Bauer Willi
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Der Umbau

Wir haben in den letzten Tagen viel darüber diskutiert, wie und wohin sich die Landwirtschaft entwickeln soll. Jetzt habe ich mir mal meine eigenen Gedanken gemacht. Der Ansatz für einen Umbau ist ein völlig anderer als die bisherigen Vorschläge für eine Reform.

Da viele Mitbürger der Ansicht sind, dass die derzeitige Form von Ackerbau und Viehzucht nicht umweltgerecht und „enkelfähig“ ist, sollte der in vielen Vorschlägen zu findende Kernsatz „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ konsequent umgesetzt werden. Alle Vorschläge gelten EU-weit.

Folgende Zielsetzungen sollen erreicht werden:

  • Erfüllung der gesellschaftlichen Forderungen zu Natur- und Tierschutz
  • Förderung der aktiven Landwirte, die die gesellschaftlichen Leistungen erbringen
  • Schutz der hohen europäischen Standards vor wettbewerbsverzerrenden Einflüssen des Weltmarktes
  • Steuerentlastung der Bürger

Flächen- oder produktionsbezogene Zahlungen (Subventionen) werden EU-weit komplett gestrichen, die dafür erhobenen Steuerzahlungen des Bürgers entfallen. Gelder bekommt nur noch der Landwirt, der Umwelt- oder Tierwohl-Maßnahmen umsetzt.

Im Ackerbau sind dies zum Beispiel Aufforstungen, Dauer-Blühweiden ohne Nutzung, Dauer-Gewässerrandstreifen, Anlage von Hecken und ähnliches. Hierdurch soll die Artenvielfalt gefördert werden. Die neu geschaffenen Umweltflächen werden einmalig vermessen, pro Hektar wird ein Betrag von 1.500 € für die Pflege (einmaliges Mulchen/Jahr) gezahlt. Bisherige Maßnahmen wie Greening, vielfältige Fruchtfolgen oder andere, überaus detaillierte Aufzeichnungen und Angaben können somit entfallen. Per Satellit wird überwacht, ob eine Maßnahme aufgegeben wurde. Die übrige Bewirtschaftung wird nicht reglementiert. Der jährlich zu erstellende EU-Antrag kann somit entfallen.

Im Bereich der Tierhaltung werden alle Maßnahmen gefördert, die den Tieren einen definierten Platzbedarf anbieten (Ausführungen je nach Tierart unterschiedlich) und ihnen Zugang zum Aussenklima verschaffen. (Beispiele: Kühe: Offenlaufstall, Schweine: Offenstall)  Für Zugang ins Freie und für Verzicht auf Spaltenboden (z.B. Stroheinstreu) wird ebenfalls ein Betrag gezahlt. So werden die notwendigen Mehr-Investitionen (über Vorab-Kalkulationen nachzuweisen) und der Arbeits-Mehraufwand abgedeckt. Betriebe, die obige Bedingungen bereits realisiert haben (z.B.  Bio-Betriebe), erhalten ebenfalls eine Zahlung, allerdings in reduzierter Höhe. Der Tierhalter hat einen Nachweis über den Verbleib der anfallenden organischen Masse (Gülle, Mist) zu führen. (eigene Flächen, Gülle- oder Mistbörse etc.)  Es gelten Höchstmengen. Betriebe, die die Tierhaltung aufgeben, erhalten eine einmalige Ausstiegszahlung. (Betrag pro Tier)

Die Finanzierung all dieser Maßnahmen geschieht nicht mehr über Steuergelder (bisherige Subventionen) sondern über ein Umlageverfahren. Da der Bürger Veränderungen im Umweltschutz und beim Tierwohl wünscht und als Konsument bereit ist, dafür an der Ladenkasse mehr zu bezahlen, werden Aufschläge auf die Produktpreise gemacht, die vom Erfasser in einen zentralen Fonds eingezahlt werden. Als Beispiel für das grundsätzliche Verfahren dient die Initiative Tierwohl. Sollten die oben genannten Maßnahmen dem Bürger nicht genügen, sind weitergehende Maßnahmen durch eine Erhöhung des Aufschlages realisierbar. Damit der Lebensmitteleinzelhandel keinen Druck auf die Erzeuger ausüben kann und die Zahlungen abschöpft,  werden gesetzliche Mindestpreise festgelegt, unter den der Basis-Erzeugerpreis nicht fallen darf  (siehe gesetzlicher Mindestlohn). Als Basis-Erzeugerpreise werden die Gestehungskosten beim Landwirt herangezogen, die auf wissenschaftlicher Basis EU-weit jährlich rückwirkend ermittelt werden und für das kommende Jahr gelten. Somit werden auch steigende Preise der Vorlieferanten zeitnah erfasst.  Auf diese Mindestpreise erfolgt der Aufschlag.Die Höhe des Aufschlages errechnet sich aus der Summe der individuellen Maßnahmen. Landwirte, die an diesen Maßnahmen nicht teilnehmen, erhalten keine Zahlungen.

Für den Bio-Bereich gelten höhere Mindestpreise. So sollen die Mehrkosten abgegolten werden. Für die Umstellung auf Bio wird eine auf drei Jahre befristete Umstellungsbeihilfe von 1.000 €/ha gezahlt. Wird der Bio-Betrieb wieder aufgegeben, ist dieser Betrag zurückzuzahlen.

Die Dieselbeihilfe wird EU-weit gestrichen. Somit werden Wettbewerbsverzerrungen vermieden und Bürokratie wird abgebaut. Kulturspezifische Sonderzahlungen seitens einzelner Länder entfallen ebenfalls EU-weit.

Zulassungen und Zulassungsverbote von Pflanzenschutz- und Tierarzneimittel gelten EU-weit einheitlich. Länderspezifische Ausnahmeregelungen sind nicht erlaubt.

Bezüglich der Nährstoffe gilt EU-weit eine einheitliche Bilanzierung. Alle in den Betrieb importierten Nährstoffe (Mineraldünger, organische Dünger, Futtermittel) sowie alle exportierten Nährstoffe (Ackerfrüchte, Tiere, tierische Produkte) sind nach einem einheitlichen Schlüssel gesamtbetrieblich  jährlich zu erfassen und zu belegen (Rechnungen, Lieferscheine etc.). Dies gilt für alle Betriebsarten (incl. Bio). Die Erfassungsmaske gilt ebenfalls EU-weit. Gegebenenfalls kann diese Hoftor-Bilanz auch in ein zentrales Register eingegeben werden. Bilanzüberhänge und –unterdeckungen werden in einem Vier-Jahres-Zeitraum gegeneinander verrechnet, um die jährlich wechselnden Erträge und Entzüge auszugleichen.

Sollte es in Folge der oben genannten Maßnahmen zur Verknappung von Lebensmitteln auf dem europäischen Markt kommen, so ist der Import vom Weltmarkt nur dann erlaubt, wenn die Produkte europäischen Standards (Umwelt, Tierwohl, Löhne, Soziales) entsprechen. Produkte, die mittels Gentechnik hergestellt wurden, in der EU nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel, verbotene Tierhaltungsformen etc. erhalten so lange ein Importverbot, bis sie den europäischen Normen entsprechen.

So, ihr wolltet ja Vorschläge von mir. Hier sind sie. Und nun könnt ihr mir sagen, was ihr davon haltet. Feuer frei! Ich bin gespannt! Und falls die neue Landwirtschaftsministerin weitere Erläuterungen wünscht: immer gerne!

Euer Bauer Willi

 

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102 Kommentare

  1. Eckehard Niemann sagt

    Lieber „Bauer Willi“,
    erst einmal finde ich gut, dass Du Dich nun auch daran beteiligst, die zukünftig notwendigen agrarpolitischen Strategien und Maßnahmen zu diskutieren und dabei selbst Position zu beziehen.

    Richtig finde ich an Deinem aktuellen Entwurf, dass man an sich den gesellschaftlichen Erwartungen zu Natur-, Umwelt- und Naturschutz (und auch zu lebendigen ländlichen Regionen mit „Bauernhöfen statt Agrarfabriken“!) nicht weiter vorbeimogeln kann (wie es die Bauernverbandsspitze mit dem Gerede vom „Mitnehmen der Verbraucher“ zur sogenannt-„modernen Landwirtschaft“ immer noch versucht.

