Bauer Willi
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Bin ich ein Spekulant?

Vor ein paar Wochen war das ZDF einen ganzen Tag bei mir auf dem Hof. Frau Schickling hat mich zu Themen rund um den Welt-Getreidemarkt interviewt. Sie haben 90 Minuten Filmmaterial mitgenommen, von denen wohl so um die 5 Minuten in der Sendung ZDF Zoom verwendet werden, die im Januar während der Grünen Woche ausgestrahlt werden soll.  Eine Frage war: „Was halten Sie von der Spekulation mit Getreide?“

So eine Frage bekommst Du ja nicht jeden Tag gestellt und so habe ich ihr einfach erzählt, wie ich mein Getreide vermarkte.

Normalerweise verkaufe ich einen Teil meines Getreides (und auch Raps) bevor ich den überhaupt gesät habe. Dazu schaue ich auf die Preise an der MATIF  (Rohstoffbörse in Paris) und zwar aktuell auf Herbst 2018. Wenn der Preis mir attraktiv erscheint, melde ich mich bei unserer Genossenschaft und mach mit denen einen Vorkontrakt. Das ist ein Blatt Papier, auf dem draufsteht, dass ich in der Ernte 2018 fünf Tage nach Anlieferung den vereinbarten Preis ausgezahlt bekomme. Die Genossenschaft sichert diesen Preis an der Börse ab und geht somit auch kein Risiko ein.

Jetzt fragte mich die Dame vom ZDF, ob dass den auch schon mal schiefgegangen wäre. Ich habe ihr geantwortet, dass das immer schief ginge. Große Verwunderung! Ich hab ihr das dann so erklärt: Nehmen wir einmal an, ich mache im September 2017 einen Vorkontrakt über  16 €/100 kg für die Ernte 2018. Ich sichere so etwa 25% meiner erwarteten Ernte ab.

Im Sommer stellt sich heraus, dass weltweit eine Riesenernte heranwächst und der Preis fällt auf 14 € im August 2018. Jetzt bin ich auf mich selbst sauer, dass ich nicht 75% so abgesichert habe. (100% mache ich nie, weil ich ja die Erntemenge nicht im Vorhinein kenne, weil da ja auch das Wetter noch mitspielt.) Schließlich ist  16 € mehr als 14 €. Es ist ganz schön schief gegangen.

Anders herum: Im Frühjahr und Sommer 2018 gibt es auf der Nordhalbkugel (da wächst das meiste Getreide) eine große Trockenheit und dadurch niedrige Erträge. Der Preis steigt auf 20 €, ich habe aber für 16 € schon verkauft. Aus dieser Nummer komme ich auch nicht mehr raus, denn Vertrag ist Vertrag. Hätte ich mal nur keinen Vorkontrakt gemacht! Es ist ganz schön schief gegangen.

Trotzdem bin ich sehr froh, dass es die Möglichkeit gibt, mir meinem Preis für meine Produkte im Vorhinein abzusichern.  Wenn ich aber etwas verkaufe, was ich noch gar nicht habe, ist dass dann Spekulation? Bin ich ein Spekulant? Was meint ihr?

Euer Bauer Willi

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98 Kommentare

  1. Das was du da machst ist eine Preisabsicherung. Das ist keine Spekulation, da du unter der Menge bleibst, die du tatsächlich auf dem Acker anbaust. Spekulation wird es erst, wenn du die Ware nich tatsächlich hast.

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  2. Sabine sagt

    Die Frage ist halt, wo fängt es an und wo hört es auf. Wenn ich einem Bauern einen Teil seiner zukünftigen Ernte abkaufe, weil er jetzt das Geld brauch, weil sein Traktor halt jetzt kaputt ist, ich jetzt das Geld habe, aber eigentlich keine Möglichkeit seine Ernte zu verarbeiten und halt schaue, dass ich bis zur Ernte jemanden finde, der mir die Lieferung abnimmt. Mit viel Glück bezahlt mir dieser Abnehmer sogar mehr als ich bezahlt habe. Ich könnte ihm das Geld auch so leihen, sicher. Wäre auch sicherer für mich. So trage ich ja ein Teilrisiko hinsichtlich der Preisentwicklung mit. Wenn jetzt der April sehr nass wird und ich Bedenken bekomme, dass das mit der Ernte was wird und meinen Anteil an der Ernte an zwei oder drei Leute weiter verkaufe, die optimistischer sind. Was dann? … und langsam löst sich das Papier von der Ware. Ab wann wird ein Geschäft, was dem Erzeuger nützt, eine gefährliche Spekulation? Wenn ich anfange meinen u.U. eintretenden Verlust nach unter abzusichern, in dem ich vertraglich festhalte, dass bei einem Getreidepreis von X ich die Ernte an Y verkaufe?

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  3. Katarina Schickling sagt

    Mit großem Interesse stelle ich fest, dass die Bezeichnung „Dame vom ZDF“ hier offenbar ähnlich sympathie-erzeugend wirkt, wie der Begriff „Spekulant“ – geht doch nichts über eine vorurteilsfreie Herangehensweise…

    Für mich ist jeder Dreh spannend, und ich lerne immer etwas dazu – das ist mein Beruf! Wäre das anders, hätte ich den verfehlt. Und klar ist, dass die einzelnen Bauern nur so gut arbeiten können, wie man sie lässt, in einem System, wo Lebensmittel geradezu schändlich billig sind. Wer sich als Bauer da gegen Risiken absichert, ist kein böser Spekulant, sondern Profi.

    P.S.: Woher stammen eigentlich die 90 Minuten? Ich habe das Material noch gar nicht gesichtet, aber 45 Minuten dürfte eher hinkommen. Im Prinzip ist es bei uns ähnlich wie bei Bauern: viel, viel Arbeit, damit die Ernte nachher gut ausfällt…

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    • Bauer Willi sagt

      Liebe Frau Schickling
      also ich fand Sie symphatisch. Und schön, dass Sie die Risikoabsicherung durch Vorkontrakte auch richtig und gut finden. Was die 90 Minuten angeht, so habe ich Sie nach dem Dreh gefragt, wie viel Filmmaterial Sie mitnehmen. Die Zahl stammt also von Ihnen. Wenn ich Sie da falsch verstanden haben sollte, bitte ich um Entschuldigung.
      Haben Sie schon einen geplanten Sendetermin? Wenn ja, wäre ich sehr interessiert den zu erfahren. Wenn das noch nicht der Fall sein sollte, bitte ich um kurze Mitteilung, sobald der feststeht. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. 🙂
      Bauer Willi

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    • Mark Rössler sagt

      “ wo Lebensmittel geradezu schändlich billig sind. “

      Nach dem letzten Preishoch beim Weizen haben sich Politiker und NGOs aus der grünen Ecke über Spekulationen und Bio-Energie wochenlang in den Medien echauffiert. Das führt ja zu zu hohen Preisen…
      2 Jahre später ging es dann wieder um „billig Lebensmittel“, die gleiche Szene redet heute von schändlich billig.

