Ihrer Organisation als durchaus zielführend. http://international-aha.com/ Solange sie nicht von Ideologen unterwandert wird, heben Sie sich positiv von Brot für die Welt ab. Ich sehe Sie mit Ihrer Ideologie am falschen Platz. Hoffentlich ist Ihre Träumerei von ineffektiver Landwirtschaft nicht die Agenda der AHA.

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    • Eine Richtigstellung
      Soja wir in Südamerika nicht für die tierfitterproduktion angebaut sondern für die ölproduktion in erster linie ( Soja ist eine ölpflanze) das sog. Sojaextraktionsschrot ist ein Nebenprodukt und wird als eiweissträger als tierfutter weiterverkauft das ist korrekt. Aber kein Unternehmer der Welt baut ein Produkt wegen eines Nebenproduktes an das ist eben die WinWinsituation dieser Pflanzen

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    • Jochen Böhrer … die AHA ist vielfaeltig und nicht ideologiebehaftet. Ihr kurzer Einwurd zeigt mir, dass Sie sich vermutlich nicht wirklich damit beschaeftigt haben.

      Und das Totachlagargument, ob man ‚den Afrikanern moderne Landwirtschaft vorenthalten wolle‘ – sorry – das ist hilflos und geht eben genau an den Notwendigkeiten vorbei. Ich kann ihnen gerne Beispiele von jungen, engagierten Menschen aus verschiedenen afrikanischen Laendern geben, die das Problem und die Verzahnung mit anderen Themen des ‚laendlichen Raumes‘ vor Ort verstanden haben. Was man von vielen hier nicht behaupten kann.

      Wir haben diesen Laendern bereits genug Schaden zugefuegt, indem man arrogant meinte zu wissen, was gut fuer sie ist. Das ist meine persoenliche Meinung.

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    • Thank you Andrea Teutenberg.. Your Opinion gives a better perspective of empowerment and true commitment to sustainable development..filled with inclusive problem solving!

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    • Small scale farming: erklären Sie. Frau Teutenberg dem 16 jährigen smartphone-Besitzer dass er mit nem Ochsen Pflügen soll?

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    • Heinz-Leo Donners …. im Zweifelsfall besser mit einem gesunden Ochsen als mit einem Schlepper, der nach Verbrauch der Tankfuellung steht und verrottet. Ja.
      Ich habe weiter oben ein paar junge Menschen erwaehnt. Sie haben auch reagiert. Sie koennen gerne nachlesen, was
      sie machen.
      Und ja, eine Mechanisierung ist notwendig – jedoch angemessen. Und nicht weil Hersteller ihren Kram verkaufen wollen.

      Es iat übrigens voellig normal, dass Farmer in der einen Hand ein Handy hat und in der anderen die Holzhacke haben. In Uganda hat man zB im ganzen Land besseren Empfang als hier bei uns.

      Das Thema ist, wie man das Leben auf dem
      Land attraktiv haelt. Die Flucht in die Staedte besteht, ja. Und mit der Flucht oft ein Leben in Slums.

      Vor einem Jahr haben wir mit 150 jungen Menschen im Rahmen des Rural Future Lab 2017 gearbeitet, wie junge Leute auf dem Land gehalten werden koennen. Glauben sie auch nur einer oder eine von denen hat sich zB hochmechanisierte Landwirtschaft gewuenscht? Nein.

      Ich werde in drei Wochen wieder fliegen und mit Farmern, insbesondere junge, engagierten Farmern und Farmerinnen vor Ort arbeiten.

      Abschließend ein Tipp: Jeder der hier schreibt, sollte sich einfach mal dorthin begeben und sich mit eigenen Augen ein Bild machen. Aus dem warmen Sessel heraus laesst es sich naemlich leicht allwissend schreiben.