    Richtig finde ich auch, dass die anstehenden hiesigen Veränderungen und damit das Einkommen unserer EU-Landwirte geschützt werden müssen durch eine Beibehaltung und Weiterentwicklung des EU-Außenschutzes gegen das Dumping von Drittlands-Konkurrenten mit anderen klimatischen, rechtlichen oder sozialen Rahmenbedingungen.
    Deine Forderung nach Förderung der „aktiven Landwirte“ ist zu vage, weil – nicht nur aus Sicht der allermeisten dieser Landwirte – ein aktives Vorgehen angesagt ist gegen agrarstrukturelle Verdrängung von mittelständisch-bäuerlichen Strukturen durch agrarindustrielle Strukturen und Agrarkonzerne: z.B.
    – bei der Förderung durch Kappungsgrenzen und Staffelung zugunsten kleinerer-mittlerer Strukturen,
    – durch Obergrenzen (gemäß Baugesetzbuch und Bundesimmissionsschutzgesetz),
    – durch Schließung der Lücken und Vollzugsdefizite im Grundstücksverkehrsgesetz und durch
    – gesetzliche und flächendeckende, EU-weite Verbote von Nutztierhaltungspraktiken, die durch EU-Vorgaben längst obsolet sind, die durch andere EU-Länder längst praktikabel in nationales Recht umgesetzt sind und die durch flächenverbundene mittelständische Betriebe viel besser umsetzbar sind als durch Groß-Tierhaltungsanlagen,
    – durch die Cross-Compliance-Bindung der EU-weiten Direktzahlungen an wirklich konsequente Vorgaben zu wirklichen Fruchtfolgen, Flächenobergrenzen und „gute fachliche Praxis“ (wirklich echter integrierter Acker- und Pflanzenbau).

    Diese Maßnahmen sind – bei ordnungsrechtlich-flächendeckender Umsetzung statt nur partieller Label-Ansätze – automatisch verbunden nicht nur mit gesellschaftlicher Akzeptanz, sondern mit einem Abbau der ruinösen Überschussproduktion und – wegen der Verknappung des Angebots auf den Märkten – sogar mit überproportional steigenden und damit endlich dauerhaft gewinnbringenden Erzeugerpreisen. Eine andere Strategie hat der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter gemeinsam mit dem europaweiten EMB-Milchbauern-Zusammenschluss erarbeitet und in der letzten Milchkrise zur teilweisen EU-Umsetzung gebracht: eine Marktbeobachtung, die bei sich anbahnenden Überschuss-Situationen durch Anreize/Prämien eine Verringerung der Erzeugung bewirkt. Mir scheinen diese sozial-marktwirtschaftlichen Instrumente sinnvoller und besser durchsetzbar als die von Dir vorgeschlagenen Mindestpreise (die übrigens nicht hauptsächlich gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel durchzusetzen sind, sondern gegenüber den viel übermächtigeren Direkt-Abnehmern der Landwirts-Produkte (Raiffeisen-, Molkerei- oder Schlachtkonzernen, die Du wieder mal nicht erwähnt hast).
    Ein solcher Umbau der Landwirtschaft bzw. eine solche Agrarwende braucht gesellschaftliche Unterstützung, insbesondere auch finanziell. Was der individuelle Verbraucher im Supermarkt zumeist beim Einkauf nicht schafft, das unterstützt er als Bürger, Wähler und Steuerzahler: staatliche Zahlungen für den Umbau und Subventionen zur Korrektur marktwirtschaftlicher Verzerrungen zugunsten von Großstrukturen. Das kann durch staatliche Zahlungen erfolgen und/oder durch Zusatz-Umlagen auf Lebensmittel. Ich bin aber gegen eine generelle Streichung der Subventionen und deren Einkommenseffekte – insbesondere der Direktzahlungen für bäuerliche Strukturen – ganz im Sinne einer vergleichbaren Strategie von Gewerkschaften für ihre Mitglieder. Das Prinzip „EU-Geld nur gegen direkte Gegenleistungen durch Naturschutzmaßnahmen“ darf die Direktzahlungen nicht ersetzen, weil sonst ja nur die Zusatzkosten erstattet werden ohne Einkommenseffekt.

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Eckehard
      es ist doch schon mal schön, dass wir uns in einigen Punkten einig sind. Was die aufnehmende Hand angeht, so dürfte klar sein, dass die die Mindestpreise auszahlen müssen. Ich habe mich also nicht „herumgedrückt“, sondern die gehören mit in die Reihe. Dass Du Dein Lieblingsthema „Zerschlagung der agrarindustriellen Strukturen“ hier anbringst, war zu erwarten. Die Größenstrukturen sehe ich allerdings als das kleinere Problem an. Was wohl alle Landwirte eint, sind die nicht auskömmlichen Preise bei gleichzeitig immer höheren Anforderungen (die Du nicht erwähnst). Das Kartell des LEH hat da doch ein leichtes Spiel und den Verbraucher freut es. So sieht er doch, dass er mehr Umweltschutz und mehr Tierwohl quasi zum Nulltarif erhalten kann. Da mache ich ihm auch nicht einmal einen Vorwurf, so lässt es das derzeitige System ja auch zu. Mit einer Bindung der gesellschaftlichen Wünsche und direkter Kopplung an den Preis wie in meinem Modell würde das vom Kopf auf die Füße gestellt.

      Was die Überproduktion angeht, so wird die mit dem letzten Kapitel ebenfalls der Vergangenheit angehören. Wenn pflanzliches Eiweiß nicht mehr durch Importe abgedeckt werden kann, wird sich der gesamte Markt für pflanzliche und tierische Produkte gewaltig verschieben. Wenn zudem noch für Umweltflächen ein attraktiver Preis gezahlt wird, wird dies zusätzlich Flächen binden, die nicht für Marktfrüchte zur Verfügung stehen. Auch das gibt eine Entspannung des Marktes, vor allem wenn Flächen in den Gunstregionen aus der Produktion genommen werden.

      Wie Du vielleicht erkennen kannst, habe ich mir die Mühe gemacht, das Modell bis zum Ende zu denken. Und jetzt freue ich mich auf Deine Entgegnung. 🙂
      Bauer Willi

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      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber Bauer Willi,

        soweit sogut, trotzdem nochmals folgender wichtiger Hinweis:

        Es gibt (zumindest derzeit) KEIN Kartell des LEH, sondern vielmehr einen preis- und sogar labelmäßig scharfen Wettbewerb zwischen den Handelskonzernen.

        Deren tatsächliche Marktmacht beruht darauf, dass sie marktmäßig eine Überproduktion ihrer Zulieferer (Molkerei-, Fleisch- und andere Konzerne) nutzen können und natürlich auch nutzen.

        Wirklichen (regionalen) Monopolen oder Oligopolen sehen sich die Landwirte nicht seitens des Handels ausgesetzt, sondern zunehmend durch die Marktstellung der Molkereien und Schlachtunternehmen.

        Dagegen helfen nur: wirksame Erzeugerzusammenschlüsse, Klarheit über die eigenen Interessen statt „Wertschöpfungsketten-Partnerschaft“-Ideologien der Bauernverbandsspitze mit Raiffeisen & Co., Durchsetzung von erzeugerpreis-nützenden Strategien zur Verringerung der ruinösen Überschuss-Produktion und Weltmarkt-Orientierung.

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        • bauerhans sagt

          „wirksame Erzeugerzusammenschlüsse“

          die funktionieren nur mit disziplin und wenn dadurch auf dauer kosten gesenkt oder preise stabilisiert werden,was in den 1960-80er jahren gut funktioniert hatte (schweinezyklus).
          in der letzten zeit sind ezg`s durch steuertricks aufgefallen,weil geschäftsführer ihr gutes gehalt verdienen wollten.
          da sind dann rechnungen zwischen vater und sohn beim ferkelverkauf gestellt worden,wie bei viehhändlern,um 3,7% steuerdifferenz zu kassieren,was das finanzamt aber nicht akzeptierte.

          heute gibts nichtmal viele maschinengemeinschaften,die immer kosten sparen.

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  2. Im Januar habe ich im Kino die Dokumentation „Des Lois et des Hommes“ angeguckt.
    Thema ist die Fischerei in der Irischen See, die durch die EU-Gesetzgebung praktisch verunmöglicht wurde. Damit wurde den Fischern auf den kleinen irischen Inseln die Existenzgrundlage entzogen. Die leben auf diesen Inseln vom Fischfang und was anderes ist da nicht möglich.

