Alois
Kommentare 31

Das Leben des Kuhfladen

Hier ist der Alois. Neulich hat mich Willi gefragt, wie lange so ein Kuhfladen eigentlich lebt? Interessante Frage, denn wenn der nicht schnell umgesetzt würde, wäre ja bald die ganze Welt…ihr wisst schon. Zuständig für die Zersetzung sind übrigens Insekten.

Und weil ich in unserem Zweier-Team für jeden Scheiß zuständig bin, habe ich mal die Kamera genommen und gefilmt. Eine kleine Statistik gibt es auch und auch was zum Selberrechnen. Und jetzt viel Vergnügen.

Euer Alois

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31 Kommentare

  1. In meiner Rindergüllegrube gibts auch jede Menge Insekten auf der Oberfläche, beim ausbringen auf die Wiese dauerts nicht lange und der Duft zieht die Insekten an, auf dem Acker haben sie Pech, da muss ich sofort einarbeiten .

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Mit dieser Verordnung nimmt man den Insekten die Lebensgrundlage und dann wird kritisiert, es gäbe immer weniger Insekten.

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    • Hundekot würde genauso verrotten, wenn er die Zeit dazu bekäme. Kuhfladen sind auch auf einer intensiven Wiese, wo alle vier Wochen siliert wird, ein Unding. Das geht nur auf Standweiden oder Mähweiden, wo jedesmal nach der Weide ein Reinigungsschnitt erfolgt.

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    • bauerhans sagt

      hundeka… ist ganz schön besch…en,wenn man nen acker direkt neben einem öffentlichen hundeübungsplatz hat!
      merkwürdigerweise haben hundemenschen besondere ansprüche an den dort wirtschaftenden bauern.
      die gemeinde hat an brennpunkten kotbeutelspender aufgestellt,nur am hundeplatz nicht.

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    • aber natürlich Reinhold,
      denn der Hundekot unterliegt auch der Biodiversität , er wird ähnlich zersetzt,
      hast du das noch nie gesehen?
      In der Natur geht alles im Kreislauf!

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  2. Da habe ich mit einem Biologen wegen Ausmagerung von Grünland gesprochen es ging um Biotopverbesserung für den Schwarzstorch. Der Biologe sagte die Reduzierung der Nährstoffgehalte in Grünlandböden sei wichtig für den Artenschutz. Ich entgegnete auf Weideflächen sei das kontraproduktiv, weniger Futterertrag weniger Weidevieh weniger Kuhfladen weiger Insekten weniger Kröten weniger Nahrung für Schwarzstörche, da nützen auch neue Tümpel nichts.Der Biologe blieb dabei Ausmagerung sei wichtig. Ich fragte nach der Begründung, wo mein Denkfehler sei. Er antwortete nur das währe halt so.

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  3. Friedrich sagt

    @Paulus. Die Kreislaufwirtschaft existiert solange es Menschen, Tiere und Pflanzen gibt. Auch Nachhaltig war das ganze. Unser Betrieb ist eigentumsmäßig nicht größer als Willis, aber wir haben noch Pachtflächen , Schweinehaltung und sind Mitglied in einer GbR., aber es gab auch eine Zeit bevor ich in die Landwirtschaft eingestiegen bin. – Habe keine Weidetiere , gehe nicht auf die Jagd, aber den Wolf würde ich genauso dezimieren , wie es unsere Leute vor hundert Jahren gemacht haben. Wir werden “ Fremdbestimmt“ von den städtisch denkenden Mitmenschen. Deshalb plädiere ich dafür , daß alle Landnutzer, also Bauern, Jäger , Reiter, Angler , Golfer , Genossenschaften, Landhändler usw. gegen diese Fremdbestimmung angehen. Diese städtisch handelnden Leute leben nur auf Substanz und bereichern sich zu unseren Lasten. Das muß aufhören !!

