Medien
Kommentare 50

Die Agrarsubventionen sind in der Kritik.

Prof. Grethe schlägt eine „Gemeinwohlprämie“ vor. Statt Lebensmittel werden Umweltleistungen bezahlt. Zitat: „Das Prinzip ist ganz einfach. Die Gesellschaft muss formulieren, was sie von den Landwirten will – schöne Landschaften, sauberes Wasser, Tier- und Klimaschutz. Und sie muss auch bereit sein, dafür zu zahlen.“
Passt doch ganz gut in die Themenreihe der vergangenen Woche. Was meint ihr zu dem Vorschlag?

http://www.zeit.de/2018/04/landwirtschaft-tierschutz-umweltschutz-eu-harald-grethe

Bild: Facebook

(Aufrufe 676 gesamt, 1 heute)

50 Kommentare

  1. Monique sagt

    Mit den Subventionen lenkt und leitet der Staat in ungeheurem Masse die Landwirtschaft. enorme Kontrolle, Macht, Eingriff und Abhängigkeit wird dadurch geschaffen die sicherlich gewollt ist. Umso grösser ein Unternehmen um besser kann es den Politikern und der Verwaltung ins Ohr flüstern oder macht Drehtüreffekt. Dadurch wird die Branche in engen und vor allem den gewollten Bahnen gehalten und „entwickelt“…

    Soweit ich weiss, lebt ein Mensch drei Wochen ohne Nahrung. Wenn wir Konsumenten nachhaltig unser eigenes Überleben sichern wollen, so sollten wir Sorge tragen zu unserem Ernährer und den handwerklichen Betrieben der Lebensmittelverarbeitung…

    Mit jedem Euro den wir noch frei ausgeben dürfen, entscheiden wir, was wir unterstützen, was weiter existieren darf. Was wir honorieren bleibt. Wir entscheiden nicht bei den Wahlen über unsere Zukunft sondern damit WO wir den Euro dem nächsten in die Hand geben!!!

    Viele Bauern würden in einem anderen Beruf mehr Geld verdienen mit viel weniger Arbeitsstunden und wirtschaftlichem Risiko. Unsere LEBENSWICHTIGE Ernährung basiert auf Leidenschaft und ökonomischer Selbstlosigkeit. Vielleicht sollten wir Konsumenten einmal nachdenken, was alles an Arbeit in einem Lebensmittel steckt, bis im Laden ein Preisschild angeheftet werden kann und dann prüfen ob es sich um einen Preis handelt, den ICH für diese Arbeit erhalten möchte und gerechtfertigt fände… Wenn ich dem anderen nicht das gebe, was ich haben möchte ist der Ruf nach einer gerechteren Welt reiner Selbstbetrug.

    0
    • Oh wie Recht Du hast, Monique

      ist eben viel Idealismus dabei auch wegen der Sorge des eigenen Betriebes, den man erhalten will oder soll,
      aber man hat herausgefunden, dass so die Landwirtschaft viel leistungsfähiger ist, als die im Sozialismus, wo die Arbeit der Bauern eventuell genauso bezahlt wird wie die Arbeit in der Maschinenfabrik!

      0
  2. Öko-Sepp sagt

    Leider wird beim Begriff Agrarsubventionen alles in einen Topf
    geworfen. Der größte Brocken sind AUSGLEICHszahlungen. Zahlungen
    für etwas, was uns vorher weggenommen wurde und für etwas wofür
    wir Gegenleistungen erbringen. Subventionen sind Zahlungen ohne
    Gegenleistung – z.B. auch die Milliarden für das „schnelle Internet“.
    Eine echte Subvention ist z.B. die Dieselbeihilfe, diese gehört schlicht
    und einfach: weg!

    Liebe Kollegen, warum drehen wir den Schuh nicht um? Ein in den Köpfen
    negatives verankertes Thema (Dieselbeihilfe) aufgreifen und mit einer
    Medienkampagne zum Nutzen machen? Selbst bestimmen und nicht bestimmen lassen!
    Von Willi zu Recht oft angemahnt: es fehlen konkrete Vorschläge. Dann los:

    Kampagne: „Landwirte fordern Ende der Dieselbeihilfe“
    Umsetzungsschritte:
    – dem Bauernverband die Lastschrifteinzugsermächtigung beim Beitrag entziehen
    – Crowdfunding Kampagne mit Ziel 200.000 € starten
    – beim nächsten Bauernverbandsbeitrag 5 € abziehen für die Kampagne
    – professionelle PR-Agentur beauftragen

    Ich bin natürlich nicht blauäugig, der Wegfall geht bei größeren Betrieben
    in die tausende €. Was halte Ihr von: Ackerschlepper dürfen danach mit
    Heizöl gefahren werden. (ich hoffe, die neue Motorentechnik macht hier keinen
    Strich durch die Rechnung – Techniker bitte melden/beurteilen!)

    1+
    • bauerhans sagt

      dieselbeihilfe war früher mal ein ausgleich für die im dieselpreis enthaltene steuer,die zum strassenbau benutzt wurde.
      wir fahren ja hauptsächlich aufem acker/grünland .
      da der steueranteil mittlerweile sehr hoch ist,die politiker uns als wähler nicht mehr brauchen,bekommen wir nur noch 20ct. der steuer zurück.
      heizöl ist roter diesel.

