Bauer Willi
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Deutschland, wie es isst

Der aktuelle Ernährungsreport 2018 des BMEL ist soeben erschienen.

https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/Ernaehrungsreport2018.pdf?__blob=publicationFile

Wie immer, beruht er auf einer Umfrage. Es wurden 1.017 Personen über 14 Jahre befragt. Ich habe mir mal ein paar Antworten herausgesucht, die ich für interessant halte:

  • 92% ist es wichtig, dass ihr Essen gesund ist, 49% wollen eine schnelle und einfache Zubereitung
  • 72% essen täglich Obst und Gemüse, 30% essen täglich Fleisch oder Wurst, 40% trinken täglich Milch oder Milchmixgetränke, 14% nehmen täglich Nahrungsergänzungsmittel zu sich
  • 57% achten auf preiswerte Nahrungsmittel, 41% auf Siegel, 78% auf Regionalität
  • 91% wünschen sich Ernährungsbildung in Schulen, 42% informieren sich über Lebensmittel im Internet
  • 9% kochen nie, 43% täglich
  • 43% essen mindestens einmal in der Woche außer Haus (Kantine, Imbiss)  74% gehen mindestens einmal im Monat in ein Restaurant
  • Wo wird hauptsächlich eingekauft? 64% Supermarkt, 35% Discounter, 11% Bioladen/Supermarkt, 7% beim Bauern/Hofladen. (Mehrfachnennung möglich)
  • bei einem Basispreis von 10 € pro Kilo, wie viel würde der Bürger für mehr Tierwohl bezahlen?  16% bis zu 12€, 52% bis zu 15€, 23% bis zu 20€, 6% mehr als 20€.
  • Was ist den Menschen an der Landwirtschaft wichtig? 69% artgerechte Tierhaltung, 59% faire Bezahlung der Mitarbeiter, 48% umweltschonende Produktionsmethoden
  • 86% sehen sich als Verbraucher in der Verantwortung, Lebensmittelabfälle zu reduzieren, 52% nutzen Lebensmittelreste besser.

Soweit einige Ergebnisse der Umfrage. Und mehr sage ich dazu nicht. Außer, dass ich die Überschrift eines Spiegel-Artikels vom 3.1.2018 bemerkenswert finde: Deutschland – Volk der Maulhelden.

Hier der Link: http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/ernaehrungsreport-2018-deutschland-volk-der-maulhelden-a-1186067.html

Euer Bauer Willi

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58 Kommentare

  1. Nölle sagt

    „91% wünschen sich Ernährungsbildung in Schulen“

    91% hassen ihre Kinder.

    Wie kann man das Kindern antun wollen? Sie von irgendwelchen strunzdummen Tussies mit DGE-Bescheinigung indoktrinieren lassen?

    Unterricht an staatlichen Schulen hat Ideologiefrei zu sein!

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    • Inga sagt

      Ernährungskunde ist eine wissenschaftliche Disziplin,
      Die Ernährungswissenschaft oder Trophologie ist eine Naturwissenschaft, die sich mit den Grundlagen, der Zusammensetzung und der Wirkung der Ernährung befasst. Sie ist zwischen den Fächern Medizin und Biochemie angesiedelt.

      So, und warum soll es in den Schulen nicht unterrichtet werden?

      Und die Ökotrophologie untersucht die Ernährungswissenschaft mit rein naturwissenschaftlichen Methoden die Vorgänge bei der Ernährung, der Verdauung und beim Stoffwechsel insbesondere des Menschen, aber auch der Pflanzen und Tiere.
      Sogar ein Bauer muß das wissen!

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  2. Wenn ich als Unternehmen solche Zahlen von der Marktforschung bekommen würde, wäre das erstens Grund zur Freude über so viel Marktpotenzial und zweitens Anstoß meine Marke, meine Produkte und meine Strategie zu schärfen. Warum zum Teufel soll es nicht möglich sein, aus einem Bauerngockel von 2,4 kg für 20 Euro einen großen Markt zu schaffen? Aber die Bauern und ihre Vertreter haben nichts anderes zu tun als zum tausendsten Mal über die Verbraucher als Maulhelden herzufallen. Nehmt doch endlich eure Kritiker mit ins Boot. Die Naturschützer stehen auf eurer Seite! Beispiel Slow Food. Einen besseren Verbündeten für die heimische Landwirtschaft kann man sich nicht vorstellen. Kommt auf uns zu! Nehmt uns als Partner an. Das heißt natürlich auch zu sagen: „Ja, es läuft manches falsch. Vogel- und Insektensterben, Grundwasser- und Bodenprobleme haben auch etwas mit Landwirtschaft zu tun. Wir haben etliches falsch gemacht. Aber wenn ihr uns unterstützt, sind wir bereit, es besser zu machen“.