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    • Fremdbestimmung ist das richtige Wort dafür, Friedrich,

      „Diese städtisch handelnden Leute leben nur auf Substanz und bereichern sich zu unseren Lasten. Das muß aufhören !!“

      wir mischen uns ja auch nicht in die Autoindustrie oder was die Nichtlandwirte für Berufe haben, ein! Weil wir ja viel zu wenig Ahnung davon haben!

      Aber wir haben Ahnung von der natürlichen Umwelt, von Forst- und Landwirtschaft!
      Wir bewirtschaften das Land, wer will uns dabei stören?
      Und helfen will uns auch keiner, oder?

      Leute, die sich selber nicht gut genug sind?
      Leute, die mit ihrem beruf unzufrieden sind?

      Warum haben die keinen Respekt vor uns und unserer Arbeit, bzw. Aufgabe?
      Wir haben doch auch keine Ahnung von deren vornehmen Aufgaben, oder?

      Und schlaue Leute lassen sich von Kampagnen nicht beeinflussen!
      Die wissen wie das läuft!

      Wenn alle so wären dann würde das aufhören!

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    • Paulus sagt

      @ Friedrich, das mit dem seit ewigen Zeiten naturbedingt existierenden Kreislauf ist mir schon klar. Ich dachte eher an den Begriff der Nachhaltigkeit mit unserem heutigen Verständnis.
      Etliche Generationen vor uns haben die Leute, zumindest in meiner ehem. Heimat, alles zu Holzkohle gemacht was sie kriegen konnten. Das war der Verhüttung vorhandener Erze geschuldet. Nachdem die Hügel kahl waren, standen die Erfinder der „damaligen“ Neuzeit ziemlich dumm da und es hat nach meiner Kenntnis verdammt lange gedauert bis die mal auf das Prinzip der nachhaltigen Forstwirtschaft gekommen sind.
      Allerdings – wenn dir in einer einzigen Sturmnacht ein Wald mehrerer Altersklassen umgehauen wird, sind die Hügel ähnlich kahl und dann stehst du trotz nachhaltiger Wirtschaftsweise auch ziemlich dumm da.
      Ob das mit dem Schicksal mancher Ackerbauern in diesem Jahr vergleichbar ist weiß ich nicht. Möchte jetzt auch keine pseudoakademische Diskussion beginnen sondern finde es gut, dass Du mir geantwortet hast.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Sie sind das Problem, sie hauen was raus, ohne Fachkenntnisse.

        Es sind nur 4,7 Mio Hektar Grünland.

        Weideflächen müssen unmittelbar an den Hof angrenzen, es sei denn, sie Melken die Kühe auf entfernten Grünflächen von Hand.

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  4. Friedrich sagt

    Der Kuhfladen ist in diesem Fall das Sinnbild für Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Nur die Land- und Fortwirtschaft steht für diese beiden Punkte und das seit vielen Millionen Jahren. Ohne unsere Rohstoffe würde fast nichts mehr laufen in unserem Land. Als Dank knüppeln alle auf uns rum , um sich ein schönes Leben zu machen. Erst wenn die ldw. Rohstoffe wieder teurer werden und die „Subventionen“ weg sind, haben unsere Rohstoffe wieder einen „Wert“. Unsere lieben Mitbürger reden immer klug rum, über die Bauern und die Landwirtschaft , haben aber in der Masse keine Ahnung.
    Erst bei Katastrophen sind wir Bauern dann wieder gefragt.– Da wird auch gern auf der Alm gewandert , aber das der Alois und seine Berufskollegen die Landschaft offen halten , bekommt doch keiner mit und zahlen will ja auch keiner . Erst wenn die Buchungen in den Hotels und Pensionen zurückgehen , dann muß was getan werden, wie jetzt mit der starken Vermehrung des Wolfes fordert der Hotel- und Gaststättenverband ein Einschreiten gegen den Wolf. Die vielen Hundert getöteten Schafe haben vorher keinen interressiert.

