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Experiment: Öffentliche Schlachtung

Wir essen Fleisch und Wurst, vergessen dabei aber, dass dafür Tiere getötet werden müssen. Der WDR hat ein sogenanntes Sozialexperiment gemacht und auf einem Wochenmarkt einen Landwirten 10 Gänse schlachten lassen. Unter den Augen der Öffentlichkeit. Keine Angst, die Schlachtung selbst wird im Video nicht gezeigt, wohl aber die doch recht unterschiedlichen Reaktionen der Passanten. Macht irgendwie nachdenklich…

https://www1.wdr.de/mediathek/av/video-experiment-oeffentliche-schlachtung-100.html

Bild: WDR

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94 Kommentare

  1. Das Problem bei der ganzen Sache ist einfach das heutzutage alles viel zu selbstverständlich ist. Die meisten denken das Nahrung im Supermarkt produziert wird und sowas finde ich einfach schade. Aber leider kann man sich heutzutage nicht mehr so einfach durchsetzen um den Leuten klar zu machen das man Tiere schlachten muss um an Fleisch zu gelangen. Das aller schlimmste an der ganzen Sache ist das durch das schlachten der Tiere bestimmte Gruppen angegriffen werden, aber sie sich selbst nicht an ihre eigene Nase packen. Wenn man zum Beispiel eine Spinne sieht oder eine Fliege einen nervt is das in ordnung diese zu töten? Obwohl diese Person sagt das jedes Tier ein recht auf Leben hat? Also wenn mir jemand sagt alle Tiere haben ein Recht auf Leben aber selber Fliegen, Spinnen, insekten etc kaputt hauen weil sie diese ekelig finden oder nicht mögen, dann habe ich kein Interesse mit so einer Person über dieses Thema zu reden

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  2. Aufklärer sagt

    Das heißt noch heute Schlachtfest und hat seine Gründe! Kinder stehen dabei, es ist völlig normal und akzeptiert.

    Vor allem in Mangelzeiten war es schön endlich was zu beißen zu haben. Schlachtfest!

    Das versteht z.B. der Veganer oft nicht, der dauersatt gemacht vom modernen konventionellen Landwirt aber moralisch ausgehungert auf Moralapostel macht und seine Scheinheiligkeit laut kreischend an jeder Ecke verkündet.

    Alte Rezepte in neuen Schläuchen. Kulte um Tiere sind so alt wie die Menschheit. Ein Glück ist das alles nicht so wichtig wie die Ernährung der Menschheit.

    Vielleicht wären Schulausflüge in Schlachtereien hilfreich? Hat der Bauer-Willi oder jemand mit damit Erfahrungen? Kontraproduktiv?

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    • Moinsen.
      Erfahrungen mit der Schlachtung direkt nicht. Aber während des Besuches der 3. Grundschulklasse meiner Lebensgefährtin auf unserem Betrieb, fragte ein Kind was mit den 3 Kühen in einer Mastbox (eine war nicht tragend geworden, die anderen hatten häufig Klauenprobleme) passieren wird. Ich war unsicher, ob die Kinder die Wahrheit akzeptieren könnten. Da kam mir meine Freundin zuvor und fragte:“Wer von euch mag Burger?“ Die ganze Truppe rief:“Oh, lecker…“ „Die Tiere werden geschlachtet und dann wird Hackfleisch für Burger daraus gemacht.“ Für die Kinder und, zu meinem Erstaunen auch für keine der begleitenden Mütter war das ein Problem.
      Der Tod, auch zur Versorgung mit Lebensmitteln, gehört zum Leben dazu.

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  3. Ich hab vor vielen Jahren bei einem Besuch auf der Finca meines Onkels darum gebeten, ein Huhn schlachten und zubereiten zu dürfen, damit ich das mal gesehen habe. Daran muss ich oft denken – und noch nie hat eine Hühnersuppe, für die ich anschließend noch stundenlang in der Küche stand, so gut geschmeckt.

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  4. Harmonie bedeutet in der Natur, dass der Tod dazu gehört, dass er dem Leben dient, dass das Sterbende aufgeht und aufgehoben ist im Werdenden. In der Natur bedeutet der Nahrungskreislauf Kommunion. Verbundensein mit allem, was lebt.

