Alois
Kommentare 51

Die Natur in Schach halten…

Hier ist der Alois: Ich war vorgestern auf meiner Alpweide und habe Brombeeren und Dornbüsche gemäht. Wenn ich die Weide der „Natur“ überlasse, gibt es bald die offene Kulturlandschaft (auch für die Urlauber) nicht mehr. Richtig oder falsch?

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51 Kommentare

  1. Altbauer Jochen sagt

    Man kann die Natur auch „gewähren“ lassen ,
    irgendwann streifen wir dann alle wie die Neandertaler
    durch`s Unterholz und suchen nach Beeren
    und Pilzen um uns zu ernähren. (Haben die eigentlich schon Fleisch gegessen?)
    Zur „Technikbesessenheit“ der Bauern denke ich, wenn die
    Büromenschen wieder an ihrem Arbeitsplatz die Karteikarten
    aus dem Regal ziehen, den Federhalter ins Tintenfass tauchen
    und damit die Geschäftspost erledigen dann könnte es sein
    das die Bauern auch wieder mit Pferden ackern.
    Technikbesessenheit ist keine Bauernkrankheit
    sondern Folge einer Entwicklung die an keinem vorbeigeht.
    Außer man lebt wie ein Emerit.

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    • Sabine sagt

      Die Neandertaler waren überwiegend als Jäger spezialisiert auf die großen Tierherden. Sie haben vermutlich sehr viel mehr Fleisch gegessen als wir heute. Man streitet sich ja noch, ob der Neandertal nicht einfach eine Variante des modernen Menschen war und durch Vermischung mit dem modernen Menschen verschwunden ist. Es gibt bisher keine Anzeichen, dass wir sie ausgerottet haben. Einige Theorien gehen davon aus, dass gerade diese Abhängigkeit von tierischem Protein oder vllt. auch eine geringere Geburtenrate bzw. schlechte Fruchtbarkeit durch ein defekt des Y-Chromosoms zum Aussterben führte. Wahrscheinlich haben wir Europäer vom Neandertaler sogar unsere helle Haut geerbt. Man nimmt an, dass wir ca. 1% unseres Erbguts von ihnen haben. Von dem grunzenden, gebückt laufenden Neandertaler hat sich die Forschung ja schon länger verabschiedet. Der ist wohl nur entstanden, weil man das mit der Zuordnung von Skelettfunden in der Vergangenheit nicht so genau genommen hatte. Gerade die Rassetheoretiker hatten keinen Platz in ihrem Weltbild für einen weiteren frühen Menschen, der intellektuell gleichwertig und uns aber körperlich überlegen war.
      Dass es nicht immer in unserer Geschichte um Krieg, sondern öfters um Kooperation ging, ist ein schöner Gedanke. Gerade in unseren so kriegerischen Zeiten. Ich fand Sykes „Sieben Töchter Evas“ auch sehr erhellend, denn er vermutet, dass Entwicklung vom Jäger und Sammler zu Viehzüchtern und Ackerbauern auch weniger kriegerisch erfolgte, wie früher angenommen. Wenigstens erzählen unsere Mitochondrien von einer friedlicheren Entwicklung.

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  2. Absolut richtig . Das ist Kulturlandschaft , vom Menschen geschaffen. Und wenn der Mensch es nicht erhält, gibt es das irgendwann nicht mehr . Viele nicht-Landwirte verstehen das nicht wirklich. Gehen in dieser Kulturlandschaft wandern, lassen sich verzaubern und entspannen sich. Das die Menschen , die das erhalten davon leben und das eben nicht selbstverständlich ist, wird oftmals nicht verstanden …..

    5+

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Ja, sehr guter Beitrag. Die Probleme kenne ich. Darum ziehen wir so früh wie irgendmöglich hoch. Der Film zeigt auch, dass mit übertriebener Extensivierung mit dem „allgemeinen Umweltschutz-Gedanken“ auch das Gegenteil erreicht werden kann. Gut gemeint, ist eben noch lange nicht gut!

      1+

  3. Die Auseinandersetzung mit der Natur ist weder als „Kampf“ noch als „Versöhnung“ zu begreifen, sondern als Herausforderung. Die Entwicklung des Lebens stockt, wenn der Lebensraum allzu feindlich ist. Noch geht sie weiter, wenn der Lebensraum die darin Lebenden pampert. Evolution ist Entwicklung.

    Wenn ich auf die Herausforderungen, die das Leben oder die Natur stellen, meine persönliche Antwort gebe, erfüllt mich das mit Zufriedenheit, bisweilen sogar Glück. Im Falle des Scheiterns zumindest mit Gelassenheit.

    Wenn ich mich mit einem Projekt beschäftige, das mir am Herzen liegt und in dem ich mich persönlich verwirkliche, ist es mir so ziemlich egal, ob unterm Strich ein finanzieller Gewinn dabei rüberkommt oder nicht.

    Die Vertechnisierung verhindert zunehmend persönliche und kreative Antworten. Wer die von der Natur gestellten Herausforderungen nur mit Technik und noch mehr Technik beantwortet, gibt keine persönliche Antwort, sondern die Antwort von Herrn Fendt oder Herrn Deutz oder die Antwort des Wissenschaftlers, der mittels Genschere das Saatgut präpariert hat.

    Das sind Antworten von anderen Leuten, nicht die eigenen. Kreativ sind in diesem Fall Herr Fendt und Herr Deutz, aber nicht der Bauer, der den Traktor fährt. Die Herren Ingenieure und die Herren Gentechniker sehen es mit Genugtuung, welchen Einfluss sie mit ihrer jeweiligen Antwort auf die Gestaltung der Welt insgesamt haben, während die, die Technik nur benutzen, ja nur Ausführende sind, nicht viel mehr als ein verlängerter Arm der benutzten Maschine.