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    • Paulus sagt

      Hallo Friedrich, aufgrund deiner bisherigen Beiträge halte ich Dich für einen der größeren Agrarier und der somit gewissermaßen Privilegierten. Gehe ich recht in der Annahme?

      Was die vielen Millionen Jahre betrifft musst Du dich, wenn ich freundlich darauf hinweisen darf, um einiges verrechnet haben. Ich schätze mal es waren eher so 25-30 tausend Jahre in der LW und in der Forstwirtschaft dürften es eher nur ein paar hundert Jahre sein. Spielt aber keine Rolle.

      Das Thema Wolf wird in den Medien nach meiner Auffassung unnötig hochgekocht. Ich hab in Nordschweden/Norwegen mal erfahren wie pragmatisch man damit umgehen kann. Wenn Du verstehst? Das bekommen die Wolfsfreunde im 4. Stock eines innerstädtischen Wohnhauses doch gar mit.
      Aber wie soll es in relativ dichtbesiedelten Gebieten gehen? Die Vertreter der Landesjagdverbände scheißen sich verständlicherweise in die Hose und möchten den Wolf unter keinen Umständen im Jagdrecht haben. Die Weideviehhalter stehen irgendwie hilflos da und sind trotz Zäunen in empfohlener Qualität die Gekniffenen. HSH sind ja auch nicht so ganz ohne und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Versicherer da so einfach ohne einen drastischen Aufschlag für Gefahrenerhöhung mitspielen. Und dann verkündet ein sogen. Wolfsberater das die DNA an einem Riss von einem Fuchs stammen. Ja toll, der wiegt gerademal so 8-10 kg, reißt ein Kalb oder ein Schaf und verschlingt mal eben 20 kg Fleisch in einer Nacht. Dass diese „Bestien“ eher an Mäusen und sonstigem Kleingetier interessiert sind entzieht sich ganz offensichtlich der Kenntnis.
      Sobald ein Wolf, der in ca. 40 km gesichtet wurde meine Rinderherde angreift und ich möglicherweise auch noch für Schäden aufkommen muss, die diese aufgrund Ausbruchs im Straßenverkehr verursachen, gehen diese am nächsten Tag schräg gegenüber zum Schlachter. Dann dürfen die Wolfsfreunde das Gras fressen.
      Die Sache läuft wie so manches andere im Naturschutz aus dem Ruder, aber ganz gewaltig!
      Ab jetzt beobachten mich wahrscheinlich nicht nur die NGO’s sondern auch noch das LKA und BKA und meinetwegen auch noch der Verfassungsschutz.

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      • sonnenblume sagt

        Hallo Friedrich u. Paulus. Ich habe in einem Artikel gelesen, dass man daran arbeitet, die gesamte Nutztierhaltung in Deutschland abzuschaffen. Leider kann ich den Artikel nicht mehr finden und die Aussage somit nicht belegbar zuordnen. Wenn man sich aber alle Aktionen, von Tierschützern angefangen, über Tierrechtler, Extremisten der verschiedenen Ernährungrichtungen und der Politik, die in den letzten Jahren gelaufen sind ansieht, dann kann man doch zu dem Schluss kommen, dass dieses “ Abschaffenwollen “ schon voll im Gange ist.

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  5. Ehemaliger Landwirt sagt

    Letztendlich heißt das, weil die meisten Kühe im Stall scheißen, geht die Insektenvielfalt den Bach runter.

    Etwas hat der Alis vergessen, ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als in meinem Ort mit damals 4.000 Einwohnern nur Plumpsklos gab. Die ganzen Fäkalien wurden im Gemüsegarten verteilt. (Übrigens auch auf städtischen Gärten) Jetzt verschwindet die ganze Grundlage für eine Insektenvielfalt in der Kläranlage.
    Im Grunde genommen ist das eine ökologische Katastrophe. 😉

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  6. bauerhans sagt

    es können nicht alle kühe in D auf der weide gehalten werden,weil wir hier strenge hygienevorschriften haben,die nicht mit dem täglichen wetter in einklang zu bringen sind.
    in NZ funktioniert das.

