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Entzaubert

Vor ein paar Tagen kam ich wieder an meinem Zauberwald vorbei. Der Zauberwald wird gefällt. Die von mir damals geschilderte bäuerliche Idylle verschwindet also. All die kleinen und putzigen Landmaschinen sind auch schon in der Schrottsammlung gelandet.

Ich habe mich dann mit dem Eigentümer unterhalten und dabei erfahren, dass sein Vater die kleine Landwirtschaft solange aufrechterhalten hat, wie es halt ging.  Er aber hätte schon vor mehr als 30 Jahren einen anderen Beruf erlernt und hat nun den Wald von seinem Vater vererbt bekommen. Nach dem Sturm Frederike „räumt er nun auf“. Darum hat er die alten Maschinen entsorgt und fällt die hiebreifen Bäume.

So einfach und nüchtern sind die Geschichten oft, wenn es um Strukturwandel und „Bauernsterben“ geht. Die Weichen dafür, ob ein Bauernhof weiter bewirtschaftet wird oder nicht, werden dann gestellt, wenn die Bauernkinder ihre Berufswahl treffen.  Und sehr viele der Hofnachfolger entscheiden sich schon seit Jahren für außerlandwirtschaftliche Berufe. Die Eltern bewirtschaften dann die Höfe halt noch weiter, so lange es geht. Man spricht dann von sogenannten „Auslaufbetrieben“.

Die Befürworter der Agrarwende wollen die bäuerliche Landwirtschaft wiederbeleben. Der Strukturwandel soll aufgehalten werden – oder noch besser – die kleinbäuerlichen Betriebe sollen wieder zulegen. Doch wie soll das gehen? Wir bräuchten dann ja wieder mehr Bauern.  Ein Blick in die Ausbildungsstatistik der landwirtschaftlichen Berufe beim BMEL weist für das Jahr 2016 ganze 4137 abgeschlossene Berufsausbildungen bei landwirtschaftlichen Berufen aus. Reicht das aus um 276.000 landwirtschaftliche Betriebe (2016) in Deutschland zu erhalten?

Ich frage mich, wo die vielen zusätzlichen Bauern für die Agrarwende herkommen sollen?

Wisst Ihr es?

Euer Alois

 

Quellen:

Statistik der landwirtschaftlichen Berufe für 2016: https://www.bmel-statistik.de//fileadmin/user_upload/monatsberichte/BIB-0102016-2016.pdf (Berufe: Landwirt, Agrarservice, Winzer, Landwirtschaftsfachwerker, Tierwirt)

Agrarstrukturerhebung 2016: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/01/PD17_026_411.html

 

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116 Kommentare

  1. Marzellus Boos sagt

    Das Nachwuchsproblem der Landwirtschaft ist klar. Das liegt aber nicht notwendigerweise daran, dass keiner mehr Bauer werden will. So wie die Landwirtschaft heute aufgestellt ist, kann nur der noch Landwirt sein, der einen Betrieb erbt, oder über soviel Kapital verfügt, dass er sich den notwendigen Grund und Boden kaufen kann.

    In NRW liegt der Hektarpreis für Agrarfläche im Landesschnitt bei 40.000 Euro, wo ich wohne kostet Ackerland roundabout 90.000 Euro. Für einen Hof mit 50 Hektar müsste ich also im Schnitt 2 Millionen, bei mir 4,5 Millionen investieren, um allein den Grund und Boden zu erwerben. Dann habe ich noch keinen Betrieb, Maschinen, Stallungen, Lagerhallen/Scheunen etc.

    Deutschland ist zwar das Land der Millionäre, aber ich gehöre nicht dazu. Das kann kein Normalbürger stemmen, schon gar nicht mit der leider immer noch gültigen Wachse oder Weiche Doktrin der Agrarpolitk.

    Wenn es so weiter geht, dann darf man sich nicht wundern, dass immer mehr Aktiengesellschaften in Land in Agrarflächen investieren und sich mit der Zeit im ländlichen Raum wieder Verhältnisse einstellen, die an die Feudalzeit erinnern. Nur heißen die neuen Herren nicht Graf, Baron oder Herzog sondern Vorstandsvorsitzender, Hauptaktionär oder Internetmilliardär.

    Wie real und überhaupt nicht neu diese Entwicklung ist, kann man z.B. hier nachlesen. Wie kann es sein, dass mittlerweile Aktiengesellschaften Ackerland als Renditeobjekte in einer Größe eines Bundeslandes Bremen besitzen?

    http://www.deutschlandfunk.de/renditeobjekt-ackerland.724.de.html?dram:article_id=244778

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  2. Na ja. Es werden nicht die hiebsreifen Bäume gefällt, sondern das geworfene und gebrochene Holz wird aufgearbeitet. Durch Wiederaufforstung mit standortsgerechten Baumarten kann eine neue Generation von Zauberwald herbeigezaubert werden. Normalerweise hört Wald nie auf zu sein.

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  3. Ja leider Gottes Land auf Land ab festzustellen…und der Verordnungswahn unserer Regierung und der EU trägt einen großen Beitrag dazu Bei!

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  4. Wo ist hier das Problem, der technische Fortschritt erlaubt immer größere Familienbetriebe, Bauernkinder üben gut bezahlte Jobs aus die Flächen werden teuer verpachtet, risikobewusste gut ausgebildete Hofnachfolger vergrößern sich, das wird niemand aufhalten und was soll daran schlecht sein. Der Städter versteht das alles nicht, er ist eben zurückgeblieben in seinen alten Bilderbüchlein und die Medien verklären seit Jahrzehnten ein uraltes Bauernbild!!

