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Kommentare 110

Allein gegen den Trend…

Ich bin von guten Freunden gewarnt worden, diesen Artikel zu bringen. Ich mache es trotzdem.
Ich bin ja sonst kein Freund von Unterschriften-Sammlungen. Aber in diesem Fall habe ich unterschrieben, weil mir der Online-Verkauf von Lebensmittel über Amazon gewaltig auf den Senkel geht. Deren Marktmacht und Daten-Sammelwut ist ohnehin schon groß genug. Mit dem Eintritt von Amazon in den Lebensmittelmarkt wird es nach meiner Auffassung eine neue Preis-Drücker-Runde bei Lebensmittel geben. Denn wie sonst will Amazon sich von den Supermarktketten abheben?
Online vom Bauern oder vom regionalen Verarbeiter zu kaufen ist o.k., weil es (meist) ein fairer Handel ist. Die vielen Transport-Kilometer durch die Paketdienste sind da noch mal eine anderes Sache.
Also: Auf den LINK klicken, lesen worum es geht und bei Zustimmung unterschreiben.
https://www.aktion-agrar.de/ohne-amazon/

Schön wäre es auch, wenn die diversen Bauernverbände von DBV über AbL bis BDM hier einmal an einem Strang ziehen würden. Wenigstens das eine Mal….Und ist ja auch nur ein Wunsch und meine unmaßgebliche Meinung…

Euer Bauer Willi

(Aufrufe 520 gesamt, 2 heute)

110 Kommentare

  1. So kann zb. ein regionales Amazon funktionieren! Der Bauer will zwar der Massenlieferant sein und die Weltbevölkerung ernähren, aber es fehlt der Blick fürs Detailgeschäft was durchaus provitabler ist als der korrumpierende Massenmarkt. Es ist doch egal ob die fünf vollbeladenen Sprinter täglich Supermarktware ausliefern oder Bauernprodukte von Hof zu Hof aufsammeln und wieder verteilen! Der „alte Kunde“ kann in der digitalen Welt nicht teilhaben, also entweder Altenheim oder verhungern lassen, so wie der Fahrer eindrucksvoll kommentiert, dass er die alten Kunden öfter sieht als wie sie ihre Kinder!!! Es gibt genug Projekte die man nur durch den Kopierer laufen lassen muss anstatt gegen Amazon zu sticheln! https://www.facebook.com/BR24/videos/10155658777325336/?notif_id=1510665583129512&notif_t=like

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  2. Es gibt genügend lebensmittelproduzierende Firmen/Marken und Landwirtschaftliche Betriebe, die Amazon nur als Plattform nutzen, um ihre Produkte direkt an den Endverbraucher zu verkaufen. Ob ich nun über eine eigene Online-Plattform (Kostet Geld / Service) ,Amazon und Co, oder direkt ab Werk oder Hof verkaufe, spielt keine Rolle. Es ist jetzt nicht so, dass Amazon alles erdenkliche selbst vertreibt, sondern wie schon erwähnt, oft als Plattform oder Lager genutzt wird. Selbst Discounter wie Rewe bieten den Onlineverkauf mit eigener Plattform an. Finde ich, als Landwirt, nicht schlimm.

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  3. DBV mit BDM und AbL an einem Strang? Haha. Haha. Haha. Selten so gelacht, Bauer Willi. Im Ernst, was soll das? Warum den DBV auf diese Weise schwächen.

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    • Ottmar Ilchmann sagt

      Ja, der Starke ist am mächtigsten allein, aber nur solange, bis er wirklich ganz allein auf weiter Flur ist. Dann schlägt die vermeintliche Stärke in Schwäche um, wenn man sich gesellschaftlich vollkommen isoliert hat.

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  4. Ottmar Ilchmann sagt

    Hallo Willi,
    schön, dass du diesen Aufruf von Aktion Agrar bekannter machst! Ich habe ihn ebenfalls unterschrieben. Ich weiß, dass Gruppen wie Aktion Agrar im landwirtschaftlichen Bereich vielfach kritisch gesehen werden, aber warum soll man nicht bei Übereinstimmung in bestimmten Fragen gemeinsam vorgehen? Hier kommen doch kritische VerbraucherInnen und Bäuerinnen und Bauern mal zu den gleichen Schlüssen und können an einem Strang ziehen! Eine Zukunft für bäuerliche Betriebe wird es nur geben, wenn Verbraucher und Bauern sich über die Stufen des Zwischenhandels hinweg die Hände reichen und wieder Verständnis füreinander entwickeln. Dem stehen natürlich nicht nur die Interessen des Handels entgegen, sondern auch die vieler Verarbeiter wie Molkereien und Schlachtkonzerne. Um hier etwas zu erreichen, brauchen wir breite gesellschaftliche Bündnisse. Die AbL ist auf jeden Fall dabei, und auch anderen Bauernvertretungen würde es gut anstehen, hier mal über ihren Schatten zu springen und mitzumachen.

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  5. Grundsätzlich gute Idee, wenn sich nicht auch die Gemeinden mit den Outlet-Centern auf der nackten Wiese selber das Dorfzentrum-Verödungsgrab Grab schaufeln würden; vergebliche Liebesmühe wie die schwindenden Bäckereien, Metzgereien belegen ….

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  6. Hmm … na ja …
    Ist das jetzt der Wunsch, einen Betrieb zu reglementieren?

    Versuchen das nicht auch andere, bei landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland zu machen, nach ihrem jeweiligen idealen Weltbild?

    Ist Amazon somit auf der gleichen Stufe wie Monsanto?

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  7. Die Transportkosten werden mit der Zeit steigen. Die ersten versuchens und fallen auf die Nase.
    Rhenus, DHL, Hermes und co. Platzen doch jetzt schon aus allen nähten, wo soll der Transport herkommen ?
    Neue Lager müssen entstehen, teure Lager da Lebensmittel.
    Und die Fahrer erst ? Flüchtlinge auszubilden wird ohnehin scheitern.

