Bauer Willi
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100% Bio in Deutschland – Teil 1: Die Zahlen

Der Wunsch nach biologischen bzw. ökologisch erzeugten Produkten in Deutschland ist, glaubt man den Umfragen, hoch. Ihr Anteil steigt, wenn auch auf geringem Niveau, stetig. Die Ablehnung von Lebensmitteln, bei denen synthetische Dünger oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, wächst.

Daher habe ich mich mit der Frage beschäftigt, was wäre, wenn alle Landwirte in Deutschland auf Bio umstellen würden? Wie sähe es dann mit den produzierten Mengen aus? Dazu habe ich die Studie der AMI (Agrarmarktinformation-Gesellschaft) von 2013 herangezogen, die Strukturdaten der Bio-Betriebe mit denen aller Betrieben vergleicht. Die Werte der Bio-Betriebe habe ich dann auf alle Betriebe hochgerechnet, wobei eine gewisse, aber unvermeidbare, Unschärfe dadurch zustande kommt, dass die Bio-Betriebe in der Grundgesamtheit aller Betriebe enthalten sind.

Der besseren Übersicht wegen wurde der Bericht in Teil 1: Die Zahlen und Teil 2: Die Konsequenzen aufgeteilt. Teil 2 folgt in Kürze. Es macht daher Sinn, mit den Kommentaren bis zum Erscheinen des zweiten Teils zu warten.

Betriebe:

Von den 285.000 landwirtschaftlichen Betrieben wurden 2013 23.271 Betriebe ökologisch bewirtschaftet. Von den 1.020.000 ha ökologischer Anbaufläche sind 57% Grünland. Im Vergleich: alle Betriebe bewirtschaften 16.496.900 ha, wovon 28% Grünland sind.

Produktion

Getreide: Im Öko-Landbau wurden auf 202.000 ha in Schnitt 3,6 t Getreide erzeugt. Rechnet man diesen Wert auf die gesamte Getreide-Anbaufläche hoch, so ergibt sich einen Getreideerzeugung von 23.611.886 t. Gegenüber der tatsächlichen Getreideerzeugung aller Betriebe von 47.757.000 t ergibt sich eine Differenz von 24.145.114 t oder -51%. Da der Eigenverbrauch 44 Mio. t beträgt, reduziert sich das Defizit auf rund 21 Mio. t.

Kartoffeln: Im Öko-Landbau wurden lediglich 8.100 ha angebaut, verglichen mit 242.800 ha aller Betriebe. Erzeugt wurden insgesamt 9.670.000 t, davon 120.000 t im Öko-Landbau. Rechnet man die gesamte Anbaufläche mit den Erträgen aus dem Öko-Landbau hoch, so ergibt sich eine Differenz von 6.072.963 t oder -63%.

Raps: Der Rapsanbau ist im Öko-Landbau mit 1.800 ha gegenüber 1.533.300 ha vernachlässigbar. Zuverlässige Ertragsdaten sind nicht verfügbar, in Versuchen wurden zwischen 0,5 und 2,2 t/ha erzielt. Bei der Annahme, dass im Bio-Anbau 1,7 t/ha erzeugt würden, ergibt sich eine Differenz von 3.166.000 t oder -55%. Die Eigenerzeugung von Rapssaat beträgt im Schnitt der Jahre rund 6 Mio. t. Die Rapssaatverarbeitung lag 2014 bei 9,6 Mio. t, die Gesamtverarbeitungsmenge von Ölsaaten lag bei 13,3 Mio. t.

Zuckerrüben: was für Raps gilt, gilt auch für Zuckerrüben. Mit 1.200 ha ist der Öko-Anbau im Vergleich zu 315.543 ha aller Betriebe marginal, ein belastbarer Vergleich ist wegen fehlender Datenbasis nicht möglich.

Obst: Die Obstproduktion im Öko-Landbau ist mit 8.485 ha ähnlich groß wie der Kartoffelanbau. Es wurden 98.000 t erzeugt, in allen Betrieben 1.118300 t. Wird die Gesamtfläche mit den Erträgen des Öko-Landbau hochgerechnet, ergibt sich eine Differenz von 509.753 t oder -46%.

Gemüse: Die Gemüseproduktion aller Betriebe betrug in 2013 3.418.211 t wovon 271.800 t aus Öko-Betrieben stammten. Da die Erträge nur geringfügig unter denen aller Betriebe liegt, ergibt sich hier lediglich eine Differenz von 557.318 t oder -16%.

Rindfleisch: Die Rindfleischproduktion von 38.400 t liegt deutlich unter der aller Betriebe, die 1.117.600 t betrug.

Milch: In den Ökobetrieben wurden mit 143.000 Milchkühen 682.100 t Milch erzeugt,was einer Milchleistung pro Kuh und Jahr von 4770 kg entspricht. Hochgerechnet auf alle Milchkühe (4.222.3000) ergibt sich eine Differenz von 10.174.424 t oder -34%.

Eier: In Öko-Betrieben wurden 3.8 Mio. Legehennen gehalten, 43.2 Mio. in allen Betrieben. Da die Legeleistung mit 272 Eier pro Tier und Jahr annähernd an die Legeleistung von 293 Eier pro Tier und Jahr herankommt, ergibt sich lediglich eine Differenz von 838 Mio. Eier/Jahr oder -7%.

Die Originaldaten finden Sie hier:

https://www.ami-informiert.de/fileadmin/redaktion/bio_daten/strukturdaten/Strukturdaten_und_Verkaufserloese_2013_PDF.pdf

Die verwendeten Berechnungen finden Sie in folgender Tabelle (pdf-Datei) Statistik-Bio

(Aufrufe 4.757 gesamt, 5 heute)

105 Kommentare

    • Walter Parthon sagt

      @Grünen Edertal Warum musstet ihr erst beleidigen und diffamieren?

      Auf der genannten Seite zeigt das die Umweltgifte zu einem kleinen Teil aus der Landwirtschaft kommen. Nach euren Angaben gibt es jährlich einen Eintrag von 50 – 70 kg Stickstoffeintrag / ha über die Fläche von Deutschland. Dieser Eintrag ist ja wohl nicht auf die ldw Flächen beschränkt?
      Da wird er wenigstens sinnvoll abgebaut.
      Alles auf die Landwirtschaft zu schieben ist für euch einfach und schön.
      Auszug
      und Magnesium für unsere kranken Wälder
      Das Waldsterben geht weiter.

      Eine der Hauptursachen für das anhaltende Waldsterben in Deutschland sind anthropogene Emissionen. In den 80er Jahren wurden insbesondere aufgrund industrieller Schwefelabgase schwefelige Säuren in Wälder eingetragen, was mittlerweile durch Filteranlagen behoben werden konnte. Neben Kohlendioxid haben Ausdünstungen der Tierhaltung eine versauernde Wirkung auf unsere Waldböden. Diese Emissionen aus dem Verkehr sind in den vergangen 30 Jahren gestiegen. Insbesondere Stickstoffniederschläge geraten als Amoniak in die Atmosphäre und über diesen Weg in Wälder und Biotope.