    Werkzeuge wie Hammer oder Sensen haben in diesem Sinne keinen „Erfinder“, sondern sind in der Tradition gewachsenes Allgemeingut. Mit Beginn der Neuzeit ist hier etwas anders geworden. Technische Erfindungen sind nun namentlich bekannten Individuen, einer Gruppe von Individuen oder einer Firma zuzuordnen.

    An den Antworten auf die Herausforderungen sind nur noch die wenigen beteiligt, die eine technische Ausbildung durchlaufen und in ihrem jeweiligen Spezialbereich etwas Außergewöhnliches leisten.

    Was passiert, wenn man die technisch vorgefertigte Antwort gibt und dann trotzdem nicht den erhofften Gewinn macht, sondern, im Gegenteil, erst recht ums Überleben kämpfen muss, das zeigt unter anderem der vielzitierte „Strukturwandel“.

    Von anderen übernommene Antworten beeindrucken niemanden. Außer dem Bauern selber beeindruckt es niemanden, wenn er mit seinem Riesentraktor über die Felder fährt.
    Ebensowenig beeindruckt es jemanden, wenn ein elektronisches Instrument den Bauern über den Gesundheitszustand seiner Kuh aufklärt. Wozu braucht man da überhaupt noch Bauern? Ein selbstfahrender Riesentraktor tut es auch.

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    • bauerhans sagt

      „Ein selbstfahrender Riesentraktor tut es auch.“

      das auge des bauern mästet das vieh und bringt erträge vom acker.

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      • Das „Auge des Bauern“ wird zunehmend elektronisch. Das vermittelt mir zumindest dieser Blog hier. Ich wusste bislang nämlich nicht, wie technikbesessen Bauern sind. Obwohl ich es mir eigentlich hätte denken können, angesichts der Maschinen, die man heute so auf dem Acker sieht.

        Wenn ich als Verbraucher das Dreifache oder Fünffache für meine Lebensmittel bezahlen würde, würde der Bauer, so wie ich ihn auf diesem Blog kennenlerne, dafür doch wieder nur die neueste Technik in Form einer Unkrauthackmaschine oder einer Schosserzieher-Drohne kaufen.

        Am „Wachsen oder Weichen“ würde sich nicht das Geringste ändern. Es würden auf einem noch höheren Technikniveau haargenau dieselben übrig bleiben, die bei dem aktuellen Strukturwandel auch jetzt übrig bleiben. Also was soll’s?

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        • Mark sagt

          Technik besessene Bauern. Jahrzehnte lang wird der Bauer als zurückgebliebener, dümmlicher, altmodischer, nicht entwicklungs- und lernfähiger Eigenbrödler dargestellt. Was natürlich immer schon falsch war. Nun erkennt man entsetzt, das die Bauern die neueste Technik einsetzen und sie ihre Produktivität steigerten wie kaum ein anderer Wirtschaftsbereich. Der Strukturwandel, d. h. das Freisetzen von Arbeitskräften für andere Wirtschaftsbereiche und die Produktivitätssteigerung mit der Folge, dass die relativen Ausgaben für Nahrungsmittel in den Verbraucherhaushalten drastisch zurück gingen und für andere Konsumgüter enorm Geld zur Verfügung stand und steht, war die Grundvoraussetzung für das sogenannte Wirrtschaftswunder. Für diese Leistung werden die Bauern nun schon wieder angepisst, indem man ihnen Technikbesessenheit vorwirft. Toll.

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          • Paulus sagt

            @Mark
            Die Bauern werden überhaupt nicht als technikversessen angepisst. Das halte ich für großen Quatsch und da muss man hier geäußerten philosophischen Ergüssen nicht unbedingt folgen. Wenn die Wahrnehmung mancher Bürger so sein sollte, mangelt es nach meiner Auffassung an der Kommunikation. Die Leute bekommen doch gar nicht mit was tatsächlich auf dem Acker oder im Stall geschieht, bzw. welche Techniken da angewendet werden und es interessiert sie auch eher peripher.
            Nein, sie sehen nur wenn (sehr vereinfacht dargestellt) ein großer Schlepper mit einem großen Güllefass durch die Ortschaft knallt und es anschließend stinkt. Das ruft selbstverständlich Unbehagen und Ressentiments hervor.
            Wie einfach wäre es wenn der Ortsbauer die Vertreter der lokalen Presse vorher informieren würde um ihnen die Notwendigkeit zu erklären, dass zu bestimmten Zeiten gedüngt werden muss und dass die Verwendung organischen Düngers bestimmte Vorteile hat.

            Die Lokalreporter hätten mal was Sinnvolles zu schreiben und könnten in dem Zusammenhang auch noch die Analysewerte der Wasserversorger veröffentlichen. Bei den Bürgern könnte man damit Verständnis hervorrufen und das Verhältnis wäre entspannt. Das kann doch nicht so schwer sein und ist nur ein kleines Beispiel für eine Vielzahl von Möglichkeiten anscheinend notwendiger Kommunikation.