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  3. Gephard sagt

    Die Schlüsse, die der Spiegel zieht, sind seltsam. Er beklagt, dass die Umfrageergebnisse nicht zu den Verkaufszahlen passen. Solange aber die Verteilung der Altersklassen der Umfrage nicht bekannt ist, kann man solche Schlüsse schlicht nicht ziehen. Wenn überwiegend Jugendliche befragt wurden, sieht das Ergebnis sicher anders aus, als wenn die Mehrheit Ü60 ist.

    Der Spiegel kritisiert zurecht die Fragestellungen, vergisst bei der Beurteilung aber, dass selbst bei besseren Fragen die Befragten stets aus der Perspektive eines Idealbilds antworten werden. Dass niemand sein Idealbild voll erfüllt – wie hier einige auch abfällig lästern – sollte spätestens seit Jesus bekannt sein. Nicht jeder hat die Energie und Zeit, seine Ideale in voller Konsequenz zu leben. Das Leben ist immer von Kompromissen gekennzeichnet. Luft nach oben gibt es immer. Deshalb muss der eingeschlagene Weg aber nicht schlecht sein.

    Mag sein, dass die Umfrage ein falsches Bild zeichnet, aber sie zeigt als Tendenz, was dem „Verbraucher“ wichtig ist. Wenn es an der Umsetzung hapert, liegt das auch an den gebotenen Möglichkeiten. Es gibt zum Beispiel nicht wenige Kleinstädte, wo die einzige Einkaufsmöglichkeit der Supermarkt und vielleicht eine Tanke sind. Besonders im Norden fehlt es an Alternativen wie zum Beispiel Bioläden, die man im Süden selbst in kleinen Dörfern findet.

    Natürlich sind die Verbraucher für diese Entwicklung mitverantwortlich. Nun scheint eine gewisse Einsicht zurückgekehrt zu sein, aber die Umsetzung erweist sich als schwer. Die Alternativen sind oft nicht mehr vorhanden. Es gibt keine Wochenmärkte mehr, die Bauern im Umland beliefern nur noch Großkonzerne und dann sind da die Supermärkte, die längst den Zahn der Zeit erkannt haben und den sensibilisierten Verbraucher überall mit Regional, Bio, Tierwohl, Superfood, Marktfrische und krummen Gemüse einlullen. Da fühlen sich einige sicher bereits bestätigt und denken, ihre Einstellung hat bereits was bewirkt.

    Da ist auch viel Vertrauen im Raum. Das ist auch nötig, denn man kann sich nicht um jeden Aspekt des Lebens selbst kümmern. Das kostet viel Energie, kann enorm frustrieren oder schlicht überfordern. Wer zum Beispiel denkt, durch einer veganen Lebensweise den Tieren etwas Gutes zu tun und sich deswegen über jedes neue vegane Produkt freut, vertraut zunächst genau diesem Begriff. Erst wenn man genauer hinschaut, bemerkt man vielleicht, dass die vegane Wiesenhof-Wurst eben nicht diesem Anspruch entwachsen ist, sondern einfach nur einem Trend folgt. Wiesenhof freut sich tierisch(!) über die zusätzliche Kohle und verarbeitet natürlich weiterhin massenhaft Fleischkörper. Die weniger dogmatischen Veganer rechtfertigen die Wiesenhof-Vurst auf dem Brot mit einer Art politischen Geste: Langfristig bedeutet ihr Kaufverhalten vielleicht, dass Wiesenhof komplett auf Fleisch verzichtet. Mit so einer Argumentation verbünden sich NGOs auch mit großen Konzernen.

    Ich fasse zusammen: Das Volk hat bestellt, nun bitte liefern. 😉

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  4. Altbauer Jochen sagt

    Es ist doch ein Dilemma, einerseits brauchen wir Bauern
    auskömmliche Preise um zu (über)-leben, andererseits gibt es auch bei uns !
    genügend Geringverdiener die sich auch gern mal etwas mehr
    leisten möchten als „nur satt“ zu werden.
    Jeder weiß das in Deutschland die Lebensmittel relativ günstig sind.
    Das alles nur auf „Massentierhaltung“ und schlechte
    Produktionsverfahren zurückzuführen halte ich für Quatsch !
    In allen Bauernfamilien wird zäh gearbeitet ,vom Opa (bin ich)
    bis zum Enkel. Auch wir müssen alle von unserer Arbeit leben,
    uns ernähren, und ja, auch mal etwas „mehr “ gönnen dürfen.
    Dafür bringen wir uns auch mit 3 Generationen mit ehrenamtlichem Engagement für unser Heimatdorf und unsere Mitbürger/innen ein.