      50 – 70 kg Stickstoffeintrag / ha

      „Die unbeabsichtigte Stickstoffdüngung aus der Luft kann durchaus zu einer Steigerung des Baumwachstums führen. Mehr Wachstum ist aber nicht gleichzusetzen mit mehr Gesundheit. Das Überangebot an Stickstoff im Vergleich zu anderen wichtigen Nährelementen, wie beispielsweise basische Kationen, spiegelt sich in der Zusammensetzung des Holzes und der Blätter wider: es werden weniger feste, die Pflanzen stützende Substanzen produziert. Dadurch verringert sich die Dichte und Stabilität des Holzes, so dass die Kronen bei Sturm leichter abbrechen (Windbruch). Mit Stickstoff überversorgte Bäume produzieren weichere Nadeln und Blätter. Diese sind anfälliger gegenüber Austrocknung und Frost, sie schmecken Schadinsekten besser und können Infektionen durch Bakterien und Pilze weniger entgegensetzen. “ Quelle: Umweltbundesamt – „Stickstoff – Zu viel des Guten“

      Resume: Branntkalk, Löschkalk und Kalkmilch sind im Bioanbau verboten und erlaubt.
      Um keine Abmahnungen bei Kontrollen zu riskieren, klären wir auf. (folgen Sie diesem Link)

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  1. Bernd K sagt

    Jetzt will ich mal etwas Benzin (E10) in die Diskussion kippen:
    1. Alternative Landwirtschaft („bio“ ist ein extrem strapazierter Begriff) verbraucht mehr Ressourcen. Land, Arbeit usw. (ich weiß schon was jetzt für Antworten kommen werden. Spart sie Euch, denn für mich steht es außer Frage, das eine verantwortungsvolle konventionelle Landwirtschaft effektiver (dh besserer Etrag/Einsatz von Umweltressourcen) arbeitet als die alternative Landwirtschaft.
    2. Bio Lebensmittel müssen deshalb teurer sein. Die kaufen nur die „intelligenten“ und „klugen“, die Selbstoptimierer in Lebensstil und Ernährung, die können es sich leisten. Was ich die ganze Zeit nicht verstehe: warum haben solche Leute in der Politik und in den Medien immer so einen Sympathiebonus?
    3. Deutschland soll bio werden-fehlendes Getreide oder Fleisch können ja die Schwellenländer mit viel Spritzmittel und Gentechnik anbauen- und das wird dann von Aldi an die Blöden verkauft.
    4. Wenn es den Politikern zu grün wird, werden laut Verordnung Lebensmittel in Biogasanlagen verheizt, oder dem Sprit beigemengt-ist ja „Bio“.

    4+
  2. Es gab vor Kurzem eine wissenschaftliche Analyse (ich glaube aus Schweden), die für die gesamte Welt Ähnliches berechnet hatte. Wenn die ganze Welt 100% Bio möchte, dann bräuchten wir eine zweite Erde, weil einfach die Agrarflächen dafür fehlen – oder wir reduzieren die Erdbevölkerung um mindestens 1/3.

    4+
  3. Also, ich kenne mich ein wenig in der Statistik aus – wenn ich will, kann ich alles beweisen, statistisch ;-). Aber fragt mich doch als Verbraucher: was ist mir lieber? Und dann wäre noch interessante Frage, wie viel brauchen wir von welchen Erzeugnissen wirklich für unseren Verbrauch. Wenn man nur schaut, wie viel an Lebensmitteln bei uns im Mühl landet… Ich bin keine Bäuerin und daher kann ich wahrscheinlich nicht alles aus der Landwirtschaft wirklich nachvollziehen. Ich weiß nur, dass ich mir Essen wünsche, das möglichst unbelastet, gesund und schmackhaft ist. Dafür bin ich bereit mit diesem Essen anständig zu haushalten, das anständig zu bezahlen (und dafür auf anderes zu verzichten) und es muss für mich kein Riesenangebot im Laden sein, Regionales nach Saison reicht mir. Und ich denke, dass ich damit zu einer, immer größer werdenden, Verbrauchergruppe gehöre.

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  4. Bauer KW sagt

    Man muss zudem berücksichtigen, dass die Erträge bei 100% Bio noch deutlicher zurück gehen würden, weil die konventionell wirtschaftenden Landwirte Schädlinge und Krankheiten im Zaum halten, die würden sich bei 100% Bio wesentlich stärker ausbreiten.

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    • Bauer Christian sagt

      ich glaube dass es dann aber mehr Vielfalt gibt und sich die Schädlinge mehr im Gleichgewicht befinden. Wir spritzen heute alles raus. Wir schießen ja teilweise mit Kanonen auf Mücken und sehen (noch) nicht was wir sonst noch alles treffen. Da sehe ich das Problem.
      Eigentlich sind die „alten“ Wirkstoffe wahrscheinlich die besseren, da wir da schon Jahrzehnte lange ERfahrung haben wie sie sich wirklich in der Natur verhalten und wo die Probleme liegen. Damit kann man risikobasiert viel besser Aussagen treffen als von neuen Wirkstoffen/Wirkmechanismen, die noch nicht in der Natur erprobt sind.

      2+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Ein Gleichgewicht bei tierischen Schädlingen gibt es nie. Bevor sich die – in unserem Sinne Nützlinge – aufbauen, muss sich eine Population von Schädlingen aufbauen.
        In meiner beruflichen Tätigkeit kann und konnte ich mir nicht vorstellen, den Heu und Sauerwurm, die Kirschfruchtfliege, die Pflaumenmade, Blattläuse und neuerdings die Kirschessigfliege den natürlichen Feinden zu überlassen, wobei die Kirschessigfliege keine natürlichen Feinde hat.
        Die Mittel früher hatten eine wesentlich bessere Breitenwirkung, die toxische Wirkung war höher, dafür dürfen wir jedes einzelne Vieh termingerecht behandeln, was zur Folge hat, dass wir mehr mit der Spritze unterwegs sind. Der Verbraucher sieht nur die Häufigkeit, nicht den Vorteil für die Natur

        3+
        • Bauer Christian sagt

          hallo ehemaliger Landwirt: komplett lösen mit dem Gleichgewicht habe ich auch nicht geschrieben – aber man kommt näher ran. Da kann man zum richtigen Zeitpunkt mit Nützlingen arbeiten – funktioniert ja im Folienhaus perfekt und ist standard in der konv. Produktion (wissen aber die wenigesen KOnsumenten).
          Ja die Optik spielt viel mit – mit der Spritze fahren heißt auch nicht unbedingt Gift!

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Im Folienhaus funktioniert einiges, im Freiland sieht es anders aus.
            Wir Schießen nicht mit Kanonen auf Spatzen, sondern gezielt auf die einzelnen Schädlinge.
            Im Weinbau bekämpfen wir zb. seit 10 Jahren den Heu und Sauerwurm mit Pheromon.

            Die ganze Problematik mit den Zulassungen kennt der Verbraucher nicht, interessiert auch nicht, man sieht nur die Fahrten mit dem Spritzfass und dieses Jahr mit dem Wasserfass.

            Dieselben, die bestes Trinkwasser für das Autowaschen und im WC verwenden, kritisieren die Anwendung in den Reben.

