Alois
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Alois und der Wolf…

Stellt Euch vor: Da läuft doch tatsächlich am Montag ein Wolf oder so etwas ähnliches (gender-korrekt „das Wolfi“) ein paar hundert Meter an meinem Hof vorbei. (ist im Video sehr schön zu sehen)

Und ich war nicht daheim!

Sonst hätt ich das Wolfi selbstverständlich exklusiv für Euch interviewt, mit einem Video like „hier ist der Alois und schaut mal wer hier zu Besuch ist…!“

Und ich hätte ihn selbstverständlich um eine Speichelprobe gebeten – natürlich alles freiwillig! Damit die Experten auch sicher sein könnten, dass es sich um das edle Wildtier handelt.😉 Und dann hätte ich dem Wolfi noch gerne ein paar Tipps gegeben, wo es z.B. in der Region leckere Biber und Dachse zu speisen gibt….

Jetzt aber mal Spaß beiseite: Das Wolfi lief ziemlich genau auf der Strecke, wo ich normalerweise jeden Morgen mit meinem Hund unterwegs bin. Nur, ich war an diesem Tag zufälligerweise nicht daheim. Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich mit meinem Jagdhund auf Wolfi getroffen wäre. Hätte das mein Hund überlebt? Jedenfalls hatte und habe ich schon ein mulmiges Gefühl, als ich nun die letzten drei Tage wieder mit meinem Hund durch diese Ebene streifte. Scheinbar geht das nicht nur mir so. Denn sonst tummeln sich auf den Feldwegen in dieser Ebene jeden Morgen immer mehrere Leute mit ihren Hunden. Die letzten Tage war ich allein mit meinem Hundi.

Die „Experten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes“ sehen in dem Video übrigens keinen Beweis, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat. Nur was war „das Wolfi“ dann bitte schön? Darüber wird geschwiegen.

Als Jäger habe ich mit dem Wolfi kein Problem. Habe auch keine Angst um meinen Hund, der ist ein Jagdhund – und er hat irgendwie auch sein Berufsrisiko. Doch als Bewirtschafter einer Alpe mach ich mir schon Sorgen. Es ist halt schon was anderes, wenn man in Facebook von den Wölfen in Niedersachsen liest oder ob so ein Wolfi doch tatsächlich vor der Haustüre auftaucht. Es dämmert mir, dass meine Familie und ich,  und mein Hund und „meine Moggele“ solche  Naturerlebnisse noch öfter erleben können (oder müssen)!!!

Euer Alois

 

https://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/war-es-ein-wolf-bei-rettenberg-noch-ist-kein-nachweis-moeglich-100.html

Bild: BR24

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57 Kommentare

  1. Andreas Schmid sagt

    Meine eigene Erfahrung mit einem Wolf.

    Die Wolfsangst geht um!

    Im Jahr 2016 hat ein Wolf im Stadtgebiet von Ravensburg zwei meiner Kälber gerissen. Der Wolf hat auch eines meiner ausgewachsenen Rinder angegangen. Der hätte dieser lebenden Kuh am liebsten Fleischbrocken aus der Arschbacke gerissen. Er hat zudem eindeutige Spuren hinterlassen, so dass ich den Riss ein dreiviertel Jahr später eindeutig zuordnen konnte. Mir ist ein Gesamtschaden von 2.000 Euro entstanden, als Entschädigung hätte ich vielleicht 100 Euro erhalten. Dafür hätte ich aber mehrere hundert Euro Arbeitszeit aufbringen müssen. Mein Nachbar hat ihn damals im Wald beim Joggen beobachtet. Aufgrund der Vorfälle zeigten unsere Tiere bereits die typische Wolfsangst, die mein Jäger damals auch beim Wild beobachtet hat.