    Die Dokumentation erzählt die Geschichte von einem dieser Fischer von der Insel Inishboffin, John O’Brian, der in einem 14 Jahre lang dauernden Kampf von der EU für die Inselfischer das Recht zurückerstritt, wieder im Meer fischen zu dürfen. Insbesondere geht es um die Lachsfischerei.

    Der Film zeigt, dass auch ein Einzelner oder eine kleine Minderheit in diesem Dschungel von Gesetzen und Lobbyismus der EU durchaus was erreichen kann, wenn er denn einen langen Atem hat.

    Vielleicht wäre es sinnvoll, sich mit dem „Umbau“ auch gleich an die entsprechende EU-Kommission zu wenden. Auf jeden Fall zeigt der Film, dass der Bürger dem Staat nicht hilf- und wehrlos ausgeliefert ist und macht Mut, auch so einen EU-Stier bei den Hörnern zu packen und aktiv zu werden.

    Der Film ist allerdings auf französisch. Der Regisseur, Loic Jourdain, ist Franzose, lebt aber wohl auf einer dieser kleinen irischen Inseln. Man kann sich mit dem also auch auf Englisch austauschen. Vielleicht kann er ja einige Tipps geben, wie man auf EU-Ebene politisch aktiv wird und dort vorgeht. Er war im Kino anwesend und man konnte noch mit ihm diskutieren.

    https://desloisetdeshommes.com/2017/08/30/le-realisateur/

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  3. Wie gerade schon Matthias Bosch angemerkt hat, ist das von Willi vorgeschlagene System bereits bei uns in D erfolgreich getestet worden: Die Einspeisung von “ grünem Strom“ aus der Biogasanlage. Garantierte fest definierte Fixpreise. Je nach erfüllten Standards gibt es mehr oder weniger Geld. Garantierter Ansatz, garantierte Menge. Für zusätzliche Leistungen (Flexibilisierung) gibt’s extra Geld, für besondere Zertifikate nochmal. Könnte man 1:1 auf Lebensmittel Produktion übertragen. Biogasanlagen stehen in Ihrer Wirtschaftlichkeit derzeit besonders stabil da, da dort Preisschwankungen nach unten so nicht existieren. Also sollte es durchaus funktionieren. Zwei Nebenwirkungen werden kommen: Innerhalb der Landbewirtschaftung gibt es keine staatlich hervorgerufene Wettbewerbsvorteile mehr, da alles gleich geschützt und reglementiert wird. Wie beim alternativen Strom werden die Kosten halt auch umgelegt werden müssen. Und da wird sich dann die Stunde der Wahrheit zeigen. Ich glaube, es würde funktionieren, aber es gibt wahrscheinlich zu viele mächtige Gegner, die viel zu verlieren haben.

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  4. Gedankenspiele hin Gedankenspiele her, es wird sich nichts ändern solange die Bauern nicht einheitlich geschlossen mit einer Stimme sprechen. Es ist sich doch jeder Bauer selbst der nächsten. Frei nach dem Motto: mir kann es ruhig schlecht gehen solange es meinem Nachbarkollegen schlechter geht ist alles gut. Wenn ich dann auch noch vom Bauernverband Südhessen höre die Ernte diese Jahr war überdurchschnittlich und wir in Nordhessen sind noch mitten drin am Ernten frage ich mich ob da wirklich nur Idiot am Werk sind. Da sollten doch erstmal die Vertreter der Landwirte sich einig sein und dann schauen wir mal weiter.

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  5. altbauer peter sagt

    guter ansatz willi,werbringt es unserer politik bei ? sie verliert dann ja ein teil der

    kontrolle. die eu weite umsetzung könnte schwierig werden, aber einen versuch

    ist es allemal wert.

    altbauer peter

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    • Bauer Willi sagt

      Hab es eben an das Landwirtschaftsministerium geschickt. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich. Frage ist nur, wer das im deutschen Landwirtschaftsministerium liest? Mir wurde schriftlich mitgeteilt, dass es Minister Schmidt auf den Tisch bekommt. Warten wir ab…
      Bauer Willi

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  6. In dem „Umbau“ sind viele gute Vorschläge drin, die ich unterstützen würde. Damit kann man doch echt was anfangen. Ich hätte allerdings zwei Korrekturen:

    a) die höheren Mindestpreise für Bio können entfallen. Denn bei diesem Modell werden die Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen ja über die Umlage finanziert, und da kann ja jeder Bauer mitmachen. Und da Bio-Lebensmittel sich qualitativ ja nicht oder kaum von konventionellen unterscheiden, ist der höhere Mindestpreis nicht gerechtfertigt. Preisunterschiede können hier über den Markt im Wettbewerb ausgeklüngelt werden.

    b) als Basis-Erzeugerpreise die Gestehungskosten beim Landwirt heranzuziehen, halte ich für kritisch. Denn es ist ja der Landwirt, der die Gestehungskosten festlegt und abrechnet, und so wie ich das einschätze, wird da jeder noch ordentlich draufschlagen. Ist bspw. in Vereinen oft so, dass zum Jahresende noch alle Gelder oft auch sinnlos rausgehauen werden, damit man im nächsten Jahr dieselbe Summe wiederkriegt.

    Um wenn wir schon bei diesem Umbau sind, schlage ich zusätzlich noch die Besteuerung von Ressourcen und Energie vor. Das dürfte auch noch mal in erheblichem Maße zum Naturschutz beitragen.

    Doch, dieser „Umbau“ hat was! Ich halte das sogar für umsetzungsfähig. Chapeau!

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    • Bauer Willi sagt

      @fingerphilosoph
      zu b) stimmt so nicht. Sowohl Universitäten als auch unabhängige Beratungsunternehmen errechnen den Deckungsbeitrag (Erlöse minus variable Kosten) auf Basis von Saatgut und Düngerpreisen, Maschinenkosten (zum Beispiel KTBL-Sätze), Kosten für Versicherungen etc. Die Daten werden also nicht beim Landwirt erhoben, sondern errechnet. Das ist geübte Praxis. Auf Basis dieser für alle Seiten transparenten Daten kann der Erzeugerpreis sehr sauber kalkuliert werden. Die Fixkosten sind bei jedem Betrieb anders, die könnte man aber mit einer Pauschale abdecken. Oder auch weglassen.
      zu a) Sag das mal einem Bio-Bauer. Der sieht das aber ganz anders.
      Besteuerung von Energie haben wir schon: Stromsteuer, Kraftstoff-Steuer. Du siehst, dass ist schon fein durchdacht. Vielleicht nicht alles bedacht, aber viel scheint nicht zu fehlen…
      Bauer Willi

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      • Was b) angeht, fehlt mir der Hintergrund, um zu beurteilen, wie das bei der LW ist. Umso besser, wenn es da schon verlässliche Daten gibt. Ich kenn’s halt von einer NGO, die staatliche Gelder bezogen hat. Da wars so, dass zum Jahresende das Geld, das nicht ausgegeben worden ist, sinnlos rausgehauen wurde. Deshalb habe ich mir vorgestellt, dass auch der Bauer sinnlos Saatgut, Dünger und noch einen Traktor kaufen könnte, bloß um hohe Gestehungskosten zu haben und den Mindestpreis zu halten.

        Was a) angeht, bleibe ich dabei, dass der Mindestpreis für Bio unbedingt wegfallen sollte. Zumal Bio ja sowieso nur als Nische funktioniert, u.a. wegen des größeren Flächenbedarfs, und sich zudem der konventionellen LW rapide wieder annähert, sobald die produzierten Mengen steigen.

        Auf diese Weise würde die LW nämlich wieder damit aufhören, sich selber zu zerfleischen. Denn tatsächlich hat „Bio“ wie auch „Tierwohl“ ja ein Janusgesicht: wenn ein Bauer sagt, Bio ist gesund, bedeutet das gleichzeitig immer auch, dass konventionell eben ungesund ist. Und das ist ja nicht unbedingt richtig. Dieses „Bio“ ist doch die Ursache dafür, dass heute viele Leute glauben, die konventionelle LW würde sie vergiften. Umso besser, wenn diese Kluft innerhalb der LW wieder geschlossen wird.