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  5. Also mit der Argumentation Bio für alle und auf keinen Fall ein Einsatz von grüner Gentechnik in Pflanzenzüchtung und Pflanzenbau machen es sich viele, natürlich speziell „grüne“ Politiker und NGO’s a la Greenpeace viel zu einfach. Ohne chemischen Pflanzenschutz werden ebenso wie die Erträge such die Einkommen in der Labdwirtschaft sinken, denn die viel niedrigeren Erträge werden durch die weiter auf niedrig Preispolitik eingestellten Einzelhandelsketten, keinesfalls ausgeglichen. Wer bei einer rein biologischen Landwirtschaft von durchweg höheren Preisen und höherer Wertschöpfung in der Landwirtschaft träumt, ist dann halt auch ein Träumer oder notorischer Weltverbesserer.
    Das einzige was durch einen konsequenten Verzicht azf chemische Pflanzenschutzmittel und dem ungeprüften Ablehnen von grüner Gentechnik erreicht wird, ist das die Landwirtschaft und der gesamte Agrarsektor vom biologisch-technischen und phytomedizinischen Fortschritt des 21. Jahrhunderts abgekoppelt wird. Das gibt es in keinem anderen Wirtschaftszweig und wäre auch nirgends wo anders umsetzbar!
    Aber ich glaube viele grüne „Agrarpolitiker“ und viele Leute bei Greenpeace und Co. Sehen Landwirtschaft nicht wjrklich als Wirtschaftszweig sondern als eine Spielwiese für ihre verklärten und romantisierenden Vorstellungen einer vermeintlich schönen und heilen Landwelt..
    Man kann Pflanzenschutzmittel heute verantwortungsbewußt, umweltschonend und nahezu rückstandsfrei einsetzen. Dafür gibt es genügend Beispiele in der heutigen Landwirtschaft. Die Landwirte sind heute bestens für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ausgebildet und haben einen hohen Sachverstand, im Gegensatz zu den meisten grünen. „Landwirtschaftspolitiken“.
    An die Bio-Bauern: Wenn ihr Biolandbau machen wollt, macbt das denn dafür gibt es einen Markt, aber es ist kein Markt für die gesamte Landwirtschaft (siehe auch Geiz ist Geil Mentalität, gerade der deutschen Verbraucher). Aber liebe Bio Bauern versucht nicht zanghaft andere Landwirte zu „bekehren“, oder als die moralisch besseren und umweltschonender produzierenden Landwirte dazustehen. (All das macht anders rum ja auch keiner). Jeder ist freier Unternehmer und sollte den Weg wählen (und auch wählen können vom Gesetzgeber aus), den er für richtig hält. Anders funktioniert Marktwirtschaft nicht und Zwangs-/Planwirtschaft will ja nun niemand.

    5+
    • Zitat „Man kann Pflanzenschutzmittel heute verantwortungsbewußt, umweltschonend und nahezu rückstandsfrei einsetzen. Dafür gibt es genügend Beispiele in der heutigen Landwirtschaft. Die Landwirte sind heute bestens für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ausgebildet und haben einen hohen Sachverstand“ siehe Foto, totspritzen des Ackerrandstreifens

      2+
      • Friedrich sagt

        Ach Herr Fendt, einen solchen von Ihnen dokumentierten Fall auf alle Landwirte pauschal zu übertragen, ist doch Blödsinn!

        2+
        • Andreas Fendt sagt

          hab ich doch gar nicht, das Bild widerlegt nur die Aussage von Heinen, alle Landwirte seinen gut ausgebildet. Da gibt es den ein oder anderen dem sollte man Landbewirtschaftung untersagen im Interesse aller, auch der ordentlich wirtschaftendne Bauern. Eigentlich sollte ich diesen Nachbarn anzeigen, aber ich bin kein Denunziant.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Herr Fendt,
            sie haben bestimmt die Faherlaubniss für ihren PKW.
            Sind sie noch nie bei Rot über eine Ampel gefahren, trotz der guten Ausbildung?
            Oder mit 40 durch die 30siger Zone, trotz der guten Ausbildung?
            Dass das abspritzen des Ackerrandstreifens nicht in Ordnung ist, dürfte jedem Landwirt klar sein.

            1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Thiabendazol in Birnen und Bananen (0,35 bzw. 0,19 mg/kg), Imazalil in Bananen
        (0,31 mg/kg), Fenbutatinoxid in Clementinen (0,32 mg/kg) und Chlorpyrifos in Kiwi
        (0,14 mg/kg). Obwohl diese Rückstände weit unter den zulässigen Höchstgehalten
        lagen, ist bei solchen Gehalten davon auszugehen, dass die Ware nicht
        nach den ökologischen Vorschriften produziert wurde

        2+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Die Verblödung mancher Menschen ist schon von Geburt an vorhanden.
            Enzymgift ist alles, dessen verabreichung dazu führt diese auszuschalten und zu vernichten.(Z.B.: Es gibt mehrere pflanzliche Sekundärstoffe, die Krebserregend bzw. Erbgutverändernd wirken können, diese greifen i.d.DNA-Replikation ein. Mir fällt gerade leider nur linaool ein C10 H18 0 – Enthalten in: Koriander, Hopfen, Muskat, Ingwer, Bohnenkraut, Thymian, Zimt, Safran. Keine Panik, der Dosis macht das Gift aus, ihr könnt getrost weiterwürzen! Lavendelöl kann dagegen gefährlich werden! Bei mehrfachen Aufnahme : über 2790mg/kg Oral,bzw über 5610mg/kg dermal.) Auch andere Chemische Substanzen, regelmäßiger Alkoholkonsum, Rauchen und Passivrauchen, Drogenkonsum zerstört wichtige Enzyme!

            1+
            • „Die Dosis macht das Gift“ gilt nur für Substanzen, die der jeweilige Organismus (noch) verwerten kann. Alles andere ist immer Gift. Dazu gehören alle Pestizide und bestimmte Kundstdünger wie Kalkstickstoff oder deren Verunreinigungen mit Cadmium oder Uran.
              Die einzig „erwünschte“ Pestizidwirkung ist dessen Tötungspotential. Sowas als „Pflanzenschutzmittel“ zu bezeichnen, ist absurd. Zumal dessen schadende Wirkung vor Nützlingen nicht halt macht und die vermeintlich zu schützende Pflanze ebenfalls schwächt und deren Anfälligkeiten für die Ausbreitung von Schadorganismen forciert bzw. überhaupt erst verursacht.

              1+
            • Walter Parthon sagt

              @ Grünes Edertal bei der Ausbringung gibt es Warnhinweis das es für den Anwender bei Anwendung schädlich sein kann. Warum belügen sie so die Menschen oder wissen sie es wirklich nicht besser

              Auch bei einigen Anbauprogrammen, bei denen der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmitteln verboten ist, darf Kalkstickstoff eingesetzt werden, um neben der Düngewirkung seine phytosanitären Zusatzwirkungen zur Gesunderhaltung der Kulturen zu nutzen.

              Das Düngemittel ist sehr teuer und wird in der kon. Landwirtschaft kaum eingesetzt

              1+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            @ gruenes_edertal
            Ich kann mich noch daran erinnern, wo der Melolontha melolontha, bekannt als Maikäfer die ganzen Blätter unserer Zwetschgenbäume gefressen haben, von den Wurzelschäden ganz zu schweigen. In der Zeit wurden Obstbauern kritisiert, man warf ihnen vor rückständig zu sein, sie sollen die neuen Anbauformen und Sorten anwenden wie die Obstbauern Südtirols.
            Jetzt wo die Regale überquellen kann man alles in Frage stellen, wichtig ist dass alles zu billigstpreisen zu kaufen ist.

            2+
            • ja, dann wurde u.a. DDT eingesetzt. Aus meinem Bekanntenkreis wurde berichtet, wie es beim Motoradfahren durch Anbaugebiete damals „tote Maikäfer regnete“. Heute leiden sie an Alzheimer !
              DDT zerstörte damals, wie es aktuell weiterhin u.a. Sulfonylharnstoffe, Dithiocarbamate, Kupfer oder Kalkstickstoff tun, beim Menschen die Aldehydentgiftung. Heute kommt jedes Neugeborene mit u.a. p’p dde, dem DDT-Metabolit, vergiftet zur Welt.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ gruenes_edertal

              Wenn Maikäfer Tot, wie können die dann Alzheimer bekommen?
              Oder meinen sie die Motorradfahrer?
              Damals hatten die keinen Helm auf, da kann es sein, dass die vielen Maikäfer auf den Kopp einen gewissen Dachschaden hinterließen.
              Aber dann wäre noch die Frage offen, warum die unter Bäumen mit dem Motorrad fuhren, eine gewisse Vorschädigung ist da nicht zu leugnen.

