Bauer Willi
Kommentare 89

Der Weg des Schweins…

…in Österreich.

Die trauen sich etwas – die Österreicher! Beim Projekt „Land schafft Leben“ haben sie im November den kompletten Weg des Schweins ins Visier genommen. Und sie haben eben „keine Sau durchs Dorf getrieben“, sondern wollen zur Versachlichung beitragen.

Was meint Ihr. Ist das „Peter dem Fuchs“ gelungen?

Auf jeden Fall finde ich die unten stehenden Videos sehr interessant und lehrreich.

Euer Bauer Willi

 

https://www.landschafftleben.at/blog/wir+treiben+keine+sau+durchs+dorf+%E2%80%93+wir+zeigen+das+schwein%E2%80%A6_b1460

 

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89 Kommentare

  1. Herr Bollinger, jetzt ist doch bald Weihnachten. Mein Wunsch an Sie – bitte verschonen Sie uns mit Ihren sinnlosen Kommentaren.
    Frohe Vorweihnachtszeit

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  2. Ich wohne am Meer, was viel frischen Fisch bedeutet, der noch von Ein-Mann/Frau-Unternehmen eingebracht wird. Morgens ab drei Uhr kann man beobachten, wie die Boote rausfahren, ab Mittag kommen sie mehr oder weniger beladen in den Hafen zurück, wobei sich der Erfolg oder Misserfolg jeweils deutlich in den Preisen niederschlägt. Dieser Umgang mit Nahrungsmitteln hat für mich etwas sehr Befriedigendes, denn er bindet mich ein in den großen Naturkreislauf, dem weder die oftmals kitschig anmutende Sentimentalität der Tierschützer noch die ökonomisch-technische Denkweise der Tierzüchter gerecht wird.

    Ich selbst habe erhebliche Zweifel, dass der Zivilisationsprozess, auf den wir allesamt so stolz sind, so viel Fortschritt und Verbesserung bedeutet, wie wir uns das ständig einreden. Ja, ich esse auch Fleisch, aber das zutiefst Befriedigende wie beim Fisch, fehlt da ganz eindeutig.

    Die Geschichte des Menschen führt von der Jagd auf Wildtiere über das Nomadentum, wo die Menschen noch mit den Tieren ziehen, zu einer Tierhaltung, wo die Tiere durchaus zwischen den Hütten frei herumlaufen, weiter zu zunehmender Einengung und Beschränkung des Tiers, bis hin, dass eine Muttersau in einem Ferkelstand sich so gut wie nicht bewegen kann. Diese Geschichte des Menschen hat eine Dynamik, das Tier immer weniger als Lebewesen, dafür immer mehr nur als Ware, Objekt, Fleisch oder Wert in Euro zu sehen.

    Mag sein, dass der Höhepunkt in dieser Hinsicht nun bereits überschritten ist, aber bezeichnend ist doch, dass die „Trendwende“ hin zu einer artgerechteren Haltung, wenn das denn so praktiziert wird, nicht seitens der Bauern und Tierzüchter erfolgt ist, sondern von Städtern, Grünen, Tierschützern, Disney-Film-Guckern oder wem auch immer, Schritt für Schritt erzwungen wird. Und das, finde ich, ist das eigentliche Desaster.

    Denn wie kann ich mich auf Tierzüchter und Tierhalter verlassen, denen es offenbar egal ist, was sie tun? Die gar nicht wahrnehmen, dass sie im Laufe der langen Geschichte der Tierhaltung mit dem Höhepunkt der Industrialisierung immer rücksichtsloser, ausbeuterischer und unsensibler mit dem Tier umgegangen sind und die jetzt auf einen Tierwohl-Zug aufspringen, der eigentlich von Nicht-Tierzüchtern gesteuert wird.

    Wie kann ich mich auf Tierzüchter und Tierhalter verlassen, deren Ethik auch jetzt immer noch offenbar bloß vom Preis gesteuert wird? Die ernsthaft den Standpunkt vertreten, dass sie das Tier artgerecht halten, wenn es bezahlt wird, und eben nicht artgerecht, wenn es nicht bezahlt wird.

    Warum, um alles in der Welt, haben sich Tierzüchter und Tierhalter nicht geweigert, diesen Weg der Ausbeutung zu gehen? Und warum weigern sie sich jetzt nicht? Was heißt es, wenn ein Mensch den Druck, der auf ihn selber ausgeübt wird, rücksichtslos an das schwächere Glied in der Kette weitergibt?

    Da werde ich schon nachdenklich, wie denn die Tierhalter „ticken“?
    Und darüber würde ich schon gern mal diskutieren!

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    • “ dass die „Trendwende“ hin zu einer artgerechteren Haltung, wenn das denn so praktiziert wird, nicht seitens der Bauern und Tierzüchter erfolgt ist, sondern von Städtern, Grünen, Tierschützern, Disney-Film-Guckern oder wem auch immer, Schritt für Schritt erzwungen wird. Und das, finde ich, ist das eigentliche Desaster. “ Wenn es so wäre, wärs tatsächlich ein Desaster. Aber so ist es nicht. Bauern und Tierzüchter arbeiteten eigentlich immer schon an Verbesserungen der Haltungsbedingungen, lange bevor dies irgendwelche Tierschützer oder Disney-Gucker interessiert hat. Dabei wird es immer nur Kompromisse geben können, den artgerechte Tierhaltung im engsten Sinne gibt es nicht. Statt theoretischem Gefasel halte ich mich lieber an praktische Beispiele. Nehmen wir z.B. die elektrische Kuhbürste, wie sie mittlerweile in den meisten Laufställen für Kühe installiert ist. Hier kann selbst der Laie den „gigantischen“ Wohlfühleffekt für die Tiere direkt sehen. Diese Geräte wurden von Bauern mitentwickelt und werden von Bauern in die Ställe eingebaut, das war nie Forderung von Tierschützern oder Disneyguckern. Was diese fordern ist häufig in der Praxis garnicht realisierbar oder dient gar nicht den Tieren, sondern der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Es stimmt zwar, dass Tierschützer etc. die Tierhalter vor sich hertreiben, zum Großteil mit hanebüchenen Forderungen. Zu mehr Tierwohl führt dies nicht, sndern eher zur Abschaffung der Tierhaltung. Ein zweifelhafter Erfolg, die Tierproduktion findet dann in Ländern mit wesentlich schlechteren Haltungsbedingungen statt (siehe Käfigeierproduktion). Dabei will ich gar nicht in Abrede stellen dass es in der Vergangenheit Fehlentwicklungen gab und auch heute noch gibt. In der Rinderzucht z.B. hat die reine Indexzucht nacht Zuchtwerten ihre Grenzen erreicht und in einigen Rassen zu einem bedrohlichen Inzuchtstatus geführt. Aber Zuchtorganisationen reagieren und korrigieren solche Entwicklungen, auch auf den Druck der Tierhalter hin und es wird mehr wert auf eine breit angelegte Genetik gelegt, auch wenn dies zu Einbusen bei den Zuchtwerten(Index) führt, oder es werden neus Merkmale geschaffen, wie z. B. der Fitnesswert, in dem bewusst Wert auf Gesundheit und Langlebigkeit gelegt wird. Es ist nicht so, dass nur starr in eine Richtung maschiert wird und die Zeiten rein ökonomischer Masstäbe sind auch weitgehend vorbei. Eines ist allerdings gewiss, Disneyland werden die Tierhalter nie realisieren können.

