Bauer Willi
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Der Milchpreis im März 2018 beträgt…

Tja, das wäre doch schön, wenn man das wüsste! Oder? Wer würde nicht gerne seinen Milchpreis mit einem Vorkontrakt so absichern, wie es die Ackerbauern bei Getreide und Raps schon heute machen. Geht nicht? Doch, geht schon heute und es wird auch praktiziert.

Allerdings gibt es meines Wissens, (aber ich weiß ja auch nicht alles) zwar keinen Kontrakt für Milch, aber es werden z.B. an der EEX in Leipzig Kontrakte für Butter und Magermilchpulver gehandelt, die ja beide Bestandteile von Rohmilch sind. Auf der einen können Molkereien als Anbieter als auch Abnehmer von Butter oder Magermilchpulver auf der anderen Seite so ihre Preise absichern ohne in persönlichen Kontakt treten zu müssen. Man trifft sich an der Börse, anonym.  Was man so hört und liest sind das derzeit noch keine großen Mengen die so gehandelt werden, aber das Volumen steigt kontinuierlich an.

Nun ist es für einen Milchbauern nicht einfach, sich in das Geschäft mit den Kontrakten für Butter und Magermilchpulver „einzufuchsen“. Er müsste sich irgendwo registrieren lassen, er müsste das Geschäft über einen Broker abwickeln, für Sicherheiten bei einer Bank sorgen, sich überlegen, wie viel Butterkontrakte und wie viel Magermilchkontrakte er denn für seine Milch kaufen muss und spätestens jetzt wird jeder, der das liest, „das Buch zuklappen“.

Und das kann ich verstehen, denn ich als Ackerbauer tätige lediglich einen Anruf bei „meiner“ Genossenschaft, die in ihrem (personalisierten!) Online-Portal die tagesaktuellen Vorkontrakt-Preise für Weizen und Raps für das nächste Jahr (oder sogar zwei Jahre) stehen hat. Logisch, dass das nicht die Börsenpreise sind, denn für z.B. Annahme, Aufbereitung, Lagerung und sonstige Kosten muss jeder Händler eine Marge haben. Und obwohl ich Bauer bin, gönne ich die dem auch, denn nur wenn es meiner Genossenschaft (oder Händler) gut geht, geht es mir auch gut und ich bekomme sicher mein Geld.

Jetzt soll es ja Molkereien geben, die auch Genossenschaften sind. Die könnten doch ihren Mitgliedern ein Angebot machen, was sie ihren Mitgliedern im März 2018 an Milchgeld zahlen wollen. Der Landwirt kann sich das Angebot, also den Vorkontrakt,  ansehen und selbst entscheiden, ob er auf dieses Angebot eingehen will oder nicht. Nehmen wir einmal an, er bekommt jetzt, im September 2017 rund 38 Cent. Für März 2018 bietet ihm seine Molkerei (kann auch gerne ein private sein) einen Milchpreis von 35 Cent an. Wenn ich Milchbauer wäre, würde ich da mit einer Teilmenge, sagen wir mal 25% zuschlagen. 35 Cent ist zwar weniger als 38 aber mehr als 28. Diese Mathematik leuchtet doch jedem ein. Die Molkerei geht auch kein Risiko ein, denn sie kann diesen Vorkontrakt für Milch ja in Butter- und Magermilchkontrakten absichern.

Bei der Recherche zu diesem Thema bin ich auf eine Seite aufmerksam gemacht worden und ich war perplex: Ich habe eine Tabelle gefunden, in der die Erzeuger-Milchpreise bis ins Jahr 2019!! aufgelistet sind. Schaut hier:

http://www.ife-ev.de/index.php/ife-rohstoffwerte/kieler-boersenmilchwert

Am 13.9. 2017, als ich diesen Artikel geschrieben habe, wurde der Milchpreis für März 2018 mit 35,2 Cent/l ab Hof Erzeuger angegeben. Daneben steht die Berechnungsbasis Butter und Milchpulver. Transparent und für jeden ersichtlich. Das einzig blöde an der Sache: Dies ist nur eine Kalkulation und den Milchpreiskontrakt gibt es real nicht. Jedenfalls noch nicht. Warum? Ich weiß es nicht. Mein Vorschlag, sofern ihr Milchbauern seid und die Idee mit dem Milchpreiskontrakt gut findet: Ruft doch mal bei eurer Molkerei an und fragt die, warum. Aber möglichst nicht alle gleichzeitig… 🙂

