Bauer Willi
Kommentare 98

Der Fall DEVK

In den sozialen Netzwerken sorgt derzeit ein Beitrag der DEVK, einem Versicherungsunternehmen, für Aufregung. Veröffentlicht wurde er am 5.11.2017. In diesem Artikel sammelt die DEVK Spenden für die Tierrechts-Organisation Animal Equality. Hier ein Srceenshot des Facebook-Artikels.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Online-Plattform „agrarheute“ hat sich darauf hin mit der DEVK in Verbindung gesetzt und einige Fragen gestellt. Die DEVK antwortete darauf folgendermaßen:

(Zitat) „Es tut uns sehr leid, dass sich viele Menschen durch unseren Post zu Animal Equaliy angegriffen fühlen. Es geht uns auf keinen Fall darum, die Landwirtschaft oder Tierhaltung im Allgemeinen anzugreifen. Dennoch sind Missstände in der Massentierhaltung in manchen Betrieben ein Problem. Unser Post soll Leute für dieses Thema sensibilisieren. Dabei distanzieren wir uns ausdrücklich von kriminellen Handlungen.“ (Zitat Ende)

Fazit: Das Unternehmen ist sich sehr wohl bewusst, was sie losgetreten haben. Es finden sich in den Kommentaren auch viele Befürworter der Spendenaktion, die sich zumindest verbal so äußern. Da sich bisher erst 18 Spender (8.11. um 12:00 Uhr) gefunden haben, belegt aber auch, dass es offensichtlich bei Lippenbekenntnissen bleibt.

Nach einem Telefonat mit der DEVK (Abt. Social Media) und  meinen dabei gemachten Vorschlag vom 7.11. nun als Ausgleich die Initiative http://www.heimischelandwirtschaft.de zu unterstützen, hat das Unternehmen bisher nicht reagiert obwohl es in ihrem Antwortbrief an agrarheute zum Ausdruck bringt, dass „die Landwirtschaft ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft ist„.

Warum ich das Thema noch einmal aufgreife: Ich finde es bedenklich, wenn sich ein privatwirtschaftliches Unternehmen, deren Kernkompetenz sicher nicht die Erzeugung von Lebensmittel ist, sich eindeutig gegen die gängige Tierhaltung ausspricht und aktiv für eine Organisation Spenden sammelt, die mit dubiosen Methoden arbeitet. Das nachfolgende Stellenangebot, in dem eine Stelle zur Videoproduktion ausgeschrieben wird, mag das belegen:

http://www.animalequality.de/191/Stellenangebote

Was folgt nun als nächstes? Wird sich die Allianz-Versicherung gegen Pflanzenschutzmittel aussprechen? Wird die AXA gegen Monokulturen sein? Wird die ERGO eine Verschärfung der Düngeverordnung fordern?

Mit solchen Maßnahmen wird immer weiter ein Keil in unsere Gesellschaft getrieben, statt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Konfrontation statt Dialog ist kein guter Weg. Wir Landwirte wissen, dass unsere Produktionsweise an vielen Stellen weiter optimiert werden kann und auch wird. Einseitige Schuldzuweisungen sind da alles andere als hilfreich.

meint

Euer Bauer Willi

*Bildquelle: Screenshot der DEVK-Seiten

 

 

 

 

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98 Kommentare

  1. Astrid sagt

    Warum sollte man jemanden töten dürfen, nur weil er keine moralische Verantwortlichkeit hat oder weniger intelligent ist? Solche Unterschiede sind nicht moralisch relevant. Viele der angeblichen Unterschiede zwischen Menschen und Tieren treffen auch nicht auf alle Menschen zu. Säuglinge etwa sind nicht sprachfähig oder nicht moralisch verantwortlich. Doch das ist natürlich kein Grund, sie töten zu dürfen.
    http://taz.de/Philosophin-ueber-Nutztierhaltung/!5456948/

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      ?????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????

      Ihre Vergleiche sind nicht von dieser Welt.

      1+
      • Astrid sagt

        Ja, das Bewusstsein geht sehr weit auseinander, darüber bin ich mir im Klaren. Das ist auch genau das Problem … die Lösung ist mir allerdings nicht klar … oder nur wenn die Masse bewegt werden kann … das tun auch Undercoverrecherchen über die Medien … kann sich das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein weiter entwickeln … jetzt werden Menschen die unser Gewaltsystem verändern wollen noch als Idiotinnen angesehen …

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Im Fernsehen wurde mal einen Versuch unternommen, sie stellten
          3 Spendenbüchsen auf,
          eine für Kinder,
          eine für Obdachlose,
          eine für Tiere

          Die Frage erübrigt sich fast, die Tierspende war die höchste.

          Daran erkennt man, wie Krank unsere Gesellschaft ist.