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  5. Eckehard Niemann sagt

    ZITAT BAUER WILLI: „Die Befürworter der Agrarwende wollen die bäuerliche Landwirtschaft wiederbeleben. Der Strukturwandel soll aufgehalten werden – oder noch besser – die kleinbäuerlichen Betriebe sollen wieder zulegen.“ Klarstellung: Die Befürworter der Agrarwende wollen die bäuerliche Landwirtschaft erhalten – auch in mittelbäuerlich-gutstrukturierter Form gegenüber Agrarindustrie- und Konzern-Landwirtschaft. DIESER, nicht jeglicher Strukturwandel soll aufgehalten oder zumindest gehemmt werden. Kleinbäuerliche Betriebe, die auf neue Konzepte (wie solidarische Landwirtschaft oder/und Direktvermarktung) setzen, sollen gefördert und nicht – wie bisher – von Existenzgründung und Landerwerb ausgeschlossen werden.
    Lieber Bauer Willi, ich würde Dich – im Interesse einer Vermeidung weiterer Fehldarstellung – bitten, mir/uns den Empfang dieser Richtigstellung zu bestätigen…

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  6. 4.137 Berufsausbildungen pro Jahr, auf 276.000 Höfe verteilt, macht 276.000 / 4.137 = 66,7 Jahre, die jeder dieser Ausgebildeten einen Betrieb alleine (!) bewirtschaften muss.

    Also ab sofort die Rente nach 67 Arbeitsjahren, statt Rente mit 67, dann klappt das locker! 🙂

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    • Plus die Jahre der Kindheit, Schule, Ausbildung.
      Im Alter von 20 Jahren bereit für eine Übernahme eines Hofs, Ergibt ein Rentenalter von 87 Jahren!!
      Dafür gibt’s dann ja die üppige landwirtschaftliche Rente!!🤔🤔🤔🤔

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  7. Friedrich sagt

    Nichts ist so betändig wie der Wandel. Habe mal Hofbilder von 1950 , 1978 und heute angeschaut. Ist doch erstaunlich die Veränderungen zu sehen. Die schlechten Rahmenbedingungen in der EU treiben immer mehr Bauern in den Ruin. In Dänemark und Frankreich weis ich , läuft eine regelrechte Pleitewelle durchs Land. Auch hier in Deutschland werden in diesem Jahr über 10.000 Höfe die Tore schließen. Bei einem biologisch-technischen Fortschritt von 2,5 %/Jahr dürften es nur im Mittel 6000 – 7000 Höfe sein. Es sind aber seit über 30 Jahren immer mehr als 3% , so 3,5 – 10%/Jahr gewesen. Daran kann man sehen , daß die Rahmenbedingungen schon lange nicht mehr stimmen. Das ist auch politisch so gewollt, sonst hätte man die Milch-und Rübenquoten nicht abgeschafft. Das war das wirtschaftliche Rückrat sehr vieler Betriebe. Dies werden sehr viele Betriebe nicht verkraften. Billiger werden aber die Nahrungsmittel nicht werden können, denn dann wird nicht mehr produziert. Auch werden jetzt immer mehr Flächen
    Brach fallen , weil sich eine Bewirtschaftung nicht mehr rechnet.Es bleibt spannend.

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  8. Altbauer Jochen sagt

    50 Jahre miterlebtes Höfesterben , aus den unterschiedlichsten
    Ursachen. Hofaufgabe- oft mit Kursänderungen der Agrarpolitik verbunden.
    -Milchquote, Prämienregelung, Verpachtung an Biogasbetriebe,
    verschärfte Auflagen, mangelndes Einkommen, keine Entwicklungsperspektive im Umfeld.
    Natürlich auch einfach fehlende Nachfolger bzw. andere Berufsorientierung
    der Kinder.
    Mein Enkel ist in der landw. Ausbildung ,voller Zuversicht
    -Gott sei Dank – meine Zweifel,-was die Zukunft betrifft, behalte ich für mich. Ich hoffe trotzdem das der Hof für eine weitere Generation
    Existenz und Heimat für eine junge Familie sein kann.

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  9. Paulus sagt

    Können die vielen anonymen Mäuse hier nicht mehr anders kommunizieren als über FB? Erbärmlicher geht es doch nicht mehr.

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    • Thea S sagt

      Paulus: Nicht gleich draufschlagen. In Facebook stehen die Namen, nur der Blog hat ein Systemfehler bei der Übernahme der Nachrichten. Alois bat bereits um Hilfe.

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      • Ich glaube, so meinte das unser allgemein bekannter brasilianischer Weltfußballer Paulus nicht.

        A propos, nach der Entzauberung kann auch wieder effizient gespielt werden. Waren die rostenden Maschinen eigentlich ein Fall für den Videobeweis per Denunzier-App?

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        Hallo Thea, die Facebook-Nutzer werden wohl nicht mehr namentlich genannt. Ist auch der Datenschutzrichtlinie von Facebook geschuldet. Wie Du siehst wird „Bauer Willi“ mit Profil richtig importiert. Alle anderen eben nicht, weil unser Blog ein Gelände ausserhalb von Facebook ist. Damit kann ich leben. Es kommen die Meinungen rüber, über die wir hier im Blog fröhlich diskutieren können. Aber wir diskutieren nicht mehr über Herrn XXX oder über Frau YYY. Das ist gelebter Datenschutz.

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  10. Nicht weit von uns ist Witzenhausen, wo man Ökolandbau studieren kann. Aus der Sicht der Industrie und konventionellen Landwirtschaft erschien uns das immer eher seltsam und putzig. Heute imponieren mir die jungen Leute, die aus Idealismus, Überzeugung und unter Verzicht auf materielle Vorteile diesen harten Weg gehen. Wenn ich noch einmal 25 wäre, würde ich es auch so machen. Wenn man jung und gesund ist, kann man sich auch ohne Erbe eine krisensichere Zukunft aufbauen, davon zeugen die vielen alternativen Kleinbetriebe rings um Witzenhausen. Diese Idealisten sind die einzigen, die wieder auf kleine Höfe ziehen und die entvölkerten Dörfer beleben.