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  8. „Lebensmittel“ ist so ein weiter Begriff. Wenn ich meine ganz bestimmte Erdnußbuttermarke, groben Maisgrieß für „Grits“, (beides Dinge, die ich nicht in den Supermärkten finde) oder auch Kaffee, Nutella, Nudeln, Mehl und Zucker bei Amazon kaufe, tue ich nur den ebenfalls großen LEH-Ketten weh. Die Lieferanten über Amazon sind oft Kleinunternehmer, die sich dieser Plattform bedienen. Eigentlich ist das keine Gefahr, sondern eine Gelegenheit, wie ein Standplatz auf dem Markt.

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    • Amazon Fresh ist so ein Thema, bei dem ich denke: Don’t panic. Es könnte sich auch für viele positiv entwickeln, wie ich in meinem Kommentar vom 30.10.2017, allerdings aus anderer Perspektive, schrieb:

      … Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade im Lebens- und Genussmittelbereich eine zunehmende Marktsegmentierung stattfindet. Die Digitalisierung wird hier als Katalysator dienen, etwa durch gemeinsame Vertriebsplattformen für lokales „Craftmenship“. So wie z.B. Lieferando und Foodora in Städten das Ausliefern von Pizza usw. für sämtliche dortige Restaurants übernommen haben, wird auch sonstige Vertriebs-
      und Abrechnungslogistik auf lokaler/regionaler Ebene gebündelt – und wenn durch Amazon, das inzwischen auch mit eigenen Fahrzeugen ausliefert. 🙂

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      • Ja gut,

        und dann kann so mancher landw. Direktvermarkter da auch etwas vermarkten und die Leute in Stadt und Land da per Internet aussuchen können, ja dann sind ja die Bauernmärkte in der direkten Konkurrenz zum großen LEH!?!

        Dan wird ja alles billiger, denn der LEH kann nicht mehr so viel aufschlagen, oder?

        Kommen dann wieder ehrlichere Preise?

        Aber das muß Amazon ganz eilig auch Konkurrenz bekommen, oder!

        Aber trotzdem möchte ich alles was ich kaufe mit Auge und Hand geprüft haben, eben mal in der Hand gehabt haben!?!

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      • rebecca sagt

        Das hat was von einem der vom Hochhaus springt und bei jedem Stockwerk ruft, „hey bis hierher gings doch gut“.

        Wer Amazon als einen Vertriebsweg nutzt auf den er aber auch verzichten kann wird vielleicht profitieren.

        Alle anderen werden früher oder später feststellen das Amazon bei lukrativen Produkten auf einmal selber als Händler auftritt und die entsprechend präsentiert.

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        • Ja, die Daten haben sie ja. Wenn sie nicht selbst verkaufen, verdienen sie allerdings an Nutzungsentgelten der Drittanbieter, wie heute auch bei Market Place. Ich denke, es wird auch im Lebensmittelbereich ein Nebeneinander geben, gerade da zugunsten lokaler/regionaler Drittanbieter: Auf der einen Seite also Fertigprodukte von Nestlé und Dr. Oetker; bei Drohen marktbeherrschender Stellung in diesem Segment kann das Kartellamt immer noch eingreifen, zunächst aber erhalten Edeka, Metro, Aldi und die Schwarz-Gruppe Konkurrenz. Auf der anderen Seite Obst und Gemüse und lokale/regionale Spezialitäten von ebensolchen Anbietern, Amazon nur als Vermittler; damit dürfte Amazon insoweit auch aus der lebensmittelrechtlichen Verantwortung raus sein, was bei Produzenten mit geringerem Professionalisierungsgrad ratsam ist.

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  9. Und so geht es immer weiter. Wir machen alles kaputt mit der immer noch wärenden Geiz ist Geil Mentalität. Alle schreien wegen Umweltschutz, Klimawandel und Arbeitsplatzvernichtung. Aber keiner hat die Eier in der Hose auf ganz einfachem Weg etwas dagegen zu tun. Wer ist dieses Amazon das es sich erdreistet unser Leben kaputt zu machen. Ich nutze Amazon nicht, ganz bewusst und schon seit langem nicht. Und man glaubt es kaum mir fehlt nix ich hab alles und ein gutes Gewissen hab ich auch. Mir geht es nicht gegen günstige Einkaufsmöglichkeiten aber nicht zu diesem gesellschaftlichem Preis. Jeder würde in seinem Betrieb Sturm laufen wenn solche Machenschaften eingeführt werden sollten aber wenn man zuhause ist und bequem einkaufen will dann wird drauf geschissen. Verkehrte Welt.

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  10. Paulus sagt

    Oh oh, allein das vorgestellte Team gibt Anlass die Finger davon zu lassen. Ich mag diese selbsternannten Weltverbesserer, die meinen sie müssten sich aufgrund eigener emotionaler Reflexe von Spendengeldern ein befreites Leben gestalten einfach nicht.
    Wir bestellen weder irgendwelche Waren und schon gar keine Lebensmittel online. Allein die Tatsache, dass man sich damit sozusagen einer Anwesenheitspflicht unterwirft, gibt Anlass von diesem Schwachsinn abzusehen. Weitere als negativ anzusehende Aspekte lasse ich jetzt mal unberücksichtigt.

    Beim Buchhändler rufe ich an und kann z.B. nicht vorrätige Literatur am nächsten Tag oder wann es mir passt im Laden abholen und werde freundlich bedient.
    Bei meinem Hemdenmacher, dessen Hemden ich z.T. schon 20 Jahre lang trage, bitte ich die Damen meinen etwas erweiterten Umgang zu berücksichtigen. Kein Problem, wird gemessen, Hemd passt. Die passende Größe online herauszusuchen – dafür bräuchte ich wahrscheinlich Stunden.
    Bei unseren zwei Hofläden die Willi ganz bestimmt kennt, frage ich manchmal etwas frech „was muss denn noch weg?“ Daraus ergibt sich meistens eine köstliche Kommunikation die ich nicht missen möchte.
    Versucht das mal mit einem gestressten Auslieferungsfahrer, von welchem dieser elenden Lieferdienste auch immer.
    Diese scheinbar all gegenwärtigen Krake Amazon muss man in der Tat nicht unterstützen.

    Was völlig unverbindliche und somit substanzlose Verpflichtungserklärungen bei dieser „aktion agrar“ bewirken sollen erschließt sich mir jedoch nicht. Das wissen die Damen wahrscheinlich selbst nicht.
    Ne liebe Bauern, wenn ihr hier unterschreibt ist das ist ähnlich glaubwürdig wie diese verunglückte Aktion anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Warum nur bekommt Ihr sowas nicht selbst bzw. eigenständig auf die Reihe?
    Wenn Willi sich jetzt wieder auf den Schlips getreten fühlt kann ich es nicht ändern.