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    • Hallo Herr Fendt,
      Natürlich gehört ein Totspritzen des Ackerrandstreifens oder auch des Banketts (wie man bei uns sagt..;-)), nicht zur guten fachlichen Praxis im Pflanzenschutz und ist natürlich auch untersagt. Aber glauben Sie mir, 80 bis über 90 % meiner Berufskollegen in der „konventionellen“ Landwirtschaft setzen Pflanzenschutzmittel ordnungs-und sachgemäß ein. Schwarze Schafe gibt es natürlich, wie immer und überall auch. Die gibt es aber auch unter den Bio-Landwirten. Ich halte aber rein gar nichts davon wenn Biolandwirte immer mit erhobenem Zeigefinger auf ihre konventionellen Kollegen zeiven und sich als die vermeintlich besseren, moralisch sauberen Landwirte darstellen. So ist es nämlich nicht, es ist beileibe nicht so als würden konventionelle Landwirte Flora und Fauna zerstören und die Gewässer belasten. Das tut wenn überhaupt und in viel stärkerem Maße die übrige Industrie-und Dienstleistungsgesellschaft. Es ist beileibe nicht so als wären die Biobauern die Heiligen und die anderen die gewissenlosen nur auf kurzfristigen Profit aus wirtschaftenden Landwirte. So in Schwarz-Weiss bzw. Gut und Böse darf man da nicht denken !!

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    • ich würde es ja gerne glauben, aber dann bin ich wohl von lauter schwarzen Schafen umgeben? Heute hat der Großbauer (150 Kühe) Gülle auf den Acker gefahren. Das Wintergetreide ist noch kaum aufgelaufen, wir haben hier auf 900m Temperaturen +/- Null grad. Da kann mir keiner sagen, dass das pflanzenbaulich sinnvoll ist. Was geschieht? Er will bevor er ab 1. Nov. nicht mehr fahren darf schnell noch das „Loch“ leer machen und jede Wette Anfang Februar fährt er wieder, auf geforenen Boden oder auf Schnee, weil dann das Loch wieder voll ist. Hier gibt es keine Industrie, die das Grundwasser kontaminiert, hier sind es 100% Landwirte!

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        • Andreas Fendt sagt

          und was, wenn er sich nicht daran hält, wer prüft das? wer soll ihn anzeigen? Vielleicht fährt er deshalb erst spät abends, weil es im Dunkeln keiner merkt oder es haben 2 Kühe gekalbt und er ist, wie meist überfordert…

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Warum stellt Herr Fendt die Einhaltung der Gesetze in Frage?

            Liegt es am vermeindlichen Heiligenschein eines Herrn Fendt?

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ bauerhans
              Ach ist das herrlich täglich auf dem zu sitzen, aber nur wenn ich Lust habe. (auf Arbeit natürlich, damit niemand das falsch versteht;)

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      • Sabine Leopold sagt

        Zitat: „[…] dann bin ich wohl von lauter schwarzen Schafen umgeben […]“
        Ja, Herr Fendt, das muss dann wohl so sein. Denn Sie lassen generell kein gutes Haar an anderen Landwirten, ALLE wirtschaften schlecht, außer Ihnen. Also müssen wir wohl daraus schließen, dass alle Versager in Ihrer Region zusammengekommen sind – möglicherweise, um Sie zu ärgern.
        Oder Ihre Prämissen bei der Einschätzung der Arbeit Ihrer Kollegen lassen zu wünschen übrig. Aber das kann ja eigentlich nicht sein.
        Obwohl … wer einen Milcherzeuger mit 150 Kühen als „Großbauer“ bezeichnet, der hat schon ein gewaltiges Problem mit seinem Urteilsvermögen …

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Liebe Sabine,

          jetzt muss ich den Ökoonkel Andreas mal in Schutz nehmem, er ist gnädig mit den „Großbauern“, bei den meisten fängt die Massentierhaltung bei 50 Kühen an.:-)

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        • Andreas Fendt sagt

          Naja es gibt hier schon noch „normale“ Bauern, weder Bio noch Schlamper, aber die machen es im Nebenerwerb und daher nicht immer Vollgas, allerdings ist derjenige, der sein Spritzfass nicht aussschalten kann auch ein Nebenerwerbler, das würde ich der Großbauer nicht erlauben, der heisst übrigends deshalb so im Ort, weil er einfach den zweitgrössten Betrieb im Dorf hat. Das andere ist das Problem der mangelnden Fachkenntnis der Bevölkerung, neulich fragte mich eine ältere Frau, was ich denn besonders mache, weil meine Wiesen im Herbst nicht welken.. Sie meinte das totgespritzte Auflaufgetreide auf den konv. Äckern damit… Nebenbei ich halte eine Obergrenze von ca. 150 Kühen tatsächlich für sinnvoll, besonders wenn Weidegang (was ich verpflichtend für alle Kühe machen würde) sinnvoll möglich sein soll.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Mein lieber Herr Fendt,
            ein Bauer, oder Landwirt ist derjenige, der über 50% des Einkommens in der Landwirtschaft verdient.
            Folglich kann der Nebenerwerbler kein Bauer sein.

            Im Schwarzwald suchen manchmal Schreiner eine Frau und meinen mit etwas Grünland findet man bei „Bauer sucht Frau“ ein weibliches Wesen die auf alte Dosenwurst steht.

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            • Andreas Fendt sagt

              wieso schreibst Du dann hier bei „Bauer“ Willi . com ??
              Such doch mal „Nebenerwerbler Willi . com“…
              Willi ist nach deiner Definition auch kein Bauer…
              Bauer ist für mich jeder der Land bewirtschaftet bzw. in der Bg versichert ist, und berechtig ist einen GA zu stellen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Herrn Fendt
              Möchte mich bei Bäcker, Händler und Geissenbauer Fendt höflichst entschuldigen, dass ich vergessen habe, bei ihnen nachzufragen, ob ich bei bauerwilli dot com schreiben darf.

              Wenn es für Herrn Fendt wichtig ist, wie Bauer Willi sein Geld verdient, dann frage nach, mich interessiert das nicht.

              Nebenerwerbler werden gerne als Feierabendbauern bezeichnet.

              Kenne zwei Maschinenbauingenieure, die im Nebenerwerb Wein und Obstbau betreiben, habe noch nie gehört, dass die sich Bauern nennen.
              Die Bezeichnung „Bauer“ kann auch für einen Landwirt verwendet werden und umgekehrt, denn beide verrichten die gleiche Arbeit. Das Wort „Bauer“ ist älter und stammt aus dem Mittelhochdeutschen. Es bezeichnet eine jahrhundertelange Tradition, hat aber dennoch einen faden Beigeschmack, weil der Begriff oftmals auch als Schimpfwort verwendet wird.
              Der Begriff wird immer wieder in Verbindung mit Dummheit, technischem Unverständnis oder üblen Gerüchen gebracht. Dies ist unter anderem auf die Tradition zurückzuführen, denn Bauern übernahmen das Land von ihren Eltern, brauchten keine Ausbildung und taten sich oftmals schwer mit Innovationen. Dass es in den Ställen mitunter etwas übel roch, wurde ebenfalls mit dem Begriff in Verbindung gebracht. Dies sind jedoch nicht die Gründe dafür, warum die Bezeichnung in Landwirt umgeändert wurde.
              Ob Sie einen Bauern als solchen oder als Landwirt bezeichnen, bleibt Ihnen überlassen. Viele Bauern haben kein Problem mit der Berufsbezeichnung. Jedoch ist nicht jeder Bauer ein Landwirt, denn der Unterschied liegt in der Ausbildung.