    2+

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Tilman, das Stichwort ist: Idealisten. Diese Menschen sehen also in dem was sie tun und anstreben das Ideale. Die folge ist dann der Be-Ruf. Man fühlt sich also berufen zu dem was man tut. Dagegen ist nichts einzuwenden, im Gegenteil. Das wäre eine wünschenswerte Entwicklung, auch für die Gesellschaft, wenn möglichst viele Menschen diesen Idealen – oder sagen wir Werten – sich wieder zuwenden würden.
      In den letzten Jahrzehnten lief das aber in die andere Richtung. Und darum ist derzeit der Strukturwandel in den nächsten Jahren schon vorprogrammiert. Wenn eine Wende stattfinden soll, dann muss sie die Menschen dahin bewegen. Darauf zielt auch die Baschlussfrage bei meinem Artikel: Was müssten wir denn tun, damit „Landwirt werden“ wieder modern wird?

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      • Bin ganz Deiner Meinung. Was wir tun müssen? Ich fürchte, die Kinder werden die Natur, das tägliche Brot und das Vorbild des Bauern erst wieder schätzen, wenn im Supermarkt die Regale mal eine Weile leer bleiben.

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        • Wir leben in einer Zeit, in der eher der Investmentbanker das Vorbild ist und jeder lieber auf Pump genießt statt von morgens bis abends zu arbeiten.
          Die Natur wird das auch wieder ändern. Aber bis dahin sind Bauern aus der Zeit gefallen, die lieber draufzahlen als die Erde unbestellt zu lassen.

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          • bauerhans sagt

            wir leben in der zeit des SMARTPHONES!
            damit wird alles geregelt und vermeintliche lebenserfahrungen ausgetauscht,die bei GOOGLE angelesen wurden und emotionalisiert als shitstorm weiter verbreitet werden.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Tilmann, ich glaube unsere Kinder sind intelligenter und werden sich früher wieder auf das WESENTLICHE umorientieren. Und dazu gehören LEBENSMITTEL und eben nicht DAX-Notierungen!

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          • Hallo Alois, die Kinder werden den Sinn für das Wesentliche leichter entwickeln, wenn das Wesentliche kostbarer ist. Also sind wir uns mal wieder einig, dass wir dringend für eine Verdoppelung der Erzeugerpreise – insbesondere bei Milch und Fleisch – sorgen müssen! Dann wird der Beruf auch wieder „moderner“!

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            @ Alois
            Ein mancher wäre besser beraten gewesen, er hätte genauer auf den DAX geschaut, als auf Baupläne eines neuen Stalles.

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            • Alois Wohlfahrt sagt

              Die Mischung macht’s. Ich habe ja nicht gesagt, dass man nicht auf den DAX schauen soll. Nur ist der DAX für mich nicht das Wesentliche im Leben. Lebensmittel aber schon. Weil den DAX kann ich nicht essen….

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Einverstanden, die Börse ist nicht alles, manche haben viel Geld verloren, andere wiederum viel Geld verdient, mehr als bei einem neuen Milchviehstall.

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      • Idealismus und Berufung sind nicht dasselbe. Idealismus entspringt, wie das Wort sagt, einer Idee. Dahinter verbirgt sich sehr oft, wenn nicht fast immer, ein moralischer Anspruch an sich selbst sowie an andere, der aus dem Über-Ich kommt. Eben das berühmte MAN SOLLTE. Das genügt aber bei Weitem nicht, um eine Aufgabe wirklich gut zu machen. Rein idealistische Projekte erzeugen oft wenig Resonanz und sterben nach einiger Zeit wieder ab oder dümpeln so am Rande des Existenzminimums dahin.

        Die Berufung hingegen entspringt dem Gefühl, dem innersten Antrieb. Berufung ist an sich nicht moralisch. Man kann auch zu etwas berufen sein, was der Gemeinschaft keinen ersichtlichen Nutzen bringt. Für den Berufenen öffnen sich häufig Türen, die dem Idealisten verschlossen bleiben. Der Berufene erzeugt Resonanz. Da geht vieles wie von selbst. Es ergeben sich günstige Gelegenheiten. Man spricht auch davon, dass derjenige Glück bei seinen Unternehmungen hat.

        Der Idealist rackert sich ab und erschöpft sich dabei. Dem Berufenen hingegen fließen Energien zu.

        Der moderne Mensch verlernt, auf seine Berufung zu hören. Das liegt daran, dass der moderne Mensch alle seine Handlungen und Interessen zunehmend einem Zweck bzw. Nutzen unterordnet.

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        • Inga sagt

          Ob der moderne Mensch die Alternativen nicht mehr sehen kann, und deswegen nur noch auf Zweck und Nutzen reagiert, Fingerphilosph?

          Wie lange ist das schon so?

          Aber wenn es nicht so wäre, dann könnte doch die Berufung auch unnützen Zeug (Komiker Clown) oder gar einen Verbrechen dienen, oder?

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        • Leider reichen in der Landwirtschaft wohl auch nicht Berufung und Idealismus. Aber Idealismus und Berufung sind die Voraussetzungen dafür, dass überhaupt noch etwas von Landwirtschaft übrigbleibt.

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          • Die LW braucht keine Idealisten, sondern Menschen mit Zivilcourage und Initiative wie dieser John O’Brien, der in Brüssel das Recht auf Lachsfischerei für die irischen Inseln zurückerstritten hat. Es hapert in unserer Gesellschaft daran, dass Bürger inklusive Bauern den Kampf „David gegen Goliath“ schon längst aufgegeben haben und sich mit der Rolle der Zuschauer begnügen, die das Geschehen bloß noch kommentieren. Dafür wurden übrigens social media geschaffen. Hier verpuffen die Energien sinnlos im Nichts, während der Einzelne sich einredet, dass er etwas bewirkt.

            Was die LW braucht, ist ein neues Regelsystem, das für den ganz normalen Menschen passt. Dieses Regelsystem kommt jedoch nicht von allein, sondern muss erkämpft werden. Es ist der Treppenwitz der Geschichte, dass der Bürger heute offenbar glaubt, Mündigkeit bestehe darin, Goliath einfach immer so weitermachen zu lassen.