      Was genau möchten denn diese Leute? Einen für immer festgelegten Preis für landwirtschaftliche Erzeugnisse? Dann sollten diese erst mal trumpen und die Grenzen schließen, danach können die dann den Markt regulieren.

      Ob VW da mitspielt?

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    • Mausschubser sagt

      Warum sind Lebensmittel „schändlich“ billig? So etwas kann man doch nur behaupten, wenn man als sogenannter „Besserverdiener“ darauf schaut. Die Menschen, die wenig bekommen oder vom Staat unterstützt werden, geben den größeren Teil ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Die sind froh, wenn diese günstig sind. Und unser Staat auch, müsste er sonst wesentlich mehr Unterstützung zahlen. Wäre mal interessant zu rechnen, wie viel die Regierungen der Eu durch günstige Nahrungsmittel sparen. Schändlich billig wird es für mich erst, wenn wir anfangen zB Weizen aus der Ukraine direkt zu Biogas zu verarbeiten.

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  4. Wunderbar erklärt Bauer Willi. Aber Spekulant? Nein wirklich nicht. Es ist dein eigenes Produkt das du vermarktes. Macht man dieses mit Produkten anderer Hersteller ist es schon eher Spekulation. Ganz sicher ist es Spekulation wenn man nicht einmal mehr mit realen Produkten handelt sondern nur mit der, rein theoretischen, Möglichkeit Produkte zu liefern. Niemand ist in der Lage der Weizenbörse in Chicago ein zigfaches der Welt Jahresproduktion an Weizen zu liefern.

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  5. Schweinebauer Piet sagt

    Landschaft ist sehr spekulativ, da man die preise meist vorher nicht kennt, also ist Absicherung gut.

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  6. Friedrich sagt

    Wir sind keine Spekulanten. Die Preise die wir absichern sind gerade über den Erstellungskosten. Große Sprünge kann damit nicht machen. Es reicht gerade so zum Überleben. Die Preisabsicherung vor der Ernte ist sehr gut für Bauern , die kein Getreidelager haben. So fällt man bei der Ernte nicht in ein Preistief. Nachdem wir einige male völlig daneben gelegen haben, lagern wir unser Getreide erst einmal zu 100 % im eigenen Getreidelager ein und warten auf bessere Preise. Ab September bis zum Mai werden dann die Getreidemengen in drei bis fünf Kontrakten verkauft. Das Getreide haben wir im eigenen Lager gereinigt und getrocknet und wird LKW-weise abgeholt. Mit mehreren Verkaufszeitpunkten sind wir immer am Markt und haben die Ware immer selbst in der Hand. Beim Verkauf gibt es keine Abzüge , da die Qualität des Getreides durch versch. Labore ermittelt wurde. Von jedem LKW-Zug wird eine Rückstellmuster für evtl. Unstimmigkeiten gezogen.

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  7. Altbauer Jochen sagt

    Als Bauer hat man ja schon immer „spekuliert“ – auf gutes Wetter,
    das die Ernte gedeiht! Oder etwas „riskiert“ -falls das Wetter eben nicht mitspielt.
    Preise über Vorkontrakt absichern sehe ich so ähnlich wie
    eine Hagelversicherung.
    Wenn´s hagelt ist ein Teil abgesichert, wenn nicht, freuen sich die anderen
    -ist eben so.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bei einem Hagelschaden hat es mich gefreut, dass ich meine Produkte versichert habe,
      habe mich jedoch nicht gefreut, wenn andere es nicht getan haben, aber Mitleid mit denen hatte ich auch nicht.

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      • Dafür hat sich der andere gefreut, wen es nicht gehagelt hat und du mußtest zahlen!

        Es gibt ja auch Gebiete, da hagelst es mehr und welche, da hagelt es weniger!

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        • bauerhans sagt

          in meiner gegend lohnt eine hagelversicherung nicht,weil die entschädigung im seltenen schadensfall geringer ist als die summe der gezahlten beiträge.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Es kommt auch auf die Produkte an. Versichert hatte ich nur den Weinbau, habe aber mehr an die Versicherung bezahlt, als ich Schaden hatte.
            Ein Tal weiter, so ca. 5 Km Luftlinie entfernt, hat es 3 Jahre lang Hagel gegeben, mit Schäden bis zu 100% im Obstbau.

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    • Deswegen ist ja das Leben eines Bauern eben stressige,r als einem anderen Arbeitnehmer mit vertraglich gesichertem Einkommen!
      Denen verhagelt nichts!

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  8. Ich glaube, dass es selbstverständlich ist, dass ein Landwirt seine Ernte auf einer dafür vorgesehenen Börse verkauft und versucht sich dabei den besten Preis zu erzielen. Sowas nennt man Marktwirtschaft.Die Grenze liegt meine Erachtens dort wo irgendwelche Investment Bänker, Hedge Fonds etc. diese Ernten aufkaufen und versuche durch künstliche Verknappung oder sonstige Wege die Preise für die Verarbeitende Industrie in die Höhe zu treiben, um sich die Taschen auf Kosten der Endkunden (also uns Verbrauchern) voll zu machen und somit Preisbestimmend sind ohne, das sie auf Produktionsfaktoren oder irgandwelche Ressourcen angewiesen sind. Der Landwirt, der nur seinen Hof wirtschaftlich betreiben will ist an dieser Situation komplett unschuldig.

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    • Sehe ich genauso. Spekulanten sind für mich nur solche, die den Rohstoff nie in ihren Händen hatten und nie haben werden, sondern nur auf dem Papier damit hantieren. Und solche Spekulationen mit Nahrungsmittel würde ich verbieten.

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  9. Die Frage ist doch eher welche Spekulationen wir betreiben/zulassen/besser verbieten sollten…. Weizen oder Besserung Nahrungsmittel handeln sollte ich meiner Meinung nach nur können wenn ich auch faktisch irgendwann Rohstoffe liefere, verarbeite, transportiere, o. ä.. Nicht aber wenn ich sie als Aktien betrachte und mir nur Papier in den Safe lege…

    Da könnte man jetzt noch sehr viel mehr über die Stellung des Landwirts in der Handelskette schreiben aber das führt an dieser Stelle glaube ich zu weit.
    Grüße Biobauer Christian

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  10. Tja, da sieht man mal wieder wie mühselig die armen Fernsehjournalisten arbeiten müssen, ca ein Tag Arbeit mit zurecht schneiden für 5 Minuten Sendezeit

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  11. Ich sehe es auch so wie du Willi. Due Möglichkeit Preise abzusichern bringt Risiken als auch Chancen. Risikoabsicherung ist wichtig und wenn man keine Möglichkeit hat geht es dir an den Kragen. Siehe Milchkrise