    In unserer menschlichen Sichtweise bedeutet Harmonie, dass der Tod radikal ausgeklammert wird. Töten auch zum Zwecke der Nahrungsaufnahme wird kritiklos mit kruder Gewalt gleichgesetzt. Gewaltlosigkeit zum absoluten Ideal erhoben. Nahrungsaufnahme bedeutet nicht länger Kommunion, sondern erhält den Ruch des Kriminellen, etwas, für das man sich schämen muss. Wer isst, macht sich in dieser Logik automatisch schuldig.

    Der verlogene Deal, sich von der angeblichen Schuld frei zu sprechen, besteht darin, dass einem Teil der Lebewesen, den Pflanzen, ihre Lebendigkeit abgesprochen wird. Sie werden zu Lebewesen zweiter Klasse degradiert, die, so wird behauptet, ja nicht fühlen können. Man weiß jedoch inzwischen, dass Pflanzen über ein chemisches Kommunikationssystem verfügen. Letztendlich hängen Gefühle sogar mehr von der chemischen als von der elektrischen Reizleitung ab. Jeder, dessen Hormone mal verrückt gespielt haben, weiß das. Mich erinnert dieser verlogene Deal an das Verhalten der Sklavenhalter, die Menschen mit schwarzer Hautfarbe das Menschsein abgesprochen haben.

    Was in Pflanzen vorgeht, wissen wir ebensowenig, wie was in Tieren vorgeht. Pflanzen sind uns fremder als Tiere, das heißt jedoch nur, dass sie sich weniger als Projektionsfläche für unsere menschlichen Bedürfnisse und Ansprüche eignen. Das heißt nicht, dass Pflanzen nichts fühlen. Tatsächlich fühlen Pflanzen, denn sie wenden sich ja dem Licht zu oder überwallen ihre Verletzungen. Und was die Ausstattung mit Erbinformation angeht, können Pflanzen mit Tieren locker mithalten. Das größte bislang bekannte Genom hat die japanische Einbeere, 50x größer als das menschliche Genom.

    Statt die Nahrungsaufnahme zu kriminalisieren und Essen, besonders Fleisch essen, zur Gewalttat zu erklären und jeden Metzger als Mörder abzustempeln, habe ich mich dafür entschieden, den menschlichen Harmonie-Begriff zu korrigieren. Nein, Essen ist keine Schuld. Essen ist nichts, wofür ich mich schämen muss. Essen ist Teilhabe. Es verbindet mich mit allem Leben, macht mich zu einem Teil des Ganzen.

    Grausam ist hingegen diese Abwertung, die die Nahrungsaufnahme in unserem Bewusstsein erfährt. Diese Reduktion auf Kohlehydrate, Eiweiße, Fette, Vitamine, die jede Teilhabe strikt ignoriert und Nahrung zum bloßen Brennstoff degradiert. Essen ist weitaus mehr als bloß der Erhalt des eigenen Körpers und Berechnungen in schnöden Kalorien.

    Ach ja, übrigens: Mit 20 Milliarden Basenpaaren hat die ordinäre Fichte immer noch 7x mehr Erbinformation vorzuweisen als der Mensch. Denkt dran, wenn ihr Pinienkerne auf euren Salat streut. Oder unterm Weihnachtsbaum eure Geschenke auspackt.

    In diesem Sinne allen frohe Weihnachten!

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  5. Hans-Günter Felser sagt

    Eine provokante Aktion des WDR, um die Diskussion anzuregen? Nun ja, wenn man eine Gans essen möchte, ist es schon besser, dass man sie vorher tötet. Wer Fleisch essen möchte, aber alles rund um die Erzeugung wegblendet, der verhält sich unreif und/oder unehrlich. Mich interessiert eher, wie es den Gänsen ergangen ist, die geschlachtet werden. Wie sie gehalten wurden, was sie gefressen haben. Das ist einmal eine Frage nach dem Tierwohl, aber auch die nicht uneigennützige Frage nach der Fleischqualität. Und natürlich sollte derjenige, der Fleisch essen möchte, ruhig mal bei der Tötung und Schlachtung zuschauen. Nicht in Ordnung finde ich es jedoch, es derart öffentlich zu machen, dass diejenigen, die aus verschiedenen Gründen kein Fleisch essen und keine Pelze tragen, unnötig in Nöte, Trauer und Seelenqual gebracht werden.