Kleines „Schmankerl“ am Rande: in den USA gibt es Vorkontrakte für Milch. Nicht erst seit gestern…

Euer Bauer Willi

 

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31 Kommentare

  1. Milch ist eben nur ein Rohstoff, wo man dran verdienen kann!

    An der Veredlung und auch am Handel!

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  2. Friedrich sagt

    Jeder Milchbauer sollte seine Kosten je Liter Milch kennen. Die meisten arbeiten zu viel und nehmen sich keine Zeit fürs Büro. Mit unter ist es besser 10% weniger Kühe im Stall zu haben
    und mehr Luft zum Denken zu haben. Meistens bringt das mehr in die Kasse.

    5+
    • bauerhans sagt

      „und mehr Luft zum Denken zu haben“

      hier haben wir einen,der das mit dem denken und dem handeln nicht auf die reihe kriegt,aber öfter mal finanzspritzen von aussen bekam,die aber seit einigen jahren weg gefallen sind.
      da kommt regelrecht panik auf.

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  3. Bauer Hubert sagt

    Hallo Willi
    Die Börsennotierung bei Milch bezieht sich auf den Kieler Rostoffwert.
    Der hat aber mit dem aktuellen Auszahlungspreis meiner Molkerei nix zu tun und ist zur Zeit ca 10 cent über der Auszahlung meiner Molkerei.
    Hätte ich also meinen heutigen Milchpreis abgesichert hätte ich nur Börsenkosten aber keinen höheren Preis. Das ist ein unkalkulierbares Basisrisiko das beim Milchbauern bleibt,
    bei Getreide und Raps ist das anders. Hier mache ich auch Vorkontrakte.

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Kommt immer darauf an, wann Du mich das fragst. Aber immerhin kann ich mein Risiko in Eigenverantwortung absichern. Bei 20 € für den Weizen war ich sehr glücklich 🙂

      Bauer Willi

      0
      • Ich würde jetzt gerne einen Kontrakt machen: A-Weizen 13,5%Protein 200to für Ernte 2018 für 190.- E die Tonne. Dieser Betrag wäre notwendig, um vernünftig wirtschaften zu können. Leider habe ich noch keinen gefunden, der mir den Kontrakt gegenzeichnet 🙁
        So wirds bei der Milch auch sein. Unterm Strich bringt die Börsenspielerei den Bauern nichts, allenfalls den Börsenbetreibern und den Brookern!

        10+
  4. Berthold Lauer sagt

    Tja, das wäre dann in etwa so wie bei den Ackerbauern auch. Ein Teil würde diese Möglichkeit sicher nutzen, weil sie ihre eigenen Produktionskosten und somit auch wissen, welcher Kontraktpreis attraktiv ist. Die anderen würden nichts tun. Denn der Preis könnte ja noch steigen! Oder er ist ihnen überhaupt zu niedrig! Oder sie wollen sich generell nicht festlegen. Oder die bösen Molkereien. Oder oder oder…. Und jetzt ist er wieder gefallen. Jetzt kann man schon gar nicht abschliesen! Und wenn ich dann weniger melke?? Oder mehr? Viel zu kompliziert! Reicht es denn nicht wenn ich melke? Soll ich mich jetzt auch noch um Vermarktung kümmern?

    1+
    • Ottmar Ilchmann sagt

      Genau, schön melken und die Vermarktung den Molkereien überlassen! Dann muss man sich natürlich mit dem Milchpreis zufriedengeben, den die nach dem Verkauf ihrer Produkte, dem Abzug ihrer Kosten und der Überführung eines ordentlichen Batzens in ihre Rücklagen den Milchbauern gnädig zuteilen. Bauern als Restgeldempfänger eben, aber wer´s mag…

      5+

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