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  12. also wenn man schnell gefragt wird, kommt einem das schon mal durcheinander .. Aber der/diejenige, der sein Risiko (teilweise) absichert, – ist kein spekulant .. sondern nur der, der URSPRÜNGLICH GAR KEIN RISIKO hat.. aber auf Preisentwicklungen setzt und damit spekuliert… „my two cents“ 😉

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    • Bzw. was der Chefredaktéur durchgehen lässt. Die Dame war in jedem Fall von meinen klaren (frechen) Worten beeindruckt. Sie hatte sich das wohl leichter vorgestellt 😉

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  13. Bei Thomas Mann lesen wir in den Buddenbrooks, was ein ehrlicher Kaufmann von der Spekulation zu halten habe. Vater Buddenbrook gibt seinem Sohn Thomas die Lebensweisheit mit: „Mache Deine Geschäfte bei Tage nur so, dass Du bei Nacht noch schlafen kannst“. Doch unter dem Druck des familiären und finanziellen Abstiegs erwirbt Thomas „spekulativ“ das Getreide eines hoch verschuldeten Gutsbesitzers „auf dem Halm“ und verliert prompt viel Geld, als ein Unwetter bald darauf die gesamte Ernte vernichtet.

    Der Deutsche ist der Spekulation abgeneigt, er misstraut ihr und die Nazis haben das ausgenutzt, indem sie in ihrer Ideologie dem ehrlichen Arbeiter der Faust und der Scholle den bösen Spekulanten gegenüber stellten, der ohne jedes Risiko (wie paradox!) sein Geld „leistungslos“ vermehrt.

    Viel von diesem Goebbelschen Topos steckt noch heute in unseren Köpfen, weswegen wir seitdem denken, es sei etwas Schlechtes, wenn man an der Börse Risiken absichert. Wer gar Aktien kauft, wird von gutmeinenden Verwandten gerne an Manfred Krugs T-Aktie oder die Lehman-Pleite erinnert. Das Problem dabei: Risiken werden nicht kleiner, wenn man sie negiert. Einige von uns haben ja auch in der Kindheit gelernt, dass in einem besseren deutschen Staat die Arbeiterklasse die Risiken des Einzelnen schultert und trägt und jeden bestraft, der Eigeninitiative zeigt. Der Arbeiterstaat ist dann leider an dieser Einstellung pleite gegangen, weil in einem solchen Umfeld niemand mehr Risiken eingehen oder Leistung erbringen wollte.

    In anderen Ländern gilt es als vernünftig, sich auf Risiken vorzubereiten und sie auf mehrere Schultern zu verteilen. Lloyd’s of London hat darin seinen Ursprung. Die Hanse-Kaufleute kannten noch die Schiffs-Parten. Das ist heute weitgehend vergessen.

    Risiken hat gefälligst der Staat abzusichern. Dafür zahlen wir schließlich Steuern. Und ein Unternehmer ist ja immer auch ein bisschen dubios. In dieser Tradition sind wohl auch die Fragen der ZDF-Reporterin zu sehen.

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    • Der Exkurs darüber woran die DDR gescheitert sei ist quatsch, der Rest kommt hin. Aber die DDR war zu ihrem Ende weit weniger verschuldet als die BRD heute, das hatte auch mit mangelnder Risikobelohnung nichts zu tun. Da war schluss weil das Volk kein Bock mehr hatte und die „Elite“ zu menschlich um auf das Volk schiessen zu lassen. Fraglich ob das hier auch so laufen würde.

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      • bauerhans sagt

        „Der Exkurs darüber,woran die DDR gescheitert sei,ist quatsch“

        die litten unter der nichtvorhandenen EIGENINITIATIVE!
        diese eigeninitiative fand in der tauschwirtschaft statt,die die bevölkerung am leben hielt.
        die partei vereinnahmte reichliche zahlungen aus der brd,
        zuletzt vermittelt von f.j.strauss.

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    • Stefan Meier Die Elite zu menschlich? Der ist gut! Der Exkurs woran die DDR gescheitert ist, trifft den Nagel auf den Kopf. Und das nicht geschossen wurde, liegt daran, das einfach erkannt wurde, das es keinen Sinn mehr macht. Und die absolute Höhe der Verschuldung sagt nichts über den Verschuldungsgrad. Die BRD hat doch eine ganz andere Wirtschaftsleistung dahinter.

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  14. Super! In der Schweiz gibt der Bund im Mai die Annahmepreise für Getreide heraus. Und das bekommt man bezahlt, egal wie der Preis an der Börse ist.

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  15. Ich würde sagen nicht du bist der Spekulant, sondern derjenige der dir noch vor der Saat den Kontrakt über 16€ Angeboten hat. Der Spekuliert nämlich auf einen steigenden Preis.

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    • Ja selbst dann ist es nicht unbedingt was schlechtes. Beispiel: Du kannst nur ex Ernteliefern und in der Ernte stellt sich raus das Raps knapp wird. Doch der Preis steigt nicht an. Du brauchst aber ein Teil des Ex Erntegelds. Hierfür bietet der Handel dir die Möglichkeit zum Tagespreis zu verkaufen. Gleichzeitig kaufst du eine Option an der Börse für eine Gebühr. Der Preis steigt über den Preis du bekommst im Nachhinein noch Geld. Der Preis fällt dein Gebühren Geld ist futsch. Ja ist Spekulation, aber es ist auch eine Möglichkeit „mehr“ Geld zu verdienen.

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    • Spekulationen hat auch etwas positives und birgt riskieren gleichermaßen. Dabei ist wichtig das die Kräfteverhältnisse ausgeglichen sind es klare Regeln gibt.

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    • Ja/nein. Der Hedger, der sowohl kaufen als auch Verkaufen kann spekuliert nicht auf Preise sondern er will einfach nur absichern. Der Spekulant kann sowohl auf Fallende als auch auf steigende Preise spekulieren. Wer Kontakte also verkauft oder kauft ist nicht immer ei Spekulant. Spekulanten bringen zusätzlich Nachfrage oder Angebot und können so die preise in verschiedenen Richtungen drücken. Das kann je nach Ansicht „gut“ oder schlecht sein. Dieses Grundwissen sollten Journalisten haben. Da bin ich aber skeptisch das das so ist.

      Ps: Stefan Meier ich hatte aus Ihren Kontext gelesen, das Spekulation schlecht ist. Das war wohl falsch von mir.

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    • Rene Rempt Ja nun, wenn es um Grundnahrungsmittel geht während täglich 40.000 Menschen verhungern ist relativ klar das ein druck nach oben eben zusätzliche Menschenleben kostet. Und genau an der Stelle ist es eben das vielzitierte System das zum Mörder wird. Es ist ja nicht so das wir zuwenig Nahrungsmittel hätten, Der Kapitalismus versagt bei der Resourcenallokation: Die Armen sind nicht produktiv genug um sich von Ihrer Arbeit zu ernähren, die Produktivität (für die der einzelne nicht viel kann) entscheidet wer es wert ist zu überleben.