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    • Die Bauern bekommen das bestimmt selber hin, die Gemüsekisten haben sie ja schon erfunden und früher haben Bäcker und Molkerei auch Brötchen und Milch ausgeliefert!

      Amazon braucht man dazu nicht!

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    • sonnenblume sagt

      Hier fährt ein Direktvermarkter einmal in der Woche zu seinen Kunden und bringt frisches Gemüse, Obst, Fleischwaren und weitere Produkte aus seinem Sortiment. Ob er auf Wunsch auch noch andere Artikel liefert ist mir nicht bekannt. Da ist dann aber wieder Anwesenheit angesagt.

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      • oder Nachbarschaft.

        kann man ja ausbauen! Die LEH wie Edeka von den Kleinstädten fahren ja auch in die Dörfer ohne Lebensmittel laden und verkaufen dort!

        Vielleicht kann man da dann auch vorher etwas besonderes bestellen, dass dann mitgebracht werden kann. Dann muß auch einer zu hause sein, am meisten sind ja die älteren Leute darüber froh, die nicht jeden Tag aus verschiedenen Gründen in die Stadt fahren.

        Mein Versandhauspaket kommt immer zum türkischen Schneider, der bis abends um 20 Uhr geöffnet hat. Am Tag, wenn ich an der Arbeit bin spricht er auf mein AB! Dann weiß ich Bescheid, also das kann man nur optimal gestalten wenn man in dem Beruf drin steckt und diese Schwierigkeiten beseitigen.

        Man kann nicht alles über einen Kamm scheren!
        Und schon gar nicht schlauer sein wollen, wie die die da drin stecken.

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  11. Wenn sich so ein Scheiß wie das durchsetzt, dann sind wir echt nicht mehr weit von einer Soylent grün Welt entfernt, denn niemand kennt dann mehr den Ursprung seines Essens, und Produktion, Verarbeitung und Verbrauch sind vollkommen entkoppelt. Dann kann uns Amazon jedem Dreck vorsetzen.
    Die Entwicklung ist ja jetzt schon so, dass die Leute erwarten, alle saisonalen Produkte jederzeit und überall haben zu wollen.
    Niemand wundert sich mehr woher die Erdbeeren an Weihnachten kommen und weiß nicht mehr, dass es sie hier nicht gibt zu der Zeit.
    Da wird über teure Lebesmittel für weniger wohlhabende gejammert, die leider noch nicht mal wissen, wann welche Produkte geerntet werden und dann günstiger sind als zur Unzeit.

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    • Es gibt doch einen speziellen Kalender, wann was geerntet wird. Ich hatte den mal, aber nach einem Festplatten Crash ist der weg.
      Ich glaube aber auch, dass den meisten Menschen das egal ist von wo die Produkte herkommen und mit wieviel Gift diese bearbeitet wurden.
      Auch beim Fleisch ist das egal.
      Antibiotika und kortison lassen grüßen. Steht ja nicht auf der Verpackung.
      Hauptsache billig und das ganze Jahr über zu bekommen.

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        • Wenn das mein Opa wüsste, der würde sagen,
          so weit kommt es noch, dass wir so einen Kalender brauchen,
          eine Schande ist das!

          Hat er nicht Recht?

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Dein Opa wusste es,
            du weißt es und ich auch, weil wir das vom eigenen Garten her kennen.

            Wenn ich in einen gut sortierten Laden gehe, liegt im selben Regal das selbe Obst und Gemüse, 365 Tage im Jahr woher soll der Städter wissen, dass bei uns keine Bananen wachsen?

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            • Hast du leider falsch verstanden, Ehemaliger Landwirt!

              Ich meinte es so,

              wenn mein Opa der Bauer von Dorf wüsste,

              dass die Menschen heutzutage einen Saisonkalender brauchen!

              Es wäre für ihn ein Unding, wenn die normalen Menschen, egal vom Land oder Stadt keinen Bezug mehr zur Herkunft von Lebensmittel hätten!

              Hatte er eine Vorahnung?

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      • Interessant, wenn um Qualitätsfragen bei Lebensmitteln geht, kommen sofort Pestizide, Antibiotika und Hormone in die Diskussion, deren Missbrauch der Landwirtschaft unterstellt wird. Dabei sind die Lebensmittel gerade in diesen Bereichen wesentlich unbedenklicher als vor 30 Jahren. Damals waren Hormonmast bei Kälbern und antibiotische Leistungsförderer Standart, die angewendeten Pflanzenschutzmittel in ganz anderen Toxizitätsklassen und zudem wesentlich schlechter in ihrer biologischen Abbaubarkeit. Inzwischen ist die Hormonmast bei Kälbern (zurecht) genauso verboten wie antibiotische Leistungsförderer, die Nahrungsmittel sind quasi rückstandsfrei von Pestiziden. Gleiches gilt für Tierwohl und Haltungsbedingungen. Jetzt kommen aber die Alarmisten auf den Plan und meinen sie müssten die Welt retten, wie lächerlich.

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    • Dietmar Clemens Nein, ich glaube nicht, dass es den Menschen egal ist. Seit der Eierkennzeichnung werden die mit den schlechtesten Bedingungen schon nicht mehr angeboten, weil keiner sie mehr kauft. Eigentlich müsste das auch überall draufstehen wo Eier drin sind, Backwaren, Eis, Fertiggerichte, Nudeln, etc.
      Das Problem ist, dass die Lebensbedingungen für die Nutztiere nirgendwo sonst draufstehen. Daran muss sich etwas ändern.
      Und auch, dass die Leute nicht daran interessiert sind, wieviele Pestizide versprüht werden stimmt nicht, denn die Biobauern hierzulande können die Nachfrage überhaupt nicht decken.

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      • Berthold Lauer sagt

        Die Biobauern könnten die Nachfrage bei adäquaten Preisen sehr wohl decken, aber auch sie müssen sich der Konkurenz der importierten Waren stellen. Ich habe außerdem noch nichts von leeren Bioregalen oder Engpässen bei gängigen Waren mitbekommen!