              Einen echten Landwirt haben Sie vor sich, wenn dieser eine abgeschlossene Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich nachweisen kann.

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            • Andreas Fendt sagt

              Mein Nachbar mit seinen 150 Kühen und 200 Hektar und 2 Angestellten ist also kein Landwirt, weil seine Berufsausbildung „nur“ Landmaschinenmechaniker ist?

              Aber ich mit 2 Kühen bin Landwirt, da ich einen Zettel im Keller hab, auf dem eine Ministerin bestätigt, dass ich Landwirtschaftsmeister bin, obwohl ich mit 30 Jahren Gerste nicht von Hafer unterscheiden konnte?

              Meinetwegen soll jeder das für sich definieren, ich halte mich an das Recht und das sagt „Landwirt ist steuerlich jeder, der berufsmäßig Landwirtschaft betreibt, der den eigenen oder gepachteten Boden zur Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte bewirtschaftet“

              Das beinhaltet auch Nebenerwerbler, die man von Hobbybauern abgrenzen kann.

              Willi ist für mich ein Bauer, kein Landwirt. Obwohl er als promovierter Agraringenieur sicher gut ausgebildet ist, aber seinen Betrieb eben nur im Nebenerwerb betreibt.

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    • Bernd Heinen Ich hatte ein thema mit den herr Fendt schon einmal wie er denn auf seiner weide seine Organischen Duenger ausbringt weil er markiert ja offensichtlich nicht wo seine Kuh hingepinkelt hat und die dort schon N natuerlich augetragen hat auf diesen flecken. Aber dann Herr Fendt nach gut sachlicher Praxis mit seinen Organischer substanz ueber die ganze Weide ausbringt und dann natuerlich eine Ueberduengung entsteht und eine sehr grosse gefahr von Nitrat ins grundwasser gelangen wird(Auf diesen Fleck wo die Kuh hingepinkelt hat) Aber Herr Fendt dann munter mit erhobenen zeigefinger dan seinen Nachbar bezichtig der Ueberduengung seinen Biogas Mais ohne a. eine Guelle probe zu entnehmen und b. nicht wisse was er fuer eine Menge aufgetragen hat(aber es war sehr dick).

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    • Ja ja Herr Fendt, die bösen, bösen und gewissenlosen „konventionellen“ Landwirte und sie mit ihrem Bio-Betrieb sind der heilige unter lauter schwarzen Schafen. Eine Mär wie sie auch von einem grünen Politiker wie Herrn Meyer in Niedersachsen oder auch dem Öko-Guru Hofreiter aus Bayern stammen könnte..

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    • Herr Fendt, legen sie sich besser wieder hin. Mikroplastik der ist mit Sicherheit auch und v.a. im Kompost aus der Biotonne. Und ja ich bin für eine sinnvolle und saubere Kreislaufwirtschaft !

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      • Pestizide vergiften Wasser, Boden und Luft. Ihr Verwendungszweck ist der Notfall, wenn alle nichtchemischen Maßnahmen versagt hätten (was defacto noch nie vorgekommen ist) – und erlaubt auch nur dann, wenn weder Naturhaushalt noch Tier und Mensch geschädigt werden (§1 PfSchG).
        Die übliche Praxis ungeschützer, nichtrückholbarer und zudem unmarkierter Pestizidfreisetzungen ist damit unvereinbar. Mit Landwirtschaft hat die auf den Acker verlagerte Chemieindustrie nichts mehr zu tun. Der ehemals stolze Berufsstand der Land- und Forstwirte ist zur Sondermüllentsorgung degradiert.

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  6. Wo besteht Bedarf an mit giftigen Pestiziden und/oder Kunstdüngern produzierten und damit rückstandsbelasteten Getreide, was ja nun mal weder Nahrung für Mensch noch Tier ist, bzw. beide unweigerlich vom Produktionsprozess bis zur Verzehrung vergiftet ?

    Doch nur da, wo durch Schweigen des vermeintlichen Bauerns über die entsetzlichen Schäden seiner verwendeten Pestizide und Kunstdünger, die ihm vertrauenden und letztlich durch ihn betrogenen Menschen seine Chemieprodukte essen und bis zu ihrem Lebensende besonders an zunehmenden Alkohol- und Kohlenhydratunverträglichkeiten mit typischen Folgen, wie Verblödung, Unfruchtbarkeit, Genveränderungen, Wesensveränderungen, Autoimmunprozessen und/oder Krebs, dahinsiechen.

    Die Chemieindustrie hat aus ehemals fruchtbaren Äckern Giftmülldeponien gemacht.

    Und seit den 1980ern setzt auch „Bio“ auf teures Gift und verbannte die preiswerte gezielte Düngung mit gebrannten Gesteinsmehlen(welche Pestizidschäden auf dem Acker auch eindämmte). Unnützes Kupfer, Pyrethroide und BT wurden zu „zugelassenen“ Giften. Ohne diesen Murks hätte „Bio“ imho die sogenannte „konventionelle“ Landwirtschaft von sich aus wirtschaftlich überholt und es gäbe heute imho keine Diskussion über „Bio“ oder nicht „Bio“.

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    • Walter Parthon sagt

      @gruenes_edertal Ihr seid offenbar ein Ableger der Grünen und hetzt auf euer Seite gegen Landwirte und Hartz IV Empfänger

      Ich versuche euch folgendes zu erklären

       Die meisten Menschen stellen sich unter Biolandbau vor allem vor, dass keine Pestizide eingesetzt und dieTiere besser behandelt werden. Tatsächlich ist es aber so, dass Biolandbau keinen rationalen Kern besitzt, sondern von einem ganz anderen Ansatz her stammt. Gearbeitet wird nämlich so, wie es Ende des 19. Jahrhunderts, kurz vor der Einführung des Stickstoffdüngers üblich war. Das, und nicht etwa Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung oder Verbrauchergesundheit, ist der Kern des Biolandbaus. An Pestiziden waren damals Bordeauxbrühe/Kupfer und Extrakte von Giftpflanzen bekannt und dementsprechend sind sie im Biolandbau bis heute erlaubt, anorganische Dünger und wesentlich ungiftigere moderne Pestizide jedoch nicht. Das einzige Zugeständnis an die Moderne sind Maschinen, denn Zugtiere stehen heute nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung (man würde das auch als Tierquälerei ablehnen), und Frauen und Kinder werden aus ebenfalls nahe liegenden Gründen auch nicht mehr vor den Pflug gespannt. Alles andere – „Kunst“dünger, moderne, zielgerichtete Pestizide, Hybridpflanzen, Hochertragssorten, moderne Züchtungs- und Tierhaltungsmethoden, bodenschonende Alternativen zum Pflug – lehnt die Biobauernschaft ab. Kranke Tiere bekommen keine wirksame Medizin, Pflanzen überlässt man Parasiten und Krankheitserregern, die Verbraucher setzt man den damals üblichen Giftstoffen aus (Tropanalkaloide, Mutterkorn, Schimmelgifte). Den Nachweis für nachhaltiges Wirtschaften, das Schonen von Ressourcen und Schutz des Verbrauchers vor Giftstoffen kann der Biolandbau nicht erbringen. Das alles ist in etwa so verstörend, als würde eine neue Sekte die Medizin propagieren, die im 19. Jahrhundert üblich war: keine Antibiotika, kein Insulin, keine wirksamen Schmerzmittel, keine Röntgenbilder dafür aber Einläufe, Globuli und Kindbettfieber, mitsamt den Begleiterscheinungen Siechtum und früher Tod, eben der ursprüngliche Naturzustand und 100% Bio. Unverständlich, wie sich ein Landwirtschaftsminister zum Lobbyisten für einen derart abwegigen Kult macht. Es spricht ja nichts dagegen, darauf zu drängen, Böden und Grundwasser zu schonen, Nützlinge einzusetzen usw. – ganz im Gegenteil! – aber warum die ganze Ideologie, die in Bausch und Bogen alles verteufelt, was Wissenschaft und Technik in den letzten 100 Jahren hervorgebracht haben?

