Bauer Willi
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Der NDR und die Gurken

„Lassen Bauern die Bullen-Kälber verenden?“ So lautet eine Bildunterschrift im Text zu einem Video, dass sich damit beschäftigt, dass für Bullenkälbern von Milchrassen nur wenig bezahlt wird. Dann wird ein Video mit verdreckten Kälbern gezeigt, dass der Redaktion „zugespielt“ wurde und es wird eine Mitarbeiterin eines Hofes anonym interviewt, die schildert, dass sie angewiesen wurde, die Kälber nicht mehr zu tränken. „Solche Dinge sind keine Einzelfälle“, so die Aussage der Redaktion.

Positiv ist der Besuch in einem Kälbermaststall, in der die Betriebsleiterin sehr offen ihre Produktionsweise zeigt und auch zum Ausdruck bringt, dass bei einer anderen Haltungsweise das Kalbfleisch kaum bezahlbar wäre und dass sie einen Preisabzug bekommt, wenn die Fleischfärbung nicht dem Kundenwunsch entspricht. Auch ein Landwirt, der Kälber auf der Weide mästet, bemängelt das Verhalten der Verbraucher (ab Minute 43), die, so seine Meinung, nur durch ihren Einkauf etwas an den Mastmethoden ändern könnten.

Und dann folgt zum Schluss ein Satz, der mich maßlos enttäuscht: „In diesem System sind wir alle gefangen: Landwirte, Tiere, Handel und Verbraucher“. In den 44 Minuten vorher wurde jedoch der Eindruck geweckt, dass es sich bei der Kälbermast um organisierte Tierquälerei handelt.

Das alles ist nicht neu. Reportagen dieser Machart, die sich am Rande der Seriosität bewegen und mit Bildern und Sprache arbeiten, die rechtlich gerade noch zulässig sind und unterschwellig anklagen, gibt es seit Jahren. Warum also, lieber öffentlich-rechtlicher NDR, macht ihr diesen Stil mit? Durch Wiederholung werden Aussagen ja nicht richtiger. Herrscht im Norden „Saure-Gurken-Zeit“?

Euer Bauer Willi

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19 Kommentare

  1. Traurig ist, eine alte Reportage zu nehmen (2 Jahre alt) ein wenig neues Filmaterial dazu zu schnipzeln (Empörung bei der Bäuerin, die die Filmerlaubnis gegeben hat) und das Ganze als brandaktuell vor der Wahl in Niedersachsen zu senden. Genau wie weitere Sendungen die ausgestrahlt wurden, deren Texte ich zwischenzeitlich auswendig kann, da sooft im Fernsehen wiederholt.

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  2. Ich bin kein Produzent von Rindfleisch oder Milch und wehre mich gegen diese Ausdrucksweise! Wir haben Milchwirtscgaft und ziehen unsere bullenkälber groß. Wir gehen mit Lebewesen und nicht mit Produkten um, haben eine Beziehung zu Ihnen und sorgen und um sie.

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  3. Altbauer Jochen sagt

    Tierzucht , Tierhaltung, Fütterung ,Mast, könnt Ihr doch bekommen wie Ihr wollt.-Wenn der Produktpreis für den Bauern zum leben und wirtschaften reicht!! Wenn der Liter Milch 1 Euro bringt ,melk ich doch glattweg
    eine Kuh die nur 5000 ltr. gibt.(Stand 1970)
    Vom Fleischrindbullen besamt bringt sie auch noch ein Kalb
    das nicht in die „Tonne“ muss ,sondern normal
    ausgefüttert werden kann und ein ordentliches Steak
    liefert ! Nicht weiß, sondern dunkelrot !

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  4. Zenzi sagt

    Heißen die männl. Kälber nicht einfach auch „Fresser“?
    Wenn nach dem „hochpäppeln“ der Kälber vom Preis für den Landwirt nicht groß was rüberkommt, würden mich die genannten Zustände nicht verwundern.

    Das Gros der Verbraucher weiß es wahrscheinlich nicht zu schätzen, dass das eigentliche „Wiener Schnitzel“ aus Kalbfleisch ist und im guten Lokal auch 22.- Euro kosten kann. Die meisten bestellen ihr Schnitzel „nach Wiener Art“ für 12.-, hier in Bayern auf dem Land auch schon für 9,50 zu haben. Natürlich vom Schwein.

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  5. Gephard sagt

    Wenn man Fehler findet, muss man die Kritikpunkte nicht mehr beachten? Die Doku mag ja nicht ganz sauber sein, aber was ist mit der Kernaussage, lieber Willi. Hast du dazu nichts zu sagen? Sind die Zustände gut so, wie sie sind?

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  6. Matthias W. sagt

    weißes Kalbfleisch ist anämisch – also blutleerer. Kommt daher, dass das Kalb keine Rohfaser fressen darf sondern nur Magermilch bekommt. Das ist aber seit Jahrzehnten bekannt…

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  7. Astrid sagt

    Die Gesellschaft das sind wir alle.

    Tiere ausbeuten ist nun mal Gewalt, auch wenn sie legal ist. Nicht nur viele der sogenannten Haustiere sind legale Qualzuchten die Tiere die in der Tierwirtschaft ausgebeutet werden auch … und da hängen jede Menge Probleme dran.

    Wir sollten einfach aufhören Leichen zu produzieren und vor allem sie zu essen, denn das ist nicht gesund.

