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Kommentare 25

Ein „biblisches“ Bild

In der Nacht auf Sonntag (12.07.2015) kalbte eine Färse auf der Alp beim Alois im Oberallgäu. Das Kalb fanden wir zunächst nicht. Es war wohl bei seinen ersten Gehversuchen eine steile Böschung hinab gerutscht. Erst unser Jagdhund Quirin fand es am tiefen Grund im Tobel.

Da das neugeborene Kalb auf seinen wackeligen Beinen den steilen Berg noch nicht schaffte, nahm Simon das Kalb einfach auf seine Schultern und trug es den Berg hoch bis zum Weg.

Dem Kälbchen hat es sichtlich gefallen und die Bäuerin machte dieses  „biblische Bild“ 🙂 mit Ihrem Handy.

 

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25 Kommentare

  1. Kathrin, Bergbäuerin sagt

    Lieber Biobauer Andreas
    Wir melken 5 behornte Schätzchen, in der direkten Nachbarschaft sind es 6, 8, 2 oder auch 15 behornte Schätzchen.
    Ohne Subventionen, (die laufenden über den Mehrfachantrag und die einmaligen für Stallbau oder Spezialmaschinen) würde hier keiner mehr seine Schätzchen melken!
    Werden eh immer weniger, die das noch tun. Dafür werden die Maschinenvorführungen, wo ein ferngesteuerter Mulcher die Steilwiesen freihält immer häufiger. Wenn das so weitergeht könnt Ihr euren Enkelkindern nur noch in (alten) Büchern zeigen wie früher die Bergbauern (das sind die, die ihr alle haben wollt) mal gewirtschaftet haben oder wie die Almen und Alpen ausgesehen haben, die gibt es dann nicht mehr, weil da der Mulcher auch nicht mehr fährt.
    Also nicht über Subventionen schimpfen, sondern sehr genau darüber nachdenken, was mit den kleinen bäuerlichen Betrieben passiert, wenn sie keine Subventionen mehr bekommen!
    Und bitte nicht annehmen daß die Schätzchenmelker so weiter machen, bis die Bank ihnen den Melkschemel unter dem A… rauszieht!

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    • Biobauer Andreas sagt

      Liebe Kathrin, ich finde es zunächst mal super, was ihr macht. Wenns nach mir ginge, würden nur noch Bauern wie wir (ich bin ja auf 900m im Südschwarzwald mit 9 Hektar, 20 Ziegen und 2 Kühen auch Bergbauer) Subventionen bekommen. Wichtig erscheint mir, dass Kleinbauern mit hohen Zuschüssen (80%??) ihre Anbindeställe in kleine Laufställe mit Auslauf umbauen können. Für kraftfutterfreie Weidemilch behornter Kühe fordere ich sowieso einen Auszahlpreis von 65 ct.

      Gruss vom Biobauer, Biobäcker, Biogärnter u.v.a.m. der jetzt in die Heia geht, weil der morgen früh wieder um 6 Uhr auf dem Wochenmarkt steht und sich über viele Kunden freut, die wertschätzen, was ich mache

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  2. bauerhans sagt

    “ Die Subventionen zahlt aber der Bürger und der findet „Massentierhaltung“ mit 500 Kühen eher zum kotzen “

    über subventionen weiss der bürger bescheid,wenn er selbst welche abgreifen kann und massentierhaltung interessiert nur diejenigen,
    die durch die medien emotional aufgestachelt wurden.

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  3. Zur Info: Viele Kommentare beziehen sich auf einen Post eines Facebook-Users, der den Artikel auf unserer Facebook-Seite kommentiert hat.
    Wir importieren diese Posts automatisch über ein Plugin.
    Der Kommentator hat aber den Post auf der Facebookseite wieder gelöscht und auch verlangt, dass wir den Kommentar hier ebenfalls löschen.
    Dem Wunsch habe ich entsprochen. Den Namen in zugehörigen Kommentaren habe ich mit *** ersetzt.
    Sinngemäß ging es in dem Kommentar, dass man sich als Bauer nicht als „guter Hirte“ positionieren sollte…