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    • Ich sehe es ehr so, das es drauf ankommt wo man geboren ist. Wenn wir den Leuten die Möglichkeit geben sich zu entwickeln und Sie stabile politische Verhältnisse hin bekomme ist das Thema schnell gegessen. 😉

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    • Der Markt ist doch nicht für die Ressourcenallokation an arme Menschen verantwortlich.
      Das könnte nur ein Staat / die Allgemeinheit tun (bezahlen).
      Ich sehe eher, dass es ohne Spekulation auf Nahrungsmittel viel schlechter aussähe. Wer nimmt denn Tonnen von Getreide ab in einer Zeit, in der es viel zu viel gibt? Außer Spekulanten niemand. Sie nehmen ein hohes Risiko in Kauf, und das hilft der Gemeinschaft, auch den Armen. Wenn der Preis für Nahrungsmittel hoch getrieben wird, dann ist der Grund, dass sie knapp sind, sonst würde ein Spekulant ja nicht so viel kaufen, denn er spekuliert darauf, dass der Preis steigt, was er langfristig nur bei Knappheit tut. Durch den höheren Preis wird es für Produzenten dann lukrativer Nahrung zu produzieren. Ein perfektes System 😉

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    • Natürlich ist es nicht Aufgabe des Marktes, das ist ja das Problem mit einem gewissen- und verantwortungslosem Allokationsmechanismus. 😉
      Auch die Frage wer arm und wer unproduktiv ist wird am/durch den Markt entschieden. Getreide abnehmen würden Leute die davon ausgehen es irgendwann zu brauchen. Wie sie richtig erkannt haben, ist Knappheit Im Interesse des Spekulierenden, und sobald er besitzt kann er diese Knappheit auch provozieren. Denn wie gesagt sind Nahrungsmittel eigentlich im Überfluss vorhanden, es wäre genug für alle da wenn es nicht Leute gäbe die ein Interesse an der Herstellung von Knappheit haben und sich darauf verlassen können dass die Nachfrage eben nicht einfach sinken kann. Der Hungernde hat keine Wahl ob er sich vom Markt zurückzieht und nicht einfach nicht nachfragt. Es ist eben nicht die Knappheit die den Preis hoch treibt, sondern andersrum, die Preistreiber verursachen die Knappheit weil sie mit den Unproduktiven um Ressourcen konkurrieren die sie eigentlich gar nicht benötigen. Der Produzent hat übrigens auch bei sinkendem Preis ein Interesse so viel wie möglich zu produzieren um Verluste durch Preisverfall zu kompensieren. Als Beispiel: ich habe 110 Nahrung, gebraucht wird 100, der preis ist 10. Wenn ich 110 auf den Markt werfe bekomme ich etwas unter 1000 dafür, weil die letzten 10 werde ich nur los wenn ich sie sehr viel billiger als zum bisherigen preis verkaufe, der Marktpreis sinkt also und ich werde demnächst nur noch 9 verlangen können. Wenn ich aber 20 Nahrung vergammeln lasse und nur 90 zum Marktpreis verkaufe, dann hungern 10% der Kunden und sind bereit jeden Preis zu zahlen damit ihre Kinder durch den Winter kommen, der preis explodiert bis zu dem Punkt wo die ärmsten 10% alles was sie haben in den Nahrungserwerb stecken, der neue Preis ist jenseits der 15 und ich habe 1350 statt 1100 eingenommen, bei gleichen Kosten. Ob man ein System ‚perfekt‘ nennen kann was Menschen eine Motivation und Möglichkeit gibt die schwächsten ganz ohne Waffengewalt zu versklaven und verhungern zu lassen überlasse ich mal den gefühllosen Zynikern, aber mir scheint,vorsichtig gesagt, das Sie doch sehr in der Logik des Marktes gefangen sind und sich andere Verteilungsmechanismen gar nicht vorstellen können.

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    • @rene: wir haben aber gar kein Interesse daran dass die Armen produktiver werden können, wir verdienen ja gut daran dass die unsere Waren kaufen müssen. Stabile Verhältnisse bei gleicher, hoher Produktivität würde ja bedeuten dass die ihre Rohstoffe selbst verarbeiten würden, dann fände die Wertschöpfung in den Ländern statt, die die Rohstoffe haben. Und das sind eher nicht wir.

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    • Aber genau das ist doch das Thema was ich meine.
      Der größte Teil unserer Nahrungmittelexporte gehen vor allen in Ländern die gar nicht die Möglichkeit haben selbst zu produzieren bzw. genug Selbst zu produzieren. Dazu kommt das, das vertrauen in die Sicherheit unserer Produkte höher ist, als in eigene Produktion. (China Babymilchpulver) Es ist und bleibt das wichtigste das es politische Stabilität gibt damit sich eine Volkswirtschaft entwickeln kann. (Siehe china) Menschenrechte usw. Ist ein anderes Thema. Auch unter den Dispoten in Lybien, Syrien, Irak usw. haben weniger Menschen gehungert als jetzt. Um Demokratie zu entwickeln braucht es Zeit und eine starke Mitte die Sie trägt,das ist auch ein Grund warum man mit Bomben keine Demokratie etablieren kann.

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    • Stefan Meier Eine simple Frage: wenn mein ägyptischer Berufskollege mit dem Export von Frühkartoffeln im Februar nach Europa deutlich mehr Geld verdienen kann als mit dem Anbau von billigem Weizen, warum soll er den Weizen nicht in Europa kaufen? Bewässern muss er beide Kulturen. Wo ist das Wasser effektiver eingesetzt? Ich kann Ihrer Marktlogik nicht ganz folgen…

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    • Stefan Meier diese Macht eines Produzenten wäre nur gegeben wenn er ein Monopol hätte und der einzige Produzent wäre. Das ist aber in der Realität nicht so. „der Markt“, „der Produzent“ oder „der Spekulant“ sind eben viele Personen, die miteinander konkurrieren. Deswegen kann es sich auch der Spekulant nicht leisten auf eine Steigerung des Preises zu spekulieren, wenn doch die Nahrungsmittel im Überfluss da sind. Wenn dem so sei, dann wird er irgendwann gegen die Wand fahren, weil es eben auch andere gibt, die mit Nahrungsmitteln handeln. Und genau hier liegt das Risiko des Spekulanten. Und deswegen wird er auch tendenziell so handeln dass er keinen Verlust macht.

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    • Das ist so nicht korrekt. Tatsächlich sind die meisten Länder in denen gehungert wird durchaus in der Lage sich selbst zu versorgen, aber wir bieten halt mehr dafür das sie diese Nahrung an uns verkaufen statt sie selbst zu essen. Korrekt ist natürlich das sich eine Volkswirtschaft nicht ohne politische Stabilität entwickeln kann. Diese politische Stabilität jedoch wird eben vom Wertewesten regelmässig untergraben, mit Militärputschen und in Demokratien mit dem Kauf von Lobbies. Demokratie kann nur in einem vergleichsweise mächtigen und reichen Land funktionieren, da ansonsten das Kapital aus dem Ausland die Führung nach seiner Pfeife tanzen lässt. Es gibt deswegen auch kein Beispiel für die Entwicklung eines Landes zur Grossmacht unter einer Demokratie. Von den Ländern die heute an der Spitze der globalen Hackordnung stehen ist mit Ausnahme vielleicht der Schweiz alle nicht als Demokratien dort hingekommen, und für die Ausnahme gibt es sehr gute Gründe.

