Bauer Willi
Kommentare 41

Die Bedürfnisse haben sich geändert…

Interessante Zahlen der LK Oberösterreich, die den Anbau und die Erträge von diversen Kulturen in den Zusammenhang mit den Bedürfnissen der Menschen stellt. Die Maslow´sche Bedürfnispyramide zeigt die Grundbedürfnisse wie Essen und Wohnen und der Wunsch nach Sicherheit, die nach dem Krieg oberste Priorität hatte. Mit zunehmenden Wohlstand änderte sich dies hin zu Individualbedürfnissen und Selbstverwirklichung.

Doch wie hat sich dies im Ackerbau niedergeschlagen. Roggen war damals  – in der „guten alten Zeit“ – das wichtigste Brotgetreide und Weizen galt fast als Luxus. Hafer wurde als Futter für die Zugtiere benötigt: die Diskussion über Teller-Trog-Tank wurde nicht geführt, denn  „Pferde-Diesel“ war der Brennstoff für Zugkraft.

In den folgenden Jahren hielten neue Kulturen Einzug, andere verschwanden fast. Die Erträge wurden gewaltig gesteigert. Diese und weitere interessante Erkenntnisse im nachfolgenden Beitrag mit dem Titel: „War früher alles besser?“

https://ooe.lko.at/war-fr%C3%BCher-alles-besser+2500+2606266

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41 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Wenn ich in die alten Zehntabgaben schaue , dann gab es bei uns vor über 150 Jahren nur Gerste , Roggen und Hafer im Anbau. Weizen war fast nicht möglich wegen dem Weizensteinbrand.. Die Ähre sah dann wie Kaffee aus, also nicht zu essen. Erst mit den Beizmitteln kam die Anbauausweitung des Weizens. Der Rückgang des Roggens hat auch damit zu tun , daß der Roggen keine Weltfrucht ist, sondern nur in Deutschland und weiter gen Osten angebaut wird , weil er sehr winterhart ist. Bei der Wirtschaftlichkeit schneidet der Roggen auf sandigen Böden besser , aber auf den besseren Böden schlecht ab. Gerste und Roggen wurden in den letzten Jahrhunderten immer angebaut. Die gezielte Weizenzüchtung legte erst 1850/70 erstmalig auf der Welt in Hadmersleben (bei Magdeburg) los.

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  2. Stadtmensch sagt

    Ich als Pseudointellektueller lese ja auch immer die Bücher, die ich hier verlinke
    https://rezensionen-tiefenpsychologie.de/countdown-hat-die-erde-eine-zukunft
    weil mir die Wikipedia-Tagesschau-Realität einfach zu banal ist.
    Jedenfalls steht da irgendwo im ersten Drittel: die landwirtschaftlichen Erträge, die auf der Schwelle zum 20. Jahrhundert (also ohne Fremdenergie) erzielt wurden, haben 2 Milliarden Menschen ernährt. Da kann man ungefähr abschätzen, was für eine Bruchlandung es geben wird, wenn wir nicht schleunigst versuchen, die Ökosysteme zu stabilisieren und Fremdenergienutzung zurückzufahren, bis wir zahlenmäßig wieder auf ein erträgliches Maß geschrumpft sind.

    The debate led to the creation of what is now known as the IPAT formula. This states that humans’ impact on the environment (I) is the product of population (P), affluence (A) and the impact of technology (T): or I = PAT. An increase in just one of these parameters, therefore, increases our environmental impact.

    Auch ein Fusionsreaktor dürfte hier kaum hilfreich sein, denn wie wirkt sich Abwärme bei den verschiedenen Energieumwandlungen um Struktur bzw. Ordnung zu erzeugen auf das thermodynamische Fließgleichgewicht der Erde aus? Sind Physiker anwesend? 😉

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  3. Lieschen Müller sagt

    Warum wurde Weizen als Luxus betrachtet? Er hatte doch schon immer einen höheren Ertrag als Roggen, laut der Tabelle im Artikel?

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    • Bauer Willi sagt

      Das weiß ich jetzt auch nicht. Aber auch im Rheinland ist der Roggen aus dem Anbau fast vollständig verschwunden. Vielleicht kann ja jemand anders die Frage beantworten.
      Bauer Willi

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      • sonnenblume sagt

        Weizen bringt auf guten Böden sicherlich mehr Ertrag. Roggen bringt auch auf sandigen Böden noch gute Ergebnisse und ist nicht so anfällig bei Trockenheit. Hier wird jedenfalls in den letzten Jahren wieder viel mehr Roggen angebaut.

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        • bauerhans sagt

          seitdem es hybridroggen gibt,der ertraglich deutlich höher liegt,wird wieder mehr angebaut.
          ähnliches gilt für hybridgerste auf sandboden.
          hybridweizen konnte bisher nicht überzeugen.

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      • Bauer Fritz sagt

        Meines Wissens war bei den früheren Weizensorten vor allem die Gefahr von Auswinterung durch starke Fröste (Fröste bis – 20° C und weniger, die es damals wirklich auch noch gab selbst in den tieferen Lagen hier in Oberösterreich entlang der Donau = ca. 250 m Seehöhe) und noch viel mehr dann durch Spätfröste im Frühjahr.

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    • Sabine sagt

      Ich glaube mich zu erinnern, dass der Weizen, den wir heute haben, eine relativ neue Züchtung ist. Es ist etwas verwirrend, weil z.B. der Weizenanbau der Römer immer in der Literatur erwähnt wird, der aber in Wirklichkeit meist Emmer war. Emmer eignet sich weniger zur Brotherstellung und ist ziemlich windempfindlich -weil sehr hoch-, kann aber wohl aufgrund der geringen Feuchte besser gelagert werden als Weizen. Durch Züchtung und Technik hat sich die Weizenanbaugrenze über die Jahre erst langsam nach Norden geschoben. Lange Zeit galt Weizen eigentlich zu wärmeliebend für weite Teile Deutschlands, wo die also die Erträge herbekommen ist mir schleierhaft. Es sei denn, die beziehen sich auf die paar warmen, trockenen Ecken, die wir in Deutschland haben… also Breisgau oder so.

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    • Mark Rössler sagt

      Brotweizen ist in Deutschland vor 100 Jahren nur sehr begrenzt regional zu erzeugen gewesen, der Anbau beschränkte sich auf die besten Bördeböden, während Roggen auf Sand und Lehmböden damals sichere Erträge brachte.
      Weißbrot war das reiche Leute Essen.

      Durch aufwendige Züchtung, gezielter Düngung und dem aufkommenden Pflanzenschutz wächst heute Brotweizen auf den Sandkisten in Deutschland mit guten Erträgen und Qualitäten.
      Ab 1950 stiegen die Erträge beim Weizen exorbitant.
      Mit der neuen Düngeverordnung könnte es eine gewisse Umkehr geben, Brotweizen auf leichten Böden mit der erforderlichen Bilanz wird langfristig schwierig zu erzeugen sein.

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