    Alois

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  4. Alex sagt

    Glückwunsch zur gelungenen Kälberrettung! Immer schön, wenn man ein verlorenes kalb findet. Meine beste Freundin hat Mutterkühe, die werden auch ganz übel draussen auf der Wiese ausgebeutet – und auch noch ganzjährig! Manchmal sogar bis zu 17 Jahre lang…nahezu unerhört 😉

    Wo soll das denn hinführen, wenn sich über sowas schon beschwert wird? Tiere in freier Wildbahn sind z. B. laufend tragend, bekommen keine medizinische Versorgung bei Verletzungen/Parasiten und verrecken manchmal tagelang irgendwo im Wald. Da find ich ein paar chillige Jahre auf der Alm und dafür evtl. ein wenig Milch abgeben ein Spitzenleben für so eine Kuh. Aber kann ja jeder machen wie er will, Veganismus steht ja jedem als Option offen und dann ist gut. Dann geht es halt in der Sparte Pflanzenbau weiter mit der Diskussion 🙂

    2+

    • Biobauer Andreas sagt

      Alex ich habe mich nicht darüber aufgeregt, sondern mich darüber aufgeregt, dass ich jemand darüber aufregt, wenn das einer als Ausbeutung bezeichnet, denn das ist es.

      Aber Stichwort Vorbild Natur, da habe ich woanders soeben kommentiert:

      Nur weil die Natur manchmal Starkregen schickt und Keller flutet gehen Sie jetzt gleich zum Nachbarn und drehen ihm unbemerkt im Keller den Wasserhahn auf? Nach ihrer Logik müssen Sie das unbedingt machen!

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      • Alex sagt

        Dich meinte ich auch gar nicht 🙂 . Bis auf die Tatsache, dass man seine Arbeit – wenn auch nicht aus freien Stücken – zwar aussuchen kann, wird man von dieser auch ausgebeutet. Das geht alles auf Kosten von Familie, Freizeit und Co. Aber dann man auf den Gegenwert i. d. R. angewiesen ist, lässt man sich eben ausbeuten. Tiere haben die Wahl leider nicht, deshalb fällt es in die Verantwortung der Bauern (und auch der Verbraucher – da wären wir wieder beim Thema!) für ein angemessenes Geben-Nehmen zu sorgen. Wenn das subjektive Wohlbefinden da ist, geht man schließlich auch lieber zur Arbeit. Und ich denke, dass ein möglichst tiergerechtes Dasein, angelehnt an die natürliche Lebensweise, z. B. als Kuh auf der Alp von Alois da nicht das schlechteste Tauschgeschäft ist. An dem Wort Ausbeutung mögen sich da sicher einige stören aber ich sag mal stattdessen: es handelt sich eben um „Nutz“Tiere – von Nutzung. Ausnutzung ist mir da fast schon wieder ein bisschen weit gegriffen aber gehört definitiv zur Wortfamilie ^^

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  5. Bauer Willi sagt

    Herr ***, woher beziehen Sie Ihre Kenntnis? Sind Sie Landwirt? Vermutlich trinken Sie keine Milch, essen keinen Joghurt und erst recht keinen Käse. Und auch wenn Sie nur Ziegenkäse essen: ist dass Ihrer Ansicht nach ethisch erlaubt? Da ich den Betrieb kenne: ja, er verfügt nur über Grasland weil dort sonst nichts anderes wächst. Erlauben Sie ihm somit, dass er dort Kühe hält und sich um die Kälber kümmern darf? Trotzdem vielen Dank für Ihre Meinung, die typisch ist für den schizophrenen Verbraucher: fordern und anklagen, aber billig einkaufen.
    Bauer Willi

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      1. wir kapern nicht, sondern importieren von der zugehörigen FB-Seite.
      Diesen Post haben sie auf den HIER veröffentlichten Artikel in FB gepostet.
      2. Der Artikel ist genau von mir! Und ich bin ein Teil von bauerwilli.com