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    • Gephard sagt

      Der günstige Preis liegt doch vor allem an der Effizienz und der (in meinen Augen) falschen Förderung. Würde man im Sinne der Gemeinwohlökonomie die Förderung an der Qualität im Umgang mit Umwelt, Tier und Menschen bemessen, würde sich der Spieß umdrehen. Dann würde die umweltfreundlichere und tiergerechtere Landwirtschaft günstiger sein als die Produkte aus ausländischen Monokuluren.

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      • Inga sagt

        Warum an der falschen Förderung?

        Auch an der Entlohnung von Personal in der ernährungsverarbeiteten Handwerk oder -industrie.

        Die Bauern liefern doch nur die Rohstoffe,
        Das Getreide für Mehl
        die Zuckerrübe für Zucker
        Die Milch für Sahne, Käse und Butter usw.

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    • Inga sagt

      Ja und die Bauernkinder in der Schule wollen auch Nike-Schuhe und andere Markenklamotten tragen.

      Gerade wenn sie in ihrer Freizeit mehr arbeiten müssen als andere Kinder!

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  5. Wenn der Verbraucher so kaufen würde wie er es in Umfragen angibt dürfte keine Selbstschlachtende Metzgerei um ihre Existenz mehr fürchten ! Da diese zumeist reginal ihre Tiere einkaufen .

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    • Gephard sagt

      Wenn der/die Metzger/in sich nicht darauf verlässt, dass sein Laden aus einem Urvertrauen heraus schon laufen wird, wird das sicher vielerorts klappen. Die Menschen sind skeptisch geworden und der Druck der Konkurrenz ist groß. Der Metzger muss den Supermärkten schon Paroli bieten. Der Verbraucher will zum Beispiel niederschwellig informiert werden. Deswegen funktionieren die Siegel ja so gut. Der Metzgerladen muss das jetzt aber besser machen statt es sein zu lassen oder einfach nur zu kopieren. Bereits ohne ein Gespräch muss der Verbraucher erkennen können, was er für Ware bekommt, wer dahinter steht und was der Unterschied zur Supermarktware ist. Inhaltsstoffe, Allergene, Herkunft etc. gehören schriftlich und gut ersichtlich platziert. Klar kann man auch am Verkaufstresen fragen. Aber geschriebenes wirkt auf die meisten vertrauenserweckender. Zudem offenbart man sich durch eine Frage selbst und muss sich evtl. rechtfertigen oder sein Halbwissen preisgeben. Nicht jeder will in solche Diskussionen verwickelt werden.

      Ein weiterer Aspekt ist natürlich die Lage. Die Leute sind es gewohnt, ihre Erledigungen ohne große Gurkerei erledigen zu können. Der/die Metzgernde muss also größer denken. Entweder platziert er sich in die Nähe der Supermärkte oder viel besser: Er schließt sich mit weiteren Anbietern zusammen. Wenn neben der Metzgerei gleich ein Bäcker, ein Hofladen, ein Blumenladen, ein Elektronikhändler, ein Marmeladenladen und vielleicht eine Kartoffelchipsmanufaktur platziert sind, minderst das stark die Notwendigkeit, den Supermarkt zu besuchen. Da ist natürlich viel unternehmerischer Mut und Kapital gefragt. Und da haben die riesigen Konzerne leider einen enormen Vorteil.

      Wichtig finde ich persönlich, dass die Metzgerei ihr eigenes Profil nicht verwässert und selbst zu einem kleinen Supermarkt wird und dann zum Beispiel Zigaretten und Wasserkocher anbietet.

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      • Inga sagt

        Ich glaube die Supermärkte bieten für Bauern, Metzger und Bäcker, sogar Post schon Ecken oder Regalflächen an.

        Ich glaube das nennt man Shop in Shop-System!