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      • Deinem Kommentar kann ich in weiten Teilen zustimmen. Ich bin durchaus zu der Erkenntnis gekommen, dass das, was die Tierschützer fordern, in erster Linie dem eigenen Ego dient, das sich als der „hehre Kämpfer für Gewaltlosigkeit“ oder als „der große Liebende“, der „große Gerechte“ oder dergleichen inszenieren will, und nicht den Tieren.

        Du hast vollkommen Recht damit, dass diese Bestrebungen auf die Abschaffung der Tierhaltung hinauslaufen und damit auf einen Bruch der Symbiose zwischen Mensch und Tier bzw. auf eine weitere Herauslösung aus dem Naturkreislauf hin zur Mensch-Maschine-Verschmelzung. Darauf versuche ich ja auch hinzuweisen, bspw. in dem Tierleid- und sonstigen Artikeln.

        Aber trotzdem ist es in meiner Wahrnehmung so, dass die Industrialisierung der Landwirtschaft ab den 60er und 70er Jahren den Umgang mit Tieren (und auch Pflanzen) fundamental verändert hat. Da hat man angefangen, Tiere in Fabriken massenzuproduzieren. Tiere sind zum Teil einer Produktionsanlage degeneriert. Und über neue Züchtungsmethoden wurde und wird das Tier (und auch die Pflanze) nun rücksichtslos den Bedingungen der Produktion und den Bedürfnissen des Menschen angepasst. Die Tierzüchter sind einem Machbarkeitswahn verfallen. Besonders schön kann ich das an diesen absolut überzüchteten Kühen sehen, die nur aus Euter bestehen. Das hat mit Symbiose zwischen Mensch und Tier eben auch nichts mehr zu tun.

        Und erst, als es zu einem lauten Aufschrei von Greenpeace und Konsorten kam, ist ein Teil der Tierhalter aufgewacht und hat eine neue Marktnische entdeckt.
        Es waren nicht einzelne Fehlentwicklungen in der Vergangenheit, für die nur ein paar wenige Bauern verantwortlich zeichnen. Das war schon ein großräumiges Versagen. Was die Bauern in den 60er und 70er Jahren gezeigt haben, war, dass es ihnen weder um die Gesundheit der Konsumenten noch um das Wohl der Tiere noch um den Erhalt der Natur ging. Sondern um die Industrialisierung des Lebendigen.

        Dass es den Bauern damals um die Ernährung der Weltbevölkerung ging, ist meiner Ansicht nach nicht wahr. Die Industrialisierung der Landwirtschaft ging der Bevölkerungsexplosion voraus.

        Das ist gerade so verschönerte Selbstdarstellung wie der „hehre Kämpfer“. Es ist sichtbar, worum es ging: um die pure Machbarkeit. Warum soll man Mensch bleiben und Einschränkungen und Unbequemlichkeit akzeptieren, wenn man Gott spielen kann und ein technisches Schlaraffenland bauen kann? Und jetzt stellt sich eben wie bei allen angeblichen Verbesserungen und bei allem angeblichen Fortschritt heraus, dass das technische Schlaraffenland doch auch entschieden seine Nachteile hat. Bis hin zur Abschaffung der Natur.

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        • Berthold Lauer sagt

          Das kann man eben auch anders sehen. Die 50-erund 60-er Jahre haben mit ihrer zunehmenden Technisierung der Landwirtschaft die Realisierung größerer Tierbestände erst möglich gemacht. Viele sind aus der Landwirtschaft in die Industrie abgewandert, es waren Flächen verfügbar. Synthetische Dünger und chemischer Pflanzenschutz haben höhere Erträge ermöglicht, mit denen man größere Tierbestände überhaupt erst versorgen konnte. Und ernährt werden wollten auch alle!! Das hat für mich mit „Industrialisierung“ noch nichts zu tun und negativ kann ich das auch nicht bewerten, es sei denn ich sehe unsere ganze volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung als negativ an. In der Rücksicht ist es immer leicht, flächendeckendes Versagen vorzuwerfen. Zum Umgang mit Tieren in der Zeit davor sollten sie sich vielleicht mal Rindviehställe und Schweinekoben aus dieser Zeit ansehen und alte Berichte über Haltungsmethoden zu Gemüte führen. Ob die Kuh oder das Pferd vor Pflug und Wagen von dieser „Symbiose“ so begeistert war, wage ich zu bezweifeln.
          Neue Züchtungsmethoden (Gentechnik oder Klonen) gibt es erst seit wenigen Jahren und sind bei uns nicht zugelassen. Alles andere ist wie seit Jahrhunderten Kreuzung und Selektion, sowohl beim Tier als auch bei der Pflanze. Man kann sich gern über die bevorzugten Ziele und Merkmale streiten, aber auch die unterliegen einem stetigen Wandel. Im Übrigen ist nur auf diese Art und Weise die Rassenvielfalt unserer Nutztiere entstanden, indem nämlich die Tiere im Hinblick auf den jeweiligen Standort (Nahrungsangebot) und das Nutzungsziel selektiert wurden. Wobei man auch bei „Haustieren“ sicher extreme Zuchtergebnisse findet. Ganz ohne wirtschaftlichen Nutzen und ohne „industrialisierte Landwirtschaft“ im Hintergrund.
          Mein Ziel ist es auch nicht, 70 oder 150 oder 300 Menschen oder gar die Weltbevölkerung zu ernähren, ich will mit meiner Tätigkeit ein Einkommen für mich und meine Familie erwirtschaften. Ich möchte auch beileibe kein „hehrer Kämpfer“ sein und schon gar nicht Gott spielen. Mensch möchte ich ganz sicher bleiben. Und warum bitte schön sollte ich Einschränkungen und Unannehmlichkeiten auf mich nehmen während der Rest der Welt das technische Schlaraffenland in vollen Zügen auskostet???
          Die Natur entledigt sich vielleicht irgendwann des Menschen, so wie sie es schon immer mit überspezialisierten Spezies getan hat, sie wird sich aber niemals abschaffen lassen.

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        • Vom Standpunkt der modernen Naturwissenschaft ist die Rede von einer „natürlichen Landwirtschaft“ streng genommen sinnlos, denn wo alles Natur ist, kann es nichts Naturwidriges geben. Landwirtschaft kann die physikalischen, chemischen, biologischen Naturgesetze in keiner Weise außer Kraft setzen, ist also stets natürlich und niemals künstlich. Raubbau, Umweltzerstörung und alles Negative, was der Landwirtschaft zur Last gelegt werden kann, verstößt damit nicht gegen objektive Naturzwecke, sondern widerstreitet allein menschlichen Zwecken (die wiederum von den natürlichen Bedürfnissen der Gattung Mensch bestimmt sind). Den „Ökosystemen“ ist es völlig schnurz, ob sie durcheinandergebracht werden, und „Artenvielfalt“ ist nicht der objektive Zweck des Regenwalds.

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          • Die moderne Landwirtschaft ist insofern nicht mehr natürlich, als sie einem biologischen System (Natur) einen technischen Rhythmus aufzwingt. Der Mensch hat in einem sehr kurzen Zeitraum extrem viele künstliche Stoffe (Chemikalien, Kunststoffe etc.) freigesetzt, die die biologische Adaptionsfähigkeit überfordern. Deshalb und durch seine Ausbreitung hat der Mensch das sechste große Artensterben verursacht.

            Wenn man Natur als Evolution und Wandel versteht, ist diese weitreichende Zerstörung durchaus aufgehoben. Klar. Vulkanausbrüche und Meteoriteneinschläge haben die Ökosysteme dieses Planeten schon mehrfach kollabieren lassen. Wir Menschen können uns in diesem Sinne als eine solchen nicht-biologischen Ereignissen ebenbürtige Katastrophe auffassen.