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  2. Könnte sein, dass die DEVK im landwirtschaftlichen Bereich schwach aufgestellt ist. Ich habe mit meinem Versicherungsmakler gesprochen. Er hat sich auf die Versicherung von Landwirtschaft und Gewerbe spezialisiert. Die DEVK hat er bisher nie vermittelt und insgesamt weniger als eine Hand voll Alt-Verträge in seinem Bestand.
    Wenn ich mit meiner Annahme Recht habe, dürfte der wirtschaftliche Schaden durch Kündigungen nicht all zu groß sein für die DEVK.
    Was ich an dieser Sache mit gewisser Genugtuung betrachte, ist die geringe Spendenbereitschaft für die Tierrechtsorganisation bei der DEVK-Spendenplatform (bisher 360€).

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    • Bauer Willi sagt

      @Bernhard
      aber sie hat jetzt 4 Autoversicherungen weniger…Und dabei habe ich festgestellt, dass die total überteuert waren.
      Bauer Willi

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      • Kfz-Versicherungen, sagt man, seien eh nicht der Gewinnbringer, sondern nur wichtig für die Präsenz in der Breite, denn auch Entscheider sind Halter eines oder mehrer Kfz und müssen sich versichern.

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  3. Ich seh das so sagt

    Da es ja auch ziemlich oft vorkommt, daß sich die Menschen/Versicherten beschweren/ärgern/prozessieren wegen unannehmbarer Praktiken in der Versicherungswirtschaft (brutale Versicherungskeiler, dubiose Geschäftspraktiken und Finanzgebarungen, unrechtmäßige Vertragsklauseln, mutwillige Begründungen für die häufige Zahlungsunwilligkeit bei Schadensfällen ….) wird die Agrarwirtschaft mit der Initiative „Insurace Equality Germany“ darauf aufmerksam machen. Sie können sich daran beteiligen, in dem sie ihre bisherige Versicherung bei der DEVK kündigen. Wir beraten sie dann gerne, wo sie keine menschenverachtenden Pollizen bekommen.

    „Es geht uns auf keinen Fall darum, die Versicherungswirtschaft oder ihre Praktiken im Allgemeinen anzugreifen. Dennoch sind Missstände in der Massenabfertigung in manchen Betrieben ein Problem. Unser Post soll Leute für dieses Thema sensibilisieren. Dabei distanzieren wir uns ausdrücklich von kriminellen Handlungen.“

    Was die Versicherungswirtschaft dazu wohl sagen würde ….

    1+
  4. Friedrich sagt

    Eine Versicherung die Gelder ihrer Kunden veruntreut , sollte lieber die Beiträge senken , als es in solche Kunden -schädigen Dinge zu stecken . Wie weit sind die Versicherungsmanager von der Realität entfernt , daß solche Entscheidungen gefällt werden ? Wenn ich, als Bauer , dort Kunde wäre , würde ich sofort alle Verträge kündigen. Eine Versicherung hat andere Aufgaben , als als NGO aufzutreten.

    3+
  5. Tja Willi, da haben die stakeholder gute Arbeit geleistet. Für alle Beteiligten eine win-win Situation geschaffen, naja für fast alle Beteiligten. Die „schräge Organisation“ erhält Spenden, der Versicherer darf sich das Gutmenschenmäntelchen umhängen und die stakeholder kassieren Provision. Passt doch. Du wirst sicher nicht falsch liegen in der Annahme, dass dieses Erfolgsmodell weitere Nachahmer finden wird.

    3+
  6. Astrid sagt

    Die Produktionsweise in Form von Ausbeutungswirtschaft muss abgeschafft und nicht optimiert werden !

    Die Landwirtschaft = Pflanzenwirtschaft für Menschen ist wichtig.

    Die Tierausbeutung gehört abgeschafft!

    Sie schafft Elend und Leid. Wir brauchen keine Leichen zu essen und sollten uns endlich weiterentwickeln.
    Die Tierausbeutungswirtschaft will das natürlich nicht sehen.

    Das Geld als Belohnung für die Ausbeutung der Tiere, tötet nicht ’nur‘ Tiere, sondern auch jegliches Mitgefühl.

    Ausbeutung ist Gewalt, egal wer da ausgebeutet wird. Das gilt auch für die die das Geld geben, um Leichen zu essen oder um Babymilch zu trinken als Erwachsene.

    Tiermilch ist das jüngste Nahrungsmittel auf dem menschlichen Speiseplan, es wird nur von Genfood übertroffen. Nur aus qualgezüchteten Tieren kommen solche ungeheuren Milchmengen wie das heute der Fall ist. Worauf die Tierausbeuterinnen tatsächlich noch stolz sind mit ihren 100 000 Liter Kühen. Wie grausam ist das denn ???

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