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  6. Sabine sagt

    Ich find es ja grundsätzlich gut, wenn man weiß wo sein Essen her ist, besonders bei tierischen Produkten. Schlachtenfahren ist jetzt nicht mein liebstes Hobby, aber ich mach’s, gerade der Tiere wegen. Auch wenn meine Tiere nicht auf der Liste der gefährdeten Rassen auftauchen, sind sie über die Jahre schon seltener geworden. In den letzten 2. Jahren hab ich das Gefühl, dass mehr Leute sich auf das Abenteuer Nutztierhaltung einlassen wollen. In entsprechenden Foren werden die Anfängerfragen werden jedenfalls mehr.
    Das vorne weg. Über die Aktion hab ich länger nachgedacht und wunder mich inzwischen auch immer mehr. Ist es wirklich ein Sozialexperiment/Schocker, was wir da sehen? Da laufen dann die Tränen, man ist entsetzt und man will das nicht sehen, wenn aber jemand sich auf der Autobahn zerlegt, kommen die Sanitäter vor lauter Gaffer mit laufender Handy-Cam nicht mehr durch und man muss scheinbar inzwischen Mittelstufen-Kindern erklären, warum es nicht Okay ist, dass man jemanden, der sich betrunken hat, einfach zu befummeln und das auf Handy aufzunehmen.
    Und muss man sich als WDR wirklich was trauen, wenn auf dem selben Programm in den Nachrichten Bilder von ertrunkenen Flüchtlingen, Hungernde und Verletzte aus aller Welt pünktlich zum Feierabend geliefert werden?

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  7. Es geht auch darum, dass Verbraucher die Verantwortung für ihr Essen gerne abgeben und dann einfach wegsehen, wenn der Preis stimmt. Diese Gänse kosten mehr als 3,99€/kg.

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  8. Meiner Meinung gehts hier NICHT um ein Sozialexperiement, sondern um einen Schocker um damit Quote zu machen. Und deswegen lehne ich das als unethisch vom WDR ab. Billiger Voyeurismus.

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  9. Ich bin heute bei unserem Schlachter zum Schweine schlachten gewesen. Ich finde, dass nicht jeder das Schlachten können muss. Ich könnte auch gewisse Berufe nicht ausüben. Auch für das Schlachten gibt es Fachleute

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  10. Also bitte!!! Öffentliche Schlachtung? Unsere Eltern erlaubten es den Kindern wohl bei der Zerlegung des geschlachteten Schweins dabei zu sein. Nie bei der Tötung. Irgendwie hat man hier das Maß doch wohl verloren. Oder müssen heute die Kinder weiniger geschützt werden?

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    • Die es wirklich nicht vertragen können da zu zusehen, die können ja wegschauen und überlegen, ob sie noch Fleischprodukte essen wollen oder können.

      Es geht doch nur um das Konsequentsein.

      Aber nicht einfach schimpfen.

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  11. Astrid sagt

    Unvorstellbar grausam, aus Geldgier und (Ess-) Spaß töten wir beziehungsweise lassen wir töten.

    Karnismus bezeichnet das unsichtbare Glaubenssystem, das Menschen darauf konditioniert, bestimmte Tierarten zu essen. Leugnung, Rechtfertigung und Wahrnehmungsverzerrung. Um uns dem Einfluss des Karnismus zu entziehen und unsere Konsumentscheidungen wirklich frei treffen zu können, sollten wir uns mit diesen auseinandersetzen.

    Die Prinzipien des Karnismus widersprechen den Grundwerten der meisten Menschen, die normalerweise die Ausbeutung Anderer nicht bereitwillig unterstützen und Gewalt gegenüber anderen fühlenden Wesen nicht billigen würden. Um diese Unterstützung dennoch zu erhalten, bedient sich Karnismus verschiedener Strategien.
    http://www.karnismus-erkennen.de/karnismus.php

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    • Paulus sagt

      @Astrid,
      wenn ich mir vorstelle, dass Sie aufgrund ihrer radikalen Einstellung weder Seife noch sonstige Körperpflegeprodukte anwenden dürfen, möchte ich ihnen eher nicht begegnen.
      Da bekommt der Spruch, von wegen eine Armlänge Abstand halten, doch eine gänzlich andere Bedeutung.