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  19. man muss sich nur einmal Länder mit afrikanisch basierter Kultur anschauen. Wenn man selbst aus der Sklavenzeit nichts gelernt hat oder Wissen mit in die Freiheit genommen hat, ist doch eine Diskussion über Exporte nach Afrika überflüssig. Dieses Land funktioniert so oder so nicht, ausserhalb ihrer Stammesriten

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  20. Stef sagt

    Danke für die Ausführungen und Erweiterungen für dieses »Weizenexport-Thema«. Finde ich total wichtig und wertvoll!
    Vorweg: Einfache Lösungen gibt es in diesen Falle nicht.
    Für mich stimmt die zugrunde liegende Logik nicht: Wir fahren in unserer »entwickelten« Welt ein bestimmtes Wirtschaftsmodell, welches sich irgendwann durchgesetzt hat (oder durchgesetzt wurde). Und gehen implizit davon aus, dass es »das Richtige« ist. Für uns. Für alle. Könnte es sein, dass dieses Modell die Basis unserer vieler Probleme ist? Resssourcenausbeutung, Verschwendung, Abfallproduktion, Ausbeutung von Kinderarbeit, geringere Rechte für Frauen, usw. usf. Ich will nicht alles auf dieses Modell beziehen, aber ich denke dass unser »größer, schneller, weiter« und »die Nachfrage bestimmt den Preis«, in der Form, in der es bei uns ausgeführt/gelebt wird, ein grundlegend nicht zukunftstaugliches Modell ist. Also kann ich doch nicht genau mit diesem Modell Ansätze verteidigen, die fragwürdig sind und zu großen »Nachteilen« in nicht so entwickelten Ländern führen. Würden wir alle Kosten in diesem Preis berücksichtigen, dann könnte das Modell vielleicht noch hinhauen. Aber da ein guter Teil der Kosten externalisiert wird, ist das eine Milchmädchenrechnung, welche letzten Endes zum Nachteil zukünftiger Generationen, der Umwelt, und, wie in diesem Falle, der afrikanischen Bauern führt.
    Ich sehe »uns« in der Verantwortung zu lernen, wie wir anders denken – und dann handeln – können. In Verantwortung und Verständnis, Verbundenheit, mit Menschen, die anders leben, andere Ressourcen haben, andere Traditionen, andere Anbaumethoden, andere Wirtschaftsmodelle (Subsistenzwirtschaft, Tauschhandel, kleinräumig, vielfältig). Und da ist mir »Nachfrage bestimmt den Preis« absolut unzureichend…

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    • bauerhans sagt

      was unsere materielle versorgung angeht,ist unser modell unschlagbar.

      gestern abend wurde über ukrainische textilfirmen berichtet,die für deutsche modefirmen herstellen.
      die näherinnen beklagten den geringen lohn,der chef die lohnvorgaben seiner deutschen kunden.
      eine bluse,die dort für 3 bis 5€ nählohn hergestellt wird,hat hier einen preis von 70€.
      eine alternative gibts dort nicht.

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  21. Altbauer Jochen sagt

    Wenn die EU Zahlungen weggehen wird nicht die Erntemenge
    sinken, sondern die Bauernmenge.
    Die Erntemenge wird dann von Kapitalanlegern in großen
    Agrarunternehmen erzeugt.
    Eine Frage: Gäbe es überhaupt genug Erzeugung in allen
    afrikanischen Ländern um die Menschen satt zu bekommen ?
    Ich glaube auch dort würde sich eine „andere“ Landwirtschaft entwickeln
    -wo das Klima es hergibt.
    Und die Kleinbauern würden im inneren Konkurrenzkampf
    wie überall die Verlierer sein.
    Die Frage von Korruption, religiösem Wahn und ethnischen
    Konflikten steht einer guten Entwicklung doch oft im Wege.

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  22. Da empfehle ich Dir Kontakt mit Francis Schumacher auf zu nehmen. Er will in Kenia ein Lohnunternehmen aufbauen. Er kann sicher auch was dazu sagen oder schreiben. ☺

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  23. Für mich ist es immer noch Tatsache das die afrikanischen Länder die besten Voraussetzungen für weizenanbau haben es aber aufgrund fehlender Fachkompetenten nicht hinbekommen. Ausserdem fehlt es ihnen auch an Technik und deren Betreuung. Sie können nicht soviel Weizen anbauen um sich ernähren zu können. Also müssen sie auf dem Weltmarkt einkaufen. Anders wären die Hungersnöte noch schlimmer.

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    • Weizen verträgt sich aber nicht mit hohen Temperaturen ab ca. 30° ist meines Wissens Schluss. Da fällt ein Großteil Afrikas weg.