            Allerdings ist die Außenwelt, die wir wahrnehmen, ist nicht von unserer Innenwelt getrennt. In dem Maße, wie die Naturräume kleiner werden und die Arten sterben, in dem Maße verarmt unsere Innenwelt, verarmen wir in unserem inneren Reichtum. In dem Maße, wie wir eine Technosphäre um uns herum aufbauen, verwandeln wir uns selber in Cyborgs. In einer Welt aus Stahl und Glas verhärten wir. In dem Maße, wie wir die Landschaft in eintönige Monokulturen verwandeln, verwandeln wir uns in langweilige Massenmenschen. Und in dem Maße, wie wir die Außenwelt kontrollieren und nach unseren Wünschen gestalten, werden wir von unserem selbst geschaffenen Technosystem kontrolliert und gestaltet. Der Kampf gegen die Natur, den sich auch die Landwirte auf die Fahne geschrieben haben, ist im Grunde nichts anderes als der Kampf gegen uns selbst. Die Zerstörung der Natur ist Selbstzerstörung.

            Mit dem Verlust der Natur im Sinne einer über lange Zeiträume gewachsenen Verwobenheit, droht uns Menschen der Verlust von dem, was man früher mal als Seele bezeichnet hat. Seele als die Teilhabe am Lebendigen.

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            • Was Du beschreibst, ist im Grunde der klassische Kulturpessimismuss.Dieser Kulturpessimismus begleitet als eine Art intellektueller Katzenjammer die gesellschaftlichen Modernisierungsprozesse. Sämtliche Probleme und Verwerfungen, die bei solchen Prozessen entstehen, werden nur auf eine einzige Ursache zurückgeführt (Unstatthafte Entfernung vom Ursprung), und als Patentlösung wird gefordert, irgend einen „ursprünglicheren“ Zustand wieder herzustellen. Wird dies nicht erreicht, droht angeblich unausweichlich die Apokalypse. Insofern hat der Kulturpessimismus durchaus religiöse Züge.

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            • Mein Kulturpessimismus ist Technikpessimismus, aber Du hast Recht, unsere menschliche Kultur ist weitgehend identisch mit Technisierung.

              Die technische Welt gibt vor, uns miteinander zu vernetzen, in Wahrheit fragmentiert sie unsere Lebenszusammenhänge. Diese Fragmentierung unserer Lebenswelten macht uns als Einzelne von der Technik immer abhängiger und unselbständiger. Immer größere Eiertänze, wozu vor allem Verwaltungsaufwand und Regulierungen gehören, werden notwendig, um das technische System am Laufen zu halten. Wir werden immer abhängiger von immer noch mehr Fremdenergie, die immer kleinteiliger verteilt werden muss. Was im Endeffekt KI notwendig macht.

              Sich von der Technik abhängig zu machen hat ein Analogon darin, sich von Medikamenten abhängig zu machen. Wer bei jedem Wehwehchen sofort ein Medikament schluckt, setzt allmählich sein Immunsystem außer Kraft. Der Körper ist nicht mehr in der Lage, selbständig gegen einen Schnupfen, eine Grippe, eine ernstere Krankheit anzugehen. Die Pillenschachtel wird zum täglichen Begleiter.

              Bei näherer Betrachtung sind die Menschen durch die Medizin wesentlich anfälliger und kränker geworden und nicht gesünder. Der Durchschnittsdeutsche sitzt heute 18mal im Jahr beim Arzt. Pro 250 normaler Bürger (wohlgemerkt nicht Kranke!) gibt es heute in Deutschland einen Arzt, und immer noch redet man vom Ärztemangel. 11% der Kinder leiden unter Asthma. Jedes vierte oder fünfte hat eine Allergie. Krebs bei Kindern ist ebenso auf dem Vormarsch wie bei Erwachsenen, nur in den Krebsarten gibt es Unterschiede. Der Aufwand, auch der Verwaltungsaufwand, der sich um den Komplex Gesundheit/Krankheit dreht, wird immer größer.

              Trotzdem glauben die meisten, dass die Menschen heute dank der Medizin gesünder sind als in der Vergangenheit. Ebenso wie sie glauben, dass sie heute besser leben als in der Vergangenheit. Das ist eine Illusion.

              Die Amish people verzichten freiwillig auf moderne Technik und leben plus/minus wie vor 300 Jahren. Sie werden in der Regel gleich alt wie der hochtechnisierte Mensch. Es gibt darüber hinaus eine Linie mit einem Altersgen, die werden sogar noch wesentlich älter.

              Aber: die Amishen sind bis in hohe Alter wesentlich gesünder als der hochtechnischerte Durchschnittsbürger. Um die 60% weniger Krebs- und Herzerkrankungen. Die Kinder der Amishen sind deutlich gesünder als die von Schweizer Bergbauern, und Schweizer Bergbauernkinder sind wiederum wesentlich gesünder als sonstige Kinder.

              Religiösität und Technisierung gehören für mich zusammen. Das sind die beiden Seiten derselben Medaille. Denn in beiden Fällen geht es um Perfektion, Vervollkommnung, Verbesserung des Menschen. Es geht um Unterwerfung unter Ideale und um Ausbeutung. Technisierung macht uns Menschen zu Göttern.

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            • Ah, amish ist die Lösung. Die lehnen allerdings die moderne Technik einschließlich moderner Lebensweise aus religiösen Gründen ab, nicht weil sie den Planeten retten wollen. Ob Deine Angaben zum Gesundheitsstatus dieser Population stimmen weis ich nicht, würde mich allerdings wundern, wenn sie solch exakt Statistiken anfertigen. Eine Lösung für das Problem der Überbevölkerung dieses Planeten bieten die amish leider auch nicht, durchschittlich 6 Kinder je Frau und die amish Population verdoppelt sich alle 20 Jahre.

              Noch eins, weil du´s immer wieder erwähnst und darauf pochst. Die Aussage, dass immer zuerst die Nahrungsmittelproduktion anstieg (wg. der pösen Landwirtschaft) und dann erst die Bevölkerungszahl zunehmen konnte, stimmt so auch nicht. Zwischen der Nahrungsmittelproduktion und der Bevölkerungszunahme herrschte stets eine Ambivalenz, also ein sich gegenseitiges Hochschaukeln.

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            • bauerhans sagt

              „Ebenso wie sie glauben, dass sie heute besser leben als in der Vergangenheit. Das ist eine Illusion.“

              früher war wohlstand sehr wenigen vorbehalten,heute sehr vielen,auch direkte abhängigkeit vieler von einzelnen gibts nicht mehr.
              das nenne ich fortschritt,nicht illusion.

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            • Ich habe nicht gesagt, dass Amish eine Lösung ist, sondern nur, dass die Amishen die Behauptung, dass der technisch-medizinische Fortschritt die Menschen gesünder macht, widerlegen. Wenn ich eine Behauptung mit einem Argument widerlege, heißt das nicht, dass ich in diesem Argument eine Lösung für was auch immer sehe. Behauptungen/Hypothesen mit Gegenbeispielen zu widerlegen, ist in den Wissenschaften ein anerkanntes Verfahren zur Verifikation oder Falsifikation von Aussagen. Mehr nicht.

              Die Amishen selber sind in der Tat nicht an Statistiken interessiert, meiner Information nach hat es den interessierten Arzt, der die entsprechende Studie angestellt hat, sehr viel Überredungskunst gekostet.