            Als Nächstes beschäftigen wir uns jetzt mit ein paar abgebissenen Schweineschwänzen im Stall einer Frau Ministerin aus NRW. Das ist politisch und gesellschaftlich ja auch von hoher Relevanz. Ich bitte das jetzt nicht falsch zu verstehen.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          „Technikbesessen“ ist vielleicht ein bisschen zuviel. „Technikbegeistert“ trifft es besser. Als Bauer will man seine Arbeit produktiv erledigen und greift deshalb bereitwillig zu allerhand Werkzeug. Durch die immensen Fortschritte der technischen Entwicklung hat der Bauer nun viel mehr Möglichkeiten Technik einzusetzen. Er wird also produktiver. Doch Technik kostet. Der Mannsholt-Plan aus den sechzigern hatte das „Wachsen oder Weichen“ ganz klar so begründet, dass die Betriebe deshalb wachsen müssen, damit sie sich die Technisierung leisten können. Also, damit der Bauer einen Traktor kaufen kann, muss er mehr Fläche bewirtschaften und mehr Vieh halten. Wer zu klein ist, gibt auf und geht als Arbeitnehmer zum malochen. Der Aufnehmende muss aber erst seinen Traktor bezahlen. Dafür nimmt er einen Kredit auf. Der Kredit ist dann abbezahlt, wenn der Traktor kaputt oder technisch veraltet ist. Also kauft er einen technisch noch besseren Traktor, der noch viel teuerer ist und damit er sich theoretisch rechnet, muss er noch viel mehr Fläche und Vieh anschaffen. Und selbstverständlich nimmt er für diese Wachstums- und Gewinnaussichten wieder einen, und noch größeren Kredit auf. Der laufende Kredit verhindert auch, dass der Bauer aus dieser Spirale aussteigt. Denn beim Ausstieg aus der Spirale muss er trotzdem den Kredit zurückbezahlen. Also, als malochender Arbeitnehmer noch den Kredit für den Traktor abbezahlen, obwohl der schon kaputt ist oder unter Wert verkauft werden musste. Also wählt er die Flucht nach vorne: Nochmals neueren und technisch besseren Traktor und noch mehr Produktionseinheiten (ab dann ist das Tier nur noch eine betriebswirtschaftliche Produktionseinheit) und noch mehr Kredite. Und dieses Spiel geht nun seit 70 Jahren und nennt sich Strukturwandel.
          Aber wer gewinnt bei diesen Strukturwandel?
          Wenn ich mich an unsere alte Sennereigenossenschaft im Dorf erinnere, dann hatten um 1980 ca. 10 Familien ihr Auskommen mit 1 Mio Liter Milchmenge, die alles zusammen dort anlieferten und verarbeiteten. Heute „schütten“ 2 Betriebe diese 1 Mio Liter Milch. Die Betriebe sind hochmodern, teilweise mit Melkroboter. Aber jeder Betrieb hat auch noch „Urlaub auf dem Bauernhof“, damit es für die ganze Familie reicht.
          Also kann man schon mal ganz provokant fragen: Was hat’s gebracht?

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          • bauerhans sagt

            „Was hat’s gebracht?“

            mein nachbarbetrieb wurde bis 1968 überwiegend mit pferden von einer frau bewirtschaftet!
            notgedrungen,wegen fehlender arbeitskräfte,war 1962 ein trecker angeschafft worden,der von einem anderen nachbarn nach feierabend gefahren wurde,weil die landwirtin angst vorm treckerfahren hatte.
            die landwirtin liebte ihre kühe,züchtete rinder für die auktion,die aber nie auskömmliche preise einbrachten.
            sie hatte von ackerbau keine ahnung,von pflanzenschutz sowieso nicht.
            durch erbschaft kam der betrieb in andere hände und musste 1968 aufgegeben werden,weil sonst die pleite gedroht hätte.
            wer nicht mit der zeit geht,geht mit der zeit.
            die landwirtin ist 92 jahre alt geworden, versuche meinerseits zu ergründen,warum sie so gewirtschaftet und vor allem,warum sie täglich so schwer gearbeitet hatte,obwohl nur minus dabei raus gekommen war,waren kläglich gescheitert.

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            • Inga sagt

              Ja, bauerhans,

              Also war die Frau nicht ausgebildet, also keine Landwirtin, sondern nur eine Bäuerin.

              Die große Technisierung von ca 1950 an, und wer seit dem nicht ausgebildet wurde, der mußte weichen. Weil er mit der neuen Technik nicht zurecht kam.

              Also die Frau hat dachte, was man sät lässt Gott schon wachsen. Genau wie ein Leihe oder Nichtlandwirt.

              Vielleicht hatte sie keinen anderen Beruf, denn früher war es ja nicht üblich, dass Frauen Berufe erlernten.

              Nach dem Krieg, wo man nur Not kannte, war ein Bauernhof ein geborgenes zu Hause, man hatte eine warme Hütte und genügend zu essen!

              Also hat sie deswegen vielleicht den geerbten Bauernhof erhalten, ohne zu wissen, wie man ihn bewirtschaftet.

              Ich denke aus der Zeit kommen auch die Neidgeschwätze gegen Bauern, wie

              viel zu reich

              viel zu große Maschinen

              bekommen ohne Gegenleistung Subventionen

              Bis Tierquäler, Tiermörder oder Umweltverschmutzer

              Was man alles hier liest!

              Der Bauer hat noch den Vorteil nicht arbeitslos zu werden und wenner kein Geld verdient, kann er es in seinem Zu Hause gemütlich machen. Aber das isoliert auch!

              Sie hätte ihn von Nachbarn mit seinen Maschinen bearbeiten lassen sollen und zum gegenwert hätte sie mit der Hand (Rüben hacken, Kartoffel lesen) bei dem Nachbarn auf dem Feld arbeiten können.

              Oder einfacher gegen Entgelt verpachten sollte!
              Ob das nun zum Lebensunterhalt reichte, weiß ich nicht!

              Mich hat mal eine Lehrerin, mit der ich ehrenamtlich zusammengearbeitet hatte, angemacht, sie mente,

              was seid ihr Bauern doch für Leute,

              ich kam als Kind mit Schwester, Mutter und Tante aus Schlesien und wir wurden in Bayern bei Bauern einggewiesen.