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    • Bauer Willi Ich habe gar nicht gesagt das er das nicht tun sollte. Das Problem ist, dass er auch dann noch mehr mit dem Verkauf nach Europa verdient wenn hier zu viel und dort zu wenig Essen verfügbar ist, einfach weil allein die Chance an hochproduktive Kunden verkaufen zu können immer noch mehr wert ist als eine Garantie an Niedrigproduktive verkaufen zu können, denn erstere können sich auch Lebensmittel leisten bei denen der Schwund durch Überschuss UND ein grösserer Gewinn mit einkalkuliert ist. Das ist kein individuelles Fehlverhalten sondern ein systemisches Problem.

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    • Felix Frey Ich habe im Beispiel vereinfachend einen Monopolisten beschrieben, aber es funktioniert auch mit vielen Akteuren am Markt noch genau so. Der Schwund durch vergammeln wird einkalkuliert und auf den Preis aufgeschlagen, und dennoch lässt sich hier mehr Rendite erzielen. Das ist das Problem mit der Marklogik, und deswegen ist er auch inhuman: Wir leisten uns den Überschuss während die dadurch anderswo entstehende Knappheit die Preise weiter hoch hält. Wäre dem nicht so, gäbe es keinen Hunger auf der Welt, denn wie gesagt wir produzieren mehr als genug NAhrung um alle zu ernähren. Die hungernden sind nur nicht produktiv genug um mit uns zu konkurrieren, OBWOHL wir den Schwund durch vergammeln mitfinanzieren.

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    • Rene Rempt schrieb ich doch relativ genau? Die Länder in denen gehungert wird auf der einen, und die hochproduktiven finanzstarken Länder des Wertewestens auf der anderen Seite. Vielleicht können Sie ihre Frage präzisieren?

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    • Nach ihrer Logik würde es folgender Massen den hungernden besser gehen, wenn die westliche Landwirtschaft weniger produzieren würde? Richtig?

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    • In letzter Konsequenz: Wir müssten den Kapitalismus abschaffen. Die Marktlogik diktiert dass bei deutlichem Produktivitätsungleichgewicht die Arbeiter in den hochproduktiven Ländern sehr viel kaufkräftiger sind als die in den Ländern mit niedriger Produktivität. Dieser enorme Kaufkraftunterschied führt dazu das auch der verschwenderischste Überschuss hierzulande nicht dazu führt dass es dort keine Nahrungsmittelknappheit mehr geben würde, das ist im Moment der Status Quo. Nochmal: Wir haben eigentlich genug Nahrung für alle, nur funktioniert der Allokationsmechanismus eben nicht nach humanen Kriterien, sondern allein nach Marktlogik.

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      • bauerhans sagt

        „Wir müssten den Kapitalismus abschaffen.“

        haben aber keine funktionierende alternative.

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    • …und das ist jetzt nur die Betrachtung im Bereich Nahrungsmittel. Dass es generell nicht sehr human ist wenn ein kleiner Teil der Menschheit seine 8h/Tag hochproduktiv verbringt während der Rest selbst mit 12h/Tag auf keinen grünen Zweig kommt, kommt ja noch dazu und schlägt sich eben in noch stärker werdenden Produktivitätsunterschieden nieder. Im Prinzip wäre das beste was wir _innerhalb_ des kapitalistischen Systems machen könnten eine Angleichung der Arbeitszeit an die Produktivität, zum Beispiel mit 20h/Woche Regelarbeitszeit. Nur bräuchte es dafür eine schlagkräftige Arbeiterorganisation in Staat und Gewerkschaften, und genau die untergäbt der Kapitalismus wo er kann, was uns wieder zu meinem ersten Satz führt.

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    • Aber um die Frage möglichst einfach zu beantworten: Es würde schon reichen wenn wir den armen Ländern keine Nahrungsmittel mehr abkaufen würden, dann hätten die nur ihre eigenen Einwohner als Kunden und schon wäre erstmal genug Nahrung für alle da wo sie benötigt wird. Aber natürlich wird das nicht passieren, genausowenig wie wir aufhören werden denen ihre anderen Rohstoffe unter Wert abzukaufen und den Preis dafür mit Waffengewalt niedrig zu halten. Darauf beruht unser ganzer Lebensstil, das werden sie nicht durchgesetzt bekommen, schon allein weil die Hyperreichen dann kein leistungsloses Einkommen mehr hätten.

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    • Das ist nichts anders als Kommunismus und im Grund sehe ich es genauso, jeder Mensch nimmt nur so viel er braucht. Das hatten wir schon mal. Warum funktioniert das nicht?
      1. Es gibt immer Faule die das System ausnutzen und
      2. Gibt es gierig Menschen die nach mehr streben.

      Weiter ist das Problem wenn wir den Handel einstellen, haben die Länder ein Problem die nicht genug produzieren können, es Dürren oder andere Katastrophen gibt. Was machen diese Völker dann?Daher brauchen wir „Überproduktion“.

      Sehen Sie sich die Matif(Weizen) Kurse von 2005 bis heute an und dazu die Produktion und den Verbrauch. Der Zusammenhang mit Preisen,Produktion und Verbrauch ist klar zusehen. Dazu sehen sie sich die Hungerstatistik an und auch hier ist der Trend klar.

      Im Grunde sehen wir es gleich. Die Bevölkerung muss sich selbst helfen, wir könne den Hungernden am besten mit wissen unterstützen und dafür sorgen das es stabile politische Verhältnisse gibt. In dem wir unsere „Firmen“ zügeln und wir unseren Verbrauch anpassen. Ich denke das funktioniert eher als Kommunismus.