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  12. Thea S sagt

    Anstelle auf Verbraucherwünsche und -trends einzugehen und Alternativen zu entwickeln (wo ist den EINE zentrale Seite mit den Angeboten der Bauern?) lieber Ruf nach dem Staat und verbieten. Auch ’ne Strategie.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Geht es hier um Verbraucherwünsche, oder um Bauernbashing?

      Bis jetzt wurden Hofläden als das Nonplusultra gepriesen,
      jetzt erwarten die Verbraucher eine sofortigen Onlinehandel.

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      • Ich denke viel Hofläden haben schon eine Homepage, habe ich oben irgendwo beschrieben, nur Thea will das nicht glauben.

        Die denkt bestimmt wer so klobige Traktoren fahren kann und so komplizierte Maschinen bedienen kann, kann noch lange keine Homepage errichtet, diese Direktvermarkter können sich sogar solidarisieren,
        Nachbar Hühnerhalter gibt dem anderen Nachbar Gemüsebauer seine Eier mit auf dem Bauernmarkt!

        Da gibt es noch einen Dauerwursthersteller und Erdbeeranbauer, der vermarktet aber selber, aber vielleicht tauschen die auch aus.

        Jedenfalls holt sich Nachbar Gemüsebauer auch Spargel von einem anderen Bauer, der aber weiter weg wohnt und der beikommt dann Erdbeeren von ihm.

        Aber die Kunden wünschen auch Apfelsinen von ihm, die muß er sich dann auch irgendwo beschaffen.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Waren mal bei Bekannten, mit einem Selbstbedienungshofladen.
          Da fragten Engländer ob sie Olivenöl verkaufen. 🙂

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        • Thea S sagt

          @Inga: Es ist mir natürlich klar, daß viele Hofläden eigene Webportale haben. Auch der in unserem Ort, und da gibt es auch Links zu anderen. Auch ich habe ganz viele gesammelte Links. Nur, wenn ich bei Amazon suche, bekomme ich ein breites Angebot von allen unterschiedlichen großen und kleinen Anbietern (gib einmal „Lebensmittel“ bei Amazon ein!). Da muß ich mich mit meiner Suche nicht erst durch zig Links klicken. Gibt es denn ein zentrales deutsches Hofladen-Portal?

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    • Ja, Thea,
      Bauern sind nicht unbedingt Geschäftsleute,
      sie haben aber schon viel versucht, über Hofläden und genossenschaftlichen Verkauf zu vermarkten!

      Also ein Bauernhof ist oft nur ein „Einmannbetrieb“ und der hat in seinem Beruf gelernt, wie man genug und gesunde Lebensmittel erzeugt, oder Rohstoffe dafür.

      Deswegen hat er oder seinem Hof kein Marketingabteilung.

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      • Jeder Bauernhof, hier in der alten BRD ist individuell, den kann man nicht mit einer Autofabrik vergleichen, Thea,

        Schau mal Bauer Willi und andere haben sich beruflich anders orientiert und den Hof nebenher bewirtschaftet, mußte den Marktpreis nehmen, den die Politik vorgeschrieben hat. Dann noch der Druck von LEH und die Abhängigmachung von den Chemiekonzernen.
        Und man wunderte sich, dass der Erlös von dem Hof früher ein gutes Familieneinkommen brachte.
        Das möchte er hier in seinem Blog erklären.

        Seine Familie und andere sahen das schon seit 1970 oder vorher kommen und darauf muß man als Bauer (ist ja Unternehmer)reagieren.

        Andere Bauern sind einen anderen Weg gegangen, sind Bauern geblieben und haben Obst und Gemüse für die Direktvermarktung und Hofladen angebaut, manche machen auch noch Käse oder Wurst dazu, je nachdem was man für einen Betrieb hat, ob er viel natürliches Grünland hat und deshalb viele Kühe oder guten Ackerboden und deswegen mehrt Ackerbau. Jeder Betrieb ist anders und da kann nur der Betriebsleiter, der in der Arbeitssituation drin steckt entschieden.

        Da können andere gar nicht so genau mitreden.

        Also muß z.B. Bauer Willi und andere für ihren Beruf den sie nebenher ausführen geschult sein und die Landwirtschaft nach den Gesetzmäßigkeiten der Marktfrüchten (Getreide Rüben Raps= bewirtschaften, wenner dann noch Marketingmanagement können oder leisten muß, das wäre doch irgendwie zu viel, oder, Thea, könntest Du das, und die Familie ist auch noch da?

        Im Gegensatz zum Direktvermarkter mit Hofladen, der brauch ja nicht nebenher zu Arbeit zu gehen, der kann sich ja um das Vermarkten kümmern, entweder mit Homepage und online oder anders kümmern.

        Jeder Betrieb ist individuell!

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  13. Der DBV ist doch an niedrigen Erzeugerpreisen interessiert, macht somit der nachgelagerte Bereich à la Agravis, Raiffeisen, Baywa mehr Gewinn. Der nachgelagerte Bereich wird ja auch vom DBV vertreten und winkt mit den interessanteren Pöstchen. Preisdruck im LEH ist immer ein gutes Argument, Bauern auf weiteres Wachstum und Stückkostensenkung einzuschwören.

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    • Bauer Willi sagt

      @AdT
      Eine Marge wird gewöhnlich in Prozent vom Verkaufspreis berechnet. Von daher stimmt obige Aussage nicht. Ich bin übrigens ehrenamtliches Vorstandsmitglied einer Genossenschaft. Mein Jahres“gehalt“ (= Aufwandsentschädigung) ist dreistellig. So viel zu den „interessanten Pöstchen“.
      Bauer Willi

      1+

      • Dann stimmt aber auch Deine Implikation nicht, dass eine zu befürchtende neue Preis-Drücker-Runde bei Lebensmitteln im LEH zu niedrigeren Erzeugerpreisen führt.

        Wird Amazon nicht die Nachfrage bei Herstellern wie Nestlé und damit auch beim Agrargroßhandel wie Agravis und Baywa erhöhen? Davon kann man doch ausgehen. Letzlich werden nicht unbedingt mehr Lebensmittel verzehrt, aber mehr gehandelt. Denn mit Amazon muss ein weiteres Unternehmen seine Lager mit Lebensmitteln füllen. Auch vom Einkauf für die Tonne (und für den Trog) profitiert der Agrargroßhandel.