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  6. Friedrich sagt

    Hier kann man mal sehen wie das ist zwischen Reden und Tun. Die Leute haben den Mainstream dermaßen verinnerlicht , aber an der Ladenkasse wird völlig anders gehandelt. Da ist dann eben der Urlaub oder das Auto usw. eben wichtiger. Umfragen taugen heute nichts mehr . Jeder weis was er antworten muß , um sich nicht rechtfertigen zu müßen. Der Mainstreamdruck ist zu groß. Jeder redet Grünen Strom , aber kauft normalen Strommix. Alle reden gegen Glyphosat, setzen es aber im Garten ein . Alle Dorfbewohner sprechen mich an , ob man was haben könnte . Muß regelrechte Abwehrworte führen . Auch der NABU-Vorsitzende im Nachbarort redet dagegen , habe ihn aber schon öfter mit der Glyphosatspritze in der Hand gesehen. Beim Näherkommen war aber immer alles verschwunden. In seinem Garten ist kein Unkräutchen zu sehen , warum wohl ? Es gab schon mal eine Zeit wo alles gleichgeschaltet war und was kam dabei heraus ? Jedenfalls nichts Gutes. Wir sollten alle aufrichtiger sein.

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    • Gephard sagt

      > Hier kann man mal sehen wie das ist zwischen Reden und Tun. Die Leute haben den Mainstream dermaßen verinnerlicht , aber an der Ladenkasse wird völlig anders gehandelt.

      Du schreibst so, als würdest du nicht dazugehören. Stimmt das so?

      > Da ist dann eben der Urlaub oder das Auto usw. eben wichtiger.

      Wen genau meinst du hier? Ich kenne genug Leute ohne Auto und auch Leute, die noch keine Weltreise hinter sich haben oder jedes Jahr fliegen.

      > Umfragen taugen heute nichts mehr.

      Habe sie das je?

      > Jeder weis was er antworten muß , um sich nicht rechtfertigen zu müßen. Der Mainstreamdruck ist zu groß. Jeder redet Grünen Strom , aber kauft normalen Strommix.

      Äh? Wir ist „Jeder“? Gibt es wirklich eine so homogene Masse?

      > Alle reden gegen Glyphosat, setzen es aber im Garten ein.

      Ehrlich? Ich kenne keinen, der es im Garten einsetzt. Nur einer macht seine Einfahrt damit schön grau.

      > Alle Dorfbewohner sprechen mich an , ob man was haben könnte . Muß regelrechte Abwehrworte führen .

      Alle? Oder gefühlt alle? Wie viele genau von wie vielen insgesamt?

      > Auch der NABU-Vorsitzende im Nachbarort redet dagegen , habe ihn aber schon öfter mit der Glyphosatspritze in der Hand gesehen.

      Aha, deswegen ist vermutlich der ganze NABU schlecht und verlogen.

      > Beim Näherkommen war aber immer alles verschwunden. In seinem Garten ist kein Unkräutchen zu sehen , warum wohl ? Es gab schon mal eine Zeit wo alles gleichgeschaltet war und was kam dabei heraus ? Jedenfalls nichts Gutes. Wir sollten alle aufrichtiger sein.

      Starkes Wort für deine Beobachtungen. Mir ist es zu stark.

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  7. Paulus sagt

    Was soll dieser Stuss? Ich selbst wurde schon mal am Telefon interviewt und als Anzugträger auch schon mal in D‘-dorf in einer ganz bestimmten Umgebung befragt.
    Wäre ich dort mit meiner sehr legeren oder eher abgerissenen Wochenendbekleidung
    erschienen, hätte man mich geflissentlich ignoriert. Meine Gattin hat sich auch schon mal bereit schlagen lassen und bereitwillig Auskunft gegeben.
    Wir haben uns einen Spaß daraus gemacht …

    83% der 14- bis 18-Jährigen kochen gerne – ja nee ist schon klar, Fertigfraß in der Mikrowelle zu erhitzen, weil die Mama nicht zu Hause ist, hat ja auch entfernt was mit kochen tun.
    Derartige Umfragen sind wertlos. Die GfK bzw. der Artikel im Spiegel bringen es wahrscheinlich eher auf den Punkt.
    Mein Gott, in Berlin und nicht nur im BMEL scheint das Koordinatensystem wirklich aus den Fugen zu geraten.

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    • Bauer Willi sagt

      Wenn ich Christian Schmidt mal wieder treffe, werde ich dem sagen, dass das BMEL viel Stuss macht. Und der Paulus hätte das gesagt…
      Ich stimme Dir aber zu: so eine Umfrage hätte das BMEL nie machen dürfen. Was soll denn ein Mensch antworten, wenn er gefragt wird „wollen Sie gesunde Lebensmittel“. Mich wundert, dass da keine 100% rausgekommen sind. 8% ist es egal, ob die Lebensmittel gesund sind?? Kartoffelchips ungarisch sind übrigens gesund und Weizenbier auch. Aber nicht wenn ich mich ausschließlich davon ernähre. Was ich immer wieder versuche zu vermeiden…Die sind aber auch lecker!!
      Bauer Willi

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  8. Und nun zum hundertsten Mal das Gejammere, Verbraucher würden nicht richtig einkaufen. Wie sollen sie auch. Auf jeder Fleisch und Wurstverpackung ist die heile Welt abgebildet. Bezeichnungen wie Bauernglück, Birkenhof, Wiesenhof, Metzgerqualität… stellen eine totale Verbrauchertäuschung dar. Wenn alles gleich aussieht, muss man sich nicht wundern wenn das billigste gekauft wird.