        Klar haben wir schon eine Besteuerung von Energie, aber die ist trotzdem zu billig.
        Falls der „Umbau“ der LW nicht null zu null aufgeht, wäre es sinnvoll, die fehlenden Steuergelder (bspw. für die Nahrungsmittelhilfe für Einkommensschwachen) über
        die Besteuerung von Ressourcen/Energie zu regeln. Das könnte man auf bei der Herstellung energieintensive Produkte draufschlagen. Dahingehend, dass der Supergrill, von dem hier öfter mal die Rede ist, eben nicht 800,- sondern 900,- Euro kostet. Wäre zumindest ein erster Schritt aus der unsäglichen Wachstumsspirale heraus.

        Ja, ich finde das echt fein durchdacht.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          >>>Deshalb habe ich mir vorgestellt, dass auch der Bauer sinnlos Saatgut, Dünger und noch einen Traktor kaufen könnte, bloß um hohe Gestehungskosten zu haben und den Mindestpreis zu halten.<<<

          So läuft das in unserer Gesellschaft, auch in anderen Foren,
          es wird einfach die persönliche Meinung geschrieben, anstatt sich an Fakten zu halten.
          Mich kotzt das an.

          2+

  7. Insgesamt scheint ja die Zustimmung zu überwiegen, schwer zu entkräftende Argumente gegen Willis Vorschläge sehe ich hier nicht. Was mich wundert, ist die Resignation in vielen Kommentaren: „Wäre zwar richtig, ist aber nicht durchsetzbar“.

    Warum sollte sich die Landwirtschaft widerstandslos auf dem Altar des Weltmarktes opfern lassen? Vielleicht könnten sich die Verbände darauf verständigen, Außenschutz zur Vorbedingung für alle weiteren Gespräche mit der Politik zu machen. Keine Regulierung ohne Außenschutz! Wer ausschert und sich von der Politik hofieren oder kaufen lässt, soll das dann mal der Basis erklären. Es ist ja hoffentlich noch nicht so weit, dass Ihr bei der Politik um kurzfristige Liquiditätshilfen betteln müsst?

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    • Bauer Willi sagt

      Genau. Soll ich das Papier mal nach Berlin schicken? Aber zu wem? Frau Klöckner hat heute ihr mögliches Amt als Spekulation kommentiert…schon seltsam.
      Bauer Willi

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      • Schmeckt gut sagt

        Auf jeden Fall hinschicken. Das Landwirtschaftsministerium wird eh von Wirtschaftsministerium „überstimmt“, deshalb an beide Adressen. So merken sie gleich, dass auch von der Basis (von Bauer Willi 🙂 ) gute Vorschläge kommen. Jetzt bin ich mal optimistisch: Wenn dann eine Einladung zum Gespräch kommt, ist schon viel erreicht.

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        • Bauer Willi sagt

          Gerade passiert. Mal sehen, ob da eine Antwort kommt. Schließlich hat Herr Schmidt mir gesagt, dass er ein Facebook-Abonnent von mir ist…
          Bauer Willi

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  8. Friedrich sagt

    @Willi. Genau , denn heute ist jeder Euro vom Staat mit rd. 40 ct Verwaltungskosten belegt. Deshalb sollte sich jeder Bürger diese Landes überlegen zus. Leistungen vom Staat zu erhoffen. Die Politiker sagen zu allem ja und schlagen es dann auf die Abgaben der Steuerzahler drauf . Wir zahlen uns die „Guttaten“ unserer Politiker selbst. Doch das will hier keiner sehen. In den 1970er Jahren hatte man als Lediger rd. 1/3 Abzüge bei der Gehaltsabrechnung. Heute sind es 50% , warum wohl ? Jede Forderung zieht höhere Steuern und Abgaben nach sich. Die Leistungsträger zahlen und die „Bedürftigen“kassieren. So einfach ist das.

    2+

  9. Friedrich sagt

    Dieser Vorschlag würde den Bauern mehr Freiheit im sozialen und ökonomischen Bereich bringen. Auch für Umwelt , Biodiversität und Verbrauchervertrauen eine gute Sache. Dies werden aber die Verwaltungsbeamten nicht wollen , denn die würden nicht mehr gebraucht.
    Die Eu könnte die 45 Mrd. Euro im Haushalt anders verteilen. Die Verbraucher hätten endlich das was sie wollen . Weniger Steuerlast , aber mehr Ausgaben für die Nahrungsmittel. Die Mehrkosten würden nach meiner Schätzung bei 300 Mrd./Jahr liegen.Bei 500 Mill. EU-Bürgern nur 600 Euro/Jahr/Bürger. Also keine große Sache, nur einmal auf den Urlaub verzichten und alles ist klar. Hilft auch der Umwelt , da dann weniger
    geflogen wird. Das dürfte nach den aktuellen Umfragen so auch gewollt sein.

    5+

    • Bauer Willi sagt

      Hast Du die Steuerentlastung gegengerechnet? Falls nicht, würde es noch weniger. Vielleicht sogar ein Nullsummenspiel…
      Bauer Willi

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  10. Guter Gedanke, aber das lässt sich nie durchsetzten. Bevor Stellen in den Ämtern abgebaut werden, werden nochveinige Bauern aufgeben, leider.

    1+

    • Inga sagt

      Ich glaube, heute Abend in KONTASTE kommt von mangelten Stellenbewerber im öffentlichen Dienst!

      Also werden Stellen und Ämter gestrichen, zuerst die Dieselrückvergütungsamt mit seinen Stellen.

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  11. Illusionistisch weil einfach dieser Protektionismus für die Landwirtschaft im Import EU-widrig ist, zudem diese Landwirtschaft nur einen Bruchteil der Gesamtwirtschaft ausmacht und deshalb nie eine Chance bestehen wird das umzusetzten – zusätzlich sind viele der Maßnahmen unter Streichung bestimmter Zahlungen zwar für Deutschland egal aber nicht für den Rest von Europa – Deutschland ist nicht die EU und deshalb gibt es viele Interessen von anderen Ländern, die völlig andere Strukturen haben und deshalb hat diese komplette Streichung praktisch aller Förderungen (Ausgleichszahlungenn ) null Chance auf Realisierung!

    …und was in dem ganzen wirklich stört ist diese Vereinheitlichung von allem EU-weit – das wäre Bauernkommunismus und spiegelt nicht die Vielfalt der Landwirtschaft der Union wieder zusätzlich gebe ich dem Vorbehalt der Planwirtschaft komplett recht – vieles erschreckt wirklich darin und erinnert irgendwie an die Planwirtschaft der ehemaligen DDR.

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    • Ich seh das so sagt

      Was ich nicht verstehe ist dieses komische Argument der Planwirtschaft. Alle agrarischen Marktteilnehmer kennen vom landwirtschaftlichen Sektor aber auch wirklich alles. Die Flächen sind bekannt, die möglichen Anbaufrüchte sind bekannt, die Produktionszyklen sind bekannt, die Deckungsbeitragskalkulationen liegen für jeden offen (ich habe aber noch nie eine von meinem Abnehmer gesehen, keine vom LEH …), sämtliche finanziellen Größen sind jedem offen zugänglich …
      Was fehlt ihnen noch zur Planwirtschaft ? Massive Fehler politischer Entscheidungsträger – sie meinen wie bei Milch oder Zucker ? Überbordende Bürokratie mit beliebigen wechselweisen Blockierungs- und Verhinderungstendenzen ?

      Zum Punkt Protektionismus:
      es war doch ein argumentativ zentraler Punkt des Zusammenwachsens Europas, daß man sich mit einer Bevölkerung von 500 Mio. Menschen im Rücken halt leichter gegen etwas wehren kann denn als Einzelstaat. Es gab schon in der Vergangenheit genügend Beispiele (gerade bei Soja), wie diese Interessen Europas an Eigenständigkeit allzu gerne eingetauscht (um nicht zu sagen verkauft) wurden gegen Partikularinteressen.

      Wenn die Politik nun ohnehin jedem Facebook-Trend nachläuft, der mit Schutz der Bevölkerung vor …., dann soll sie es halt auch mal ernsthaft zeigen. Dann aber bitte fairerweise für alle gleich (innerhalb Europas und vor allem außerhalb).

      Zu dem warum etwas Neues nicht gehen soll hat komischerweise jeder sofort 100 Argumente im Kopf. Das bei den ach so ungleichen Bedingungen aber ein (1) Weltmarktpreis für alle gilt, daran hat man sich unverrückbar gewohnt. Da werden alle über den gleichen Leisten geschlagen (und sehen das als Gottgewollt).