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  12. Paulus sagt

    Naja, ich habe mir das Audio im WDR 5 angehört, ein Video konnte ich leider nicht finden. Es wurde gerade mal eine einzige Gans geschlachtet nachdem sich ein Abnehmer gefunden hatte. Willis Angabe ist insofern nicht richtig. Ob der Akt der Schlachtung hinter einem blickdichten Schirm oder für jedermann ersichtlich ausgeführt wurde, ging daraus nicht hervor. Der Käufer hat auf jeden Fall einen gewissen Mut bewiesen, nicht wegen der frisch geschlachteten Gans, sondern wegen der Umstehenden, denen er sich ja nicht entziehen konnte. Eine Veganerin durfte natürlich auch nicht fehlen. Immerhin hat sie trotz Hand vor dem Mund nicht in den Brunnen gekotzt.
    Der WDR hat jedenfalls mal wieder seinen selbst aufgetragenen Erziehungsauftrag erfüllt. Ganz schwach, lieber WDR, ganz schwach!

    Als sogen. soziales Experiment empfehle ich dieser Sendeanstalt, die gleichen Menschen, die im vorweihnachtlichen Einkaufswahn durch Kölns Fußgängerzonen irren, mal mit Alten- und Pflegeheimen, Obdachlosen und sonstigem alltäglichen Elend zu konfrontieren. Da dürfte so manche*r dann wirklich kotzen.
    Nein, ich bin kein Linker.

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  13. Friedrich sagt

    Ich finde es gut , daß unsere Mitmenschen mal sehen woher das Essen kommt und wie es für den Verbraucher vorbereitet wird. Vielleicht trägt es dazu bei , daß weniger entsorgt wird.
    Inzwischen leben ja sehr viele Verbraucher und vor allen Dingen unsere Politiker in einem
    Wolkenkuckkucksheim. Nichts sehen , nichts hören , aber immer kluge Sprüche machen. Die Erstellung unserer Nahrungsmittel ist oft mit Schweiß , Dreck und viel Arbeit behaftet. Da ist es mal gut , daß den Leuten mal der Spiegel vorgehalten wird. — Auch bei der Inklusion in der Schule hören wir auch flotte Sprüche unserer Politiker ,die aber ihre eigenen Kinder in die Privatschule schicken. Soviel mal zur Doppelmoral dieser Leute.

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    • Astrid sagt

      Lebewesen sind keine Lebensmittel – und Scheiß auch nicht !
      Menschen die Tiere töten ohne zwingenden Grund sind abgestumpft.

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      • Keine Beziehung dazu haben ist doch abgestumpft, oder?

        Und das sind die meisten, denke ich, deswegen hat der WDR das auch gemacht, oder?

        Diese Konfrontation ist mal nötig.

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  14. Auf Märkten in vietnamesischen Bergdörfern wird vor den Augen des Käufers geschlachtet, um sicherzustellen, dass das Fleisch frisch ist. Da haben nämlich längst nicht alle einen Kühlschrank. Das Schlachten auf dem Markt ist da normal, eingebettet in das tägliche Leben der Leute. Ähnlich kann man sich hier den Fisch direkt am Hafen oder im Fischgeschäft vom Fachmann abschuppen und filetieren lassen. Sowohl auf dem Markt in Vietnam wie hier im Hafen habe ich dabei ein gutes Gefühl.

    Bei diesem sogenannten „Sozialexperiment“ habe ich hingegen kein gutes Gefühl. Denn hier wurde nicht geschlachtet aus der Notwendigkeit des Schlachtens heraus, offenbar noch nicht mal, um Fleischesser zu erziehen, sondern in erster Linie, um Leute vorzuführen. Hier wurden die Gänse doch nur geschlachtet, um bewusst Leute zu schocken, sie auf ihre doppelte Moral hinzuweisen, den der Natur entfremdeten Menschen vorzuführen, um einen Film über die Reaktionen von Leuten zu drehen oder dgl. Motive.

    Für mich macht es einen großen Unterschied, ob ich ein Tier töte, um dessen Fleisch zu essen, oder ob ich ein Tier aus Effekthascherei, pseudomoralischen Ansprüchen bzw. wegen Einschaltquoten oder dgl. töte.