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            • Alois Wohlfahrt sagt

              Der Sozialphilosoph Günter Rohrmoser begeisterte in den 90er des vergangenen Jahrtausend die Bauern im Allgäu mit Vorträgen, wo es um „Innovation von unten“ und „Herrschaft und Knechtschaft“ ging. Die Vorträge organisierte der sogenannte „Krisenstab“ aus dem dann der BDM hervorging. Doch leider ist diese „Innovation von unten“ später überwiegend nur als Protest umgesetzt worden. Bis auf wenige Ausnahmen…

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            • Ein Beispiel dafür, dass eine bloße Idee wie meinetwegen die Stärkung konservativer Werte in der Moderne nicht wirklich Resonanz erzeugt, sodass daraus was Neues entsteht. Typischer Fall einer Kopfgeburt.

              Ein anderes Beispiel ist der Idealismus der Grünen. Auch der erzeugt nicht die entsprechende Resonanz, sondern wird mit enormen Aufwand gebetsmühlenartig in die Köpfe der Mitmenschen eingehämmert und muss mithilfe eines sich verdichtenden Kontrollapparates aufrechterhalten werden.

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      • Inga sagt

        Ja, das war früher ca. 1972 von Prof. H. Vogtmann, auch ein guter Freund von Prinz Charles (Besitzer eines Ökobetrtiebes) eine gute Idee, den Fachbereich11 der Uni Kassel so einzuführen, bzw. umzustellen. Es wurde wohl Zeit dazu.

        Seit dem wird daran geforscht.
        Der Bruder meiner Freundin studierte auch da und stellte nebenher seinen Betrieb um und mein Vater mußte miterleben, wenn er von der Genossenschaft KPN-Dünger holte, dass der Vater meiner Freundin Guano holte.

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    • bauerhans sagt

      „Diese Idealisten sind die einzigen, die wieder auf kleine Höfe ziehen“

      die haben am anfang kapital,um den hof in gang zu bringen,kommen aber i.d.r. vor arbeit nicht in den schlaf!

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  11. Es gibt positive Ansätze. Drei Beispiele:
    Junglandwirte in Italien bekommen günstig Land aus öffentlicher Hand: http://it.euronews.com/2017/12/06/italia-8mila-ettari-per-i-giovani-agricoltori
    Es gibt Existenzgründungsbeihilfe für Junglandwirte, z.B. im Kenia-regierten Sachsen-Anhalt mit grüner Landwirtschaftsministerin: https://tinyurl.com/y7oy2uqt
    Die Regionalwert-Aktiongesellschaften sehen einen hrer Hauptgeschäftszwecke darin die außerfamiliäre Hofnachfolge zu finanzieren.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Regionalwert-Aktiengesellschaften

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Junglandwirte-Förderungen sind ja ganz schön. Aber Förderungen verleiten auch, die Realität zu mißachten. Als Junglandwirt muss ich doch selbst die Perspektive sehen und davon überzeugt sein, als Landwirt mein Leben zu gestalten. Die Frage ist doch, wie kann der Beruf des Landwirts wieder attraktiv werden?

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      • Paulus sagt

        @Alois,
        wir haben einen Hof in Ostbelgien und halten dort im Nebenerwerb Freilandrinder mit einem örtlichen Partner. Der Sohn des örtlichen Schlachters/Metzgers würde gerne den elterlichen Betrieb und auch unsere LW übernehmen. Der findet aber keine passende Frau, warum auch immer, und als Junggeselle möchte er auch nicht enden. Wenn der junge Mann mit zwei abgeschlossenen Berufsausbildungen (Fleischer und Koch) zögert verstehe ich das.

        Zwei studierte Landwirte (m/w) würden dort gerne pharmazeutische Kräuter anbauen, die genau dort optimale Bedingungen vorfinden und deren Wirkstoffe nicht synthetisch hergestellt werden. Die hatten einen überzeugenden Geschäftsplan und hätten nur ein paar Kröten von der Bank für die Trocknungsanlage benötigt. Die können ihre Kräuter aber nicht im Straßengraben anbauen sondern hätten Grünland umwandeln müssen, was schlicht an der Bürokratie gescheitert ist.
        Ich denke, vieles wäre einfacher ohne diese verdammte EU-Bürokratie und deren teils schwachsinnigen und nicht nachvollziehbaren Vorschriften und Bestimmungen.

        Sogen. alternativ aufgestellte Bewerber mit Rastazöpfen und „hey“ zur Begrüßung hatten wir zur Genüge. Die haben wir freundlich empfangen und ebenso freundlich wieder verabschiedet.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Paulus, Du beschreibst sehr gut, wie individuell Hofnachfolge ist. Da gibt es keine Pauschallösungen. Die gibt’s nur in der Politik und bei Forderungen von NGO’s.

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  12. Der Prozentsatz der Betriebe, welche im Nebenerwerb betrieben werden, könnte steigen mit der passenden Politik, und dadurch könnten wieder mehr Betriebe bewirtschaftet werden, wenn die Rahmenbedingungen passen

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn der Arbeitnehmer nach der Frühschicht nach Hause kommt, muss er sich nach dem Stress ausruhen, der Nebenerwerbslandwirt darf dann anschließend Landwirtschaft betreiben, damit sich die Bevölkerung an den Kleinbetrieben erfreuen kann?

      Mann o Mann, wie weltfremd.

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      • bauerhans sagt

        „der Nebenerwerbslandwirt darf dann anschließend Landwirtschaft betreiben“

        früher gabs hier einige,die das sehr gerne machten,weil sie dann unternehmer waren,allerdings war auch die belastung der ehefrau sehr hoch.
        auf diesen betrieben wurde morgens um 5.00 angefangen,von 7.00 bis 16.00 waren die „auf arbeit“,nach 16.00 gings weiter bis 20.00 oder später,jeden tag!
        die technische ausstattung dieser höfe war exellent und oft auch ein stern-auto in der garage.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Früher,
          da wurde noch was dabei verdient,
          bei uns im Wein und Obstbau wird es noch gemacht, vorausgesetzt die Ehefrau macht da noch mit.
          Nur, die Autos mit dem Stern sieht man nicht auf den Höfen.