    Andernorts findet bereits ein „Wettrüsten“ statt. Die von den Wolfsbefürwortern anfangs empfohlene Zaunhöhe von 90 Zentimeter hält den Wolf schon längst nicht mehr ab, auch 120 Zentimeter überspringt ein hungriges Tier mühelos, man hat schon Sprünge über 2,00 m beobachtet. Die notwendigen Einzäunungen gleichen mehr und mehr Gefängnisanlagen. Wir Landwirte müssen entscheiden, ob wir unsere Tiere nicht doch besser wieder in die Ställe hereinholen. Doch der Verbraucher, und auch wir, wollen doch eigentlich die tierfreundliche Weidehaltung.

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  2. AdT sagt

    Es ist „der Wolf“ doch lediglich ein generisches Maskulinum. Genus und Sexus sind im Deutschen nicht deckungsgleich, auch wenn einige Binnen-i-KapitänInnen so tun, weil sie gern dabei zusehen, dass sich gewisse Leute stets aufs neue in gesundheitsgefährdender Art darüber aufregen.

    Das Klageweib ist ja in der Regel auch kein sexuelles Neutrum, sondern mit irgendwas dran, und die Mimose und Heulsuse sind nicht immer eine Frau.

    Dennoch: „das Wolfi“ hat was.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Ich weiss sehr wohl, dass „das Wolfi“ rechtschreiblerisch nicht korrekt ist. Doch „das Wolfi“ ist für mich eben diese schemenhafte Figur, von der man nichts Genaues weiss und deshalb viel hineininterpretiert. Die Einen verklären und verniedlichen „das Wolfi“ und die anderen hadern und hassen „das Wolfi“. Obwohl es bisher noch definitiv nichts anderes angestellt hat, als die Menschen zu berühren. Wir werden sehen, wie es weiter geht….

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  3. Paulus sagt

    @Alois
    Attraktive Schäferinnen habt ihr im Allgäu, das muss man euch schon lassen. 🙂
    Jetzt frage ich dich als Jäger mal so unter Klosterschwestern. Kannst Du einen Wolf von einem nahezu gleich aussehenden wildernden Hund unterscheiden? Ich traue mir das nicht zu und empfehle den Morgenansitz oder die morgendliche Pirsch. Die selbsternannten Naturschützer kommen erfahrungsgemäß schlecht aus dem Bett.

    Ich hatte hier schon mal von einem Erlebnis in Nordschweden anlässlich einer Elchjagd berichtet. Da handelt man, was den Wolf betrifft ganz pragmatisch, Schutzstatus hin oder her.
    Hierzulande wird wegen eines Wolfes ein Geschisse gemacht als ginge es um die Zukunft der Nation.

    Was ich bei unseren Freilandrindern festgestellt habe, reagieren die bei den Hunden, die dort täglich ausgeführt werden und auf deren Weiden scheißen absolut gelassen, selbst mit Kälbern bei Fuß. Sobald ein unbekannter Hund auftaucht, den z.B. unsere Gäste mitbringen, werden die Rinder aggressiv bzw. verhalten sich völlig anders.
    Ich denke, dort wo die Wolfspopulation zunimmt, wird eine Weidetierhaltung über kurz oder lang nicht mehr möglich sein. Die empfohlenen Schutzmaßnahmen in Form von wolfssicheren Zäunen scheiden unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit aus. Abgesehen davon wären diese für das Wild nicht mehr durchgängig.
    Was die Haftung betrifft kommen noch die Aspekte ausgebrochener Herden, Risiken die mit der Haltung empfohlener HSH verbunden sind, etc. hinzu. Wer sich das noch antut muss schon sehr enthusiastisch sein.
    Aus der Sicht mancher Stadtbewohner im 4. Stock eines Mehrfamilienhauses, sieht das freilich völlig anders aus.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Tja „das Wolfi“ hat halt Geschmack: darum hat er die schöne Schäferin besucht. 😉
      Aber zu Deiner Frage: Nein, ich kann auch nicht auf den ersten Blick einen Wolf von einem streunenden Wolfshund unterscheiden. Darum ärgert mich auch die Entwarnung der „Experten“ und offiziellen Stellen: Schließlich sagen sie einfach lapidar, das Bildmaterial ist zu schlecht um eine definitive Deutung zu machen und sagen dann, dass es sich wohl nicht um einen Wolf gehandelt hat. Gleichzeitig wird verkündet, dass aufgrund dieser Entwarnung darauf verzichtet wird nach weiteren Spuren zu suchen. Was würde man von einem Kriminalkommissar halten, der sagt, „die Beweise sind nicht aussagekräftig und deshalb wird die Suche nach weiteren Beweisen eingestellt!“
      Zum pragmatischen Vorgehen: Im Oberallgäu gibt es 37 Rotwildfütterungen. Diese werden deshalb betrieben, damit das Rotwild eben nicht in den verschneiten Schutzwäldern steht und dort Schäden anrichtet. In der Nähe dieser Rotwildfütterungen geht man mit wildernden Hunden wohl auch hierzulande „pragmatisch“ um. Ich hätte große Lust an die zuständige Behörde eine Anfrage zu stellen, was einem Jäger passieren würde, wenn er einen wildernden Wolfshund stoppt, der dann hinterher per DNA als Wolf erkannt wird. Da wäre der Jäger wohl der Dumme!