    Liebe Bauern, wir brauchen Landwirtschaft, richtig gute und davon richtig viel, für richtig gute Lebensmittel und richtig gutes, gesundes Essen … lecker, lecker …

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    • Thea S sagt

      „Tiere“ sind nicht nur Haus- und Nutztiere, sondern auch Ratten, Mäuse, Fliegen, Stechmücken, und Blattläuse. Viele sind nicht nur Lästlinge, sondern auch Schädlinge, Krankheitsüberträger und Parasiten (z.B. Läuse und Flöhe). Wenn ich die Blattläuse vom Salat wasche, übe ich Gewalt aus! Wenn ich eine lästige Stechmücke totschlage, übe ich Gewalt aus und verhindere deren Nachkommenschaft. Ich behaupte, daß der Mensch nicht ohne Gewalt gegen Tiere (über)leben kann. Wir sortieren aus Gedankenlosigkeit oder Bequemlichkeit nur in die „uns nahestehenden“ Tiere (vor allem die mit treuen Augen) und den Rest. Eigentlich nur scheinheiliges Getue.

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  8. Astrid sagt

    Tatsächlich ist die gesamte Tierausbeutung organisierte, legalisierte Gewalt.
    Die unbrauchbaren Ferkel werden an die Wand geklatscht, die Kälber landen in der Mülltonne, Tierärztin lohnt sich nicht.

    Tierschutz findet bestenfalls für einige Hunde und Katzen statt.

    Ein Drittel der Lebensmittel, damit auch der getöteten Tiere landen im Müll. Was soll das anderes sein als ein Gewaltsystem, organisiert, legalisiert?

    Dazu werden die Verbraucherinnen mit vielen Werbe-Millionen verdummt und ihnen weiß gemacht, dass es gesund ist, Leichen zu essen und Babymilch zu trinken als Erwachsene, egal wie krank es macht und ist.

    Übrigens sind auch Bauern Verbraucherinnen, auch sie werden von denen die an ihnen ‚verdienen‘ verblödet.

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  9. Ottmar Ilchmann sagt

    Warum enttäuscht dich dieser Schlusssatz, lieber Willi? Es ist doch richtig, dass die Zustände, Probleme oder Missstände, je nach Blickwinkel, im Bereich der Kälbermast durch das System bedingt sind. Sehr stark auf Milchleistung gezüchtete Kühe bringen Kälber hervor, die sich nicht besonders zur Mast eignen und eben in der Kälbermast „verwertet“ werden. Die hohe Konzentration in diesem Bereich trägt zur Problematik natürlich auch erheblich bei. Ist es denn nicht positiv, dass es keine einseitige Schuldzuweisung an die bösen Bauern gibt, sondern die Verantwortung auch des Handels und der Verbraucher angesprochen wird? Unterm Strich fand ich diesen Beitrag bei aller Zuspitzung, ohne die wohl die Aufmerksamkeit der Zuschauer heute nicht mehr zu bekommen ist, noch relativ ausgewogen.

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  10. Und morgen bitte das Thema Glyphosat und Speiseeis. Ich habe gestern und heute 6 mal das gleich Thema mit dem Nahezu gleichen Texten kommentiert.

    Fazit: 20000l Speiseeis pro Tag essen und du überschreitest den Glyphosatgrenzwert.

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  11. „Die heutige Gesellschaft ist schlicht weg ein verwöhntes unzufriedenes dreckspack die einfach nichts zu schätzen wissen.
    Aber die Klappe weit ausreisen und unqualifizierte Kommentare abgeben.“

    Da ist etwas wahres dran!
    Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen, denn dadurch gibt es viele Missstände und Ungleichgewichte in Politik , Wirtschaft, Natur und auch der Landwirtschaft!

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  12. Das mit dem weißen und rosa Fleisch hatten wir doch schon einmal vor Jahrzehnten.
    Damals wurde dazu aufgerufen das rosarote Fleisch zu kaufen.
    Vielleicht klappt das nach einer Aufklärung diesmal auch.

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  13. Sehr gut zusammengefasst! Im Norden ist Sauregurkenzeit: hm, doch eigentlich werden die viel früher (r)eingelegt…. und mit (R)einlegen kennt sich der NDR scheinbar aus!

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  14. Die Leute haben schlicht weg keine Ahnung mehr was sie sich eigentlich Tag täglich reinstopfen.
    Das weisse Fleisch ist ein bisschen zarter.
    Kann ja sein das man auf kauen und gute Lebensmittel verzicht weil, ein teuer eingekauften Flachbildschirm natürlich ins Haus muss statt ne ordentliche kauleiste in der Klappe zu haben.
    Man schmiert sich ja auch lieber irgendeine künstliche pomade ( die ich mir persönlich nicht mal in die Haare schmieren würde) aufs Brot weil das Stück Butter jetzt 2 Euro kostet.
    Die heutige Gesellschaft ist schlicht weg ein verwöhntes unzufriedenes dreckspack die einfach nichts zu schätzen wissen.
    Aber die Klappe weit ausreisen und unqualifizierte Kommentare abgeben.
    Natürlich ist es richtig auf tierwohl zu achten das steht ganz außer Frage.

    Aber wenn es der Verbraucher nicht tonnenweise Fressen würde würde sich die Haltung vielleicht auch wieder ändern.
    Wer investiert schon Geld in eine Sache die keiner haben will.

    Davon ab Wer fragt mich eigentlich wo meine magengeschwüre herkommen.
    Wer fragt eigentlich danach ob alle Kinder in Deutschland genug Platz zum Leben haben und genug zu essen bekommen.
    Tierschutz ist ok aber bitte nicht so wie es zur Zeit betrieben wird.

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