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  6. Alois Wohlfahrt sagt

    Aha, es ist jetzt also schon inkorrekt als Bauer zu zeigen, dass man seinen Tieren Gutes tut. Kann ja nicht sein, weil es doch erst im Fernsehen kam, dass jede Kuh ausgebeutet wird. Das stimmt aber nicht.
    Selbst Tanja Busse bestätigt in ihrem Buch „Die Wegwerfkuh“, dass bei vielen Landwirten immer noch eine tiefverwurzelte bäuerliche Handlungsethik da ist.
    Nach dieser Handlungsethik ist es normal, dass man als Bauer um das Leben eines Kälbchens kämpft, auch wenn der Marktwert nur noch wenige Euros sind.
    In der Tat, diese „Rettungsaktion“ des Kalbes war eigentlich nach den Gesetzen der Marktwirtschaft Unsinn. 4 Leute waren unterwegs mit insgesamt 12 Arbeitsstunden, 2 PKW, Viehwagen und 50 km Fahrstrecke sind tatsächlich sehr viel Aufwand für ein Kälbchen, das vielleicht noch 80 EUR wert ist.
    Aber das ist mir egal. Es war für uns die pure Freude das Kalb zu finden und zu bergen. Als Hirte habe ich tatsächlich den Anspruch, dass es meinen mir anvertrauten Tieren sehr gut geht.
    Wenn das vom Standpunkt eines Konsumenten oder Moraltierschützer aus lächerlich ist – bitteschön, dann lacht doch darüber.
    Alois

    6+

    • Biobauer Andreas sagt

      Alois, JEDE Kuh in der Landwirtschaft wird ausgebeutet, oder schlachtet ihr eure Rinder/Altkühe etwa nicht? Was ist das anderes als „ausbeuten“?

      TIPP: machs wie ich und beende die Ausbeutung, werde Gnadenhof!

      Gruss Biobauer Andreas

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        Hallo Andreas,
        ich war einmal auf mit einem Vereinsausflug auf dem Gnadenhof „Gut Aiderbichl“. So viel tierisches Leid hatte ich vorher noch nie gesehen. Mich hat das nicht überzeugt.
        Ich schäme mich nicht Tiere zu nutzen, also auch zu schlachten. Aber die Zeit, die sie bei mir verbringen, da soll es ihnen gutgehen, da sollen sie auch ihren Spass haben.
        Alois

        1+

        • Biobauer Andreas sagt

          wenn Du Alois Tiere nutzt ist das dann kein Ausnutzen? meines Erachtens sind das nur Worte. Ich bin froh, nicht mehr schlachten zu müssen, aber respektiere Kollegen wie Hermann Maier die das mit Kugelschuss auf der Weide höchstschonend machen und deren Tiere davor ein freies Leben in einem natürlichen Herdenverbund hatten.

          Alois, ich möchte ungerne Deine Tierhaltung untersuchen und dann kritisieren, denn ich weiss Du gehörst mit Sicherheit zu den Besseren und würden es alle so machen, ginge es deutschen Rindern deutlich besser. Nur an Deiner Abneigung zu behornten Tieren solltest Du arbeiten. Meine Einladung auf die Alpe Sonnhalde gemeinsam mit Willi steht immer noch!

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          • Alois Wohlfahrt sagt

            Hallo Andreas, philosophisch betrachtet ist Dein Leben hier auch ein Ausnutzen von Mutter Erde. Ob ich nun Luft, Pflanzen oder Tiere nutze um zu leben dürfte von der Schöpfung her betrachtet gleichwertig sein. Was die Sache brisant macht, ist die einseitige Übernutzung von uns Reichen, wenn wir (nicht nur die Landwirtschaft) natürliche Ressourcen soweit ausbeuten, dass sie zerstört werden. Unser gigantischer Reichtum basiert nämlich darauf. Solange ich als Bauer Kühe halte um mich und meine Familie zu ernähren, ist es in Ordnung. Wenn ich aber immer mehr Kühe halten muss um auch noch die Renditen von Banken, Handel, Börsen, Schnäppchenjägern etc. zu bedienen, dann werde ich zum Getriebenen, der Dinge tut, die verwewrflich sind. Und da ist die Landwirtschaft leider auf dem besten Weg dorthin. Mir hallen immer noch die markigen Worte nach dem Quotenende in den Ohren, wo viele Bauern sich einbilden sie könnten in Zukunft China ernähren. Dass sie da in den Wettbewerb mit den Australiern einsteigen, die tatsächlich neugeborene Kälber einfach erschießen (dürfen), das ist den meisten nicht bewusst. Ich jedenfalls werde weiterhin für jedes Kalb kämpfen, auch wenn es später mal Milch gibt und als Altkuh geschlachtet wird.