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      • Wenn schon Ehrfurcht vor dem Leben, dann Ehrfurcht vor allen Lebensformen, insbesondere vor denen, ohne die Leben auf diesem Planeten nicht möglich wäre: Pflanzen. Wenn man Pflanzen isst, kann man auch Tiere essen. Ich sehe keinen prinzipiellen Unterschied, der den Verzehr von Pflanzen weniger grausam macht als den von Tieren.

        Wenn Lebewesen keine Lebensmittel sind, dürfen Sie auch keine Pflanzen essen.

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  15. Die Menschen wollen bei vielen Dingen nicht zusehen. Wie Kinder gemacht werden. Wie ihr Abwasser entsorgt wird. Was für eine Sauerei veranstaltet wird, damit sie Goldschmuck tragen können oder damit ihr Auto immer genug Sprit hat…. Vielleicht ist es einfach menschlich dass nicht jeder alles sehen will?

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  16. Ein „Experiment“ in der Tat. Was war der eigentliche Grund für diese öffentliche Schlachtung von Gänsen zum Beginn der Weihnachtszeit? Aktivierung von Tierschützer oder realistische Einsichten in einen Teil der Fleischerzeugung? Sozusagen den Weg zum Gänsbraten illustrieren? Aber das war es wohl nicht! Für mich war es eine Show der Tiertötung. Wer Fleisch isst weiß dass das heutzutage nur mit dem Fachgerechten Töten der Nutztiere zu akzeptieren ist. Dazu brauche ich keine öffentliche Schocktherapie und vertraue unseren Fleischerhandwerk. Wer das Töten sehen will soll sich um einen Termin bei Schlachtbetrieben kümmern. Ungefragte Schlachtshows auf oeffentlichen Plätzen erzeugen wohl eher Ablehnung. Vielleicht war das der Zweck des Ganzen.

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    • Die Antwort der etwas älteren Dame beschreibt es meiner Meinung nach gut: Wir sind uns der Herkunft unseres Essens nicht mehr bewusst. Show? Ich weiß nicht. Aktivierung von Tierschützern? Die waren ja nicht dabei. Sterben wird in unserer Gesellschaft tabuisiert und verdrängt. Genau so wie alt werden. Wo sind die Reportagen aus den „Senioren-Residenzen“, die man früher mal Altenheime nannte. Wir machen uns das Leben schon ganz schön bequem….

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      • Ich habe in einem Hospiz gearbeitet und denke, das Letzte, was ein sterbender Mensch will, ist, das sein Sterben gefilmt und über Fernsehen und Social Media einem anonym glotzenden Massenpublikum serviert wird, um so den verdrängten Tod wieder in die Gesellschaft reinzuholen. Das ist doch pervers.

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        • Also doch ein Tabu? Gestern abend bei Markus Lanz hat ein Pfleger die Situation in Pflegeheimen geschildert und den FDP – Lindner angegangen, genau diese Thematik zu verschweigen. Das beim Berichten darüber die Würde des Einzelnen geachtet werden muss ist doch selbstverständlich.

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          • Die Erfahrung, die ich im Hospiz gemacht habe, ist die, dass ein Sterbender nur die Menschen um sich herum als wohltuend erlebt, die ihm seit Langem sehr vertraut sind. Alle anderen werden als störend empfunden. Dazu gehören auch oberflächlich Bekannte und Nachbarn, umso mehr noch Fremde oder gar Neugierige. Aus der Sicht des Sterbenden hat das nichts mit einem Tabu zu tun, sondern damit, was in den letzten Tagen für ihn noch wichtig ist. Nach meiner persönlichen Erfahrung im Umgang mit Sterbenden gehören Gesellschaftskritik und Weltverbessern da nicht mehr dazu.

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        • In normalen Altenheimen oder Seniorenresidenzen wohnen Menschen, sie sind Bewohner. Wollen noch lange nicht sterben.

          Von denen könnte ruhig mal ein Film machen, vielleicht gibt es schon welche davon.

          Der D. Hallervorden braucht, ja nicht immer dement zu spielen, er kann ja auch mal ein lustiger Alter in Wohnheim oder Residenz spielen, da können sich genügend lustige Begebenheiten ergeben, denke ich!