              Wir wohnten oben im Haus und die waren so geizig und haben uns nicht genug zu essen gegeben.

              Die hatten uns Kindern lieber Bier gegeben als Milch!

              Da habe ich gefragt, ob sie auch mal geholfen haben.

              Keine Antwort

              Dann fragte ich, was das für ein Bauernhof war,

              sie meinte

              das waren 2 alte Leute, deren Söhne im Krieg waren und hatten 2 Kühe im Stall, die man auch vorgespannt hatte.

              Ich fragte, ob es diesen Bauernhof wohl noch gibt.

              Sie wußte es nicht.

              Denn diese kleinen Bauernhöfe wurden von den Nachkommen, wie deren Söhnen (im Krieg) nach dem Krieg nicht mehr bewirtschaftet, Vielleicht lohnte sich noch nicht mal einen Schlepper zu kaufen.
              Vielleicht hatten sie shocn vor dem Krieg einen anderen Beruf erlernt!

              Ich antwortete ihr, dass die nur einen ganz kleinen Bauernhof hatten und mit dem kann ich mich nicht vergleichen, wenn die Kühe noch ziehen mußten dann konnten die eben nicht so viel Milch geben, wer weiß wieviel Leute noch in dem Haus lebten, wer weiß wie viel sie abgeben mußten, damit die Lebensmittelkarten in der Stadt erfüllt werden konnten!?!

              Denn auf dem Bauernhof, wo ich groß geworden bin, hatten wir zu der Zeit 10 Kühe im Stall und zum Vorspannen hatten wir Pferde.

              Also ich es aufgeregt meinen Mann erzählte, da meinte er, dann hättest du sagen sollen,

              dass die sich einen größeren Bauern ausgesucht haben sollten, wo sie in der Unterschlüpfen konnten!

              Wie kann man denn als Lehrerin nur so unqualifizierte Geschwätze machen?

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @Inga,

              bei mir in der Nähe wurden nach dem Krieg Wohnhäuser gebaut, gefördert mit LAKRA (Landeskreditanstalt) Gelder, dafür mussten die Bauherrn Flüchtlinge auf nehmen. Die Flüchtlinge wussten genau, dass man denen nicht kündigen konnte.

              Die Nachwirkungen des damaligen Verhaltens sind noch heute zu erkennen.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          >> Ich wusste bislang nämlich nicht, wie technikbesessen Bauern sind. <<

          Wie soll die Landwirtschaft in Zukunft aussehen und was für ein Einkommen soll der Bauer der Zukunft zufrieden sein?

          Wo sollen die Deppen herkommen, welche mit der Technik von Mitte des letzten Jahrhunderts Landwirtschaft betreiben?.

          Fragen über Fragen.

          1+

          • Wenn es Technikbegeisterung wäre, dann würde der Bauer vor dem Verbraucher mit seiner Technik protzen und den Verbraucher damit überzeugen wollen. Das tut er aber nicht. Der Bauer führt dem Verbraucher in den seltensten Fällen seinen neuen Riesentraktor vor oder die neueste elektronisch gesteuerte Hühner- oder Schweine- Produktionsanlage.

            Da ist dieser Blog hier wiederum die Ausnahme, und das wahrscheinlich deshalb, weil hier doch mehr Bauern als Verbraucher zu finden sind. Stattdessen zieht der Bauer eine Lederhose und ein Trachtenjankerl an und macht in Naturverbundenheit, die so ja gar nicht mehr existiert. Also handelt es sich nicht um „Begeisterung“.
            Lieber Alois, das ist ein wohlmeinender Euphemismus, und genau das habe ich erst hier in diesem Blog kapiert!!

            Wenn ich als Verbraucher jedoch sowieso nichts anderes als industriell gefertigte Lebensmittel bekomme, warum soll ich dann nicht die billigen nehmen, zumal die Qualität der billigen Lebensmittel ja gar nicht so viel schlechter ist, wenn überhaupt. Der Billigpreis ist eben der Vorteil, den die industrielle Fertigung für mich als Verbraucher hat. Aus welchen Gründen sollte ich auf diesen Vorteil verzichten? Bloß, damit der Bauer sich noch einen größeren Traktor kaufen kann?

            Das Kriterium „Bio“ hat mich persönlich auch nicht überzeugt. Auch „Bio“ ist in der Regel hochtechnisierte Produktion. Zudem sind die Bio-Lebensmittel von der Qualität her oft nicht besser als von konventionellen Bauern erzeugte Produkte. Warum soll ich für ein Produkt, das mich von der Qualität her nicht überzeugt, also mehr bezahlen? Ich zahle nur mehr dafür, wenn mich das Produkt als solches überzeugt. Wenn ich die Verpackung weglasse und Blindversuche mache (ja, das tu ich!), kann ich die Produkte oft nicht auseinanderhalten. Ich halte die konventionelle Ware bisweilen für „bio“.
            Und was dann?

            Soll ich für die Verpackung und für einen Stempel extra was bezahlen? Das Papier schmeiß ich weg. Das nervt mich sowieso: dass ausgerechnet die Bio-Ware voll eingeschweißt ist und es den angeblich Ökobewussten offenbar wurstegal ist, ob sie mit ihren ach so gesunden Einkäufen die Plastikberge vergrößern. Das ist ja bloß ein schlechter Witz.