    2+

    • Dass mit der heilen Welt auf den Verpackungen stimmt. Aber warum ist es so? Weil wir Verbrauch voll drauf abfahren. Also die meisten jedenfalls.

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      • Gephard sagt

        Zu einer Beziehung gehören immer mindestens zwei. Der Verbraucher, der tendenziell die heile Welt bevorzugt, der Hersteller, der dieses Verhalten schamlos ausnutzt und der Gesetzgeber, der das überhaupt zulässt und dem keine Grenzen setzt.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Was soll das gejammere,
          wenn es um ein neues Auto geht, weis der letzte Depp ob ein Turbolader eingebaut ist, oder auch nicht.

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          • Gephard sagt

            Bist du dir da so sicher? Ich habe zwar kein Auto, würde aber sicher auf andere Punkte achten wie Haltbarkeit, einfache Reparierbarkeit, geringer Verbrauch, verbaute Materialien und auch die Optik.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wenn der Autofahrer für sein Gefährt auch nur bereit wäre, 2.600 Euro (5.200 DM) zu bezahlen, wie der Käfer 1962 gekostet hat, für das Geld würde VW auch keinen Passat bauen.

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      • Inga sagt

        Der Verbraucher möchte verwöhnt werden, denn er ist ja König,

        deswegen schön verpackt und mit bunter Reklame dran, wird vom Verbraucher besser belohnt,
        als ehrlich mit Tierwohl hergestelltes Fleisch, ohne bunte Verpackung und Reklame.

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    • Tobias Elbert Bequemlichkeit ist ein Argument. An der Tatsache , daß ca. 90% im Diskounter kaufen, können wir wenig ändern. Gerade deshalb ist auch dort eine klare, wahrheitsgemässe Information notwendig.

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      • Und dass es ist die nicht gibt, verdankt Ihr Bauern der Politik, Woran soll ich denn als Verbraucher erkennen, woher mein Produkt stammt. Mit dem Etikettenschwindel auf landwirtschaftlichen Produkten kann ich überhaupt nichts anfangen. Ich kaufe wo es geht beim Erzeuger, aber das geht nicht bei allen Produkten. Ihr Bauern könnt euch über uns Verbraucher in Wut reden, aber ich glaube nicht, dass Ihr euch damit einen Gefallen tut. Guckt euch mal an, was uns zugemutet wird, und schimpft mal zur Abwechslung auf diejenigen, die systematisch Transparenz im Lebensmittelsektor verhindern.

        Als kleiner Denkanstoß: http://www.daserste.de/information/ratgeber-service/lebensmittelcheck/sendung/wie-gut-ist-unser-essen-folge-1-100.html

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      • Inga sagt

        mit richtig gelernten Fachverkäufer m/w

        Weil die dienen höheren Stundenlohn wollen, als ein Billiglohnempfänger, wird das Produkt teure, oder?

        Dann ist es eben
        gut und teuer
        anstatt
        gut und günstig.

        Und wir wollen gute Lebensmittel, die dürfen dann auch treuer sein.
        Sie sind ja ein Stück Lebenskraft,
        gegenüber irgend so ein Plastiksch…