      0
      • Öko-Sepp sagt

        @bauerhans – Zustimmung, sachlich völlig richtig. Evtl. hätte ich
        etwas ausholen sollen: das Thema wird in der Öffentlichkeit emotional
        und mit Vorurteilen bewertet. Sachliche Gegenargumente sind ein
        „Medienbruch“, als würde man Radiospots auf Papier ausdrucken und per
        Fax versenden. Ähnliche Rohrkrepierer sind Glyphosat, Gentechnik.
        Den „Gegenüber“ erreicht man auf der gleichen Kommunikationsebene,
        also hier auch emotional = Kampagne DSDE (DieselSubventionenDasEnde).
        …vorrausgesetzt die 3 Bauern unter dem Hut möchten das überhaupt…

        0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      >>. Was halte Ihr von: Ackerschlepper dürfen danach mit
      Heizöl gefahren werden. <<

      Mit dem ehemaligen Bundesfinanzminister Schäuble war das nicht zu machen.
      Dass ausgerechnet ein Finanzminister von der SPD dies einführt, daran glaube ich nicht.

      0
  3. Nicht, wenn die Gemeinwohlprämie zusätzlich bezahlt werden muss, ohne dass es zu einer spürbaren Steuersenkung durch Abschaffung der Agrarsubventionen kommt. Hört sich eher so an, als würde die Politik bloß nach hübschen neuen Worthülsen suchen, um noch tiefer in die Taschen des eh schon überlasteten Steuerzahlers greifen zu können.

    0
  4. Friedrich sagt

    Wie die Subvention,Prämie o.ä. auch heißen mag. Die Öffentlichkeit wird es uns immer anlasten. Die Wissenschaft sollte lieber mal solche Vorschläge unterbreiten , die nicht angreifbar sind. Aus meiner Sicht muß das Geld an der Ladenkasse bezahlt werden . Erst dann sind wir wieder „Freie Bauern“. Alles andere ist Diktatur, Bevormundung und Kontrolle.
    Das wird nur durch den besseren Außenschutz funktionieren. Das Geld muß am Markt verdient werden und nicht von der Kassenlage der Politik abhängig sein. Unseren kaotischen Politikern kann man sowieso nicht vertrauen.

    6+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sie haben insofern Recht, dass ein Betrieb mit Flächen die normal zu bewirtschaften sind, ihre Erlöse voll von der Produktion bekommen müssten.

      Landschaftserhaltung, Biotope usw. kann nie über die Ladenkasse bezahlt werden.

      Wenn man sieht, wie derzeit der Außenschutz In der Schweiz ausgehöhlt wird, in einem Bericht, den der Bundesrat am 1. November veröffentlichte. Darin skizziert die Regierung, wie sie sich die Agrarpolitik ab 2022 vorstellt: Mit offeneren Grenzen und tieferen Zöllen – Szenarien, die bei der Schweizer Landwirtschaft die Alarmglocken schrillen ließen.

      Obwohl am 24. September sich 79 Prozent der Stimmberechtigen Schweizer sich dafür aussprachen das Thema Ernährungssicherheit in der Verfassung zu verankern.

      Solange die Regale in den Verbrauchermärkten voll gefüllt sind, wird sich in Sachen gerechter Bezahlung in Deutschland nichts ändern.

      0
    • „Wie die Subvention,Prämie o.ä. auch heißen mag. Die Öffentlichkeit wird es uns immer anlasten.“

      Besonders weil sie davon keine Ahnung hat, möchte aber.
      Man sollte sich auch hier weiterbilden um mitredenzu können, wenn man sich nicht plamieren will.

      Früher hat der Bauer alles umsonst nebenher mitgemacht (Feld und Flur sauber zu halten u. naturgerecht zu pflegen),
      aber irgendwann (z.B. 1975) konnte sich der einfache Bauer für den Erlös von 1950 keine Landmaschinen mehr leisten, mußte aufgeben, es wurden weniger Landmaschinen gekauft, denn da hingen ja auch Arbeitsplätze dran.
      Die Politik mußte reagieren.
      Und sie füllte den Preis für 1975 mit Subventionen, damit mansihc Mashicnen leisten könnte und damit keiner neidisch wurde, weil ja der Bauer angeblich fürs Nichtstun Geld bekam, erklärte man der Öffentlichkeit, dass diese Subventionen für den Naturschutz und die naturgerechte Pflege der Gemarkung gezahlt wird.
      Also bekam der Bauer für seine Produkte immer noch so wenig wie 1950. aber er wurde für seine Mehrarbeit in der Gemarkung bezahlt und konnte sie Mashicnen zum Preis von 1975 leisten.

      Dafür darf der Steuerzahler die gepflegte Gemarkung auch mit dem Fahrrad genießen.

      0
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Das Problem der Landwirte ist, dass Subventionen an Geschäfte Handel und Firmen meistens nicht an die Öffentlichkeit gelangen.
        Wenn man die Kritiker darauf hinweist, dass zb. der Zuschuss für die neue Heizung, die energetische Sanierung im Wohnhaus und die Milliarden für den ÖPNV auch Subventionen sind, das empfinden die nicht als solche. Wir auf dem Land haben hohe Kosten für das Auto ( KFZ und Mineralölsteuer), in der Stadt fahren die zu einem Spottpreis mit der U und S Bahn.

        1+
  5. „Die Gesellschaft muss formulieren, was sie von den Landwirten will – schöne Landschaften, sauberes Wasser, Tier- und Klimaschutz.“ Die Gesellschaft ist Grethe…

    0
  6. Kann man staatliche Landschaftsgärtnerei noch als Landwirtschaft bezeichnen? Für mich gehört zum Bauern das Unternehmertum und die Freiheit, das eigene Land marktgerecht selbst zu bestellen, zu verpachten, aufzuforsten oder brachliegen zu lassen.
    Alles andere sind Ausstiegsmodelle, die durch staatliche Leistungen verbrämt werden. Bei allen planwirtschaftlichen Ansätzen werden die volkswirtschaftlichen Kosten langfristig aus dem Ruder laufen.
    Wenn man vielfältige Landwirtschaft will, muß der Verbraucher wesentlich mehr bezahlen. Punktum.

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.