            Ja, bitte: Die Sache mit der Hörnermilch und solche Unterscheidungsmerkmale finde ich schlichtweg esoterisch. Ich kann die Milch von einer Kuh mit Horn und einer ohne Horn leider nicht unterscheiden. Und dann habe ich zudem einen Film gesehen dahingehend, dass ausgerechnet die Hörnerkühe angebunden werden müssen, weil sie sich im Stall sonst gegenseitig verletzen. Was soll ich von so was halten?

            Beim Fleisch ja, da gibt es in der Tat Unterschiede, und das ist dann auch ein Kriterium für mich. Aber hier liegt der Unterschied im Produkt selber und nicht in einem esoterischen Brimborium drum herum. Auf Brimborium habe ich null Bock, und wenn ihr jetzt noch tausend Marken erfindet, um mit der Verpackung und dem Stempel Geld zu machen, werde ich das trotzdem nicht kaufen.

            Was mir jedoch nicht gefällt ist, dass Lebewesen in der industriellen Landwirtschaft mechanisiert werden. Es gefällt mir nicht, wenn Tiere und Pflanzen nach industriellen Anforderungen gestaltet werden und nichts weiter sind als ein Rädchen in einer Produktionsanlage. Es gefällt mir nicht, wenn Lebewesen auf Hochleistung getrimmt werden und abgesehen von dieser Leistung für den Besitzer der Produktionsanlage keinen Wert haben. Es gefällt mir auch nicht, wenn dasselbe mit den Menschen geschieht und die Menschen bspw. schichten und nachts arbeiten müssen, bloß weil es zu kostspielig ist, die Maschine abzustellen. Dieser Prozess, dass Menschen, Tiere und Pflanzen zunehmend einer Maschinenwelt angepasst werden, hat mit „Begeisterung“ schon gleich gar nichts mehr zu tun.

            Meine Technikbesessenheit, sorry, -begeisterung hält sich in Grenzen. Die Vertechnisierung der Welt hat nämlich zur Folge, dass ich als Individuum immer weniger Freiheit habe. Wenn ich heute eine Idee umsetzen will, muss ich mich durch einen Wust von Vorschriften arbeiten, die es vor 50 Jahren nicht gab. Man kann den Menschen die Technik nämlich nicht in die Hände geben, ohne gleichzeitig Vorschriften zu machen, denn mit der Technik und den damit verbundenen Möglichkeiten beeinflussen Menschen das Leben von anderen Menschen viel mehr als es ihnen sonst möglich wäre. Die Bürokratie ist eine FOLGE der Vertechnisierung. Ebenso wie das „Wachsen oder Weichen“ die logische FOLGE und nicht die URSACHE ist. Dieser Mannsholt hat dummerweise Ursache und Wirkung verwechselt.

            Außerdem sehe ich, wie das Land zugebaut wird. Da ist das Dorf, plötzlich gibt es viel Verkehr, dann braucht man eine Umgehungsstraße, dann ziehen die Leute weiter weg, weil ihnen der Schallschutzzaun vor der Nase stinkt, worauf noch mehr Häuser und noch Straßen gebaut werden usw. usw. Daneben entstehen dann an den Rändern von Kleinstädten immer noch hässlichere Gewerbegebiete, die auch wieder ihre Infrastruktur brauchen. Dann die Hochspannungsleitungen und jetzt neuerdings die Windparks usw. usw.

            Seit den 60er und 70er Jahren haben wir in Deutschland gerade mal drei Millionen mehr Einwohner. Diese drei Millionen können nicht für das Ausmaß der Veränderungen verantwortlich sein.

            Das Land ist ein total anderes geworden. In den 60er Jahren gab es überall noch die kleinen Läden. Die Kinder konnten unbeaufsichtigt auf der Straße spielen. Die Bewegungsreichweite von Kindern hat sich mehr als halbiert. Jungs haben heute 25% weniger Muskelmasse als in den 60er Jahren. Das ist die Folge der Vertechnisierung und nicht die Folge von Zuwanderung.

            Die Unterscheidungsmerkmale für eure Produkte greifen an der falschen Stelle. „Bio“ oder „Hörnermilch“ sagen nichts drüber aus, welches Ausmaß an Technik dahinter steckt. „Weidemilch“ sagt da schon mehr aus.

            Wenn ich Kommentare lese wie jetzt der vom Ehemaligen, komme ich zu dem Schluss, dass euch eure Arbeit im Grunde überhaupt keinen Spaß macht. Die einzige Rechtfertigung ist anscheinend Geld. Ja, du liebe Güte: Wenn euch der Umgang mit der Natur sowieso keinen Spaß macht, ist es doch nur gut, wenn so viele pleite gehen. Wenn es die Technik ist, die euch begeistert: Die gibt es nun überall in der Industrie, dafür braucht ihr nicht extra Bauern sein.

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            • Mark sagt

              Mir scheint Dein Kommentar ist eher ein schizophrener Abgesang auf die Moderne. Es scheint bei Dir ein Bewusstseinswandel erfolgt zu sein, oder bis Du nicht Mariane Finger.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Jeder hat so seine Meinung und in diesem Land darf man sie auch breitschlagen.

              Moderne Technik hat weniger mit Technikbegeisterung zu tun, sondern es ist schlicht und einfach eine Notwendigkeit, wenn man Landwirtschaft tut, um seinen Lebensunterhalt zu tun. Nicht nur das, moderne GPS gesteuerte Geräte können zb. auch Düngemittel sparen, da sie in einem Schlag bedarfsgerecht ausgebracht erden können.

              Ein Badener zieht keine Lederhose und ein Trachtenjankerl an, es sei denn er geht auf die Theresienwiese zum Feiern.

              Ob Bauern naturverbundener sind als andere, na ja die einen wollen in der Natur die Freizeit verbringen, der Bauer muss für diese Natur arbeiten.