      1+

  12. Ein König in Preußen würde hier denken: Meine Bauern machen sich da vernünftige Gedanken und machen bessere und billigere Vorschläge als alle meine Beamten und Berater. Ich werde den Kremer-Schillings in den Adelstand erheben und zum Geheimrat ernennen. Mein Agrarminister soll dann einfach bei ihm abschreiben, die Beamten in den Landwirtschaftsbehörden werden zur Post oder zu Eisenbahn versetzt, die Fähigeren unter ihnen können auch als Volksschullehrer Verwendung finden, sofern sie als Unteroffiziere gedient haben. –

    Leider läuft es ja in der Demokratie anders, hier geht es nicht um Sachverstand, sondern um Mehrheiten. Wer etwas durchsetzen will, braucht entweder eine Mehrheit, oder als Minderheit einen Machthebel. In der Spaßgesellschaft sind kaum Mehrheiten für Positionen zu erwarten, die den Verbrauchern etwas abverlangen.

    Wie sieht es also mit möglichen Machthebeln aus? Minderheitenschutz? Streikrecht? Außerparlamentarische Opposition? Das Wahlverhalten von Bauern wird die Parteien nicht beeindrucken, Landwirte fallen zahlenmäßig nicht mehr ins Gewicht.

    Man sollte alles vermeiden, was immer tiefer in die Abhängigkeit führt: Staatliche Leistungen und Schulden etwa. Euer Kapital, Eure Macht ist das Grundeigentum. Wenn der Lebensunterhalt mit der Bewirtschaftung des Landes nicht mehr verdient werden kann, muß das Land verpachtet werden oder brachliegen. Das Kapital einmotten, den Lebensunterhalt beim Staat oder bei einer Bank verdienen und die Flächen für die Familie behalten. Je mehr Menschen dem Staat oder der Finanzindustrie auf der Tasche liegen, desto schneller geht der absurden Schuldenwirtschaft die Luft aus – dann kommt wieder eine goldene Zeit für Landwirte.
    Nur so als Alternative, falls die Politik nicht auf Euch hören sollte!

    2+

    • bauerhans sagt

      beim PREUSSENKÖNIG herrschte immer hungersnot,heute nicht mehr,weshalb es nicht funktionieren würde.

      1+

  13. Prinzipiell nicht schlecht, aber wer finanziert den Ausgleich, wenn zu viel Produziert wird, weil der Markt übervoll ist? Denn das denke ich wird geschehen, wenn ich einen Mindestpreis bekomme. Dann produziert man viel, denn dann habe ich ja auch mehr in der Tasche. Denn durch Masse sinken ja auch verschiedene Kosten.

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  14. Grundsätzlich diskussionsfähige Impulse – bis auf die Preisaufschläge, die zu einem Ausweichverhalten der “Konsumenten“ führen wird (siehe Fettsteuer DK, kleiner Fleisch- Grenzverkehr CH / BRD). Aber eins ist schön herausgearbeitet worden: wer die Musik bestellt, bezahlt die Kapelle, oder: “wer wenden will muss die Kosten sozialisieren.“

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  15. Das hört sich nach einer wirklichen Revolution der Landwirtschaft an! Aber ob sich das durchsetzt ist fragwürdig. Man sollte es mal durchrechnen!

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  16. Mark sagt

    Na ja, so ein Brainstorming ist ja durchaus legitim und die Möglicheit einer Realisierung darf zu Beginn des Stormings auch ausser acht gelassen werden. Grundsätzlich geht es ja um einen EU- weiten Umbau, nicht um nationale Alleingänge. Wenn die EU ihren Eiweißbedarf selbst produziert, wäre das Problem der Agrarexporte sofort weg und der Druck wäre aus dem Kessel. Vorausgesetzt es gäbe einen wirsamen Aussenschutz würden nach dem Wegfall von Subventionen die Agrarpreise um 50-100% steigen. Die Kosten würden vom Steuerzahler auf den Verbraucher übertragen. Mindestpreise etc und der ganze sozialistisch- bürokratische Quatsch (bloss kein Umlageverfahren!!!) sind komplett überflüssig, wenn der Markt die entsprechenden „Leitplanken“ hätte. Was notwendig werden würde ist, dass im Rahmen der Sozialhilfe für Einkommensschwache eine Nahrungsmittelhilfe bezahlt würde, damit haben wir dann den Steuerzahler wieder in der Pflicht….

    1+

    • Bauer Willi sagt

      So ist das. Siehe auch meinen Artikel „Subventionen streichen“. Wenn das Eiweiß nicht mehr aus Übersee kommt, ändert sich die europäische Landwirtschaft in einem Maße, die sich kaum einer vorstellen kann. Dann wäre in der Tat das Umlageverfahren obsolet…
      Mark, Du hast es kapiert. Und Tilman Ziegler sieht es auch so. Jetzt sind wir schon drei 🙂
      Bauer Willi

      1+

      • Schmeckt gut sagt

        Es sind schon vier:-) . Sehe es genau so. Mit einer Einschränkung: Ich sehe die Möglichkeiten zum Außenschutz als absolut notwendig, aber extrem gering an. Gestern haben wir, wie in jedem Jahr, die Fruitlogistica in Berlin besucht (die größte Obst- und Gemüsemesse der Welt). Geht man mit offenen Augen über diese Messe, erkennt man die weltweiten Verflechtungen im Handel und die Notwendigkeit, für die anhaltenden Erfolge im deutschen Export eben genau diesen Außenschutz nicht zu installieren. So wird es ja auch offensiv von unserer Kanzlerin vertreten. Dieser Schutz wird also nicht kommen. Eine klare Stimme aus der europäischen Landwirtschaft würde beim Nachdenken über einen Außenschutz sehr helfen, aber auch diese Sichtweise sehe ich nicht, weil wird untereinander viel zu zerstritten sind. Weniger „Kakkophonie“ in den öffentlichen Raum und eine Ausarbeitung der realistischen Verbesserungsmöglichkeiten würde ebenfalls helfen. Die Betonung liegt auf realistisch.

        2+

        • Unter den derzeitigen Bedingungen mag die Forderung nach Außenschutz wenig realistisch sein. Die Situation kann sich aber jederzeit sehr plötzlich völlig ändern. Schulden und Sorglosigkeit wachsen in der ganzen Welt schneller als die Einkommen und die reale Wirtschaft. Sollte sich eines Tages herausstellen, dass unsere Target-2-Forderungen ebenso uneinbringlich sind wie die meisten anderen Schulden im System, wird alles sehr schnell gehen. Dann wird jeder Staat Einfuhren besteuern, weil bei Bürgern und Unternehmen nichts mehr zu holen sein wird. Man braucht kein besonderer Kulturpessimist zu sein, um diese Möglichkeit für sehr realistisch zu halten.

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          • bauerhans sagt

            „Schulden und Sorglosigkeit wachsen in der ganzen Welt schneller als die Einkommen“

            vor jahren hatte ich bei einem ökonomen gelesen,dass das schuldenmachen noch ca.50 jahre funktionieren könnte.

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            • Kann sein, dass die kollektive Konkursverschleppung noch viele Jahre funktioniert. Ich mache trotzdem nicht mehr mit….

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          • Schmeckt gut sagt

            Es wird bei allen Überlegungen immer das „könnte, würde, sollte“ eingeworfen. Das ist mir zu schwammig. Wir leben im „Jetzt“. Sicherlich sind solche Überlegungen richtig (die Schuldenspirale mit den von Ihnen beschriebenen Auswirkungen macht mir auch ein wenig Angst) und Vorbereitungen auf ein „Danach“ sind wichtig. Wir benötigen aber kurzfristig eine Verbesserung der Situation. Sehr viele Betriebsleiter/Nachfolger sind frustriert.

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            • Kurzfristige Lösungen gerne, an Vorschlägen mangelt es hier ja nicht. Aber wie können wir das durchsetzen?
              Könnten sich die Verbände und Interessenvertretungen der Landwirtschaft wenigstens auf einen gemeinsamen Kurs einigen?

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            • Schmeckt gut sagt

              So sieht es leider aus. Wir Bauern ziehen gleichzeitig an den Enden des Seils, wenn es 4 Enden wären, würden wir auch die versuchen, in unsere Richtung zu ziehen. Ein großer Schritt in die richtige Richtung wäre, dem Anderen einfach mal zuzuhören, eine erreichte Verbesserung anzuerkennen und zusammen weiterzuentwickeln. Schwierig! Bin ich jetzt zu pessimistisch?