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    • Mausschubser sagt

      Ich vermisse den Ironie Smiley. Warum sollen sich Menschen Feierabend, Wochenende und Urlaub um die Ohren hauen, nur damit sich andere, die es sich in ihrer Pseudo Realität gemütlich gemacht haben, besser fühlen können? Dieselben Menschen regen sich ebenfalls auf, wenn Menschen zwei oder drei Jobs machen, um über die Runden zu kommen.
      Das passive und aktive Wahlrecht sollte nicht an das Alter, sondern an eine Prüfung gekoppelt werden, wo man nachweisen muss, dass man wenigstens ansatzweise Folgen abschätzen kann. Man kann nicht alles durch eine dicke ideologische Brille betrachten und mit Vorschriften und Gesetzen lösen.

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  13. bauerhans sagt

    ein hof wird übernommen,weil das immer schon so gewesen ist!
    nach einiger zeit z.b. nach ableben des seniors,ändert sich was,der nachfolger verpachtet und sucht sich nen job oder stellt auf bio um oder errichtet einen hofladen oder oder oder.
    das langsame aufgeben eines hofes hat sicherlich mit der kreditwürdigkeit durchs grundbuch zu tun,die ein kaufmann i.d.r. nicht hat.
    mir ist hier kein hof bekannt,wo ein „geordneter rückzug“ geplant und ausgeführt wurde.

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    • Inga sagt

      Ja,
      so ist das, wenn man als Kleinkind schon auferlegt bekommt, den Familienbetrieb in Ehren zu halten.
      Das prägt.

      Man hat es den Großeltern versprochen!

      Und?

      Man kann es nicht einhalten.
      Der Staat ist schuld, wie war es denn in der DDR?
      Das zieht an den Nerven!

      Deswegen werden die Betriebe so lange gehalten wie es geht, und wenn Opfer dafür gebracht werden müssen!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Der Betrieb wurde öfters übernommen, dass die Übergeber ihre mickrige Rente bekommen.
      Beim Rückbehalt hat sich was geändert, ob jetzt die Übernahme noch so klappt, bleibt abzuwarten.

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  14. Landwirtschaftsmeister Hans Nauert sagt

    Ich dachte ja einmal irgendwann ist ja einmal ein Ende des Strukturwandels abzusehen. Aber weit gefehlt, es wird nicht besser. Die Söhne der Bauern, haben einen anderen Beruf gelernt und hätten, wenn die Situation in der Landwirtschaft besser geworden wäre eventuell die Landwirtschaft doch noch weitergeführt. Aber bei diesen Erzeugerpreisen, ist mit Nahrungsmittel kein Geld zu verdienen. Und wenn man die Forterung für mehr Tierwohl nachgibt, protuziert man nur Schulden, die man nicht mehr los wird.

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  15. Nostalgiedenken führt zu nichts. Die Politik sagt sie wolle die kleine bäuerliche Landwirtschaft fördern und erhalten. Haben die sich dann mal Gedanken darüber gemacht warum sie aufhören??? Man muss doch erst mal schauen woran es liegt. Ich habe da ein ganz einfachen Grund. Ab einer gewissen Betriebsgrösse kann ein Betrieb nicht mehr das abwerfen was er müsste um eine Familie ernähren zu können.

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  16. Ich finde nicht, dass Willi’s Beitrag viel mit Nostalgie zu tun hat. Vielmehr analysiert er doch recht sachlich seine Beobachtung. Kürzlich flatterte Ausgabe 1/2018 der Steuer- und Wirtschaftsnachrichten der landwirtschaftlichen Buchstellen ins Haus. Ein Blatt dass ich regelmäßig quer lese. mit Entsetzen sah ich dort, dass schon 2015 nur noch 1.4% der Beschäftigten in der Lanwirtschaft arbeiten. Niedriger lagen in der Statistik nur noch Schweden, Belgien, Malta, GB und Luxemburg. Das Höfesterben ist für mich nichts dem man sich kampflos beugen müsste auch wenn es schon sehr weit fortgeschritten ist. Ich sehe allerdings weniger eine aktuelle Regierung in der Verantwortung als vielmehr uns alle. Ich erinnere mich an Zeiten in denen es belächelt wurde, wenn Landwirte sich auf die Suche nach neuen Einahmequellen und Geschäftsmodellen gemacht und mutig etwas neues versucht haben. Als schick und en vogue galt schon vor 30 Jahren nur wer Unsummen an Geld investierte und sich damit zum Büttel von Banken und im Grunde genommen zum Sklaven auf dem eigenen Betrieb gemacht hat. Und von jeher wurde ein Sündenbock für alles und jenen gesucht und auch gefunden, statt selbst die Dinge in die Hand zu nehmen und sich etwas besseres einfallen zu lassen. Wie man auf das schmale Brett kommen kann dass Biobetriebe oder deren Förderung etwas mit dem Höfesterben zu tun haben könnten ist mir völlig schleierhaft und zeigt beeindruckend wie gut es gelungen ist über das mutwillige Entzweien des Berufsstandes jeden Ansatz zum Widerstand im Keim zu ersticken. Solange sich Bauern gegenseitig beschimpfen und beschuldigen und die meisten vor lauter wirtschaftlichem Druck nicht mehr ein noch aus wissen haben die wahren Verantwortlichen doch weiterhin nichts zu befürchten und alles bleibt fein wie es ist.

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    • Danke! Genau so ist es! Die Politik hat grad mit sich selbst zu tun und kuemmert sich auch um sonst nichts.
      Warum koennen und wollen Bauern nicht innovativ sein?