        Zunächst könnten sogar die Erzeuger von einer kurzfristig höheren Nachfrage profitieren. Oder auch nicht, wenn nämlich bislang für Drittlandausfuhren vorgesehene Ware dank Amazon nun direkt auf den lukrativeren Binnenmarkt geworfen werden kann.

        Sind Röring, Holzenkamp u.a. nicht die Abgeordneten mit den größten „Nebeneinkünften“, dank ihrer Landwirtschaft oder dank Agravis und Raiffeisen?

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        • Ich glaube Nestle und Baywa kann man nicht vergleichen.

          Das kann Bauer Willi besser erklären!

          BayWa ist Landhandel
          und

          Nestle ist ein Lebensmittelkonzern!

          Das ist ein Unterschied, aber Bauer Willi kann es besser erklären!

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      • Denken in Interessenlagen. Obige Einschätzung erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Andere können was ergänzen oder entgegnen, wie wärs mit Ihnen. Inhaltlich, meine ich.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wenn sie Unsinn schreiben, wie
          (Der DBV ist doch an niedrigen Erzeugerpreisen interessiert,)
          dann liegt der fachliche Inhalt bei Null.

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          • Gibt jedenfalls eine Interessenkonfusion im DBV, da darin Verkäufer- und Käuferseite zugleich vertreten sind. Das ist doch Kuddelmuddel. Welche Forderungen an die Politik soll der Vorstand des DBV dann ausarbeiten? Hm, wenn man sich eine spürbare Steigerung in Lebensstandard und Einfluss wünscht oder die Aufrechterhaltung dessen, ist doch klar, zu welcher Seite man tendiert: zu der, die einem das ermöglichen kann. Den eigenen lw. Betrieb kann man ja als Aufsichtsrat trotzdem ausbauen – oder gerade deswegen. Menschlich, allzu menschlich. Ich weiß, Bauern sind Übermenschen. Man muss nur fest dran glauben.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              „Ich weiß, Bauern sind Übermenschen. Man muss nur fest dran glauben.“

              Bauern fühlen sich nicht als Übermenschen, wir sind jedoch nicht so blöde, wie manche überhebliche Städter uns darstellen.

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            • Vielleicht kommt es dir so vor, das Bauern Übermenschen sind, weil sie in unserer Gesellschaft mehr leisten müssen als andere die nur am Tag 8 Std. arbeiten brauchen und viel mehr Freizeit und Urlaub haben, sich nebenher noch ein Hobby leisten.

              Ein normaler Bauer von früher der sich ein Familieneinkommen von seinem Betreib erwirtschaften konnte, der muß anstatt Freizeit und Hobby pflegen ein 2. Standbein erschaffen, entweder einen Job nebenher oder eben die Direktvermarktung bzw. Hofladen.

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  14. Ich bin zwar Amazon-Kunde, aber was zu viel ist ist zu viel. Ich habe unterschrieben. Auch bin ich nicht begeistert von Alexa und Co.- das geht mir auch zu weit.

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    • Diese kleinen Geschäfte sind ehrliche Steuerzahler, womit wir unsere Straßen reparieren können usw. auch Kindergärten halten können,
      und in welchem Steuerparadies zahlt Amazon Steuern?

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  15. Schweinebauer Piet sagt

    Bei Amazon einkaufen, die Grünen wählen und unsere landwirtschaft schlecht finden, das wäre konsequent.

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  16. Zu den „Paketkilometern“:
    Wenn jeder selbst zum Supermarkt fährt, dann sind das doch mehr gefahrene Kilometer als wenn ein gut ausgelastetes Fahrzeug mehrere beliefert.

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    • Bauer Willi Das ist ja keine zwingende Konsequenz. Aber wenn jeder immer zum einkaufen fährt, dann fahren doch letztlich mehr Autos herum als wenn das von einem voll beladenen geliefert wird.

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    • Nun ja, muss es der Supermarkt sein? Gibt es einen privaten Bäcker oder Metzger/Fleischer in der Nähe? Muss ich wirklich mit dem Auto fahren, wenn ich nur Kleinigkeiten kaufe? Für einen größeren Einkauf ist das Auto ok! Ich laufe zum Einkauf gern! Da sehe ich mehr, was um mich herum passiert!😀

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    • Das trifft nicht unbedingt zu, denn sämtliche Waren müssen erst man in die Verteilzentren und von dort aus wieder zurück. Mehr Schwerlastverkehr, mehr Fernverkehr. Der Einkauf findet in der Regel regional statt. Wichtig wäre, auch die Produktion und Verkauf zu regionalisieren. Aber genau das wird von der Initiative ja auch gefordert.

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    • Milan Dewenter Du hast den Sinn dieser Aufforderung nicht begriffen. Ist wie mit dem Buchhandel: Bald sind die kleinen kaputt und AMAZON bestiimmt alles : Was willste eigentlich? Alles vom Computer aus bestellen ???

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  17. der kunde ist könig ? das war doch einmal … der kunde ist sklave der unternehmen 😉 ich habe da ein beispiel. ich war bei einer pitzza kette essen die machen so dünne und große pitzzen die sind größer als der teller also liegt die hälfte neben dem teller auf dem tisch . ich fragte wenn die pizzabäcker den teig noch per hand machen ob sie meine pizza was kleiner machen könnten das sie auf den teller passt ? die antwort … nein das geht nicht unsere pizzaköche werfen den teig noch von hand aber sie wären eine pizza kette und die größe wäre ihr markenzeichen das würde n sie darum nicht machen –. ich sach nur .. ein kunde verloren 😉

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bei der Pizzagröße kommen 4 hinzu, wenn sie sich als Kunde verabschieden.

      Interessant ist, dass sich jemand an einer Übergröße stört

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  18. Wir kaufen keine Lebensmittel bei Amazon! Es gibt hier bei uns genug Geschäfte…kleine, große und viele Hofläden. So einfach geht das. Wenn hier alle genauso handeln, kann dieser Online-Riese dieses Segment wieder einstampfen.