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    • Wenn es Kommunismus braucht um den Hunger der Welt zu beenden, dann wäre ich sofort dafür. Ich denke aber da wären noch andere Systeme besser geeignet als der Kapitalismus, Parecon zB.
      Die Faulen die das System ausnutzen gibt es im Kapitalismus genau so, je reicher desto eher ist das möglich. Gierige Menschen werden im Kapitalismus für ihre Gier belohnt, im Kommunismus wäre da weniger Spielraum, ich sehe also überhaupt nicht wie die Existenz dieser beiden Gruppen ein Argument für den Kapitalismus wäre, ganz im Gegenteil. Übrigens hatten wir Kommunismus noch nicht, das war Sozialismus. Kommunismus ist ein klassenloses System nach der Maxime „Ein jeder nach seinen Fähigkeiten, einem jeden nach seinen Bedürfnissen“. Ich sehe nicht inwiefern das ein schlechtes Ideal sein sollte.
      Aber das führt vielleicht etwas zu weit, also zurück zum eigentlichen Thema: Wie ich bereits mehrfach ausführte ist das Problem eben nicht das die armen Länder nicht genug Nahrung produzieren könnten, sondern das wir sehr viel mehr für diese Nahrung bezahlen können obwohl wir einen Teil davon einfach wegschmeissen.
      Und ja klar, stabile Verhältnisse wären toll, aber wir helfen dabei nicht, im Gegenteil sorgen wir derzeit nach Kräften dafür dass das Ungleichgewicht bestehen bleibt. Das machen wir nicht weil wir böse Menschen wären, sondern weil unser Wirtschaftssystem darauf hinausläuft wenn jeder für sich selbst optimiert. Aber wie gesagt, diese Diskussion sprengt hier wohl etwas den Rahmen und ich fühl mich auch gerade nicht danach unterschiedliche Wirtschaftssysteme vorzustellen und zu vergleichen. O:)

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    • Ach und ich habe kein Problem mit der Überproduktion von Nahrungsmitteln. Nur vergammeln lassen während Menschen hungern halte ich für unethisch.
      Möglicherweise liegt das Verständnisproblem an der Stelle wo ich von hochproduktiven Ländern spreche? Dabei meine ich nicht überproduktion von Nahrungsmitteln, sondern die allgemeine Produktivität in der Produktion con _allem_. Diese wird beeinflusst durch Infrastruktur, Massenbildung, Investition in Maschinen… Produktivität ist die Effizienz des Produktionsprozesses gemessen an der Eingesetzten Arbeit. Ein produktiver Arbeiter kann in der gleichen Zeit mehr Wert produzieren als ein unproduktiver, deswegen auch die Möglichkeit eines Angleichens über die Wochenarbeitszeit.
      Ein Problem ist das die Produktivitätsgewinne durch Effizienzsteigerung in erster Linie beim Kapitalisten, dem Arbeitgeber ankommen (deswegen investiert er ja in die Produktivität) und Diesem ermöglichen seinem Arbeitgeber einen Lohn zu zahlen von dem ein unproduktiver Arbeiter der dritten Welt nur träumen kann, selbst wenn letzterer deutlich härter arbeitet.

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    • Ich glaube da haben wir tatsächlich sehr unterschiedlich Verständnis um das „Problem“ zu lösen.

      Ich sehe da die Verantwortung des einzeln und die Ethik der Unternehmer. Letzten Endes kann ihr System, aus meiner Sicht, nur mit Unterdrückung funktionieren.(Ja wir haben die Unerdrückung durch die Unternehmen) Ich sehe die soziale Marktwirtschaft nach wie vor als Lösung. Wichtig dabei ist das die Reichen und Super reichen sich dem System nicht entziehen können und das System nicht ausnutzen, wie es aktuell teilweise geschieht. Ich kann auch nicht verstehen warum ein Manger (Groß Unternehmens), das 100 Fache eines durchschnittlichen Arbeiters verdien darf oder muss. Warum haften Manager nicht stärker bei Groben Fehlern. Ich habe in mehren Firmen gearbeitet und solange ein Unternehmen Familien geführt sind, solange steht das Langfristig denken und wohl im Vordergrund. Das ist meine Erfahrung.

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      • „Ich habe in mehren Firmen gearbeitet und solange ein Unternehmen Familien geführt sind, solange steht das Langfristig denken und wohl im Vordergrund.“

        Und auch die des langjährigen Hausmeisters von OPEL Rüsselsheim, denn er hat viel Manager kommen und gehen sehen!

        Das die Familienunternehmen leistungsfähiger sind, sah man auch an der Größe der Produktivität der Landwirtschaft in DDR und BRD!

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    • Rene Rempt Für einen Unternehmer im Kapitalismus ist Ethik ein Konkurrenznachteil. Früher oder später wird der von jemandem gefressen der weniger Ethik hat. Am wenigsten Ethik haben die grossen Fonds, da gibt es gar keinen Unternehmer mehr sondern nur noch Verwalter die per Jobbeschreibung gezwungen sind den Profit jenseits jeder Ethik zu maximieren. Das ist eben das SYSTEM. Ethik lohnt sich nicht.
      Die soziale Marktwirtschaft hat schon lange vor dem Neoliberalismus kapituliert, das was man jetzt noch davon sieht sind nur die letzten Zuckungen. Das ist ein Auslaufmodell, das kann sich keiner mehr leisten und das hat auch früher nur funktioniert weil man es als Gegenargument gegen die Notwendigkeit eines Kommunismus gebraucht hat. Die REichen und Supperreichen brauchen sich dem System nicht zu entziehen, es spielt ihnen doch die Bälle zu. Und dass die das hundert, ja tausendfache und noch deutlich mehr eines normalen Arbeiters verdienen, das ist kein Fehler im System, sondern sein Kern: Die Abschöpfung des von Arbeitern produzierten Mehrwertes. Und je mehr Kapital man hat, desto mehr Arbeiter kann man abschöpfen, das hat mit Leistung nur dann etwas zu tun wenn man neoliberaler Ökonom ist. Es gibt am oberen Ende eine Menge Leute die völlig Leistungslos in unglaublichem neofeudalem Luxus leben während gleichzeitig am unteren Ende Milliarden trotz extrem harter Arbeit mangelernährt sind.
      Sorry, aber meines Erachtens zeigt dieses System jedem der es sehen möchte täglich wie unfähig es ist die Probleme der Menschheit zu lösen. Von dem Problem das eine solche Anhäufung von Kapital und Macht für eine Demokratie mitbringt habe ich da noch gar nicht angefangen, aber auch da sieht man bei genauerem Hinsehen eine grundsätzliche Inkompatibilität des kapitalistischen mit dem demokratischen Gedanken. Wenn Geld und Lobby mehr entscheiden als Wählerstimmen, dann ist es eine Plutokratie und keine Demokratie.
      Ohmann, jetzt hab ich mich aber hinreissen lassen. Schönen Abend dennoch! ^^

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      • bauerhans sagt

        uns gehts so saugut,dass einige unbedingt probleme suchen und nachteile finden müssen,egal obs ums kapital,um ausbeutung oder glyphosat geht.

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    • Ich denke dann hast du mindestens einen Unternehmer kennen gelernt der das etwas anders sieht als du.

      Ich würde mich sogar soweit aus dem Fenster lehnen das es 80% der Landwirten so geht, da wir alle Unternehmer sind. Genauso schätze ich sind auch viele Handwerker so usw. Da bin ich Optimist und denke an das Gute im Menschen und an das System.

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    • Stefan Meier jetzt fehlt nur noch ein Satz um das von Ihnen geschilderte Problem zu lösen: „Proletarier aller Ländern, vereinigt euch. Völker,hört die Signale.“ Oder aber eben Churchill: „Demokratie ist ein verdammt schlechtes System. Aber wir haben kein besseres.“ Lässt sich auch auf Kapitalismus anwenden, oder nicht?