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      • Andreas Fendt sagt

        Äh seit wann klaust DU bei Ludger Weß, der hat das gestern gepostet, meine Antwort war:
        wie primitiv dieser Kommentar ist, ergibt sich aus wenigen Zahlen: Milchleistung um 1900 lag bei 2000 kg pro Jahr, auf bay. Biobetrieben liegt sie heute bei 6500 kg /Jahr Bei Weizen gab es 1900 noch 18 dt/ha und bei Bio sind es heute 38 dt/ha. Also ist es gelogen, mit Bio wären wir 100 jahre zurück. Dann die übliche Kupferlüge, es wird immernoch 10 mal soviel Kupfer konv. ausgebracht wie bei Bio und ausser bei Hopfen und teilweise noch Kartoffeln sowie Trauben braucht Bio kein Kupfer. Schaut man hingegen auf die moderne Landwirtschaft, so hat sie sich fast selbst gegen die Wand gefahren. Allein die Schäden am Grundwasser betragen mit 24 Mrd. jährlich soviel wie die halbe Agrarförderung. Wenn dann durch Neonicotide noch die Bienen massenweise sterben, dann gute Nacht Landwirtschaft. Ich möchte Ludger Weß sehen, wie er mit dem Pinselchen rumläuft und Äpfel von Hand bestäubt, wie heute schon in China.
        https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1172757449400969&set=p.1172757449400969

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        • Walter Parthon sagt

          @gruenes_edertal
          @ Fendt
          Ich will den hetzerische Kommentar der Grünen so nicht stehen lassen. Ludger Weß hat an anderer Stelle einen sehr guten Kommentar geschreiben der zu dem der Grünen passt, viele Leser wissen gar nicht was Bio genau bedeutet.
          Durch das verändern der Gene wurden große Ertragsteigerung erreicht.
          Vieviel Prozent Ackerfläche hat Bio, 3% darum wird in der kon. Landwirtschaft mehr gespritzt.
          Waren es nicht die Grünen die Biogasanlagen gefordert haben,
          die daran Schuld sind das sich die Nitratwerte in Gegenden mit vielen Biogasanlagen verschlechter haben

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        • Bauer Christian sagt

          hallo Andresas, also deine Kupferrechnung stimmt für Ö so sicher nicht. Bei uns wird im konv. fast kein Kupfer eingesetzt, dafür aber im Bio sehr wohl. Und ohne Kupfer ist geht´s laut Bioverband nicht – obwohl es alternative Strategien mit altenativen Mitteln – aber da ist man wieder nicht offen genug (man war sogar stolz darauf, dass Kupfer weiter bio-fähig bleibt)

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Am Stammtisch sitzen 10 Biobauern und ein konventionell wirtschaftender Landwirt und jeder trinkt ein maß Bier.
          Was lernen wir daraus?
          Die Biobauern trinken das 10 Fache an Bier.
          Diese Rechnung präsentieren sie in ihrem Link.
          Wenn die Zahlen stimmen, wäre der Kupferverbrauch

          bei BIO 2,32 Kg je Ha.
          Konventionell 2,02 Kg je Ha.
          Wobei ich den Verbrauch im Weinbau stark anzweifle,bei uns wird kein Kupfer angewendet, es ist einfach zu teuer.

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      • …ist eine der „anerkannten“ Folgen des Alkoholismus – durch angereicherte Fuselalkohole. Verursacht z.B. durch enzymtoxische Sulfonylharnstoffe(Pointer SX, Nicosulfuron, u.a.), Kalkstickstoff oder Kupfer, wodurch dann durch Essen traditioneller Kohlenhydrate (bes. Brot, Brötchen, Nudeln, Zucker…), ganz unabhängig von Alkohol, hochreaktive Aldehyde angereichert werden. Diese Aldehyde sind human-krebserzeugend.

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  7. Misstraue allen Statistiken, die du nicht selbst gefälscht hast! 😉
    Die Ertragseinbußen sind mal so, mal so. Wie man das mittelt, ist immer aus der Perspektive des Interessierten erstellt.
    Und glaube mir keiner, in den genannten Datenquellen würde keine knallharte Lobbypolitik betrieben!

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  8. Und jetzt bitte noch die Flächenprämie und bei Öko noch die Erhaltungsprämie zusätzlich pro ha auf den Ertrag umrechnen: dann wird schnell deutlich, wieviel Geld den Steuerzahler schon heute die Ökoschrippe kostet

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  9. ist aber nur eine seite der medaille. der anteil nicht verwertbaren getreides (kümmerkorn, krankes korn) ist bei der öko-variante höher. der anteil höherwertiger qualitäten (14 und 15 % einweissgehalt) erheblich geringer. 

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    • Belege?

      Mehr als 11-12 Prozent Eiweiß brauch normalerweise keiner, damit ist Weizen alle mal backfähig. „Hoherwertiges“ Getreide wird zum Aufmischen verwendet und daran verdient dann vorallem der Handel. Ich produziere lieber Brotgetreide mit 12prozent Eiweiß das ordentlich bezahlte wird.
      Im Übrigen im Südwesten hatte dieses Jahr kaum ein konventioneller Kollege über 12,5 Prozent Einweiß. Es war viel zu trocken die letzten Stickstoffgaben sind garnicht beim Getreide angekommen….

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    • der Anteil Kümmerkorn/Ausputz ist prozentual konstant vom Ertrag, es ist unplausibel, wieso es bei Biogetreide mehr sein sollte, im Gegenteil mit speziell gezüchteten Biosorten liesse sich das minimieren, ich verbacke 99% der Getreideernte, Eiweissgehalt weiss ich nicht, ist mir auch egal, solange das Brot gelingt und gut schmeckt.

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    • ausputz ja. aber vergleichst du auch die siebung und die fallzahl? wenn du selbst alles verbäckst und vermutlich als vollkorn, dann sind diese parameter möglicherweise egal. solange genug leute vollkorn kaufen, ist das kein problem. nur haben derzeit schon ein drittel der menschen massive probleme mit vollkorn infolge chronischer darmentzündungen. 

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    • Hans Kreimel Vollkornbrot macht bei mir ca. 10% am Brotumsatz, und da nur Dinkelvollkorn, das wird sehr gut vertragen, weil es keine ATI im Gegensatz zu Weizen in der Fruchtschale hat.