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      • Paulus sagt

        Ich denke, der Jäger müsste Personenschutz beantragen. Nach meiner Kenntnis gilt der Name des Erlegers, eines gewissen Bären namens Bruno bis heute als Staatsgeheimnis, wohl nicht ohne Grund.
        Ich weiß nicht ob es sich bei den Fütterungen im Allgäu um sogen. Wintergatter handelt, spielt aber keine Rolle. Stell dir mal vor, dort käme es zu Wolfsattacken. Schutzwald, versprengtes Rotwild, Wolf – die Diskussion darüber dürfte alles andere als lustig sein.

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      • AdT sagt

        Es liegt dann schlicht kein Vorsatz vor, es sei denn, man kann anhand der Umstände sagen: „Er wusste, was er tat.“ Beweislast beim Staat. Achtung: Eventualvorsatz reicht, wie bei den meisten Delikten, für die subjektive Tatbestandsmäßigkeit aus!

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        • Paulus sagt

          Sorry AdT, dein letzter Satz bedarf einer näheren Erläuterung, zumindest was meine Wenigkeit betrifft.
          Ein juristischer Laie kann sich da zu vieles zurechtdichten.

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          • AdT sagt

            Nun, beim Eventualvorsatz hält der Täter die Verwirklichung eines Tatbestandes ernsthaft für möglich, findet sich aber mit diesem Risiko ab.

            Heißt: Für eine Verurteilung des Jägers in Alois‘ Sachverhalt reicht es aus, dass er es nur ernsthaft für möglich hielt, auf einen Wolf abzusehen. Dem Jäger muss also nicht nachgewiesen werden, dass er es definitiv annahm.

            Wie kann dem Jäger nun Vorsatz nachgewiesen werden, wenn er behauptet, er habe den Wolf für einen Hund gehalten? Zum Beispiel, wenn er beteuert, wie sorgfältig er das Tier doch angesprochen habe, aus der festgestellten Entfernung zwischen 100 und 120 m mittels frisch überholter Svarovski 8-fach-Vergrößerung zur Tagzeit, aber nicht nachvollziehbar begründen kann, warum er denn nicht einen Wolf in Betracht zog oder anhand welcher Merkmale er einen Wolf ausschloss.

            (Hätte der Jäger besser von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht…?)

            Ich möchte nicht unnötig moralisieren, aber aus Jagdschutz einen ausgebüchsten Hund zu töten, finde ich unmöglich – auch wenn dieser dir gerade dein Wildbret streitig macht, wie es das LJG NRW seit der Reform von Rot-Grün einschränkend verlangt. Eigentums-, Jagd- und Jagdausübungsrecht hin oder her, am Hund hängt ggf. eine ganze (menschliche) Familie. (Vielleicht sogar ganz besonders ein gemobbtes Bauernkind, das jetzt seinen letzten Halt verliert.)