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            • Biobauer Andreas sagt

              Alois, Du bist ja ein WSR (WirtschaftsSystemRevoluzzer)! Stimme Dir 100% zu, die Islamisten haben uns eines voraus, das Zinsverbot!
              Naja bis auch die Sache mit dem Schlachten, der Unterschied zwischen Umwelt, Pflanzen etc. zum Tier ist eben dass nur Mensch und Tiere Bewusstsein und Schmerzempfinden haben, daher ist Gewaltverzicht gegen Tiere eher religiös als philosophisch zu begründen. Für mich als Buddhist ist es eine Frage des Karma und wie sagte Euer Herrgott „Du sollst nicht töten.“ und nach dem Evangelium der Esener war Jesus Vegetarier.

              entspannte Grüsse, heut nacht hat es seit Wochen endlich geregnet und das ohne Hagel vorher, der dem abreifenden Dinkel schwer geschadet hätte. Aber der 2. (und letzte) Schnitt wird nicht viel hergeben..

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            • bauerhans sagt

              „Für mich als Buddhist“

              ..dafür bist du aber ganz schön aufgeregt…
              du solltest mal deine mitte suchen.

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            • Alois Wohlfahrt sagt

              Nein Andreas, ich bin kein Revoluzzer. Mir geht es darum Zusammenhänge bewusst zu machen. Um nochmals das Beispiel Milch aufzunehmen. Wer sich dafür entscheidet für die Weltmarkte zu produzieren, der muss sich bewusst sein, dass er selbst die Entscheidung trifft und dann mit gigantischen Milchfarmen weltweit in Konkurrenz tritt. Wenn dann bei uns riesige Ställe und andere „internationale Produktionsmethoden“ keine Aktzeptanz finden, dann ist da nicht einfach der Heilige Geist dafür verantwortlich. Jeder möge selbst entscheiden wohin der seinen Bauernhof hinlenken will, dann aber auch nicht andere dafür verantwortlich machen, wenn nur noch ein Milchpreis auf niedrigstem Weltmarktniveau dabei herauskommt.

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            • Biobauer Andreas sagt

              das ist doch genau der Punkt. Wir können hier nicht zu Weltmarktbedingungen produzieren und wollen das auch nicht und dennoch wird es fortwährend runtergebetet (um mal bei spiritueller Sprache zu bleiben)

              Ohne einmalige und laufende Subventionen käme kein Bauer auf die Idee einen Stall für 500 Kühe zu bauen, aber Dein Nachbar würde seine 10 behornte Schätzchen auch ohne Subventionen melken.

              Die Subventionen zahlt aber der Bürger und der findet „Massentierhaltung“ mit 500 Kühen eher zum kotzen

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        • Biobauer Andreas sagt

          Ja Willi,
          aber ich schlachte nicht und züchte nicht, gebe also auch keine Tiere ab, nun rätsel mal schön wie das geht…
          Nur soviel: ich setze mal eben die biologischen Grundregeln der Säugetiere ohne Tricks und Chemie ausser Kraft…

          Gruss von den glücklichen Ziegen und dem dank schlachtfreiem Leben noch glücklicheren Biobauer Andreas

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          • Ideo sagt

            Hallo Biobauer Andreas,
            sie setzen die biologischen Grundregeln ausser Kraft?
            Sind diese nicht eigentlich schützenswert?

            Könnten sie noch etwas mehr dazu schreiben? So ist es wirklich missverständlich.

            Danke und Gruss

            1+

          • Biobauer Andreas sagt

            An Ideo, ich setze ausser Kraft was Menschen als Grundregeln über Säugetiere annehmen, d.h. ich entlarve einen bisher weitgehend im Konsens angenommenen Irrglauben.

            Konkret: ich melke Ziegen, ohne dass diese aktuell zuvor eine Geburt hatten, die letzten Geburten liegen Jahre zurück und dennoch geben sie im ab Spätfrühjahr Milch, wie sonst auch.

            Au Mann jetzt hab ichs dem Willi verraten 🙂

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  7. Zum Glück hat euer Hund eine feine Nase und einen guten Instinkt.
    Dem Kälbchen und der Mutter wünsche ich gutes Gedeihen und dem Hirten Alois und seiner Familie einen schönen Alpsommer.

    Der Franz aus dem Allgäu

    2+

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