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  17. Eine bäuerliche Landwirtschaft mit normalen kleinen Strukturen ist leider in Deutschland nicht erwünscht. Das Gro der Bevölkerung wäre sicher bereit höhere Lebensmittelpreise zu zahlen um diese Form der Landwirtschaft zu stützen und zu fördern und ihr damit ein passendes Einkommen zu sichern. Der Weg ist aber leider vorgegeben….. hinein in eine industrielle LW in der der normale Landwirt keine Chance hat zu produzieren oder zu existierten. Schade…. Jedem Landwirt wird das wichtigste Instrument einer unternehmerischen Tätigkeit aus der Hand genommen…. die freie Bestimmung seiner Verkaufspreise…. gewollte Planwirtschaft die seit Jahren immer mehr ausgedehnt und akzeptiert wird.!

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  18. Das Ziel wird auch mit dem jetzigen System erreicht und kostet dem Verbraucher nichts. Wie sollen wir EU weit einheitliche Standarts in der Landwirtschaft bekommen? Das schaffen unsere Politiker nicht einmal bei der Energieversorgung, siehe Abschaltung AKWs.

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    • Ich seh das so sagt

      Aber einheitliche Standards zur Abrechnung mit EINEM (1) WELT-Marktpreise sind schon möglich seit mindestens 100 Jahren !!

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  19. Gute Vorschläge, aber wieso sollte die Politik diese umsetzen? Kostet dem Verbraucher viel Geld, egal ob man es Steuern oder Umlage nennt.

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  20. Altbauer Jochen sagt

    Wir können uns noch so viele Veränderungen wünschen,
    die in diese Richtung gehen.
    Wenn der Rest der EU, die USA und China und die Russen nicht mitmachen,
    können wir damit auch nicht überleben.

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  21. Ich würde sogar noch weiter gehen:
    EU weit sämtliche (!) Subventionen streichen, dann könnten die Steuern massiv gesenkt werden, die freiwerdenden Beamten würden den Fachkräftemangel ausgleichen (), der Verbraucher ist in der Lage seine Versprechen zum Kauf hochwertiger Nahrungsmittel einzulösen. Einziger Knackpunkt, die Konzerne müssten ihre in den Steueroasen geparkten Gelder zurückholen

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  22. Beim EEG hat man es auch ähnlich gemacht. Einfach sie Kosten umlegen. Und wer sich entscheidet keinen gem Antrag zu stellen braucht sich auch an keine Auflagen halten?

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  23. Es läuft doch schon genau so ähnlich. Wenn der Verbraucher wirklich so kaufen würde wie es alle immer vordern . Müssten da nicht die Tiere mit dem meisten tierwohl alle vergriffen sein in dem Läden???? Ein Beispiel. Es gibt so viele Wildschwein in Deutschland der Preis dafür müsste um das doppelte erhöht sein wenn alle so danach greifen würden wie es in den Medien laut Umfragen heißt. Und ????? In der ladentheke liegt Wildschwein aus dem Ausland. Muss nicht der Mensch zum Berg gehen ?????

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    • Sehr gut als Beispiel kann ich immer den Edeka ein paar km von mir entfernt angeben. Der hat eine sehr breite Palette an alternativ erzeugten Produkten nu zeichnet sich auch hier das Bild des Ladenhüters ab während die konventionell erzeugten Produkte stets gut fluktuieren.

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  24. Ui, dann wird es aber knapp am Markt vor allem wenn Import stattfinden muss, wird man vermutlich an den hohen Standards scheitern…. ansonsten, nettes Gedankenspiel..

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    • Ja, Gedankenspiel. Aber warum vermitteln wir das nicht mal den Entscheidungsträgern? Mit kleinen Anpassungen des Existierenden kommen wir ja nicht weiter. Damit ist doch keiner zufrieden! Weder Bürger noch Bauern (wobei die auch Bürger sind, ich weiß) Neue Ideen sind gefragt. Wer hat noch welche?

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    • Einen texanischen Rinderbaron als Landwirtschaftsminister installieren 😁 der würde seine Interessenspapiere mit der Winchester unterzeichnen 😉

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  25. Sehr gute Vorschläge, leider wird der Verbraucher das nicht bezahlen wollen. Wir Landwirte könnten so gut existieren, glaube ich. Bauer Willi, du solltest ins Agrarministerium wechseln.

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    • Das haben wir doch schon. In den wasserschutzgebieten haben wir soviele Vorschriften das man ohne Arbeit mehr in der Tasche hätte. Aber die Landwirtschaft ist nun mal nicht nur meine Arbeit sondern auch Hobby.

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      • bauerhans sagt

        „In den wasserschutzgebieten haben wir soviele Vorschriften das man ohne Arbeit mehr in der Tasche hätte.“

        wir haben seit 25 jahren ne wasserkooperation und das rechnet sich!
        allerdings gibts immer noch einzelne,die ihre anträge zum stichtag nicht fertig haben oder die nicht wissen,dass als zw-frucht keine legus angebaut werden dürfen.

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    • Joachim Kaiser Die Wasserschutz-Kooperationen sind ein sehr gutes Beispiel, wie es für öffentliche Leistungen auch Geld gibt. Oder für Hamsterschutz…

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  26. Lieschen Müller sagt

    Ich finde den Grundgedanken „Steuerentlastung für den Bürger“ so nicht richtig. Die Frage ist doch immer, was mit den Steuern gemacht wird.
    Die anderen drei Forderungen würde ich als Verbraucher mit euch umsetzen.
    Auch den Weg, den du beschreibst, finde ich jetzt erstmal nicht schlecht. Man kann das doch mal 20 Jahre lang so probieren!

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  27. Eins muss ganz klar sein. Jede Veränderung in der Landwirtschaft ist mit massiven kosten verbunden. Der Verbraucher und auch die Politik müssen sich darüber im klaren sein. Wenn Forderungen gestellt werden dann sollten auch Lösungsansätze mitliefern. Die Gesellschaft muss sich im klaren sein das Lebensmittel sehr viel teurer werden. Der Einzelhandel allen voran die Discounter müssen sich im klaren sein das die landwirtschaftlich erzeugten Produkte nicht mehr für den Preis zu haben sind die ja immer sehr selbstbewusst aufgerufen werden. Es sind nähmlic die Einzelhändler die die Preise vorgeben. Wie Alfons Balmann oben schon feststellt. Früher hat der Staat die Preise vorgegeben und heute macht es der Einzelhandel. Gerade so viel das der Landwirt gerade so überleben kann. So kann das nicht weitergehen. Wenn ein Umbau vorgenommen werden soll dann aber in der gesamten Wertschöpfungskette.

    1+

    • Dieses „Gerade soviel das der Landwirt gerade so überleben kann“ ist ein Grundprinzip und Ergebnis des Wettbewerb. Wären Profite in der Landwirtschaft für alle möglich, würden die Preise des knappsten Faktors, also etwa der Boden oder wie bis vor ein Paar Jahren Milchquotenpreise, soweit ansteigen, dass die Profite wieder verschwinden. Echte Profite sind nur denjenigen möglich, die überdurchschnittlich effizient wirtschaften bzw. Innovationen nutzen, die anderen nicht zur Verfügung stehen. Die großen LEH-Konzerne sichern ihre Profite dadurch ab, dass Neueinsteiger nicht mit ihrem Effizienzniveau mithalten können – es sei denn, diese Neueinsteiger sind irgendwann innovativer als sie. Die Berücksichtigung gesellschaftlicher Interessen, wie Nahrungsmittelsicherheit (über konsequente Verwendung von QS, GlobalGAP) und neuerdings auch neue Tierwohlstandards sind Teil ihrer Innovationsstrategien. Aber auch dabei achten sie darauf, dass sie dafür auch Lieferanten finden.

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  28. Mein Vorschlag: wer solche Forderungen macht, soll es doch einfach mal selber umsetzen und eine Schippe in die Hand nehmen
    Seltsamerweise haben die ganzen Schlaubürger und Besseresser keine Zeit, wenn ich sie zum Jäten der Brennnesseln einlade, und 15€ für das kg Hähnchen zahlen sie auch nicht.

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  29. Vieles erinnert an sozialistische Planwirtschaft. Diese ist dann vor allem daran zugrunde gegangen, dass es an Innovationen und umtriebigen Unternehmern mangelte. Die lassen sich nämlich nicht so einfach planen und verwalten.