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    • Ob es Ablehnung erzeugt, kann ich nicht beurteilen, wären diese Schlachtungen regelmässig zu sehen, würden sie wohl eher wieder zu etwas Normalem für die Menschen. Wie Frau Kuhn oben beschreibt, war bei der angekündigten Schlachtung von 2 Schweinen, die in einem abgeschlossenen Zelt stattfand, die Entrüstung ebenso gross,. Dabei wird immer wieder verlangt, dass der Konsument sich eine Schlachtung ansehen soll, wird es dann aber ermöglicht, gehen die Entrüstungsschreie sofort in die andere Richtung.

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    • Gerold Bollinger Aber auch nicht in jeden Schlachthof. Zumal ein Landwirt ja auch weiß dass man ein Tier töten muss um Fleisch zu essen. Aber der normale Bürger hat doch keinerlei Bezug mehr dazu….

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    • Also Bauer Willi, zwischen „Sterben enttabuisieren“ und “ über die Herkunft des Essens bewusst sein“ ist ein himmelweiter Unterschied. Und beides liegt wahrscheinlich daneben. Erstens, wenn man die Herkunft des Essen erklären will, muss man schon mehr erklären als nur die Tiere zur Schau zu töten. Zweitens, man soll nicht so tun, als ob derjenige der Fleisch isst nicht wüsste wie es auf den Tisch kommt. Wer den Akt des Tötens so explizit in den Fokus der Fleischernährung stellt, hat m E etwas anderes im Sinn. Denn die Reaktion ist Schock und Ablehnung. Wer soll sich denn zu dieser Art von Ernährung angezogen fühlen, wenn er den Akt der Tötung im Vordergrund des Lernens steht? Wer bitte? Nach einem Chat mit einer Geflügelzüchterin fühle ich mich bestätigt, dass diese Darstellung des Tötens eher ankommt als: die Landwirte sind Tiermörder. Und Sie werden keine Landwirte finden, diese Handlung in einer Stadt als Kommunikationselement zur Frage, wo kommt unser Essen her, so inszenieren wollten. Ich glaube solche Kommunikation ist ein Bärendienst für die Landwirte, die jedem Nutztier viel mehr Achtung beimessen. Denken Sie mal weiter, welche Auflagen und hygienischen Voraussetzungen müssen zum Schlachten gegeben sein. Einfach mal töten ist auch hier die völlig falsche Botschaft an den Bürger. Merken Sie jetzt, wohin Sie geraten sind, Bauer Willi? Und noch eins, wenn es um die Frage des Sterbens ginge , käme auch niemand auf die barbarische Idee, dies mal auf dem Marktplatz zu inszenieren und dann anbei eine Diskussionsrunde dazu abzuhalten!

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    • Katja Hcstlo stimmt nicht, zumindest gute Schlachhöfe bieten bewusst Führungen an. Natürlich müssen Sie sich umziehen und alles desinfizieren. Hygiene ist kein Grund!

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    • Anton Kraus Ihre Meinung, es gibt auch andere. Erläutern Sie mir doch bitte den Satz: „Merken Sie jetzt, wohin Sie geraten sind, Bauer Willi?“ Mir ist unklar, was Sie damit meinen.

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    • Katja Hcstlo ich hatte immer Zutritt zu „meinem“ Schlachthof, zur Schlachtung und zur Schlachtkörperbeurteilung, aber in der Schweiz ist halt alles kleinräumig und überschaubar! Nicht EU- Land, gottseidank…

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    • Annick Tosseng es geht um die fachlich korrekte und humane Schlachtung, um nichts anderes und das wurde bei dieser öffentlichen Schweineschlachtung demonstriert, kapiert??

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    • Bauer Willi nein, wie geschrieben, das ist nicht nur meine Einzelmeinung. Wollen Sie mich isolieren? Bitte, kein Problem. Aber Sie kommen in ein Minenfeld der Kommunikation wo das Ziel nicht mehr klar ist. Tötung von Tieren als Anreiz zur Diskussion über unsere Ernährung halte ich und Landwirte als Sackgasse, die in der Ablehnung der Nutztierhaltung weil Tier-Mord endet. Nach wie vor rätsle ich welches Ziel der WDR Bericht hatte.

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    • Gerold Bollinger hingehen und selbst vor Ort nachfragen! Haben Sie einen Schlachthof schon von innen gesehen. Also nicht per Video durch andere sondern selbst?