              Wenn sie industrielle Lebensmittel zu sich nehmen, das bleibt ihnen überlassen, in unserer Familie verzichten wir gerne darauf. Zu behaupten, dass es nur industriell vorgefertigte Lebensmittel gibt, ist absurd, sie sollten mal weniger philosophieren und in das richtige Regal im Lebensmittelgeschäft schauen.

              Um auf den letzten Abschnitt ihrer Post einzugehen,
              noch ist es nicht Verboten, in der Landwirtschaft Geld zu verdienen.

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            • Am Beispiel der Bauern kann man sehen, dass die Technisierung nicht hält, was sie verspricht. Die Bauern sind heute schlechter aufgestellt als je zuvor und zwar gerade WEGEN der Technisierung und nicht TROTZ der Technisierung.

              Die zunehmende Technisierung macht Agrarfabriken und Massentierhaltung und damit den besagten Strukturwandel überhaupt erst möglich. Ohne die Möglichkeiten der Technik hätten wir in Deutschland noch eine Million Bauern. Mich wundert, dass dies niemand aufzufallen scheint, denn sonst müsste der Bauer der Technik gegenüber doch eine weit kritischere Haltung haben.

              Ich gehe noch einen Schritt weiter: wenn der Mensch diesen Weg der Vertechnisierung weitergeht, wird er am Ende des Prozesses nicht nur den Bezug zur Natur, sondern auch seine Selbstbestimmtheit und Freiheit vollständig verloren haben. DAS ist mein eigentliches Thema, das mich interessiert.

              An diesem Prozess der Vertechnisierung, der gleichbedeutend ist mit dem Verlust der Selbstbestimmtheit und dem Verlust der Naturverbundenheit, ist der Bauer offenbar ebenso beteiligt wie der grüne Ideologe und Veganer. Und das versuche ich, begreiflich zu machen.

              Wenn die grünen Ideologen sich dafür einsetzen, Tiere „artgerecht“ zu halten, treiben sie den Prozess der Vertechnisierung voran, denn dieses „artgerecht“ ist eine von Fernsehwelten geprägte Vermenschlichung, die dem Tier nicht entspricht und mit Natur nichts zu tun hat.

              In dieser Forderung nach angeblich „artgerechter Haltung“ erscheint der Tod als Leid und Schreckgespenst, den es zu vermeiden gilt. Töten um des Lebens willen wird hier zu etwas „Bösem“ oder gar Widernatürlichem deklariert. In der Natur hat der Tod aber genau die gegenteilige Funktion: Töten verhindert Leid.

              Deshalb wird der von den Veganern als Vorreiter eingeschlagene Weg grüner Ideologie damit enden, dass unsere Nahrung unter Umgehung von Tieren und Pflanzen künftig direkt im Labor hergestellt wird. Dieser Weg führt logischerweise dazu, dass der Mensch nichts mehr essen wird, was mal lebendig war. Da der Veganer das Töten und damit den Nahrungskreislauf ablehnt, ist er der Natur am meisten entfremdet. Kein Wunder haust er überwiegend in Großstädten.

              Das heißt aber nicht, dass die zunehmende Vertechnisierung der Landwirtschaft nun Naturverbundenheit und Naturnähe bedeutet.
              Tatsächlich bin ich schon überrascht, welche Begeisterung Technik hier auf diesem Blog auslöst. Und das, obwohl die Technik für den sog. Strukturwandel verantwortlich ist.

              Solange jeder Hauch von Technikkritik jedoch mit einem Rückfall in die Steinzeit (siehe Altbauer Jochen) oder mit Schizophrenie (siehe Mark) identifiziert wird, ist an eine Lösung des Dilemmas auch nicht mal ansatzweise zu denken. Denn um ein Problem lösen zu können, muss man es erstmal als solches erkennen.

              Wer nicht für die Bauern ist, ist gegen die Bauern. Und wer nicht gegen die Bauern ist, ist grün und vegan. Das ist Schubladendenken. Aber Schubladendenken hat noch nie weiter geführt.

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            • Mark sagt

              Es geht hier nicht um einen Hauch von Technikkritik, sondern schon um grundsätzliches. Wenn Du behauptest, die Landwirtschaft würde aufgrund der Technisierung so übel dastehen, wie sie angeblich dasteht, dann solltest Du erläutern, wie sie denn ohne die Technisierung dastehen würde. Schizophren ist, wenn man behauptet die zunehmende Technisierung würde mit dem Verlust an „Selbstbestimmtheit und Freiheit“ einhergehen und dies dann in modernsten technischen Kommunikationsmedien kundtut, welche eine bisher nicht gekannte „Meinungsfreiheit“ bietet mit gleichzeitiger weltumspannender Verbreitung.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Der Ansatz der Politik war, in Europa darf es nie mehr Hunger geben. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Milliarden von Geldern in die Landwirtschaft gepumpt. Entweder machste diese Politik mit, oder man ist gleich weg vom Fenster.
              Jetzt zu behaupten, mit dem Ackergaul statt Technik gäbe es noch 1 Million Bauern, das kann nur von einem kommen, der keine Ahnung hat.

              Wie sie schon richtig schreiben:
              Denn um ein Problem lösen zu können, muss man es erstmal als solches erkennen.

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            • bauerhans sagt

              „..obwohl die Technik für den sog. Strukturwandel verantwortlich ist.“

              das stimmt nicht,sondern wirtschaftsentwicklung,bildung,ausreichende ernährung,gesundheitsvorsorge und weniger kriegerische auseinandersetzungen sind für den strukturwandel verantwortlich.