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    • Viele afrikanische Staaten haben hohe Wachstumsraten der Bevölkerung, das müsste jährlich durch eine Steigerung der Nahrungsmittel Produktion ausgeglichen werden! Bspl, Senegal hat 4% Wachstumsrate das sind dort ca 3 Mio Menschen in 10 Jahren mehr. Da müssen alle Voraussetzungen stimmen!

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  24. Du hast vergessen das mit Lebensmitteln auch Warentermingeschäfte gemacht werden, ohne das sich irgendwelche Waren bewegen. Die Lebensmittel werden nur teurer und die Banken zocken ab.

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    • Wäre für mich schön, wenn durch Warentermingeschäfte die Lebensmittel teurer würden. Schau Dir mal die Preise für Getreide, Ölfrüchte aller Art oder Zucker an! Die gehen alle nach unten und das schon seit fast 2 Jahren. Die Banken haben übrigens damit nicht viel zu tun, denn diese Geschäfte werden an den Börsen gemacht.

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    • Im Schweizer Radio war vor einigen Jahren eine Reportage über die steigenden Preisen an den Lebensmittelbörsen. Es ging damals um den Weizen. Meinte doch so ein Händler allen Ernstes, das sei doch gut! So würden doch die Bauern höhere Preise erhalten! Warum dem Herrn niemand gesagt hat, dass in der Schweiz der Bund die Getreidepreise VOR der Ernte festlegt, weiss ich nicht. Vermutlich weil es der Reporter nicht einmal selber wusste

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    • bauerhans sagt

      warentermingeschäfte sorgen dafür,dass immer ausreichend waren zur verfügung stehen.

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    • Lothar Jestädt moin, mit einer Warenterminbörse sichert sich der Produzent einen Preis in der Zukunft ab, zu dem er glaubt seine Kosten decken zu können. Wie an jeder Börse, spiegelt sich dort Angebot und Nachfrage wieder. Stimmt, es fließen, wenn die Zeichen auf steigende Preise stehen mehr Gelder dort rein, diesen steigenden/höheren Preis kann dann der Produzent nutzen!
      Stellen wir uns vor es gebe die Börse nicht, dann wären die saisonalen Preisausschläge viel größer und für die Käufer von Nahrungsmitteln von Nachteil! Beispiel (übertrieben) , alle Weizenbauern sind sich einig und lagern 100% der Ernte ein. Null Angebot. Nachfrage steigt, Preis steigt auch. Preis stimmt, alle Produzenten verkaufen, Nachfrage befriedigt, alle sind zufrieden?? Ne, der Kunde hat zu teuer eingekauft.

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    • Schönes Zeugnis für die Widersprüchlichkeit der Argumente.. aus Sicht der ZDF-Sendungsmacher wäre das ja zu befürworten. Leider funzt das nicht so. Warentermingeschäfte sind Spekulationen auf die Marktentwicklung. Den realen Marktpreis beeinflussen sie .. wenn überhaupt.. dann nur mariginal. Das ist wie eine Wette auf das Wetter in 100 Tagen. Die einen tippen auf 30 Grad und Sonne, die anderen auf 15 Grad und Regen. Das wetter selber schert sich nicht drum.

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  25. Brötchen sagt

    wenn die Subventionen Eu weit weggehen wird vielleicht die Erntemenge sinken und der Preis steigen. wir haben ja weltmarktpreise plus transportkosten, plus zoll, plus eventuelle abschottungsauflagen. bei Afrika muss man vorsichtig sein, da könnte Korruption auch eine Rolle spielen. bzw. über die Mengen und guter Kunde und s.w. werden ja auch Geschäfte gemacht. es ist ja nicht nur der Preis. wenn man von freien Partnern ausgeht, dann steht es doch jedem Partner frei zoll bzw. einfuhrbeschränkungen zu erheben. man kann pol. einen Handel verbieten. da würde ich den Ball an die Politik spielen, dafür können die Lw nicht verantwortlich gemacht werden.