              Mir geht es gar nicht drum, eine Lösung zu präsentieren, sondern damit aufzuhören, sich ständig selber was vorzumachen. Ich habe nicht den Ehrgeiz den Planet zu retten, ich bin es bloß Leid, mir von allen Seiten ständig bloß Halbwahrheiten, Verdrehungen, Entstellungen und Schönfärbereien anhören zu müssen.

              Die Behauptung, dass es durch die industrielle Landwirtschaft weniger Hunger in der Welt gibt, ist doch ganz offensichtlich eine Falschaussage. Es gibt seitdem mehr Hunger auf der Welt. Zu keinem Zeitpunkt in der Vergangenheit haben 800 Millionen Menschen gehungert bzw. waren unterernährt.

              Im Grunde könnten alle Menschen satt werden, das haben wir schon diskutiert. In einem korrupten System können bei wachsender Weltbevölkerung jedoch mehr Menschen gegeneinander ausgespielt und ins Elend gedrängt werden.
              Auch wir auf der „Sonnenseite“ sind Teil des korrupten Systems, nicht nur afrikanische Diktatoren.

              Je mehr Menschen wir auf dem Planeten sind, desto mehr Fremdenergie wird verbraucht, die mit immer mehr Aufwand bereitgestellt werden muss, und desto weniger Platz bleibt für andere Lebensformen. Richtig oder Falsch?

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            • @bauerhans

              Die direkte Abhängigkeit von einem Feudalherrn oder dgl. wird zunehmend durch eine systemische Abhängigkeit ersetzt. Das stimmt. Ein Staatsbürger arbeitet heute mehr als die Hälfte des Jahres für das „System“ bzw. den „Staat“.

              Die Abhängigkeit von einem Feudalherrn bzw. einem System ist aber eine Folge der Agrarisierung. Zusammen mit der Agarisierung kam die Klassengesellschaft mit höheren und niedrigen Ständen und das Sklaventum.

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            • @ fingerphilosoph
              „Ich habe nicht gesagt, dass Amish eine Lösung ist, “ Sorry, stimmt. Ich bin eben sehr stark Lösungsorientiert. Für mich macht eine Diskussion nur Sinn, wenn am Ende eine Lösung steht. Natürlich kann eine Lösung auch in der Erkenntnis bestehen, das es keine Lösung gibt.

              Zu Deinem richtig oder falsch: Hier brauch ich weder verifizieren noch falsifizieren, die Antwort lautet richtig.

              „Die Behauptung, dass es durch die industrielle Landwirtschaft weniger Hunger in der Welt gibt, ist doch ganz offensichtlich eine Falschaussage.“ Richtig ist m.E., dass es trotz industrieller Landwirtschaft Hunger in der Welt gibt. Wenn die Aussage, dass es durch industrielle LW weniger Hunger in der Welt gibt, tasächlich falsch wäre, hieße dies doch im Umkehrschluss, dass es ceteris paribus ohne industrielle LW weniger Hunger gäbe. Wenn ich nun richtig verfiziert habe ist der Umkehrschluss definitiv falsch. Dies bedeutet aber doch, dass die Eingangsthese keine Falschaussage sein kann. Richtig oder falsch?

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            • bauerhans sagt

              „Je mehr Menschen wir auf dem Planeten sind, ……..desto weniger Platz bleibt für andere Lebensformen.“

              das stimmt auf jeden fall.
              ob das richtig oder falsch ist,muss jeder für sich entscheiden und konsequenzen ziehen!?
              zu den amish:
              zufällig hatte ich die in lebanon,pa in den 1980ern persönlich getroffen.
              die haben strenge regeln,die von der gemeinschaft kontrolliert werden.
              viele „jungmänner“ gehen raus und arbeiten im umland.
              sie gelten als sehr fleissig und zuverlässig,kehren aber i.d.r. nach einer gewissen zeit wieder in die gemeinschaft zurück.
              damals war ein grosses problem,dass farmland in pa zu teuer war und familien nach mittelamerika auswanderten.

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            • Ich glaube nicht, dass irgendein Philosoph oder eine Gruppe von Wissenschaftlern oder sonst wer sich eine Lösung „ausdenken“ kann, die funzt. Wo immer „ausgedachte Lösungen“ umgesetzt werden, hat man nachher mehr Probleme als vorher. Nach meinem Dafürhalten zeigen sich praktikable Lösungen von allein, wo immer Befürworter und Kritiker möglichst wahrheitsgetreu ihre jeweiligen Standpunkte darlegen. Das bedeutet, dass die Beteiligten zwischen Eigeninteressen und Wahrheiten differenzieren können. Ich spreche hier bewusst von „Wahrheiten“, weil, da wir Teil des Ganzen sind und nicht als Allwissende über dem Ganzen stehen, die absolute Wahrheit uns nicht zugänglich ist.

              Nach meiner Einschätzung handelt es sich bei der Ernährungssituation tatsächlich um eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. Da man 1960 gedanklich davon ausging, in absehbarer Zeit 6-7 Milliarden ernähren zu müssen, wurde die Produktion durch Industrialisierung gesteigert. Die Industrialisierung hat jedoch erst die Voraussetzungen für die Bevölkerungsexplosion geschaffen. Jetzt geht man gedanklich davon aus, dass wir 2050 um die 10 Milliarden sein werden und schafft bspw. über gentechnische Verfahren die Voraussetzungen, dass wir wirklich mal so viele sein können.

              Der Blick durch die Menschheitsgeschichte zeigt mir, dass zu jeder Zeit, in jedem Jahrhundert ungefähr 10% aller Menschen gehungert haben. Aufgrund von Wetter, Krieg oder sonstigen Einflüssen (bspw. Vulkanausbruch) gab es natürlich auch starke Schwankungen, aber im Schnitt liegt man mit den 10% Hungernden nicht falsch. Diese 10% hungern, weil sie sich gegen die anderen 90% nicht durchsetzen können. Und natürlich gibt es am anderen Ende der Skala immer welche, die im Überfluss leben.

              Wenn die Weltbevölkerung 3 Milliarden beträgt, hungern im Schnitt 300 Millionen. Bei 7,5 Milliarden sind es 750 Millionen, und tatsächlich kommt diese Zahl ja ganz gut hin.

              Wenn die Industrialisierung der Landwirtschaft die Verdopplung der Weltbevölkerung möglich gemacht hat, hat sich damit auch die Zahl der Hungernden verdoppelt. Heute hungern doppelt so viele Menschen wie vor der Industrialisierung der LW.

              Ohne die Industrialisierung der LW hätte sich die Menschheit nicht verdoppeln können. Ergo hätte sich auch die Zahl der Hungernden nicht verdoppelt. Also gäbe es ohne industrielle Landwirtschaft de facto weniger Hunger.

              Mir stellt es sich so dar, dass 1 Milliarde Menschen hungern wird, wenn wir erst mal 10 Milliarden sind. Vorausgesetzt, das technische System kollabiert nicht vorher.

              Ich frage mich deshalb, was wir durch die Industrialisierung denn tatsächlich gewonnen haben. Für den Planeten wären 3 Milliarden Menschen besser als 8-10. Und 300 Millionen Hungernde sind definitiv besser als 800-1.000 Millionen.