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            • Inga sagt

              „Wenn es Technikbegeisterung wäre, dann würde der Bauer vor dem Verbraucher mit seiner Technik protzen und den Verbraucher damit überzeugen wollen. Das tut er aber nicht. Der Bauer führt dem Verbraucher in den seltensten Fällen seinen neuen Riesentraktor vor oder die neueste elektronisch gesteuerte Hühner- oder Schweine- Produktionsanlage.“
              Und das geht nur mit der neusten Technik die auf dem Markt ist, und dabei denken wir nicht daran, dass wir Euch Verbraucher mit unseren dicken Schlepper neidisch machen wollen, denn dazu haben wir gar keine zeit. Was arbeitest du, wie teuer ist dein Arbetsplatz und wer finanziert den?

              Wenn du die billigen aber guten Lebensmittel ohne schlechtes Gewissen kaufst, dann begünstigt du die Massentierhaltung und die Ausnutzung unserer Natur (Gülleproblem u. a.).

              Wir Bauern kreieren kein Marken, das macht nur der Handel, hast du den Gordischen Knoten von Bauer Willi nicht gelesen?

              „Das mir jedoch nicht gefällt ist, dass Lebewesen in der industriellen Landwirtschaft mechanisiert werden. Es gefällt mir nicht, wenn Tiere und Pflanzen nach industriellen Anforderungen gestaltet werden und nichts weiter sind als ein Rädchen in einer Produktionsanlage. Es gefällt mir nicht, wenn Lebewesen auf Hochleistung getrimmt werden“

              Jetzt weißt du wie billige Sachen hergestellt werden! Deswegen kannst du dich freuen so billig einkaufen zu können!

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          • Inga sagt

            >> Ich wusste bislang nämlich nicht, wie technikbesessen Bauern sind. <<

            Warum sind die Technikbesessen?
            Die sind nicht mehr technikbesessen als andere in unserer Gesellschaft!

            Sie nutzen nur die auf den Markt kommende Technik, wie die anderen Berufsgruppen auch!
            Man denke nur an die technischen Erneuerungen bei Auto, Bahn und Flugzeug.
            Eben Maschinenbau, Elektrik und auch Elektronik bis zur EDV!

            Schlaue landw. Deppen können dann auch mit der neuen Technik die Natur erhalten, wen sie die Acker-,bzw Schlaggröße von 1960 (incl. mit Hecken und Bächen dazwischen) bewirtschaften vielleicht noch andere naturschützende Techniken dazu entwickeln, aber die Kosten dafür müssten dann die Verbraucher zahlen, entweder durch die teureren Preise ihre Lebensmittel oder durch Subventionen von ihren Steuergeldern. Dann haben sie aber geholfen die Umwelt ein Stück weit zu retten!

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  4. Paulus sagt

    Hallo Alois, das kurze Video ist wie immer informativ. Ich hätte mir allerdings mehr Einzelheiten, bzw. Nahaufnahmen statt Finger gewünscht.
    Mit den Brombeeren haben wir in der offenen Landschaft auch so unser Problem. Brombeerhecken bieten aber auch Vorteile anderer Art. Sie sind undurchdringbar und wirkungsvoller als Natodraht. Nachdem wir unser ländliches Anwesen an dem wir nur an Wochenenden sein können, an früher zugänglichen Stellen mit Brombeeren bepflanzt haben ist dort Schluss mit Einbrüchen. Das einzige Tor in der Durchfahrt konnte ich relativ einfach sichern.
    Die Anregung mit den Brombeeren stammt übrigens von der belgischen Gendarmerie.
    Die Anpflanzung von Brombeeren, vermischt mit Pflanzen der Art Rosa Rugosa ist auch an Wegstrecken sinnvoll, an denen die Leute ihre Hunde 2x täglich ausführen. Die Bienen freuen sich, die Leute ernten gerne die Brombeeren, aus den Hagebutten kochen sie Hiffenmark und die Hunde scheißen dir nicht mehr ins Gras. Was will man mehr?
    Die Plackerei mit dem Freischneider und diesem elenden Dornenzeugs bleibt natürlich an dir hängen und ein Glas Marmelade darfst du dafür nicht erwarten.

    1+

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Paulus, sorry für die Finger. Die Idee für das Video ist spontan entstanden und ich hatte ausser meinem iPhone halt wieder mal nichts dabei. Ich wollte das Video erst wegschmeißen, aber Willi meinte, das sei zu schade. In der Tat behandelt es ein Grundthema der Bäuerlichkeit. Due Urbarmachung der Natur, damit sie vom Mensch genutzt werden kann. Das ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Der Bauer erschließt natürliche Ressourcen um davon sich und seine Familie zu ernähren. Er „trotzt“ der Natur Ertrag ab. In diesem Falle nicht Brombeeren, sondern Weide mit dem Ziel Milch und Fleisch zu erhalten. Und als Nebenprodukt entsteht dann auch die von allen so geliebte Kulturlandschaft.

      1+

      • Paulus sagt

        Mein Gott Alois, wir sprechen doch die gleiche Sprache. Das mit den Fingern sollte auch keine Kritik sein; insofern hatte Willi schon recht. Freue mich auf weitere Berichte.

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  5. Du hast halt Glück, Alois, daß das Produkt und die Form Deiner Arbeit der Masse gefällt. Das geht den Kollegen, die auch Fläche brauchen (z.B. Getreide) nicht unbedingt so. Die sollen dann mit Blühstreifen, die auch keine „Natur“ sind, sondern nur eine andere Anbauform,aufhübschen.

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    • Inga sagt

      Wie meinst du das denn, Thea?

      Keiner hat etwas zu verschenken!

      Das geht der Industrie auch so, die muß auch jeden Raum gut ausnutzen!