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        • Sabine sagt

          Man kann ja zu Tim Mälzers Lebensmittel-Check geteilter Meinung sein, was aber in einer seiner Sendungen sehr klar zum Ausdruck gebracht wurde: Deutschland bekommt die Top-Ware gar nicht. Die landet nämlich in den Ländern in Europa, die bereit sind mehr Geld auszugeben. Engländer, Franzosen und sogar Niederländer werden von den Großhändlern vorrangig bedient, was die nicht abnehmen wollen, landet bei uns. Der einfache Grund ist, dass Deutsche nach Aussehen und Preis kaufen, nicht nach Geschmack. Das ist schon ein Hammer. Wenn man das ändern möchte, muss man, denke ich, hart arbeiten. Wir brauchen da wohl eine Bildungsoffensive, die nicht nur auf Schulen und Kindergärten abzielt. Aber da kann man ja anfangen. Wir brauchen dringend ein neues Fach Haushaltslehre. Wenn man sich anguckt, wie viele Erwachsene völlig überfordert sind ihren Haushalt und ihre Ernährung sinnvoll zu organisieren, kann es einem ganz anders werden. Es liegt nicht nur am Boom der Billig-Jobs, dass viele Haushalte finanziell in Schieflage geraten. Wenn man kein Haushaltsbuch führen kann und der richtige Einkauf reine Glückssache ist, passiert sowas. Der Blick in die USA hilft vllt. die zusammenhänge zwischen schlecht bezahlten Jobs, schlechten Essensgewohnheiten und ernährungsbedingten Krankheiten aufzudecken. Man kann jetzt argumentieren, dass diese Art der Bildung eigentlich von der Familie abgedeckt werden muss. Wobei ich mich frage, von welcher Familie? Die, die ihre Kinder brav mit 15 Monaten in die Krippe bringen?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn ein BMW oder ein Daimler gekauft wird, kennen die jede Kleinigkeit, die in den Autos verbaut sind.
      Bei den Lebensmittel interessiert dies offensichtlich nicht. Da ist man bei dem Kg Hähnchenschlegel für 1,99 € noch der Meinung, das ist aber teuer.

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    • Josef Schmid Entschuldigung, aber halten Sie die Verbraucher für blöd? Jeder kann sich doch informieren und es steht weiß Gott genug auf der Verpackung. Ich kann Ihr Gesülze bald nicht mehr hören. Immer dieses Gejammere von Ihnen. Das ist doch alles ein Ablenkungsmanöver. Jeder kann anders einkaufen. Aber das Bio-Huhn kostet halt 20 €! Jeder Verbraucher weiß auch, dass Bauernglück und Birkenhof Verbrauchertäuschung ist. Aber er will sich gerne täuschen lassen. Und dass er das billigste kauft, werfe ich ihm nicht vor. Nur dass er gleichzeitig über Massentierhaltung schimpft. „Wer ein Hähnchen für 2,79 kauft, gibt an der Kasse das Recht ab, sich über Massentierhaltung aufzuregen“. Übrigens nennt mas wissenschaftlich Citizen-Consumer-Gap = Die Lüge zwiscnen sozial passender Antwort bei der Befragung und dem tatsächlichen Verhalten. Und dann noch was: Doch „man“ kann etwas daran ändern, dass 90% beim Discounter einkaufen. Wir kaufen dort keine Lebensmittel mehr. Wohl aber Klopapier…

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    • Josef Schmid eine Idee warum VW keine Käfer mehr produziert? Beim Autokauf ist es Schik und In öfter mal das neueste Model vor der Tür stehen zu haben. Das sieht dann ja jeder. Besonders der Nachbar. Dafür ist dann immer Geld da. Wo kommt es her? Wird bei den Lebrnsmitteln eingespart. In den Kühlschrank schaut der Nachbar ja nicht. Im Lokal ist es dann wieder anders. Da muss es gerne das teuerste Steak sein. Dem Tischnachbarn muss man ja zeigen was man hat. Dass es für den Restaurantbesitzer evt. billig im Einkauf was ist auch wieder egal. Hauptsache der Verkaufswert und somit das gesellschaftliche Ansehen ist hoch. In einem gebe ich Ihnen Recht. Es läuft etwas total falsch in unserer Gesellschaft. Nein in unseren Köpfen. Aber man muss es nicht mitmachen. Bei mir muss kein Mecedes vor der Tür stehen. Ein überteuerter VW schon garnicht. Und beim Essen steh ich auf regional und Hausmanskost. Exotisches kommt bei mir kaum vor. Also es geht.

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    • bauerhans sagt

      josef schmid,so blöd ist der verbraucher aber nicht,dass er nicht weiss,wie fleisch produziert wird!

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    • Uwe Bison Und warum gelingt es anderen Branchen, Verbrauchern das Geld zu entlocken und bei Lebensmitteln nicht ? Liegt es an der Selbstdarstellung einer Landwirtschaft, die sich auch noch rühmt, für billige Lebensmittel zu sorgen ? Lebensmittel beim Aldi zu kaufen lässt sich auch nicht verbergen, wenn auch der Nachbar nicht in den Kühlschrank sieht.

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    • Bauer Willi Ich jammere ? Auf ihrer Seite geht es doch überwiegend darum, sich über Verbraucher, den Lebensmittelhandel und die Medien zu beklagen. Wenn sie meine Forderung nach einer wahrheitsgemässen Kennzeichnung der Haltungsbedingungen als „Gesülze“ bezeichnen, frage ich sie, woran Verbraucher die Haltungsart oder Art und Herkunft des Futters erkennen sollen. Diese Informationen sind Voraussetzung für eine bewusste Kaufentscheidung.