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    • Paulus sagt

      @fingerphilosoph
      Du kannst dich glücklich schätzen und um den fangfrischen Fisch beneide ich dich. Deine Aussage offenbart gleichzeitig eine gewisse Überlegenheit, die einem Gourmet selbstredend gestattet ist.
      Dir ist aber auch klar, dass eine gewaltige Menge an Fisch, z.B. Pangasius, Lachs, etc. aus Fischfarmen kommt. Das ist Massentierhaltung par excellence und ohne Antibiotika und heftigem Einsatz von Chemie läuft da gar nichts, mit allen negativen Konsequenzen für die Umwelt. Ja, der Inländer möchte halt auch mal Fisch essen und muss sich mit dem zufrieden geben was er vor Ort bekommt. Für Verbraucher gibt es definitiv keine Möglichkeit z.B. angeblichen Wildlachs von Zuchtlachs zu unterscheiden.
      Für mich waren die Bilder von Fischfarmen, die ich zugegeben nur aus Reportagen kenne, genauso unappetitlich wie der reale Einblick in einen Putenmaststall.
      Was den Fisch betrifft drücken wir (noch) beide Augen zu und regen uns lieber über die Schweinemast auf.
      Noch ganz am Rande, ich bin Jäger und durchaus im Stand Tiere ohne Stress und schmerzfrei zu töten. Wenn allerdings Fische halbtot zappeln und noch lebend aufgeschlitzt und ausgenommen werden habe ich damit schon ein Problem.
      Und jetzt schlürfen wir ein paar bretonische Austern – oder lieber doch nicht?

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      • Fischfarmen sind Massentierhaltung und das ist nicht sehr appetitlich. Die Fische sind oft krank. Leider gibt es immer mehr Farmen, weil die Meere fast leergefischt sind. Die Fischerboote fahren hier nachts um drei los, weil sie so weit rausfahren müssen. War früher nicht so.

        Austernzucht hingegen ist okay, finde ich, zumindest die bretonische. Und die Austern leben ja oft noch, wenn man sie isst. Zugegeben. Barbarisch? Wahrscheinlich schon. Jetzt oute ich mich: Krabben werfen wir lebend ins kochende Wasser. Wenn der Topf groß genug ist, sind die Tiere innerhalb einer Minute tot. Gegen so einen schnellen Tod hätte ich selber auch mal nichts einzuwenden. Deshalb bin ich schon sauer auf die Tierschützer, die gegen diese Methode auf die Barrikaden gehen.

        Bei der Jagd lebt das Tier bis zum Zeitpunkt seines Todes eben wirklich sein eigenes Leben. Das finde ich sehr befriedigend.

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        • Berthold Lauer sagt

          „Bei der Jagd lebt das Tier bis zum Zeitpunkt seines Todes eben wirklich sein eigenes Leben. Das finde ich sehr befriedigend.“Bei der Tierhaltung etwa nicht! Es hat ja nur dieses eine Leben! Und ob es von einem anderen Leben weis, vermag ich nicht zu beurteilen. Ob es von dem, was der Mensch da alles hineininterpretiert etwas weis, kann ich ebenfalls nicht beurteilen.

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          • Wie wir im Video 8 erfahren haben, wird Normalverhalten der Schweine unterdrückt und der Fress-, Kot-, Ruhe- sowie Beschäftigungsbereich in eins „geschoben“ werden. Das führt zu Schwanzbeißen. Und dann die Fehlbetäubungsquoten. Ein gelungenes Schweineleben. Außerdem stinkt so eine Mastanlage enorm. Deutschland kackt sich zu, und das zahle ich alles mit, und die eigenverschuldete Insulinspritzerei (ob eigenverschuldet, kann man individuell nicht feststellen, daher hat jeder Kranke Solidarität verdient, statistisch kann man schon schon einen Kausalzusammenhang mit dem (Ess-)Verhalten/Körpergewicht herstellen). Viel Spaß mit Eurer „Esskultur“ und guten Appetit!

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            • bauerhans sagt

              „…wird Normalverhalten der Schweine unterdrückt und der Fress-, Kot-, Ruhe- sowie Beschäftigungsbereich in eins „geschoben“ werden. Das führt zu Schwanzbeißen.“

              auch aufem spaltenboden unterscheiden schweine kot-,ruhe- und beschäftigungsbereich,wenn das platzangebot,die lüftung,die wärme, futter und wasser passen,es gibt auch kein schwanzbeissen.
              schwanzbeissen ist genetisch bedingt.

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          • In der Tierhaltung wird des Leben des Tiers den Zwecken des Menschen unterworfen. Es lebt nicht sein eigenes Leben. Es ist unfrei. Deshalb finde ich die Jagd befriedigender, obwohl es natürlich auch unfaire Methoden gibt wie Dynamitfischen und dergleichen.

            Tierhaltung zum Zwecke der Nahrungsgewinnung ist als echte Symbiose zwischen Mensch und Tier möglich, allerdings nicht in so einer High-Tech-Welt wie der unseren, in der ja nicht mal mehr Kinder unbeaufsichtigt draußen spielen können. Tatsächlich kommen frei lebende Tiere ja immer wieder an die Futterplätze zurück. Tiere erst gar nicht einzusperren, war in der Geschichte der Landwirtschaft auch mal gängige Praxis.

            Die Zahl der Mitglieder einer Population richtet sich nach dem vorhandenen Nahrungsangebot und niemals umgekehrt. Wir sind nur deshalb 7,5 Milliarden Menschen, weil Nahrung für 7,5 Milliarden vorhanden ist. Wenn nur Nahrung für 3 Milliarden vorhanden ist, wären wir 3 Milliarden Menschen, was aber nicht bedeutet, dass 5 Milliarden verhungern würden, denn Menschen, die nicht geboren werden, können nicht verhungern.

            Wir sind nur deshalb 7,5 Milliarden Menschen, weil wir Pflanzen und Tiere in immer größerem Ausmaß unseren menschlichen Zwecken unterwerfen. Wir können uns ausbreiten, weil wir anderen Lebensformen ihr eigenes Leben wegnehmen. Deshalb ist Landwirtschaft Kampf gegen die Natur und nicht Wirtschaften mit der Natur.

            Wir füllen den Planeten mit Menschen, neben denen keine anderen größeren Lebewesen außer Nutz- und Haustieren noch Platz haben. Wenn man die Biomasse aller Wildtiere, die mehr als 1 kg wiegen, zusammenrechnet und mit der Biomasse aus Mensch und Nutztieren ins Verhältnis setzt, machen die Wildtiere gerade mal noch 1% (!) aus.

            Das hat nichts mit Kulturpessimismus oder Religiösität zu tun, sondern das ist die Realität. Und die sollten wir wenigstens anerkennen, wie sie ist, ohne uns unser Tun ständig schön zu reden.

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  3. Aufklärer sagt

    Es ist doch schon ein komplettes Mißverständniss wenn dauernd von Quälen der Tiere geredet wird.

    Tiere werden z.B. Operationsverfahren unterzogen. Das ist für den Moment unerfreulich schmerzhaft, geht aber vorbei.
    Es hat einen Grund und ein Ziel, der mit dieser Behandlung verfolgt wird.
    Ohne Nutzen macht sich keiner die zusätzliche Arbeit.
    Als konkrete Gründe steht die unabänderliche Tatsache, das Menschen essen müssen und das Fleischproduktion entgegen aller Unkenrufe der Veggie & Veganpropaganda eine Notwendigkeit ist. Das Fleisch und die Gülle wird gebraucht. Ohne gibts kein ausreichendes Wachstum der Nutzpflanzen. Vegane Idyllen gibt es nicht.

    Quälen hat einen ganz anderen Wesenszug. Es ist der Lust-Selbstzweck eines egoistischen Sadisten.
    So aufgeschlüsselt wird klar, das das Pseudo-Argument des Quälens nur ein haltloser geraezu justiziabler Vorwurf ist. Mit Dreck werfen war schon immer einfach.