      Und wenn die moderne Landwirtschaft sich an die Industrie anlehnen soll, muß sie genau so handeln, damit der Betrieb läuft!
      Raum im Stall u. Maschinenschuppen und die Fläche auf dem Acker bis zum letzten ausnutzen!
      Die Ackerrand- oder Blühstreifen sind Verluste, sie werden von Bauern wegen Liebe zur Natur udn Respekt vor Spaziergängern angelegt!

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  6. Lieschen Müller sagt

    Was für eine Polemik: wenn die Natur die Weide übernimmt, gibt es auch kein Heu mehr. Wenn ich wählen darf zwischen Gewerbegebiet mit Autobahn oder ohne, dann nehme ich doch lieber den Wald. Unlogisch, oder?

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      komische Logik: Wenn Du zwischen Weide und Autobahn wählen kannst, nimmst Du den Wald!
      Und was willst Du mir jetzt damit sagen?

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      • Lieschen Müller sagt

        Ich reise tatsächlich sehr gerne in den Rest Natur den es in Europa gibt, ohne Kulturlandschaft. Dafür verzichte ich auf Restaurants, Bänke und dergleichen auf dem Wege. Der Rucksack ist meist schwer, die Wege lang. Und doch, man kommt durch den Wald.

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  7. Völlig richtig. Schön wäre allerdings wenn an Wald-und Wegrändern Brombeeren, Disteln, Brennesseln und Co ein Plätzchen eingeräumt würde die man dann nach Augenmass alle Jubeljahre mal auf den Stock setzt

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  8. Und dazu kann die Öffentlichkeit die „“Dummen Bauern…
    Luft und Wasserverpester.. Lärm und Staubmacher…
    Verkehrs und Wochenende Störer…Tierquälerund Prügelknaben der Nation““ sehr gut gebrauchen…. Ironiemodus AUS. ….

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  9. Natürlich gibt’s bald keine Kulturlandschaft , Wanderwege und Ruhebänkchen mehr. Zuerst die Brennesseln, ( Standortabhängig) dann kommen die Brombeeren, dann höhere Sträucher, dann undurchdringliche Wildnis. Ist ganz normal. Erst wenn der Hochwald sich etabliert kommt man unten wieder halbwegs durch. Aber nicht mit dem Mountainbike.

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        • Sabine sagt

          Altes Gras schmeckt auch den meisten Wilden nicht. Die wollen auch lieber was, was noch genügend Proteine hat. Und wenn man Gras zu lange stehen lässt, ist das auch nicht gut für des Gras. Da lässt recht schnell die Vitalität der Pflanzen nach, die bekommen Pilzerkrankungen oder ersticken sich quasi selber. Selbst meine wilde Blumenwiese will zwei mal im Jahr geschnitten werden, sonst hat sich das sehr schnell mit den Blumen und Kräutern.

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          • Inga sagt

            Vielen Dank Sabine!

            also muß der Alois mähen, damit die Landschaft intakt bleibt, oder?
            Und sich dann dort auch die passenden Wildtiere halten und die dortige Ökologie in Schach halten, oder?

            also 2 mal im Jahr mähen reicht aus?
            Wie wir früher das im Frühjahr gewachsene Gras vor der Blüte (Die Blüte holt Kraft aus d3em Gras, danach verholzt es, ich glaube dann lieben es nur noch Pferde) den 1. Schnitt für Heu mähten und dann dann später nach Johanni im Juli oder August den 2. Schnitt machen, der hieß Grummet!

            Nach Johanni wachsen die Pflanzen nicht mehr so schnell in die Höhe, deswegen ist das Grummet kürzer als Heu!

            Ich dachte immer die Bauern nutzen das aus, um so viel wie möglich getrocknetes Gras auf den Heuboden für denWinter zu bkeommen!

            Aber dann ist es ja auch ökologisch sinnvoll das so zu machen. oder?

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            • Sabine sagt

              Genau diese Schnittfolge hat eine Pflanzengemeinschaft geprägt, die wiederum für ganz bestimmte Tiere attraktiv ist. Denn nur die Pflanzen, die in diesem Rhythmus mit ihrem Vermehrungsrhythmus passen, können sich auf solchen Flächen halten. Natürlich spielt die Bodenqualität, Feuchtigkeit und Nährstoffeintrag noch eine Rolle, aber wo nicht gemäht wird, sind es bei mir vor allem Disteln und Brennnessel, die bald alle anderen Pflanzen überwuchern. Wie ich das Grundstück übernommen hab, hab ich den ersten Sommer damit verbracht Distel auszuziehen, im Moment hab ich für mein empfinden noch etwas zu viel Kuhzunge und Brennnesseln. Wobei letztere regelmäßig von Schmetterlingen dezimiert werden. Aber grundsätzlich werde ich da mehr und früher schneiden müssen.

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            • Marko sagt

              Pferde lieben auch die jungen Pflanzen. Nur stammen sie aus einer Umwelt wo das nicht der Standard war. Die meiste Zeit des Jahres war selbst trockenes Gras bestes Futter. Und irgendwann war es dann alt und verwittert. Dann konnten die jungen Triebe im Frühjahr die Not wieder ausgleichen. Heute haben die Pferde ganzjährig gutes Heu. Dann wird junges Futter auch schnell problematisch, egal wie gut es schmeckt. Trotzdem wird jedes Pferd die Hälfte der Koppel mit dem jungen Futter wählen.

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      • Inga sagt

        Ha ha ha,
        so seid Ihr Städter immer nur ans Geschäft denken, da ist es ja keine Wunder, wenn die Natur auf der Strecke bleibt!

        🙂

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