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    • Haben Sie mal die CC-Vorschriften aufmerksam von der ersten bis zur sechsundneunzigsten Seite gelesen? Was ist das denn? Und was die umtriebigen Unternehmer angeht: wenn man für einen Mobilstall eine Baugenehmigung braucht (warum?) die Hofschlachtung veboten ist (warum?) und auch sonst jedes unternehmerische Engagement durch Vorschriften „begleitet“ wird, Ich komme mir jetzt schon so vor, als würde ich in einer Planwirtschaft leben. Und jetzt Ihr Vorschlag zur Reform der GAP. Kritisieren ist leicht…

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      • Lieschen Müller sagt

        Der Unterschied der heutigen Wirtschaftsweise zur Planwirtschaft ist schon noch erheblich: die Planwirtschaft ging von Grundbedürfnissen der Menschen (Nahrung, Wohnung, Energie, Konsumartikel) aus, die man befriedigen wollte. Da es gerade an den Konsumartikeln immer mangelte, konnte man da immer Fortschritte versprechen. Unternehmergeist und Erfindertum wurden unterstützt, ließen sich aber oft nicht umsetzten, da es kein Geld für neue Maschinen oder Ersatzteile gab.
        Jetzt gibt es alles. Du kannst immer alles kaufen, wenn du Geld hast. Die ganzen Vorschriften dienen doch nur noch dazu, nicht noch mehr herzustellen, oder die Folgen unseres Wirtschaftens ein bißchen abzumildern. Ein Ziel scheint es hinter dem ganzen gar nicht mehr zu geben. Deswegen verzweifeln die Menschen auch so an der jetzigen Regierungsbildung.

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        • bauerhans sagt

          in der planwirtschaft gabs keine eigeninitiative,die gabs dafür zuhaus im kleinbetrieb z.b. wurde mit brot gefüttert oder sämtliche verwandte leisteten manuelle feldarbeit gegen futtergetreidedeputat und sicherten sich so ihren festagsbraten.

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    • Bauer Willi die Agrarpolitik ist nicht frei von Planwirtschaft und vor allem Bürokratie. Aber an deren Entstehung ist die Landwirtschaft beteiligt. Solange man eine Vorzugsbehandlung gegenüber anderen Sektoren hegt und pflegt, braucht man zum einen eine Legitimation (z.B. über besondere Landwirtschaftsgesetze) und muss sich zum anderen mit den Konsequenzen der damit einhergehenden Bürokratie abfinden – zumal andere einem permanent auf die Finger schauen. Vgl. dazu auch meinen Beitrag zu Agrarmythen http://www.dlg.org/index.php?id=3270.
      Klar ist aber auch, dass auch andere Sektoren staatlichen Regeln unterworfen sind und mit Bürokratie zu kämpfen haben. Vielleicht nicht im selben Umfang. Aber wir haben ja auch kein Autobauministerium, kein Handwerksministerium,…

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    • Alfons Balmann schön geschriebene Analyse. Mehr nicht. Erinnert mich an mein Interview mit Prof. Roeb: die Landwirtschaft wird den Weg von Textil- und Stahlindustrie gehen: raus aus Deutschland. Halte ich für Quatsch, aber das mit dem Sterben der Höfe eine höhere Technisierung einhergeht dürfte ja auch jedem klar sein.

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    • Bauer Willi warum raus aus Deutschland? Ich behaupte, dass es genügend landwirtschaftliche Unternehmer in Deutschland gibt, die sich gerne den Herausforderungen stellen bzw. es schon tun. Die 10 Thesen der DLG belegen das recht deutlich. Die Konsequenz wäre jedoch eine andere Landwirtschaft und Agrarpolitik als wir sie bisher kennen. Davon traut sich jedoch kaum jemand zu sprechen.

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      • Mark sagt

        Hat sich schon manche Behauptung eines Professors als komplett falsch erweisen, Thesen als Beleg zu werten ist unterdessen schon abenteuerlich.

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    • Bauer Willi warum raus aus Deutschland? Ich behaupte, dass es genügend landwirtschaftliche Unternehmer in Deutschland gibt, die sich gerne den Herausforderungen stellen bzw. es schon tun. Die 10 Thesen der DLG belegen das recht deutlich. Die Konsequenz wäre jedoch eine andere Landwirtschaft und Agrarpolitik als wir sie bisher kennen. Davon traut sich jedoch kaum jemand zu sprechen.

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    • Bauer Willi warum raus aus Deutschland? Ich behaupte, dass es genügend landwirtschaftliche Unternehmer in Deutschland gibt, die sich gerne den Herausforderungen stellen bzw. es schon tun. Die 10 Thesen der DLG belegen das recht deutlich. Die Konsequenz wäre jedoch eine andere Landwirtschaft und Agrarpolitik als wir sie bisher kennen. Davon traut sich jedoch kaum jemand zu sprechen.

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    • Alfons Balmann Die 10 Thesen der DLG habe ich unter meinem Kopfkissen liegen. Die finde ich gut und deshalb kritisiert sie der DBV wohl auch. Wie das in einer höheren Wertschöpfung für den Landwirt umgesetzt werden kann, fehlt mir dort allerdings. Mein Vorschlag ist ja so zu verstehen, dass einerseits die Wünsche der Verbraucher umgesetzt werden können, andererseits die Wertschöpfung direkt beim Landwirten ankommt. Also nicht über den Umweg über steuerfinanzierte Transferleistungen. Die will ich nicht. Ja, das Verfahren ist etwas kompliziert, aber über die Ladentheke klappt es ja nicht.

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    • Alfons Balmann DIE Landwirtschaft gibt es ja nicht und wenn ich sehe wie die Geflügelhaltung aufgestellt ist – eben wie andere Wirtschaftsbereiche auch – sehe ich ausgerechnet diese als sehr gut vorbereitet auf die Zukunft.

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    • Mirjam Lechner ich würde sagen Jein. Auch die Geflügelwirtschaft, insbesondere die Mast steht vor erheblichen Herausforderungen. Allerdings ist sie organisatorisch wesentlich besser aufgestellt.

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    • Alfons Balmann Die Zucht ist beim Geflügel in den Händen der Schlachter. Die wissen um ihre Linien. Die Tiergesundheit. Die könnten in kürzester Zeit beidrehen, Linien wechseln, Platz schaffen. Ich geh davon aus das die für jede Marktanforderung die Strategie liegen haben wie Autokonzerne. Die steuern ihre Marktangebot auf den Punkt der Nachfrage

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    • Alfons Balmann Ach so! Es ist also doch eine Frage der Organisation. Dann lasst uns doch darüber streiten, WIE man das hinbekommt. Das OB steht ja wohl außer Frage und das ist doch mal ein erster Konsens. 🙂

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    • Bauer Willi wer sagt etwas gegen Organisation? Es ist jedoch ein großer Unterschied, ob der Staat getrieben durch Klientelpolitik, durch Lobbyinteressen und -auseinandersetzungen „organisiert“ oder wirtschaftliche Akteure sich mit dem Ziel einer nachhaltigen Rentabilität organisieren. Allerdings muss auch letzteres Grenzen finden, wenn eine Kartellbildung droht bzw. stattfindet.

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    • Mirjam Lechner nein, sondern durch Verträge, die sie freiwillig abschließen. Das ist keine Abhängigkeit. Auch die andere Seite profitiert von den Verträgen durch Liefersicherheit.

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    • Alfons Balmann Langsam wird es doch was! Mir ist letztlich auch egal, wer das organisiert. Wenn die Geflügel-Leute das hinbekommen, ist es doch ein gutes Beispiel, wie es gehen kann. Die Molkereien bekommen es ja (noch?) nicht hin. Aber genau da kommt das Kartellamt ins Spiel! Genau das sorgt doch dafür, dass solche Abstimmungen geahndet werden. Ist ja vielleicht noch in Ordnung, wenn es um Preise geht. Aber wie soll man denn eine vernünftige Mengensteuerung hinbekommen ohne Absprache?? Da beißt sich doch die Katze in den den Schwanz. Es heißt: „regelt das unter euch“ und dann soll es ein Kartell sein!? Das muß mir jetzt mal jemand erklären. Wofür haben wir denn schließlich Professoren… 🙂 🙂

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    • Bauer Willi wozu Mengensteuerung? Das wäre ein Kartell und nicht akzeptabel. Es gibt auch kein Geflügelkartell. Das was dem Milchsektor fehlt ist zum einen eine auf Innovationen basierende Breite (dazu zählen auch intelligentere Verträge) im Verarbeitungsbereich und eine Lieferantenbasis, die effizient wirtschaftet. Beide Defizite sind Folge der jahrzehntelangen Regulierung und insbesondere der Quote. Die Strukturen passen sich nicht von heute auf Morgen an. Der Strukturwandel im Veredlungssektor verlief und verläuft wesentlich dramatischer; dennoch wird und wurde kaum gejammert.