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    • „Das Fleisch und die Gülle wird gebraucht.“

      Genau. Und Veganismus würde dazu führen, dass man viele Planeten zusätzlich brauchen würde, um dort die Pflanzen für den Kompost anzubauen, der zur Düngung notwendig wäre. Logisch, geht ja gar nicht anders, Fleischessen ist ja natürlich, hat ja schon der Urmensch gemacht. Wir müssen zurück zur Natur, weil es da so schön ist. Aber erst mal fliegen wir den Sojakackanteil, der in deutschen Mastanlagen anfällt, zurück nach Südamerika, um die „Kreisläufe“ zu schließen.

      1+
      • Vor Kurzem ging die Diskussion um die Rinderhaltung, und da wurde ich dann belehrt, dass die Rinder nur „zu einem sehr, sehr geringen Anteil“ mit Soja aus Südamerika gefüttert werden.

        In dem Film, bei dem es hier um die Fütterung geht, kommt es ähnlich rüber. So gut wie fast alle Schweinehalter (zumindest in Österreich) füttern ihre Schweine mit Produkten vom eigenen Acker und kaufen dann Rapsschrot und höchstens ein gaaaanz kleines bisschen Soja dazu.

        Es würde mich schon interessieren, wer dann die 35 Millionen Tonnen Soja aus Südamerika als Futter kriegt, welche die EU jährlich importiert. Polnische Hühner vielleicht?

        1+
        • „So gut wie fast alle Schweinehalter (zumindest in Österreich) füttern ihre Schweine mit Produkten vom eigenen Acker…“

          Anders als im „Norden Europas“ hieß es. Hab mich gefragt, ob da mit dem Finger auch auf Norddeutschland gezeigt wird. Aber in Dänemark, falls es gemeint war, ist die Schweinedichte in der Tat deutlich größer als in Gesamtdeutschland.

          Die Nährstoffrückführung über Gülle funktioniert ja nicht mal in Deutschland. Sonst hätten wir keine Probleme mit Überdüngung durch Gülle in den Tierhaltungshochburgen (Niedersachsen, Westfalen). Ein Zuviel an Gülle kann es nicht geben, da darin immer weniger Nährstoffe enthalten sind als dem Tier mit dem Futter zugeführt wurden – wenn denn die Gülle ihren ackerbaulichen Ursprüngen entsprechend verteilt würde. Offensichtlich geschieht das nicht. Die Gülle wird vielmehr nah bei den Mastanlagen ausgebracht. Die Pflanzen abseits der Tierhaltungshochburgen wachsen auch ohne sie, ob nun in Süddeutschland oder Südamerika. Pflanzen sind eben autotrophe Lebewesen und brauchen wenige Mineralien/Elemente (NPK als Dünger).

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          • Nach Deiner Logik müssten doch dann auch sämtliches giftiges CO2 und NOX, welches von Deutschland in alle Welt exportierte Autos auskacken nach Deutschland zurückgeführt werden, oder?

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            • Nicht nach meiner Logik, sondern derer, die von Kreisläufen faseln und der Gülle als natürlichen Dünger huldigen. Nach deren „Logik“ produziert das Schwein im Darm mengenmäßig alle Nährstoffe, die aus den Böden stammen, sonst wäre es ja kein Kreislauf, und „gibt“ dazu noch Fleisch. Genial.

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            • Na klar, ein food perpetuum mobile, noch nie was davon gehört?

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            • Ja das fpm, davon hört man hier doch ständig.

              Der Tierschützer-Alarmist Klaus Alfs hat in einem heutigen Artikel in seinem Blog zutreffend geschlussfolgert: „Nicht die Natürlichkeit der Landwirtschaft sollte hervorgehoben werden, sondern deren Künstlichkeit, und zwar durchaus im Sinne von Kunstfertigkeit.“

              Wenn die bräsigen Naturtanten und servilen Teemänner wüssten, dass die Hühnerbruststreifen auf ihrem Salat von einem Huhn stammen, das zu 45 % mit GVO-Soja und mit auf Basis von Blausäure synthetisiertem Methionin von Evonik gefüttert wurde, müsste man sich auch als Veganer nicht immer denselben Schwachsinn anhören – „künstliche Vitamine, vegan ist nicht artgerecht, das Allesfressergebiss, Spitze der Nahrungskette/Krone der Schöpfung“ und allerlei weiteren Blödsinn.

              Manchmal ist es schon ein Ärgernis, dass in einer überwiegend kulturell hochstehenden, ausdifferenzierten rechtsaffinen und hochtechnisierten Gesellschaft ausgerechnet im Medizin- und Ernährungsbereich so ein Natürlichkeits- und Ganzheitlichkeits-Gedankenschrott verbreitet wird. Ausgerechnet befeuert von der Agrarbranche.

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        • Walter Parthon sagt

          fingerphilosoph
          „Es würde mich schon interessieren, wer dann die 35 Millionen Tonnen Soja aus Südamerika als Futter kriegt, welche die EU jährlich importiert. Polnische Hühner vielleicht?“
          . Die große Masse der Sojabohnen wandert in die großen Ölmühlen, weil Soja eine Ölfrucht ist, wie Raps, Sonnenblumen oder Palmöl. Das dort gewonnene Sojaöl, 18 bis 20% des Gewichtsanteils der Bohne, wird fast immer zu Sojaöl für den menschlichen Verzehr oder zum Ökowunderkind Bio-Diesel. Mit dem „getoasteten“, stark entwässerten, fast schalenlosen Rest der entölten Bohne, dem großtechnisch mittels Hitze und Druck entgifteten Extraktionskuchen (dem Sojaschrot), werden die Tiere gefüttert. Das sind die sehr effektiven, verlustarmen Hauptverwendungen von Soja. Das Sojaöl wird meist in einem Benzinbad dem geschroteten Bohnenbrei entzogen („Extraktion“). Das Sojaöl löst sich aus dem Bohnenbrei fast vollständig im Benzin, kann so abgelassen werden. Das Leichtbenzin ist bei Erwärmung schnell flüchtig, wird abgesaugt und wiederverwertet, so entsteht unser Sojaöl, das auch weiterbehandelt werden muß. Der nach der Extraktion zurückbleibende, entölte Sojabrei (Bohnenmark) enthält Eiweiß, Faserstoffe und Stärke. Das problematische, aber sehr hochwertige, Eiweiß in der Sojabohne kann erst nach recht rabiaten Zubereitungen genutzt werden. Was sollten die US-Ölmühlen nun mit dem massenweise anfallenden Mark („Presskuchen“) machen, außer als Soja-Mist auf die Felder zu streuen? Als man effektive Verfahren entdeckte, mit Hitze und Druck die Verdauungshemmstoffe im Bohnenmark billig zu zerstören (und das Leichtbenzin fast ganz zu entfernen), begann der Siegeszug des Bohnenmarks als Viehfutter.
          Mit einer passend fabrizierten Struktur und Gewürzen könnte der Veggietrend bedient werden. Momentan tobt in der Veggie-Szene ein Streit, ob „künstliches“ IndustrieFood gut sein könnte. Die, die sagen: „Hauptsache vegan / vegetrisch“ setzen sich durch und vergeben die Vegan- oder Vegetarisch-Labels gerne gegen entsprechende Gebühren. Man entfernt sich immer mehr von seinen Wurzeln in der Reformbewegung (möglichst natürlich, möglichst unbehandelt) und sogar vom GenDogma, da viele Supplemente gentechnisch hergestellt werden, ohne dass es gekennzeichnet werden müßte. Gentechnikfrei im alten Sinne geht bei vegan praktisch nicht. Die Bio-Läden und die neuen VeganLäden sind sich nicht grün, die Bio-Fundis werfen auch mal die Schaufenster der Veganermärkte ein. Die Veganer haben das PR-Rezept der Bios kopiert, sich als moralisch besser dargestellt, und nun hält die „reale“ Kundschaft vegan für besser, hipper, modischer als Bio mit dem unausweichlichen Bio-Fleisch, BioEiern etc.. Vegan lässt Bio alt, spießig, alternativ-opihaft müffelnd aussehen. Vegan bedeutet: „vegan über alles“, über Bio und enge Gentechnikgrenzen. Alles was vegan praktisch bremsen könnte, wird abgelehnt.