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    • Andrea Fasch Viele sind das ja, haben aber durch Generationen von Duckmäuser-Erziehung den Mut abgegeben. Und wer bis über beide Ohren verschuldet ist weil er hunderttausende von Euro dem Strom der Masse folgend in moderne Technik gesteckt hat nur um 5 oder 10 Jahre später als Oberbuhmann dazustehen und alles wieder umreißen zu dürfen. Diese Investitionen drücken doch den meisten die Luft zum atmen ab und es ist kein Wunder dass so eisern daran festgehalten wird. Die betreffenden Kollegen sind nicht zu beneiden.

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  17. Ist im Grunde ein Rechenexempel: wenn ein Berufsleben 40 Jahre dauert, gehen jedes Jahr 2,5% in Pension. bei 276000 macht das 276000×2,5%=6900.

    Oder anders herum: mit 4000 Absolventen jährlich lassen sich 160000 Höfe aufrecht erhalten.

    Ist natürlich eine Milchmädchenrechnung, aber es sollte ein Gefühl für die Zahlen geben.

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  18. …Bewirtschaftet wird, so lange die „Alten“ noch können!… auch hier bei uns in Bayern. Voriges Jahr hat in kleiner Runde ein Vertreter des BBV seine große Sorge geäußert, dass bei vielen Betrieben schlichtweg das Geld nicht ausreichen wird, um 2 Generationen mit ausreichend Einkommen zu versorgen. Jeder weiß, dass man nicht nur Geld zum Essen braucht. Und das spürt man hier auch bei vielen Betrieben. Durch meine berufliche Tätigkeit in einem Amt komme ich viel auf Betriebe. Man spürt den Pessimismus geradezu. Ausnahmen: wo Preise und Mengen staatlich auf erträglichem Niveau reglementiert sind oder wo es Betriebe geschafft haben, ihr Produkt zu verkaufen ( Sonderkulturen, Direktvermarktung). Die Liberalisierung beibehalten heißt, demnächst wird unvermeidlich starker Strukturwandel einsetzen. Die Politik scheint es nicht sehen zu wollen!

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      • Andreas Müller sagt

        rostender Metallschrot in Brombeerhecke mit Fichtenmonokultur ist für dich ein Zauberwald? Bloss wegen des Rauhreifs gerate ich nicht gerade in Extase… Vielleicht reiten gleich die Ludolfs als Prinzen um die Ecke : )

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            • Mark Rössler sagt

              Kann nicht jeder unentgeldlich arbeiten, zu dem wurde der Wald vermutlich doch schon vor einigen Jahrzehnten angelegt.
              Nur weil es heute anders ist, kann man das so nicht auf 1945 umlegen, da hatte man andere Prioritäten beim Wald.

              Und heute kommen dann google Experten und wissen bescheid.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Nachdem im Mittelalter – bedingt durch den Bergbau und der Holzbedarf in Holland – der Wald im Schwarzwald völlig gerodet war, wurde nach Versuchen, staatlich verordnet im Staatswald Fichten angepflanzt.

              Leider lebte damals keiner mit einer Intelligenz eines Andreas Müller, deshalb mussten die Altvorderen alle dumm sterben und das entsetzliche daran ist, die staatlichen Förster auch.

              Gott sei Dank, war die Telekom so gnädig und hat mich mal mit dem Internet verbunden, seit her verstehe ich auch was vom Waldbau. Fragen tu ich mich, warum hat mein Vater Douglasien statt Fichten angebaut, mein Vater hatte gar kein Internet?

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            • Andreas Müller sagt

              Meine Herren, ich bin selber Forstgenosse mit Anteilen in Mittelgebirgslagen. Da gibt es schon seit Jahrzehnten gesündere Mischkulturen … von staatlichen Förstern angelegt und betreut.

              und manchmal hilft auch das Internet dazu, sein Wissen zu ergänzen.

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            • Schmeckt gut sagt

              Wie wäre es, wenn Sie mal aufhören hier so „rumzukotzen“. Es nervt einfach nur noch.

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            • bauerhans sagt

              „von staatlichen Förstern“

              da gibts welche,die dienst nach vorschrift machen,hatte auch mit so einem zu tun,nein danke!
              hab übrigens keine fichten,sondern buchen im wald,weil damals hohe zuschüsse gezahlt wurden.
              fichten hätte sich besser gerechnet.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              „Meine Herren, ich bin selber Forstgenosse mit Anteilen in Mittelgebirgslagen. Da gibt es schon seit Jahrzehnten gesündere Mischkulturen … von staatlichen Förstern angelegt und betreut.

              und manchmal hilft auch das Internet dazu, sein Wissen zu ergänzen.“

              Würde der Internet gebildete Forstgenosse nur eine geringste Ahnung von der Materie haben, dann wüste er, das die gefällten Stämme mehr als 100 Jahre auf dem Buckel haben.

              Zwei Ortschaften weiter gibt es eine Waldgenossenschaft, mal angesehen von dem Vorsitzenden, ist die reine Tätigkeit der Genossen, den Überschuss bei der Bank abzuholen.

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            • Andreas Müller sagt

              Sprücheklopfer ☺ ich habe mehr Bäume gepflanzt gerntet und gepflegt als ihr Schweine im Stahl habt. Tausende… : ) aber ihr wisst es immer besser, wie immer

              Liebe Verbraucher – wir wollen den Monolog

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            • andi sagt

              Andreas Müller,
              „Sprücheklopfer, ich habe mehr Bäume gepflanzt, geerntet und gepflegt als ihr Schweine im Stall habt.“
              Ich finde das sehr, sehr schlimm, dass ist ja die reinste Massenwaldhaltung die sie betreiben.

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          • Paulus sagt

            @Hans
            Wenn die Fichtenreinbestände nur nicht so verdammt anfällig wären. Mein Großvater und mein Vater haben irgendwann auch auf Buchen und Eichen gesetzt. Ich selbst versuche es nach Kyrill mit Mischkulturen.
            Du kennst den Spruch: Willst Du dass deine Enkel fluchen … 🙂
            Ich habe so etwas Ähnliches wie einen Forstbetriebsplan, mit ziemlich vielen unbekannten Größen. Das einzige was daran annähernd stimmt ist die Anzahl der ha an Holzboden. Was die pensionsberechtigten Förster von Forst NRW betrifft gebe ich dir Recht, die haben i.d.R. aber auch keinen eigenen Grund und Boden.