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    • rebecca sagt

      Warum nur keine Lebensmittel? Konsequent wäre garnichts bei Amazon zu kaufen.

      Es gibt auch für alles andere große und kleine Geschäfte im Umfeld.

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  19. Eine gute Aktion, nur leider von den falschen Initiatoren. Warum schafft unser Bauernverband sowas nicht? Ich kann doch auch nicht auf eine Demo gegen Nazis gehen, wenn die Antifa da mitläuft.

    1+

    • Das müssen Sie den DBV fragen…Trotzdem ist es eine gute Aktion und das sollte man nicht immer fragen, wer denn der Initiator ist. Man kann doch eine gemeinsame Aktion machen, auch wenn man in anderen Belangen anderer Meinung ist, oder?

      2+

    • rebecca sagt

      Die Initiatoren sind schon richtig. Aufgabe des Bauernverbandes wäre es aus meiner Sicht seine Mitglieder beim Aufbau eigener Online Vertriebswege zu unterstützen.

      Der Online Vertrieb von Lebensmitteln hierzulande kommt. Ob mit oder ohne Amazon ist egal. Macht es nicht Amazon, machts jemand anderes.

      Es wird sicher spannend wie die Discounter und Supermärkte hierzulande darauf reagieren. Aber aufhalten lässt sich das nicht.

      Hinzu kommt das gerade kaufkräftige einkommenstarke Bevölkerungsgruppen mit wenig Zeit immer mehr auf Onlinekauf und Lieferservice setzen.

      Je ausgefeilter und besser die Logistik wird desto mehr.

      Der Bauernverband hätte die Möglichkeit gehabt mit seinen Mitgliedern eine eigene Plattform und Logistik aufzubauen um dem zu begegnen. In der Anfangsphase gibts noch gute Chancen weil auch Amazon und Co auch erst Erfahrung sammeln müssen. Haben die sich einmal etabliert wirds schwer bis unmöglich.

      Die Petition zu unterzeichen ist richtig. Aber wer denkt das damit die Sache erledigt ist wird sich schwer irren.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es ist nicht die Aufgabe des DBV ein Onlinehandel aufzubauen, das muss von Landwirten kommen. Der Bauernverband unterstützt die Landwirte in vielen Dingen, wie die Rechtslage.

        Der Onlinehandel wird verstärkt kommen, das ist keine Frage.

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        • rebecca sagt

          Ist der DBV kein Berufsverband der seine Mitgliedsbetriebe unterstützt?

          Insfern wäre es schon die Aufgabe die Mitglieder bei neuen Chancen zu unterstützen. Das war zumindest in unserem Berufsverband früher so.

          Sicher ist es nicht die Aufgabe einen Onlinehandel aufzubauen. Aber um die Probleme zu lösen die der Aufbau eines solchen stellt brauchen diejenigen die in dieser Richtung aktiv werden wollen jede Menge Hilfe und Geld.

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          • Das können ja auch Ortsbauernverbände machen,

            jedenfalls besser, als wenn es eine Firma macht, denn gibt es nicht schon verfirmte Bauernhöfe?

            Dann verliert der Hof auch seine Individualität und somit die Biodiversität !

            Vor über 10 Jahren wollten si Firmen auf unsere Höfe Tiere zum mästen geben und wir mussten dann ihre Futtermittel dafür kaufen. Am besten wollten sie noch mehr abnehmen,.
            Jedenfalls soll der Bauer mit seinem Eigentum Knecht für die Firma sein, die dann vorschreibt, wie er zu wirtschaften hat.

            Mit den Bauern kann man es ja machen!

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  20. man muss nur verschiedene Bevölkerungsschichten beim Einkauf bei Netto, Lidl und andern Billigdiscountern beobachten und diese in Vergleich mit Kunden im Biomarkt bringen. Da hilft kein Missionieren und Petitionsgetue, Amazon hat diese billig-Käuferschicht schon und erschliesst sie weiter. Was der Bauer beliefert, kann doch eine Petition nicht verhindern, also das Pferd von vorne ins Geschirr legen, dann haben Unternehmen wie Amazon keine Ware die sie verkaufen können! Hier fehlt leider der Zusammenhalt einer ganzen Branche und nur das ist das Problem. Heizölpreise steigen im Winter, obwohl im Winter genauso gefördert wird wie im Sommer. Beim Bauer, der 6 Monate ausser Milch nichts von seinen Feldern holt rührt sich nichts in Sachen höhere Preise in der Wintersaison. Es liegt also am Bauern selbst!

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    • andererseits wird und darf man die Digitalisierung nicht aufhalten und warum Amazon funktioniert und man kein „Rent a Schwein“ im Onlinevertrieb findet wo man die hälfte oder die Haxe dann ordert und zerteilt geliefert bekommt, da kommt man schon ins grübeln über eine zwar GPS-gelenkte Branche, aber vertriebstechnisch ungenügend und mutlos. Innovation anstatt Petition, oder nicht?

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      • rebecca sagt

        Die Idee hatten wir auch schon, und sogar umgesetzt. Wir haben uns mit ein paar Leuten zusammengetan und bei einem Bauern für das mästen von zwei Schweinen bezahlt.

        Der Deal war, Bauer kauft Ferkel und zieht die für Summe X groß. Anschließend werden sie geschlachtet und anteilig unter den Geldgebern aufgeteilt. EIgentöoich ganz einfach und ohne Risiko für den Bauer.

        Ging zwei Jahre, dann ging der Bauer mit dem es super funktioniert hat in Rente und wir haben keinen neuen gefunden. Bzw nicht die Geduld und den Sinn gesehen jemanden ewig hinterher zu laufen um den zu überzeugen.

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        • bauerhans sagt

          ich hatte immer mal wieder leute aus dem umfeld gefragt,ob sie an fleisch von einem schwein(80kg fleisch) interessiert wären,um ein langsam gewachsenes schwein auch zu verwerten.
          ein schlachthof hier bietet schlachten und zerlegen an,sodass sich die leute direkt ihre fleischpakete abholen können.
          kein interesse!

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            • bauerhans sagt

              OWL,raum bielefeld
              habt ihr denn nicht versucht,nen anderen bauern zu finden.