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      • Bei den Eiern klappt es doch: „Kauf nie ein Ei mit einer “3”, denn es kommt aus Quälerei!“ ist eine alte Verbraucherregel. Ich kaufe immer Klasse 0, weil diese Eier so schmecken, wie die von den Hühnern, die ich vor 20 Jahren selbst gehalten habe. Für Bio-Eier greifen Verbraucher immer öfters bereitwillig tiefer ins Portemonnaie. Für mein Frühstücksei zahle ich fast 50 cent, gerne! Das gönn‘ ich mir.

        Das was Josef Schmid sagt ist kein Gesülze und den Verbraucher charakterisiert nicht unbedingt „der Griff nach dem billigsten Produkt“, sondern Lebensmittelkauf wird zunehmend zu einer Frage von Transparenz und auch von Vertrauen. Davon hat vor allem die Nahrungsmittelindustrie auch auf Kosten der Landwirte eine Menge verspielt. Als der Fibronilskandal umging hat mein Nachbar, Freund und Bauer, dessen Tochter ca. 50 Legehennen hält, eine Explosion an Nachfrage gehabt, die gar nicht bedient werden konnte.

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        • bauerhans sagt

          „Für Bio-Eier greifen Verbraucher immer öfters bereitwillig tiefer ins Portemonnaie.“

          das stimmt einfach nicht,verbraucher zahlen keine 50ct. für ein ei!
          discounter und supermärkte bieten mittlerweile wieder ausreichend unbelastete preiswerte eier an.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          >>>Als der Fibronilskandal umging hat mein Nachbar, Freund und Bauer, dessen Tochter ca. 50 Legehennen hält, eine Explosion an Nachfrage gehabt, die gar nicht bedient werden konnte.<<<

          Offensichtlich war es vor dem Fibronilskandal nicht so. 🙁

          Wie schaut es jetzt aus, kommen die 50 Legehennen mit der Nachfrage nach deren Eiern nach? Wie ist jetzt der Bestand an Hühnern, 100 oder 200 Hühnern?

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    • Josef Schmid Ja, Sie jammern. Und ich kenne einige AbL-Vertreter, die besser drauf sind als Sie. Das Problem ist doch eher, dass der Verbraucher vor lauter Labels nicht mehr richtig und falsch unterscheiden kann. Aber er KÖNNTE es recherchieren. Tut er es? Ob Internet oder diverse Fernsehsendungen, es wird ihm alles angeboten. Dazu täglich noch mehree Kochsendungen, die ihm raten, im Zweifel Bio zu kaufen. Ich jammere nicht, sondern versuche nur, den Dingen dahinter auf die Spur zu kommen. Eine solche Umfrage wie oben entspricht nicht der Realität und das wissen Sie auch. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat da belastbarere Zahlen (und das schreibt auch der Spiegel) Haben Sie den überhaupt gelesen? Und noch mal: der Bürger stellt hohe Ansprüche, als Konsument verhält er sich aber anders. Das ist Fakt und nicht nur bei Lebensmittel so. Gegen Klimawandel sein, aber ein PS-starkes Auto kaufen. Gegen Kinderarbeit sein, aber bei KIK einkaufen. Diese Diskrepanz will ich aufzeigen. Vielleicht ändert der ein oder andere tatsächlich dadurch sein Verhalten. Übrigens halte ich einige AbL-Forderungen für gut. Aber es hapert an der Umsetzung. Und so auch bei Ihnen: Kritik ist immer einfach, aber es müssen Lösungen her. ich habe sowohl Vertreter von AbL als auch BDM gebeten, für unsere Seite einen Artikel zu schreiben, wie sie sich Veränderungen konkret vorstellen. Darauf warte ich seit Wochen….Morgen, Sonntag, werde ich wieder mit einem Vertreter von AbL/BDM zusammentreffen. Ich hoffe, ich werde da schlauer. Meine Frau ist jedenfalls sauer, dass ich jetzt auch sonntags unterwegs bin.

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    • Entschuldigen sie, daß ich den GfK Artikel im Spiegel nicht gelesen habe und mich trotzdem äussere. Ich habe auch nicht den Eindruck, daß die Komentare hier immer Ergebnis unfassender Recherchen sind. Da sie mich so persönlich angehen nehme ich an, daß sie gerade auch nicht so gut drauf sind. Ich jammere auch nicht um ein neues Label, sondern um eine klare Kennzeichnung wie z.B. bei den Eiern. Da haben die Verbraucher „funktioniert“. Leider war man nicht konsequent genug, die Regelung auch für verarbeitete Eier zu verlangen.