          Noch sind die Soja-Hauptprodukte für die menschliche Ernährung die völlig anders als Sojaöl + Sojaschrot hergestellte Sojamilch und der Tofu. Wenn die Sojabohne nicht das Haupt-Fleischersatzprodukt der Veggie- und auch der Öko-Welle wäre, würden sich Ökomagazine überschlagen in Warnungen vor den weiterhin bestehenden hormonellen Wirkungen und Allergiegefahren. Bei kurzlebigen Tieren spielt das keine Rolle. Nun wird nur ein ganz kleiner Teil der Sojaernte von „Tufureien“ oder anderen Fabriken direkt für die menschliche Ernährung eingekauft. Soja war und ist nirgends ein Grundnahrungsmittel, weil es höchst umständlich, zeit- und energieaufwändig für die menschliche Ernährung aufbereitet werden muß, sonst immer wieder zu Verdauungsproblemen führte! In der SWR-Sendung „natürlich!“ verkündet die nettunkritische Moderatorin, dass „Tofu in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“. In der Sendung wurden Tofu-„Schnitzel“ gezeigt. Ein typischer Tofubericht, Liebe macht blind! Euphorische Menschen lassen sich gern mit Schwindel-Zahlen („90% des Soja ist für Tiere“, „10kg Soja für 1kg Fleisch“ etc.) abfüttern (Leserbrief verlinkt). Sojamilch/Tofu war bis 1990 verboten, weil man Täuscher und Panscher bei Milch und Käse fürchtete, und verbrauchertäuschen tun sie seither immer dreister, nennen ihre Ersatzprodukte als ob es Käse etc. wäre, mit Segen der sonst sehr wachsamen Verbraucherschützer.

          9+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Vor 2 Tagen hatte ich die Gelegenheit in den Genuss von vegetarischer Wurst zu kommen,
        Wer sich das dauert antut, muss sehr Leidenschaft sein.😡

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  4. Alexander Borchert sagt

    Danke für solche Beiträge.
    Schade, dass dieses Spitzenniveau der Informationsvermittlung so wenig nachgefragt und diskutiert wird. Nur auf diesem Niveau ist eine gesellschaftliche Diskussion sinnvoll. Die Landwirtschaft tut das, was der Verbraucher will. Ändern sich die Wünsche der Verbraucher, dann wird die Landwirtschaft folgen. Das ist der Weg und nicht umgekehrt.

    3+
    • Aufklärer sagt

      Eine kümmerliche Vorstellung unserer Gesellschaft.

      Aber einfache Vorstellungen sind halt beliebt.

      Der Verbraucher hat mitnichten die Wahl, die Sie ihm unterstellen und die der Landwirt so gerne herbeifantasiert. Der Verbraucher muss mit seinen Mitteln haushalten, das tut der Landwirt ja übrigens auch.
      Und wenn wir schon dabei sind: Der Landwirt ist reicher als mindestens 60% der Bevölkerung. Wieso gibt er nicht mehr für die Tierhaltung her? Warum arbeitet er nicht unentgeldtlich? Ach nee? Er will noch irgendwie leben? Gewinne erwirtschaften? Den Kinder Ausbildung ermöglichen? Das Haus abbezahlen?
      Jaja, so ist das. Der Verbraucher als Buhmann im Kapitalismus. Jeder Unternehmer lernt das Kosten gesenkt werden müssen, aber der Verbraucher ist derjenige, der das Geld mit vollen Ausgeben soll. nebenbei soll er sich versichern, Sparen fürs Alter, Kinder zeugen und unterhalten und sich engagieren für Natur und Umwelt und soziale Belange.

      Jaja, der Verbraucher ist die Melkkuh des Kapitalismus und der beste Sündenbock neben dem Staat und Gesetzen für den Unternehmer!
      Dann kann er nämlich richtig schön die Probleme seiner Produktion auf andere Abwälzen. So geht das damit sich der Heuchler seine Hände in Unschuld wäscht.

      Wenn ein Unternehmer und Landwirt seine Arbeit nicht mehr vor sich selbst rechtfertigen kann weil er zu billig produzieren muss, ist es alleine seine Entscheidung ein anderes Unternehmen aufzumachen. Tut er nicht leichtfertig, auch dafür gibts gute Gründe.

      Mich kotzen diese billigen Gewissheiten an und diese Propaganda zu Lasten des „Konsumenten“ mit ihrem moralischen Impetus einer Kanzelpredigt und der rücksichtslosen asozialen Note.

      Verbraucher, kaufe was du willst! Du hast im Kapitalismus nicht mehr viele Freiheiten, aber das ist alleine deine Entscheidung! Lass dir von Nutznießern wie Unternehmern nicht vorschreiben, was du zu kaufen hast!

      im Kampf gegen die simplifizierende Einseitigkeit

      ein Aufklärer

      1+
      • Alexander Borchert sagt

        Hallo Aufklärer,
        gut „gekotzt“.
        Ich will das „Ausgekotzte“ doch noch ein wenig sortieren. Bei Landwirtschaft geht es im Gegensatz zu Apple o.ä. um eine standortgebundene Produktion. Und es geht um überlebensnotwendige Güter.
        Bereits nach dem Aufstehen und nach dem Blick auf das Handy steht bei vielen Menschen die Arbeit des Bauern auf dem Frühstückstisch. Dabei handelt es sich um handfeste Produkte (nichts vituelles), welche essentiell sind. Es geht mittlerweile nicht um deren Menge, sondern um deren Inhalt. Für das I-phone X gibt dieser mündige Verbraucher 1200 € aus, obwohl er die selben Tätigkeiten auch mit einem Smart-Phone für 150,- € ausführen kann. Für die Produkte, von denen er wirklich lebt, wird der Cent dreimal umgedreht.
        Mich wundert daher nicht mehr, warum immer mehr Menschen so „herumko…..“. Es fehlt das Bewusstsein für die wahren Werte.

        2+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Vielleicht sollten sie sich mal über die BeSteuerung sachkundig machen, wenn der Bauer seine Lebensgrundlage versilbein will.
        Sie Neidhammel.

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        • Aufklärer sagt

          Vielelicht lesen Sie mal Beiträge. Wie Sie auf Neid kommen, wenn ich fordere, das der Konsument nicht als Idiot, Sündenbock und Goldesel der Produzenten hingestellt werden soll, bleibt Ihr Geheimniss.

          Die Wiederholung des Vorwurfes durch Herr Borchert machts auch nicht wahrer, aber kann man nachvollziehen.
          Ihr Beitrag ist jedoch nicht nachvollziehbar.

          Falls Sie meinen das der arme Landwirt unter den Steuern und Abgaben ächzt und stöhnt, der Unternehmer ja total ausgebeutet wird: Ja, geht dem Verbraucher auch so. Das Leben ist kein Ponyhof, auch wenn viele auf diesem Level so gerne vermarkten. Ja, gerade weil eine Menge Menschen das gerne hören und sich danach sehnen. Marketing und Reklame, Lüge und Mythen, Bio besonders gerne und Regio macht oft ähnliches mit seinem merkantilistischem Marketingkonzept aka Schutzzäune für den deutschen Landwirt.