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      • es nervt sagt

        Zitat Alois Wohlfahrt
        »Zum pragmatischen Vorgehen: Im Oberallgäu gibt es 37 Rotwildfütterungen. Diese werden deshalb betrieben, damit das Rotwild eben nicht in den verschneiten Schutzwäldern steht und dort Schäden anrichtet. In der Nähe dieser Rotwildfütterungen geht man mit wildernden Hunden wohl auch hierzulande „pragmatisch“ um. Ich hätte große Lust an die zuständige Behörde eine Anfrage zu stellen, was einem Jäger passieren würde, wenn er einen wildernden Wolfshund stoppt, der dann hinterher per DNA als Wolf erkannt wird. Da wäre der Jäger wohl der Dumme!«

        Zitat Paulus
        »Stell dir mal vor, dort käme es zu Wolfsattacken. Schutzwald, versprengtes Rotwild, Wolf – die Diskussion darüber dürfte alles andere als lustig sein.«

        Sie haben einen »Zielkonflikt« – Tierschutz, Jagdschutz, Waldschutz, Artenschutz (wenn Wolf nachgewiesen), Naturschutz. Reden Sie mit dem LfU, manchmal ist das aus der Ferne nicht so bewusst, wenn es nicht formuliert wird. Das gilt möglicherweise auch für die DBBW. Das Bildmaterial ist wirklich sehr schlecht, ich sehe da aber auch keinen »richtigen« Wolf. Das Problem Rotwild – Fütterung – Schutzwald besteht aber trotzdem.

        Zitat AdT
        »Ich möchte nicht unnötig moralisieren, aber aus Jagdschutz einen ausgebüchsten Hund zu töten, finde ich unmöglich – auch wenn dieser dir gerade dein Wildbret streitig macht, wie es das LJG NRW seit der Reform von Rot-Grün einschränkend verlangt. Eigentums-, Jagd- und Jagdausübungsrecht hin oder her, am Hund hängt ggf. eine ganze (menschliche) Familie. (Vielleicht sogar ganz besonders ein gemobbtes Bauernkind, das jetzt seinen letzten Halt verliert.)«

        Das ist in dem Zusammenhang hier vollkommen unpassend und sogar falsch. Auch für Schalenwild gilt der Tierschutz.

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  4. Oberländer sagt

    Schön das ihr das Thema hier aufgreift.
    Was das Thema Wölfe angeht bin ich mir sicher das das Kind schon auf dem Brunnenrand sitzt und alsbald rein fällt.
    All die Wolfsfreunde und Wolfsverharmloser sollen doch bitte
    mal unsere in Russland und Kasachstan aufgewachsenen Mitbürger
    um die Harmlosigkeit eines Wolfes befragen. Diejenigen von ihnen
    die auf dem Land aufgewachsen sind lachen uns aus wenn wir unseren Wolfsfreunden glauben, das der Wolf keinen Ärger macht und sich von einem “ Huusch Huusch Klatsch Klatsch “ beeindrucken lässt.
    Das richtige Argument ist Kimme , Korn , Peng.

    6+

    • Inga sagt

      Ja,
      die wissen genau so Bescheid, wie unsere Vorfahren, die den Wolf vertrieben haben.

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  5. Altbauer Jochen sagt

    40 000 Wölfe werden in Deutschland leben ??
    Was sich in Deutschland ansiedelt und lebt,
    entscheiden wir durch unser handeln, bzw. nichthandeln
    selbst. Wer alles (er)duldet ist irgendwann verloren.
    Der Schöpfer hat uns Hirn, Verstand und Hände gegeben
    damit wir diese gebrauchen und nicht, um sie in den Schoß zu legen.

    2+

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