            1+

            • Mausschubser sagt

              Der Spruch: „Die zwei schlechtesten Mitarbeiter im Betrieb sind: Mein Vorgänger und mein Nachfolger“. Gilt ganz besonders im Forst.

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  19. Wir müssen weg von der verklärten Nostalgie.
    Niemand wirft z. B. einem produzierenden Metallbetrieb vor, das er moderne und effiziente Methoden einsetzt.
    Etwas mehr Rückgrat bitte!
    Als ich 1980 als „hofvertriebener Zweitgeborener“ eine kfm. Lehre begann, gab es rund 800.000 Betriebe in D, heute noch etwa ein Drittel.
    Flächen- und Tierzahlen sind in etwa gleich geblieben, die Produktion wurde aber quantitativ und qualitativ deutlich verbessert.
    Die heutigen Landwirte sind einfach keine „dummen Bauern“ mehr, die halt dann auf dem Hof blieben. Im Gegenteil:
    Wir haben es mit Unternehmern zu tun, die anderen Wirtschaftsbereichen nicht nachstehen, sondern sogar vielfach weit innovativer sind!
    Und das alles oft trotz Gegenwind aus der Gesellschaft.
    Also was soll‘s?

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    • Und wenn sie es nicht tut, dann lässt sie es eben. Who cares?
      Ich lehne es einfach ab, mich vor jedem noch so kruden Idioten zu rechtfertigen.
      Wer sich verteidigt, klagt sich an 😉

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>Als ich 1980 als „hofvertriebener Zweitgeborener“ <<

      So ein Glück hatte nicht jeder.

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    • Tcha so ist das eben, wenn von weit oben in der Politik die Heidi-Welt angepriesen wird.
      Jeder einzelne darf den Fortschritt für sich zu Nutze machen aber wehe der Landwirt tut das. Der hat gefälligst selbstlos und zum Nulltarif wie vor 200 Jahren zu arbeiten und wehe er verdient damit auch nur 1€ für seine Altersvorsorge, dann ist er gleich ein Schänder und Beutelschneider, der alles nur verseucht und den Tod bringt.🙈🙄

      So lange sich dieser Glaube in der Bevölkerung festgesetzt hat, sehe ich schwarz für die Zukunft der kleinbäuerlichen Landwirtschaft.🙈

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    • Die „kleinbäuerliche“ Landwirtschaft existiert m. E. ohnehin nur in der Freizeit und als Hobby oder Auslaufmodell.
      Wer davon leben und seine Familie halbwegs angemessen ernähren will, wird das auf diese Weise eher nicht schaffen.
      Von ein paar aus ideologischen Gründen sich selbst versorgenden Waldschraten mal abgesehen.

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    • Christian Jäger , die „Landwirtschaft“ hat durchaus Zukunft, die „kleinbäuerliche“ eher nicht. Lassen wir doch diese dämlichen Begrifflichkeiten einer verqueren Ideologie bitte einfach weg.

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    • Ist ja nur der Wink zu der von der Bevölkerung gewünschten „kleinbäuerlichen Landwirtschaft“
      Der Begriff an sich ist auch nur ein Propaganda-Schlagwort wie Massentierhaltung, Agrarindustrie und Co.
      Da brauchen wir uns wohl nichts vormachen.😉

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  20. Mir fehlt bei diesem Beklagen des Ausscheidens von Betrieben, dass daraus im Regelfall neue Chancen für andere Landwirte entstehen und die auch gesellschaftlich wertvolle Funktionen ausüben. Man mag dabei über das „Wachsen oder Weichen“ schimpfen (wenngleich das verkürzt ist), aber die Situation ist nunmal, dass vor allem dort viele Betriebe aufgeben, wo sich die Betriebe ohnehin gegenseitig auf den Füßen stehen und gegenseitig die Bodenpreise hochtreiben. Mit Blick auf die Ausbildungszahlen sollte man sich intensiver als bisher mit der Frage auseinandersetzen, was denn attraktive Berufsbilder in der Landwirtschaft sind. Ich bezweifle, dass dies unbedingt die Leitung eines selbständigen Betriebes ist, der ständig an oder unter der Rentabilitätsschwelle wirtschaftet und dabei in erster Linie das Erbe der Elterngeneration verfrühstückt und bei dem die Banken angesichts von hohen oder steigenden Bodenpreisen ein Auge zudrücken. Fachkräfte mit landwirtschaftlicher Ausbildung sind bereits heute gesucht und die Einkommen steigen mit zunehmender Knappheit. Daneben wird es allerdings auch künftig Nebenerwerbs- oder Hobbylandwirtschaft geben, die ebenfalls ihren Wert hat, bei denen die Betriebsleiterfamilie jedoch ihr eigentliches Einkommen außerhalb der Landwirtschaft erwirtschaftet. Man sollte dann aber auch so ehrlich sein und das Hobby als Hobby anerkennen.

    1+

    • Hallo Herr Balmann, es ist richtig, dass das Ausscheiden der Auslaufbetriebe den verbleibenden Chancen bietet. Es ist auch richtig, wenn Betriebe den Ausstieg wählen, bevor sie „ihr Betriebskapital verfrühstücken“, wie Sie es bezeichnen. Mir geht es bei dem Artikel nicht um das Beklagen, sondern um die Nüchternheit dieser Entwicklung. Und dass diese Entwicklung sehr langfristig ist. Letztlich sind die einzelnen Menschen das Entscheidende, weil nämlich jeder selbst entscheidet. Und nicht ein Verband, oder die Politik oder eine NGO.

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    • Ich finde Ihre Betrachtung sehr verkürzt Herr Bahlmann. Auch dort, wo der Strukturwandel schon seit Jahrzehnten ordentlich an fahrt aufgenommen hat, kommt es genau zu den von Ihnen kritisierten Umständen bei den verbleibenden Betrieben – in der Ferkelerzeugung.