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          • Dann kommt man ja wieder mit dem Tier als Lebewesen in Berührung. Das bringt die eingefahreren (Nicht-)Denk- und Verhaltensmuster durcheinander. Hab mal unseren Grillern „Aktivstallfleisch“ vorgeschlagen, weil das doch stilistisch besser mit dem Weber-Grill und den Solinger Messern harmoniert. Keine Chance, der Gedanke an die Haltungsbedingungen, d.h. an das Tier, wird sofort abgeblockt. Der höhere Preis war noch gar nicht das Thema.

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            • Bauer Willi sagt

              Dann sollten sich die Leute die Haltungsbedingungen mal ansehen. Ich habe es gemacht und war sowohl bei Gabi Mörixmann, die die Schweine aufzieht und bei Sarah Dhem, die sie verarbeitet. Selbst Minister Meyer aus Niedersachsen war vor kurzem dort und positiv angetan. Würde gerne erfahren, was den Grillern nicht passt. Wo sie doch den Stall nicht kennen…
              Bauer Willi

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            • Sie haben nicht gesagt, dass ihnen nichts passen würde. Das Thema wurde ja abgeblockt, so wie ein Tabuthema, oder: es ist ein Tabuthema. Wie gesagt, die (Nicht-)Denk- und Verhaltensmuster sollen nicht durcheinandergebracht werden. So habe ich es empfunden. Ich habe es nicht weiter thematisiert, ich psychologisiere ungern. Vielleicht war die Befürchtung, es könnte ein Prozess ausgelöst werden, nach dem sie liebgewonnene Gewohnheiten aufgeben oder jedenfalls die Unbeschwertheit verlieren, also so „enden“ wie ich. 😉 Eine Art Lackmustest ist die Frage „wie hältst Du’s mit der Jagd?“, und Jagd ist dann ganz fürchterlich.

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            • Sabine sagt

              Also, was mir an dem Aktiv-Stall mit am Besten gefällt, ist das die Mörixmanns sich so geöffnet haben und auch Probleme ansprechen, wo sie selber auch noch nicht zufrieden sind. Thema Ringelschwanz zum Beispiel. Dass es bei den Edel-Grillern inzwischen einen Trend gibt, auch mal zum Landwirt zu fahren und sich Haltungen anzuschauen und darüber in Vlogs zu berichten, ist wohl eine Konsequenz daraus, dass man sich da halt wirklich mit Lebensmittel beschäftigt. Wobei ich die Jagd ja die am wenigsten fürchterliche Art finde an Fleisch zu gelangen, so der erste Schuss sitzt. Wo wir dann wieder bei der Fehlerquote wären, bei der ich halt toleranter bin, sonst könnte ich morgens nicht ins Auto steigen.
              Und es waren Jäger von Theodor Roosevelt bis Ding Darling, die im letzten Jahrhundert als erste den Gedanken des Umweltschutzes und der Naturreservate dachten und umsetzten. Ohne diese Jäger hätte man keinen Yellowstone Park und sicherlich keine einzige Brautente mehr in den USA. Dass bei uns solche Schutzgebiete oft winzig sind und die Jagd m.M. wahnsinnig schlecht reguliert ist, hat auch was damit zu tun, dass es so wenige Leute gibt, die hier auf die Jagd gehen. Sonst würde vllt. nicht nur Landwirten und Jägern aufgegangen sein, dass es wenig Zweck hat, die Kähen Ganzjährig zu schützen und dann den Rückgang der Singvögel zu betrauern.

              1+

            • Autofahren als solches begründet ein Gefahrenmoment für Mensch und Tier, auch wenn Sie alles richtig machen, ja. Aber macht es das besser? Das wäre eher ein Argument, das Autofahren zu reduzieren oder gar einzustellen. Nach Ihrer „Logik“ dürfte man dem Nachbarsjungen einen drüber ziehen, weil ihn seine Eltern sowieso regelmäßig vermöbeln, oder im Verkehr die Sau rauslassen, weil dort sowieso Menschen sterben.

              Übrigens wendet man auch im Straßenverkehr die volle Aufmerksamkeit auf, damit es nicht zugeht wie im Schlachthaus mit der hohen Fehlerquote (Fehlbetäubungen). Wie viele Menschen und Tiere haben Sie denn schon angefahren? Jedenfalls nicht jedes 10. bis 100. Auf 83 Mio. Einwohner bezogen, starb in Deutschland 2016 im Straßenverkehr 0,004 % der Bevölkerung, 0,081 % wurde schwerverletzt. Das sind zu viele. Noch mehr sollten es auf keinem Fall sein, Hoffnung autonomes Fahren. Noch unverantwirtlicher als Autofahren ist es, eine Putzfrau zu beschäftigen oder Handwerker zu rufen. Im Hausbereich gibt es in Deutschland fast dreimal so viel Tote wie im Straßenverkehr. Man kann beliebig relativieren. Zum Beispiel: Im Afrika gibt es eine hohe Sterblichkeit, da können die Ärzte hier ruhig mal einen Gang runterschalten. ???

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            • Sabine sagt

              Ich setze halt voraus, dass Menschen Fehler machen und lebe mit dem Risiko, dass dieser Fehler von mir ausgehen oder auch mich betreffen kann. Und wenn es zum Schlachten geht, hat das eigentlich auch immer meine volle Aufmerksamkeit. Gerade deshalb schau ich da, wo ich darf, auch zu.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          >>Ging zwei Jahre, dann ging der Bauer mit dem es super funktioniert hat in Rente und wir haben keinen neuen gefunden. Bzw nicht die Geduld und den Sinn gesehen jemanden ewig hinterher zu laufen um den zu überzeugen.<<

          Da wäre noch die Frage offen, warum hat der Bauer keinen Nachfolger gefunden, bei solch hohen Gewinnaussichten?

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          • rebecca sagt

            Ich weis nicht was er an Gewinn gemacht hat. Er hat einen Preis gemacht und der war ok.

            Einen Nachfolger hatte er schon. Seinen Sohn. Aber der hatte keine Lust das weiter zu führen und ist lieber weiterhin als Arbeitnehmer arbeiten gegangen und hat die Flächen verpachtet.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              So was aber auch,
              der verzichtet auf die Subventionen und möchte sein Geld lieber als hart arbeitender Arbeitnehmer verdienen. 🙁

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            • Der Nachfolger könnte doch auch ein Nachbar sein, er müsste nur den Geschäftsvertrag mit dem Schlachtschwein einhalten.