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    • hallo Hans und Andreas, es gibt wissenschaftliche Untersuchungen/Versuche, dass die sogenannten Qualitätsparameter (Protein, Fallzahl, Kleber) für die Fische sind bzw. doch nicht so aussagekräftig sind wie die Agrarhändler dies tun. Warum schaft man trotz perfekter parameter kein gutes Brot? Wie kann man sonst aus Einkorn etc. auch sehr gutes Brot backen?

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  10. Ich weiß nicht was ihr habt? Das sind doch nur 7 Mio Hektar auf der Südhalbkugel! Die kann sich unsere reiche Gesellschaft neben den 4 Mio Hektar, die wir dort schon wegkaufen, doch leisten.

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    • Das liegt im Auge des Betrachters.

      Wenn wir heute aber schon ein Handelsdefizit von 10 Mrd. € im Handel mit Agrar- und Ernährungsprodukten in Deutschland mit unseren Hochertragsstandorten haben und bestimmte NGO’s von weiterer Extensivierung träumen, halte ich dies gegenüber benachteiligten Regionen der Welt für unerträglich.

      3+
  11. Mich wundert es schon lange, dass das Szenario der sogenannten Agrarwende bisher nicht von Fachleuten anhand von Studien tiefergehend beleuchtet wird. Statt dessen argumentieren Medien und Politik ganz selbstverständlich mit der Wunschvorstellung „Mit Bio wird alles gut“. Natürlich sind die Sachverhalte sehr komplex. Umso mehr ist eine fachlich und gesellschaftlich sehr intensive Auseinandersetzung mit dem Thema sinnvoll.

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    • Das stimmt so nicht, bereits 1994 habe ich auf einer Tagung der Uni Hohenheim einen Vortrag incl. exakter Berechnung zu 100% Bio gehört. Der leider kürzlich verstorbene Prof. Arnim Bechmann kam zum Schluss: ist machbar, bei IDENTISCHEN Verbraucherpreisen, jedoch Halbierung der Schweinefleischproduktion. Die Zeit wusste schon 1988: Es herrscht Phänomenales NICHTWISSEN http://www.zeit.de/1988/19/phaenomenales-nichtiwssen

      1+
      • bauerhans sagt

        „Das trotz aller kritischen Anmerkungen empfehlenswerte Buch läßt gerade in diesem Punkt ein Kapitel vermissen:

        Wie gelingt die Umstellung?

        Pauschale Aussagen sind natürlich kaum möglich angesichts der großen Unterschiede zwischen Flensburg und Mittenwald. Aber aus der Darstellung des erstrebten Zustandes sollten die Autoren doch versuchen, Kriterien oder Handlungsvorschläge für die kritische Umstellungsphase abzuleiten und vorzustellen.“

        1+
  12. Heute möglichst kurz, denn ich hatte mir vorgenommen, mich zurückzuhalten, damit auch andere Mitdiskutanten mehr Raum bekommen, am liebsten die Verbraucher, um die es in dem Dialog ja geht.

    Wenn also immer diesselben konventionellen Kollegen ihre meist unkritsiche Meinung zur modernen Landwirtschaft hinterlassen langweilt das genauso wie meine immer wieder aufgelegte „Bioplatte“ (meinetwegen schon mit Sprung 🙂 )

    Kurz: Aussage falsch, weil Methode falsch!
    Wie kommt es, dass in einem über 20 Jahre andauernden Vergleichsversuch derselben Sorte am selben Standort der Ertrag bei Weizen bei Bio nur max 14% geringer war, Willi nun aber auf -49% kommt? (DOK Versuch FIBL)

    Es fehlen die Fragen nach Wo und Was!
    Wo: Biobauern arbeiten auf schlechteren Böden: siehe höherer Grünlandanteil, wo Grünland ist, sind die Äcker drumherum auch schlecht. Die Flächenförderung macht es gerade auf schlechten Standorten im Verhältnis attraktiv ökologisch zu wirtschaften.
    Was: Was ist Getreide? Wenn mein Nachbar Triticale anbaut und ich Dinkel, hat er 80 dt/ha und ich 10 dt/ha. Ein Vergleich ist unmöglich. Konv. Bauern bauen mehr ertragreicheres Futtergetreide an, da bei Bio weniger Tiere gehalten werden, die auch weniger Futtergetreide brauchen.
    Vermutlich gäbe es noch andere Ursachen die zu hoch angesetzten Ertragsunterschiede zu erklären.
    Bei Getreide heisst meine Formel: Bio hat 20% weniger, wir haben 120% Erzeugung, d.h. bei Wegfall des Export passt das recht genau.

    Ähnlich sieht es bei Milchleistung aus. Aber lassen wir es mal, sollte ja kurz sein

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    • bauerhans sagt

      herr fendt,was willst du eigentlich aussagen….???
      bio ist immer noch irgendwo bei 5-6% anteil,obwohl es medial von allen seiten befeuert wird……

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      • Andreas Fendt sagt

        genau, dass es kein Wunder ist, dass Bio vor sich hindümpelt, wenn es von allerlei Laien falsch bewertet wird und die es machen sollten und könnten, nämlich die Bauern, nur dagegen hetzen. Irgendwie muss es wahnsinnig Spass machen mit dem Spritzfass rumzudüsen und Preise für seine Produkte zu bekommen, die unter den Gestehungskosten liegen…

        2+
    • Lorenz sagt

      Hallo Willi,
      erstmal danke für den Aufwand den du betreibst, echt toll!

      Ich denke dass das Defizit sogar noch höher wird, wenn man die Biofruchtfolge berücksichtigen würde.
      Konventionelle Landwirte können theoretisch und praktisch eine reine Marktfruchtfolge ohne den Anbau von Leguminosen praktizieren.

      Wenn man bedenkt dass Biobetriebe zwischen den Marktfrüchten noch Leguminosen stellen müssten um einen einigermaßen guten Ertrag zu erzielen, dann müsste die Getreideanbaufläche nochmals signifikant sinken.

      Mach weiter so!

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      • Andreas Fendt sagt

        Konventionelle Landwirten könnten! machen es aber in der Praxis nicht, sondern da wird sehr viel Mais für den Trog angebaut. Es ist richtig, dass wir Bios auf Fruchtfolge mit Kleegras oder auch mal Linsen, Erbsen, Bohnen nicht verzichten können, aber das Kleegras ersetzt wiederum Mais, also man muss das schon seriös rechnen und genau das geht eben nicht auf Willi´s Bierdeckel.

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    • Die Fruchtfolgen müssten noch weiter gestaltet werden, d.h. mehr Leguminosen, vermutlich besonders viel Kleegras etc. blockieren dann Getreideflächen, weil irgendwoher muss ja der Stickstoff kommen! Deswegen kommt auf solche Zahlen!!

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    • Marcel Schu nein Willi hat nur die Getreideerträge durch die Fläche geteilt und kommt auf die 36 dt /ha. Öko baut nur 0,7% von Silomais an dafür 23% Kleegras von der Gesamtanbaumenge, oder anders der Fruchtfolgeeffekt muss nicht negativ sein, da KG nicht weggeworfen wird, sondern Ackerflächen von Silomais ersetzt.