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  26. Früher, als noch alles besser war, hätte die Meldung in den Nachrichten schlicht gelautet: „Deutschland weitet seine Getreideexporte nach Afrika aus“. Heute, im Zeitalter der Selbstverwirklichung diverser Geistesschaffender wird daraus halt: „Deutschland überschwemmt den Afrikanischen Getreidemarkt!“ Die gleichen Leute glauben auch nach wie vor, dass der „Arabische Frühling“ Ausdruck eines Demokratiestrebens war. Dabei müsste man sich einfach mal die zeitgleich stattgefundene Agrarpreisentwicklung ansehen, um die tatsächliche Ursache zu erkennen. Manchmal glaube ich auch, das früher vieles besser war.

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  27. Gestern einen Vortrag gehört, dass EU-Weizen für den afrikanischen Markt zu teuer ist und er durch russischen Weizen ersetzt wurde, vor allem Ägypten bezieht den Großteil seiner Importe aus Russland. Und jetzt soll bitte die Wahnsinn mit dem Weizen Filmerin nach Russland fahren und dort eine Doku machen!

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  28. Es es richtig, dass wir so viele Kraftfahrzeuge in alle Welt exportieren und so die lokale Autoindustrie im Keim ersticken? Ist es richtig, dass wir so viele Zitrusfrüchte und Bananen importieren und daher die deutschen Bauern keine Chance haben Bananen anzubauen?

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    • Klingt erst einmal recht lustig. Dahinter verbirgt sich aber eine weitere Frage, die auch kontrovers diskutiert wird: Wenn andere Länder nur noch Lebensmittel für den Export anbauen (hier Bananen) fehlt die Fläche für die Versorgung der eigenen Bevölkerung.

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      • Mark Rössler sagt

        Afrika baut Blumen für Europa an,
        wirtschaftlich lukrativ.
        Die Fläche fehlt aber eben bei der eigenen Lebensmittelproduktion, die nicht so große Gewinne abwerfen würde.

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        • Lieschen Müller sagt

          Und da beißt sich die Katze in den Schwanz: weil die Lebensmittel hier so billig sind, haben die Leute Geld über, um viele Blumen zu kaufen.

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    • Es geht darum, dass man nicht den Export eines Produktes anprangern kann und ihn bei einem anderen Produkt toleriert und davon gut lebt in D. Und weiterhin auf den Import gewisser Produkte nicht verzichten möchte. Mit dieser scheinheiligen Geisteshaltung einiger Mitmenschen kann ich nicht gut umgehen.

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    • Stimme Ihnen voll und ganz zu. Abgesehen davon, hat sich die EU bis in die Mitte der 90er Jahre ja stark vom Weltmarkt abgeschottet und es waren auch die Länder der dritten Welt, die Zugang zu Europas Märkten gefordert haben. Das haben sie nun, aber damit hat natürlich auch die EU die Möglichkeit der Exporte. Mir kommt es eher so vor, als wenn sich manche Zeitgenossen es immer gerne so hindrehen, wie es gerade passt. Einmal macht unser billiges Getreide angeblich andere Märkte kaputt, ist es aber teuer, so wie in den Jahren 2007/2008 sind wir schuld daran, dass sich die Menschen in der dritten Welt ihr Brot nicht mehr leisten können.

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    • Andrea Teutenberg das stimmt, die sind aber auch nicht alle neu und letztendlich ging es mir um die Frage, ob es gut ist, wenn wir Afrika mit unserem Schrott beliefern oder nicht. Es gibt Argumente, die dafür sprechen und andere, die dagegen sprechen.

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  29. Ein wirklich kompliziertes Thema, wofür es sicherlich auch keinen einheitlichen Kurs geben kann. Denn Autos werden genau so in Schwellenländer verkauft. Warum wird also darüber nie eine Doku gemacht?

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    • Mark Rössler sagt

      Weil der südamerikanische Pako Pako Bauer keine Lobby hat und das für die durchschnittliche Journalistin nicht vorstellbar ist, Filmaufnahmen im Land zu machen, in dem Sie mit dem einheimischen Pako Pako reist, anstatt mit dem westlichem SUV.

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    • bauerhans sagt

      „Autos werden genau so in Schwellenländer verkauft.“

      ja,unsere nicht mehr zugelassenen autos,die die abgasnorm nicht einhalten.

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