          Ja, ist nicht schön, aber Strukturwandel war und ist für Betroffene noch nie angenehm gewesen.

          Der Unternehmer muss sich das ja nicht antun. Er könnte ja seine Arbeit auch niederlegen, selbst Konsument werden und künftig den Konsumenten vorleben überteuerte Produkte zu kaufen.
          Will er nicht? Dann soll er seine Probleme am Markt selbst lösen.

          Wir sind doch nicht hier bei Wünsch dir was! Das ist ja als würde Daimler alle, die nicht Daimler bezahlen wollen / können – obwohl klar die Mehrheit gute Autos fahren wollen und das auch sagen kaufen sie billige Autos.

          Oho, was für eine Denunziationskampagne des Autofahrers. Nur in anderen Segmenten wird Ihnen klar wie blöde das ist und auf Apple ist Herr Borcherdt höchstens Neidisch, weil die es geschafft haben wie das Biomarketing sich aus den Taschen der Kunden zu bedienen und bei denen noch beliebt zu sein – wobei dieses Unternehmen genau bei einer bestimmten Klientel beliebt ist, ähnlich wie beim Biomarketing, eher bei Snobs, bei Einkommensstarken Personen oder aus anderen Gründen bei bestimmten Kunden, denen spezielle Eigenschaften der Apple-Apparate wichtig sind.

          Man könnte dieses Beispiel auch wunderbar weiter breit treten, wieso es nicht der Kunde sondern schlicht der Porduzent und sein Marketing ist, der die Aufgabe hat, seine Produkte den Kunden schmackhaft zu machen.
          Das sollte für Landwirte ein Thema sein und nicht die Haudraufmethode und Lügenmärchen. Kunden der Supermärkte können nichts entscheiden. Werdet halt zu direktvermarktern und wenn ihr das nicht gebacken bekommt, gebt euch selbst die Schuld und nicht dem Kunden.

          Meine Ausführungen sind indiesem Sinne auch interessant und wichtig. Weil nur mit dieser Erkenntniss kann ein Landwirt sich entwickeln. Bei der Forderung mehr Geld für Güter wie Lebensmittel wird ja vergessen das viele sich das nicht leisten können und viele das nicht leisten wollen – persönliche Bedürfnisstruktur und auf die hat wohl noch jeder ein Recht!
          Gerade weil dieser Zwang dazu nicht möglich ist, muss ja die Propaganda sich auf Kanzelpredigt und Moralisieren verlagern.

          Wohl dem Landwirt, der es durchschaut und sich alternative Wege überlegt.
          Meine Güte! Selbst Metzger stellen mitlerweile Wurstautomaten auf. Ob sichs lohnt? Keine Ahnung. Wichtig ist da nur: Mit Kreativität und Ideenreichtum neue Distributionswege zu erschließen ist möglich.
          Die einen verkaufen schon, die anderen jammern noch und kloppen auf den Verbraucher ein – und genau deshalb werden viele von den Jammerern pleite gehen und kommen mehr und mehr unter wirtschaftlichen Druck: Weil sie alte Strukturen verteidigen anstelle sich anzupassen an neue Bedingungen. Anpassung ist nicht immer nicht jedem möglich, dann ist es ratsam ganz andere Wege zu wählen für einen Unternehmer, ehe einen das Schuldenkarussel und die Banken enteignen.

          Also Schluss mit Konsumentenkloppe

          Aufklärer

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Lesen Sie einfach Ihre Beiträge nochmal durch, dann werden sie feststellen, dass ein gewisser Herr Aufklärer der Meinung ist, dass 6o % der der Durchschnittsdeutsche. Wie sie zu den Zahlen kommen, erschließt sich mir nicht.
            Soll Ich ihnen sagen, warum meine Kinder einen Akademischen Beruf wählten, bzw. anstreben?
            Damit sie sich nicht stündlich anhören müssen, sie würden jammern.

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            • Aufklärer sagt

              Die Einkommensungleichheit hat zwischen 2003 und 2007 weiter zugenommen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes erzielten die einkommensstärksten 1 % der Bevölkerung (768.000 Personen) 13,1 % der Einkünfte von jeweils mehr als 172.000 Euro. Demgegenüber erzielten die einkommenschwächeren 50 % der Bevölkerung (38,4 Millionen) zusammen 14,3 % der Einkünfte von jeweils weniger als 22.500 Euro.

              Von weniger als 22k im Jahr. Darunter sind auch sehr geringe Einkommen oder Transferleistungsempfänger.

              Es ist mir ein Rätsel wie jemand meint, das in unserem Lande die Mehrheit der Bürger ach so viel Geld ausgeben könnten für Dinge des täglichen Bedarfs. Gerade an der Stelle muss oft gespart werden damit das Auto noch bezahlt ist, damit die unverzichtbare Telefonrechnung noch läuft.

              Muss jeder für sich überdenken.

              Schön Tag

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    • Matthias_W. sagt

      Völlig richtig!
      Gebe aber noch zu bedenken, dass Landwirte heute auch nicht mehr Herr ihrer Entscheidungen sind sondern politischen Vorgaben entsprechen müssen. Das Übel fing mit der EWG an (1957) und den folgenden Zwängen einer politisierten Landwirtschaft (Großbetriebe statt bäuerliche Familienbetriebe…). Die Abkoppelung des Tierwohls durch betriebswirtschaftliche Erfolgswirtschaft lässt keinen Raum mehr für die von „Fingerphilosph“ gewünschte Ausrichtung von „Land-schafft-Leben“, leider

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    • Bauer Willi sagt

      @Peter
      das machen wir doch gerne. Aber wenn man sieht, wie viele Menschen hier den Artikel aufrufen, kann man sich schon fragen, ob unsere Mitbürger noch an der Schilderung der Realität interessiert sind. Ihr habt euch so viel Arbeit gemacht und das so umfassend dargestellt, und dann scheint sich „kein Schwein“ dafür zu interessieren. Da werde ich schon nachdenklich, wie unsere Gesellschaft „tickt“…
      Bauer Willi

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      • Ihr müsst Hunde nehmen, dann wären Interesse und Empörung groß, denn mit dem Essen von Hunden hat hier keiner was zu tun. Bei Autoproduktion empfinden viele patriotische Hochgefühle. Bei Tier- und Fleischproduktion wird abgeblockt – ich habe hier schon mal von meinem diskreten „Missionierungsversuch“ berichtet (zum Weber-Grill würde doch Aktivstallfleisch gut passen). Wurde auch nicht rangelassen. Verdrängung, Vermeidung kognitiver Dissonanz. Sonst müsste man ja gleich nur Gemüse auf den Weber-Grill legen.

        Mir haben die Statements in Episode 8 zur Tierethik sehr gut gefallen: das offene Ansprechen, dass Normalverhalten der Schweine unterdrückt und Fress-, Kot-, Ruhe- sowie Beschäftigungsbereich in eins „geschoben“ werden. Dass nicht alles gut ist, was gesetzlich erlaubt oder nicht verboten ist, ist natürlich klar, kann nicht anders sein, da der Staat nicht dazu berufen ist, seinen Bürgern ethische Entscheidungen abzunehmen. Dies kann aber trotzdem nicht deutlich genug gesagt werden. Insofern auch ein Stück Staatsbürgerkunde von einer Tierärztin.

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