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    • Das Problem bei Kaliber ist nur der ganze Müll der dabei anfällt, damit die Ware gut gekühlt ankommt. Das schafft kein normaler Haushalt wieder weg. Daher wäre es wichtig, es gäbe solche Produzenten wie Kalieber in jeder Region und jeder könnte ich vor Ort eindecken. Ich habe mir die Finger wundgegoogled um etwas vergleichbares hier zu finden – vergeblich.

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      • bauerhans sagt

        „es gäbe solche Produzenten wie Kalieber in jeder Region“

        gibt noch einige wenige,aber aufgrund hoher auflagen und nicht ausbaufähiger nachfrage,ist das wieder „eingeschlafen“.

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    • Dieter Fritz Bitte noch mal lesen. Wenn es denn schon online sein muss, dann doch bitte regionale Anbieter. Mir geht es bei Amazon um deren Marktmacht, die Preise noch weiter zu drücken.

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    • Bauer Willi Regional online??? Das ist ein Widerspruch in sich. Das würde nur greifen, wenn man nur im Umkreis von 50 oder 100 km verschickt. Und hier werden wieder irgendwelche Nischenbeispiele mit Premiumprodukten genannt und suggeriert, dass DAS der Markt sein soll, mit dem man 80 Millionen Menschen ernährt. Wieso ist es so schwer zu akzeptieren, dass 90% (geschätzt) der Lebensmittelversorgung über Großverarbeiter (Konservenfabriken, Großmühlen, Großschlachthöfe, Großmolkereien) und Supermärkte und Discounter abläuft und dieser Anteil maximal auf 89% (geschätzt) gedrückt werden kann. Da klingt das dauernde Glorifizieren von Nischenprodukten wie Hohn. Meine Produkte gehen alle in den Massenmarkt. Die kleinen feinen Mühlen in meiner Gegend haben ihre Lieferanten und kein Potential für weitere. Soll ich hingehen und sagen:“ Hey Mann.. ich liefer Dir nen Euro billiger“? Als Edeka den Tengelmann geschluckt hat, ging ein Gezedere los. „Zunehmende Marktkonzentration“!!! Und jetzt etabliert sich mit Amazon ein zusätzlicher Wettbewerber.. und auch DAS ist nicht recht.

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    • Bauer Willi Solange Mercedes, VW oder Fendt nicht vom regionalen Verkauf existieren können kann man es auch bei anderen Warengruppen ehrlicherweise nicht wollen 😉

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    • Bauer Willi man muss doch Online-Handel und Regionalität nicht zwangsläufig ausschliessen! Gerade was der Bauer produziert kann in diesen Punkten optimal vermarktet werden. Von Nord bis Süd gibt es Getreidebauern, also total Regional und dezentral produziert! Letzte Woche bei REWE/Chiemgau im Regal Holland-Tomaten für 1,99 und nur 5km entfernt das grosse 20.000m2 Tomaten-Gewächshaus, also regional, für 2,49€. Also kein Käufer fährt sowohl nach Holland und nach Bayern um Tomaten zu ordern, also alles Online organisierrt! Dein Affront gegen Amazon in Ehren, aber verschliesse Dich nicht der digitalen Welt, die Welt des Barcodes und der virtuell organisierte Handel ist unumkehrbar. Vielmehr bietet es die Chance für den Bauern nun auch in den regionalen Onlinehandel einzusteigen. Wenn er schon kein Vertriebsprofi ist, sollte er es in einem Onlineportal organisieren. Dazu kann man Amazon als Copy + Paste verwenden, deren Vertiebskonzept für regionale Produkte zu verwenden. Nur der Zorn auf das schlechte und Böse geht der Macht des Guten Dienstbar zur Seite, sagt zumindest Georg Schramm. Bleibt nur die Frage wer entwickelt ein Bauernportal? Wär doch geil, wenn der Bauer seine Milch nur zum Veredeln in die Molkerei bringt und dann „seine“ MIlch online zu 1,00€/ltr. vertickt.

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  21. Eine weitere seelische Grausamkeit an uns allen, an unserem sozialen Zusammenleben dritt da auf, der Dorfmetzger, Bäcker, Hofladen usw. die ordentlich ihre Steuern bezahlen verschwinden, es gibt keine soziale Gemeinsamkeit durch das dort Treffen und keine dortigen Aretisplätze mehr. Wo bezahlt Amazon seine Steuern? In welchem Steuerparadies wieder?

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  22. Vollkommen richtig. Ich will die Lebensmittel die ich kaufe auch sehen können . Bei Amazon bin und werde ich nie Kunde sein solange die hier nicht ordentlich ihre Steuern bezahlen. Der zweite Grund ist das sie ihre Mitarbeiter nicht ordentlich bezahlen wie das sich gehört wenn man den ganzen tag darum gejagt wird als wenn ein erkauft der Flucht wäre. Den Kram den die haben bekommt man auch woanders. Ich kaufe sowieso wenn Es geht deutsche Produkte wenn es passt. Das bin ich meinen Mitbürgern schuldig. Auch europäische waren. Man sollte auch ein guter Europäer sein.

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    • Schwierige Sache. Ansich bin ich auch eher kritisch gegen solche Strukturen. Was sie vermutlich nicht wird aufhalten…
      ABER, Bsp: Die Kritik mit dem „Mitarbeiter bezahlen“. Hier vor Ort ist gerade ein neues Amazon-Verteilzentrum entstanden. Stundenlöhne für Einsteiger (ich meine, ohne Qualifikation) sollen ab 11Euro aufwärts liegen… (saubere einfache Arbeit).
      Wollen wir mal vergleichen, welche Löhne, für welche Art von Arbeiten auf landwirtschaftlichen Betrieben gezahlt werden?…

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      • Aber die Produkte die Amazon dann vertreibt, sind auch landw. Produkte, die mit Billiglöhnen erwirtschaftet wurden. Und wenn sie noch aus dem Ausland oder 3. Welt stammen, dann ist wo möglich noch Kinderarbeit dabei!

        Und an Argentinisches Rindfleisch gelangt man auch billiger, ist das ökologisch? Sollen wir das fördern?

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