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      • Mark sagt

        „Das was dem Milchsektor fehlt ist zum einen eine auf Innovationen basierende Breite (dazu zählen auch intelligentere Verträge) im Verarbeitungsbereich und eine Lieferantenbasis, die effizient wirtschaftet.“ Das würde mich jetzt doch näher interessieren, was stellt sich der Herr Prof. unter Innovtionen basierende Breite vor und vorallem unter intelligenteren Verträgen!!! Die Forderung nach einer effizient wirtschaftenen Lieferantenbasis hingegen ist die abgedroschene Hase-und-Igel-Klaviatur einiger Agrarökonomen.

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    • Alfons Balmann Das diskutieren Sie bitte mal mit dem MIV! Oder auch dem BDM, der ja eine politisch gesteuerte Mengenregelung fordert. Ich habe vor einigen Monaten einen Milchliefervertrag mit Mengen, Preisen und Laufzeiten formuliert. Ganz konkret, mit allen Details. Prompt bekam ich eine Mail aus Berlin, „dass das ja so nicht ginge“. Na prima.

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    • Bauer Willi 😂 Klientelpolitik… Politik und Verbände klopfen einem leider nur auf die Schulter wenn ihnen die Aussagen passen.

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  30. bauerhans sagt

    das wird sich politisch innerhalb der eu nicht durchsetzen lassen, auch weil lobbyisten beauftragt werden,dagegen zu arbeiten.

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  31. Kirsten Wosnitza sagt

    Finde ich gut Willi, dass Du Dir die Gedanken gemacht hast. Da tauchen einige Fragen auf, nur mal schnell vorab:

    Wie willst Du den Aussenschutz installieren?

    Der Vorschlag für Umweltflächen einfach zu Mulchen entspricht in keiner Weise der Notwendigkeit, ganz unterschiedliche Massnahmen mit ganz unterschiedlichen Zielen umsetzen zu müssen. Naturschutz ist nicht einfach gleich Mulchen.

    Der Vorschlag der Steuererhöhung zugunsten der Finanzierung von Tierwohl ist ja bereits lange im GEspräch. Wie willst Du ohne ein mengenwirksames Kriseninstrument Überproduktion und Marktkrisen verhindern, die die Preise immer wieder so abstürzen lassen, dass langfristige INvestitionen in Tierwohl nicht mehr geleistet werden können?

    Hätte noch viele andere Fragen, das ist nur mal auf die Schnelle. Danke

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Kirsten
      1. Aussenschutz: Audits bei den Herstellern, Analyse der Produkte usw. Wenn Soja, Baumwolle, Mais etc. mit Gentechnik in Berührung gekommen ist, darf es nicht rein. Glyphosat ebenso. Es werden eben keine Zölle erhoben, sondern die Produkte werden verweigert. Am Beispiel Käfigeier sieht man ja sehr schön, wie jede Lücke ausgenutzt wird. Für verarbeitete Produkte dürfen die noch rein. (Ich weiß auch, dass das nicht leicht ist…)
      2. Umweltflächen: Ich habe nicht alle Details beschrieben, da hast du natürlich Recht. Soll auch nur als Beispiel dienen, dass man die Flächen nicht verwildern lässt. Was mit den Flächen passieren soll läßt sich im Detail mit den Naturschützern sicherlich klären.
      3. Kriseninstrument: Dafür gibt es ja den Mindestpreis. Außerdem gehe ich davon aus, dass ein Importverbot von Soja (siehe Punkt 1.) die Tierhaltung insgesamt zurückgehen lässt, weil pflanzliches Eiweiß kaum noch importiert werden kann. Für langfristige Investitionen in mehr Tierwohl wird ja der Aufschlag erhoben. Im Detail könnte das so aussehen, dass der Tierhalter einen Investitionsplan vorlegt und aus dem Fonds dafür das Geld erhält. Du siehst, ich habe mir auch über die Feinheiten Gedanken gemacht…Ob ich an alles gedacht habe, weiß ich allerdings auch nicht… 🙂
      Bauer Willi

      2+

      • Mark Rössler sagt

        Ob die Überwiegende Mehrheit der Bevölkerung diese Wende überhaupt möchte oder akzeptiert oder ist das nur ein Stöckchen von der lauten Minderheit und Öko-PR-Industrie, das anschließend wieder etwas höher gelegt wird?

        Ich wage zu bezweifeln, dass sich eine Mehrheit für erheblich teurere Lebensmittel finden lässt, man merkt das immer gut, wenn gewisse Produkte mal kurzzeitig teurer werden. Butter, letzten Winter Gemüse haben für viel Unmut gesorgt und das nicht bei Einkommensschwachen.

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      • Schmeckt gut sagt

        Volle Zustimmung. Der LEH fordert beim Import ja schon strenge Auflagen und die außereuropäischen Anbauer und Tierhalter stöhnen und sehen dies als Importschranke (ist halt der strengste Verbraucherschutz weltweit). Wenn allerdings eine Unterversorgung des Marktes, aus welchen Gründen auch immer, auftritt, ist plötzlich wieder fast alles erlaubt und es wird importiert auf Teufel komm heraus. In diesem Moment locken nämlich sehr interessante Gewinnmargen. Die deutsche Landwirtschaft profitiert hiervon nur in ganz seltenen Fällen. Gewinnmargen und die Verteilung in den Handelswegen sollten auch definiert werden.

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      • Kirsten Wosnitza sagt

        Danke Willi
        wie Du selbst sagst aber eben nicht über alle Feinheiten. Das hat dein Vorschlag mit dem bdm Modell gemeinsam.
        Allerdings ist es etwas protektionistischer als das bdm Modell.
        Einige Elemente finde ich interessant.
        Ich frage mich schon lange warum wir es nicht hinkommen Produkte mit Kinder Arbeit zu verbieten. …
        denkst du mit seinem Modell kann der heimliche Einstieg von Investoren im landbesitz verhindert werden?

        Da das Ordnung gsrecht anziehen wird, unabhängig von der gap, wie werden diese steigenden Kosten ausgeglichen?

        Wie die ganzen Auflage zum klimaschutz ausgeglichen und ziele erreicht?

        Interessante Gedanken

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        • Mark Rössler sagt

          Mir war so, als ob in Deutschland mit der Agrarwende die Kinderarbeit auf den Höfen wieder eingeführt werden soll, wie sie bis in die 1970er normal war.
          Schule war zweitrangig, der bäuerliche Betrieb geht vor.

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          • Inga sagt

            In Hessen durfte Schule schon in den 60igern nicht mehr 2 rangig sein.

            In den 50gern gab es für das Rübenvereinzeln noch Hausaufgabenfrei, habe ich gehört.

            In den 60igern nicht mher, da bekamen nur die Heimkinder, die auf dem Bauernhof dem ganzen Nachmittag Rüben-vereinzelt oder Kartoffelgelesen haben noch Hausaufgabenfrei. Die Bauernkinder nicht. Bei uns an der Schule jedenfalls nicht!

            Mal ehrlich, war das nicht Ausnutzung der schwächsten, der Heimkinder?
            und auch der Bauernkinder, während andere im Schwimmbad lagen haben wir auf dem Feld gearbeitet.

            Ich habe mit meiner Mutter und Schwester auch Steine gelesen oder sonst was auf dem Feld, die Körbe im Kofferraum vom dreckigen Mercedes mit Anhänger Kupplung für den Viehwagen (nicht für den Wohnwagen im Urlaub), die haben wir voll gelesen und in die Hecke am Feldrand oder in die tiefen Fahrgleise auf dem Feldweg geschüttet.

            Am Waldrand lagen Großfamilien aus der Stadt auf Decken und genossen den Feierabend. Der Opa hatte ein Goggo und der Vater ein VW Käfer mit den Ziffern des Nummernschildes besticktem Kissen hinten drin.

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