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    • Bauer Willi Übrigens finde ich auch bei Ihnen sehr selten Lösungsvorschläge. Die Forderung nach einer klaren Kennzeichnung ist jedenfalls einer.

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    • Bauer Willi Das hat mit „blöd“ nichts zu tun, die Macht der Verbraucher ist leider nicht so umfangreich wie hier immer wieder, aber deswegen nicht um so richtiger, wider besseres Wissen ununterbrochen unterstellt wird

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  9. Thea S sagt

    „Was ist den Menschen an der Landwirtschaft wichtig? 69% artgerechte Tierhaltung, 59% faire Bezahlung der Mitarbeiter …“ MERKE: Das Wohl der Tiere ist wichtiger als das Wohl des Menschen in der Landwirtschaft!!

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    • Gephard sagt

      Bei deiner Schlussfolgerung musst du aber auch berücksichtigen, dass die meisten mehr über die Missstände bzgl. des Tierwohls informiert sind als über die Zustände beim Umgang mit dem Personal. Zudem ist das Tier die wehrlose „Ware“, die sich selbst nicht äußern kann. Lässt sich also nicht so plump vergleichen. Ein schlecht behandelter Mitarbeiter kann vor Gericht ziehen. Die Schweine im engen Tiertransporter können nur ungehört quieken, wenn sie denn nicht stark auf Drogen* sind.

      * Dieser Beitrag kann Spuren von Überspitzung enthalten

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  10. HGM sagt

    Wenn es mit den Umfragen so einfach wäre, dann bräuchten wir keine Wahlen mehr und könnten uns mit Meinungsumfagen bei ca. 2000 Probanten begnügen. Wäre wesentlich billiger. Die Wahrheit erschließt sich wesentlich einfacher aus den Statistiken der Verbraucherströme. Interessant dazu das Heft der DLG-Mitteilungen 05/2017

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  11. bauerhans sagt

    in umfragen wird das erzählt,was man für angemessen hält.
    die grosse mehrheit kauft „gut und günstig“.

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    • Inga sagt

      Ob so unser Ackerbau entstanden ist?

      Zu faul zu investieren, typisch Mensch?

      Egal ob in Arbeit oder Geld, weil er nicht in die mühsame Arbeit Jagd investieren wollte, hat er Tiere domestiziert,
      und weil er nicht mehr mühselig in die Arbeit Pflanzen und Früchte sammeln investieren wollte, hat er aus Gras Getreide gezüchtet usw.

      Dadurch ist der Mensch sesshaft geworden.

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  12. 92 Prozent wollen gesundes Essen und 91 Prozent wollen es auch in der Schule lernen na das ist doch mal ein Anfang Frau Bildungs Ministerin 😉

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    • gestern war hier ein post von einer veganerin die ihrem kind eine kuh schenkte die musik machte darin sang die kuh :- ich mache muh und gebe milch und die ist gesund — jetzt fragte die veganerin was sie machen solle ; sollten wir unseren kindern nicht alle wege öffnen so das sie am ende ihrer entwicklung selber entscheiden können was gut für sie ist ? müssen wir alles diktiren ? ich denke in einer demokratie muß neutral unterrichtet und gelernt werden um dann in eigeninitiative für sich entscheiden zu können und zu dürfen . es ist doch auch nicht falsch wenn ich in einer fleischesser familie einen vegetarier habe oder ?

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      • Gephard sagt

        Und warum hört die Entscheidungsfreiheit dann beim Kannibalismus auf? Der Weg bleibt verschlossen.

        0

  13. Wenn dem wirklich so wäre, dann dürfte und müsste sich kein Landwirt Sorgen um sein Auskommen machen und jegliche Diskussion über Massentierhaltung und Tierwohl wäre vom Tisch. Wie schön wäre das?

    1+

  14. Ja was soll man dazu noch sagen bei Gewissensfragen nehmens die deutschen Verbraucher mit der Wahrheit nicht so ernst gerade bei solchen Umfragen ist wahrscheinlich auch menschlich ich möchte auch niemanden dafür verurteilen sicher ist es auch den die solche Umfragen machen bekannt. Was mich stört ist dass solche Ergebnisse 1zu1 als das übernommen wird und für den unbedingten Willen des Verbrauchers interpretiert wird egal ob staatlich oder „gemeinnütziger Verein“

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