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    • Bauer Willi das sehe ich genauso. Der Kapitalismus ist das beste System, auch wenn es schlecht ist. Die Alternativen sind bei weitem schlechter. Der Kapitalismus beruht darauf, dass der einzelne etwas an seiner Lage ändern kann. Ohne diesen Ansporn ginge es uns allen schlechter. Das zum philosophischen Teil. Praktisch habe ich gesehen, dass es eben nicht stimmt, dass es den Menschen besser geht, wenn sie keinen Handel treiben dürfen / können. In armen Ländern geht es Menschen nicht darum schlecht, weil sie ihre Lebensmittel an reiche Länder verkaufen, sondern weil sie eine schlechte Regierung haben und weil sie ungenügenden Zugang zu Bildung und zum internationalen Markt (Technologien etc.) haben

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    • Nur weil ein systemischer Druck gegen ethisches Handeln besteht heisst nicht das nicht viele Unternehmer dennoch erstmal versuchen ethisch zu handeln. Sie sind ja auch nur Menschen. Aber mit fortschreitender Kapitalisierung einer Branche geht diese Möglichkeit eben immer mehr verloren. Je mehr Konkurrenzdruck, desto weniger ethisches Verhalten kann sich der einzelne Unternehmer noch leisten, bis hin zu der Situation wo die Wertschöpfung von Fonds kontrolliert wird, also von Managern, Angestellten des Kapitals. Die haben den Spielraum dann nicht mehr.
      Wenn die Alternativen so viel schlechter sind, warum wird dann im Kapitalismus immer behauptet es gäbe gar keine, und Versuche in diese Richtung sind unnötig, unverantwortlich und gefährlich? Wenn der Kapitalismus so gut ist, wieso fürchtet er dann die Konkurrenz so sehr das er sie mit Waffengewalt zu verhindern sucht? Schon vergessen wie Vietnam, Korea, Chile ganz offiziell gerechtfertigt wurden? Warum genau muss die USA genau in Korea mitmischen?
      Ihr macht es euch da ziemlich einfach, und wenn ich böse wäre könnte ich das leicht damit in Verbindung bringen dass ihr auch zu den Wenigen gehört die derzeit noch davon profitieren. Auch im Kommunismus wurde übrigens gehandelt, auch parecon sieht einen Einfluss des Menschen auf seine Situation vor, und im Kapitalismus hat längst nicht jeder dir Möglichkeit etwas wesentliches an seiner Situation zu andern.

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    • @Bauer Willi wie ich schon angedeutet habe, sind Demokratie und Kapitalismus fundamental unvereinbar. Wenn einzelne Menschen so viel Vermögen haben das sie ganze Staaten kaufen könnten dann verkommt die Demokratie zur Plutokratie. Das es diese Möglichjkeit gibt ist aber kein Fehler im Kapitalismus, sondern seine Natur, er muss früher oder später dahin kommen. Nur wird sie sich deswegen noch nicht umbenennen, die Menschen lassen sich besser halten wenn sie denken sie wären frei. 😉

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    • Stefan Meier, danke für die sachliche Diskussion und ich denke jeder hat seine Sicht hier dargestellt. Deswegen verabschiede ich mich aus der Diskussion.

      Ich bin der Meinung das Kapitalismus und Demokratie sich nicht ausschließen und auch unternehmerisches ethisches Handeln am ende überbord geworfen werden muss, weil der Marktdruck zu hoch ist. Aus meiner Sicht hat der Unternehmer zu viele Falsche Entscheidung getroffen/sich nicht rechtzeitig genug an die neue Situation angepasst, wenn er die ethik überbord wirft. Das hat aus meiner Sicht vorallem mit Charakter zu tun und nichts mit Kapitalismus oder Kommunismus.

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    • Auch ich danke für die sachliche Diskussion, auch wenn ich nicht verstehe wieso Sie nicht verstehen dass der Marktdruck (historisch wie logisch belegbar) dazu führt das eben immer mehr Entscheidungen nicht von Unternehmern mit Gewissen sondern Fondsmanagern, also _Angestellten_ statt Unternehmern getroffen werden, die diesen Spielraum gar nicht haben. Auch dass der (ebenfalls logisch wie historisch belegte) Einfluss von Kapitalinteressen dem demokratischen Grundgedanken „eine Nase, eine Stimme“ widerspricht. Möglicherweise gehen wir von unterschiedlichen Demokratiedefinitionen aus.
      Zu guter letzt verstehe ich nicht warum Sie als einzige Alternative zum Kapitalismus den Kommunismus implizieren wenn ich doch klar von anderen Möglichkeiten wie bspw Parecon gesprochen habe, und darüber das sie eben gar nicht erst ver- und untersucht werden.. Aber auch ich verabschiede mich hier aus der Diskussion, sie scheint mir vergeblich zu sein. Wünsche dennoch allen Beteiligten einen schönen und produktiven Tag und dass wir nie das Riesenglück vergessen das wir hatten als wir hier in die „erste“, die reiche Welt geboren wurden, zu den Gewinnern gehören, und auf das unser Mitgefühl mit den weniger Glücklichen uns nicht verlasse.

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    • Ich seh das so sagt

      Ich schließe mich ihrer Meinung an.
      „Spekulieren“ hat als Begriff der Wirtschaft einen negativen Kontext bekommen im Sinne von jmd. spekuliert (an der Börse) in der Hoffnung auf große Gewinne riskante Geschäfte machen.

      Ursprünglich heißt die Übersetzung aus dem Lateinischen aber „umherspähen, auskundschaften, beobachten, ins Auge fassen“. Jmd. spekuliert (über etwas) darüber nachdenken oder sprechen, wie sich etwas, von dem man noch nicht viel weiß, entwickeln wird. Den in der Volkswirtschaftslehre (spekulativ) angenommenen vollkommenen Markt wird oder kann es nicht gibt, alleine schon weil es einen vollkommene Markttransparenz nie geben wird. Da man als Landwirt und somit als Marktteilnehmer aber auf jeden Fall eine weitere Forderung an vollkommene Märkte (nämlich die Homogenität (genormte Qualität/Gleichheit) der Güter) andienen muß, ist es geradezu eine lebenswichtige Voraussetzung darüber nachzudenken und abzuwägen wohin sich trotz unvollständiger Markttransparenz der Marktpreis einpendeln könnte bzw. welchen Preis ich brauche um wenigstens meine Kosten und meinen Lohnanspruch zu decken. An Gewinn ist oftmals vorab ohnehin kaum mehr zu denken.

      Beim Bauern ist diese Form der Preisabsicherung in den meisten Fällen ein Mittel zur Verlustminimierung wegen immer fallender Preise zu Erntezeiten.

      Der wichtigste Unterschied beim Bauern ist die Deckung durch Ware, wogegen bei Börsenspekulationen auch im Agrarbereich – wie man liest – oft die mehrere 100fachen Mengen von tatsächlich vorhandenen Ernten gehandelt werden.