      Ja. Es gibt eine hohe Nachfrage an landwirtschaftlichen Fachkräften. Nur scheinen viele derjenigen Betriebe, durch Wachsen dem Weichen im Milchviehbereich (und anderen Bereichen der Tierhaltung) entkommen wollten, das Geld zu fehlen diese zu bezahlen. Selbst für polnische Mitarbeiter reicht es nicht mehr, da muss man schon weiter ostwärts suchen.

      Und die Kapitalbelastung dieser Betriebe ist weiterhin nicht unerheblich. Natürlich gehen einige mittlerweile auch andere Wege, wenn sie selbst nicht mehr in der Lage sind, ihrer Bank den Kauf von Land darzustellen. Dafür suchen sie sich dann, vor allem in den neuen Bundesländern, zahlungskräftige ausserlandwirtschaftliche Investoren und Geldgeber.

      Die Sache ist schon recht komplex und am Ende steht immer deutlicher die Frage, welche Auswirkung eine Entwicklung auf die Strukturen auf dem Land und in unseren Dörfern hat und welche Art der Landwirtschaft, aber auch der Strukturen von der Gesellschaft gewollt ist.

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    • Kirsten Wosnitza verkürzt? Klar. Ich habe oben ja auch kein Buch geschrieben. Und natürlich gibt es viele Nebenaspekte. Gleichzeitig gilt natürlich, dass manchmal in der Kürze die Würze liegt. 😉

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    • Vor ca. 20 Jahren, als abzusehen war, daß unser Betrieb nicht an einen Nachfolger übergeben wird, habe ich auch auf Bio umgestellt. Da ich keine größeren Investitionen für die Zukunft aufbringen musste, habe ich die Möglichkeit gehabt in meinem Betrieb zu wirtschaften wie es mir gefällt. Vergleichbar mit einem Kapitän auf einem sinkenden Schiff. So gesehen hat Sieglinde Müller schon Recht.

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    • Mark Rössler sagt

      Ist hier momentan auch Trend, noch 5 Jahre die Förderung mitnehmen,
      da die Betriebe meist eher schlechte Erträge erzielen und konventionell unwirtschaftlich sind.
      In der 3jährigen Umstellung wird Biogasmais angebaut und verkauft, danach ist noch nicht ganz sicher was die anbauen wollen, vermutlich soll teilweise an die Gemüseriesen wie die Behr AG verpachtete werden.

      Was danach kommt ist offen, vermutlich die Betriebsschließung.

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        Ja, solche Entwicklungen sind nicht von der Hand zu weisen. Hier im Allgäu trifft es vor allem die Betriebe mit traditioneller Anbindehaltung. Es wurde auf Bio umgestellt, weil man die Hoffnung hatte nicht wachsen zu müssen und in der Folge wurde auch nicht in neue Stallungen investiert. Ein Verbot der Anbindehaltung würde die Bio-Betriebe viel stärker treffen als die Wachstumsbetriebe, die ja bereits Laufställe haben.
        Da sieht man den Zwiespalt der Agrarwende wieder: Forderung nach mehr Tierwohl und Verbot der Anbindehaltung und gleichzeitig haben die favorisierten Bio-Betriebe damit das größere Problem.

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    • Das nennt man Subventionsoptimierung. Zum Schluss noch die Umstellungs- und Biobeihilfen abgreifen und dann wenn die Flächen versaut sind und das Rentenalter erreicht teuer verpachten.

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    • Christoph Schmitt Unsinn, wir haben vor fast 30 Jahren auf BIO umgestellt. Jetzt stehen wir vor der Übergabe an unseren Sohn, er ist Landwirtschaftsmeister, seine Freundin Agraringenieurin und sie denken nicht daran, etwas anderes als BIo zu machen.

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  21. Verzaubert sind die Mitmenschen, die dem Zauber einer nostalgischen Landwirtschaft erlegen sind. Verzaubert durch die Hypnose bekannter Politiker und NGO. Jeder hat seinen Zauberwald, aber nicht jeder erkennt den Zauber!

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  22. So ist es. Es gibt fast keine Höfe, die von heute auf morgen zugesperrt werden. Es ist ein langer Prozess und der Hauptgrund ist nunmal, dass kein Nachfolger vorhanden ist.

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    • Das hat die Politik zu verantworten. Lehrer fangen in den Schulen an gegen die Landwirtschaft zu wettern. Wer hat da noch freiwillig Lust einen Hof zu übernehmen, es sei denn er ist ein super Idealist.

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    • Das mag ein Grund sein, wobei ich die Politik als zu allgemein empfinde. Ein Hauptgrund ist meiner Meinung nach, dass Bauernkinder meist nicht die Dümmsten sind und dadurch die Möglichkeit haben, in Jobs gut zu verdienen und geregelte Arbeitszeit zu haben. Und dann noch das Nebeneinkommen Pacht erhalten.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ich weiß von Ausbildern, dass bei Automobilzulieferern Bauernkinder mit Handkuss genommen wurden, auch zu Zeiten wo auf jeden Ausbildungsplatz 3 Bewerber waren.

        Bei Schaeffler und Bosch waren es bis zu 25 Bewerber.

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    • Nun, aber ist es wirklich so das man Bauer werden muss? Darf man nicht Bauer werden wollen???
      Es war von Kind an mein Traumberuf. Daheim hiess es, ich solle „erst mal was vernuenftiges lernen“.
      Ist es so unvernuenftig, Bauer als Beruf zu haben?
      Ich habe es mir gegoennt mit 38 neu anzufangen, den Beruf von Grund auf zu lernen und mir einen Betrieb aufgebaut.
      Und nie beraeut!!!!

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    • Nein, aber früher sind auch manche Bauern geworden, die nicht wollten. Die Eltern wollten halt oder es gab keine anderen Jobs. Darum ist es ein hohes Gut, dass heute jeder frei entscheiden kann.

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