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    • Nein Herr Fendt, ich glaube das die Aussage von Bauer Willi nicht falsch ist sondern das beim „DOK Versuch FIBL“ eher der Wunsch der Vater des Versuches ist. Ich nehme an das sie als Ökolandwirt ein erfahrener Praktiker sind, wenn sie aber selbst beschreiben das sie einen Dinkelertrag von ca. 10 dt dreschen bei Landessortenversuchen bei konv. Dinkel aber Erträge von 80 bis 85 dt geerntet werden und in der Praxis im Durchschnitt auch 75 bis 80 dt geerntet werden dann heißt das, dass bei reinem Ökoanbau die Erträge eben nicht um 20% zurückgehen sondern eher um 50% plus. Bei Brotgetreide heißt das, wir müssen 30% Getreide auf dem Weltmarkt dazukaufen, auf einem Weltmarkt auf dem die natürlichen Wachstumsbedingungen so sind das im Durchschnitt 35 dt Weizen geerntet werden können, wir hingegen fast 100dt ernten.

      1+
    • Nicht die Aussage von Willi ist falsch, sondern seine Methode! Er nimmt heutige Bioerträge und legt sie auf die Gesamtackerfläche um, berücksichtigt aber nicht, dass heute Biobetriebe im Schnitt auf wesentlich schlechteren Böden wirtschaften. Ich selbst bin ja das beste Beispiel: warum hab ich nur 10 dt Dinkel/ha? Weil ich zu blöde bin (das auch 🙂 ) ) Eher weil ich auf Grenzertragslage auf 900m mit Urgesteinsböden der Güte 18 wirtschafte, d.h. mein Nachbar konv. hätte auch nur 15 dt Dinkel, wenn er welchen machen würde. Nebenbei der DOK Versuch läuft seit 35 Jahren und ist der am besten dokumentierte und durchgeführte Anbauversuch überhaupt, nix mit „Wunsch der Vater des Versuches“

      1+
    • „Biobauern arbeiten auf schlechteren Böden“
      Diese Aussage finde ich interessant. D.h. solche Bauern hätten gar keine Chance mitzuhalten, da sie ja bei gleichem Input (Dünger/Pflanzenschutz/Arbeit) immer weniger Ertrag bekommen als Bauern mit guten Böden.
      D.h. sie mussten damals eine Nische (er-)finden, um den Verbraucher für ihr (jetzt nicht falsch verstehen: minderwertiges) Produkt zu interessieren. Und das ging und geht natürlich nur, indem sie sich krass von der konventionellen Landwirtschaft abgrenzen. Sehe ich das komplett falsch oder könnte das stimmen?

      Dazu kommt noch „Bauerschläue“ und die Ausnutzung der Flächenförderung, da man ja für die gleiche Fläche damals die gleiche (und heute sogar mehr) Subvention bekommt als ein konventioneller Bauer. Stimmt das?

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      • Andreas Fendt sagt

        Das siehst Du teilweise richtig. Der Anreiz auf Bio umzustellen ist da besonders gross wo die Subventionen einen hohen Anteil am Betriebseinkommen darstellen bzw. die Einnahmen aus Erträgen gering sind. Bsp: Ein Ackerbauer mit guten Böden hat 100 ha Weizen mit 8 t/ha Ertrag zu 175 €, dann hat er 140000 €. Stelle er auf Bio um hat er z.B. nur noch 6 t/ha = 105000 € + 100 ha Bioprämie = 100*220 € Zusammen = 127000., d.h. 13000 weniger im Vergleich zu vorher , Umstellung lohnt nicht! Hat er schlechte Böden und nur 5 t/ha eben nur 87500. Stellt er um hat er 4 t/ha = 70.000 € plus 22.000 Ökoprämie zusammen 92.000 €. 4500€ mehr mit Umstellung, also wird er eher umstellen. Das ist natürlich ein einfaches Bsp. aber das Prinzip wird klar.
        Wo Deine Annahme nicht stimmt, ist das „minderwertige „Produkt, wir haben z.B. hier auf 900m weniger Ertrag, weil es einfach kälter ist, dafür haben wir aber keinen Nebel und somit weniger Pilzdruck und daher sehr gesunde Pflanzen. Daher wurde früher Saatgutvermehrung meist in Berregionen gemacht, weil die Pflanzen robuster/abgehärteter waren. D.h. für mich, kleiner Ertrag, Top- Qualität und damit kann ich in der hochpreisigen Bionische gut leben.

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  13. Nicht berücksichtigt sind auch die pro Kopf und Jahr weggeworfenen 80 kg Lebensmittel. Und dann noch die wegen nicht der Norm entsprechenden weggeworfenen Lebensmittel direkt beim Erzeuger.

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    • Bauer Christian sagt

      ja, interessant wäre, wie viel vom Obst und Gemüse erst gar nicht verkaufsfähige Ware ist, wegen optischer Mängel. Da wäre noch viel mehr Effizienz drinnen entlang der gesamten Wertschöfpungskette

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  14. Fast schon amüsant -wenns nicht so traurig wäre- finde ich das Engagement meiner lw Berufskollegen (und dem Umfeld!) wenn es gegen „Bio“ und für die massige Versorgung mit Lebensmitteln geht! Da könnten die Preise steigen…

    Wo war der Aufschrei der Branche, als es um NaWaRo-Biogas ging? 😛
    Da wandern hier heute die Erträge mit der besten Ackerflächen hinein…

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  15. Lucia sagt

    Frage: Gehts bei den Mengen um erzeugte Mengen? Oder um den inländischen Verbrauch, also ohne Exportgetreide?

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  16. Ist doch kein Problem. Die Differenzen kaufen wir am Weltmarkt.

    Typische Win-Win-Situation: „gute“ ökologische Landwirtschaft in Sichtweite der deutschen Verbraucher und eine riesen Möglichkeit für die Hilfsorganisationen zusätzliche Spendengelder zu generieren, weil ab sofort eine halbe Milliarde Menschen sich ihr Essen wegen der hohen Weltmarktpreise nicht mehr leisten kann.

    1+
  17. bauerhans sagt

    “ Die Ablehnung von Lebensmitteln, bei denen synthetische Dünger oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, wächst. “

    alles nur emotionen……
    der gemeine verbraucher hat keine fachlichen kenntnisse,lässt sich aber verbal von medien beeinflussen…….

    2+
  18. Bauer Christian sagt

    Frage: ist die Verteilung der Bio-Flächen zwischen Gunstlagen und nicht so Ertragsstarken lagen ident? Ich gehe davon aus, dass in nicht-Gunstlagen die Bioackerflächen erhöht sind gegenüber denene in Gunstlagen. Darurch würde sich auch der Durchschnittsertrag ändern.
    Bei Obst wird leider zu viel weggeschmissen, da es optisch (farblich) nicht verkaufsfähig ist. Die meisten Spritzungen sind ja Spritzungen zu Schorfbekämpfung, die ja nur ein optisches Problem beseitigen soll. Faizit: Apfel (Obst) Spritzungen müssen hauptsächlich nur wegen der lehs (Konsumenten) durchgeführt werden, da man ja mit dem Auge kauft. Egal ob bio oder konventionell.

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    • Bauer Willi sagt

      Keine Idee und auch keine Quellen, wo genau die Öko-Betriebe liegen. Habe neulich Chef eines Demeter-Betriebes mit 800 ha und 600 Stück Vieh Rind kennengelernt. Gibt also auch bei Bio große Strukturen.
      Bauer Willi

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      • Bauer Christian sagt

        ich meinte nicht die Größen-Verteilung: bei uns in Ö sind im Trockengebiet viel mehr Bio als im Feuchtgebiet. Ganz einfach, weil im Trockengebiet Wasser der begrenzende Faktor ist und die konv. auch fast ohne Fungizid (je nach Jahr) auskommen. Im Feuchtgebiet geht das Ertragsniveau natürlcih stärker auseinander.

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