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  16. Das ganze Leben ist doch Spekulation. Nicht nur bei den Bauern. Jeder Modeladen, jeder Bäcker spekuliert über das, was er vielleicht am Besten verkaufen kann. Ich spekuliere bei Investitionen damit, dass mein Kind den Hof übernimmt. Keiner ist frei davon, da es Sicherheit in diesem Leben eben nicht gibt

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  17. Ich mach das auch so… Nur direkt an der Matif so schalte ich das Qualitätsrisiko aus.
    Egal….
    Landwirtschaft ist immer Spekulation. Wir spekulieren mit dem Wetter, mit der Sorte die wir anbauen usw.
    Auch egal…
    Wenn ich jetzt mal meine negativen Gedanken in den Vordergrund stelle dann ist das ganze wieder eine Masche… Spekulation wird in der Bevölkerung negativ gesehen… Darum wird ja auch drüber berichtet. Die Landwirte zerstören die Umwelt und dann wollen sie noch mehr Geld für die Produkte…. Und das auf Kosten der leidenden, und vor allem armen Bevölkerung hier und in dritte Welt Länder.. (wie du am Beispiel der Hühnerteile schon gebracht hast)…

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  18. Aufklärer sagt

    Ich bin nicht der Auffassung das Sie unter Spekulant laufen. Das ist normales Geschäftsgebahren am Markt. Es geht hier ja nicht um eine längere Bevorratung und damit Entzug von Waren vom Markt mit folgendem abpassen und abwarten und erzeugen hoher Preise.
    Bei Ihnen gehts doch offensichtlich mehr um eine „Mindest-Preis-Sicherung“, um praktisch möglichst abgesichertes und versichertes! vorausschauendes wirtschaften.

    Unter Nahrungsmittel-Spekulant versteht der gemeine Journalist und / oder Volksmund wohl theoretisch eher den „Big-Investment-Banker“. Wenn sie keinen finden, der diese Buh-Mann-Rolle im Beitrag spielen kann, dann wirds eng für Bauer Willi. Könnte sein das der Bauer – da eh schon Buhmann für vieles – hier auch in der Story den Part der Bösen spielen muss und als Spekulant dargestellt wird. Hängt vom Drehbuch ab, der Sendungsausrichtung und den verantwortlichen (Red)Akteueren.

    Hier mal eine Ahnung wie die Sendung normalerweise über Landwirtschaft berichten:

    30 25. Januar 2012 Tödliche Keime aus der Massentierhaltung
    59 19. Oktober 2012 Die Wegwerfer – Auf der Spur der Lebensmittel-Verschwender
    77 8. Mai 2013 Das stille Gift – Wenn Pestizide krank machen
    83 3. Juli 2013 Vorsicht Krabbe! – Das große Geschäft mit dem kleinen Tier
    85 17. Juli 2013 Mogelpackung Almidylle? – Der Preiskampf um unsere Milch
    86 24. Juli 2013 Hauptsache Fleisch! Kann man dem Braten noch trauen?
    96 13. November 2013 Das tägliche Gift – Risiko Pestizide
    97 20. November 2013 Böse Mine – Gutes Geld – Das schmutzige Geschäft mit der Kohle
    99 18. Dezember 2013 Süß und gefährlich – Die bittere Seite des Zuckers
    103 29. Januar 2014 Ausgepresst und ausgequetscht – Das bittere Geschäft mit den Orangen
    107 5. März 2014 Hähnchenreste auf Reisen – Das Geschäft mit unserem Abfall
    113 14. Mai 2014 Schmutzige Schifffahrt – Billiger Transport auf Kosten der Gesundheit
    114 21. Mai 2014 Geheimsache Freihandel – Wem nützt das transatlantische Abkommen?
    116 4. Juni 2014 Gefahr aus dem Stall – Tödliche Keime – machtlose Politik?
    126 10. September 2014 Biosprit – Tödlicher Feind der Orang-Utans
    132 5. November 2014 Hunger!
    147 15. April 2015 Schulessen: mangelhaft!
    148 22. April 2015 Die Mogelverpackung – Wie öko sind Tetra Pak und Co.?
    154 3. Juni 2015 Täter oder Wohltäter? – Die Macht der Agrar-Riesen
    158 8. Juli 2015 Die Macht von Aldi, Edeka & Co. – Kundenkampf um jeden Preis
    160 22. Juli 2015 Bittere Erdbeeren – Wie Erntehelfer leiden müssen
    162 12. August 2015 Aus Liebe zum Tier – Wie weit dürfen Aktivisten gehen?
    208 14. Dezember 2016 Lust auf Lachs – Der globale Wahnsinn
    201211 25. Januar 2017 Der Irrsinn mit der Milch – global, billig, ruinös

    Manches wird Ihnen aus der Seele sprechen. Es kann nach hinten los gehen, wenn man sich die Titel anschaut. Gerade der Hähnchenrestemythos mit Afrika und Anti-Pestizid-Hetze, Fleisch-Hysterie…

    Viel Glück wünscht

    der Aufklärer

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    • Bauer Willi sagt

      Genau so habe ich das der Dame erklärt. Ihre Antwort: „So habe ich das noch nicht gesehen“. Und natürlich habe ich mir einige Sendungen vorher im Netz angesehen um zu wissen, auf was ich mich einlasse. Aber es ist auch eine Chance, bei so einer Sendung mitzuwirken. Was von meinen Aussagen in welchem Kontext gesendet wird, weiß ich natürlich auch nicht. Mehr als 5 Minuten werden es wohl kaum werden, was von den 90 Minuten übrig bleibt.

      Jedenfalls ist die Dame am Ende des Tages vom Hof gefahren mit der Aussage: „Ich habe heute viel dazugelernt und in manchem meine Meinung ändern müssen“. Und ich habe ihr geantwortet. „Dann senden Sie das auch!“
      Bauer Willi

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      • Aufklärer sagt

        Ihre positive Einstellung sollte man sich wirklich zum Vorbild nehmen. Selbst wenn ich etwas abziehe als kühle Kalkulation in der Eigeninteressenvertretung, bleibt trotzdem eine vorbildliche Haltung zu Kommunikation und der damit deutlich werdenden respektvollen Haltung gegenüber der anderen Meinung und damit dem Menschen.

        Anders könnte man so ein Angebot hier wohl auch gar nicht betreiben.

        Ich hoffe mit Ihnen das diesmal der Journalismus gelingt und Sie nicht der Gelinkte sind.

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  19. Ja, jeder Landwirt ist ein Spekulant. Denn auch wer keinen Teil seiner Ernte vorher verkauft, spekuliert! Nämlich auf gleichbleibende oder steigende Preise. Beim Futtereinkauf gilt das gleiche Prinzip analog.

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    • Ja genau,

      eben einen Stressfaktor mehr neben der täglichen Arbeit!

      Man muß ja sehen, wo man bleibt!

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