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    • Annick Tosseng ja ist schon klar. Ich meinte eben den Fachmann die Tötung durchführt. Aber das ist für mich nicht der Punkt. Wichtig ist mir, die Methode und die Botschaft dieser Aktion in Frage zu stellen. Einmal kann man das ja durchgezogen haben. Aber ich kann mitnichten vorstellen, dass man mit so einer Dr. Eisenbart-Methode eine Diskussion „wo kommt unser Essen her“ einleiten kann. Wer das glaubt sollte noch kurzfristig einen Stand bei der Gruenen Woche mieten und dort taeglich eine Toetung auf der Buehne durchführen, um dann ueber unser Essen zu diskutieren. Die Berliner Messe und das Veterinäramt wird da nicht mitmachen. Und die gleichen Gruende gelten auch an jedem anderen öffentlichen Ort.

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    • Anton Kraus Wieso wurde die Schlachtung in der Fussgängerzone denn zugelassen? Das war im Voraus schon mit den Behörden abgekärt. Ist denn schonmal einer auf die Idee gekommen, das auf der grünen Woche zu zeigen? Ich glaube nicht, dass man es ablehnen würde, wenn man die Schlachtung handhaben würde wie in der Schweiz ( mit Erklärungen und nur einzusehen für die Interessierten) Wieso sollte da ein Veterinäramt nicht mitmachen, wenn alles gesetzeskonform abläuft. Es gibt auf diversen Ausstellungen Schauhöfe mit Melkständen, Ferkelschutzkörben und funktionierenden Molkereien, wieso sollte es dann nicht auch ein Schauschlachthaus geben, um Ottonormalverbraucher zu informieren?

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  17. bauerhans sagt

    wenn ich schweine zum schlachthof bringe,fahre ich langsam durchs naturschutzgebiet am stadtrand,weil viele hundehalter unterwegs sind.
    da hatten mir im winter leute hinterher gerufen:
    die tiere frieren ja!!
    (weil aus dem viehanhänger gut sichtbare dunstschwaden aufstiegen-warme tiere,kalte umgebung)
    ich hab dann zurück gerufen:
    die kommen gleich ins heisse bad!

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    • Astrid sagt

      Ihre Mitgefühllosigkeit ist unübersehbar ! – sonst könnten Sie so einen grausamen Job auch gar nicht machen.

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  18. Die Menschen finden es schrecklich dass so unsere und ihre Nahrung erzeugt wird? Wie hier manchmal Menschen mit Hasskommentaren nieder gemacht werden das finden dann alle wieder ok? Es läuft irgend etwas total aus dem Ruder.

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  19. Lieschen Müller sagt

    Ich finde es auch richtig, mir tut es auch leid um jedes Stück von so einem Tierchen, was nicht gegessen wird. Ein paar Anmerkungen zur Wiedersprüchlichkeit habe ich doch:
    Lange war es z.B. üblich, Karpfen zu Hause in der Badewanne aufzubewahren und ihn Silvester zu schlachten. Haben eigentlich fast alle gemacht.
    Kennt ihr die Geschichte von der Weihnachtsgans Auguste? Die Geschichte ist sicher 100 Jahre alt und am Ende wird die Gans nicht geschlachtet.
    Ich denke, beides hat seine Berechtigung. Und außerdem gilt: je hungriger man ist, desto eher ist man bereit sein Essen zu töten. Ist man reich und satt, kann man jemanden für diese doch unangenehme Arbeit bezahlen und muss es nicht sehen.
    Und ganz anderseits gibt es noch Länder mit öffentlichen Hinrichtungen. Das ist gruselig!

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  20. Ich finde es schlimm, wenn im Restaurant, beim Essen oder im Geschäft Fleisch weggeworfen wird, ohne das nur einen Augenblick darüber nachgedacht wird, daß dieses Stück Fleisch aus einem Tier stammt. Es hat gelebt und ist gestorben, damit wir es essen können. Das ist nichts zum Wegwerfen! Das sollte viel deutlicher gemacht werden und ich finde die Aktion gut.

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    • Allgemein wird zu viel weggeworfen. Ich arbeite ehrenamtlich mit Flüchtlingen zusammen. Diese haben zeitweise richtig gehungert. Seit sie mir davon erzählt haben, werfe ich noch weniger weg.

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  21. Ich finde es GUT. Das Tier an sich Wertschätzen. Wenn jeder der Fleisch essen möchte es selber schlachten muss oder zumindest dabei helfen müsste wäre eine Überproduktion glaube ich erledigt.

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