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    • Bauer Willi sagt

      Das musst Du mir erklären. Beim Alois regnet es viel mehr als in NRW, aber seine Tiere sind im Sommer immer draußen.
      Welche Hygienevorschriften meinst Du? Ich war auf einem Konvi-Betrieb in Ostfriesland, der jetzt auch Weidemilch macht. Der hat zwei Melkroboter. Funktioniert also.
      Bauer Willi

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      • bauerhans sagt

        beim alois handelts sich doch um rinder.
        der letzte kuhbetrieb hier hatte massive keimzahlprobleme.
        da wurde über jahre alles mögliche verändert und doch im juni die kühe abgeschafft.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Ja, im Grund ist meine Botschaft am Ende nicht ganz klar. (Willi kann halt viel besser druckreif reden).
      Fakt ist, niemand will heute mehr Kuhfladen auf der Straße haben. Sogar im Allgäu ist man nur noch an einem Tag im Jahr als kuhtreibender Bauer erwünscht: Wenn Viehscheid ist und alle was zu feiern haben.
      Es gibt ganz viele Gründe, warum immer weniger Rinder auf der Weide stehen. Der Billigwahn und der Zwang zu immer größeren Einheiten ist auch einer. Aber auch die Technisierung. So fesselt der Melkroboter die Kühe leider auch im Stall.
      Ich persönlich finde diese Entwicklung schade. Aber was kann man dagegen tun? In Bayern gibt es dazu schon eine extra Weideprämie. Aber vielleicht bekommt man nach der Agrarwende für jeden Kuhfladen nen Euro. Dann würde ich reich werden… 😉

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      • sonnenblume sagt

        Bei Pferden sieht das ganz anders aus. An guten Tagen muss man hier Slalomfahren, um Pferd und Reiter und vor allem um die Hinterlassenschaft. Das stört niemanden. Es gibt ausgewiesene Reitwege, aber die reichen selten bis an Reiterhöfe und Hallen heran. So werden kleine Straßen im Außenbereich zum Reit- und Fahrweg. (Kutschen)

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Aber Sonnenblume, das ist doch was ganz anderes.

          Rinder halten Bauern,
          Pferde die Reichen und solche, die meinen, sie seien was besseres, die Hinterlassenschaften von Pferden sind was ganz anderes, sozusagen ein Privileg deren, außer in Wien, dort fahren die Fiaker mit Windeln, eine „Exkremententasche“.

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      • Sabine sagt

        Da könnten mobile Roboter helfen. Ich hab ja, vor .. boh 35 Jahre sind das sicher her…. ne Weile an der niederländischen Grenze verbrach. Da gab es damals mobile Melkstände. Sicher wird es noch was dauern bis Kollege Roboter bewaffnet mit Kuhpflegebürsten und Kühltank auf die Weide rollt, aber es gibt bestimmt schon Techniker, die daran arbeiten.

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  7. Der Kuhfladen ist , wenn er fällt, zuerst Mal eine ökologische Katastrophe , die alles unter sich auslöscht……dann, oh Wunder , wird er zum Biotop und Lebensstandard für Würmer, Insekten und Vögel …und befruchtet vorhanden Böden, damit die Pflanzen dort ohne Mangel wachsen….ein Kreislauf ohne moralische Wertung

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    • Aber natürlich, Henning,
      was denkst du denn?
      Das ist die Fabrik unseres Ökosystemes, ohne das wir nicht leben könnten.
      Da werden bestimmt auch Insektenbabys ausgebrütet!
      Wir feinen Leute wollen uns damit nur nicht mehr beschäftigen, weil das eklig ist oder sein soll, weil uns das wer eingeredet hat.

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